Imaginäre Größe - Stanislaw Lem - E-Book

Imaginäre Größe E-Book

Stanislaw Lem

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Beschreibung

»Die Kunst, Vorworte zu schreiben, erhebt schon lange Anspruch auf ein Heimatrecht. Und ich spüre schon längst das Bedürfnis, diesem okkupierten Schrifttum Genüge zu tun, das seit vierzig Jahrhunderten in der Sklaverei der Werke, an die es gefesselt ist, über ›sich selbst‹ schweigt.« Mit diesem ironischen Motto beginnt das Vorwort des Autors zu seiner Sammlung imaginärer Vorworte. Das erste Buch, zu dem wir eine Einführung von Stanisław Estel lesen, ist ein Bildband mit 139 Reproduktionen. Der Leser wird es sicher bedauern, in diesem Fall nur mit dem Vorwort vorlieb nehmen zu müssen. Weitere Vorworte geben Einführungen in die »Eruntik«, das ist die Lehre von den sprechenden Bakterien, in die »Geschichte der Britischen Literatur« – entstanden aus »bits«, den »Informationshäppchen«, mit denen Großcomputer in ihrer »Ruhezeit« frei assoziieren. Die letzte Einführung gilt dem Wirken des amerikanischen Großcomputers »Golem XIV«, der einer Generation von Prozeßrechnern mit Verstandesqualitäten angehört.

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MOBI

Seitenzahl: 228




Stanisław Lem wurde am 12. September 1921 im polnischen Lwów (Lemberg) geboren, lebte zuletzt in Krakau, wo er am 27. März 2006 starb. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er als Übersetzer und freier Schriftsteller. Er wandte sich früh dem Genre Science-fiction zu, verfaßte aber auch gewichtige theoretische Abhandlungen und Essays zur Kybernetik, Literaturtheorie und Futurologie. Stanisław Lem zählt zu den bekanntesten und meistübersetzten Autoren Polens. Viele seiner Werke wurden verfilmt.

»Die Kunst, Vorworte zu schreiben, erhebt schon lange Anspruch auf ein Heimatrecht. Und ich spüre schon längst das Bedürfnis, diesem okkupierten Schrifttum Genüge zu tun, das seit vierzig Jahrhunderten in der Sklaverei der Werke, an die es gefesselt ist, über sich selbst schweigt.« Mit diesem ironischen Motto beginnt das Vorwort des Autors zu seiner Sammlung imaginärer Vorworte. Das erste Buch, zu dem wir eine Einführung von Stanisław Estel lesen, ist ein Bildband mit 139 Reproduktionen. Der Leser wird es sicher bedauern, in diesem Fall nur mit dem Vorwort vorlieb nehmen zu müssen. Weitere Vorworte geben Einführungen in die Eruntik, das ist die Lehre von den sprechenden Bakterien, in die Geschichte der Britischen Literatur – entstanden aus bits, den »Informationshäppchen«, mit denen Großcomputer in ihrer »Ruhezeit« frei assoziieren. Die letzte Einführung gilt dem Wirken des amerikanischen Großcomputers Golem XIV, der einer Generation von Prozeßrechnern mit Verstandesqualitäten angehört.

Stanisław Lem

Imaginäre Größe

Aus dem Polnischen vonCaesar Rymarowicz und Jens Reuter

Phantastische BibliothekBand 47

Suhrkamp

Redaktion und Beratung: Franz Rottensteiner

Titel des Originals: Wielkość urojona

Warszawa: Czytelnik 1973

Für die Übersetzung Golems Antrittsvorlesung

© Insel Verlag Frankfurt am Main 1976

eBook Suhrkamp Verlag Berlin 2013

© by Stanisław Lem 1973

Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das der Übersetzung, des öffentlichen Vortrags sowie der Übertragung durch Rundfunk und Fernsehen, auch einzelner Teile.

Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotografie, Mikrofilm oder andere Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Umschlag nach Entwürfen von Willy Fleckhaus und Rolf Staudt

eISBN 978-3-518-74323-2

www.suhrkamp.de

Inhalt

Einführung

Cezary Strzybisz: Nekrobien

Reginald Gulliver: Eruntik

Juan Rambellais: Geschichte der bitischen Literatur

Vestrands Extelopädie in 44 Magnetbänden

Vestrands Extelopädie: Probebogen gratis!

Golem XIV

Vorrede

Vorwort

Belehrung

Golems Antrittsvorlesung

Einführung

Die Kunst, Vorworte zu schreiben, erhebt schon lange Anspruch auf ein Heimatrecht. Und ich spüre schon längst das Bedürfnis, diesem okkupierten Schrifttum Genüge zu tun, das seit vierzig Jahrhunderten in der Sklaverei der Werke, an die es gefesselt ist, über sich selbst schweigt. Wann, wenn nicht in der Epoche der Ökumenisierung, das heißt der Ära der Allgründe, sollte man diese edle, bereits in der Entstehung gehemmte Gattung endlich mit Unabhängigkeit bedecken? Ich hatte zwar damit gerechnet, daß ein anderer diese Pflicht erfüllen würde, die nicht nur ästhetisch mit der Entwicklung der Kunst übereinstimmt, sondern auch moralisch dringlich geboten scheint. Leider habe ich mich verrechnet. So schaue ich vergebens und warte: Niemand unternimmt es, die Vorwortschreiberei aus dem Zwinger der Unfreiheit, aus der Tretmühle des Frondienstes herauszuführen. Also gibt es keinen anderen Rat: Ich muß selbst, obschon eher aus Pflichtgefühl denn aus einer Regung des Herzens, der Introduktionistik zu Hilfe eilen – um ihr Befreier und Geburtshelfer zu werden.

Dieses schwer geprüfte Gebiet hat sein niederes Reich, das der gedungenen Vorworte, der wergleinenen Zug- und Soldleistungen, da Sklaverei demoralisiert. Es kennt aber auch Hochnäsigkeit und Launenhaftigkeit, die banale Geste und die jerichonische Aufgeblasenheit. Neben den serienmäßigen Vorworten gibt es auch Chargen – Vorreden und Einleitungen, und auch die gewöhnlichen Vorworte sind einander nicht gleich, denn ein Vorwort zum eigenen Buch ist etwas anderes als das zu einem fremden. Auch ist es nicht dasselbe, ob man es einer ersten Auflage voranstellt oder ob man Mühe darauf verwendet, Vorworte für mehrere aufeinanderfolgende Auflagen zu vervielfältigen. Die Macht einer Sammlung selbst nichtssagender Vorworte, die ein Werk annimmt, das mit steter Zudringlichkeit verlegt worden ist, verwandelt das Papier in einen Felsen, der die Anschläge von Eiferern zunichte macht – wer nämlich wird es wagen, ein Buch mit einem solchen Brustpanzer anzugreifen, hinter dem man bereits nicht so sehr den Inhalt als vielmehr seine unantastbare Respektabilität erkennen kann.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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