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Nachhaltig investieren – für Ihre Zukunft und die des Planeten Immer mehr Menschen wollen mit ihrem Vermögen nicht nur Gewinne erzielen, sondern zum Schutz von Klima und Umwelt beitragen. Doch wie lässt sich erkennen, ob eine Anlage wirklich nachhaltig ist und ob meine Bank verantwortungsvoll arbeitet? Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Erspartes mit gutem Gefühl anlegen können. Ob Einsteiger oder Fortgeschrittene: Sie erhalten eine praktische Orientierung für den Aufbau eines nachhaltigen Portfolios. Mit verständlichen Erklärungen, wertvollen Tipps und unabhängigen Empfehlungen, damit Ihr Geld wächst – und Sinn stiftet. Für wen ist dieses Buch geeignet? Für alle, die… - ihr Geld mit gutem Gewissen investieren möchten - ökologische und soziale Kriterien bei der Geldanlage berücksichtigen wollen - sich für nachhaltige Banken, Fonds und ETFs interessieren - eine transparente und ethisch vertretbare Finanzstrategie suchen - sich unabhängig informieren und selbst entscheiden möchten Aus dem Inhalt: - Was nachhaltige Geldanlage wirklich bedeutet – und was nicht - Wie Sie eine ethisch-ökologische Bank finden, die zu Ihnen passt - Nachhaltige Fonds und ETFs: Auswahl, Bewertung und Fallstricke - Greenwashing erkennen und vermeiden - Nachhaltige Anleihen, Genossenschaften und Crowdinvesting - Robo-Advisors und Fondspolicen im Nachhaltigkeitschecklink - Praktische Entscheidungshilfen für Ihre persönliche Anlagestrategie - Aktuelle Studien, Ratings und Marktübersichten Ihr Geld kann Werte schaffen – für Sie und für kommende Generationen.
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Seitenzahl: 148
Veröffentlichungsjahr: 2026
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© 2025 by Wolters Kluwer Steuertipps GmbHPostfach 10 01 61 · 68001 MannheimTelefon 0621/[email protected]
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Zum Zwecke der besseren Lesbarkeit verwenden wir allgemein die grammatisch männliche Form. Selbstverständlich meinen wir aber bei Personenbezeichnungen immer alle Menschen unabhängig von ihrer jeweiligen geschlechtlichen Identität.
Inhaltsübersicht
1 Vorwort
2 Nachhaltige Banken: Was bei ihnen anders ist, wie man sie findet, was sie bieten
2.1 Wie nachhaltig die Banken wirklich sind
2.1.1 Der Fair Finance Guide: Ranking der Banken
2.1.2 Die strengen Kriterien der Verbraucherzentralen
2.2 Girokonten von nachhaltigen Banken: Die Serviceleistungen und Preise im Vergleich
2.3 Die Einlagensicherung bei nachhaltigen Banken
3 Nachhaltige Fonds und Exchange Traded Funds versprechen Rendite und gesellschaftlichen Nutzen – doch halten sie das ein?
