Hugo - Frauke Bassin - E-Book

Hugo E-Book

Frauke Bassin

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Beschreibung

Frieda ist eine ca. 30-jährige Frau, die eine verschollene Liebe gesucht und sich dabei in Schleswig-Holstein, in Angeln, ein neues Leben aufgebaut hat. Zu ihrer Haustür kommt eines Abends Hugo hereingestürmt, in Wikingerkleidung, dreckstarrend und blutverkrustet, der eigentlich Andri heißt und ein Jarlssohn aus Haithabu ist. Er kommt aus dem nahegelegenen Hünengrab, in welchem er vor ca. 1000 Jahren nach einem verlorenen Kampf schnell bestattet wurde. Hugo weiß nicht, warum er in der jetzigen Zeit ins Leben zurückgekehrt ist. Frieda kümmert sich um ihn. Recht schnell werden sie ein Paar, das Hugos Herkunft geschickt verheimlicht. Der Pastor, der Hugos und Friedas Geschichte erzählt, entwickelt sich währenddessen zu einem kritischen, aber auch begeisterungsfähigen Menschen.

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Seitenzahl: 245

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Für Swantje

„Es gibt etwas Gutes in dieser Welt, Herr Frodo. Und dafür lohnt es sich zu kämpfen!“

Samweis Gamdschi

Inhaltsverzeichnis

Kapitel

Kapitel

Kapitel

Kapitel

Kapitel

Kapitel

Kapitel

Kapitel

Kapitel

Kapitel

Kapitel

Kapitel

Kapitel

Kapitel

Kapitel

Kapitel

Kapitel

1.

„Das kann nicht wahr sein, das kann alles nicht wahr sein“, höre ich mich selbst stöhnen und weiß doch, dass es wahr sein muss, wahr ist!

Mein Arbeitszimmer sieht aus wie immer: Vollgestopft, chaotisch und leider auch ziemlich staubig. Alles scheint wie immer, aber das ist es nicht. Die Geschichte dieser Frau, die alle kennen und die vor gerade zehn Minuten gegangen ist – ich kann sie nicht verstehen! Ich muss das irgendwie ordnen, aber wie?

Ratlos schaue ich mich in meinem Zimmer um. Die Bücher in den Regalen stehen nicht nur nebeneinander, sondern liegen noch quer darüber, der alte Eichenschreibtisch ist unter der Menge Papiere kaum zu erkennen, die Aquarelle mit Stimmungsmotiven norddeutscher Landschaften hängen stumm an den Wänden und müssten wahrscheinlich dringend einmal gereinigt werden. Im Lichtkegel eines schräg einfallenden Sonnenstrahls tanzen die vielen Staubpartikel, die sich noch nicht zu den vielen anderen auf Regalen und Büchern niedergelegt haben.

Mein Blick fällt auf einen Stapel weißen Papiers neben dem Drucker und plötzlich weiß ich, was ich tun muss. Ich weiß genau, wo sie liegt und wühle schnell meine alte Pfeife hervor und den Tabak – obwohl ich mir schon vor Jahren geschworen habe, sie nicht mehr zu benutzen.

Der Tabak riecht so, wie etwas riecht, was alle seine Aromen verloren hat. Schnell stopfe ich die Pfeife und merke, als ich das brennende Zündholz daran halte, dass meine Hände zittern. Mit zitternden Händen greife ich nach meinem schönen alten Federhalter, schraube seine Kappe ab und beginne mit krakeliger Schrift zu schreiben:

In den 37 Jahren meiner Dienstzeit als Pastor habe ich sehr viele Geschichten gehört, sogar Geschichten von Mördern oder solchen, die Mörder werden sollten, von Betrügern und Schlägern, von Geschlagenen und Betrogenen, Geschichten, die mich erschütterten, die mich wütend oder traurig machten, die mein Mitleid oder meinen Zorn erregten, aber nie, niemals habe ich eine Geschichte gehört, wie die der Frau, die gerade eine Melodie summend mein Zimmer verlassen hat, keine fröhliche Melodie, sondern eher eine erhabene, die mir bekannt vorkommt, die ich aber gerade nicht zuordnen kann und mich zurücklässt, als einen alten Mann, der alles, was er je getan und geglaubt hat, nun bezweifeln muss. Ich schreibe diese Geschichte auf, um zu verstehen, was ich nicht verstehen kann. Normalerweise würde ich jetzt schreiben „Gott helfe mir“ – aber wie kann ich?

Frieda saß in ihrer Küche und schnitt Äpfel, während ein Feuer in der Küchenhexe glomm und der Herbstwind die letzten Früchte von den Bäumen schüttelte und an den Fensterläden rüttelte. Aus dem Radio klang leise Beethovens Neunte und Jamie, ihr Labrador, schnarchte zufrieden in seinem Körbchen neben ihren Füßen.

