In der Zeit gestrandet - Antonio De Matteis - E-Book

In der Zeit gestrandet E-Book

Antonio De Matteis

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Beschreibung

Die Lazzarellos sind eine ganz normale Patchwork-Familie. Sie ziehen in den Pfingstferien begeistert mit ihrem Van aus München Richtung Ligurien los. Es soll eine Abenteuerreise werden. Das verspricht zumindest Renzo seiner Frau Bella und ihrer zwölfjährigen Tochter Mona. Niemand ahnt jedoch, wie abenteuerlich es wirklich sein wird. Alles beginnt mit einem heftigen Gewitter in Italien. Sie werden von einem Blitz in eine andere Dimension katapultiert. Sie landen auf einer menschenleeren Insel und verbringen dort ganze sieben Jahre, ehe sie es schaffen zurückzukehren. Sie sind nur seelisch, aber nicht körperlich gealtert. Ihre Sichtweise des Lebens und der Dinge hat sich geändert. Während sie mit sich selbst beschäftigt sind, werden sie schon von Kriminellen gejagt, die an dem Phänomen und ihrem Wissen interessiert sind. Ein Katz-und-Maus-Spiel durch Deutschland und Italien beginnt. Sie müssen gegen die russische und die italienische Mafia antreten. Eine radikale Entscheidung muss gefällt werden. Wie wird diese aussehen? Ein neues Abenteuer bahnt sich an.

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Seitenzahl: 254

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Über den Autor

Antonio und Petra De Matteis

Antonio De Matteis wurde am 2. August 1960 in Süditalien geboren und wuchs dort und in Deutschland zweisprachig auf. Er kennt beide Kulturen gleichermaßen. Er lenkte viele Jahre einen LKW durch die Straßen Europas, Nordafrikas und zeitweise auch Nordamerikas. Er übte viele andere Tätigkeiten aus, war Croupier, Kellner, Pizzabäcker, Bistro-Besitzer sowie Taxifahrer. Antonio malt und modelliert gerne, spielte Theater und er ist ein großer Tierfreund. Durch sein bewegtes Leben konnte er über die Jahre hinweg einen unschätzbaren Fundus an Lebenserfahrung und Menschenkenntnis sammeln. Innerhalb von nur drei Jahren bereiste er zweimal Europa auf dem Fahrrad. Im Jahr 2013 lernte Antonio seine jetzige Frau Petra kennen und lebt seitdem glücklich mit ihr in München. Schon als Kind träumte er davon, die Länder Europas zu bereisen und seine Erlebnisse zu beschreiben. Eine besondere Art zu reisen im Jahr 2006 weckte seine Begeisterung für die Narration seiner Erlebnisse auf Papier. Begebenheiten schreibt er ohne literarische Besonderheiten, mal ernst, mal lässig, selbstironisch und oft witzig. Mit viel Gefühl für die deutsche Sprache und Mentalität wurde diese Erzählung von seiner Frau Petra lektoriert.

Vorwort

Manchmal passieren Dinge in unserem Leben, die man nicht immer zuordnen kann. Situationen, in denen man das Gefühl hat, sie schon mal erlebt zu haben - wir nennen sie oft Déjà-vu. Es ist jedem von uns schon öfter passiert. Mit Sicherheit können wir diese Ereignisse jedoch nicht alle wirklich als solche archivieren. Es bleiben meist Restzweifel übrig. Niemand kann beweisen, ob es sich um Erinnerungen aus einem früheren Leben handelt oder diese aus einer Parallelwelt stammen. Es gab und es gibt auch Zeitreisen. Beweise gibt es hierfür natürlich auch nicht, obwohl sich der Mensch schon immer damit beschäftigt hat. Ist es nur ein Wunschdenken vieler Leute? Die zahlreichen Erzählungen von ebenso zahlreichen Zeitreisenden untermauern diesen Gedanken. Ist es Einbildung? Aufmerksamkeitswunsch? Scharlatanerie? Oder vielleicht doch Realität? Wir wissen es nicht und genau das ist der Ausgangspunkt von vielen Geschichten, Romanen und Filmen. Der Leser oder der Zuschauer begibt sich auf eine phantastische Reise. Es ist für ihn spannend und verhilft ihm dabei zu träumen. Meine Erzählung ist so eine phantastische Reise. Wahr oder nicht? Ich wünsche eine gute Reise …. und kommen Sie wieder zurück!

Antonio De Matteis

In der Zeit gestrandet

Eine unglaubliche Geschichte einer unglaublichen Reise

© 2021 Antonio De Matteis Lektorat: Petra De Matteis

Buchsatz von tredition, erstellt mit dem tredition Designer

ISBN Softcover: 978-3-347-46236-6

ISBN Hardcover: 978-3-347-46237-3

ISBN E-Book: 978-3-347-46239-7

ISBN Großdruck: 978-3-347-46241-0

Druck und Distribution im Auftrag des Autors:

tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg, Germany

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist der Autor verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne seine Zustimmung unzulässig. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag des Autors, zu erreichen unter: tredition GmbH, Abteilung "Impressumservice", Halenreie 40-44, 22359 Hamburg, Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 - Der Zeitsprung.

