Inked Love - Noch immer wir - J.D. Hawkins - E-Book

Inked Love - Noch immer wir E-Book

J.D. Hawkins

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Beschreibung

Sein Schweigen könnte ihre Liebe erneut zerstören ...

Tattoo Artist Teo fällt aus allen Wolken, als seine Jugendliebe Ash in seinen Laden kommt. Sofort ist die alte Anziehung wieder da. Ash und er waren unzertrennlich, füreinander geschaffen. Doch sie stammte aus einem reichen Elternhaus, während er in einem illegalen Trailer mit seinem kriminellen Vater wohnte. Über Nacht verschwand Teo vor sieben Jahren aus Ashs Leben, ohne Erklärung, ohne sich je wieder zu melden. Dieser Schmerz sitzt tief in der jungen Frau, die gerade beginnt, sich in der rauen Medienmetropole L.A. hochzuarbeiten. Doch Teo ist auch jetzt nicht bereit, ihr die Wahrheit zu sagen ... um sie zu beschützen, so redet er sich ein. Doch so intensiv ihre Begegnungen auch sein mögen, wirklich zueinander finden, können sie nur, wenn zwischen ihnen nichts als die Wahrheit steht ...

"J. D. Hawkins Bücher sind super heiß und seine Helden einfach anbetungswürdig" MUSINGS OF THE MODERN BELLE


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Seitenzahl: 374

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Inhalt

TitelZu diesem BuchWidmung123456789101112131415161718192021222324252627EpilogDanksagungenDer AutorDie Romane von J. D. Hawkins bei LYXImpressum

J. D. HAWKINS

Inked Love

Noch immer wir

Roman

Ins Deutsche übertragen von Stephanie Pannen

Zu diesem Buch

Tattoo Artist Teo fällt aus allen Wolken, als seine Jugendliebe Ash in seinen Laden kommt. Sofort ist die alte Anziehung wieder da. Ash und er waren unzertrennlich, füreinander geschaffen. Doch sie stammte aus einem reichen Elternhaus, während er in einem illegalen Trailer mit seinem kriminellen Vater wohnte. Über Nacht verschwand Teo vor sieben Jahren aus Ashs Leben, ohne Erklärung, ohne sich je wieder zu melden. Dieser Schmerz sitzt tief in der jungen Frau, die gerade beginnt, sich in der rauen Medienmetropole L. A. hochzuarbeiten. Doch Teo ist auch jetzt nicht bereit, ihr die Wahrheit zu sagen … um sie zu beschützen, so redet er sich ein. Doch so intensiv ihre Begegnungen auch sein mögen, wirklich zueinander finden können sie nur, wenn zwischen ihnen nichts als die Wahrheit steht …

Dieses Buch ist all jenen unglaublichen Tattoo-Künstlern gewidmet, die es uns ermöglichen, unsere Träume auf unserer Haut zu tragen. Danke für die Inspiration und die pure Hingabe und Liebe für diese Kunstform.

1

Ash

Heute ist es so weit. Ich weiß genau, was ich will, wo ich es machen lasse und wer es machen soll.

Das Tattoo-Studio im südlichen Echo Park sticht exzentrisch, fast bedrohlich hervor aus der Reihe der Ladengeschäfte an diesem sonnigen Morgen. Die düstere Fassade wirkt dramatisch neben den Eingangsschildern und sauberen Schaufenstern der Cafés und Vintage-Geschäfte drumherum. Die Fenster des Ladens sind mit Schädeln und Rosen dekoriert und verbergen, was dahinter geschieht. Der Anblick erinnert an den finsteren Blick eines ungezogenen Kindes, das einen herausfordert, sich mit ihm anzulegen. Mein Puls beschleunigt sich, während ich mich dem Studio nähere.

Als ich gerade davor parke, sehe ich, wie eine tätowierte Person eintritt und eine andere, schwarz gekleidete Person geht. Mandala Ink ist nicht das größte Tattoo-Studio in Los Angeles – vielleicht nicht einmal das mit den meisten Kunden –, aber es ist bei Weitem das beste. Vielleicht sogar in ganz Kalifornien. Jeder weiß, dass man sich nur mit dem zweitbesten zufriedengibt, wenn man sich woanders tätowieren lässt. Selbst ich weiß das, und ich besitze noch gar kein Tattoo. Aber ich habe monatelang im Internet recherchiert und Tausende Bilder von Tätowierungen verglichen, bevor ich mich für diesen Künstler und dieses Studio entschieden habe. Mit einer sechsmonatigen Warteliste und der strikten Regel, keine Laufkundschaft anzunehmen, die sogar für die größten Rockstars und bekanntesten Schauspieler gilt, fühlt es sich fast wie eine besondere Ehre an, hier einen Termin für mein Tattoo bekommen zu haben. Sechs Monate haben meinen Entschluss nicht ins Wanken gebracht, aber die lange Wartezeit hat leider auch nicht geholfen, meine Nerven zu beruhigen, jetzt, wo ich schließlich vor dem Laden stehe.

Ich steige aus, werfe Geld in die Parkuhr und gehe entschlossen auf die dunkle Tür zu. Ich bin ein bisschen nervös, sie aufzudrücken, aber wenn ich nur eine Sekunde zögere, werde ich mich wieder umdrehen und wegfahren. Das Adrenalin rauscht durch meinen Körper. Ich mache das hier wirklich – endlich.

Ich betrete das Studio. In meinen Ohren erklingt das Surren einer Tätowiernadel, und ich rieche Desinfektionsmittel. Wenn die Fassade schon leicht einschüchternd war, ist das Innere überwältigend. Es ist größer, als ich es mir vorgestellt habe. Die Wände sind vom Boden bis zur Decke mit umwerfender, komplexer Tattoo-Kunst bedeckt. Muster, die hypnotisieren, Gesichter, so schön, dass sie fast real wirken, Kreaturen und Charaktere und Kreuze, so plastisch, dass sie unter meinem Blick tanzen. Es gibt ein Vintage-Sofa im Bauhaus-Design, das aus einem Museum stammen könnte und so kunstvoll wirkt, dass man es lieber ansieht, als sich daraufzusetzen. Davor steht ein niedriger, im asiatischen Stil geschnitzter Couchtisch, auf dem Kunstbände liegen. Eine Glastheke teilt den Raum in zwei Hälften, und hinter der Theke gibt es einen Vorhang mit einem indischen Muster in Lila und Rot. Ich hatte mir das Innere ganz anders vorgestellt, und doch ist es perfekt.

Hinter der Theke steht ein großer Kerl und plaudert mit einer Kundin. Ich sehe zu, wie er die Frau mit der Punkfrisur verabschiedet, indem er seine Faust gegen ihre stößt. Dabei streckt er den Arm weit genug aus, dass ich die komplette Flügelspannweite des Drachen sehen kann, der darauf tätowiert ist.

