Hüterin des Waldes 1: Hannas Geheimnis - Mona Larch - E-Book

Hüterin des Waldes 1: Hannas Geheimnis E-Book

Mona Larch

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Beschreibung

Das magische Abenteuer kann beginnen! Hanna könnte platzen vor Freude! Mit ihren Eltern zieht sie in das alte Haus am Waldrand, das einst Oma Hilda gehörte. Dort wartet eine ganz besondere Aufgabe auf sie: Als Hüterin des Waldes liegt es an Hanna, für die Tiere zu sorgen, wann immer sie Hilfe brauchen. Schon bald entdeckt sie im Gras einen verletzten Vogel. Um ihn wieder gesund zu machen, muss sie eine magische Tinktur zusammenmischen. Doch wo findet sie nur all die Zutaten dafür? Zum Glück bekommt sie Unterstützung von Flitz. Das Wiesel hat nicht nur stets einen frechen Spruch auf den Lippen, sondern erweist sich auch als wahrer Freund. Band 1: Hannas Geheimnis Band 2: Häschen in Not

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Mona Larch

Hüterin des Waldes. Hannas Geheimnis

Hanna könnte platzen vor Freude! Mit ihren Eltern zieht sie in das alte Haus am Waldrand, wo eine besondere Aufgabe auf sie wartet: Als Hüterin des Waldes muss sie für die Tiere sorgen, wann immer sie Hilfe brauchen. Schon bald findet sie einen verletzten Vogel. Um ihn wieder gesund zu machen, muss sie eine magische Tinktur zusammenmischen. Zum Glück bekommt sie Unterstützung von ihrem neuen Freund Sprig, dem sprechenden Wiesel!

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Hanna saß neben ihren Eltern auf dem Vordersitz des Umzugstransporters. Vor lauter Aufregung kribbelte ihre Haut. Gemeinsam mit ihren Eltern zog sie nämlich in das schöne Städtchen Walder, aus dem ihre Großmama Hilda stammte. Hanna fand die Besuche bei ihrer Großmutter immer ganz wunderbar. Sie hatten so viel Spaß zusammen gehabt! Doch nun wurde ihr schwer ums Herz, denn sie dachte wieder daran, dass Großmama Hilda nicht mehr da war. Sie war letztes Jahr gestorben und Hanna vermisste sie immer noch schrecklich.

Der Transporter bog auf eine Landstraße ab. »Schau mal, dort drüben sind die Ställe!«, sagte ihre Mum.

Hanna lächelte. Sie hatte zwei Pferde entdeckt, die unter einem Baum weideten. Eines von ihnen hatte glänzendes schwarzes Fell und schlug mit seinem langen Schweif. Das andere war kastanienbraun.

»Da sind unsere Freunde, Mr Midnight und Mr Hazel!«, rief sie.

»Was? Wo?«, wollte ihr Vater wissen.

»Dort drüben, auf der Koppel.« Hanna deutete auf die Pferde. »Großmama und ich haben sie immer gefüttert.«

»Ich dachte, du sprichst von Menschen!«, sagte ihr Dad und lachte.

Hanna lachte auch. Großmama Hilda hatte mit den Pferden geredet, als wären sie Menschen. »Der gute alte Mr Midnight kann ein ganz schöner Griesgram sein«, hatte sie Hanna erklärt, als sie das erste Mal auf dem Reiterhof zu Besuch waren. »Aber wenn du ihm was zu fressen gibst, dann ist er für immer dein Freund.« Und tatsächlich, nachdem sie ihm die Leckerli gefüttert hatte, begrüßte Mr Midnight Hanna immer mit einem freudigen Wiehern. Sie seufzte. Von nun an musste sie die Pferde alleine oder mit ihren Eltern besuchen.

Kurz darauf erreichten sie das Ende der Landstraße und bogen auf einen schmalen Weg ab. In der Ferne wirkte der Kiefernwald wie eine hohe grüne Mauer vor dem hellblauen Himmel.

»Seht mal.« Hannas Mutter zeigte auf ein Schild mit der Aufschrift WILLKOMMENINWALDER. »Wir sind fast da.«

»Alles in Ordnung, mein Schatz?«, fragte ihr Dad. »Freust du dich auf dein neues Zuhause?«

Wieder war Hanna glücklich und traurig zugleich. Sie zogen in Großmama Hildas altes Haus. Hanna liebte es mehr als jedes andere Haus, in dem sie je gewesen war. Es gab dort verwinkelte Treppen, gemütliche Kamine und alte Holzbalken. Und das Beste: Es lag mitten im Wald!

Ihre Freunde in der Stadt würde Hanna aber schon vermissen. Noch waren Sommerferien, doch in ein paar Wochen musste sie dann hier zur Schule gehen. Trotzdem würde es toll sein, im Wald zu wohnen. Sie wünschte sich nur, Großmama Hilda wäre immer noch da. Hannas Augen füllten sich mit Tränen, und sie drückte ihre Tasche fest an die Brust. Darin befanden sich all die Briefe, die ihre Großmutter ihr im Lauf der Jahre geschrieben hatte.

