Im Wandel wachsen - Anselm Grün - E-Book

Im Wandel wachsen E-Book

Anselm Grün

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Beschreibung

Leben ist – von seinem Beginn bis zum Ende – Wandlung und Prozess. Da gibt es Bruchstellen und Konflikte, Ängste oder Hoffnungen. Schon mit der Entscheidung für einen bestimmten beruflichen Lebensweg ändert sich vieles. Mit der Geburt eines Kindes endet eine Phase, und es beginnt Neues. Beziehungen ändern sich oder gehen zu Ende. Ob eine schwere Krankheit auf die Probe stellt oder Krisen im Umfeld, ob Lebensmitte oder Lebensende: Leben im Wandel stellt Anforderungen. Wir können sie annehmen und gestalten. Herausforderungen sind der Weg zu neuer Lebendigkeit. Anselm Grün stärkt die Zuversicht jedes Einzelnen auch in schwierigen Situationen, inspiriert zu Eigenständigkeit und innerer Stärke.

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Ein einfach-leben-Buch

© Verlag Herder GmbH, Freiburg im Breisgau 2022

Alle Rechte vorbehalten

www.herder.de

Satz und Gestaltung: Gestaltungssaal, www. gestaltungssaal.de

E-Book Konvertierung: Newgen publishing

ISBN E-Book: 978-3-451-82589-7

ISBN Print: 978-3-451-00788-0

Inhalt

Einführung

1. Kapitel

Wege der Reifung und Schmerzen des Wachstums

Neues Leben: Schwangerschaft und Geburt

Entfaltung: Kindheit und Adoleszenz

Ablösung von den eigenen Eltern

Partnerwahl: Einen gemeinsamen Weg gehen

Die Elternschaft annehmen und doch die Kinder loslassen

Wieder allein – wenn die Kinder aus dem Haus sind

Die Erfahrung der Lebensmitte

Wenn die eigenen Eltern älter werden

Am Ende des Berufslebens

Älterwerden und alt sein

Das eigene Sterben als Hinübergehen

2. Kapitel

Gestalten, was uns widerfährt: Persönliche und gesellschaftliche Herausforderungen

Einsam – ohne Partner, kinderlos

Ich bin anders als alle anderen

Ausgegrenzt – Fremdheit und Identität

Beziehungsabbrüche – Vertrauensverlust

Mit der Schuld umgehen

Stress durch Ortswechsel und Umzüge

Durch eine schwere Krankheit gehen

Trennungen – Scheidungen

Schockerfahrungen, die alles ändern

Vor den Scherben des Lebens

Mitten im Leben – der Tod

Spirituelle Dunkelheiten durchleben

Die Welt und meine Heimat ändern sich

Nichts ist mehr wie es war – auch in der Kirche

3. Kapitel

Was Halt gibt und inneres Wachstum ermöglicht

Alles hat seine Zeit – bewusst durch das Jahr

Jeden Tag voll Achtsamkeit erleben

In Bewegung bleiben – damit etwas in Bewegung kommt

Gegen den Strom: widerständig leben

Die Realität gelassen annehmen und akzeptieren

Destruktive Energien transformieren

Lösung aus Symbiosen – Schritte in die Eigenständigkeit

Entscheidungen wagen – frei werden von Blockaden

Hoffnung: Sich zur Zuversicht entscheiden

Offen sein für einander: Wachsen am Du

Rückzug: Innehalten und die Stille suchen

Trost suchen und Trost geben

Krankmachendes bearbeiten

Gotteserfahrung und Selbstwerdung

Spirituelle „Wandlung“ und unser Alltag

Archetypische Bilder – Potentiale der Verwandlung

Nachwort

Zitierte Literatur

Einführung

Im Wandel wachsen: Grundgesetz des Lebens

Wachsen ist ein Grundgesetz des Lebens. Dieses Grundgesetz gilt für Menschen, aber auch für Tiere und Pflanzen. Zu diesem Gesetz des Wachsens gehört auch das Gesetz des Sterbens – in der Natur um uns herum wie bei uns Menschen. Die Pflanzen blühen im Frühling auf, sie wachsen und werden welk, die Bäume werfen ihre Blätter ab. Im Winter scheint alles abgestorben zu sein. Doch in jedem Frühling wächst wieder neues Leben. Auch wir Menschen werden geboren, wir altern und sterben. Wachsen und Sterben gehört zu jedem Leben. Und nur wenn wir uns diesem Grundgesetz des Lebens anvertrauen, werden wir wahrhaft Menschen, leben wir so, wie Gott es uns zugedacht hat. Johann Wolfgang Goethe hat in dem Gedicht „Selige Sehnsucht“ dieses Gesetz des Wachsens und Sterbens so formuliert:

„Und solang du das nicht hast, / Dieses: Stirb und werde! / Bist du nur ein trüber Gast / Auf der dunklen Erde.“

Nur wer dieses Gesetz des Zusammenhangs von Wachsen und Sterben bejaht, also auch das Eingebundensein in die Natur und die eigene Endlichkeit, ist – nach Goethe – würdig, als Mensch auf dieser Erde zu leben. Wer sich dagegen wehrt, ist für ihn nur ein trüber Gast auf der dunklen Erde: Sein Leben ist verdunkelt. Es ist kein wirkliches Leben.