Nachdem die Kundin gegangen ist, richten sich die funkelnden Augen des großen Kerls auf mich. Er ist so glatzköpfig wie ein Baby, trägt aber einen roten Bart, der lang und geflochten ist. Ist er das? Lone Wolf? Es arbeiten mehrere Künstler hier, aber der Kundenmagnet des Studios ist sein Besitzer, genannt Lone Wolf – bei ihm habe auch ich meinen Termin gebucht. Die meisten berühmten Tätowierer haben einen Künstlernamen, aber seiner hat dafür gesorgt, dass ich keine Ahnung habe, was ich von diesem Mann zu erwarten habe.

»Hey«, sagt der Glatzkopf mit einer so sympathischen Stimme, dass ich sofort all meine Vorurteile über Bord werfe. »Willkommen. Wie kann ich dir helfen?«

»Bist du … Lone Wolf?«, frage ich trotz seiner Freundlichkeit leicht eingeschüchtert.

»Nein.« Er lacht. »Ich bin Ginger.«

»Ginger! Von dir sind die ganzen kleinen Tattoos, die ich bei Instagram gesehen habe. Ich liebe die ganzen Details«, platzt es aus mir heraus.

Der große Mann wird tatsächlich rot. »Vielen Dank. Wir nehmen leider keine Laufkundschaft an, aber ich kann dich gern kurz beraten, und dann schauen wir weiter, wenn du …«

»Oh, äh, aber ich habe einen Termin«, sage ich und trete nervös vor. »Um elf Uhr, bei eurem Chef?«

Er tippt auf einer Tastatur herum und wirft einen Blick auf den Monitor vor sich. »Ashley Carter?«

Mir rutscht das Herz in die Hose, und ich lache nervös. »Höchstpersönlich.«

Sein Lächeln wird noch breiter. »Perfekt. Geh durch und setz dich. Ich bin gleich bei dir.« Er deutet auf den Sitzbereich und verschwindet hinter einem Vorhang im hinteren Bereich des Ladens.

Ich warte eine Weile, blättere einen der Kunstbände durch und verliere mich in der eleganten Schattierung eines Raubtierfells auf einem Poster an der Wand. Hinter dem Vorhang höre ich gedämpftes Murmeln, das ich nicht verstehe, dann zieht eine Stimme meine Aufmerksamkeit auf sich.

»Du bist also Ashley?«

Die Stimme ist kräftig und selbstbewusst. Der Tonfall ist tief, wie nur ein starker Körper ihn hervorbringen kann.

»Ja«, sage ich, aber es fällt mir schwer, den Blick von der Wand loszureißen. »Aber meine Freunde nennen mich …«

Ich drehe mich um und erstarre auf der Stelle. Eine Schockwelle spült jedes Gefühl von Realität aus meinem Körper.

Er ist groß, die Schultern breit genug, um als Rammbock zu dienen, und sein markanter Kiefer hält mit Sicherheit den ein oder anderen Schlag aus. Unter dichten dunklen Haaren sieht er mich mit eisblauen Augen an, als würde er mich kennen.

»Ash?«, fragt er.

»Teo?«, erwidere ich so leise, dass er es vielleicht gar nicht hört.

Ich kann es einfach nicht glauben – bis er mir dieses schiefe Lächeln schenkt, von dem ich gedacht hatte, ich würde es niemals wiedersehen. In diesem Moment ist es nicht mehr zu leugnen. Er ist es.

Er ist in den letzten sieben Jahren ein bisschen breiter geworden. Die Zeit hat sein glattes, jungenhaftes Aussehen markanter werden lassen, und seine definierten Muskeln passen zu seiner Größe. Seine Arme sind mit schwarz-grauen Tattoos bedeckt – eine Menagerie aus geometrischen Formen, Tieren und Blumen, die durch hypnotische Muster miteinander verbunden sind. Die Erinnerung an ihn, die ich sieben Jahre tief in mir vergraben habe, an diesen grüblerischen Jungen mit seiner engen Jeans und den zotteligen Haaren, der immer gewartet hat, bis ich zu ihm aufs Rad gestiegen bin, um mit mir davonzurasen, zerreißt in meinem Kopf wie ein verschwommen aufgenommenes Foto. Ich kann nicht aufhören, den umwerfenden Mann anzustarren, zu dem er geworden ist.

Mein Mund wird ganz trocken, und mich überbekommt ein Panikgefühl. Diese wenigen Momente, in denen so viele Erinnerungen und Emotionen in mir aufsteigen, fühlen sich wie eine Ewigkeit an, und doch sind sie zu kurz, um mich zu sammeln. Ich würde Wochen – vielleicht Monate – brauchen, um den Schock dieses Wiedersehens zu überwinden. Stattdessen bleibt mir nur die Zeit, die es dauert, um tief einzuatmen und mich zu einem lockeren Lächeln zu zwingen.

»Wie ist es dir ergangen?«, fragt er, stellt sich an die Theke und stützt sich dort auf. Er klingt vollkommen neutral und wirkt völlig entspannt. Ich weiß, dass es auch für ihn ein Schock sein muss, mich zu sehen. Aber ich habe keine Ahnung, wie er darüber denkt.

Fieberhaft suche ich nach einer lockeren Antwort. Was sagt man zu dem Kerl, den man mit der hingebungsvollen Leidenschaft geliebt hat, zu der nur ein Teenager, der zum ersten Mal liebt, fähig ist? Dieser Junge war mein Geheimnis, ich küsste ihn im Mondlicht, zur Musik der Eulen. Was sagt man zu dem Jungen, der um zwei Uhr morgens mit einer gestohlenen Blume durch mein Fenster stieg und lange genug blieb, um mich mit dem Nachgeschmack seiner Lippen auf meinen und dem Gefühl wieder zu verlassen, dass all die dramatischen Liebesgeschichten in Büchern der Wahrheit entsprachen und sogar noch schwer untertrieben waren?

Eben dieser Junge verließ am Abend des Abschlussballs ohne Vorwarnung die Stadt, gerade als ich der Welt zeigen wollte, dass ich unsere Liebe nicht mehr geheim halten würde?

Ich frage mich, ob er ebenso aufgewühlt ist wie ich, ob es sich für ihn auch so anfühlt, als würde seine Welt Kopf stehen. Wenn ja, lässt er es sich nicht anmerken. In seinen Augen liegt keine Sanftheit, keine Spur Reue – nichts von dem, was er dem Mädchen schuldet, das er zerstört hat.

Ein Teil von mir will Teo anschreien und ihn schlagen, ein aussichtsloser Versuch, ihn so sehr zu verletzen, wie er mich verletzt hat. Aber der andere Teil von mir will ihn umarmen und festhalten, so fest, dass die Wunden endlich heilen, die während der sieben Jahre ohne ihn geblutet haben. Ich bin so überwältigt und will so viel auf einmal, dass ich schlussendlich gar nichts tue.

»Mir geht’s gut. Und dir?«, ist alles, was ich zustande bringe.

»Gut«, sagt er nachdrücklich.

»Du bist also … Lone Wolf?«

»Höchstpersönlich«, sagt er grinsend. »Was möchtest du heute machen lassen?«

»Ach so. Ja.« Automatisch greife ich nach meiner Handtasche, nehme das alte Foto heraus und schiebe es ihm über die Glastheke zu. Sein Gesichtsausdruck wird sanfter.