4 Nachhaltige Fonds finden: So behalten Anleger den Überblick
4.1 Forum nachhaltige Geldanlagen
4.2 Stiftung Warentest
4.3 Internetportal ECOreporter
4.4 Weitere Informationsquellen
5 So wählen die Index- und Fondsanbieter die Unternehmen aus
5.1 Ein Beispiel für aktiv gemanagte Fonds
5.2 Ein Beispiel für passive Fonds (ETFs)
6 Was die Testergebnisse über die Nachhaltigkeit der Fonds und ETFs verraten
6.1 Der Nachhaltigkeitspionier: UmweltBank UCITS ETF – Global SDG Focus
6.2 Der BNP Paribas Easy Low Carbon 300 World PAB
6.3 Der Rize Environmental Impact 100 UCITS ETF
7 Nachhaltige Geldanlage: Exchange Traded Funds oder aktiv gemanagte Fonds?
7.1 Kostenunterschiede zwischen Exchange Traded Funds und aktiv gemanagten Fonds
7.2 Nachhaltigkeit und Flexibilität: ETFs vs. aktiv gemanagte Fonds
7.3 Langfristige Performance und Risiko
7.4 Entscheidung nach Prioritäten
7.5 Themen-ETFs und Greenwashing
7.6 Umsatzschwellen und rechtliche Absicherung
7.7 Vergleich zu gemanagten Fonds
7.8 Der terrAssisi Aktien Fond von Ampega
8 Welche Renditen werfen nachhaltige Fonds und Exchange Traded Funds ab?
9 Darum sind nachhaltige Themenfonds selten ein gutes Investment
9.1 Das Angebot an Themenfonds
9.2 Die Risiken von Themenfonds
9.2.1 Teure Fondsschließungen
9.2.2 Gefährliche Auswahl
9.2.3 Höhere Kursschwankungen
9.2.4 Schlechtes Timing
9.2.5 Das Klumpenrisiko
9.2.6 Die Kosten von Themenfonds
9.2.7 Die Rendite
9.2.8 Das Beispiel Wasserstoff: Wie man mit Themenfonds viel Geld verlieren kann
9.2.9 Gesamtfazit
10 Nachhaltige Anleihen: Was sie bringen, wann sie sicher und wann sie riskant sind
10.1 Erstes Beispiel: Die erste grüne Bundesanleihe
10.2 Zweites Beispiel: Anleihen von Apple
10.3 Warum überhaupt in grüne Anleihen investieren?
10.4 Darauf sollten Sie vor dem Kauf achten
10.5 Investieren in grüne Bundesanleihen: So geht's
10.6 Die Risiken grüner Unternehmensanleihen
10.6.1 Ausfallrisiko
10.6.2 Geringe Marktliquidität
10.6.3 Greenwashing-Gefahr
10.6.4 Bonität und Zinsen
10.6.5 Diese Punkte sind beim Investieren wichtig
11 Was nachhaltige Rentenfonds und nachhaltige Anleihen-ETFs bieten
12 Nachhaltige Fondspolicen: Grüne Rente oder teures Versprechen?
12.1 Was sind fondsgebundene Rentenversicherungen und wie funktionieren sie überhaupt?
12.2 Für wen sind Fondspolicen geeignet?
12.3 Vorsicht vor falschen Versprechungen: Der Rentenfaktor
12.4 Wie läuft das mit den Garantien?
12.5 Wer übernimmt die Auswahl der Fonds?
12.6 Wie hoch sind die Kosten und welche Folgen haben die Kosten für die möglichen Renditen?
12.7 Kosteneinsparungen durch Nettotarife
12.7.1 Beispiel-Vergleich: LV 1871
12.7.2 Möglichkeit 1: Die Honorarberatung
12.7.3 Möglichkeit 2: Verhandlung mit Vermittlern
12.8 Beispiele für nachhaltige Fondspolicen
12.8.1 Beispiel 1: Die »Klimarente« der LV 1871
12.8.2 Beispiel 2: Pangaea Life – Sachwertefonds mit Nachhaltigkeitsfokus
12.9 Wie finde ich gut bewertete nachhaltige Fondspolicen?
12.9.1 Ergebnisse der Stiftung Warentest
12.9.2 Auswahl nachhaltiger Fonds im Versicherungsmantel
12.9.3 Warnungen vor Greenwashing und irreführenden Nachhaltigkeitsversprechen
12.9.4 Darauf sollten Anleger achten
12.9.5 Versicherung mit Fonds oder Fondssparplan – was ist besser?
13 Nachhaltiger Robo-Advisor: Was von Anlagerobotern zu halten ist
14 Genossenschaften: Wie Sie Genosse werden, Dividenden kassieren und dabei auch noch Gutes tun können
14.1 Die Energiegenossenschaften
14.2 Die Risiken der Mitgliedschaft in einer Genossenschaft
14.3 Kennzeichen seriöser Genossenschaften
