Institutionelle Kapitalanlage -  - E-Book

Institutionelle Kapitalanlage E-Book

0,0

Beschreibung

Die institutionelle Kapitalanlage in Deutschland steht vor enormen Herausforderungen: Das aktuell sehr volatile Umfeld macht das Erwirtschaften auskömmlicher Versorgungsleistungen schwieriger. Das Handbuch bietet "Best Practice" und widmet sich sowohl aktuellen Praxisfragen als auch der vertiefenden Analyse einzelner Sachthemen. Es ist derzeit das einzig verfügbare Werk im DACH-Raum, das sich vertiefend den institutionellen Aspekten desAsset Management widmet. Der Band deckt alle wirtschaftlichen, steuerlichen und rechtlichen Grundlagen der institutionellen Kapitalanlage ab und bietet strategische Überlegungen zu einzelnen Assetklassen und für unterschiedliche Asset Owner.  "Das gut lesbare Werk sei Einsteigern und Profis der institutionellen Kapitalanlage zur Lektüre empfohlen." Dr. Guido Birkner, dpn 03/2023   

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 941

Veröffentlichungsjahr: 2023

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



[XIII]Inhaltsverzeichnis

Hinweis zum UrheberrechtImpressumGeleitwortEinführungAbkürzungsverzeichnis1 Grundlagen der institutionellen Kapitalanlage1.1 Paradigmenwechsel in der institutionellen Kapitalanlage1.1.1 Die traditionelle Kapitalanlage institutioneller Investoren1.1.2 Die Volatilität der Zinslandschaft und ihre Konsequenzen1.1.3 Auswirkungen des Paradigmenwechsels auf institutionelle Investoren1.1.4 Die wirtschaftlichen Konsequenzen aus den sich ändernden Rahmenbedingungen1.2 Herleitung des ALM-Begriffes1.2.1 Bedeutung des ALM im Unternehmenskontext1.2.2 Praktische Implementierung des ALM 1.2.3 ALM in der Regulierung – ein Ausblick LiteraturLiteratur1.3 Strategische und taktische Asset Allokation1.3.1 Einleitung1.3.2 SAA und TAA im Investmentprozess1.3.3 Strategische Asset Allokation1.3.4 Taktische Asset Allokation1.3.5 ZusammenfassungLiteratur1.4 Risikomanagement 1.4.1 Zielsetzungen im Risikomanagement 1.4.2 Der Regelkreis des Risikomanagements 1.4.3 Die Rollen des Risikomanagers in einem institutionellen Kapitalanlage-Umfeld1.4.4 Dimensionen des Risikomanagements 1.4.5 Spezifische Herausforderungen für Lebensversicherungsunternehmen1.4.6 Erfolgsfaktoren und Wünsche an künftige Regulierung aus Sicht eines mittelständischen LebensversicherersLiteratur2 Interne und externe Kapitalanlage2.1 Die Treuhänderfunktion in der institutionellen Kapitalanlage2.1.1 Gegensatz von Duty of Prudence und Duty of Loyalty?2.1.2 Organisatorische Abbildung2.1.3 Status quo in der US-Regulatorik2.1.4 Die deutsche Perspektive2.1.5 Fiduciary Management2.1.6 Active Stewardship2.1.7 Facetten der Treuhänderfunktion – funktionale Abbildung2.1.8 Regulatorische Abbildung2.1.9 Kapitalanlageprozess2.1.10 Facetten der Treuhänderfunktion – Abbildung des Kapitalanlageprozesses2.1.11 Strategien im Risikomanagement 2.1.12 AusblickLiteratur2.2 Die Zusammenarbeit mit Asset Management Consultants 2.2.1 Die Stiftung EVZ 2.2.2 Zusammenarbeit mit Asset Management Consultants 2.2.3 Reflexionen und FazitLiteratur2.3 Die Rolle des Placement Agent im institutionellen Investmentprozess2.3.1 Begriff2.3.2 Rolle der beteiligten Akteure2.3.3 Was macht ein Placement Agent?2.3.4 Wie spricht man institutionelle Investoren an?2.3.5 Digitale Alternativen und der »menschliche Faktor«2.3.6 Regulatorische Vorgaben für Placement Agents2.3.7 Vergütungsmodelle – die richtige Anreizstruktur 2.3.8 Eine kleine Geschichte der Placement Agents2.3.9 In Summe: Vor- und Nachteile einer externen Vertriebslösung2.3.10 Case Study 2022: Ukrainekrise und steigende Zinsen: Was sind die Folgen für den Immobilienmarkt?Literatur2.4 Effiziente Organisation des Anlageprozesses von institutionellen Investoren unter Kostenaspekten2.4.1 Einleitung2.4.2 Institutionelle Investoren und Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung2.4.3 Dreifache Herausforderung: Regulatorische Anforderungen, Niedrigzinsumfeld und komplexe Kapitalanlagen2.4.4 Organisationale Kosten2.4.5 Kosten der internen Lösung vs. externe Lösung2.4.6 SchlussfolgerungLiteratur3 Bewertung von Anlagegegenständen und Anlageerfolgen3.1 Bewertung von Anlagegegenständen und Anlageerfolgen und deren Auswirkung auf die institutionelle Kapitalanlage3.1.1 Gesetzliche Grundlagen3.1.2 Bewertungsvorgaben für die jeweiligen