»Deine Mom, hm? Ein Erinnerungs-Tattoo.«

Ich nicke. »Nur ihr Gesicht. Ich hätte es gern auf der Innenseite meines Arms. Auf dem Bizeps«, sage ich. Mein Gehirn bemüht sich, die Worte zu einem korrekten Satz zusammenzufügen.

Teo nimmt das Foto und mustert es mit der Distanziertheit eines Mechanikers, der einen Motor begutachtet. Ich frage mich, ob er sich an das Foto erinnert, da es vor all den Jahren in einem Silberrahmen auf meinem Nachttisch stand.

Routiniert legt er einen Skizzenblock neben das Foto auf die Theke und nimmt die Kappe von einem Fineliner. Dann lehnt er sich über den Block und beginnt zu skizzieren, wie das Tattoo aussehen wird. Ich habe schon davon gehört, dass das Flash bei Mandala Ink üblicherweise direkt vor den Augen des Kunden gezeichnet wird, statt es Wochen oder Monate im Voraus zu planen. Einige Kunden sind der Meinung, dass die Künstler damit Zeit sparen oder die Dinge organischer gestalten wollen, während andere sagen, dass Mandala-Tattoos so unglaublich sind, eben weil sie »aus dem Moment heraus« entstehen. Jedenfalls ist das Tattoo gerade das Letzte, worüber ich mir Gedanken mache.

Ich starre ihn an, weniger befangen als zuvor, da seine Aufmerksamkeit gerade vollkommen auf sein Kunstwerk gerichtet ist. Ich trete einen Schritt an die Theke heran, als würde ich mir ansehen wollen, was er zeichnet, aber in Wirklichkeit will ich ihm nur näher sein. Er riecht immer noch so wie früher, nach einer Mischung aus Motorradöl und dem süßen Duft des Sommers. Seine Haare sind jetzt kürzer, aber immer noch ein dichtes Chaos, mit dem ich immer spielen wollte. Er trägt ein enges schwarzes Trägerhemd, sodass ich die Tätowierungen auf seinen muskulösen Armen sehen kann. Verborgen zwischen den Mustern und Schriften entdecke ich das Motorradlenker-Tattoo – das einzige, das er bereits hatte, als ich ihn kennenlernte –, über das ich früher meine Finger wandern ließ …

Teo richtet sich zu voller Größe auf und dreht den Block herum, damit ich das Gesicht sehen kann.

»Was denkst du? So in etwa? Es bekommt noch mehr Tiefe und Dimension, wenn ich es schattiere, aber das sollte dir eine ungefähre Vorstellung geben.«

Ich starre die Skizze nur an – ich bin in diesem Moment nicht in der Verfassung, Kunstkritik zu üben.

»Sieht toll aus«, sage ich mit dem höflichen Lächeln einer zufriedenen Kundin.

Teo deutet auf den Vorhang und führt mich dahinter, wo sich die Stühle und Ausrüstung befinden. Mit dem professionellen Gebaren eines Arztes zieht er sich ein Paar Latexhandschuhe über und spricht mit mir über seine Schulter hinweg, während er Desinfektionsmittel, Tinte und eine Packung neuer Nadeln bereitlegt. Mein Herz rast, und eine Million Gedanken und Erinnerungen schwirren mir durch den Kopf.

»Zieh dein Oberteil aus und setz dich.«

Wieder erstarre ich, während in meinem Kopf, Herzen und Bauch ein Dutzend Emotionen miteinander ringen. Wird er wirklich nichts sagen? Will er mich wirklich wie irgendeine Fremde behandeln, die zufällig in seinen Laden kommt, nicht wie das Mädchen, dem er einst seine Seele versprochen hat?

Genauer gesagt, werde ich es tun? Werde ich hier stundenlang herumsitzen, in diesem seltsamen Zustand, mit all meinen unbeantworteten Fragen und meiner unbewältigten Wut, während mir Teo meine verstorbene Mutter auf die Haut zeichnet? Seit jener Nacht habe ich mich nicht mehr so verletzlich, verwirrt, so paralysiert gefühlt. Damals stand ich in meinem Abschlussballkleid vor dem Eingang, lauschte der gedämpften Musik und dem Gelächter der anderen Paare, starrte die leere Straße entlang und redete mir dabei ein, dass er jeden Moment auftauchen würde. Ich wartete, bis der Parkplatz spät am Abend leer war, und rief mir schließlich ein Taxi, um nach Hause zu fahren.

Ich lege eine Hand an meine Bluse und beginne, sie langsam aufzuknöpfen. Meine Finger machen weiter, obwohl ich will, dass sie aufhören. Er schaut erneut über seine Schulter, und sein Blick wandert von meinen Augen zu meiner nackten Haut und dem nun sichtbaren BH-Träger. Trotz allem erröte ich ein bisschen, als ich an vergangene Zeiten denke und mich daran erinnere, wie es sich anfühlt, nackt neben ihm zu liegen, auf ihm, während die gleichen Augen meinen Körper sanft zu küssen scheinen. Er wendet sich wieder seinem Handwerkszeug zu, aber ich stehe vollkommen überwältigt da und spüre meinen immer schneller werdenden Herzschlag. Aber dieses Mal hat es nichts mit dem Tattoo zu tun.

Teo dreht sich wieder zu mir um und wirft mir einen verwirrten Blick zu, als würde er sich fragen, warum es so lange dauert. Plötzlich ist da erneut dieses schiefe Lächeln.

»Bist du nervös?«, fragt er.

»Weißt du was?«, sage ich, während ich die Bluse fester um mich ziehe. »Ich denke ja. Ich denke, ich bin … noch nicht bereit dafür. Tut mir leid. Ich glaube, ich kneife.«

Ich habe mich bereits umgedreht und marschiere zum Vorhang, bevor Teo etwas erwidern kann. Als ich an der Tür bin, höre ich, wie er mir nachruft.

»Hey, Ash. Warte.«

Ich drehe mich um und sehe ihn am Vorhang stehen. Sein Gesichtsausdruck ist nicht zu deuten – vielleicht liegt ein Hauch Sanftheit in seinem Blick, doch vielleicht bilde ich mir das auch nur ein.

»Es war … nett, dich wiederzusehen«, sagt er. »Und wenn du deine Meinung änderst und doch noch kommen möchtest, dann schick Ginger einfach eine E-Mail, und wir quetschen dich irgendwo dazwischen.«

Dieses Mal schaffe ich es, mich zusammenzureißen. Ich nicke und gehe.

2

Teo

Wer braucht einen Therapeuten, wenn er einen Hund hat, der dir keine Fragen stellen muss, um zu wissen, wie du dich fühlst, und er braucht nur dein Gesicht zu lecken, um dich aufzuheitern. Duke heult leise, als ob er die dunklen Erinnerungen spüren würde, schleift seine Leine durch das ganze Haus und hüpft mir auf den Schoß, wann immer ich mich setze.

Es ist schwer, über die Vergangenheit nachzugrübeln, wenn man eine Promenadenmischung hat, die an der Tür kratzt. Also laufe ich jetzt schwitzend den Runyon Canyon hinauf, während mich Duke überholt, abgelenkt stehen bleibt und an den Büschen schnüffelt, bis er merkt, dass er zurückbleibt, und mir nachrennt.

