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Den Körper ertasten, mit der Nacht jonglieren, durch die Schwerkraft hindurchschlendern, mit den Armen schwingen, ein Mobile anpusten und mit ihm davonfliegen, Linien voller Farben zum Himmel steigen lassen.
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Seitenzahl: 24
Veröffentlichungsjahr: 2026
für Ulrike
Inhalt
Keine LinienAuf festgestampftem BodenSehnsucht nach GeschmackFetzen im FlugWatte, zerzaust
Hauchdünn
Ich greife wonach,
so entfernt scheint der Boden,
auf dem ich stehen sollte.
Der Wind von Mückenflügelschlägen,
fein gesponnen
und nie gespürt,
härtet sich zu Wirklichkeit.
Ich kann mich anpassen,
ich werde mich anpassen,
die Welt hat sich anzupassen.
Ich fange an zu fliegen
und spüre meine Flügel,
hauchdünn
und durchsichtig.
Sie tragen mich,
sie tragen meine Gedanken
und Vorstellungen
und fliegen mit mir davon.
Schabernack
Was nicht hierher gehört,
schleicht sich nun ein,
unbemerkt
und unwiderruflich,
es macht sich heimisch
und kriecht unter die Flächen,
es stiehlt sich
in das Vertraute.
Wo ich mich wohlfühlen wollte,
fegt ein eisiger Wind,
er breitet sich aus
und zerfließt,
bis nur noch ein Hauch von was
übrigbleibt,
unschlüssig in sich selbst.
Er will alles zersetzen,
was mich ausmacht,
und verwehen lassen,
er schlüpft unter die Bettdecke
und verscheucht,
was mich wärmt.
Er sucht
nach meiner Behaglichkeit
und deckt sich mit ihr zu,
nur um sie restlos
zu zerstreuen,
dann blinzelt er
unter gesenkten Lidern,
ach so,
er wollte nur
Schabernack treiben.
Woher meine Scheu,
könnte ich sie zerstreuen,
ein wenig nur,
vielleicht kann sie mich
mit ihm verbinden.
Durchscheinend
Meine Blicke tanzen
wie Torkeln
und saugen sich an dem fest,
was keinen Halt gibt.
Die Oberschenkel
verschmelzen
mit dem vermeintlichen Plüsch
der Sitzflächen,
zerfleddertes Stroh,
das Kratzen von Halmen,
ich hatte mehr Weichheit erwartet.
Die Blicke der anderen
fangen mich ein
und umschwirren mich
wie kleine Luftwesen,
ihre flirrenden Flügel,
durchscheinend
und geädert,
schillern in Leuchtfarben,
was wandert durch sie hindurch,
durch was wandern sie hindurch,
ich spüre danach
aus der Ferne.
Ich flüchte in ihre Kälte,
in die schwarzen Linien,
die aus ihr aufsteigen,
ich wünschte mir,
ich könnte mich
mehr einlassen.
Rötlich braun
Sie lässt in mir
Geschmack entstehen,
ihre Haut verströmt Düfte,
die mich liebkosen,
das Haar hängt spröde,
ihr Blick trifft mich
über die Schulter
so unmittelbar
und umfängt mich dabei,
bevor er mich
in sich hineinsaugt.
Pochende Beschwingtheiten
zerstäuben
zu einem Lächeln,
verwehte Konturen
umfließen sich selbst
und zeichnen ihre Umrisse
rötlich braun.
Ich spüre sie überall
und erzittere
unter ihr,
sie umfängt mich ganz,
um mich zu bergen,
deine Wärme
umschmeichelt mich,
um auf mich
herabzutropfen.
Doch anschmiegsam
Ich sehe es an mir zerlaufen,
es verbindet sich mit mir,
das Gold,
das grün aufstrahlt
und mich ernährt,
das mir Kraft gibt
und mich von innen auskleidet.
Sein Glänzen
fühlt sich so weich an,
es könnten meine Haut auflösen
und zum Zerfließen bringen,
wir könnten zusammen dahinströmen
und die Welt erkunden.
Das tun wir auch
mit jedem Tropfen,
den ich in mich einfließen lasse,
ich mache mich gleich
seiner herben Welt
kurz vor der Kratzigkeit,
störrisch
und anschmiegsam.
Hampelmann
Es gibt Nahtstellen,
die immer funktionieren