15 Geschlossene Fonds: Der teure Weg zum nachhaltigen Investment
15.1 Die Risiken der Anlage in geschlossene Fonds
15.2 Die European Long-Term Investment Funds
15.3 Der klimaVest von Commerz Real
16 Per Crowdinvesting an nachhaltigen Unternehmen beteiligen: Spannend, aber riskant
17 CO₂-Zertifikate: So wetten Sie auf den Preis des Klimas
17.1 Wie ist der Emissionshandel entstanden?
17.2 Wer bietet CO2-Zertifikate an?
17.3 Wie funktionieren die Zertifikate?
17.4 Die wichtigsten Risiken im Überblick
18 Wie nachhaltig soll es sein? Das wollen nicht nur Bankberater wissen
18.1 Welche neuen Vorschriften gelten bei der Anlageberatung?
18.2 Kategorie 1: Ökologisch-nachhaltige Investitionen nach Taxonomie-Verordnung
18.3 Kategorie 2: Nachhaltige Investitionen nach Offenlegungsverordnung (SFDR)
18.4 Kategorie 3: Berücksichtigung nachteiliger Auswirkungen
18.5 Nachhaltige Investitionen gemäß der Offenlegungsverordnung
Ihr Geld für eine bessere Welt: Der Leitfaden für nachhaltige Anlagen
1 Vorwort
Viele Menschen wollen dem Klimawandel und der Zerstörung der Umwelt nicht mehr tatenlos zusehen. Sie möchten ihren Kindern und Enkelkindern eine bessere Welt hinterlassen, etwas für das Klima tun und fairer und regionaler konsumieren. Aber nicht nur das: Sie wollen auch wissen, was ihre Bank oder Sparkasse mit ihrem Geld anstellt. Und sie wollen ihr Vermögen gleichzeitig möglichst nachhaltig anlegen.
So geht es Ihnen vielleicht auch, weil Sie wissen: Jede finanzielle Entscheidung, die Sie treffen, kann eine Entscheidung für die Zukunft unseres Planeten sein. Mit Ihrer Geldanlage können Sie mitbestimmen, welche Unternehmen und Technologien gefördert werden und so bestenfalls Gutes bewirken.
In Deutschland ist das Investieren mit gutem Gewissen fest im Finanzmarkt verankert. Das Volumen nachhaltiger Geldanlagen ist in den vergangenen zehn Jahren stark gewachsen. Längst handelt es sich nicht mehr um nur einen kurzfristigen Trend. Es ist ein grundlegender Wandel in der Finanzwelt. Seit 2022 müssen Finanzberater Sie sogar fragen, ob Sie Ihr Geld nachhaltig anlegen möchten und Ihnen passende Produkte vorschlagen.
Viele glauben aber fälschlicherweise, dass nachhaltige Geldanlagen weniger Gewinn abwerfen. Studien beweisen jedoch das Gegenteil: Die meisten nachhaltigen Anlagen schneiden genauso gut oder gar besser ab als herkömmliche Investments. Sie bieten oft sogar einen besseren Schutz vor Verlusten. Der Grund dafür ist einfach: Unternehmen, die auf Umwelt- und Sozialstandards achten, sind häufig besser für die Zukunft aufgestellt und können die Chancen des umweltfreundlichen Wandels besser nutzen.
Um Ihnen die Auswahl zu erleichtern, hat die Europäische Union inzwischen sogar klarere Regeln geschaffen. Diese sollen festlegen, was genau eine nachhaltige Investition ist. Gleichzeitig wird gegen »Greenwashing« stärker vorgegangen als noch vor ein paar Jahren. Also gegen Unternehmen, die sich grüner darstellen, als sie tatsächlich sind. Auch die deutsche Finanzaufsicht BaFin soll nun darauf achten, dass Fonds, die als nachhaltig beworben werden, ihr Versprechen in der Praxis einhalten.
Besonders die jüngere Generation legt großen Wert auf nachhaltige Geldanlagen. Das zeigt, dass dieser Trend langfristig an Bedeutung gewinnen wird. Die Finanzwelt beginnt zu verstehen, dass Klimarisiken wie Extremwetter und Naturkatastrophen erhebliche finanzielle Risiken darstellen. Nachhaltige Geldanlagen, die diese Risiken berücksichtigen, sind daher oft die klügere und sicherere Wahl für die Zukunft.