Ich sprinte den Weg entlang, so schnell, dass mich sogar Duke verwirrt anschaut. Ich treibe mich vorwärts, bis meine Muskeln schmerzen und meine Lunge kurz vorm Platzen steht. Alles nur, damit ich nicht denken, mich nicht erinnern muss …

Ash. Ein Gesicht, von dem ich dachte, dass ich es nie wiedersehen würde. Ein Gesicht, das ich meinen Träumen und unvollendeten Gedanken übergeben hatte.

Sieben Jahre, um mir einzureden, dass es keine Rolle spielt. Sieben Jahre, um mich zu überzeugen, dass es das Richtige war. Sieben Jahre, um diese Erinnerungen zu begraben und weiterzumachen. Sieben Jahre, um zu vergessen.

Weniger als sieben Sekunden, um alles zurückzubringen, so frisch und schmerzhaft wie an dem Tag, als es geschah.

Erinnert sie sich überhaupt noch? Sie war immer schwer zu deuten gewesen. Eine verschlossene Box voller langsam köchelnder Emotionen und dabei so kühl, gefasst und lässig wie jemand, der immer etwas weiß, von dem du selbst keine Ahnung hast.

Sie sieht gut aus. Der Blick ihrer dunklen Augen ist so wild wie damals. Ihr langes blondes Haar ist nun kurz und gestuft und umrahmt ihr perfektes Gesicht in lebhaften Strähnen. Ihre Schönheit ist so mächtig, dass sie mich augenblicklich an unsere guten Zeiten erinnerte – ebenso wie an die schlechten …

Schließlich bleibe ich stehen und stemme schwer atmend die Hände in die Hüfte. Vor mir erstreckt sich Los Angeles.

»Duke!«, rufe ich und versuche zu pfeifen. »Duke, Kumpel! Wo bist du?«

Ich schirme meine Augen gegen die Sonne ab, suche den Pfad ab und gehe ein paar Schritte, bis ich ihn sehe. Er wälzt sich im Dreck und keucht so sehr wie ich, während ein Mädchen neben ihm kniet und ihn krault.

Lächelnd gehe ich zu ihnen. Das Mädchen hat mir den Rücken zugewandt. Sie trägt ihre Haare in einem kurzen Pferdeschwanz, aber ich kann trotzdem sehen, dass sie attraktiv ist, mit muskulösen Schenkeln in einer Caprihose, gut greifbaren Hüften und einem Hintern, in den man hineinbeißen will.

Vielleicht ist es das, was ich brauche, um die Dämonen aus meinem Kopf zu vertreiben: eine kleine körperliche Therapiestunde, zusammen mit einer athletischen Blondine, die Hunde mag. Scheiße, vielleicht hat es mich ja nur deshalb so fertiggemacht, Ash wiederzusehen, weil ich in letzter Zeit so viel gearbeitet habe und lange keinen Sex hatte. Vielleicht weiß sogar Duke das, und dies ist seine Art, mir zu helfen.

Ich komme näher, die Sonne blendet mich immer noch. Die beiden spielen weiter miteinander.

»Hast du eine neue Freundin gefunden, Duke?«, frage ich.

Die junge Frau steht langsam auf, und ich mache mich bereit, sie gewinnend anzulächeln. Sie dreht sich zu mir um, und wir beide hören auf zu lächeln, als wäre es plötzlich verboten.

Sie ist es.

Ein paar Sekunden lang starren wir uns nur an wie Tiere, die im Territorium des anderen gelandet sind. Dann löst sich die Spannung auf die einzig mögliche Art – wir lachen beide ungläubig.

»Heilige Scheiße«, sagt sie kopfschüttelnd.

»Zweimal in zwei Tagen. Du bist entweder sehr gut oder sehr schlecht darin, mich zu stalken.«

Sie lacht, und es klingt genau wie damals, vielleicht ein bisschen kraftvoller, ein bisschen selbstbewusster. Vibrierend, wie ein Vogel, der in die Luft aufsteigt. Ich bewundere einen Moment, wie die Sonne den Schweiß auf ihrer Schulter glänzen lässt, wie ihre Haut rosig strahlt.

Plötzlich befinde ich mich wieder in jenem feuchten Sommer, als wir in der Mittagssonne zum See rausgefahren und nackt hineingesprungen sind. Wir haben dort auf den Felsen gevögelt, unsere Körper nass vom Schweiß und Wasser, heiß und erregt, voller Verlangen nach dem anderen.

Mein Mund ist mit einem Mal ganz trocken, und ich wünsche mir, dass ich sie gleich hier nehmen könnte, ohne viele Worte, ohne unsere komplizierte Vorgeschichte.

»Ich habe dich noch nie hier gesehen«, sage ich. »Dabei laufe ich ziemlich oft in dieser Gegend.«

Sie zuckt mit den Schultern. »Ich bin erst letzte Woche in diesen Teil der Stadt gezogen.«

»Im Ernst?«

»Ja«, sagt sie. »Ich wurde befördert, also kann ich mir endlich eine Wohnung leisten, die nicht nur einem umgebauten Wandschrank gleicht.«

Ich lache ein bisschen und freue mich, dass sie sich in meiner Gegenwart entspannt. Der Klang ihrer Stimme bringt alle möglichen Gedanken zurück.

»Was arbeitest du denn?«, frage ich.

»Ich bin Produzentin.« Sie nickt. »Kennst du Hollywood Night?« Ich schüttle den Kopf. »Dachte ich mir.« Sie grinst. »Du bist auch nicht gerade die Zielgruppe. Es ist eine Klatsch-und-Tratsch-Sendung. Du weißt schon … Dieser Popstar hat jetzt ein Nippel-Piercing, jener Schauspieler ist jetzt mit einem Modell zusammen. Es ist nicht gerade die künstlerisch wertvollste Arbeit, aber die Einschaltquoten sind okay, und die Bezahlung ebenfalls. Ich kann mich nicht beschweren.«

»Das ist gut«, sage ich.

Ash sieht mich mit schief gelegtem Kopf an.

»Du machst das immer noch?«, fragt sie mit einem Lächeln, das ihr Grübchen zum Vorschein bringt.

»Was denn?«

»Du sagst: ›Das ist gut‹, wenn du höflich sein willst, aber nicht weißt, wie.«

Ich lache und sehe zu Duke, der uns mit heraushängender Zunge beobachtet, als hätte er einen Platz in der ersten Reihe in einem Stück über alte Freunde.

»Hey, hör mal«, sage ich. »Wegen gestern im Studio …«

Ash winkt ab. »Tut mir leid, dass ich gekniffen habe.«

»Ich kann dich verstehen«, sage ich und hoffe, dass sie in diese Aussage nicht zu viel hineindeutet. »Das erste Tattoo kann ganz schön einschüchternd sein. Aber du kannst wirklich gerne jederzeit wiederkommen, wenn du dich umentscheidest. Wir finden dann Zeit für dich.«

»Danke.« Ash lächelt, und zwischen uns breitet sich ein leicht schuldbewusstes Schweigen aus, als ob wir gerade etwas unter den Teppich gekehrt hätten und übereingekommen wären, es dort zu lassen. Das Schweigen dauert ein bisschen zu lange, und ich durchforste mein Hirn nach einem Gesprächsthema – abgesehen von denen, die keiner von uns beiden ansprechen möchte, und abgesehen von einer Verabschiedung. Ich bin noch nicht fertig damit, ihren Anblick in mich aufzusaugen.