Im Fluss des Lebens – im Wildwasser des Wandels

Der griechische Philosoph Heraklit hat das Wort geprägt: „Panta rhei.“ – „Alles fließt.“ Und über unser Leben sagt er: „Wir steigen niemals zweimal in den gleichen Fluss.“ Auch wenn wir die Dynamik des Wandels der Lebensverhältnisse in der Gegenwart als besonders eindrücklich wahrnehmen: Leben ist und war immer Wachsen und Wandel. Auch menschliches Leben ist immer im Fluss. Jeder Fluss fließt in eine Richtung, er mündet entweder ins Meer oder ergießt sich in einen anderen Fluss. Er muss auf seinem Weg Hindernisse überwinden. Manchmal muss er sich durch ein enges Tal zwängen. Felsen stellen sich ihm in den Weg. Doch er fließt um alles herum. So ist auch unser menschliches Leben durch viele Hindernisse geprägt. Man spricht auch vom „Wildwasser des Wandels“. Das, was sich uns in den Weg stellt, kann unseren Wandlungsweg behindern und erschweren. Es kann aber auch eine Chance sein für unsere Verwandlung. So wie der Fluss um den Felsen strömt, auf einmal reißender wird und aufschäumt, so können die Hindernisse auf unserem Weg uns herausfordern, neue Möglichkeiten zu finden und neue Lebendigkeit in uns zu entdecken.

Unwägbarkeiten gehören zum Leben: zeitlebens, von der Jugend bis ins Alter. Leben ist nicht vorhersehbar, nicht kontrollierbar, sondern entwickelt sich. Wer davor nur Angst hat, verkrampft. Auch wer sich in seiner Unsicherheit nur an Normen und Vorschriften, an Geld oder Versicherungen klammert, verliert Lebendigkeit, er kann sich nicht wandeln. Es geht also darum, Unsicherheit nicht zu schnell mit äußeren Sicherheiten zu vertauschen, sondern sie zu akzeptieren. Das gelingt leichter, wenn wir uns tiefer getragen fühlen und Vertrauen haben. Viele Menschen machen die Erfahrung, dass gerade schmerzliche Situationen, wie eine plötzliche Krankheit, ein finanzieller Bankrott oder das Zerbrechen einer Partnerschaft, zu einer intensiven Wandlung und in einen neuen „glücklichen Raum“ (Rilke) führen können.

Wenn wir genauer fragen, was das Leben von seinem Wesen her ist, beginnen wir zu stammeln. Wenn wir uns zur Beantwortung dieser Frage auf unsere religiöse Tradition beziehen, können wir sagen, dass die Bibel das Leben mit dem Lebenshauch verbindet, den Gott den Menschen einhaucht. Das Johannesevangelium spricht vom ewigen Leben. Die Griechen unterscheiden zwischen „bios“, dem biologischen Leben, und „zoe“, der Lebensqualität, dem erfüllten, wirklichen Leben. Wenn Johannes vom ewigen Leben spricht, dann meint er, dass in uns ein Leben ist, das auch durch den Tod nicht vernichtet wird. Er sieht das Leben als etwas Geistiges. Wer die Worte Jesu hört und sie realisiert, der ist jetzt schon vom Tod zum Leben übergegangen (vgl. Joh 5,24).

Die Lebensphilosophie (vor und nach 1900) hat das Leben im Gegensatz zu den rationalen Konzepten und Begriffen, mit denen die sonstige Philosophie arbeitete, als vitalen „Elan“ verstanden und das Werden und die Ganzheitlichkeit, die Kreativität und die Gestaltungsmöglichkeiten herausgestellt. Der Theologe Karl Rahner sieht Leben und Tod sowohl als Widerfahrnis wie auch als Tat des Menschen. Wir können das Leben demnach nur in seiner Gegensätzlichkeit verstehen: Es widerfährt uns, und wir gestalten es. Manchmal erleiden wir das Leben, das uns vorgegeben ist. Auf der anderen Seite können wir das, was uns vorgegeben ist, auch selbst gestalten.

