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Hsinchu und sein Umland werden zu Unrecht auf seinen Industriekomplex reduziert, obwohl schon die Stadt Hsinchu sehenswerte Orte von historischer Bedeutung aufweisen kann. Hsinchu County ist sogar viel mehr: Abgelegene Berge in Jianshi und Wufeng, Hakkakultur auf dem Land, eine Vielzahl an alten Bergwerken sowie alte Dörfer in einer erstaunlichen Abgeschiedenheit. Der schmale Küstenstreifen im Westen besitzt ein bewahrtes Wattenmeer und Mangrovenwälder, nunmehr ausgebaute Fahrradwege eignen sich für Familienausflüge. Im hügeligen Umland der Stadt Hsinchu sehen Sie die historischen Überreste des japanischen/taiwanischen Bergbauwesens. Die Kultur der Hakka, einer Minderheit aus China, ist lebendig. Der Lion's Head Mountain, gespickt mit buddhistischen und taoistischen Tempeln, erstreckt sich über mehrere Counties. Vom Wattenmeer im Westen dehnt sich die Natur bis in die Bergketten des Xueshan auf über 3.000 m Höhe aus. In Hsinchu, Jhudong, Nanzhuang oder in Yangmei finden Sie zwar kaum zusammenhängende Altstadtteile, aber ein überraschende Vielzahl an Tempeln, alten Gehöften, Gassen und Museen. Es ist ein ausführlicher Reiseführer, der auch kleine Sehenswürdigkeiten beschreibt - er richtet sich daher vorrangig an Personen, die sich bereits in Taiwan aufhalten oder beruflich länger in Hsinchu zu tun haben. Es gibt auch einige freakige Orte für den außergewöhnlichen Geschmack. Die Orte wurden von mir persönlich aufgesucht, Informationen stammen aus den Erklärungen vor Ort, Gesprächen mit Mitarbeitern und Anwohnern, die erlangten Informationen wurden dann durch eine Internetrecherche ergänzt.
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Veröffentlichungsjahr: 2024
Claudius Petzold
Hsinchu
Autor
Reiseleiter und Subunternehmer für Wikinger Reisen u.a.; promoviert zur völkerrechtlichen Stellung Taiwans; Rechtsanwalt in Taipei, mehrere Veröffentlichung zum Thema Reisen und indigene Völker in Taiwan
Taiwan Stadtreiseführer II
Hsinchu
Bd. 3 Taiwanreiseführer
Claudius Petzold
Impressum
Texte: © Copyright by Claudius PetzoldUmschlag: © Copyright by Claudius Petzold
Verlag: Claudius Petzold
Gaopeng Rd. 22, Lane 22Yangmei City, R.O.C. [email protected]
Vorwort
Hsinchu und sein Umland werden zu Unrecht auf seinen Industriekomplex reduziert, obwohl schon die Stadt Hsinchu sehenswerte Orte von historischer Bedeutung aufweisen kann. Hsinchu County ist sogar viel mehr: Abgelegene Berge in Jianshi und Wufeng, Hakkakultur auf dem Land, eine Vielzahl an alten Bergwerken sowie alte Dörfer in einer erstaunlichen Abgeschiedenheit.
Der schmale Küstenstreifen im Westen besitzt ein bewahrtes Wattenmeer und Mangrovenwälder, nunmehr ausgebaute Fahrradwege eignen sich für Familienausflüge. Im hügeligen Umland der Stadt Hsinchu sehen Sie die historischen Überreste des japanischen/taiwanischen Bergbauwesens. Die Kultur der Hakka, einer Minderheit aus China, ist lebendig. Der Lion’s Head Mountain, gespickt mit buddhistischen und taoistischen Tempeln, erstreckt sich über mehrere Counties. Vom Wattenmeer im Westen dehnt sich die Natur bis in die Bergketten des Xueshan auf über 3.000 m Höhe aus.
In Hsinchu, Jhudong, Nanzhuang oder in Yangmei finden Sie zwar kaum zusammenhängende Altstadtteile, aber ein überraschende Vielzahl an Tempeln, alten Gehöften, Gassen und Museen.