Dieser Ratgeber führt Sie durch die komplexe Welt der nachhaltigen Geldanlage und zeigt auf, wie Sie Ihr Vermögen so investieren können, dass es nicht nur für Sie, sondern auch für den Planeten arbeitet. Mit fundierten Analysen, konkreten Beispielen und unabhängigen Empfehlungen erhalten Sie die Werkzeuge, um in eigener Regie Ihre Finanzen so zu gestalten, dass die Welt ein besserer Ort wird.
Ich wünsche Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre und viel Erfolg bei Ihrer nachhaltigen Geldanlage.
Ihr Thomas Öchsner
2 Nachhaltige Banken: Was bei ihnen anders ist, wie man sie findet, was sie bieten
Mehr als jeder Dritte in Deutschland möchte bei der Geldanlage künftig stärker auf den Schutz der Umwelt und soziale Aspekte achten. Wer solche Vorsätze ernst nimmt, kann bereits bei der Wahl der Bank beginnen. Bei konventionellen Kreditinstituten bleibt oft unklar, was mit den Einlagen passiert. Diese können beispielsweise in Anleihen von Unternehmen fließen, die als Klimasünder gelten, oder in Kredite für Firmen, die gegen internationale Menschenrechtsstandards verstoßen oder stark auf fossile Energieträger wie Kohle, Öl und Gas setzen.
Wer das vermeiden möchte, kann zu einer nachhaltigen Bank wechseln. Begriffe wie »nachhaltig«, »ethisch« oder »umweltfreundlich« sind zwar nicht gesetzlich geschützt, aber es gibt in Deutschland eine Reihe von Banken, die sich durch strenge sozial-ökologische Kriterien auszeichnen. Ein gutes Dutzend solcher Banken unterscheidet sich von konventionellen Instituten vor allem dadurch, dass sie nicht nur nachhaltige Anlageprodukte anbieten, sondern auch sicherstellen, dass Kundengeld möglichst nachhaltig investiert werden. Aber was heißt das genau?
Nachhaltige Banken legen selbst fest, welche Investitionen erlaubt sind und welche nicht. Gemeinsamkeiten gibt es jedoch: Sie schließen Investitionen in Rüstung, Gentechnik, klimaschädliche Projekte sowie Unternehmen mit Kinderarbeit oder Menschenrechtsverletzungen aus. Stattdessen finanzieren sie Projekte wie Wind- und Solarparks, soziale Wohnprojekte, Pflegeheime oder Bio-Bauernhöfe. Transparenz ist diesen Geldinstituten wichtig: Viele nachhaltige Banken legen offen dar, wie sie da Geld der Kunden verwenden.
Zu den bekanntesten und bundesweit aktiven Instituten zählen:
GLS Bank: 1974 gegründet, gilt das Bochumer Geldhaus als größte und älteste nachhaltige Bank mit etwa 378.000 Kunden und Filialen in München, Berlin, Hamburg, Stuttgart, Freiburg und Frankfurt. Besonderheiten: Die Sparer können bei der GLS Bank selbst bestimmen, welchen Branchen ihr Geld zugutekommen soll, egal ob es um Ernährung, erneuerbare Energien, Bildung oder Wohnen geht. Die Genossenschaftsbank schüttet an ihre Mitglieder einen Teil des Jahresüberschusses als Dividende aus. Die GLS Bank wurde 2024 erneut vom Fair Finance Guide als fairste und nachhaltigste Bank ausgezeichnet.
EthikBank: Hier handelt es sich nicht um ein eigenständiges Geldhaus. Unter dem Label EthikBank läuft vielmehr das Direktbank-Geschäft der Volksbank Eisenberg in Thüringen. Besonderheiten: Die Kunden haben ein Konto bei der Volksbank, für die die ethisch-ökologischen Kriterien der EthikBank ebenso gelten sollen. Wer seine Bankgeschäfte über die EthikBank abwickeln möchte, kann dies wie bei anderen Direktbanken ausschließlich online, telefonisch oder schriftlich tun.