Der Entsafter gluckerte auf dem Ofen und entließ den Saft der Äpfel in den mittleren Topf. Frieda schaute auf das Fenster im Gummischlauch. Es begann sich gerade erst zu füllen. Es roch nach Feuer, Äpfeln und Zimt. Es roch nach Behaglichkeit.

Frieda drehte das Radio lauter und schmetterte gerade „…Sphären rollt sie in den Räumen, die des Sehers Rohr nicht kennt“ gemeinsam mit dem Chor, als es plötzlich heftig an der Haustür rappelte. Jamies Haar sträubte sich und ein tiefes Knurren drang aus seiner Kehle, gleichzeitig wurde ihre Küchentür aufgestoßen und ein großer Mann mit blutverschorftem Gesicht kam in dreckstarrender, triefender Wikingerkleidung und hocherhobenen Schwert hineingestürmt. Jamie knurrte.

Frieda starrte den Mann an.

Ich höre auf, zu schreiben und lehne mich mit geschlossenen Augen zurück. In meinem Kopf spielt sich die Szene ab, wie die Frau mir diesen Teil ihrer Geschichte erzählte. Das schöne Grünbraun ihrer Augen leuchtete so intensiv und durch Tränen glänzten ihre Augen, wie ein Waldteich im Sommerlicht. Es muss sie viel Mut gekostete haben, mir das zu erzählen – ich habe noch nie etwas Unglaubwürdigeres gehört.

Die zerlumpte Gestalt starrte Frieda an. Der wilde, hasserfüllte Blick brach vor ihren Augen. Noch nie hatte sie ein solches Ausmaß von Erschütterung und Fassungslosigkeit in dem Gesicht eines Menschen gesehen. Seine aufgerissenen Augen glitten über ihre Gestalt, ihre Kleidung, wanderten durch ihre Küche. Sein Blick kehrte zu ihr zurück. Während sie auf seinen erhobenen Schwertarm starrte, starrte er auf das kleine Küchenmesser in ihrer Hand, die sie in einer unwillkürlichen Bewegung abwehrend erhoben hatte. Sein angestrengtes Keuchen wurde lauter. Der erhobene Schwertarm sank langsam hinab, bis die Spitze des Schwertes auf den Boden, in die schmutzige Pfütze, die sich um seine Füße bildete, stieß. Frieda senkte den Arm mit einer sehr langsamen Bewegung und legte das Messer auf den Küchentisch.

Sie erzählte mir, dass sie keine Angst gehabt hatte. Ihr Herz pochte, aber sie hatte keine Angst. Sie suchte nach Worten, um mir zu erklären, was sie empfunden hatte und hob schließlich ratlos die Hände, weil es ein solches Wort nicht gab.

Und dann quollen die Tränen in reichem Fluss aus ihren Augen und sie weinte und weinte, herzzerreißend leise, um Fassung bemüht und ich weinte schließlich mit, weinte mit, weil ich den Fortgang ihrer Geschichte im Groben kannte – wenngleich auch aus einer ganz anderen Perspektive.

Frieda fiel nichts ein, was sie dem Mann sagen konnte, obwohl sie ihm so gerne etwas Tröstendes gesagt hätte. Seine wilden, kastanienroten Locken standen ihm zu Berge, sie sah, wie er die Muskeln seines rechten Armes anspannte, darum kämpfte, sein Schwert nicht den zitternden Fingern entgleiten zu lassen. Sie sah, wie er schluckte und mit sich rang, die hellen Augen weit aufgerissen.

„Ich bin Frieda“, sagte sie schließlich und der Mann gab ein Geräusch von sich, das klang, so wie sie sich das letzte gurgelnde Japsen eines Ertrinkenden vorstellte, drehte sich um und schwankte polternd durch ihren kleinen Flur in die kalte, nasse Dunkelheit hinaus.

Jamie knurrte noch immer, das Fell hochgesträubt. Der Chor sang:

„Eine heitre Abschiedsstunde! Süßen Schlaf im Leichentuch! Brüder – einen sanften Spruch Aus dem Todtenrichters Munde!“

Der Entsafter zischte, weil er zu vollgelaufen war und das Feuer war nur noch Glut. Frieda öffnete den Schlauch und ließ den Saft in eine Karaffe laufen. Dann legte sie einige Holzstücke in den Ofen und blies hinein, bis die Flammen wieder gierig an den Holzscheiten züngelten und leckten.

