Hüterin des Waldes 3: Theater mit Familie Igel - Mona Larch - E-Book

Hüterin des Waldes 3: Theater mit Familie Igel E-Book

Mona Larch

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Beschreibung

Vorhang auf für ein neues Abenteuer! Hannas Klasse probt ein Theaterstück für das Erntedankfest im Dorf. Das Beste daran: Die Requisiten dafür darf sie mit ihren Klassenkameraden im Wald sammeln! Von einem alten Baumstamm sind die Kinder besonders begeistert – zumindest so lange, bis eine wütende Igelfamilie aus dem hohlen Stamm tapst. Nun muss Hanna nicht nur die stacheligen Freunde besänftigen, sondern auch ein neues Zuhause für sie finden. Da hilft nur ein Blick in Großmama Hildas magisches Buch. Und natürlich die Ratschläge von Flitz, dem frechen Wiesel! Eine warmherzige Abenteuergeschichte ab 8 - mit Herz, Witz und einem Hauch von Magie. Mit liebevollen Bildern von Julia Walther.  Band 1: Hannas Geheimnis Band 2: Häschen in Not Band 3: Theater mit Familie Igel Band 4: Spuren im Schnee

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Mona Larch

Theater mit Familie Igel

Hannas Klasse probt ein Theaterstück für das Erntefest. Das Beste daran: Die Requisiten dürfen die Kinder im Wald sammeln! Über einen alten Baumstamm freuen sie sich ganz besonders – zumindest so lange, bis eine wütende Igelfamilie aus dem hohlen Stamm tapst. Nun muss Hanna nicht nur die stacheligen Freunde besänftigen, sondern auch ein neues Zuhause für sie finden. Da hilft nur ein Blick in Großmama Hildas magisches Buch. Und natürlich die Ratschläge von Flitz, dem frechen Wiesel!

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Hanna betrat mit ihren Mitschülern das Klassenzimmer und begrüßte ihre Lehrerin Mrs Beck mit einem Lächeln.

»Setzt euch bitte. Ich habe aufregende Neuigkeiten«, sagte Mrs Beck. Sie verließ ihren Platz vorne an der Tafel und machte einen Schritt auf die Schülerinnen und Schüler zu. Schnell nahm Hanna zwischen ihren beiden Freunden, Felix und Katie, Platz. »Diese Woche beginnen die Vorbereitungen für das Erntefest hier in Walder.«

»Hurra!«, freute sich Felix.

»Das Erntefest ist echt toll«, flüsterte Katie. »Es gibt Verkaufsstände und Spiele und leckeres Essen. Das Geld wird dann für einen guten Zweck gespendet. Leute machen Musik und es wird ein großes Herbstfeuer entzündet!«

Hanna wurde ganz kribbelig vor Aufregung. Bevor sie mit ihren Eltern in die kleine Ortschaft Walder gezogen war, hatten sie in der Stadt gewohnt. Da war sie auf eine viel größere Schule gegangen. Bei einem Erntefest hatte sie noch nie mitgemacht.

»Natürlich wird es auf der Dorfwiese auch wieder das Herbstfeuer geben«, fuhr Mrs Beck fort. »Und außerdem werden wir dieses Jahr ein Theaterstück aufführen!«

Hanna jubelte gemeinsam mit ihren Klassenkameraden. Ihr gefiel es an ihrer neuen Schule so gut! Inzwischen konnte sie sich kaum noch vorstellen, dass es am Anfang ziemlich schwierig für sie gewesen war.

»Mrs Beck, worum geht es in dem Theaterstück?«, wollte Ethan wissen.

»Es handelt von zwei Geschwisterkindern, die im Wald nach einer Hexe suchen. Die hat nämlich den Bauernhof der Familie verzaubert«, antwortete Mrs Beck.

»Klingt gruselig!« Katie kicherte.

»Wenn es nur zwei Kinder sind, was sollen wir anderen dann spielen?«, fragte Felix.

»Eine von euch wird die Hexe sein«, antwortete Mrs Beck. Sie verteilte die Texthefte. »Ihr anderen werdet Bäume oder sprechende Tiere spielen. Und alle werden mithelfen müssen, die Kostüme und das Bühnenbild zu basteln.«

»Ich wünschte, Tiere könnten tatsächlich sprechen«, seufzte Felix.

Hanna musste sich ein Grinsen verkneifen. Wenn sie ihm doch nur die unglaubliche Wahrheit verraten könnte!

»Gleich auf der ersten Seite seht ihr, welche Rolle ihr spielen dürft.« Mrs Beck reichte Felix einen zusammengehefteten Papierstapel.

»Ich bin ein sprechender Baum!«, rief er.