Es ist ein ausführlicher Reiseführer, der auch kleine Sehenswürdigkeiten beschreibt - er richtet sich daher vorrangig an Personen, die sich bereits in Taiwan aufhalten oder beruflich länger in Hsinchu zu tun haben.
Die Atayal sind ein Ureinwohnernstamm im Norden. Da sie in abgelegenen Orten leben und ihre Zahl verhältnismäßig groß ist, können sie noch ihre Sprache und Teile der Kultur wahren. Die damals kriegerischen Atayal waren Jäger und Bauern. Sie haben ein sehr starkes „Community-Gefühl“ des Teilens und Unterstützens, das das der Han-Chinesen weit übersteigt. Oft wohnen sie in touristisch interessanten Gebieten, was Einkommen und Selbstbewusstsein bringt.
Atayal Kinder in Smangus
(Lahui Iceyh)
Sie tragen die traditionelle
Kleidung.
Banyan: Die Chinesische Feige (Ficus microcarpa) oder der Indischer Lorbeer, aus der Familie der Maulbeergewächse wird im Tropengürtel als Zierpflanze und Schattenspender an Straßen, in Parks und Gärten angepflanzt. Auffällig sind die großen Luftwurzeln, die sich verbinden, ihr eigenwilliger Wuchs läßt den Baum verwunschen wirken.
Bodhisattvasind nach höchster Erkenntnis strebende Wesen, die auf dem Wege der „Tugendvollkommenheit“ die „Buddhaschaft“ anstreben bzw. in sich selbst realisieren, um sie zum Heil aller lebenden Wesen einzusetzen. Guanyin (觀音) in weißer Tracht ist eine weibliche Bodhisattva des Mitgefühls, wird im Volksglauben auch als eine Göttin (u.a. die Mutter aller Geschöpfe) verehrt.
Creek: Taiwanische Flüsse sind überwiegend kurz, vom Mittelgebirge ins Flachland, und steil. Creek bezeichnet hier einen eher kleinen Wasserlauf durch ein Tal oder eine Schlucht. Bei Regen können Creeks sehr schnell anschwellen und gefährlich werden.
Empfehlenswert ist das Essen der Hakka. Es ist sehr gut gewürzt und reichhaltig, beispielsweise:
-Weiße Reisnudeln (客家粄條)
-Schweinedarm (薑絲炒大腸) mit saurer Sauce und Ingwer
-Kurzgebratenes (客家小炒), geschmortes Schweinefleisch, getrocknetes Tofu, getrockneter Tintenfisch, Frühlingszwiebel und Knoblauch
- Reisbällchen mit Fleisch, eingewickelt in wilden Ingwer (野薑花粽)
Festlandchinesen sind kontextabhängig entweder die jetzigen Bewohner Chinas oder die Chinesen, die nach 1945 mit der chinesischen Armee nach Taiwan kamen. Es gab zahlreiche Konflikte bis weit in die 90er mit den alteingesessenen Taiwanern.
Guan Yu (關羽) war ein chinesischer General, der zur Zeit der Drei Reiche lebte. Er wird noch heute in zahlreichen Tempeln verehrt und zur gottgleichen Figur glorifiziert. Er stand für Treue, Mut und Gerechtigkeit. Er wird zumeist als rotgesichtiger, langbärtiger Krieger dargestellt. Bei künstlerischen Interpretationen werden historische Fakten und Mythologie vermischt. Als Gottheit wird er auch als Holy Emperor Guan (關聖帝君), Guandi oder Guangong (關公) bezeichnet.
Hanchinesen sind die ethnische Mehrheit aus China. Dies umfasst auch die frühen Siedler in Taiwan, die vom chinesischen Festland kamen.
Hakka sind eine chinesische Minderheit aus verschiedenen Gebieten in China, die mit anderen chinesischen Siedlern nach Taiwan gekommen sind. Ihre chinesische Bezeichnung „客家“ impliziert „Gäste“. Von ihnen sind häufig noch die roten Ziegelhäuser erhalten, typischerweise mit einem Hauptgebäude und Nebengebäuden dreiseitig um einen Hof angeordnet. Traditionell tragen die Frauen weite blaue Oberbekleidung. Sie besitzen einen eigenen, sehr unterschiedlichen Dialekt und werden als traditionell wahrgenommen. Früher waren sie oft Bauern. Ihr Essen ist sehr schmackhaft, reichhaltig und gilt als eine Delikatesse.