Kapitel 2 - Die Erkenntnis.

Kapitel 3 - Die Einsicht.

Kapitel 4 - Die Sesshaftigkeit.

Kapitel 5 - Das Heimweh.

Kapitel 6 - Die Krankheit.

Kapitel 7 - Der Versuch.

Kapitel 8 - Die Rückkehr.

Kapitel 9 - Die Heimkehr.

Kapitel 10 - Das Fernweh.

Kapitel 11 - Der Schock.

Kapitel 12 - Der Kampf.

Kapitel 13 - Die Lüge.

Kapitel 14 - Die Entscheidung.

Kapitel 1 - Der Zeitsprung.

Es ist total dunkel und still. So muss es sich wohl anfühlen, wenn man Tod ist. Eine unheimliche Ohnmacht macht sich breit. Er kann seinen Körper nicht spüren. Er kann nicht fühlen wo seine Beine, Arme, sein Kopf oder seine Hände sind. Aber er kann seit einigen Sekunden denken. Was ist passiert? Wacht er gerade aus einem tiefen Schlaf auf? Ist ein schlimmer Unfall passiert und er liegt jetzt in der Intensivstation im Koma? Tod kann er sicher nicht sein, denn sonst würde er nicht denken können.

„Also lebe ich.“ denkt er sich.

„Aber was ist denn mit mir passiert?“ Er kann sich an nichts erinnern. Er versucht es, aber er weiß nicht einmal, wer oder wo er ist. Die Sekunden fühlen sich wie lange Minuten an. Plötzlich hört er einen schwachen Ton. Also meldet sich langsam sein Gehör wieder. Erst rauscht es leise, dann immer lauter. Er versucht zu lokalisieren, woher dieses Rauschen kommt - und vor allem was es ist. Es könnte einfach nur der Wind sein, der die Blätter der Bäume tanzen lässt. Dafür ist das Geräusch jedoch zu wellig, denn es kommt und geht periodisch. Jetzt wird es klarer - das muss ein Wellengang sein, eine Brandung oder viel mehr Meereswellen, die sich auf einem Sandstrand überschlagen! Nun hört er sogar auch den Wind und Vogelgezwitscher.

Er kommt langsam wieder zu sich. Allmählich fängt er an, seine Körperteile zu fühlen – ja, sie sogar leicht zu bewegen. Die Dunkelheit hinter seinen noch geschlossenen Augenlidern ist nicht mehr so dunkel. Es wird heller und heller. Zum Teil funktionieren seine Sinne wieder. Er macht vorsichtig seine Augen auf. Zuerst nur einen kleinen Spalt, denn sie müssen sich erst wieder langsam an das grelle Licht gewöhnen. Die Sonne scheint nämlich direkt in sein Gesicht, es ist zu hell, um die Augen ganz zu öffnen. Sein Kopf schmerzt und er weiß immer noch nicht, wo er sich befindet. Im Krankenhaus sicher nicht. Ist das gut oder schlecht? Beantworten kann er das nicht - noch nicht. Dem Geruch nach zu beurteilen, sitzt oder liegt er in einer vertrauten Umgebung. Jetzt kommen auch Fetzen seiner Erinnerung wieder.

Vor dem Blackout saß er mit seiner Familie im Auto. Er fuhr und sie waren zusammen unterwegs in den Urlaub. Plötzlich schreckt er auf. Es wird ihm allmählich klar, dass ein Autounfall passiert sein muss. Nach diesem Gedanken bilden sich urplötzlich Schweißperlen auf seiner Stirn, er spürt Gänsehaut am ganzen Körper. Offensichtlich bereitet ihm diese eventuelle Tatsache große Angst. Angst und Sorge um seine Frau und seine Stieftochter.