Damit das glückt, braucht es auch den Willen und die Fähigkeit, sich zu entscheiden. In den „Sonetten an Orpheus“ hat Rilke einem Gedicht den Titel „Wolle die Wandlung“ gegeben. Darin rühmt er die Lebendigkeit des entwerfenden Geistes als Feuer der inneren Entwicklung und sieht die Entscheidung zur Wandlung als Alternative zu Erstarrung und Tod:

„Was sich ins Bleiben verschließt, schon ists das Erstarrte; Wähnt es sich sicher im Schutz des unscheinbaren Grau’s?“

Und der Dichter sieht gerade im Wandel die Voraussetzung eines glückenden Lebens:

„Jeder glückliche Raum ist Kind oder Enkel von Trennung, den sie staunend durchgehn.“

Menschsein heißt innere Verwandlung

Wachsen ist mit ständiger Wandlung verbunden. Ohne Wandlung kein Wachsen. Für uns Menschen geht es aber nicht nur um die Wandlung, die mit dem natürlichen Vorgang des Wachsens verbunden ist, sondern auch um die innere Verwandlung. Der Psychoanalytiker und Tiefenpsychologe C. G. Jung betont immer wieder, dass der Mensch, der sich nicht wandelt, innerlich stehen bleibt. Wer als alter Mensch noch das Kind oder der ewig Jugendliche bleibt, verfälscht damit sein Menschsein. Der Mensch wandelt sich vom Kind zum Jugendlichen, vom Jugendlichen zum Erwachsenen und schließlich zum Alten. Ein Mensch, der dieser inneren Wandlung zustimmt, lebt seinem Wesen gemäß. Solche Wandlungen sind freilich oft ein schmerzlicher Prozess. Es kann weh tun, sich vom Kind zum Jugendlichen zu wandeln. Und keineswegs fällt es immer leicht, vom Erwachsenen, der alles in die Hand nimmt und aktiv gestaltet, zum alten Menschen zu werden, der geschehen lassen muss, was geschieht. Häufig geschieht die Wandlung durch Krisen hindurch: Es ist ein Weg von durchgemachten Erfahrungen, die in den eigenen Lebensvollzug immer neu integriert werden müssen. Unser Leben ist ein Prozess, in dem nicht nur Enden und Anfänge immer wieder neu miteinander verknüpft sind. Da gibt es auch Bruchstellen und Phasen der Krise und der Transformation, die mit Konflikten – inneren und äußeren –, mit Angst oder Hoffnungen verbunden sind. Mit der Entscheidung für einen bestimmten beruflichen Lebensweg oder für einen konkreten Partner ändert sich vieles und beginnt etwas Anderes. Mit der Geburt eines Kindes endet für Eltern eine Lebensphase, es beginnt etwas Neues. Mit der Lösung der Kinder von den Eltern hört die Elternschaft nicht auf. Beziehungen ändern sich und bleiben bestehen. Wenn etwa eine schwere Krankheit uns auf die Probe stellt oder Krisen im Umfeld einer Entscheidung erfahren werden, wenn Entscheidungen in der Lebensmitte oder am Lebensende zu treffen sind, und unabhängig auch davon, ob wir auf das Leben des Einzelnen oder auf Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft schauen: Leben im Wandel stellt Anforderungen an alle, die damit zurechtkommen müssen – und sie ist eine Chance für mehr Lebendigkeit. Solche Lebendigkeit verlangt oft auch Geduld.

Kein Mechanismus

Verwandlung geschieht oft, ohne dass wir etwas dazu tun. Wir spüren vielleicht erst nach einigen Jahren: Es hat sich in mir etwas gewandelt. Ich reagiere z. B. nicht mehr so empfindlich auf verletzende Worte. Oder wir erleben einen Freund, den wir lange nicht gesehen haben, und haben das Gefühl: Da hat sich „etwas getan“, da ist etwas gewandelt – manchmal zum Guten, manchmal auch zum Negativen. Bei allem Geschehenlassen gehört zur Verwandlung auch menschliches Tun. Geistliche Übungen, also bewusste spirituelle Praxis, gehören in der christlichen Tradition dazu.

In unserer Zeit haben viele Menschen nicht die Geduld zur Verwandlung und zum Wachsen. Sie wollen sich selber verändern wie eine Maschine, die man mit einem Knopfdruck umstellen kann. Doch dann behandeln sie sich selber oft auch wie eine Maschine. In ihrem Verhalten steckt etwas Aggressives: Ich muss ein anderer Mensch werden. So wie ich bin, bin ich nicht gut. Alles muss bei mir ganz anders werden. Denn das, was ich jetzt lebe, ist nicht gut. Ich verändere also etwas, weil ich nicht zufrieden bin und das Bisherige ablehne. Doch auch das ist ein Grundgesetz menschlichen Lebens: Das, was ich ablehne, bleibt an mir hängen. Wenn ich mein bisheriges Leben ablehne, wird es mich auch weiterhin bestimmen.