„Komm, Jamie“ sagte sie dann und ging, gefolgt von ihrem Hund, in den Flur, in dem ihre Jacken an der Garderobe hingen und ihre Schuhe im Regal standen. Schnell schlüpfte sie in die Gummistiefel und ihre warme Jacke, griff nach ihrer alten Taschenlampe und öffnete die Tür nach draußen. Regen prasselte ihr aus der Dunkelheit entgegen, sie zog die Kapuze ihrer Jacke tief über ihre Stirn und ging unbeirrt durch ihren Garten auf den anliegenden Wald zu. Das weiße Holztor schwang knarrend in seinen Angeln. Sie folgte dem Pfad, den sie vor etwas mehr als einem Jahr gegangen war, als sie auf den Makler wartete, der ihr das kleine Haus zeigen sollte.

Sie war viel zu früh gewesen und mit Jamie in den Wald gegangen, weil sie nicht im Auto sitzen und nervös eine Zigarette nach der anderen rauchen wollte und diesem Pfad gefolgt. Die behäbigen alten Buchen strahlten Ruhe und Gelassenheit aus. Dann hatte sie den Hügel gesehen und sich erinnert, einen Hinweis für ein Denkmal auf ihrem Weg zum Haus gelesen zu haben. Seltsamer und unbeschreiblicher Weise hatte sie ein tiefes Glücksgefühl empfunden, als sie das Hügelgrab entdeckte und eine Stimme in ihrem Inneren gehört, die sie bat, den Hügel nicht zu betreten. Aber natürlich war sie hingegangen und auch hinaufgestiegen. Sie war mit sanften, vorsichtigen Schritten darüber gegangen, behutsam, und hatte gesehen, dass dort einmal gegraben wurde und das Loch nur beiläufig zugeschüttet worden war. Wer wusste schon, ob es überhaupt Archäologen waren oder moderne Grabräuber oder Kinder. Der kleine Wald mit den alten Eichen und Buchen und dem schönen Hügelgrab erschienen ihr als ein wunderbarer und sehr friedlicher Ort, an dem sie bleiben wollte und so hatte sie, als der Makler endlich kam, kaum zugehört und nicht gezögert, das kleine rote Backsteinhaus zu kaufen.

Jetzt folgte sie dem Licht ihrer Taschenlampe. Vorsichtig schritt sie über das glitschige Herbstlaub und hörte nichts anderes als das Tosen des Sturmes in den alten Baumkronen. Es war nicht weit und der Grabhügel tauchte auf.

Ich muss jetzt etwas zu trinken haben, diese Geschichte braucht etwas Gutes. Ich greife nach der Flasche Graham's Tawny Port und fülle mein Glas unvernünftig voll. Ich spüre selbst, wie sich meine Nasenlöcher weiten, bei dem starken Duft, der mir entgegenschlägt. Es riecht nach Malz und Karamell, gemischt mit typischen Geruch des Weines. Die Geschmacksknospen in meinem Mund ziehen sich erwartungsvoll zusammen. Wie immer ist der erste Schluck der beste. Ich rolle den schweren Port hin und her und verteile ihn so genüsslich. Danach sauge ich an dem Stiel meiner Pfeife und der Geschmack des Rauches verbindet sich so angenehm mit dem würzigen Getränk.

Sie leuchtete den Hügel ab und dann sah sie ihn. Zusammengekauert saß er in der Mulde, die Arme um die nackten Knie geschlungen, den Kopf daraufgelegt. Sein Oberkörper schaukelte im strömenden Regen hin und her. Frieda leuchtete ein wenig an ihm vorbei, um ihn nicht zu blenden. Vor ihm lag das Schwert. Schließlich hob er den nassen Kopf und blickte sie an. Sie sahen sich in die Augen, ohne in der Dunkelheit den Blick des anderen erkennen zu können.

„Geh weg!“, sagte er schließlich mit rostiger Stimme. Frieda trat näher und streckte ihm ihre Hand entgegen.

„Komm mit“, sagte sie. Er sah sie, so trostlos und verzweifelt, wie ein Mensch nur schauen kann, an. Schweigend schaukelte er sich weiter vor und zurück. Frieda verharrte mit ausgestreckter Hand. Dann streckte er langsam und zögernd seinen Arm nach ihr aus, so als habe er Angst vor der Berührung.

Während der süße Port mich wärmt und tröstet, denke ich daran, wie sie von diesem Moment erzählte. Von diesem kurzen Moment, in dem sie glaubte, seine Hand müsse sich sehr kalt und, naja, was erwartet man von einem Handdruck eines Toten, tot, anfühlen und ihrem kurzen Unbehagen und von ihrer Überraschung, als die nassen, aber warmen Finger sich sehr kräftig um ihre Hand schlossen. Nie werde ich ihren Blick vergessen, mit dem sie mich ansah, als sie fortfuhr mir das Gefühl zu beschreiben, was sie dabei überkam: „Es fühlte sich an, als ob sich mein Körper mit seinem verbinde, als ob wir von diesem Moment an nicht zwei, sondern nur noch ein Blutkreislauf waren. In seinen Augen sah ich das gleiche Staunen, wie es mich durchfuhr“, sagte sie und zum ersten Mal verzog sich ihr Mund zu einem kleinen Lächeln und Liebe leuchtete aus ihren so traurigen Augen.