»Oh«, sage ich plötzlich, als mir etwas einfällt. »Erinnerst du dich an ein Mädchen namens Isabel, mit der wir früher abgehangen haben? Aus dem Kunstunterricht?«, frage ich.

Ash rümpft nachdenklich die Nase. »Isabel … warte mal … hatte sie eine Zahnspange? Ganz dicke Brillengläser? Und trug sie immer pinkfarbene Strickjacken? War sie nicht auch im Schulorchester? Sie war nett – und richtig witzig.«

Lachend sage ich: »Genau die.«

»Natürlich erinnere ich mich an sie! Sie ist nach Europa gegangen, oder? Direkt nach der Highschool. Ich hab mich so für sie gefreut, aber kurz darauf verloren wir den Kontakt.«

»Tja, sie ist wieder da.«

»Machst du Witze?«, sagt Ash aufgeregt und knufft mich überraschend gegen die Schulter. »Und sie hat sich nicht bei mir gemeldet? Ich würde mich sehr freuen, sie wiederzusehen.«

Ich hebe verteidigend die Hände. »Ich hab sie rein zufällig getroffen. Sie kam vor ein paar Wochen ins Studio und wollte ein Tattoo auf der Hand, doch stattdessen haben wir dann über alte Zeiten geplaudert.«

»Wow«, sagt Ash und blickt über die Stadt, während sie sich erinnert. »Isabel … weißt du, ich fand immer, dass sie auf ihre ganz eigene, seltsame Art wunderschön war.«

»Du solltest sie jetzt sehen. Sie ist kein bisschen seltsam mehr, sondern hinterlässt eine Spur sabbernder Typen, wohin sie auch geht – wenn man auf Rock-’n’-Roll-Mädels steht.« Ich zucke mit den Schultern, und Ash sieht mich mit offenem Mund an. »Ja. Sie ist in einer Band – sind gerade von einem großen Label unter Vertrag genommen worden, nachdem sie ein paar Jahre durch die Szene getingelt sind. Ich glaube, sie sind nur in L. A., um ein Album aufzunehmen.«

»Ernsthaft?«, ruft Ash und wirkt fast stolz. »Gott … sie hat immer davon gesprochen, Musikerin zu werden. Ich weiß noch, wie ich sie zu ein paar Konzerten begleitet habe, mit unseren falschen Ausweisen, die sie uns besorgt hat. Ständig hat sie auf ihrer alten Ukulele herumgespielt, wenn ich bei ihr war. Das ist unglaublich. Ich muss sie wiedersehen, bevor sie die Stadt verlässt.«

»Sie wollte dich auch sehen«, sage ich und kann mich gerade noch stoppen, bevor ich zugebe, dass wir viel über Ash gesprochen haben. Da fällt mir etwas ein, und ich runzle die Stirn. »Ich glaube, sie hat erwähnt, dass sie in ein paar Tagen irgendwo auftritt. Sie hat einen Flyer im Laden aufgehängt.«

»Wow«, sagt sie. »Isabel lebt ihren Traum, was?«

Ich denke einen langen Augenblick darüber nach, was ich als Nächstes sagen soll. Dann entscheide ich mich, das Risiko einzugehen.

»Sollen wir hingehen?«

Ash braucht einen Moment, bis sie ihre Antwort stottert, und ich stelle mir vor, dass es ihr so geht wie mir und sie sich erst mal durch einen Haufen komplexer Gedanken kämpfen muss, bevor sie mir eine einfache Antwort geben kann.

»Ja … warum nicht? Ruf mich doch einfach an, wenn du weißt, an welchem Tag es ist, und ich schaue nach, ob ich da kann. Bei meinen Arbeitszeiten komme ich nicht viel raus, aber für eine alte Freundin mache ich gern eine Ausnahme.«

»Lass uns Nummern austauschen«, sage ich und hole mein Handy raus. »Ich könnte dich abholen. Vielleicht können wir ja hinterher was trinken gehen oder so.« Ich lasse es offen, ob ich über uns drei rede oder nur über Ash und mich, und sie fragt nicht nach. Es gibt keinen Grund, etwas zu überstürzen. Mir scheint es klüger zu sein, einfach abzuwarten, wie sich der Abend entwickeln wird.

Wir tauschen Nummern aus, und während sie ihr Handy wegsteckt, sieht Ash durch ihren zur Seite gestrichenen Pony zu mir auf, mit diesem schelmischen Blick, der mich immer dazu gebracht hat, unaussprechliche Dinge zu denken.

»Fährst du immer noch Motorrad?«, fragt sie.

Ich lächle zurück.

»Für den Verkehr in L. A. gibt es nichts Besseres. Fährst du immer noch hinten mit?«

Ash lacht leise auf und wendet sich zum Gehen.

»Ruf mich an«, sagt sie und läuft weiter.

»Auf jeden Fall«, sage ich und versuche mir nicht anmerken zu lassen, wie gut sich die Aussicht auf ein Wiedersehen für mich anfühlt.

3

Ash

An diesem Morgen erledige ich meine Arbeit wie ein mit Kaffee betriebener Roboter. Ich hake die Aufgaben auf meiner To-do-Liste mit der gleichgültigen Entschlossenheit ab wie jemand, der Wichtigeres im Sinn hat. Ich schwirre im Produktionsbüro herum, teile Skriptkopien und Drehpläne aus, bespreche kurzfristige Änderungen im Programm der heutigen Show und bereite ein paar Gäste vor, doch innerlich bin ich immer noch oben im Runyon Canyon, spiele erneut die Unterhaltung mit Teo durch, lese zwischen den Zeilen und suche nach Doppeldeutigkeiten.

Selbst oberflächlich betrachtet ist es verrückt. Eine Einladung zu einem Konzert? Ganz beiläufig ausgesprochen, als wären wir nur zwei alte Schulfreunde, die zusammen im Schachclub waren? Wo waren der Schmerz und das Drama unserer gemeinsamen Vorgeschichte? Es war kein stummes Eingeständnis seinerseits zu spüren, was er mir, was er uns angetan hat.

Andererseits spielt es für ihn ja vielleicht einfach keine Rolle. Vielleicht habe ich ihm gar nichts bedeutet. Vielleicht war unser Treffen genau das, als das er es behandelt hat: ein zufälliges Wiedersehen mit einer Frau, die er mal kannte, und am Ende verabredet er sich locker mit ihr. Hat er wirklich vergessen, wie schlimm es zwischen uns geendet ist?