Gegenüber diesem eher mechanistischen Bild der Veränderung setzen die christliche Tradition und auch die heutige Psychologie auf Verwandlung. Verwandlung bedeutet: Ich schaue zurück, aber auch nach vorne. Ich würdige mich und mein Leben, wie ich es bisher gelebt habe. Aber ich spüre: Ich bin noch nicht der oder die, die ich von meinem Wesen her sein könnte. Wandlung kann nur geschehen, wenn ich das, was ist, annehme. Es ist so, wie es ist. Ich bewerte es nicht. Aber solches Annehmen ist immer mit der Hoffnung verbunden, dass sich in mir Wandlung vollzieht, dass ich noch mehr hineinwachsen werde in meine ursprüngliche Gestalt, in die Gestalt, die Gott mir zugetraut, die er für mich vorgesehen hat.

Das Doppelgesicht von Verwandlung

Es gibt freilich nicht nur die Verwandlung in das eigene authentische Wesen. Es gibt nicht nur die Veränderung zum Guten, sondern auch die Verwandlung zum Schlechteren. In der Literatur und auch schon in den Märchen, Mythen und Sagen gibt es Beispiele dafür. Verwandlungen sind da etwa die Folge von Verwünschungen oder Strafen, aber auch Zeichen göttlicher Macht.

Die berühmteste positive Geschichte von Verwandlung beschreibt der antike Dichter Ovid in den „Metamorphosen“: Philemon und Baucis, ein altes Ehepaar, nehmen – anders als die anderen – die Götter Zeus und Hermes gastfreundlich in ihrer Hütte auf. Als Dank dafür erbitten sie sich, zur selben Stunde zu sterben, sodass keiner von ihnen des anderen Grab schauen muss. Sie werden am Ende ihres Lebens dann, während sie miteinander reden, in eine Eiche bzw. eine Linde verwandelt. Diese Verwandlung ist der Lohn für ihre im Leben bewiesene Haltung: ein göttliches Geschenk, das sogar den Schmerz des Todes und der Trennung aufhebt.

In der Neuzeit hat Franz Kafka hat in seiner Erzählung „Die Verwandlung“ beschrieben, wie ein Mensch durch eine belastende und kränkende Umwelt negativ verwandelt werden kann. Gregor Samsa, der als reisender Tuchhändler nach dem Bankrott des väterlichen Geschäfts die Familie ernährt, wird über Nacht in ein übergroßes Ungeziefer verwandelt. Offensichtlich drückt Kafka damit aus, dass die verletzende Vaterbeziehung einen Menschen in ein Ungeziefer verwandeln kann. Die Familie erschrickt vor dem Ungeziefer und hasst es. So stirbt mit dem Ungeziefer der Sohn. Es ist eine erschreckende Erzählung, die aber sehr deutlich zum Ausdruck bringt, wie eine kränkende äußere Situation den Menschen verwandelt: in einen Menschen, der seine Würde verliert und sich in der Folge so negativ entwickelt, dass er von allen gehasst wird.

Change-Management

Wenn heute von Veränderung die Rede ist, dann oft in politischen oder wirtschaftlichen Zusammenhängen. Da wird vor Wahlen etwa ein Richtungswechsel in Aussicht gestellt. Man will so der gewandelten Realität besser gerecht werden. Von „Transformationskompetenz“ als Führungsqualität ist immer häufiger die Rede. Auch in der Wirtschaft, insbesondere beim Unternehmensmanagement, spricht man heute von solchen Steuerungsprozessen. Man nennt es „Change-Management“, wenn es darum geht, mit organisatorischen Veränderungen die Leistungsfähigkeit zu erhalten und auf neue Umstände nachhaltig zu reagieren. Wenn man aber Veränderungen immer nur hinterherhechelt und in der Firma ständig alles verändern will, erzeugt das häufig bei den betroffenen Menschen Aggressionen. Denn man vermittelt ihnen damit: Alles, was ihr bisher gemacht hat, war falsch. Ihr müsst alles anders machen. Auch für eine Firma gilt das Gesetz der Verwandlung: Ich nehme die Firma an mit allem, was sie bisher geleistet hat. Ich würdige die Mitarbeiter. Aber ich ziehe die Konsequenz aus der Einsicht, dass die Zeiten sich ebenso wie die Bedingungen des Wirtschaftens geändert haben. Deshalb müssen wir erforschen, wie wir hineinwachsen können in die Kultur, die uns ausmacht, damit wir auch nach außen gut wirtschaften können. Es ist unsere Aufgabe, unsere wahre Identität zu finden und uns nicht von den äußeren Umständen zu permanenten Veränderungen zwingen zu lassen, die die beteiligten Menschen überfordern und ihnen letztlich die Motivation nehmen. Natürlich müssen manchmal Strukturen und Arbeitsabläufe verändert werden, damit die Firma sich in ihre eigentliche Gestalt verwandeln kann. Aber wenn klar ist, dass wir ein Unternehmen heute auf andere Weise führen müssen und wenn ich in diesem Prozess die Mitarbeiter würdige und ihnen für ihre Stärken und das bisher Geleistete danke, dann kann ich sie auch begeistern für ihre wahre Gestalt und für das, was ein wirksames Unternehmen ausmacht.

