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Das Künstlerensemble bluespots productions hat über acht Monate Augsburger Flüchtlinge begleitet. Ziel war es, durch die künstlerische Auseinandersetzung mit Asyl-Suchenden, einen Berührungspunkt zwischen Flüchtlingen und der Bevölkerung zu schaffen. Im Rahmen der ICH BIN unSICHTBAR.DE Kampagne entstanden analoge Fotografien, Geschichten, Filme und Theaterstücke, die die Flüchtlinge und ihre Geschichten im Stadtbild sichtbar machten. Dieses Buch kann als Inspiration für Akteure dienen, die mit Flüchtlingen künstlerisch arbeiten möchten und stellt gleichzeitig eine Reflexion über die bereits erfolgreich durchgeführten Projekte des Künstlerensembles bluespots productions dar.
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Seitenzahl: 104
Veröffentlichungsjahr: 2012
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IMPRESSUM
Herausgeber: Lisa Bühler, Christina Maria Pichler, Petra Leonie Pichler und Christian Weiblen
bluespots productions e.V.
Alte Gasse 22
86152 Augsburg
www.bluespotsproductions.com
Künstlerische Leitung: Petra Leonie Pichler
Geschäftsführer: Alexander Vos
Projektkoordination und -management: Lisa Bühler
Projektmitarbeit: Christina Pichler & Christian Weiblen
Pressesprecherin: Nina Hortig
Public Design: Mathias Höchst
Cover Gestaltung – Nontira Kigle – www.nontirakigle.de
Cover Foto – Christina Maria Pichler – www.pichlertwins.de
Typo – Fred Uhde – www.buch-satz-illustration.de
Logo Design – Oliver Haussmann – www.orangerie.cc
ISBN: 978-3-942920-47-6
Alle Rechte vorbehalten. Ein Nachdruck oder eine andere Verwertung ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags und der Herausgeber gestattet.
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Mehr Infos jederzeit im Web unter www.unsichtbar-verlag.de
Unsichtbar Verlag | Wellenburger Str. 1 | 86420 Diedorf
eBook-Herstellung und Auslieferung: readbox publishing, Dortmundwww.readbox.net
ICH BIN UNSICHTBAR.DE
Eine künstlerische Kampagne
mit und für Flüchtlinge
von
bluespots productions
Gewidmet allen Künstlern und Flüchtlingen.
Wir alle laufen vor etwas Unbenennbarem davon.
Normalerweise gehört eine Danksagung an den Schluss. Das wissen wir, auch wenn es unser erstes Buch ist. Aber wie kann man das unsichtbare Buch beginnen, ohne nicht vorher denen gedankt zu haben, die die ganze Kampagne sichtbar gemacht haben? Wir können es nicht, darum:
Danke an »Toleranz Fördern – Kompetenz Stärken«. Ohne dieses bundesweite Förderungsprogramm hätten wir es nicht geschafft!
Danke an »Tür an Tür e.V.«, Margot Laun und Matthias Schopf-Emmrich für die Kooperation, aber vor allem für eure Arbeit in der Flüchtlingsberatung und Hilfe!
Danke an die Stadtsparkasse Augsburg, die sich mit uns auf das Experiment eingelassen hat!
Danke an unsere Stadt: Augsburg!
Danke an Fikret Yakaboylu und sein Neruda Kulturcafé!
Danke an Timo Köster und sein Büro für Frieden und Interkultur!
Danke an das ganze Grand Hotel Cosmopolis, ihr seid einzigartig!
Danke an Audiobooking Tonproduktion und Christoph Grube fürs Hörbar machen!
Danke an Andreas Köglowitz fürs Sichtbar machen!
Danke an Philipp Schaffner für die kreativen Zigarettenpausen und Hilfe!
Danke an die anonymen Sprayer, euer Zuspruch bedeutet uns viel!
Danke an Sayed Adi Bahrami, Musa Okile Ebokorait, Moses Kiberu, Ali Rostami, Bahram Ansari, Farhad Sidiqi, Awa Kebe, Musa Sankoh und Quawa Mohamad, eure Offenheit hat diese Kampagne ermöglicht!
Danke Undine & Jürgen! Immer.
Vermeiden Sie Fehler. Und wenn Sie welche machen, dann wenigstens die nützlichen!
unSICHTBAR
Anfang Juni 2012, irgendwo im Allgäu. Ein Mann trägt ein Hemd. Auf dem Hemd klebt ein viereckiger Werbeaufkleber. Auf diesem steht: ICH BIN unSICHTBAR.DE
Der Mann mit dem Hemd ist Poetry Slammer und Mitglied beim Künstlerensemble bluespots productions. Dieses plant in zwei Wochen eine Präsentation ihrer ICH BIN unSICHTBAR.DE Kampagne zum Internationalen Flüchtlingstag. Der Name wurde gewählt, um die Situation der Flüchtlinge, die für viele unbekannt ist, am besten sichtbar zu machen.