Sie fuhren durch die kurvenreichen Sträßchen von Walder und Hanna schaute sich die Häuser auf beiden Seiten an. Ob eines davon vielleicht Hildas Freunden gehörte, von denen sie in ihren Briefen erzählt hatte? Sie hatten lustige Spitzamen wie Flitz oder Pelzer. Großmama schrieb oft, dass Flitz zum Abendessen da gewesen war. Er klang nach einem netten Kerl. Während Hannas Besuchen hatte er leider nie vorbeigeschaut. Sie fragte sich, ob sie ihn jetzt wohl endlich kennenlernen würde, wenn sie auch in Walder lebte.

Die Familie erreichte den Waldrand und Hanna sah zu den Bäumen hinauf. Die Zweige winkten wie Arme im Wind und erinnerten sie an Riesen aus einem Märchen. Bäume und Gebüsch wuchsen dicht und der Geruch der Kiefern erfüllte den Transporter. In ihren Briefen hatte Hilda erwähnt, dass sie vom Morgengrauen bis zur Abenddämmerung in den Wäldern unterwegs gewesen war – bis ihr Schatten ganz lang wurde. Unter den hohen Bäumen war es aber so dunkel, dass Hanna sich fragte, wie man seinen Schatten überhaupt sehen konnte.

»Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, dass hier alles so verwildert war«, sagte ihr Dad. Dornengestrüpp kratzte an der Seite des Transporters entlang.

Ein Eichhörnchen huschte den dicken Stamm einer Eiche hinauf und von irgendwo weit oben hörte Hanna den typischen Ruf eines Spechts. Großmama Hilda hatte Hanna viel Wissenswertes und Wundervolles über die Natur beigebracht. Zum Beispiel dass manche Enten mit einem offenen Auge schlafen.

Durchs Autofenster sah Hanna ein Rotkehlchen vorbeifliegen. Sie winkte ihm nach. Als sie einmal in den Weihnachtsferien bei ihrer Großmutter gewesen war, kam jeden Tag ein kleines Rotkehlchen, um sich etwas aus der Futterschale im Garten zu holen. Großmama meinte, wenn man einem Rotkehlchen einmal was zu fressen gab, würde es den ganzen Winter über wiederkommen. Hanna fragte sich, ob es wohl dasselbe Rotkehlchen war.

Schließlich erreichten sie das Ende der Holperstraße und Großmama Hildas Haus war zu sehen.

Mit seinem schrägen Dach und dem krummen Kamin wirkte es windschief. Das mochte Hanna besonders daran! Wie der Rest des Waldes war auch der Garten vor dem Haus völlig verwildert. Der Fußweg war zwischen den Unkrautbüscheln kaum noch zu erkennen. Hanna betrachtete die alte Haustür mit dem Messingklopfer in Form einer riesigen Eichel. Sie seufzte. Normalerweise wäre in diesem Moment die Tür aufgerissen worden und Großmama Hilda hätte sie begrüßt.

Heute nicht.

Hanna sah zu dem Haus auf der anderen Seite der Lichtung hinüber. Es war kleiner als das ihrer Großmutter und völlig überwuchert: An den Wänden rankte sich Efeu hinauf und die Bäume neigten sich über den Garten, als wollten sie ihn verschlucken. Das Haus gehörte früher einem alten Mann namens Mr Brown, aber Hanna konnte sich nicht vorstellen, dass jetzt noch jemand dort lebte … bis sie in einem der Fenster oben im Giebel eine Bewegung wahrnahm. Vielleicht stand es ja doch nicht leer.

»So, dann wollen wir mal einziehen!«, sagte ihr Dad. Er lächelte zwar, aber seine Augen glänzten feucht. Großmama Hilda war seine Mutter gewesen. Bestimmt ist er auch glücklich und traurig zugleich, dachte Hanna.

Sie stiegen aus. Hannas Mum schloss die Haustür auf und ihr Dad lud schon mal die Umzugskartons aus.

Hanna nahm einen davon und trug ihn in den dunklen Hausflur. Sie ging die schmale Treppe hinauf. Hildas Schlafzimmer würde nun das Zimmer von Hannas Eltern sein. Sie kam am Bad vorbei und stieg dann eine noch engere Treppe hinauf ins Dachgeschoss. Dort stellte sie den Karton ab und sah sich um. Es war kalt im Zimmer und auf dem Fensterbrett lag eine dicke Staubschicht. Aber durch die schrägen Zimmerdecken und das Rautenfenster war es sehr gemütlich.

Hanna ging wieder nach unten. Schnaufend und keuchend trugen ihre Eltern das Sofa ins Wohnzimmer. Hanna kicherte und schob sich an ihnen vorbei nach draußen. Sie wollte gerade einen weiteren Karton aus dem Transporter holen, da sah sie Mr Brown am Gartentor seines Hauses stehen. Also wohnte er doch noch hier! Er trug eine alte, ausgebeulte Hose und eine Strickjacke. Seine buschigen grauen Haare und Augenbrauen wucherten in alle Richtungen, genau wie die Brombeerranken in seinem Garten.