Der Mann ließ sich von ihr hochziehen, griff mit der linken Hand nach seinem Schwert und folgte nun gemeinsam mit ihr dem heimkehrenden Lichtkegel der Taschenlampe. Hand in Hand folgten sie dem schlammigen, glitschigen Pfad durch die Dunkelheit. Jamie schnüffelte um sie herum und der Wind riss an Ästen und heulte durch kahle Baumwipfel. Frieda zog den Unbekannten hinter sich her und er ließ es geschehen, wie ein vertrauensvolles Kind ließ er sich von ihr lenken. Das Gartentor ächzte und quietschte noch immer. Immer wieder schlug es gegen den Pfosten. Frieda stieß es energisch ins Schloss und legte die eiserne Kette darüber. In ihrer kleinen Diele streifte sie ihre Schuhe ab und hängte ihre Jacke zurück an den Haken. Jamies Handtuch, mit dem sie ihn gewöhnlicher Weise abtrocknete, bevor er mit in die Wohnung durfte, blieb unbenutzt. Sie zog ihren Gast durch den Flur, zur Treppe und bis ins Badezimmer hinauf, drückte ihn sanft auf den kleinen Schemel, der dort stand und öffnete den Wasserhahn ihrer Badewanne. Er betrachtete die Badewanne und das fließende Wasser, während sie überlegte, welchen Badezusatz sie hineingeben sollte und schließlich nach einem Lavendelöl, von dem sie hoffte, dass es eine entspannende Wirkung habe, griff und einen guten Schuss hineinspritzte. Der Mann saß ruhig und beobachtete sie, während der duftende Wasserdampf das Badezimmer erwärmte.

Mit der Hand fühlte sie, ob das Wasser auch nicht zu warm sei.

„Du kannst dich jetzt baden“, sagte sie und nickte in Richtung der Wanne. Und weil der Mann schweigend und reglos dasaß, begann sie ihm vorsichtig seine Kleidung vom Körper zu streifen, eine Art Tunika, die über eine weite Hose hing, wurde von einem Gürtel gehalten. Sorgsam legte sie die Sachen, die mit Erde und Blut verschmiert waren, beiseite. Ganz kurz überlegte sie, wie alt sie wohl waren und glitt sanft mit den Kuppen ihrer Finger darüber. Er ließ es geschehen und sah sie an.

Ihre Augen leuchteten noch mehr, als sie mir von seinen Augen erzählte, die sie fortwährend beobachteten und nicht von ihr wichen. „Ein bisschen Grün, ein bisschen Grau, ein bisschen Blau“, schwärmte sie, „Augen, so herrlich und grenzenlos wie der Himmel“, beschrieb sie die Augen, die auch ich kannte. Und wenn seine der Himmel waren, dachte ich, so waren ihre die Erde.

Dann lag er, von weichem Schaum umgeben, in der Wanne. Die Augen waren jetzt geschlossen und die Fäuste geballt. Frieda nahm einen Waschlappen und rieb sanft über seinen Körper.

Ein wunderbarer Körper, wie sie mir erzählte, stark, kräftig und muskulös, breit in den Schultern, ein flacher Bauch.

Sie sah, dass er sich langsam entspannte, die Fäuste sich öffneten und die Anspannung der Muskeln nachließ. Sie nahm etwas Shampoo und verteilte es auf seinem Kopf. Die Haare fühlten sich drahtig und gleichzeitig weich an. Erstaunt griff sie hinein. Der Mann in der Wanne stöhnte auf und dann sah sie die lange Wunde an seinem Hinterkopf, die ihn getötet hatte und die offensichtlich nur eilig gesäubert wurde, bevor er bestattet worden war. Vorsichtig kratzte sie mit ihren Fingernägeln ein wenig Schorf und Erde weg, dann massierte sie sanft seine Schläfen. Ihre Finger kreisten über den Wangenknochen und fuhren mit sanftem Druck über die gerunzelte Stirn.

„Ich bin gleich wieder da, ich hole nur etwas zu trinken“, murmelte sie und rannte, als sie aus dem Bad kam, schnell in die Küche. Sie setzte Wasser auf und holte ihren Rum aus der kleinen Speisekammer. Ein neues Scheit Holz in die Küchenhexe brachte das glimmende Feuer wieder zum Lodern. Dann nahm sie zwei Becher, füllte Zucker und Rum hinein, hängte Teebeutel dazu und goss das kochende und anschließend noch etwas kaltes Wasser darüber. Sie trug die Becher in ihr Badezimmer, in dem der Mann noch immer reglos in der Wanne lag.