Renzo ist ein Endfünfziger Italiener, der schon seit seiner Kindheit in Deutschland lebt. Beruflich hat er schon einiges in seinem Leben gemacht und konnte deshalb viele Erfahrungen in den verschiedensten Bereichen sammeln, u. a. im Transportwesen, der Gastronomie, in Service und Sicherheit. Sein abgeschlossener Beruf, den er nur kurze Zeit ausübte, ist KFZ-Mechaniker. Er verabscheut Hass, Neid, Lügen und schlechte Laune. Seinen Körper hält er mit gutem und gesundem Essen und viel Bewegung fit. Starke Willenskraft und Hilfsbereitschaft zeichnen ihn aus. In diesem delikaten Moment setzt er eine seiner Haupteigenschaften ein - nämlich seinen ausgeprägten Schutzinstinkt. Er muss nachschauen, was mit seiner Familie passiert ist. Wie es ihr geht. Gleichzeitig schießen ihm zwangsläufig Bilder in den Kopf, von denen er hofft, sie nicht wirklich sehen zu müssen. Dabei betet er zu Gott, dass alles gut ist. Er ist immer noch sehr benommen und seine Muskeln sind schwach. Die Knochen fühlen sich seltsam an, als ob sie sich wie Gummi leicht biegen könnten. Die Körper-Motorik ist noch nicht im Einklang mit der Schaltzentrale im Gehirn. Trotz allem versucht er mit eiserner Willenskraft hochzukommen, um nach ihnen zu schauen. Er kann und will nicht darauf warten, bis sein Körper es ihm erlaubt. Als erstes macht er die Augen etwas blinzelnd auf, dann hebt er vorsichtig seinen sich schwer fühlenden Kopf an. Er stellt fest, dass die Sicht um ihn durch einen seltsamen Nebel etwas verschleiert ist. Die Sonnenstrahlen, die ins Wageninnere durchdringen, verschlechtern sie zusätzlich. Es wird flau in seinem Magen und die Ohren sausen ein wenig. Sein Blutdruck warnt ihn davor, zu hastig aufzustehen. Jetzt ohnmächtig werden, das will er nicht. Das könnte unter schlimmsten Umständen wertvolle Zeit kosten. Das zu riskieren wäre dumm von ihm. Also legt er sich nochmal hin, da er sich wohl doch noch seinem eigenen Körperwillen beugen muss. Dreht aber dennoch seinen Kopf nach rechts - dorthin, wo er seine Frau vermutet und hofft, sie auch dort unversehrt sitzen zu sehen. Da sitzt sie zum Glück auch tatsächlich reglos wie im Schlaf auf dem Beifahrersitz. Er mustert sie mit den Augen auf Verletzungen, auf Hinweise, die dazu führen könnten, Klarheit über das Geschehen zu erlangen. Die erste visuelle Durchleuchtung ergibt, dass sie lebt und sichtlich nicht verletzt ist. Sie atmet ganz ruhig, als ob sie schläft, das kann er an ihrem Bauch sehen, wie er sich sanft wölbt und wieder abflacht. Das beruhigt ihn erst einmal enorm. Während er sie liebevoll ansieht, gehen Erinnerungen in Form von Bildern durch seinen Kopf. Glückliche Momente mit ihr, starke emotionale Erlebnisse, lustige Situationen und das Ganze in einem beschleunigten Modus. Er liebt sie und das fühlt er gerade besonders stark, wo er um sie bangt. Emotionen, die er ihr am liebsten hier und jetzt zeigen würde.

Als sie sich damals vor sieben Jahren in den Räumen der Poststelle des Bürogebäudes zufällig trafen, dachten beide nicht, dass es nochmal passieren würde. Sich zu verlieben - spontan und bedingungslos. Beide hatten keinerlei Ambitionen, sich neue Partner zu suchen. Dennoch ist es geschehen und das war für sie ein herrliches Gefühl. Für ihn begann der erfrischende Frühling, farbenfroh und lebendig - die Zeit neu anzufangen! Neue Energien wurden befreit und er erlebte einen Traum. Derselbe Traum, den er bis heute erlebt und fest dazu entschlossen ist, es auch in der Zukunft zu tun. Sie war damals in sein Leben eingetreten wie die Sonne nach einem bewölkten Tag. Es wurde hell und warm um sein Herz und das war allein ihr Verdienst. Danach bescherte Bella ihm sieben wundervolle Jahre, die besten und emotionsreichsten seines Lebens.

Jetzt sind sie hier, beide in einer unwirklichen, verwirrenden Situation, in der er immer noch nicht weiß, ob es ihr gut geht oder sie doch noch irgendwie verletzt ist. Seitdem er auf gewacht ist, sind in Wirklichkeit nur ein paar Minuten vergangen - aber ihm kommen sie wie Stunden vor. Er versucht ein zweites Mal, seine Kräfte zu sammeln.

In jeder Situation ist er gewohnt gewesen, die Kontrolle zu haben - nicht aber in dieser. Das macht ihn wütend. Demnach ist er gewillt Abhilfe zu schaffen. Vorsichtig hebt er seine Arme an, um mit den Händen nach dem Lenkrad zu greifen. Dann zieht er sich ganz langsam daran hoch, doch er merkt sofort, dass sein rechter Fuß zwischen den Pedalen eingeklemmt ist. Es fühlt sich taub an, er sucht nach einer logischen Erklärung. Wahrscheinlich muss er durch die ungünstige Position eingeschlafen sein. Das passiert, wenn die Blutzirkulation einer Vene durch Druck unterbrochen wird. Er befreit den Fuß mit Hilfe beider Hände, von alleine geht es nicht. Jetzt spürt er das Blut wieder fließen und bald darauf das typische Kribbeln, welches es fast unmöglich macht, sich zu bewegen. Trotzdem wendet er sich seiner noch schlafenden Liebe zu. Er beugt sich seitlich zu ihr und streichelt sanft ihre Wange. Sie zu berühren, beruhigt ihn noch mehr. Gleichzeitig versucht er sie zu wecken, er ruft sie, spricht zu ihr, leise aber gut hörbar. Im selben Moment lenkt er seinen Blick auf die Rückbank, direkt hinter seinen Sitz, dort befindet sich Mona.

