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Viola Maybach hat sich mit der reizvollen Serie "Der kleine Fürst" in die Herzen der Leserinnen und Leser geschrieben. Alles beginnt mit einem Schicksalsschlag: Das Fürstenpaar Leopold und Elisabeth von Sternberg kommt bei einem Hubschrauberunglück ums Leben. Ihr einziger Sohn, der 15jährige Christian von Sternberg, den jeder seit frühesten Kinderzeiten "Der kleine Fürst" nennt, wird mit Erreichen der Volljährigkeit die fürstlichen Geschicke übernehmen müssen. "Der kleine Fürst" ist vom heutigen Romanmarkt nicht mehr wegzudenken. »Wohin jetzt?«, fragte Baron Friedrich, als sie das Tal erreicht hatten. »Stadteinwärts, oder? Ihr vermutet ja, dass Lilly zum Bahnhof will. Ihr könntet Recht haben.« »Wenn sie in die andere Richtung gegangen ist, muss sie laufen – oder sie versucht zu trampen«, sagte Anna. »Und da weiß sie, dass das erstens gefährlich ist und zweitens sehr lange dauern kann, bis jemand sie mitnimmt. Schon deshalb glaube ich, dass sie nach Sternberg gegangen ist. Sie will ja schnell weg.« Dem Baron leuchtete Annas Argumentation ein, er lenkte also die Limousine Richtung Stadt. »Fahr langsam, Onkel Fritz«, bat Christian. »Sonst übersehen wir sie am Ende noch. Sie kann eigentlich noch nicht weit gekommen sein, wenn Herr Hagedorn Recht hat und er wach geworden ist, weil er sie hat gehen hören.« »Es ist auch möglich«, erwiderte der Baron, während er die Straße und die benachbarten Wege vor sich mit den Blicken absuchte, »dass sie sich versteckt, sobald sie ein Auto hört. Oder wir irren uns, und sie hat ein ganz anderes Ziel. Vielleicht ist sie ja auch zu ihren Großeltern zurückgelaufen.« »Dann hätte sie doch nicht fliehen müssen«
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Seitenzahl: 115
Veröffentlichungsjahr: 2021
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»Wohin jetzt?«, fragte Baron Friedrich, als sie das Tal erreicht hatten. »Stadteinwärts, oder? Ihr vermutet ja, dass Lilly zum Bahnhof will. Ihr könntet Recht haben.«
»Wenn sie in die andere Richtung gegangen ist, muss sie laufen – oder sie versucht zu trampen«, sagte Anna. »Und da weiß sie, dass das erstens gefährlich ist und zweitens sehr lange dauern kann, bis jemand sie mitnimmt. Schon deshalb glaube ich, dass sie nach Sternberg gegangen ist. Sie will ja schnell weg.«
Dem Baron leuchtete Annas Argumentation ein, er lenkte also die Limousine Richtung Stadt.
»Fahr langsam, Onkel Fritz«, bat Christian. »Sonst übersehen wir sie am Ende noch. Sie kann eigentlich noch nicht weit gekommen sein, wenn Herr Hagedorn Recht hat und er wach geworden ist, weil er sie hat gehen hören.«
»Es ist auch möglich«, erwiderte der Baron, während er die Straße und die benachbarten Wege vor sich mit den Blicken absuchte, »dass sie sich versteckt, sobald sie ein Auto hört. Oder wir irren uns, und sie hat ein ganz anderes Ziel. Vielleicht ist sie ja auch zu ihren Großeltern zurückgelaufen.«
»Dann hätte sie doch nicht fliehen müssen«, gab Konrad zu bedenken. »Sie hätte einfach sagen können, dass sie dahin zurück will.«
»Auch wieder wahr«, gab der Baron zu. Er drosselte das Tempo der Limousine noch weiter.