Viele beziehen das „Change-Management“ freilich auch auf ihren persönlichen Weg. Sie wollen bei sich alles von Grund auf ändern. Häufig erwarten sie von äußeren Änderungen, dass auch sie selbst ganz andere Menschen werden. Die einen ändern alle zwei Jahre ihre Ernährungsmethode, andere ihre Bewegungsart, wieder andere ihre psychologischen Methoden. Doch sie bleiben immer die Gleichen. Sie ändern ihre Methoden, um selbst ein anderer zu werden. Doch dann rebelliert die menschliche Seele, sie reagiert mit Widerstand – und das, was wir bekämpfen, bleibt an uns hängen.

Hindernisse auf dem Weg

Nicht nur Veränderung erzeugt Aggressionen. Viele sperren sich auch gegen die Verwandlung. Sie möchten einfach stehen bleiben. Doch ohne Bereitschaft zur Verwandlung erstarrt man innerlich. Nicht nur Angst ist ein Hindernis für die Wandlung: die Angst vor dem Neuen oder die Angst vor dem schmerzlichen Prozess der Veränderung. Sogar Erfolg kann ein Hindernis auf diesem Weg sein. C. G. Jung meint einmal, der größte Feind der Verwandlung sei ein erfolgreiches Leben. Denn dann hat man das Gefühl: Es stimmt doch alles, alle beneiden mich um meinen Erfolg. Die Versuchung ist dann, einfach so weiterzumachen. Doch dann wird der Mensch oft leer. Der Erfolgreiche steht in Versuchung, sich vom Erfolg her zu definieren. Und dann bleibt er innerlich stehen.

Erfolg sei keiner der Namen Gottes, hat Martin Buber gesagt. Und etwas zugespitzter sagt man – auf äußeren Erfolg bezogen: Wirklich erfolgreiches Leben meint nicht, zuletzt der reichste Mann auf dem Friedhof zu sein. Was „gutes Leben“ ist, bemisst sich nicht nach einem „Mehr“ an Besitz, nicht allein nach Kriterien äußeren Erfolgs. Ich kann auch nicht immer noch mehr arbeiten, nicht immer noch mehr produzieren, sondern muss meine Grenzen kennen und auf sie Rücksicht nehmen. Und wenn ich in einer Aufgabe persönlich wachsen will, muss ich andere loslassen. Auf die Dauer wird ein Handeln, das nur auf äußeres „Mehr“ und nicht auf inneres Wachstum bedacht ist, seine Grenzen schmerzlich erfahren. Eine Vorstellung von Wachstum, die auf ein „Immer-Mehr“ setzt und dabei die grundsätzliche Begrenztheit des Lebens und seine Eingebundenheit in die Natur nicht zur Kenntnis nimmt, die also das eigene Maß nicht kennt, verkennt die Wirklichkeit.

Geschehen lassen und sich Herausforderungen stellen

Unabhängig von unserer Gestaltung hat das Leben auch seine eigene Dynamik. Gerade die Verwandlung, die wesentlich für das Leben ist, geschieht oft von selbst, ohne dass wir sie selber in die Hand nehmen. Wir haben das Leben, aber wir haben es nicht im Griff. Es entgleitet uns immer wieder. Alle Versuche, das Leben genau zu beschreiben, es in feste Begriffe zu fassen, scheitern. Das Leben ist in uns, und wir leben unser Leben. Es kommt auf uns zu, und wir formen es.

Dass Verwandlung und Veränderung zusammengehören, gilt für die persönliche Entwicklung, aber auch für die Welt, in der wir leben. „Wer will, dass die Welt bleibt, wie sie ist, der will nicht, dass sie bleibt.“ Das hat der Lyriker Erich Fried einmal gesagt. Zum Doppelgesicht der Wandlung gehört auch, dass Welt und Gesellschaft um uns herum sich in einem noch nie da gewesenen Ausmaß verändern, dass alles „im Fluss“ ist, was künftige Entwicklungen angeht, und dass dabei große Hoffnungen und absehbare Gefährdungen nahe beieinanderliegen. Stichworte sind die Globalisierung und ihre Folgen wie Migration und wachsende Ungerechtigkeit, die Klimaveränderung oder der schwer beherrschbare technische Fortschritt. Wer die vergangenen Jahrzehnte in den Blick nimmt, kann ermessen, wie sehr das die Welt, das Zusammenleben und nicht nur das Leben der Einzelnen verändert hat – zum Teil in einer atemberaubenden Dynamik und mit nicht leicht zu bewältigenden Folgen. Wie kann der Einzelne in diesem rasanten Wandel bei sich bleiben und nicht mitgerissen werden? Wie kann er sich zerstörerischen Folgen entgegenstellen und sich positiv gestaltend in den Wandel einbringen, sodass er durch sein Leben zum Segen wird für seine Mitwelt? Was sind die Herausforderungen, die bewältigt werden müssen, damit nicht nur die äußeren Veränderungen gut gestaltet werden, sondern auch die Bedingungen für inneres Wachstum und für die persönliche Verwandlung gegeben sind?