Sie betrachtete ihn: Die hohen Wangenknochen, die grade Nase, die vollen, breiten Lippen, die ihm das Aussehen eines sinnlichen Mannes gaben.

„Trink etwas!“, sagte sie zu ihm. Er öffnete die Augen und wieder sah sie in den Himmel, in einen ruhigen, grau verhangenen Himmel. Sie hielt ihm den Becher hin, der doppelt so viel Rum und Zucker enthielt, wie ihrer und warnte, als er danach griff: „Vorsichtig, ist noch sehr heiß!“

Er nippte vorsichtig an dem Grog und Frieda sah die Freude über den kräftigen Alkohol in seinem Gesicht. Vielleicht auch etwas Überraschung, aber sicherlich Freude über das Getränk, das ihm nun heiß in den Körper rann und ihn entspannte. So saßen sie gemeinschaftlich schweigend in ihrem Bad und nippten an ihren Getränken. Schließlich stellte er seinen Becher beiseite und seine schweren Lider zeigten ihr seine Müdigkeit.

„Zeit, schlafen zu gehen“, sagte sie und wieder ließ er sich widerstandslos von ihr hochziehen und in das große Handtuch hüllen, das sie von der Heizung nahm. Sie rubbelte ihn vorsichtig trocken und führte ihn schließlich in ihr Schlafzimmer, wo er gehorsam in ihr breites Bett stieg und sich von ihr zudecken ließ. Der große Mann rollte sich zusammen wie ein kleines Kind und schloss seine Augen. Frieda staunte, dass ein so stark wirkender Mann so verwundbar und unschuldig aussehen konnte.

Sie setzte sich an den Bettrand und betrachtete ihn und als sie glaubte, er schliefe, sagte sie: „Hugo! Du bist Hugo!“

2.

Sie erwachte von dem Gefühl betrachtet zu werden und öffnete die Augen. Er blickte sie direkt an: „Andri“, sagte er dann, „ich bin Andri, der Sohn Arngrimurs, des Jarls von Haithabu!“ Seine Stimme klang rostig und knarrig, aber seine Augen blickten hell.

Mein Glas ist leer und die Pfeife ist aus. Beides bringe ich schnell in Ordnung und schäme mich ein wenig, ein zweites Glas Portwein zu trinken, während Frieda gleich den Frühstückstisch decken wird. Ich kann mich nicht auf den Fortgang von Friedas Erzählung konzentrieren, zu sehr bemüht sich mein Gehirn, sich zu erinnern, ob ich schon irgendetwas gelesen habe, das mit Hugos Fall vergleichbar wäre. Leider fällt mir nur die Inquisition ein und die letzte Hexenverbrennung im 18. Jahrhundert. Der armen Anna Göldin wurde der Kopf abgeschlagen, nachdem sie nach ausreichender Folter gestanden hatte, Magie genutzt zu haben. Irgendeine Form von „Magie“ musste Hugo auch besitzen, wie er hätte er sich sonst tausend Jahre halten können? Oder hatte er sich gar nicht gehalten, sondern neu materialisiert? Zu Anna Göldin gesellen sich nun noch Untote und Vampire in meinem Kopf. Natürlich weiß ich, dass das Quatsch ist, aber, wenn ich Hugo nicht gekannt hätte – würde ich dann Friedas Geschichte glauben? Mein Glaube hilft mir jedenfalls nicht weiter. Wie meine Kirche früher auf eine solche Geschichte reagiert hätte, das ahne ich wohl. Schließlich tat sie sich schon mit den Naturwissenschaften schwer.

Ich höre mich selbst seufzen und reibe meine Schläfen. Unsterblichkeit kann nur die Seele erreichen. Wie hat er das bloß gemacht? Oder was hat das gemacht? Oder wer? Ich greife wieder zu meinem Füller, in meinem Mund wälze ich den schweren Port hin und her und schreibe weiter. Vielleicht entwirren sich die Fäden meiner Gedanken noch.

Frieda zog ihre Decke enger um sich. Durch das geöffnete Fenster drang kalte Luft. „Andri“, sagte sie nachdenklich und betrachtete ihren Gast. „Jetzt bist du nicht mehr der Jarlssohn aus Haithabu. Es ist viel Zeit vergangen!“

Hugos Augen waren heute Morgen sehr grün, stellte sie fest. Dann traute sie sich, es auszusprechen: „Es müssen ungefähr tausend Jahre seitdem vergangen sein.“ Sie zögerte etwas: „Weißt du, was ein Jahr ist?“ In Hugos Augen zog dunkelgrauer Sturm auf: „Natürlich weiß ich, was ein Jahr ist. Alle Jahreszeiten zusammen!“

Die zwei lagen sich gegenüber und starrten sich an. „Wie…..“, begann Frieda. Wie fragt man jemanden, der vor tausend Jahren gelebt hat und nun neben einem im Bett liegt, wie das geschehen konnte, fragte sie sich selbst.