Sie waren vielleicht einen Kilometer gefahren, als Anna so laut aufschrie, dass die anderen erschrocken zusammenfuhren. »Da vorne!«, rief sie. »Da, rechts am Straßenrand, seht ihr das nicht? Da liegt oder sitzt jemand. Ist das Lilly?«
Es war nicht zu erkennen, obwohl die Morgendämmerung eingesetzt hatte. Der Baron fand eine Stelle, an der er anhalten konnte, schaltete die Warnblinkanlage ein und sagte: »Lasst uns nachsehen.« Er versuchte, sich nicht anmerken zu lassen, wie mulmig ihm zumute war. Lilly war ihrer Obhut anvertraut worden, wenn ihr jetzt etwas passiert war …
Er stieg aus dem Wagen und folgte den Teenagern zu der Gestalt, die neben der Straße nicht saß, sondern lag, wie er im Näherkommen erkennen konnte. Christian und Konrad waren bereits bei ihr. »Es ist Lilly!«, rief Christian.
Um Lilly herum auf dem Boden lagen Kleidungsstücke, Toilettensachen, Schuhe – ein heilloses Durcheinander.
Lilly war offenbar verprügelt worden, jedenfalls hatte sie einen Bluterguss unter dem rechten Auge, das bereits fast zugeschwollen war, ihre Oberlippe war aufgeplatzt und blutete, und sie hatte mehrere Kratzer im Gesicht. Sie war bei Bewusstsein, sagte aber nichts, stöhnte nur leise.
»Kannst du aufstehen, Lilly?«, fragte Friedrich, der Mühe hatte, seinen Schrecken zu verbergen.
Sie sah ihn an, reagierte zunächst nicht, nickte aber schließlich.
Sie halfen ihr in die Höhe, ihr knickten sofort die Beine weg, und sie legte eine Hand auf ihren Bauch. Dieses Mal stöhnte sie lauter. Kurz entschlossen hob der Baron sie hoch und trug sie zum Wagen. Behutsam stellte er Lilly dort wieder auf die Füße und half ihr, gemeinsam mit Anna, sich auf einer der Rückbänke auszustrecken, während die Jungen ihre verstreuten Sachen einsammelten.
»Wer war das, Lilly? Hast du das sehen können?«, fragte Friedrich.
Lilly hatte die Augen geschlossen und den Kopf zurückgelegt. »Zwei Männer«, flüsterte sie. »Einer war dick, der andere nicht. Sie sahen … ungepflegt aus. Sie haben … meinen Rucksack genommen, mein Handy und mein Geld. Mutz und Knut … so heißen sie.«
»Hast du sehen können, in welche Richtung sie weggelaufen sind?«
»Richtung Stadt«, sagte Lilly.
»Das ist doch schon mal ein Hinweis«, sagte der Baron. »Wir fahren dich zuerst in die Klinik. Du, Chris, rufst bitte die Polizei an und gibst durch, was passiert ist, Konny, benachrichtige die Klinik, damit sie wissen, dass wir kommen. Anna, kümmere dich um Lilly. Sie muss etwas trinken, und im Verbandskasten müsste Jod sein – und im Kühlschrank ist bestimmt auch Eis für die Schwellungen.«
Einmal mehr waren sie froh über die gute Ausstattung der Limousine, es war alles da, was sie für diesen Notfall brauchten. Während also Baron Friedrich, nun wesentlich schneller als zuvor, zur Privatklinik von Dr. Walter Brocks fuhr, taten die Teenager, was er ihnen aufgetragen hatte.
Lilly war so mitgenommen, dass sie weder gegen den Klinikbesuch protestierte noch dagegen, dass Christian die Polizei benachrichtigte. Sie zuckte zwar zusammen, als Anna ihr Jod auf die Wunden tupfte, aber ansonsten beklagte sie sich nicht. Sie trank sogar das Wasser, das Anna ihr an die Lippen hielt und hielt sich den Beutel mit Eiswürfeln ans Auge.