Es ist so leicht – viel zu leicht –, sich mit ihm wohlzufühlen, miteinander zu reden, wie wir es damals getan haben, und zu lachen. Sein Blick liegt immer noch so intensiv auf mir, als hätte alles, was ich sage, große Bedeutung. Seine Gegenwart ist so mächtig, dass ich das Gefühl habe, mich in ihm verlieren zu können. Er spricht immer noch auf diese kühle, reservierte Art, als ob er etwas zurückhielte. Noch immer wirkt er wie jemand, der dir nicht alles sagt, der sich selbst zu einem Geheimnis macht, und selbst wenn du mit ihm über eine Sache sprichst, hast du stets das Gefühl, er denkt gerade an etwas ganz anderes.

Früher habe ich das geliebt. Es hat mich herausgefordert, dieses geheimnisvolle Lächeln zu entschlüsseln und herauszufinden, was hinter diesen Augen vor sich geht. Aber jetzt, wo ich weiß, wie sehr Teo mir wehtun kann, habe ich zu viel Angst vor dem, was passieren könnte, wenn ich zulasse, dass ich mich wieder in ihm verliere.

So viele Jahre habe ich darüber nachgedacht, was ich ihm sagen würde, wenn ich ihn jemals wiedersähe. Ich habe ganze Tagebücher mit den Dingen gefüllt, die ich ihm sagen wollte. Wütende, verletzende, verwirrte Dinge. Ich stellte mir vor, wie er auftaucht und mich anfleht, ihm zu vergeben. Ich stellte mir vor, wie er auftaucht und mich vollkommen vergessen hat. Ich malte mir aus, ihm auf der Straße zu begegnen, als abgekämpfter, mittelloser Krimineller, so wie alle in der Stadt immer vermutet hatten, oder in einem Club, wo er feiert, umgeben von schmierigen Mitläufern und Pornostars.

Und in all diesen Situation wusste ich, was ich sagen würde. Ich hatte sieben Jahre Zeit, um es zu verfeinern und zu üben, damit es ins Schwarze traf, wenn ich die Chance bekäme. Er sollte meine Worte auf keinen Fall falsch verstehen oder das, was er mir angetan hat, ignorieren können.

Doch nun war der Moment gekommen – sogar zweimal innerhalb von ein paar Tagen –, und beide Male war mein mentales Drehbuch plötzlich verschwunden gewesen. Was nützten mir sieben Jahre Übung, wenn mich der bloße Anblick dieses markanten Kinns alles vergessen lässt, was geschehen ist? Was nützte es, einen Groll zu hegen, wenn ich mich durch einen einzigen Blick von ihm so gut fühle?

Ihn wiederzusehen hat mir klargemacht, was ich wirklich will, und das ist keine Rache. Es geht mir nicht darum, ein perfektes »Fick dich« abzuliefern oder mich moralisch überlegen zu fühlen. Im tiefsten Inneren wünsche ich mir eine Reise in die Vergangenheit, um wieder siebzehn zu sein und mit ihm in unserer eigenen geheimen Welt zu leben.

Doch das ist unmöglich. Ich kann das Unverzeihliche nicht verzeihen. Das ist einfach keine Option.

Nun stehe ich da mit einem Haufen Fragen, einem halben Versprechen, dass wir uns wiedersehen, und der vollen Bestätigung, dass er immer noch so schön und gefährlich ist, wie ich ihn in Erinnerung habe, vielleicht sogar noch mehr.

»Mist!«, rufe ich aus, als mein Handyalarm angeht und mir klar wird, dass ich seit fast einer Stunde in meinem neuen Büro sitze und auf ein leeres Blatt Papier auf dem Schreibtisch gestarrt habe.

In fünf Minuten habe ich das wichtigste Treffen meiner Karriere. Ein Pitch Meeting mit einigen hohen Tieren, für das ich kämpfen musste wie ein Anwalt in einem aussichtslosen Fall. Die offizielle Position einer Produzentin habe ich zwar noch nicht lange, aber ich habe mich bei dieser Show jahrelang hochgearbeitet und kenne die internen Vorgänge wie meine Westentasche. Ich bin bereit, meinen eigenen Weg zu gehen. Ich muss mich einfach nur wieder konzentrieren, und zwar auf der Stelle.

»Mist, Mist, Mist, Mist, Mist!«, murmle ich vor mich hin wie ein nutzloses Mantra, während ich die Unterlagen zusammensuche, die ich für dieses Meeting vorbereitet habe.

Dies ist meine erste echte Chance, Hollywood Night ein wenig Qualität zu verpassen. Es ist der Versuch, das Fernsehäquivalent zum tratschenden Nachbarn mit schlechtem Sinn für Humor in etwas Bedeutungsvolles zu verwandeln. Etwas, das die Leute gezielt einschalten und in Erinnerung behalten, anstatt es einfach als Hintergrundgeräusch laufen zu lassen, oder weil sie zu faul sind, den Kanal zu wechseln.

Ich drücke den Stapel Papiere unordentlich an meine Brust, verlasse mein neues Büro (das immer noch nicht vollständig eingerichtet ist) und stürme durch den Korridor zum Konferenzraum. An der Tür sehe ich, dass zwei der Führungskräfte bereits da sind. Ich klopfe leise und zwinge mich beim Eintreten zu einem strahlenden, selbstbewussten Lächeln.

»Hey«, sage ich und versuche mit einem Schluck aus meinem Kaffeebecher zu überspielen, dass ich leicht außer Atem bin. »Ich hoffe, ich bin nicht zu spät.«

»Genau rechtzeitig«, sagt Sean heiter.

Sean ist Mitte fünfzig und hat die sanfte, ruhige Art eines Mannes, der sich wegen seiner Arbeit nicht allzu viel Stress macht, aber in seinem Fach so erfahren ist, dass er das auch nicht nötig hat. Mit seiner Glatze und der Lennon-Brille könnte er auch als Kolumnist der New York Times durchgehen, auch wenn jeder von denen wahrscheinlich sofort mit ihm tauschen würde. Egal was man sich zur Hauptsendezeit ansieht, Sean steckt wahrscheinlich hinter mindestens einem Drittel davon.

»Nur damit du Bescheid weißt«, sagt Sean. »Ted wird es heute nicht schaffen. Er muss sich um andere Dinge kümmern.«

»Oh, okay. Ich verstehe«, sage ich und gebe vor, überrascht zu sein. In Wahrheit habe ich Ted in all den Jahren, die ich hier arbeite, nur ein einziges Mal gesehen. Wenn man Seans Beteiligung an der Show schon als sehr zurückhaltend bezeichnet, dann arbeitet Ted »nicht mal in der gleichen Hemisphäre«.

Die drahtige Frau neben ihm trägt ihre roten Haare in einem Pferdeschwanz. Sie zieht wie üblich einen Schmollmund und ignoriert mich. Ich beiße die Zähne zusammen und zwinge mich, weiterhin zu lächeln.

»Wie lange geben wir dieser Sache?«, fragt sie in gelangweiltem Tonfall.

»So lange, wie es dauert, Candace«, schießt Sean zurück und schenkt mir ein fast entschuldigendes Lächeln.