Für die persönliche Entwicklung heißt die Aufgabe der Verwandlung: Ich selber soll mich wandeln, anstatt mich krampfhaft zu verändern. Aber der Wandlungsprozess braucht oft äußere Veränderungen. Das meint auch politisch-gesellschaftliche Änderungen, aber nicht nur. Ich kann natürlich meinen Lebensstil ändern, meine Ernährung, meinen Tagesrhythmus, meine Gewohnheiten. Die Änderung äußerer Dinge kann dazu beitragen, dass ich als Mensch immer freier werde und immer mehr in die Gestalt verwandelt werde, die für mich stimmt. Man kann es durchaus auch mit dem technischen Bild des Staudammes veranschaulichen: Das Wasser muss gestaut werden. Es muss ein Damm errichtet werden, der das Wasser hindert, einfach weiterzulaufen. Dann kann es mit neuer Geschwindigkeit durch die Turbine strömen und in Strom verwandelt werden. Manchmal müssen wir also ein Hindernis für unseren gewohnten Lebenslauf errichten, damit sich in uns etwas in eine neue Form von Energie verwandelt.

Für C. G. Jung sind vor allem die Symbole und Rituale eine solche Hilfe dafür, dass die „Libido“, die triebhafte Energie des Menschen, in geistige Energie verwandelt wird. Die Religion hat nach Jung die Aufgabe, die Libido des Menschen aus dem Zustand „der Unbeherrschtheit und des Ausgeliefertseins an die Affekte“ (Jung, Symbole der Wandlung 525) zu befreien und sie so in eine Energie zu verwandeln, die den Menschen für höhere Ziele öffnet und dazu befähigt.

Worum es geht

Nicht nur unser Handeln ist gefragt, damit Verwandlung zum Guten hin in uns geschehen kann, sondern eben auch Haltungen, die wir für diesen Prozess benötigen und die uns Halt geben, damit das Leben um uns herum nicht zum Wildwuchs wird.

Die Haltungen sind in uns. Aber wir sind nicht immer in Beziehung zu ihnen. Damit sie eine Wirkung in uns erzielen können, gilt es, dass wir sie uns nicht nur bewusst machen, sondern auch versuchen, sie zu entfalten und zu stärken. Die von Jung angesprochene geistige Energie kann durchaus zu einer Haltung der Achtsamkeit und Verantwortung, der Hoffnung und des Vertrauens führen und auch eine Ermutigung zu aktiver Gestaltung der Wirklichkeit sein.

In diesem Buch geht es aber nicht um konkrete Vorschläge, nicht um die Frage, wie und mit welchen sinnvollen Maßnahmen oder notwendigen Aktionen wir die Welt oder die Gesellschaft verändern sollen. Es will vielmehr die Richtung inneren Wachstums aufzeigen und Orte und Wege einer Verwandlung beschreiben, die uns selber betrifft. Das Ziel dieser Verwandlung besteht darin, dass wir immer authentischer und freier werden, und auch darin, dass wir frei werden von dem Zwang, ständig „an uns herumzuändern“. Vielmehr können wir gelassen uns selber lassen, in dem Vertrauen, dass Gott in uns Verwandlung wirkt durch alle Erfahrungen und Begegnungen unseres Lebens hindurch.

Und in dieser Gelassenheit, in diesem Vertrauen können wir uns auch getrost auf die Herausforderungen einlassen, vor die aller äußere Wandel uns auch stellt. Das Bild der Verwandlung ist von Hoffnung getragen. Es geht nicht darum, den Schmerz und das Leid zu verdrängen. Das Kreuz gehört zum Leben. Aber für Christen ist es zusammen mit der Auferstehung Jesu das Hoffnungsbild von Verwandlung. Es ist das Symbol für die Hoffnung, dass alles in uns verwandelt werden kann: Dunkelheit in Licht, Erstarrung in Lebendigkeit, Schmerz in Liebe, Scheitern in einen neuen Anfang und Tod in Leben.