Christian erreichte Arndt Stöver, den Assistenten von Kriminalrat Volkmar Overbeck. Sie waren recht gute Bekannte, hatten sie doch schon häufiger miteinander zu tun gehabt. Der Kriminalrat hatte einmal, durchaus nicht nur im Scherz, gesagt, wenn sie sich eines Tages für eine Laufbahn bei der Kripo entscheiden sollten, würde er ein gutes Wort für sie einlegen. Sie hatten sich bereits öfter als gute Spürnasen erwiesen und waren stolz darauf.
Der kleine Fürst erklärte in wenigen Worten, was geschehen war und setzte hinzu: »Wir sind jetzt mit dem Opfer auf dem Weg zur Klinik. Wenn Sie sich beeilen, erwischen Sie die beiden Männer vielleicht noch.«
»Wie sieht der Rucksack aus?«
Christian gab die Frage an Lilly weiter, weil er sich nicht erinnerte. »Graublau«, sagte sie, »ziemlich groß, mit aufgesetzten Seitentaschen in dunklerem Blau.«
Er wiederholte, was sie gesagt hatte, gab auch noch die Marke ihres Handys durch und die Summe, die die Männer ihr abgenommen hatten. »Ist das ein Fall für die Kripo?«, fragte er. »Kümmern Sie sich selbst darum?«
»Es scheint ja ein Gewaltverbrechen vorzuliegen, also ist es auch ein Fall für uns«, erwiderte der junge Beamte. »Außerdem habe ich einen sehr langweiligen Nachtdienst hinter mir – also: Ja, ich werde mich selbst darum kümmern. Ich melde mich, sobald wir etwas wissen.«
Als er diesen Satz sagte, hielt der Baron gerade vor der Klinik. Er fragte Lilly nicht noch einmal, ob sie laufen könne, sondern hob sie aus dem Wagen und trug sie in die Notaufnahme, wo sie dank Konrads Anruf bereits erwartet wurden. Lilly war bereits in Behandlung, als auch der Klinikchef persönlich auftauchte.
»Ich habe schon gehört, was Ihrem Besuch passiert ist«, sagte Dr. Walter Brocks. »Darf ich fragen, wieso die junge Dame um diese Zeit allein zu Fuß unterwegs war?«
»Ich schätze mal, sie wollte ausreißen«, antwortete der Baron. »Aber sprechen Sie sie bitte nicht darauf an. Sie hat es gerade schwer, und es ist uns bis jetzt noch nicht gelungen, sie davon zu überzeugen, dass wir es gut mir ihr meinen – und nicht nur wir.«
»Verstehe«, brummte der Klinikchef. »Entschuldigen Sie mich einen Moment.«
»Die haben sie, glaube ich, auch getreten«, sagte Anna leise, als sie wieder allein waren. »Hoffentlich ist sie nicht schlimm verletzt.«
»Jedenfalls hat sie ziemlich starke Schmerzen«, meinte Christian.
»Aber sie war nicht bewusstlos. Das ist bestimmt ein gutes Zeichen.« Konrad versuchte, Optimismus zu verbreiten.
Der Baron rief im Schloss an, um Bescheid zu sagen, dass und wie sie Lilly gefunden hatten – und dass sich ihre Rückkehr verzögern würde. Dann setzte er sich wieder zu den Teenagern. Sie hatten getan, was sie konnten, nun hieß es: warten.
*
Arndt Stöver hatte seine Kollegin Miriam Bauer aus dem Bett geklingelt. »Keine Zeit für eine lange Morgentoilette«, sagte er. »Lass uns zwei üble Ganoven fangen, die eine junge Frau nicht nur ausgeraubt, sondern auch noch übel zugerichtet haben. Meine Spürnase sagt mir, dass sie in diesen Minuten Sternberg erreichen und sich irgendwo ein üppiges Frühstück gönnen. Alles Weitere erkläre ich dir unterwegs.«
Sie stellte keine unnötigen Fragen – unter anderem deshalb schätzte er sie so. Außerdem hatte sie einen klugen Kopf und verfügte über eine hervorragende Kombinationsgabe, und so war aus ihnen eines der besten Teams der Sternberger Kripo geworden. Dass Miriam darüber hinaus auch noch eine sehr attraktive Frau war, musste Arndt öfter ausblenden, denn sonst hätte ihn diese Tatsache bei der Ausübung seiner Arbeit behindert. Er hatte sich schon öfter gefragt, ob er in sie verliebt war, sich dann aber jedes Mal vor der Antwort gedrückt, denn wohin hätte das führen sollen? Sie würden nicht mehr zusammenarbeiten können, wenn aus ihnen ein Paar wurde, dabei war es gerade die Zusammenarbeit mit ihr, die ihn seine Arbeit von Tag zu Tag lieber machen ließ.