Mona ist zwölf Jahre alt und geht in die sechste Klasse. Sie hat dunkle, lange Haare und liebt es, andere Leute zu nerven. Auch sie scheint sichtlich nicht verletzt zu sein, auch sie versunken in einen Tiefschlaf. Dieser seltsame Nebel im Fahrzeuginneren verzieht sich langsam, so dass die Sicht klarer wird. Nun durchsucht er mit den Augen den Raum. Er hofft auf Antworten, Hinweise. Seine Bewegungen sind jedoch eingeschränkt, denn er ist immer noch angeschnallt. Nun löst er sich von dem Gurt und dreht seinen Körper etwas nach hinten zu Mona. Er will auch sie vom Gurt befreien. Um das zu tun, dreht er sich jedoch komplett auf seinem Sitz um und kniet darauf. Jetzt kommt er gut an sie heran und kann somit den Gurt lösen. Dabei streicht er ihr die Haare aus dem Gesicht. Auch bei ihr versucht er, sie durch vorsichtiges Rütteln und Rufen zu wecken. Aber es passiert nichts, sie schläft weiter. Doch in dem Moment, als er es nochmal versuchen will, hört er seine Frau Bella leise stöhnen. Sie kommt langsam zu sich. Er will bei ihr sein, wenn das geschieht, um sie zu beruhigen und ihr zu helfen. Also wendet er sich nun wieder ihr zu, löst zuerst ihren Gurt und öffnet anschließend die Fahrertür, steigt aus, um sie von der Beifahrerseite zu unterstützen. Noch etwas wacklig auf den Beinen läuft er, sich mit den Händen am Fahrzeug stützend, hinten ums Auto herum bis zur rechten Vordertür. Jetzt erst, während dieses Vorgangs, nimmt er sich einige Sekunden Zeit, sich umzuschauen. Er kann seinen Augen nicht trauen. Es ist eine unwirkliche Situation. Sie befinden sich an einem Strand! Das Auto ist bis zum Unterboden im trockenen weißen feinen Sand versunken. Rechts in Fahrtrichtung befindet sich das tiefblaue Meer, links nach etwa dreißig Metern Strand sattgrüner Urwald. Es kommt ihm alles ziemlich seltsam vor, aber er hat vorerst keine Zeit, um nach Antworten auf seine Fragen zu suchen. Er bemerkt, wie seine Liebste die Augen öffnet. Nun macht er ihre Tür auf und hält sofort ihre Hände, während sie unverständliches wirres Zeug erzählt. Er spricht zu ihr mit weicher, ruhiger Stimme:

„Es ist alles gut Amore mio, leg dich wieder hin. Deine Augen müssen sich erst langsam an das Sonnenlicht gewöhnen. Lass` sie noch zu, ich bin hier, bei dir.“

Sie schließt die Augen nicht, da sie sich natürlich Sorgen macht:

„Was ist passiert, wo ist Mona?“ glaubt er aus ihren unvollständig gesprochenen Wörtern zu verstehen. Er streichelt sanft ihre Hände und dann fragt er sie, wie sie sich fühle. Ihre Antwort lautet: „Komisch, schlapp, wie betrunken und ich habe Kopfschmerzen.“ Ihre Stimme wird klarer und die Sprache vollständiger. Sie hat verständlicherweise keine Ruhe, schaut nach hinten zu Mona und versucht, vom Sitz aufzustehen, um zu ihr zu kommen. Schließlich ist sie ihre Mutter!

Isabella, von Familie und Freunden Bella genannt, ist einige Jahre jünger als ihr Mann. Auch sie hat wie Renzo beruflich auf verschiedenen Gebieten Erfahrungen gesammelt, da sie von Natur aus neugierig ist. Ihr Mann hat es manchmal nicht so leicht mit ihr, da sie ihre eigene Meinung vertritt. Bella hat lange, lockige und dunkelbraune Haare, eine zierliche Figur und ist immer zum Lächeln bereit. Von den beiden sieht sie italienischer aus als er, obwohl sie Deutsche ist. Es ist nicht leicht für sie, sich auf andere zu verlassen - auch wenn dieser Andere eine Vertrauensperson ist. Sie ist Mutter - und Mütter vertrauen - was ihre Kinder angeht - nur sich selbst. Es ist ein biologisches Gesetz! Das müssen Väter und besonders Stiefväter nun mal akzeptieren. Er lässt sie langsam aufstehen und das Einzige, was er machen kann, ist, sie zu stützen. Bella steigt aus dem Wagen aus, begleitet von ihrem fürsorglichen Mann. Sie wundert sich sehr, als sie mit ihren Schuhen auf den weichen Sand tritt.