Neues Leben: Schwangerschaft und Geburt

Mit unserer Geburt, mit dem „Auf-die Welt-Kommen“ jedes Menschen, ist etwas Neues, neues Leben entstanden, etwas, das wir vorher so noch nicht gesehen haben. Gerade in einer Zeit, in der alle gewohnt sind, in die Zukunft hinein zu planen, ist es wichtig, sich bewusst zu machen: Wir alle sind zunächst einmal Geborene. Uns wurde das Leben geschenkt. Wir sind durch diese Tatsache auch mit allen anderen Menschen verbunden. Schwangerschaft und Geburt gehören so grundsätzlich zu unserem Leben wie die Erfahrung von immer neuen Anfängen, sodass wir diese Erfahrung auch auf geistige Erfahrungen übertragen.

Eine einschneidende Erfahrung

Als konkrete leibseelische Erfahrung betreffen Schwangerschaft und Geburt zunächst einmal Frauen in einmaliger Weise. Wenn ich im Folgenden über diesen Aspekt spreche, kann ich als Mann nur aus dem schöpfen, was mir meine Schwestern und befreundete Frauen über ihre Schwangerschaft erzählt haben. Da ist ein intensives Gefühlsspektrum. Wenn eine Frau schwanger wird, so reagiert sie mit Freude, aber manchmal auch mit Angst: Wird das Kind sich in meinem Bauch gut entwickeln? Kann ich für das Kind eine gute Mutter sein? Manche Frauen reagieren körperlich auf die Schwangerschaft: Es wandelt sich etwas in ihrem Leib. Sie können ihren Leib nicht kontrollieren. Er meldet sich einfach und will berücksichtigt werden in seinen Bedürfnissen.

Die Geburt ist für die Frau oft das, was Abraham Maslow eine Gipfelerfahrung nennt. Er beschreibt die Gipfelerfahrung so: „Der Mensch tritt ein in das Absolute, er wird eins mit ihm, und wenn auch nur für einen kurzen Augenblick. Dieser Augenblick verändert das Leben. Viele haben darüber gesagt, dass in ihm der Geist des Menschen innehalte und dass sich ihm in diesem zeitlosen Augenblick die paradoxe, veränderlich/unveränderliche Natur des Universums erschließe.“ Viele Frauen können gar nicht genau schildern, was sie bei der Geburt ihres Kindes erfahren haben. Aber manchmal machen Frauen bei der Geburt auch andere als die von Maslow beschriebenen Erfahrungen: Sie spüren vor allem den Schmerz und halten ihn kaum aus. Für sie ist es vor allem eine Erleichterung, dass es vorbei ist, dass das Kind wirklich gesund aus dem Mutterleib kommt. Dann spüren sie mitten in der Erschöpfung doch Erleichterung. Man spricht in der Psychologie aber auch von der Wochenbettdepression. Als ich das erste Mal davon hörte, war ich verwundert. Doch dann erzählte mir eine Frau von ihrer Depression nach der Geburt. Da habe ich verstanden, wie die Geburt immer auch eine ambivalente Erfahrung ist.

Das Leben der Mutter wird verwandelt

Sobald das Kind geboren ist, wird das Leben der Mutter völlig verwandelt. Jetzt ist sie ganz für das Kind da. Und die erste Zeit kann sehr anstrengend sein. Das Kind wacht nachts immer wieder auf. Oder es ist ein sogenanntes Schreikind, das in den ersten Wochen aus oft unerklärlichen Gründen immer wieder schreit. Manchmal ist die Verdauung schuld, die am Anfang beim Kind noch nicht angemessen gelingt. Die Mutter spürt dann Ohnmacht, manchmal auch Aggression. Die Aggression sollte sie weder unterdrücken noch am Kind ausleben. Die Aggression ist vielmehr ein Hilfeschrei der Seele: Ich muss jetzt auch mit mir selbst gut umgehen. Ich brauche auch immer wieder einmal Augenblicke des Aufatmens und der Ruhe, um mich wieder in Liebe dem Kind widmen zu können.

Sich dem Wandel in der Beziehung stellen

Nach der Geburt des Kindes wandelt sich auch die Beziehung zwischen Mann und Frau, zwischen Vater und Mutter. Oft ist der Mann dann glücklicher Vater und genießt es, das Kind im Arm zu halten und mit ihm zu spielen. Aber manchmal fühlt er sich dann auch zurückgesetzt. Er hat den Eindruck, dass die Frau jetzt nur noch Mutter ist und sich nur noch um das Kind kümmert. Er erlebt sie nicht mehr als seine Partnerin. Solche Erfahrungen verlangen sowohl vom Mann wie von der Frau eine innere Wandlung. Die Partnerschaft ist eben nicht nur eine Zweisamkeit. Sie ist fruchtbar geworden für ein Drittes, für das Kind. Und nur wenn beide diese Verwandlung innerlich nachvollziehen, wird auch die Beziehung zwischen Mann und Frau gut. Aber sie wandelt sich. Und beide müssen sich dieser Wandlung stellen.