Hoffmann Kiln, Ringofen: Das Prinzip des Ringofens zum kontinuierlichen Brennen der Ziegel wurde von F.E. Hoffmann im Jahr 1859 zum Patent angemeldet. In einem runden Brennkanal kann das Feuer im Kreis laufen und dabei gleichzeitig Ziegel in einer Kammer mit hoher Temperatur brennen und mit der heißen Abluft rohe Ziegel in angrenzenden Kammern vorwärmen. Die hohe Produktivität dieser Ziegeleien befeuerte weltweit den Bauboom vom Ende des 19. bis ins letzte Drittel des 20. Jahrhunderts.
The Holy Trinity of the West (西方三聖) meint die drei Buddhas und Bodhisattvas im westlichen Paradies, Amitabha, Avalokitesvara und Mahasthama.
Kingdom of Tungming: 1661 – 1683, gegründet von Koxinga, einem Ming-Loyalisten auf Taiwan, das aber nur Teile im Süden beherrschte. Nach einer ungeklärten Erbfolge konnte es der Qinghof (die neue chinesischen Herrscherdynastie) schlagen und Taiwan in das Reich (wieder?) einverleiben.
Die Konfuziustempel während der Qing Dynasty waren wichtige Symbole der Zivilisation und Kultur, die von den Hansiedlern in Taiwan recht bald auf neuem Land errichtet wurden. Sie sind kein typischer taiwanischer Bestandteil, sondern Teil der chinesischen Wurzeln.
Die Lin Shuangwen Rebellion war ein Aufstand in Taiwan gegen den Qinghof von 1787–1788. Lin Shuangwen tötete den damaligen Gouverneur und gründete eine Widerstandsarmee. Zu Beginn bekämpften u.a. Hakkamilizen den Aufstand.
Früh- und Nachtmärkte: Traditionell sind eher die lokalen Frühmärkte, die mehr dem Bild alter Filme entsprechen. In einem Straßengewirr, oft unter Blechdächern sind sie in ihrer alten Form im ländlichen Raum noch erhalten. Nachtmärkte sind dagegen eine touristische Gewohnheit.
Geisterhäuser sind Orte, an denen ein Mensch aufgrund einer unnatürlichen Ursache starb. Taiwaner meiden solche Gegenden, weil sie Unglück bringen.
Königinmutter des Westens (西王母) ist eine der ältesten chinesischen Gottheiten, die im Daoismus als Unsterbliche, Lehrerin und Vermittlerin zwischen den himmlischen und den irdischen Reichen eine herausragende Rolle spielte.
Die Göttin Mazu wird von zwei Wesen begleitet.1000-Meilen-Augen und 1000-Meilen Ohren (aber Li als Einheit im Original), da sie über übersinnliche Fähigkeiten verfügten. Beide waren Generäle unter dem despotischen König Zhou, die nur durch List besiegt werden konnten, indem Trommeln geschlagen und Flaggen geschwenkt wurden. Sie wurden zwar getötet, setzten aber ihr Unwesen als böse Geister fort. Erst Mazu konnte sie besiegen. Mazu war zuvor ein Fischermädchen, das durch ihre Handlungen als Göttin aufstieg.
Die drei Könige oder die Drei Offiziellen Beamte unterstehen nur dem Jadekaiser und sind für die Elemente Himmel, Erde, Wasser, also jeweils als der Gott des Himmels, der Erde und des Wassers verantwortlich. Sie können ebenso Sünden erlassen.
Shennong (神農, „Farmgott“) gilt in der chinesischen Mythologie als ein Kulturheld. Shennong hat den Chinesen nicht nur ihre landwirtschaftlichen Praktiken gelehrt, sondern auch den Gebrauch von pflanzlichen Arzneimitteln. Ihm werden weitere Erfindungen wie Hacke, Pflug, Axt, Brunnengraben zugeschrieben.