„Wo sind wir?“ lautet ihre Frage und sie schaut sich dabei um - zuerst auf das Meer und dann zum Wald.

„Ich habe keine Ahnung, aber es ist schön hier, findest du nicht?“ antwortet er und versucht, der unglaublichen Situation ein bisschen mit Humor zu begegnen. Die beiden schauen sich kurz verdutzt an, während sie die hintere rechte Tür aufmacht, um zu ihrer Tochter zu kommen. Diese ist in der Zwischenzeit auch aufgewacht und reibt sich ziemlich benommen die Augen. Während Bella sich um Mona kümmert, versucht Renzo die Lage einzuschätzen. Er holt sein Smartphone aus der Hosentasche und tippt auf die App von Google-Maps, die wird ihm gleich anzeigen, wo sie genau sind. Das Gerät hat jedoch kein Netz und auch keinen GPS-Empfang. Lediglich die Uhrzeit zeigt es an - und auch die läuft nicht weiter, die Anzeige ist auf 11.47 Uhr stehen geblieben. „Äußerst merkwürdig!“ denkt er sich. Einige Male probiert er es nochmal und hält dabei das Gerät in verschiedene Richtungen - aber es tut sich nichts! Er fährt es runter und wieder hoch mit der Hoffnung, dass die Fehlfunktion behoben wird. Es funktioniert nicht, weshalb er es leicht schimpfend wieder einsteckt und sich das Smartphone von seiner Frau geben lässt, während er ihr von seinem erfolglosen Versuch erzählt. Er macht dieselbe Prozedur mit ihrem Gerät - doch auch das streikt. Kein Netz, kein GPS und die Uhranzeige auf 11.47 Uhr stehengeblieben! Der Sonne nach muss es aber geschätzt 18 Uhr sein. Sie steht schon ziemlich tief am Horizont und wird vermutlich in ein oder zwei Stunden im Meer versinken. Daraufhin schaut er auf seine Armbanduhr - und die zeigt 12.20 Uhr! Vielleicht ist sie beim Crash kaputtgegangen, denkt er. Er ist etwas verärgert über die Technik, die gerade dann nicht funktioniert, wenn eine Notsituation eintritt und ihn etwas hilflos macht. Die Kamerafunktion der Smartphones dagegen funktioniert einwandfrei. Das Bild mit dem versandeten Van an einem wunderschönen pittoresken Strand findet er so abgefahren, dass er gleich einige Fotos und Videos macht. Da bemerkt er, dass es eigentlich gar keinen Crash gegeben hat! Er ist ums Auto herumgegangen - und da ist nicht einmal ein Kratzer zu sehen. Seltsam ist auch die Tatsache, dass die Reifenspuren im Sand nur etwa 5 bis 7 Meter lang sind - und sie kommen praktisch urplötzlich aus dem Nichts! Davor weist der Sand keinerlei größere Spuren auf. Es sind auch keine anderen Zeichen im Sand zu sehen, lediglich die von Vögeln sowie die eigenen Schuhspuren - sonst weit und breit nichts. Nachdem der Sand trocken ist, konnte auch nichts verwischt werden, da die Meereswellen wahrscheinlich seit Tagen nicht bis dahin gekommen sind.

Inzwischen ist Mona auch aus dem Wagen ausgestiegen. Bella stützt sie noch dabei. Die Luft ist sehr warm und trocken, so dass Mona Durst hat. Ihre Mutter holt aus dem Auto eine große Plastikwasserflasche und sie trinkt reichlich daraus. Das ist eine gute Gelegenheit zum Trinken und gemeinsamen Lage beurteilen für alle. Ihnen fällt auf, dass, soweit das Auge reicht, keine Leute, keine Häuser und oben auf dem Hügel keine Antennenmasten oder Stromleitungen zu sehen sind. Renzo schließt daraus, dass sie sich wahrscheinlich in einem Naturreservat befinden. Er kann sich jedoch nicht erklären, wie sie dahin gekommen sind. Es führen keine Wege hierher, rechts befindet sich das offene Meer und links dichter Wald. Der Sandstrand ist eingekesselt zwischen zwei Klippen, an denen vorbei kein Durchkommen mit einem Fahrzeug möglich ist. Jedenfalls, das Fahrzeug muss vom Strand weg, denn es ist viel zu nahe an der Brandung, es ist dort nicht sicher. Zumal sie ihre Sachen im Auto haben und wie es aussieht, werden sie die kommende Nacht in ihm schlafen müssen. Die Schlafstätte muss also vom weichen Sand weggeschafft werden. Einige Meter weiter oben gibt es festeren Boden. Da es dort um einiges höher ist, würde sie das Wasser im Eventualfall nicht erreichen. Renzo macht einen Vorschlag.