Als Nächstes gab Mrs Beck Katie ihren Text.

»Ich spiele die Hexe!«, freute sie sich.

»Wie toll!«, sagte Hanna. Theaterspielen hatte ihr immer schon Spaß gemacht. Aber zum ersten Mal in ihrem Leben hoffte sie nur eine kleine Rolle zu bekommen.

Ich hab im echten Wald genug zu tun!, dachte sie. Ich muss mich um den Kräutergarten kümmern, die Tiere besuchen, ihnen bei den Vorbereitungen für den Winter helfen, nach Lebewesen Ausschau halten, die meine Hilfe oder Zaubermedizin brauchen … als Hüterin des Waldes wird einem wirklich nicht langweilig!

Bevor Hanna und ihre Eltern in Großmama Hildas Haus mitten im Wald gezogen waren, hatte Hanna nichts von Hildas magischem Geheimnis gewusst: Ihre Großmutter war eine Hüterin des Waldes gewesen und hatte sich um die Tiere und Pflanzen gekümmert. Und nun war Hanna die neue Hüterin. Sie hatte einen ganz besonderen, tierischen Freund, der tatsächlich mit ihr sprechen konnte: ein freches Wiesel namens Flitz!

»Hier, für dich, Hanna.« Mrs Beck reichte auch ihr einen Text.

Hanna sah, dass sie Schneeweiß spielen sollte, eine Eule. Warum konnte ich nicht die Rolle eines Tieres bekommen, das mich mag? Sie kicherte in sich hinein, als sie an Grauschwinge dachte. Die griesgrämige alte Schleiereule lebte im Wald und gab sich immer größte Mühe, Hannas Pläne zu durchkreuzen. Grauschwinge glaubte nämlich, ein »Küken« wie Hanna wäre zu jung, um Hüterin des Waldes zu sein. Hanna aber war fest entschlossen ihr das Gegenteil zu beweisen. Sie konnte es kaum erwarten, Flitz zu erzählen, dass sie die Eule spielen würde!

»Hanna, warte mal!« Am Ende des Schultages kam Felix zu Hanna gelaufen.

»Ich esse heute bei meinem Großvater zu Abend«, sagte er. »Wir können also zusammen gehen.«

»Cool.« Hanna mochte es sehr, wenn Felix seinen Großvater, Mr Brown, besuchte. Der wohnte nämlich im Haus neben dem von Hanna und ihren Eltern. Sie wünschte nur, Mr Brown wäre so nett wie sein Enkel. Stattdessen war er immer schlecht gelaunt, genau wie Grauschwinge!

Hanna und Felix spazierten quer über den Schulhof, der bis zum Waldrand reichte. Ein Tor im Zaun führte direkt auf einen der Waldwege hinaus. Hohe Bäume bildeten mit ihren Ästen ein Dach über ihren Köpfen. Sobald sie den Schulhof hinter sich ließen, roch es wunderbar nach Kiefernholz und die Blätter raschelten unter ihren Füßen. Durch die Baumkronen fielen die letzten Sonnenstrahlen und färbten das Laub auf dem Weg golden.

»Sollen wir unterwegs unsere gemeinsame Szene üben?«, schlug Hanna vor.

»Au ja!« Felix holte seinen Text aus dem Rucksack. Auch Hanna fischte ihren heraus.

»Aber pass auf, dass du dabei nicht über die Wurzeln stolperst«, warnte Hanna.

»Noch ein Grund, den Text so schnell wie möglich auswendig zu lernen«, meinte Felix und lachte.

Hoch über ihren Köpfen gurrte eine Taube und auch einige Krähen waren zu hören. Die Vögel bereiteten sich allmählich auf die Abendruhe vor.

»Hier steht, dass ich als Eule auf einem hohlen Baumstamm lande«, sagte Hanna, die in ihren Text schaute. »Wäre es nicht lustig, wenn ich mich auf dich draufsetzen würde?«

»Äh, ich bin kein hohler Baumstamm. Ich bin eine mächtige Eiche«, antwortete Felix stolz und streckte die Brust raus.

Hanna lachte. Wenn Felix wüsste, dass sie tatsächlich mit einer mächtigen Eiche befreundet war! Also, soweit man eben mit etwas befreundet sein konnte, das weder sprechen noch sich bewegen konnte. Dieser Baum hieß Großvater Borke und wuchs neben Großmama Hildas Kräutergarten.

»Schu-huuu!«, rief Hanna leise. So stand es in ihrem Text. Sie war fest entschlossen eine freundliche Eule zu sein – im Gegensatz zu Grauschwinge, die gerne wütend zischte.

»Guten Abend, Schneeweiß!«, erwiderte Felix mit dröhnender Stimme. »Wie geht es dir?«