„Ich weiß nicht, wie!“ Hugos Stimme klang wie das Knurren eines Hundes. Die gerunzelte Stirn zeigte ihr, wie sehr er nachdachte.

„Du musst von hinten erschlagen worden sein“, half sie ihm „und irgendjemand hat dir dieses prächtige Grab gebaut.“

„Nein!“, sagte Hugo entschieden. „Das ist nicht mein Grab! Das Grab war schon sehr lange vor mir da. Vielleicht ist es auch gar kein Grab, sondern ein sehr heiliger Ort. Ich bin nur in Eile dazu gelegt worden. Wir sind überfallen worden und waren auf der Flucht. Es waren so viele“, stöhnte er plötzlich. Frieda ließ ihm Zeit, sich zu besinnen. „Und dann?“, fragte sie.

„Und dann war ich tot!“, murrte er und fasste mit der rechten Hand an seinen Hinterkopf. Seine Augen waren dunkel.

Mir fällt die Aussage Hugos wieder ein. Ein sehr heiliger Ort. Das muss ich nachlesen. Während meiner Rechner hochfährt, nehme ich einen weiteren Schluck Port. Minuten später weiß ich, dass Hugo ungefähr viertausend Jahre nach der Entstehung des Grabhügels tatsächlich dazugelegt worden sein musste. Über die Kultur und den Glauben dieser Menschen, die den Grabhügel errichtet haben, weiß ich nichts.

„Hast du Hunger?“ Frieda wollte Hugo ablenken. Die Erinnerung würde schon noch kommen.

Hugo nickte. „Dann mach ich jetzt Frühstück“, beschloss Frieda. Sie zögerte einen Moment lang aufzustehen, da sie wie immer völlig nackt unter ihrer Decke lag. Schließlich zog sie die Decke beiseite und erhob sich. Hugo hatte sich schließlich gestern von ihr baden lassen. Schnell schlüpfte sie in ihre Unterwäsche, während Hugo sie betrachtete.

Während Frieda also in ihre Küche eilt und ihren Kühlschrank plündert, um dem Wikinger ein ordentliches Frühstück zu bereiten, greife ich schon wieder zu meinem Glas. Drei Dinge gilt es festzuhalten. Erstens: Hugo oder besser Andri lag in einem Grab einer ca. fünftausend Jahre alten Kultur, von der wir nicht wissen, an welche Götter sie geglaubt hat. Zweitens: Andri selbst gehört zu den Wikingern und glaubte demnach an die nordischen Götter, wenn nicht drittens: Andri bereits christianisiert war und an unseren Gott glaubte.

Meine Schläfen pochen und ich bohre meine Fingerknöchel in meine Augenhöhlen und reibe kräftig. Jetzt pochen meine Schläfen noch mehr und ich beschließe, für heute aufzuhören, obwohl ich große Angst habe, Details des Gehörten zu vergessen.

Bevor ich den Entschluss fasse, mich für die nächsten Tage krank zu melden, was ich, ohne wirklich krank zu sein, noch nie getan habe, notiere ich noch schnell, dass drittens ausfällt. Frieda hatte mir später erzählt, dass zwar schon Mönche in Haithabu waren, als Andri dort lebte, die Wikinger aber während seiner Lebzeiten kein Interesse an diesem Glauben zeigten.

Ich gehe mit der Frage schlafen, warum es einer göttlichen Macht gefallen hat, Andri über tausend Jahre später zurückzuschicken? Und ich gehe mit dem Wissen schlafen, dass ich eine entscheidende Frage ausgelassen habe. Die Frage, die ich mir als protestantischer Pastor nicht stellen darf…..

