Im Schutzraum - Ulrike Serowy - E-Book

Im Schutzraum E-Book

Ulrike Serowy

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Beschreibung

Stell dir vor, es ist Atomkrieg und die Bombe fällt. Was tun? Wohin? Mancherorts gibt es darauf eine Antwort: Sofort in den Schutzraum! Runter in die U-Bahnstation, die bis eben noch ganz gewöhnlich wirkte, wo du nun aber Zuflucht suchen sollst. Hinein in den Untergrund, bevor es zu spät ist! Die Stahltüren schließen sich hinter dir, langsam, aber unerbittlich, und wer nicht schnell genug ist, wer nicht mehr hineingelassen wird, muss draußen bleiben, in der brennenden, strahlenden Stadt. Jetzt bist du im Schutzraum, einer geheimen Anlage unter dem Asphalt - nüchtern, zweckmäßig, von beklemmender Enge, und genau für diesen Fall erbaut. Hier unten erreicht dich kein Feuer, kein Fallout, hier sagt man dir genau, was du zu tun hast. Hier bist du in Sicherheit – oder? Wie ist es dort unten, wo über 2000 Menschen auf engstem Raum Schutz suchen, wo schäbige Charaktere ihre Macht missbrauchen, wo Zwang und Überwachung jede Freiheit, jede Hoffnung ersticken – wie ist es dort unten, im Schutzraum? Ulrike Serowy gibt Antworten auf diese Fragen, in ihrer so fesselnden wie erschreckend aktuellen Dystopie „Im Schutzraum“. Peter Zillig von der Geschichtswerkstatt Kalk e. V. unternimmt eine historische Einordnung des Schutzraums, der heute noch in Köln-Kalk besichtigt werden kann.

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Seitenzahl: 37

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Impressum

1. Auflage: Oktober 2025

© Verlagsrechte: Edition Outbird (www.edition-outbird.de), Inh. Tristan Rosenkranz, Haeckelstraße 15, 07548 Gera

Bei Fragen zur Produktsicherheit wenden Sie sich an: [email protected].

Alle Rechte, einschließlich des Rechts zur vollständigen und auszugsweisen Wiedergabe in jeglicher Form, sind vorbehalten. Alle handelnden Personen sind frei erfunden, Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig.

Die Nutzung des Inhalts für Text und Data Mining im Sinne von § 44b UrhG ist ausdrücklich verboten.

Coverfotografie: Florian PinkertLektorat: Vanessa-Marie Starker, Tristan Rosenkranz, Nathan StaegeeBook-Formatierung/-konvertierung: Hannah Rafalski

Herausgeber: Tristan RosenkranzDruck: BookPress, Polen

ISBN: 978-3-948887-96-4

Preis: 3,99 €

Die Edition Outbird ist Mitglied im Lese-Zeichen e. V., im Thüringer Literaturrat, im Schöne-Bücher-Netzwerk und im Phantastik-Autoren-Netzwerk e. V..

Im Schutzraum

Der Zivilschutzraum in Kalk

In den frühen Achtzigerjahren fürchteten sich viele Menschen vor einem Atomkrieg. In der nachfolgenden Geschichte ist diese Furcht berechtigt gewesen.

Ulrike Serowy

Im Schutzraum

Jetzt werden die Tore geschlossen. Lautlos gleiten die halbmeterdicken Stahlplatten aus dem Boden empor und schieben sich langsam nach oben. Die Sirene heult. Die Menschen auf beiden Seiten der Tore wissen, was das bedeutet. Jetzt haben sie Panik in den Augen und protestieren und schreien. Einige von ihnen sind noch hastig über die wachsende Stahlmauer gestiegen, wer jetzt noch rüber will, muss sich anstrengen und ein bisschen springen, um hinüberzukommen, so schnell schiebt sich die Wand in die Höhe, und so hoch springen, das schafft nicht jeder. Die Leute strecken die buntbejackten Arme mit den Handtaschen und Einkaufsbeuteln und Aktentaschen daran in die Luft und schütteln die Fäuste. Ihr Geschrei vermengt sich mit dem Sirenengeheul. Einem Mann mit Schnauzbart gelingt es noch, sich an der Stahlwand emporzuziehen und seinen Körper halb hinüberzuhieven. Da ist die Stahlwand der Decke aber schon so nah, dass er Gefahr läuft, zerdrückt zu werden. Vielleicht zieht ihn jemand am Hosenbein wieder herab, denn plötzlich ist er verschwunden und du siehst ihn nicht mehr. Mit einem erstaunlich sanften, aber endgültigen Schlag stößt die Stahlwand an der Decke an. Der Schutzraum ist verriegelt. Das Geschrei hinter der Wand ist verstummt.

Die Menschen auf eurer Seite der Wand kommen langsam wieder zu sich. Eben noch voll Panik, von dem unbedingten Willen getrieben, in den Schutzraum zu gelangen, zu den Geretteten zu gehören, sind sie nun sehr plötzlich sehr ratlos. Sie schauen sich fragend um. Du gehörst auch dazu. Was nun? Eben noch war dies hier bloß eine U-Bahn-Haltestelle, aber was ist es jetzt? Und wie lange wirst du hier sein? Was passiert jetzt mit euch? Wer sagt euch, was ihr tun sollt? Du siehst dich um. Da sind alle Arten von Menschen. Hausfrauen mit vollgepackten Körben, manche in bunten Kittelschürzen. Männer mit Krawatten und eckigen Jacketts, die in der heißen Juli-Sonne da draußen, da oben, viel zu warm sind, Frauen mit kurzen weißen Shorts und locker darüberhängenden Oberteilen, mit voluminösen Frisuren und starkem Make-Up. Schulkinder mit Sandalen und Trikothemden. Und du bist auch da.

Ihr alle wart eben noch oben auf der Straße unterwegs. Einige von euch waren auf dem Weg zur nächstgelegenen Haltestelle, an der Kapelle, denn diese hier war seit einigen Wochen wegen Umbaumaßnahmen gesperrt. Man hatte gemunkelt, dass dort etwas vor sich ging, aber was, konnte keiner so richtig sagen, oder wollte es nicht. Dann hatte es vorhin dieses Signal gegeben. Du warst gerade noch bei der Post. Du arbeitest dort, hast eben Feierabend gemacht und wolltest jetzt zu deinem Lieblingsbäcker gehen. Aber dann ging dieser Ton los. Ein nervtötender, penetranter, dabei fast melancholischer Heulton, der auf- und abschwoll, von langen Phasen des Abklingens unterbrochen, bis er sich wieder ganz erhob und durch die Straßen heulte. Die Menschen waren erstarrt, auf der Stelle stehengeblieben, jeder in seiner Schrecksekunde gefangen, bevor man sich besann, was zu tun war, in diesem Fall, den zu fürchten und zu erwarten man ihnen beigebracht hatte.

Ein Blitz, ein Lichtkegel, Lärm, so laut und allumfassend, dass man meinen könnte, man höre die Ewigkeit des Alls ein- und wieder ausatmen.