Während sie langsam Richtung Stadtmitte fuhren, gab er ihr das kurze Gespräch wieder, das er mit dem kleinen Fürsten geführt hatte.
»Und wieso läuft ein junger weiblicher Schlossgast zu dieser Zeit allein draußen herum?«, fragte Miriam.
»Darüber hat sich Prinz Christian nicht ausgelassen. Die junge Dame hat offenbar niemandem verraten, dass sie das Schloss zu verlassen gedenkt.«
»Du meinst, sie ist abgehauen?«
»Schien mir so.«
»Und dann wird sie, sobald sie das Tal erreicht hat, überfallen«, murmelte Miriam. »Das nenne ich Pech. Mich würde aber schon interessieren, wieso jemand nicht im Schloss bleiben will. Sie war ja wohl freiwillig dort, oder? Da hätte sie doch einfach sagen können: Ich reise ab. Wieso macht sie sich dann bei Nacht und Nebel aus dem Staub?«
»Hör auf, mir Fragen zu stellen, die ich nicht beantworten kann«, bat Arndt. »Jetzt finden wir erst einmal diese beiden Kerle, danach können wir im Schloss vorstellig werden und der jungen Frau noch ein paar Fragen stellen. Bei der Gelegenheit erfährst du sicher alles, was du wissen willst.«
»Ich? Wieso denn ich? ›Wir‹ wäre doch wohl richtiger, oder? Tu bloß nicht so, als hättest du dir diese Fragen noch nicht gestellt!«, protestierte Miriam. »Hör mal, stell den Wagen hier ab, lass uns die in Frage kommenden Cafés zu Fuß abklappern. Allzu viele dürften es um diese Uhrzeit ohnehin nicht sein. Ich würde im Bahnhof anfangen. Die Lokale und Läden dort sind auf jeden Fall schon geöffnet, und da ist sicher schon so viel los, dass sich unsere zwei Freunde sicher fühlen. Außerdem wollen sie sich von dem erbeuteten Geld ja vielleicht zwei Fahrkarten leisten.«
Sie hatte Recht, das war ein vernünftiger Plan. Arndt parkte also das Auto in Bahnhofsnähe, und sie schlenderten, um kein Aufsehen zu erregen, gemächlich auf das Bahnhofsgebäude zu. Dabei entging ihnen niemand, dem sie begegneten. Sie waren, wie üblich, in Zivil.
»Hast du Bescheid gesagt?«, fragte Miriam.
»Ja, natürlich, unsere Kollegen sind unterwegs. Man weiß ja nicht, ob die Typen bewaffnet sind. Nach dem, was ich von Prinz Christian gehört habe, sind sie zumindest ziemlich gewalttätig, die haben das Opfer offenbar gründlich zusammengeschlagen.«
»Damit sie in aller Ruhe ihre Flucht antreten können, ohne dass ihnen die Polizei dazwischenfunkt, vermute ich mal. Na, wer sagt’s denn?« Sie verlangsamte ihre Schritte.
Arndt folgte ihrem Blick und wusste sofort, dass sie die Männer gefunden hatten, die sie suchten. Der Rucksack, den Christian von Sternberg ihm beschrieben hatte, stand zwischen ihnen, er schien gut gefüllt zu sein. Auch die Personenbeschreibung, so vage sie auch gewesen war, stimmte: Einer der Männer war dick, der andere nicht, beide hatten ziemlich lange ungepflegte Haare und waren sehr nachlässig gekleidet.