Frieda klapperte in ihrer Küche mit dem Geschirr. Jamie hatte sie, wie jeden Morgen, in den Garten gelassen und seinen Futternapf gefüllt. Es war ein grauer Morgen, trübe und regnerisch. Kräftiger Wind blies die Wolken landeinwärts und ließ manchmal ein kleines Stückchen Himmel sehen. Frieda stand in der offenen Tür und blickte über das weite Land. In ihrem Bett lag ein fremder Mann, der von sich behauptete, ein Wikinger aus Haithabu zu sein, ein Jarlssohn gar. Sie starrte in die Ferne und stellte fest, dass sie ihm glaubte, dass sie ihm schon geglaubt hatte, als er in ihrer Küche stand und noch kein Wort gesagt hatte. Sie seufzte ein wenig und ging, gefolgt von Jamie, in die Küche zurück. Sie hatte noch gekochte Kartoffeln gefunden und Speck. Beides briet sie nun, während die Kaffeemaschine gluckerte und ein duftendes Versprechen äußerte. Sie öffnete gerade den Kühlschrank, um ein paar Eier zu suchen, als Hugo plötzlich in der Küche stand. Völlig nackt. „Gott sei Dank habe ich noch Eier“, plapperte sie los, ihre Verlegenheit dahinter verbergend. „Gott sei Dank?“, wiederholte Hugo, während seine Augen schauten und sein Kopf sich offenbar bemühte, alles, was gerade in der Küche geschah, zu verstehen. „Ist es das, was die Menschen jetzt glauben?“

Frieda hatte plötzlich das Gefühl, ihre Küche aus seinen Augen zu betrachten – ein Gefühl, das sie kannte, das ihr vertraut war. Besonders, wenn Menschen sie zum ersten Mal besuchten, schien es ihr immer so, als sähe sie nun alles aus den Augen ihres Gastes. Oft genug war es ein Schmutz, den sie übersehen oder ignoriert hatte. Oder eine Spinnenwebe, die angeblich signalisierte, dass sie ein angenehmes, gesundes Raumklima hatte. Heute sah sie vor allem ihre elektrischen Geräte, mit denen die Küche ausgestattet war.

„Was meinst du damit?“, fragte sie noch immer verlegen, während Hugo die Kaffeemaschine beobachtete. „Du hast Gott gesagt und nicht den Göttern“, stellte er fest. „Es kamen manchmal Menschen nach Haithabu, die von dem einen Gott sprachen. Ist es der?“

„Ja, das kann sein, nein, das ist so!“, korrigierte sie sich. „Wir glauben heute an Gott, sofern wir überhaupt glauben und seinen Sohn, Jesus Christus.“ „Alle Menschen?“, fragte Hugo und sie hörte seine Sehnsucht, dass sie ihm etwas Anderes erzählen würde, in seiner Stimme. „Der größte Teil der Menschen sind Christen. Also nein, der größte Prozentsatz sind Christen, also von denen, die glauben, sind die meisten Christen. Aber es gibt auch noch Menschen, die an die alten Götter glauben“, ergänzte sie schnell. „Ach, Hugo, heute ist alles so anders als es bei dir war!“

Sie sah ihren nackten Gast an und fand, dass er Kleidung brauchte. Während sie ihre Bratkartoffeln wendete, betrachtete sie ihn. Er war kräftig gebaut und groß, wenn auch nicht riesig. Ein stattlicher, muskulöser Mann mit drahtigen, rotbraunen Locken und einigen Narben auf seiner glatten, fast haarlosen Haut.

„Pass du mal auf, dass die Kartoffeln nicht anbrennen!“, sagte sie und drückte ihm den hölzernen Kochlöffel im Vorübergehen in die Hand. Sie ging in ihr Schlafzimmer und öffnete die Tür ihres Kleiderschrankes. Etwas anderes als eine Jogginghose fand sie nicht, dazu griff sie nach ihrem größten Pullover, einem Erbstück von ihrem Vater, den sie nur trug, wenn Kummer und Einsamkeit Überhand nahmen. Damit eilte sie in die Küche zurück.

Hugo stand vor dem geöffneten Kühlschrank und hielt den Kochlöffel hinein. „Das ist kalt“, sagte er zu ihr. „Ist das immer so kalt da drinnen?“ „Das ist ein Kühlschrank“, antwortete sie und nahm ihm schnell den Kochlöffel aus der Hand, um ihr Frühstück zu retten. Dann reichte sie ihm ihre spärliche Ausbeute an Kleidung. „Etwas anderes habe ich leider nicht.“

Er griff danach. „Wie geht das, dass es immer kalt ist?“ Frieda dachte nach. „Das ist ein elektrisches Gerät, es braucht Strom“, erklärte sie und zeigte auf das Kabel der Kaffeemaschine. Sie zeigte auf die Küchenlampe und den Herd. „Das sind alles elektrische Geräte, die nur mit Strom funktionieren.“ Dann zuckte sie bedauernd mit den Schultern. „Aber wie genau das funktioniert, das weiß ich nicht.“ Er sah sie erstaunt an. „Aus diesen kleinen Dosen kommt Strom“, sagte sie und zeigte auf eine Steckdose. „Wenn man ein Gerät daran anschließt, funktioniert es“, versuchte sie es noch einmal. „Strom ist so etwas wie Energie oder Kraft, wir müssen das nur nicht selbst machen, es wird woanders gemacht und kommt durch diese kleinen Leitungen zu uns.“ Hugo betrachtet die Lampe und den Herd, während er in die Jogginghose stieg, die ihm zwar oben herum passte, seine Beine aber nur bis zur Wade bedeckte. „Und du weißt wirklich nicht, wie das funktioniert?“, fragte er. Frieda meinte Missbilligung aus seiner knarrenden Stimme zu hören.