Triodos Bank: Auf drei Wege (griechisch: Triodos) will sich die größte Nachhaltigkeitsbank Europas konzentrieren: Mensch, Umwelt, Leben. Geschäfte sind für die niederländische Bank »Mittel zum Zweck«, nämlich um »positive Veränderungen für Mensch und Umwelt« zu bewirken. Besonderheiten: Die Bank ist in den Niederlanden eine Aktiengesellschaft, die Aktien werden aber von einer Stiftung verwaltet. Ein Handel mit den Aktien an der Börse ist nicht möglich. Die Triodos Bank erhielt 2025 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis für herausragende Beiträge zur Transformation.
UmweltBank: Das Nürnberger Geldhaus ist die zweitgrößte nichtkirchliche nachhaltige Bank in Deutschland und eine Aktiengesellschaft, die an der Börse notiert wird. Besonderheiten: Die Bank zahlte jahrelang eine Dividende aus. 2023 und 2024 gab es aber keine Gewinnausschüttung an die Aktionäre. Das Geldinstitut gibt eine »Umweltgarantie«. Demnach werden alle Spareinlagen ausschließlich für Kredite genutzt, die Umweltprojekte fördern sollen. Mittlerweile bietet die UmweltBank auch Girokonten an.
Neben diesen nichtkirchlichen Banken gibt es auch einige kirchliche Geldhäuser, die zur nachhaltigen Finanzbranche zählen, dazu gehören die
Bank für Kirche und Caritas eG,die mit der Pax-Bank eG Köln zur neuen »Pax-Bank für Kirche und Caritas eG« fusioniert ist,
die Bank für Kirche und Diakonie eG (KD-Bank),
die Evangelische Bank eG,
die Bank im Bistum Essen eG (BIB) und
die Steyler Ethik Bank.
Diese Institute legen Wert auf ethisch-nachhaltige Geschäfte mit christlichem Wertefundament. Ihr Schwerpunkt liegt im sozialen Bereich: Die fusionierte Pax-Bank für Kirche und Caritas finanziert kirchliche Einrichtungen, Krankenhäuser und Sozialeinrichtungen. Die KD-Bank unterstützt beispielsweise soziale Wohnprojekte und vergibt Mikrokredite in Entwicklungsregionen, während die BIB Kliniken und Bildungsstätten fördert.
2.1 Wie nachhaltig die Banken wirklich sind
Wer eine Bank sucht, die nicht nur Zinsen zahlt, sondern auch ethisch und ökologisch handelt, muss genau hinsehen. Orientierung bieten unabhängige Bewertungen, die zeigen, welche Geldinstitute ihre Nachhaltigkeitsversprechen tatsächlich einhalten.
2.1.1 Der Fair Finance Guide: Ranking der Banken
Ein Blick in den Fair Finance Guide Deutschland hilft hier weiter. Hinter dem Guide steht die Initiative Fair Finance International, ein Verbund von Organisationen aus mittlerweile 17 Ländern, die die Kredit- und Anlagepolitik von Banken bewerten. Die Initiative prüft, inwieweit die Grundsätze der Banken mit über 300 internationalen Nachhaltigkeitskriterien aus 15 Themenbereichen übereinstimmen.
In Deutschland wurden im jüngsten Test 19 Banken untersucht. Das Ergebnis: Die GLS Bank führt das Ranking an, 97 % der Kriterien erfüllte das Geldhaus, darunter 100 % in sieben Kategorien wie Arbeitsrechte und Rüstungsausschluss. Es folgen die EthikBank (92 %), die Triodos Bank (88 %), die Pax Bank (86 %) und die KD-Bank (82 %). Bei Letzteren handelt es sich um Institute mit kirchlichem Hintergrund.