Candace McGill hat den Ruf, unhöflich, manipulativ und arrogant zu sein – und das ist noch die nette Version. Als Produzentin und Showrunner sieht sie in Hollywood Night ihr Baby – und mit Baby meine ich, dass sie ihre Position nutzt, um mit Berühmtheiten abzufeiern und junge Schauspieler anzubaggern. Sie ist so dünn und gefährlich wie die Zigaretten, die sie in Kette raucht, und beschäftigt ein Team von Schönheitschirurgen, das auf Abruf für sie bereitsteht und dafür sorgt, dass sie fantastisch aussieht für ihr Alter – das in etwa dem der Steinstatuen auf den Osterinseln entsprechen müsste, denen sie auf unheimliche Weise gleicht. Meine einzige Hoffnung, ein paar meiner Ideen durchzuboxen, besteht darin, dass sie ihr einfach nicht wichtig genug sind, um sie abzuschießen. Angesichts des Arbeitspensums, das sie erledigt, ist das nicht vollkommen abwegig.

»Ich halte es kurz, versprochen«, sage ich und breite meine Notizen auf dem Konferenztisch aus. »Ich möchte nur ein paar Ideen durchgehen für einige etwas längere Beiträge, die wir machen könnten. Es sind interessante, tiefgründigere Themen, die den Zuschauern einen besseren Einblick hinter die Hollywood-Kulissen geben. Sie wissen schon, eine einzigartige Perspektive, zu der die Zuschauer einen echten Bezug haben.«

»Oh Gott«, seufzt Candace und sieht gelangweilt aus dem Fenster. »Das schon wieder. Süße, wir sind eine Klatschsendung am späten Abend, kein Bildungsfernsehen. Du brauchst doch nur ein paar hübsche Gesichter auf den Bildschirm holen, Schauspieler dazu bringen, bei Interviews wie normale Menschen zu wirken, Gerüchte erzählen, bei denen es allen egal ist, ob sie wahr sind oder nicht, deinen Gehaltsscheck abholen und dem Himmel danken, dass es genug Idioten auf dieser Welt gibt, sodass du deinen Job behältst.«

Sean lacht nachsichtig, obwohl wir beide wissen, dass Candace nicht scherzt.

»Ich verstehe, was du sagst«, erwidere ich und hoffe inständig, diplomatisch zu klingen, »aber denkst du nicht, dass es vielleicht ein bisschen Raum gibt für etwas mehr …«

»Um ehrlich zu sein«, unterbricht mich Sean, »sind die Einschaltquoten ganz anständig, aber wir müssen uns ziemlich ins Zeug legen, damit sie so bleiben. Es gibt da draußen inzwischen ziemlich viel Konkurrenz. Ich sage nur TMZ und TrendBlend. Tut mir leid, das sagen zu müssen, aber jetzt ist vielleicht nicht der beste Zeitpunkt, um Risiken einzugehen.« Er zuckt entschuldigend mit den Schultern.

»Aber genau darum geht es mir doch«, sage ich und lehne mich vor. »Unsere stärkste Konkurrenz sind Internetseiten, oder? Und mit diesem superschnellen Nachrichtenzyklus für Leute mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne können wir nicht wirklich konkurrieren. Sie werden immer schneller und leichter zugänglich sein. Der Produktionswert ist unsere größte Stärke. Und darum …«

»Süße«, sagt Candace und sieht mich das erste Mal richtig an, als hätte ich schließlich doch noch ihr Interesse geweckt. »Wir müssen nicht konkurrieren, weil sie nicht die Quellen, die Macht oder das Geld haben. Und wenn uns diese Idioten, die da online posten, angreifen wollen, werden wir ihnen einen Mordskampf liefern. Wenn die Leute Gerüchte wollen, bieten wir ihnen die widerlichsten und schmutzigsten, und wenn sie Exklusivmeldungen wollen, dann erfinden wir eben welche.«

Sean lacht wieder, dieses Mal hörbar nervös.

»Klar. Ich sage ja nicht, dass wir die Show grundlegend ändern sollten«, sage ich und rudere ein bisschen zurück, um Candace’ Worten den Stachel zu nehmen. »Aber wir könnten zusätzlich etwas machen, was die Internetblogs und Videoseiten nicht können, nämlich informative Features.« Ich lege ihnen die Kopien hin, die ich gemacht habe. »Erinnert ihr euch, wie wir an Weihnachten in letzter Minute zwei Beiträge streichen mussten? Ich habe Archivmaterial benutzt, in dem ein paar Maskenbildner persönliche Insidergeschichten über Schauspieler und ehemalige Projekte erzählt haben. Der Beitrag war dreizehn Minuten lang.«

Candace verdreht die Augen.

»Wie könnte ich das vergessen«, sagt sie herablassend.

»Tja, wir haben den Beitrag nicht auf die Website gestellt – aber jemand hat ihn trotzdem online hochgeladen. Das Video hat Tausende Views und einen Haufen Kommentare bekommen. Es scheint den Leuten wirklich gefallen zu haben. Wenn wir es auf unsere Seite gestellt hätten, wäre es unter den Top-drei-Videos des Jahres gewesen – und das ohne die User, die von unseren anderen Videos weitergeleitet wurden.«

Sean studiert die Zahlen in den Unterlagen und nickt, während Candace sie nur böse anstarrt und zu mir zurückschiebt.

»Und was hast du dir vorgestellt?«, fragt Sean.

»Okay«, sage ich und hole tief Luft. Das ist der alles entscheidende Moment. »Ich habe mit dieser wirklich interessanten Frau gesprochen, die ein Yogastudio in der Innenstadt betreibt. Vor ein paar Jahren stand der Laden noch kurz vor der Pleite, aber dann begannen diese Mixed-Martial-Arts-Kämpfer hinzugehen, was wiederum dazu führte, dass sich einige Prominente angemeldet haben. Offenbar lieben sie alle dieses Studio. Es ist absolut angesagt unter den Schauspielern hier. Wir könnten das auf viele Arten aufbereiten: die bewegende Geschichte einer Firma, der es gelingt, das Ruder herumzureißen, der spannende Gedanke, dass Stars und Leute wie du und ich die gleichen Kurse besuchen, und die Art, wie Yoga Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund zusammenbringt …«

»Kann mir mal jemand die Fernbedienung reichen?« Candace seufzt. »Mir ist langweilig.«

Ich ignoriere die Bemerkung. »Frankie – die Frau, der das Studio gehört – hat mir gesagt, dass ein paar der wirklich berühmten Schauspieler mit uns darüber reden würden, wie sehr sie den Laden lieben.«

»Na klar«, sagt Candace. »Und an der nächsten Straßenecke steht ein Penner, der dir für den Preis eines Biers die Nummer von Clooney gibt. Das hier ist L. A., Süße. Jeder ist jedermanns Vetter, wenn einer was von dir will. Wir sind kein Wohltätigkeitsverein, der kostenlose Werbung betreibt. Wenn wir so einen Infomercial-Mist senden, werden die Leute umschalten.«

Ich beiße die Zähne zusammen, um nicht etwas zu sagen, das mich meine Stelle kosten würde, und auch wenn das Schweigen nur ein paar Sekunden anhält, ist es extrem unangenehm. Um es zu brechen, lacht Sean wieder.