„Um Dino (Sie haben ihrem Fahrzeug einen Namen gegeben.) freizubekommen, müssen wir mit den bloßen Händen den Sand wegschaufeln. Das dürfte nicht so schwer sein, denn er ist weich. Ich befreie Dino von vorne und schaffe für einige Meter Länge einen Weg, in dem ich die obere weichere Schicht abtrage, denn die untere ist fester, so können die Reifen besser greifen.“ Daraufhin ergänzt Bella:

„Gut, dann werden Mona und ich den Unterboden von der Seite her befreien, so dass er nicht mehr auf dem Sand aufliegt.“

„Und während ihr schiebt, fahre ich ihn dann raus, oder?“ fügt Mona grinsend hinzu. Bella und Renzo freuen sich, dass Mona wieder scherzen kann, denn das beweist, dass es ihr gut geht. Dann machen sie sich an die Arbeit, da die Sonne bald untergehen wird. Das Auto ohne Hilfsmittel vom Sand zu befreien, erweist sich jedoch schwieriger, als von den dreien erwartet. Sie suchen in ihrem Gepäck nach brauchbaren Utensilien, die ihnen die Arbeit erleichtern. Renzo schaufelt nun mit einer Frisbee, Bella und Mona mit Tupper-Schüsseln. Als Dino frei ist, setzt sich Bella an`s Steuer und Renzo gibt ihr kurz Anweisungen, wie sie am besten zu fahren hat. Mit welchem Gang und vor allem ohne anzuhalten, bis der Wagen oben auf dem von ihm markierten Platz ist. Sie startet den Motor und die anderen beiden machen sich bereit, von hinten den Wagen zu schieben. Dann geht es auf ihr Kommando los. Bella lenkt das Auto zügig und gleichmäßig, ohne zu versinken nach vorn. Mit einem Zug kommt sie dann nach etwa dreißig Metern auf dem Platz an, den Renzo für die Nacht ausgesucht hatte. Geschafft! Die drei jubeln und freuen sich.

Der Sonnenuntergang, der sich ihnen gerade bietet, ist umwerfend schön, der Himmel hat sich von azurblau über gelb bis rot gefärbt. Die wenigen Wölkchen scheinen aus Gold zu sein. Eine friedliche und warme Energie ist zu spüren. Für die kleine Familie ist es wie ein Geschenk für die mühevolle Arbeit, die sie eben gemeinsam geleistet haben. Sie fühlen sich gut. Zusammengerückt schauen sie sich dieses Naturspektakel an. Auch wenn sie immer noch nicht wissen, wie sie dahin gekommen sind und was überhaupt mit ihnen geschehen ist, betrachten sie es als das Wichtigste, dass sie zusammen sind und es ihnen gut geht. Nach dem Balsam für Augen und Seele müssen sie sich nun um die Organisation des Abendessens und der Nachtruhe kümmern. Die Dunkelheit setzt schneller ein, als sie es von zu Hause in Deutschland her kennen. Für die kommende Nacht hatten sie ein Ferienhaus in Sanremo an der ligurischen Riviera gebucht. Sie waren dorthin unterwegs. In Dino zu übernachten ist für sie allerdings nichts Neues, da sie schon einige Urlaube komplett auf diese Weise verbracht haben. Das hatte allen sehr gefallen. Es war sehr abenteuerlich und duftete nach Freiheit und Unabhängigkeit. Doch in diesem Urlaub war das eigentlich nicht vorgesehen ….

Sie sind seit zweieinhalb Stunden hier. Nach dem Abendessen, das übrigens für sie eigentlich ein Mittagessen ist, wollen sie die Zeit vor dem „Crash“ rekonstruieren. So nennen sie dieses seltsame, unglaubliche Geschehnis, anders können sie es im Moment nicht definieren.

Die drei stellen als erstes erfreut fest, dass sie großes Glück hatten, denn kurz vor dem „Crash“ hatten sie unterwegs in einem Einkaufscenter Getränke und Lebensmittel für die nächsten Tage eingekauft. Noch während dem Essen gehen sie gemeinsam detailliert den jetzigen Tag durch.