»Wir oder die Kollegen?«, fragte Miriam.
»Die Kollegen«, antwortete Arndt, ohne lange zu überlegen. Miriam und er waren unbewaffnet, warum sollten sie ein unnötiges Risiko eingehen?
Sie zogen sich so unauffällig, wie sie sich zuvor genähert hatten, wieder zurück und sagten den Kollegen Bescheid. Kaum fünf Minuten später wurden die beiden Männer von mehreren bewaffneten Polizisten festgenommen. Sie waren so überrascht, dass sie an Gegenwehr offenbar nicht einmal dachten.
In Lilly von Cadows schönem blauen Rucksack fanden sich ein paar Schlagringe, ein Knüppel und ein Revolver. Dazu neben ihrem Handy noch ein paar offensichtlich gestohlene goldene Uhren. Wenn Lilly sie als die Männer identifizierte, die sie zusammengeschlagen und ausgeraubt hatten, waren ihnen empfindliche Haftstrafen sicher.
»Gehen wir frühstücken?«, fragte Miriam vergnügt. »Das haben wir uns doch jetzt verdient, oder? Ich lade dich ein. Die junge Frau von Cadow ist ja jetzt sowieso noch nicht vernehmungsfähig.« Sie hatten noch einmal mit Christian von Sternberg telefoniert und erfahren, dass Lilly noch in Behandlung war.
Arndt akzeptierte die Einladung. Wer hätte ahnen können, dass sein langweiliger Nachtdienst einen so schönen Abschluss finden würde?
*
Lilly durfte die Klinik unter der Bedingung verlassen, dass sie einige Tage das Bett hüten würde. Sie hatte ein paar böse Prellungen am ganzen Körper, aber ihre Organe waren durch die Tritte, die die beiden Männer ihr versetzt hatten, nicht verletzt worden. So hatte sie letztlich Glück im Unglück gehabt. Schlecht ging es ihr trotzdem, denn natürlich litt sie unter Schmerzen, trotz zweier Spritzen.
Bei ihrer Ankunft im Schloss bestand sie dennoch darauf, dieses Mal nicht getragen zu werden, sondern selbst zum Hauptportal zu gehen.
Sie setzte ihre Schritte langsam und vorsichtig, und es war ihr anzusehen, wie schwer ihr der kurze Gang fiel, zu dem ja auch ein paar Stufen gehörten.
Am Fuß der breiten Treppe in der Eingangshalle verließ sie dann aber doch der Mut, so dass Eberhard Hagedorn sie zu dem kleinen Aufzug führte, mit dem man nach oben fahren konnte. Der wurde nur selten benutzt, aber in einem solchen Notfall war er geradezu ein Segen.
Sofia und Anna warteten bereits oben, um Lilly beim Ausziehen zu helfen, während Eberhard Hagedorn wieder nach unten eilte, um Tee zu holen. Essen wollte Lilly nichts, Lippe und Kiefer schmerzten so, dass sie glaubte, nichts hinunterbringen zu können.
Als Lilly lag und erschöpft die Augen schloss, sagte Sofia: »Die Polizei möchte dich noch befragen, Lilly. Sie haben zwei Männer festgenommen, die deinen Rucksack bei sich hatten. Dein Handy hat sich auch gefunden, dazu noch etliche andere Sachen, die sie offenbar ebenfalls gestohlen haben. Wenn du die Männer identifizieren könntest, wäre der Polizei natürlich sehr geholfen, obwohl sie auch allein wegen der Indizien verurteilt werden dürften. Aber wir haben gesagt, dass du im Augenblick für Fragen noch nicht zur Verfügung stehen kannst.«
»Danke«, sagte Lilly leise.
»Sollen wir deine Großeltern benachrichtigen?«
Lilly riss die Augen auf. »Nein!«, sagte sie. »Bitte nicht! Ich … ich … Nein, auf keinen Fall!«
