Immer artiger - Michael Ockert - E-Book

Immer artiger E-Book

Michael Ockert

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Beschreibung

Den Körper ertasten, mit der Nacht jonglieren, durch die Schwerkraft hindurchschlendern, mit den Armen schwingen, ein Mobile anpusten und mit ihm davonfliegen, Linien voller Farben zum Himmel steigen lassen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 24

Veröffentlichungsjahr: 2026

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für Ulrike

Inhalt

Keine LinienAuf festgestampftem BodenSehnsucht nach GeschmackFetzen im FlugWatte, zerzaust

Keine Linien

 

Hauchdünn

Ich greife wonach,

so entfernt scheint der Boden,

auf dem ich stehen sollte.

Der Wind von Mückenflügelschlägen,

fein gesponnen

und nie gespürt,

härtet sich zu Wirklichkeit.

Ich kann mich anpassen,

ich werde mich anpassen,

die Welt hat sich anzupassen.

Ich fange an zu fliegen

und spüre meine Flügel,

hauchdünn

und durchsichtig.

Sie tragen mich,

sie tragen meine Gedanken

und Vorstellungen

und fliegen mit mir davon.

Schabernack

Was nicht hierher gehört,

schleicht sich nun ein,

unbemerkt

und unwiderruflich,

es macht sich heimisch

und kriecht unter die Flächen,

es stiehlt sich

in das Vertraute.

Wo ich mich wohlfühlen wollte,

fegt ein eisiger Wind,

er breitet sich aus

und zerfließt,

bis nur noch ein Hauch von was

übrigbleibt,

unschlüssig in sich selbst.

Er will alles zersetzen,

was mich ausmacht,

und verwehen lassen,

er schlüpft unter die Bettdecke

und verscheucht,

was mich wärmt.

Er sucht

nach meiner Behaglichkeit

und deckt sich mit ihr zu,

nur um sie restlos

zu zerstreuen,

dann blinzelt er

unter gesenkten Lidern,

ach so,

er wollte nur

Schabernack treiben.

Woher meine Scheu,

könnte ich sie zerstreuen,

ein wenig nur,

vielleicht kann sie mich

mit ihm verbinden.

Durchscheinend

Meine Blicke tanzen

wie Torkeln

und saugen sich an dem fest,

was keinen Halt gibt.

Die Oberschenkel

verschmelzen

mit dem vermeintlichen Plüsch

der Sitzflächen,

zerfleddertes Stroh,

das Kratzen von Halmen,

ich hatte mehr Weichheit erwartet.

Die Blicke der anderen

fangen mich ein

und umschwirren mich

wie kleine Luftwesen,

ihre flirrenden Flügel,

durchscheinend

und geädert,

schillern in Leuchtfarben,

was wandert durch sie hindurch,

durch was wandern sie hindurch,

ich spüre danach

aus der Ferne.

Ich flüchte in ihre Kälte,

in die schwarzen Linien,

die aus ihr aufsteigen,

ich wünschte mir,

ich könnte mich

mehr einlassen.

Rötlich braun

Sie lässt in mir

Geschmack entstehen,

ihre Haut verströmt Düfte,

die mich liebkosen,

das Haar hängt spröde,

ihr Blick trifft mich

über die Schulter

so unmittelbar

und umfängt mich dabei,

bevor er mich

in sich hineinsaugt.

Pochende Beschwingtheiten

zerstäuben

zu einem Lächeln,

verwehte Konturen

umfließen sich selbst

und zeichnen ihre Umrisse

rötlich braun.

Ich spüre sie überall

und erzittere

unter ihr,

sie umfängt mich ganz,

um mich zu bergen,

deine Wärme

umschmeichelt mich,

um auf mich

herabzutropfen.

Doch anschmiegsam

Ich sehe es an mir zerlaufen,

es verbindet sich mit mir,

das Gold,

das grün aufstrahlt

und mich ernährt,

das mir Kraft gibt

und mich von innen auskleidet.

Sein Glänzen

fühlt sich so weich an,

es könnten meine Haut auflösen

und zum Zerfließen bringen,

wir könnten zusammen dahinströmen

und die Welt erkunden.

Das tun wir auch

mit jedem Tropfen,

den ich in mich einfließen lasse,

ich mache mich gleich

seiner herben Welt

kurz vor der Kratzigkeit,

störrisch

und anschmiegsam.

Hampelmann

Es gibt Nahtstellen,

die immer funktionieren