Um 8.15 Uhr fuhren sie aus Münchens Osten bei normalen Verkehrsverhältnissen los. Da sie Nebenstrecken den Autobahnen vorziehen, wählten sie den Weg über Mittenwald nach Österreich, weiter ging es von Innsbruck über die Nebenstrecke zum Brenner nach Italien. Dann folgten sie der Staatsstraße durch Bozen, Trient, Verona und Mantua. Auf halber Strecke nach Parma entdeckten sie ein großes Einkaufszentrum, in dem sie einkauften und an der dazugehörenden Tankstelle den Wagen volltankten. Wettertechnisch war bis dahin alles in bester Ordnung. Als sie wieder losfuhren, bemerkte Renzo jedoch in der Ferne große dunkle Wolken. Die schienen immer näher zu kommen, offensichtlich fuhren sie in ihre Richtung. Bella erinnert sich wie Renzo ihr sagte, dass diese Wolken zu einem Gewitter gehören. Eine knappe halbe Stunde später gerieten sie inmitten jenes starken Gewitters, das sie von der Ferne beobachtet hatten. Es wurde dunkel, Regengüsse zwangen die Autofahrer zum Langsam fahren und manche Verkehrsteilnehmer hielten am Straßenrand an. Blitze entluden sich überall - und einer traf Dino. Renzo fuhr zu diesem Zeitpunkt nicht schnell, die Tacho-Nadel zeigte 15 Stundenkilometer - erinnert er sich. Alle drei sind sich einig, die Erinnerung reicht bis zum Blitzeinschlag in ihr Auto. Danach ist Dunkelheit, wahrscheinlich aufgrund der Blitzentladung. Keiner von den Dreien kann genau sagen, wie lange sie geschlafen haben. Als sie aufgewacht sind, befanden sie sich in ihrem Auto am Strand. Fakt ist, eine plausible Erklärung, wie sie hierhergekommen sind, haben sie immer noch nicht. Auch nicht, wo sie sich befinden.

Mittlerweile haben sie gegessen, während draußen die Nacht Einzug hält. Auf Renzos Uhr ist es 14.35 Uhr. Das kann nicht stimmen, aber eine offizielle Uhrzeit haben sie nicht. Vorhin hatte er versucht, einen Radiosender zu suchen, aber aus dem Autoradio ist nur ein Rauschen zu hören. Da tut sich auch nichts.

„Das ist zum Verrücktwerden!“ hatte er sich aufgeregt. Dann beschließen sie, bevor sie schlafen gehen, den Sternenhimmel zu beobachten.

„Ehrlich gesagt bin ich nicht müde.“ sagt Mona. Bella stimmt ihr zu und auch Renzo verspürt keine Müdigkeit. Als alle draußen sind, staunen sie über die pechschwarze Nacht. Fleckenweise zeigen sich, dort wo keine Wolken sind, die Sterne am Himmel - so klar wie selten. Aber es ist ungewöhnlich dunkel. Sie können sich, obwohl sie nur ein paar Meter auseinander stehen, kaum sehen. Renzo hat vielleicht eine logische Erklärung parat:

„Es ist darauf zurückzuführen, dass der Mond nicht da ist, das heißt, er ist möglicherweise auf der anderen Seite der Erde, deshalb ist er hier nicht zu sehen.“ Mona meint, dass er sich bestimmt hinter einer Wolke versteckt hat.

„Wahrscheinlicher ist Neumond, dann ist er auch nicht zu sehen.“ sticht Bella die zwei aus. Sie hat die besseren Karten, schließlich kennt sie den Mondkalender bestens. Wie dem auch sei, so eine stockdunkle Nacht haben sie alle drei in ihrem Leben noch nicht erlebt. Jedenfalls umarmen sie sich zu dritt und genießen den schönen Sternenhimmel. Irgendwann will Bella von ihrem Mann wissen, wie spät es ist. Er hat die einzige funktionierende Uhr an seinem Unterarm, die eigentlich auch nicht mit der tatsächlichen Zeit übereinstimmt. Da von den Smartphones nichts zu erfahren ist, weil sie keinen Empfang haben, und vom Autoradio aus demselben Grund auch nicht, beschließt Renzo, seine Uhr notwendigerweise der geschätzten Zeit anzupassen. Also fangen sie an zu schätzen, wie spät es wirklich sein kann, damit keine Verwirrung entsteht. Die Smartphones und das Autoradio sind höchstwahrscheinlich durch den Blitz beschädigt worden. Weil die Anzeige beider Geräte 11.47 Uhr zum Stillstand kam, muss es um diese Zeit zum „Crash“ gekommen sein. Sie selbst sind durch den Stromschlag in Ohnmacht gefallen, obwohl ihr Auto als Faraday’scher Käfig gewirkt haben muss. Alle drei erinnern sich jetzt genau an diesen Moment. Der Blitz erschien in seiner Form als großer mehrfarbiger Ring, in den sie mit dem Wagen hineinfuhren, gleichzeitig donnerte es ohrenbetäubend und dann … ja dann wachten sie am Strand auf. Und genau das ist das Seltsame an diesem Ereignis, was nicht der Logik entspricht und sie sich nicht erklären können.

„Ich muss demnach circa 33 Minuten ohnmächtig gewesen sein, weil meine Armbanduhr als mechanisches Gerät nicht durch die Stromentladung beschädigt wurde, lief sie weiter.“ versucht Renzo zu rekonstruieren. Bella überlegt mit und schlussfolgert, dass dies die Erklärung sein kann für den Zeitunterschied zwischen seiner Armbanduhr und den Anzeigen der Smartphones.