Ein Sonderfall im Test ist der Banking-Anbieter Tomorrow, der allerdings selbst keine Banklizenz besitzt, aber in Kooperation mit der Solaris SE Privatkunden Girokonten anbietet. Die Solaris SE ist ein lizenziertes Kreditinstitut, das die Bankdienstleistungen im Hintergrund zur Verfügung stellt; die Einlagen sind somit über die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Tomorrow verwendet nach eigenen Angaben das Geld nachhaltig und orientiert sich dabei an den Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDG) der Vereinten Nationen. Dies bedeutet für Tomorrow, dass nicht in »Branchen, die auf Kosten künftiger Generationen wirtschaften«, investiert wird. Unter anderem schließt Tomorrow als absolute Negativkriterien Waffen, Kohlekraft und Massentierhaltung aus und prüft Unternehmen auf ihren Einklang mit dem 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens.
Zum Vergleich: Andere bekannte Banken schneiden deutlich schlechter ab. Die ING hat laut der Untersuchung 57 % der Kriterien erfüllt, die Direktbank DKB 51 %. Weiter abgeschlagen folgen zum Beispiel die Deutsche Bank (43 %), das Sparkassen-Fondshaus Deka (42 %) und die HypoVereinsbank (41 %).
2.1.2 Die strengen Kriterien der Verbraucherzentralen
Allerdings gibt es auch zwischen den führenden sozial-ökologisch ausgerichteten Geldinstituten große Unterschiede. Dies zeigt eine ergänzende Untersuchung der Verbraucherzentrale Bremen. Sie prüfte 14 Banken anhand von acht besonders strengen ethischen Ausschlusskriterien für die Vergabe von Krediten und die Anlage der Kundeneinlagen. Zu den wichtigsten Kriterien, die für die Banken tabu sein sollten, zählen:
Waffen und Rüstung,
Kinderarbeit,
Arbeitsrechtsverletzungen,
Menschenrechtsverletzungen,
Atomkraft,
Fossile Brennstoffe,
Industrielle Tierhaltung und
Glücksspiel.
Laut der Verbraucherzentrale erfüllten nur fünf der untersuchten 14 Banken sämtliche dieser Ausschlusskriterien: die GLS Bank, die EthikBank, die Triodos Bank, die ProCredit Bank und die Umweltbank. Bei nur sieben Banken waren zum Beispiel Geschäfte mit der industriellen Tierhaltung kategorisch ausgeschlossen. Dieses Ergebnis verdeutlicht: Wer eine nachhaltige Bank finden will, die zu den eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen passt, muss genau hinschauen und sollte passend auswählen, um eine Enttäuschung zu vermeiden.
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Tipp: Welche Bank wie arbeitet, zeigt eine Übersicht der Verbraucherzentralen im Internet (www.geld-bewegt.de). Hilfreich bei der Suche sind auch die Bewertungen von www.fairfinanceguide.de und die Analysen des auf nachhaltige Geldanlagen spezialisierten, unabhängigen Internetportals Ecoreporter (www.ecoreporter.de/banken-beratung). Wenn Sie einen Wechsel in Erwägung ziehen, sollten Sie aber unbedingt vorher prüfen, welche Spar- und Anlageangebote Ihre möglichen Wunschbanken haben, wie die Konditionen für das Girokonto sind und ob sie auch nach einem Wechsel noch bequem und kostenlos Bargeld abheben können.
2.2 Girokonten von nachhaltigen Banken: Die Serviceleistungen und Preise im Vergleich
Die gute Nachricht zuerst: Nachhaltige Banken bieten meist das gleiche Sortiment an Leistungen wie konventionelle Banken. Kunden können also normalerweise ein Girokonto eröffnen, Geld sparen und Festgeld anlegen, ein Wertpapierdepot eröffnen und Fonds sowie börsennotierte Indexfonds (ETFs) kaufen oder einen Immobilienkredit aufnehmen. Nur Ratenkredite werden teilweise aus ethischen Gründen nicht angeboten. Denn die Bank will nicht dazu beitragen, dass Kunden auf Pump leben und schlimmstenfalls in eine Verschuldungsspirale geraten.