Taisui (太歲) ist ein chinesischer Name für die Sterne, die im astronomischen Kalender dem Planeten Jupiter gegenüber stehen. Sie werden als Gottheiten personifiziert und sind bedeutend in der Astrologie, im Fengshui und Daoismus, weniger im Buddhismus. Bestimmte Konstellationen können Schwierigkeiten bringen.
Mit Taiwaner meint man die frühen Siedler aus China (ab dem 16. Jahrhundert) bis ca. 1900. Ethnisch sind sie Hanchinesen, der Begriff ist historisch-geographisch zu verstehen.
Taiwanisch wird als Dialekt des Hochchinesischen verstanden, wobei die größte Gemeinsamkeit bei den gemeinsamen Schriftzeichen liegt. Viele chinesische Dialekte sind ohne konkreten Sprachunterricht selbst für den chinesischen Muttersprachler nicht zu verstehen.
Während der Zeit des Weißen Terrors setzte die KMT ihren Machtanspruch in Taiwan mit erheblichen Menschenrechtsverletzungen gegenüber den Taiwanern um.
Die Drei Offiziellen in Hukou
Autovermieter sind gegenüber Ausländern vorsichtig, Autos sollten bereits aus Deutschland gemietet werden. Sonst werden Sie nur die großen Anbieter am Flughafen oder HSR wählen können. Internationaler FS (nicht EU FS) und Kreditkarte zwingend. Verkehrsregeln entsprechen in etwa den deutschen Regeln. Es gibt aber keine generellen Vorfahrtsregeln. Alkoholverbot im Straßenverkehr mit harschen Strafen.
Baden im Meer ist im Gebiet Hsinchu wegen der Wellen und der Verschmutzung ausgeschlossen. Sie können am Strand spielen, Schwimmen ist unmöglich, es kam mehrfach zu Todesfällen.
Bankautomaten (ATM) sind bei Convenience Stores und Banken 24/7 vor der Tür zugänglich. Umrechnungskurse sind ähnlich. Barumtausch außerhalb vom Flughafen und großen Hotels (teuer) schwer möglich, bei Banken umständlich.
Bestechung: Versuchen Sie es nicht erst, Bestechung gibt es nur bei sehr großen Projekten und bringt im Alltag gewaltigen Ärger.
Chinesische Namen werden genannt, wenn es für abgelegene Gegend notwendig ist, einem Taiwaner die Zeichen zu zeigen. Sie werden ohne längeren Aufenthalt chinesische Worte nicht verständlich aussprechen können.
Convenience Stores wie 7Eleven, HiLife or Family Mart können nahezu den gesamten Tagesbedarf decken, Einwegkleidung, Mückenschutz, Essen etc
Erklärungen auf Englisch sowie Kontaktpersonen bei der Polizei und Behörden mit Sprachkenntnissen haben sich verbessert. Taiwaner tun sich mit dem starken deutschen Akzent schwer.
Diskriminierung und Rassismus sind nicht stark ausgeprägt, dennoch vorhanden, letzteres aber selten gegenüber Weißen. Als weißer Tourist werden Sie nichts bemerken.
Einkaufen und Trinkgeld: Geschäfte können in Taiwan auch ohne Kaufabsicht besucht werden, der Inhaber stellt nur kurz die Frage, ob man etwas Spezielles sucht. Trinkgeld ist unüblich, man kann es im Hotel für die Putzfrau hinterlassen (dann aber mindestens 50 NTD, sonst abwertend). Gelegentlich bei Reiseleitern.
Eintrittspreise sind moderat, meist unter 100 NTD, sodass sie nur in Ausnahmefällen benannt werden.
Fahrpläne ändern sich, das Hotel wird Ihnen gerne bei der Planung kostenlos helfen.
Fotografieren ist kaum Regeln unterworfen, selbst Fremde werden oft ungefragt nebenbei fotografiert. Im Zoo sind Sie aber nicht. Ausnahme: Ausdrücklich bebilderte Verbote und Militäranlagen. Möchten Sie einen Taiwaner fotografieren, zeigen Sie es deutlich und achten auf seine Reaktion. Im Tempel dürfen Sie Menschen als Kulisse fotografieren, geht nicht anders.