„Trotzdem entsprechen beide Zeitangaben nicht unserer jetzigen tatsächlichen Zeit! Wie kommt das?“ fragt sich Bella. Mit einem resignierenden Ton sagt Renzo, dass er in dem Fall auch keinen blassen Schimmer hat. Mona, noch mehr verwirrt als vorher, fragt dann beide: „Ja - und wie spät ist es denn jetzt?“ Darauf Renzo ratlos:

„Keine Ahnung. Deswegen können wir die Uhrzeit nur schätzen. Überlegen wir mal. Die Sonne ist genau vor 2 Stunden und 12 Minuten untergegangen. Wir haben den 19. Mai, das heißt, vermutlich ist es bei Sonnenuntergang circa 20.30 Uhr gewesen, wie bei uns in München. Wenn ich jetzt die 2 Stunden und 12 Minuten dazu rechne, dann müsste es 22.42 Uhr sein. “

Einige Minuten vergehen, in denen alle drei still nachdenken. Dann schlägt Renzo vor, sich fertig zu machen für die Nacht. Auch wenn keiner so richtig müde ist, müssen sie sich doch an diese Zeit anpassen. Die Außentemperatur, die vom Bordcomputer gemessen wird, zeigt 21 Grad Celsius an. Bella macht begeistert eine Feststellung:

„Wow, das sind ja Hochsommertemperaturen, das finde ich super! Wunderbar - da können wir morgen früh ein erfrischendes Bad im Meer nehmen!“ Renzos Antwort ist kurz:

„Klar, das machen wir!“ Mit seiner Begeisterung hält er sich allerdings etwas zurück, auch wenn er das alles sehr schön findet. Aber ihn machen ganz andere Sorgen nachdenklich. Da wären zum Beispiel einige Unregelmäßigkeiten zu klären. Er fragt sich, wie es sein kann, dass sie während eines Gewitters, das sich im Landesinneren von Norditalien austobt, auf einen Strand katapultiert werden, der mindestens 150 km Luftlinie von ihrer Fahrtroute entfernt sein muss. Was ist mit der Zeit dazwischen? Daran haben alle drei keine Erinnerung. Da ist eine ziemlich große, unerklärliche Lücke! Er ist ein Realist, ein logisch denkender Mann. Für ihn muss alles Hand und Fuß haben. Diese Situation befindet sich aber nun mal außerhalb seiner Kontrollmacht, damit hat er ein großes Problem. Gleichzeitig aber möchte er diese eigene Unsicherheit seinen Mädels nicht zeigen. Denn er ist der Meinung, dass er als Mann alles im Griff haben muss. Aber morgen wird sich bestimmt alles aufklären, davon ist er überzeugt. Allerdings macht sich Bella natürlich auch ihre eigenen Gedanken über die Situation.

Nun machen sie es sich in ihrem Dino gemütlich für die erste Nacht ihres Pfingsturlaubs. Platz haben sie genug, denn Renzo hat für den Fall von Zwischenübernachtungen nur drei Sitze im Auto gelassen, alle anderen hat er zu Hause im Keller verstaut. Sie haben schon viel Gepäck dabei für einen zweiwöchigen Wander-, Bade- und Zelturlaub. Aber sie machen das nicht zum ersten Mal. Mit einer gewissen Routine verstauen sie die meisten Sachen auf den Vordersitzen. Sie breiten selbstaufblasbare Iso-Matten und Schlafsäcke aus und schaffen somit ein Dreierbett. Danach werden Rituale gepflegt wie Lesen vor dem Einschlafen und den vergangenen Tag analysieren. Abenteuerlich war dieser allemal, das steht fest. Für den folgenden Tag machen sie einen kurzen Plan. Nach dem erfrischenden Morgenbad und dem Frühstück wollen sie zu Fuß jemanden suchen gehen, der ihnen weiterhelfen kann, das Auto wieder auf die Straße zu bringen, damit ihr Urlaub den geplanten Verlauf nehmen kann.

Die Nacht verläuft gut. Es ist ruhig und ein leichtes Lüftchen weht. Alles, was sie hören, sind nur Grillen, Nachtvögel und das ruhige Plätschern des Meeres. Sie schlafen alle friedlich, da sich diese Idylle gut und vertraut anfühlt für sie.

Kapitel 2 - Die Erkenntnis.

Renzo ist ein Frühaufsteher, er kommt mit 5 bis 7 Stunden Schlaf am Tag aus. Gestern Abend konnte er nicht gleich einschlafen, da ihm zu viele Gedanken durch den Kopf gingen. Ansonsten hat er gut geruht und die Nacht war ruhig und erholsam. Jetzt ist er vom ersten schwachen Tageslicht aufgewacht. Als Erstes schaut er auf die Uhr. Sie zeigt 7.45 Uhr an! Er bäumt sich mit einem Ruck auf, um nach draußen zu schauen.