Ein weiterer Poetry Slammer spricht ihn auf den Aufkleber an: »Ey, hast du dort jetzt auch ein Buch?!« Der Mann mit dem Hemd versteht nicht und fragt: »Wie dort?« »Na, beim Unsichtbar-Verlag« bekommt er als Antwort.
Zurück in Augsburg erzählt der Mann mit dem Hemd seinem Ensemble, dass es wohl einen Unsichtbar-Verlag gäbe. Sie beschließen, sich bei diesem zu melden. Der Verlag wird schneller sein als sie.
Unsichtbar
Anfang 2011. Ein Mann, der bestimmt auch manchmal Hemden trägt, gründet einen Verlag. Dafür braucht er einen guten Namen. Wie wärs mit Unsichtbar-Verlag? Dieser wird für gut befunden. Um den Verlag bekannter zu machen, lässt er »Ich bin unsichtbar« Aufkleber drucken, die er kostenlos an Interessierte verschickt, die ihm dafür ein Foto mit dem Aufkleber senden.
Die Aktion wird ein Erfolg. Es werden 12.000 Aufkleber verschickt. Aus über 1.000 zurück gesendeten Fotos wählt eine Jury die originellsten aus. Weitere 10.000 Aufkleber werden gedruckt. Es folgen »Ich bin unsichtbar« T-Shirts. Das Fernsehen kommt, das Radio auch. Dafür erhält der Verleger sogar Marketing-Preise.
Gefühlt müsste mittlerweile eigentlich jeder in Deutschland vom Unsichtbar-Verlag gehört haben. Der Verleger stellt fest: Gefühle sind etwas sehr Subjektives.
Denn plötzlich wird er immer öfters von Bekannten auf mysteriöse Aufkleber und Graffiti angesprochen, die in Augsburg für Aufsehen sorgen. Auf ihnen steht: ICH BIN unSICHTBAR.DE. »Unsichtbar. Das ist doch dein Verlag. Hast du dein Logo verändert?« fragen sie ihn.
Nein, hat er nicht. Verwirrt sucht er im Internet, wer da so unverschämt seine Werbekampagne kopiert und siehe da: Keine 10 km entfernt ist der Übeltäter ausgemacht: eine Theatergruppe.
Er hat es schon immer geahnt: Theater lebt in einer eigenen Welt, etwas abgeschottet nach außen, etwas elitär, so dass man sich als Sterblicher immer etwas schlechter vorkommen muss als die Leute dort.
Doch der Verleger schaut nochmal genauer hin: »Die machen ja wirklich etwas Sinnvolles, sind nicht nur mit Selbstbeweihräucherung beschäftigt. Eigentlich müsste ich so etwas unterstützen. Und eigentlich müsste ich das eigentlich aus dem Satz davor streichen.« Er meldet sich bei ihnen.
Sichtbar
Der Verleger könnte das Ensemble rechtlich gesehen verklagen. Er tut es nicht. Anstatt dessen kommt er zum Frühstück vorbei. Der Mann mit dem Hemd ist auch da.
Nun sitzt man beisammen. Eine entscheidende Frage muss geklärt werden: Soll man sich abgrenzen oder kooperieren? Denn schnell wird den Beteiligten klar: Augsburg ist zu klein für zwei »Unsichtbarkeiten«.
Es dauert einen Kaffee und eine Zigarette. Dann sieht es sehr nach Kooperation aus.
Die einen entschuldigen sich für ihr versehentliches Fehlverhalten.
Der andere akzeptiert es.
Daraus entsteht dann in Zusammenarbeit
Dieses Buch.
Es enthält einen Großteil der im Rahmen der ICH BIN unSICHTBAR.DE Kampagne entstandenen Werke und wir hoffen, dass es einen Beitrag dazu leisten kann, die für viele Menschen unsichtbaren Existenzen von Flüchtlingen in Deutschland und der Welt besser sichtbar zu machen.
Andreas Köglowitz, Unsichtbar-Verlag & Christian Weiblen, bluespots productions
Eine Geschichte, die zu schön ist, um falsch zu sein.
von links nach rechts: Christian Weiblen, Lisa Bühler, Andreas Köglowitz, Christina Maria Pichler (Bild: Nina Hortig)
Zur Kampagne
Das Künstlerensemble bluespots productions
DAS unSICHTBARE THEATER
Fotografie Serie I. Familienportraits
Constantin Göttfert – Chopin vor der Toilette
Fotografie Serie II. Calmbergstraße 2a
Literaturwerkstatt Schreibe-Recht
Heimat – Ein Filmprojekt
Constantin Göttfert – An der March
Fotografie Serie III. Berufe
Straßentheater Flücht-Artig
Fotografie Serie IV. Portraits von Flüchtlingen
Christian Weiblen – Berührungspunkte
Leben Verboten! – Ein Filmprojekt
Die unsichtbaren Seiten
Künstlerbiografien
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