„Nein!“, antwortete sie. „Das weiß ich nicht so genau, das wissen die meisten Menschen nicht!“ „Aber wie kannst du etwas benutzen und nicht wissen, wie es funktioniert?“

Frieda seufzte. Sie dachte an ihr Auto, an Flugzeuge und ihr Handy. „Wir benutzen ständig Dinge, von denen wir nicht wissen, wie sie funktionieren“, erklärte sie ihm und verteilte die Bratkartoffeln auf den zwei Tellern auf ihrem alten Küchentisch. „Es gibt so unglaublich viele Dinge auf der Welt, die es früher nicht gab“, versuchte sie es weiter und schlug die Eier in die Pfanne, „die Menschen können nicht alles wissen oder können. Es gibt immer welche, die etwas Bestimmtes können – aber nie alles. Bei euch gab es doch sicher auch Menschen, die etwas besser konnten, als andere – oder?“

Hugo betrachtete sie nachdenklich. „Aber ich weiß trotzdem, wie es geht“, sagte er dann. „Mir scheint das sehr gefährlich, wenn ihr nicht versteht und wisst, was ihr macht. Die, die es können, müssen sehr viel Macht haben!“, stellte er dann fest. Die Ränder der Spiegeleier waren knusprig braun und Frieda legte ihm drei auf seine Bratkartoffeln. Sie stellte die Pfanne beiseite und holte Besteck aus der Schublade.

Hugos nackte Arme ragten aus dem Pullover, er griff nach der Gabel und betrachtete sie. Frieda setzte sich ihm gegenüber an den Tisch. „Ja, sagte sie, „Wissen bedeutet auch heute noch Macht!“

Vor mir auf dem Schreibtisch dampft eine Tasse Kaffee. Einmal wieder denke ich an meine Kirche und daran, wie sie Jahrhunderte lang mit ihrem Wissen geizte. Ich denke an Kopernikus, der Domherr war und Astronom und die Erde und damit das Weltbild, die Erde stünde im Mittelpunkt des Universums, beiseite rückte durch seine Forschungen im 16. und 17. Jahrhundert. Und dann erinnere ich mich an Giordano Bruno, der Kopernikus` Forschungen als Grundlage nahm für seine Theorie des unendlichen Weltalls, das unendlich viele Sonnen enthalte. Da er aus seinem Wissen resultierend die heilige Dreieinigkeit abstritt, wurde er im Jahr 1600 als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Ich nehme einen großen Schluck Kaffee und lehne mich zurück. Ich denke daran, wie schnell Hugo durchschaut hatte, dass Wissen Macht bedeutet und überlege, aus welcher Motivation meine Kirche, auch wenn ich Protestant bin, so viele naturwissenschaftlichen Erkenntnisse zurückgewiesen hatte. Mit dem heißen Kaffee im Mund komme ich zu dem Ergebnis, dass es dafür nur einen Grund gegeben haben konnte: Die Angst vor dem Verlust der Autorität! Die Angst vor Machtverlust. Ich greife nach meiner Pfeife und stopfe sie mit dem alten Tabak. In wohltuenden Rauch gehüllt, erinnere ich mich auch an Galilei und seinen Schachzug, seine Lehre auf Italienisch zu veröffentlichen und nicht in Latein und damit einer Mehrheit bekannt und verständlich zu machen. Um nicht ebenfalls auf dem Scheiterhaufen zu brennen, musste er seine Lehre widerrufen.

Frieda spießte einige Bratkartoffeln auf und tunkte sie in das flüssige Gelb ihres Spiegeleis. „Wie heißt das?“, fragte Hugo auf die Gabel nickend und dann lächelte er, das erste Mal seit er hier aufgetaucht war, ein wenig und sagte: „Teile deine Macht mit mir, Frieda!“ Sie lächelte zurück. „Das ist eine Gabel und nein, ich weiß nicht, seit wann sie gebräuchlich ist. Noch nicht!“ Sie zog ihr Handy aus der Hosentasche und gab bei Google „Gebrauch der Gabel“ ein. Dann las ihm vor, was dort stand: „Der allgemeine Gebrauch der Gabel begann im 19. Jahrhundert mit dem Beginn der Industriellen Revolution.“ Während er auf ihr Handy starrte, überlegte sie, wie sie ihm das erklären könnte und beließ es schließlich mit: „Ungefähr neunhundert Jahre nach Andri“ bei einer leichten Erklärung.