Wem es wichtig ist, was mit dem eigenen Geld geschieht, muss dafür auch zahlen, aber nicht zwangsläufig mehr, als dies bei der »Sparkasse A« oder »Volksbank B« der Fall ist. So bewegen sich die Kosten für Girokonten im Durchschnitt auf dem Niveau von herkömmlichen Geldhäusern. Die Zinsen für Sparangebote sind allerdings oft nicht auf dem Niveau der Top-Anbieter, bei denen es sich häufig um Direktbanken, ausländische Anbieter oder kleinere deutsche Privatbanken handelt.
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Tipp: Das mag für Kunden nicht entscheidend sein, wenn sie sich dafür damit identifizieren können, was die Bank mit ihrem Geld anstellt. Trotzdem lohnt es sich, die Preise und Leistungen zu vergleichen, um sich nicht später über eine missglückte Wahl ärgern zu müssen.
So kostet ein online geführtes Girokonto bei der EthikBank beispielsweise 9,– € monatlich (108,– € jährlich), während die Triodos Bank 5,80 € pro Monat (69,60 € pro Jahr) verlangt. Die GLS Bank liegt mit ihrem monatlichen Grundpreis und dem zusätzlichen GLS-Beitrag von insgesamt 9,80 € pro Monat (117,60 € pro Jahr) im oberen Bereich, vergleichbar mit Filialbanken. Andere nachhaltige Institute wie die KD-Bank bieten kostenlose Konten unter bestimmten Bedingungen an, etwa bei einem definierten monatlichen Gehaltseingang oder dem Halten von Vermögensanlagen.
Andere nachhaltige Institute verlangen laut einer Analyse von Finanztest für die Kontoführung im Jahr zwischen 20,– € und mehr als 100,– €. Das ist in etwa so viel oder wenig wie bei vielen klassischen Filialbanken. Die Stiftung Warentest kommt bei ihrem Girokontovergleich auf einen Durchschnittspreis von rund 121,– € im Jahr, wobei die Stiftung rät, möglichst nicht mehr als 60,– € jährlich für die Kontoführung zu zahlen.
Auch die Dispozinsen der nachhaltig ausgerichteten Banken bewegen sich oft auf dem Marktniveau – hier wird trotz hehrer ethischer Grundsätze genauso zugegriffen, wie dies bei herkömmlichen Geldinstituten gang und gäbe ist. So liegen die Zinssätze für den Dispositionskredit häufig im zweistelligen Prozentbereich.
Ebenfalls gut zu wissen: Fast alle sozial-ökologisch ausgerichteten Banken sind am Automatennetz der genossenschaftlichen Finanzgruppe (BankCard ServiceNetz) angeschlossen, das über rund 15.500 Geldautomaten in Deutschland verfügt. Es ist also wahrscheinlich, dass man als nachhaltiger Kunde auch auf dem Land schnell und kostenlos an Bargeld kommt.
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Tipp: Einige Anbieter wie Tomorrow erlauben oft nur eine begrenzte Anzahl kostenloser Abhebungen im Inland – darüber hinausgehende Verfügungen sowie Auslandseinsätze können Gebühren verursachen.
2.3 Die Einlagensicherung bei nachhaltigen Banken
Hier gibt es zwischen traditionellen und nachhaltigen Banken grundsätzlich keinen Unterschied: Die gesetzliche Einlagensicherung schützt Einlagen bis zu 100.000,– € pro Person und Bank. Dies gilt auch für Banken wie die UmweltBank (über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH) oder die Triodos Bank (über das niederländische Einlagensicherungssystem).
Darüber hinaus bieten viele private Anbieter in Deutschland freiwillige Sicherheitssysteme, die deutlich höhere Beträge absichern. Beispielsweise liegt die Obergrenze der freiwilligen Einlagensicherung bei Mitgliedern des Bundesverbands deutscher Banken aktuell bei einer Million Euro pro Kunde. Wichtig ist zu prüfen, welchem Sicherungssystem die jeweilige Bank angeschlossen ist, da dies nicht für alle nachhaltigen Banken gilt.
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Tipp:
