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In "Hymnen für die Erde" entfaltet Walt Whitman seine poetische Vision einer tiefen Verbindung zwischen Mensch und Natur. Der lyrische Stil des Buches ist geprägt von freiem Versmaß und einem unkonventionellen Umgang mit Sprache, wodurch die Gedanken und Gefühle des Autors direkt und kraftvoll zum Ausdruck kommen. Whitmans Werk ist nicht nur eine Hommage an die Schönheit der natürlichen Welt, sondern auch ein Aufruf zur Achtsamkeit und Verantwortung gegenüber unserer Umwelt. Inmitten der industriellen Revolution ermutigt er den Leser, die spirituelle Dimension der Erde zu erkennen und ihre Wunder zu schätzen. Walt Whitman, einer der bedeutendsten amerikanischen Dichter des 19. Jahrhunderts, war ein unermüdlicher Verfechter der Demokratie und menschlichen Individualität. Seine Erlebnisse und seine tiefe Verbundenheit mit der Natur prägten seine poetische Stimme. "Hymnen für die Erde" reflektiert Whitmans Überzeugung, dass die Natur nicht nur eine Kulisse für das menschliche Leben ist, sondern ein integraler Bestandteil unserer Existenz und Identität. Dieses Werk ist auch das Resultat seiner Beobachtungen der sozialen und politischen Umwälzungen seiner Zeit, die in seinen Gedichten lebendig werden. Dieses Buch ist eine unverzichtbare Lektüre für alle, die sich für die Verbindung von Lyrik und Ökologie interessieren. Whitmans leidenschaftliche Worte laden den Leser ein, sich mit der Schönheit und Fragilität der Erde auseinanderzusetzen. "Hymnen für die Erde" ist nicht nur ein literarisches Meisterwerk, sondern auch ein eindringlicher Appell an das Bewusstsein für unseren Planeten, der in der heutigen Zeit nicht aktueller sein könnte.
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Veröffentlichungsjahr: 2025
Schließt eure Türen nicht vor mir, ihr stolzen Büchereien, Denn was auf euren wohlgefüllten Borden fehlte, doch dringendst nötig war, das bring ich. Auftauchend aus dem Streit, hab ich ein Buch gemacht, Des Worte nichts sind, doch alles dessen Trift und Trieb, Ein Buch für sich, den andern unverbunden und dem Verstande nicht erfühlbar,
Künftige Dichter, Redner, Sänger, Musiker kommender Zeit! Nicht das Heute rechtfertigt mich, noch kann es antworten, wofür ich bin, Aber ihr, ein neues Geschlecht, eingeboren, muskelstark, festländisch, größer als Vorgekanntes, Erhebt euch! Denn ihr müßt mich rechtfertigen! Ich selber schreibe ja nur ein aufzeigendes Wort oder zwei für die Zukunft, Ich trete ja nur vor für einen Augenblick und eile zurück in die Dunkelheit. Ich bin ein Mensch, der so hinschlendert, nie anhält, euch nur manchmal einen Blick zuwirft und dann sein Gesicht wegwendet, Es euch überläßt, zu beweisen und zu bestimmen,
Aus geh ich vom fischförmigen Paumanok, wo ich geboren bin, Wohlgezeugt und erzogen von einer vollkommenen Mutter. Nachdem ich manche Länder durchwandert, volkreichen Pflasters Freund, Wohner in meiner Stadt Mannahatta, oder auf Savannen des Südens; Oder ein Soldat im Lager, oder Tornister und Büchse tragend; oder ein Goldgräber in Kalifornien; Oder ungesittet in meinem Heim in Dakotas Wäldern, Fleisch meine Kost, vom Quell mein Trank; Oder verborgen, um zu sinnen und nachzudenken in einem tiefen Versteck, Weit, fern vom Geklirr des Gewühls, hingerissen und glücklich in Zeiten; Achtsam des frischen freien Schenkers, des hinfließenden Missouri, achtsam des mächtigen Niagara, Achtsam der Büffelherden, abgrasend die Ebnen, des zottigen, starkbrüstigen Bullen; Nachdem ich Boden, Felsen, des fünften Monats Blühen gesehen, erfahren Sterne, Regen, Schnee mein Erstaunen, Der Spottdrossel Töne gelernt und des Bergfalken Flug, Und an einem Abend die unvergleichliche Einsiedlerdrossel erlauscht auf der Sumpfzeder:
Tote Dichter, Philosophen, Priester, Märtyrer, Künstler, Erfinder, längst vergangene Regierungen, Ihr Sprachbildner an andern Gestaden, Nationen, einst mächtig, jetzt verarmt, vernichtet oder verödet, – Ich darf nicht weiterschreiten, bevor ich nicht, in Ehrfurcht, erkannt und beglaubigt habe, was ihr hierhergeschwemmt habt. Ich hab es geprüft, und, mein! es ist (ich lebte darin eine Zeit lang) wunderbar. Denke, nichts kann es Größeres geben, nichts kann jemals verdienstlicher sein. Schaute alles fest an eine Zeit, dann ließ ich es fahren. Stehe nun hier auf meinem Platz mit meiner eigenen Zeit. Hier sind Länder Mannes und Weibes, Hier die Erbschafter und Erbschaftinnen der Welt, hier die Flamme des Stoffes, Hier ist die Geistigkeit, die übersetzende, offen ausgesprochene, Immer strebende, der Endzweck der sichtbaren Formen,
Die Seele! In alle Ewigkeit ewig, – länger, als die Erde braun und fest bleibt, länger, als Wasser ebbt und flutet. Ich werde die Gedichte des Stofflichen hinstellen, denn ich denke, sie sind die geistigsten Gedichte, Und werde die Gedichte meines Leibes und meiner Sterblichkeit hinstellen, Denn ich denke, so werde ich mich selbst mit den Gedichten meiner Seele und meiner Unsterblichkeit versorgen.
Ich werde für diese Staaten einen Gesang dichten, daß keiner von ihnen irgendwann und wie einem andern unterworfen sei, Und will ein Lied singen, daß Einvernehmen sei zwischen allen den Staaten so Tag wie Nacht, und zwischen jeden zweien von ihnen, Und will ein Lied machen für die Ohren des Präsidenten, voll von Waffen mit drohenden Spitzen Und hinter den Waffen zahllose unzufriedene Gesichter, Und ein Lied singen von dem einen, das aus allen gebildet ist, Dem bewaffneten, schimmernden einen, das sein Haupt über alle hat, Dem entschlossenen, krieggleichen einen, das alle in sich schließt und über allem steht.