»Das ist eine gute Idee, Ash«, sagt er, aber das ist ein schwacher Trost. »Vielleicht können wir später noch mal darüber nachdenken, aber ich finde, dass wir die Kirche erst mal im Dorf lassen sollten. Du bist gerade erst Produzentin geworden, also lass uns mal abwarten, wie du dich bei der Show schlägst, so wie sie im Moment ist.«

»Okay«, sage ich.

»Aber es ist eine tolle Idee, und es freut mich, dass du darüber nachdenkst, wie man die Show verbessern könnte. Das sehe ich gern.«

»Danke«, sage ich, während ich meine Unterlagen einsammle, mir meinen Kaffee schnappe und aufstehe.

Ich renne fast aus der Tür. Innerlich koche ich so sehr, dass ich am liebsten schreien würde. Ich marschiere zurück zu meinem Büro und frage mich, ob es schalldicht ist, doch auf halbem Weg höre ich Jennys Stimme.

»Ash! Hast du heute dein Meeting?«, fragt sie, während sie sich bemüht, mit mir Schritt zu halten.

»Ist gerade vorbei.« Ich weigere mich, Blickkontakt herzustellen, während ich über den Flur marschiere, aber ich merke, wie sie in Anbetracht meiner Reaktion ihre Schultern sinken lässt.

»Ich nehme an, es lief nicht so gut?«

»Deine Annahme ist korrekt.«

Ich betrete mein Büro und lasse die Papiere auf den Schreibtisch fallen, während Jenny hinter sich die Tür schließt.

»Willst du darüber reden?« Sie spricht leise und beruhigend.

Ich drehe mich zu ihr um, doch als ich ihre niedliche Nase und den selbst gestrickten roten Wollschal sehe, fällt es mir plötzlich schwer, meine Wut aufrechtzuerhalten.

Jenny war eine der Ersten, die ich in diesem Job kennengelernt habe, und ist nun eine meiner engsten Freundinnen. Sie ist Autorin, und das würde auch jeder, der sie zum ersten Mal sieht, vermuten. Sie sieht aus wie Virginia Woolf, wenn Virginia Woolf immer gelächelt, riesige Kreolen getragen und ihre Haare immer im Hipster-Ton des Monats gefärbt hätte, in diesem Fall ein strahlendes Graublau.

»Du hast recht.« Ich werfe kapitulierend die Hände in die Luft und lasse mich auf die Bürocouch sinken. »Candace wird sich niemals ändern, und die Show auch nicht, solange sie die Fäden in der Hand hält.«

»Ihr gefiel die Sache mit dem Yogastudio nicht, oder?«

»Nicht nur das, sie hat sie praktisch in der Luft zerrissen. So wie sie sich aufgeregt hat, könnte man meinen, ich hätte vorgeschlagen, eine vietnamesische Dokumentation zu bringen. Ich versuche doch nur, der Show ein bisschen Substanz zu verleihen.«

Jenny nickte verständnisvoll.

»War Sean dabei? Hat er eingegriffen? Er liebt dich.«

Ich schüttle den Kopf. »Sean ist Sean. Ihm gefielen meine Ideen, aber am Ende des Tages hat er genauso viel Angst vor Candace wie jeder andere. Um ehrlich zu sein, kann ich ihm das nicht verübeln.«

Jenny setzt sich neben mich aufs Sofa, legt mir einen Arm um die Schulter und sagt einfach nichts, was einer Autorin wie ihr schwerfallen muss.

»Warum bin ich hier? Warum mache ich das alles überhaupt?«, frage ich und befinde mich damit in der »Verzweiflungsphase« dieser informellen Psychotherapie.

»Du machst es, weil der Job ordentlich bezahlt wird, du gut darin bist und du mit coolen und talentierten Leuten wie mir arbeiten darfst.«

»Und diese coolen und talentierten Leute dürfen nichts anderes tun, als dumme Witze über Arschimplantate zu schreiben.«

»Du wärst überrascht, wie herausfordernd das sein kann.«

Ich lache ein bisschen, dann springe ich auf und laufe herum, um die schlechte Energie loszuwerden, die mich erfüllt. Jenny verschränkt die Arme und lächelt.

»Willst du weiter so tun, als wäre das tatsächlich die Sache, die dich gerade wahnsinnig nervt?«, fragt sie.

Ich bleibe stehen und sehe sie an.

»Was meinst du?«

»Komm schon. Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich dir abkaufe, dass du dich über einen abgelehnten Beitrag so sehr aufregst, oder? Du arbeitest hier seit zwei Jahren – du weißt, wie es läuft.« Sie macht eine Pause, mustert mich und nickt dann langsam. »Also gut. Ich verstehe es jetzt. Wie heißt er?«

Ich muss schmunzeln, schüttle den Kopf und wende verlegen den Blick ab.

»Es ist kompliziert.«

»Großartig«, sagt Jenny und lehnt sich vor. »Ich liebe kompliziert. Ich habe Pynchon zum Spaß gelesen.«

Ich seufze leise und überlege einen Moment, wo ich anfangen soll.

»Es ist nicht nur irgendein Typ. Ich bin gestern einem Ex begegnet.«

Jenny reibt sich die Hände und grinst. »Mm-hmm. Ich bin jetzt schon begeistert.«

»Er war meine erste Liebe. Und damit meine ich eine echte, intensive ›Ich ritze deinen Namen in meine Haut‹-Liebe. Eine ›Lass dein Shirt hier, damit ich dich riechen kann, wenn du weg bist‹-Liebe. Eine ›Töte mich jetzt, damit dieses Gefühl niemals aufhört‹-Liebe. Verstehst du, was ich meine?«

»Wow«, sagt Jenny. »Nein, weiß ich nicht. Meine erste Liebe war mehr so eine ›Ich kann heute Abend vorbeikommen, aber nur wenn du mir zehn Dollar für Benzin gibst‹-Liebe.«

Ich schüttle den Kopf. »Jedenfalls waren wir während der Highschool zusammen. Alles war magisch, und ich dachte, dass es für immer halten würde, bis … er eines Abends einfach die Stadt verlassen hat, ohne irgendjemandem davon zu erzählen. Er war … einfach weg. Spurlos verschwunden. Niemand hatte eine Ahnung, wo er hingegangen war. Als hätte er sich in Luft aufgelöst. Ich habe nie wieder von ihm gehört. Bis jetzt.«

Jenny lehnt sich stirnrunzelnd zurück.

»Und du hast wirklich keine Ahnung, warum er das gemacht hat? War er irgendwie komisch, bevor er gegangen ist?«

»Nein. Nichts. Sein Dad war immer wieder im Gefängnis und in einen Haufen zwielichtiges Zeug verwickelt – keine Ahnung, worum genau es ging. Teo wurde ebenfalls oft von der Polizei aufgelesen, doch das war reine Schikane.«

»Vielleicht war ja diesmal etwas vorgefallen. Vielleicht hat dieser Kerl – Teo – ein Verbrechen begangen, mit seinem Dad oder so, und ist dann abgehauen, bevor er gefasst werden konnte.«