Bilder für den inneren Reifungsweg

Schwangerschaft und Geburt sind aber nicht nur biologische Gegebenheiten. Sie betreffen nicht nur die schwangere Frau und ihren Mann. Sie sind auch Bilder, mit denen jeder von uns auch seinen eigenen Entwicklungsweg beschreibt und deutet. Wir sagen: Ich gehe schwanger mit einer neuen Idee oder mit einem Projekt, das ich vorhabe. Solange wir schwanger gehen, wissen wir noch nicht, wie wir den Gedanken klarer formulieren oder das Projekt konkret durchführen können. Wir haben eine Ahnung. Diese Ahnung muss in uns reifen, so wie das Kind im Mutterleib heranreift, bis es reif ist zur Geburt. Wenn wir schwanger gehen mit unseren Überlegungen, wandelt sich auch unser Leben. Die alte Sicherheit ist nicht mehr da. Es tut sich in uns etwas, ohne dass wir wissen, wie es ausgeht. Wir können den Zeitpunkt der Geburt nicht bestimmen. Auch hier gilt: Wir müssen warten, bis die Idee reif ist und verwirklicht werden kann.

Ähnlich wie die Schwangerschaft ist auch die Geburt ein Bild für unseren menschlichen Reifungsweg. Wir sagen manchmal: „Das war eine schwere Geburt.“ Damit meinen wir, dass wir uns nach einem langen Konflikt geeinigt haben auf ein Projekt oder eine Strategie. Oder es war eine „schwere Geburt“, bis wir uns zu einer Entscheidung durchringen konnten. Aber nicht nur Gedanken werden in uns geboren. Auch unser Weg der Selbstwerdung geht oft über eine Neugeburt. Das Bild des engen Geburtskanals gilt auch hier: Manchmal tut es weh, bis wir uns darüber klar geworden sind, was da in uns neu geboren werden will. Die Neugeburt geschieht oft unter Schmerzen. Die Märchen erzählen uns oft von solcher Neugeburt. Manchmal gerät der Held in große Schwierigkeiten. Manchmal stirbt er auch – und er wird gleichsam neu zum Leben erweckt. In den Märchen geschehen Wunder. Ähnlich erlebt ein Mensch seine Neugeburt. Manchmal hat er den Eindruck, dass er im engen Geburtskanal stecken bleibt, dass da alles in ihm und um ihn herum dunkel ist. Doch dann hat er auf einmal das Gefühl: Ich bin wie neugeboren. Er kann selber nicht genau beschreiben, wie die Geburt verlaufen ist. Auf einmal fühlt er sich lebendig und frei. Dann erlebt er gleichsam ein Vaterglück oder ein Mutterglück. In ihm ist etwas neu geboren. Er selbst ist neu geworden. Das ist ein tiefes emotionales und existenzielles Erlebnis.

Alles liegt noch vor uns

Es ist immer ein Wunder, wenn dann ein kleines Kind auf einmal da ist, wenn es mit seinem einmaligen Gesicht auf einen schaut. Aber es braucht auch sofort viel Zuwendung, damit es sich willkommen fühlt in der Welt, geliebt und geborgen. Es braucht zärtliche Hände, die es streicheln. So kann es das Urvertrauen gewinnen, dass es gut ist, in der Welt zu sein. Denn es ist ja nicht nur für die Mutter schmerzlich, ein Kind zu gebären, sondern auch für das Kind selbst. Manche erleiden ein Geburtstrauma, wenn der Weg durch den Geburtskanal allzu schwierig und schmerzlich ist. Oft drückt sich das später in einer diffusen Angst vor Neuem aus: Es erscheint wie eine Geburt, die nur durch große Schmerzen und Angst hindurch geschehen kann.

Ein neugeborenes Kind ist nicht festgelegt durch die Vergangenheit. Alle Zukunft steht vor ihm. Es kann all das entfalten, was in ihm angelegt ist. Manchmal sehnen wir uns nach diesem Zustand zurück, in dem alles noch vor uns liegt: Wir können unser Leben noch selbst gestalten. Wir sind noch nicht in das Bild hineingepresst, in das wir durch das Leben geraten sind. Wir möchten wieder das Kind in uns spüren, das ganz unberührt und zukunftsoffen ist. Gerade wenn wir den Eindruck haben, dass wir an uns und unserem Wesen vorbeigelebt haben, ist es eine berechtigte Sehnsucht, wieder mit dem Kind in uns in Berührung zu kommen, damit wir authentisch werden.