Assetklassen 3.1.3 FazitLiteratur3.2 Bewertung von Anlageergebnissen – Key Institutional Performance Indicators 3.2.1 Ebenen der Bewertung von Anlageergebnissen3.2.2 Anlageergebnis auf Ebene der Asset Allokation3.2.3 Anlageergebnis auf Ebene einzelner Assetklassen3.2.4 Reporting 4 Assetklassen 4.1 Anleihen4.1.1 Einleitung4.1.2 Begrifflichkeiten4.1.3 Emittenten4.1.4 Funktionsweise4.1.5 Zugangswege4.1.6 Anleihespezifische Risiken und ihr Management4.1.7 Besondere Formen4.1.8 Rechtliche Rahmenbedingungen4.1.9 Bedeutung von Anleihen und ihre zukünftige Rolle in der institutionellen KapitalanlageLiteratur4.2 Aktien4.2.1 Aktien als Finanzierungs- und Anlageinstrument4.2.2 Aktien in der Portfolioallokation 4.2.3 Verwaltung von Aktienanlagen: Hat aktives Management noch eine Zukunft?4.2.4 Nachhaltigkeit im Aktienmanagement4.2.5 Ein Blick in die ZukunftLiteratur4.3 Immobilien4.3.1 Einführung4.3.2 Wie in Immobilien investieren?4.3.3 Direktanlage4.3.4 Joint Venture und Club Deal4.3.5 Direkt vs. indirekt?4.3.6 Immobilienaktien/REITs4.3.7 Einordnung Immobilieninvestitionen »Public Market« vs. »Private Market«4.3.8 Eigen- vs. Fremdkapital-Investition4.3.9 ZusammenfassungLiteratur4.4 Infrastruktur4.4.1 Der Infrastrukturmarkt 4.4.2 Infrastruktur als Anlageklasse4.4.3 Zugang zur Anlageklasse Infrastruktur4.4.4 SchlussbemerkungenLiteratur4.5 Private Equity 4.5.1 Einführung4.5.2 Einstiegsmöglichkeiten4.5.3 Überlegungen zur Umsetzung einer Private-Equity-Strategie4.5.4 Verhalten in Krisen4.5.5 ESG-Gesichtspunkte4.5.6 Zusammenfassung4.6 Private Debt 4.6.1 Abgrenzung von Private Debt 4.6.2 Umsetzung von Investitionen in Private Debt 4.7 Hedgefonds 4.7.1 Definition & Entwicklung4.7.2 Investmentthese – Mehrwert von Hedgefonds 4.7.3 Hedgefonds-Strategien4.7.4 Rendite & Erwartungen4.7.5 Liquidität & Gebühren4.7.6 Sitz & Rechtsform4.7.7 Portfoliokonstruktion & Hedgefonds-Selektion4.7.8 Hedgefonds als »systemisches Risiko«4.7.9 Fazit5 Anlageregulierung, Compliance und Besteuerung5.1 Institutionelle Kapitalanlagestrukturen in Deutschland5.1.1 Einleitung5.1.2 Vorteile von Fondsinvestments für institutionelle Investoren5.1.3 Regulierungsrahmen institutioneller Kapitalanlagestrukturen5.1.4 Investmentrechtliche Organisationsstrukturen5.1.5 Investmentvermögen: Strukturmerkmale eines Fonds5.1.6 Gesetzliche Spezialfondstypen 5.1.7 Ausgewählte Kapitalanlagestrukturen5.1.8 Kapitalverwaltungsgesellschaften5.1.9 Verwahrstelle 5.1.10 Kompetenzen der BaFin Literatur5.2 Besteuerung institutioneller Kapitalanlagestrukturen in Deutschland5.2.1 Einleitung und ertragsteuerliche Grundlagen der Kapitalanlage5.2.2 Übersicht über anlegerspezifische Besteuerungsaspekte5.2.3 Anwendbarkeit steuerlicher Spezialregime – allgemeine Grundsätze steuerlicher Transparenz bzw. Intransparenz 5.2.4 Spezial-Investmentfonds gemäß Kapitel 3 des Investmentsteuergesetzes5.2.5 Beteiligungen an ausländischen (beispielsweise luxemburgischen) Investmentvermögen5.2.6 Anwendbarkeit des Außensteuergesetzes5.2.7 Besteuerung von Managed Accounts5.2.8 Besondere steuerliche Meldepflichten5.2.9 Umsatzsteuerliche Behandlung von Fondsstrukturen 5.2.10 Künftige steuerliche Auswirkungen von ATAD 3Literatur5.3 ESG-Kriterien und deren Implementierung in der institutionellen Kapitalanlage5.3.1 Einleitung5.3.2 Definition von ESG und verschiedene ESG-Dimensionen5.3.3 ESG-Investoren5.3.4 ESG-Regulierung5.3.5 EU-Sustainable Finance Action Plan5.3.6 Offenlegungs-Verordnung (2018/0179/COD)5.3.7 EU-Taxonomie5.3.8 BaFin-Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken 5.3.9 FazitLiteratur6 Institutionelle Investoren und ihre spezifischen Anforderungen6.1 Kapitalanlage von Versicherungsunternehmen6.1.1 Menge und Struktur6.1.2 Regulatorischer Rahmen6.1.3 Anlageziele 6.1.4 Anlageprozess6.1.5 Herausforderungen6.1.6 FazitLiteratur6.2 Banken6.2.1 Einführung zur institutionellen Kapitalanlage in Banken6.2.2 Die Treasury-Funktionen6.2.3 Rahmen des Depot-A-Managements6.2.4 Steuerung des Eigenanlageportfolios im Kontext der Gesamtbanksteuerung6.2.5 Strategische Allokation der Kapitalanlage6.2.6 Management der Kapitalanlage eines Kreditinstituts6.2.7 Assetklassen in der Allokation von Banken6.2.8 FazitLiteratur6.3 Pensionsfonds, Pensionskassen und Contractual Trust Arrangements6.3.1 Kapitalanlage in Unternehmen6.3.2 Contractual Trust Arrangement6.3.3 Pensionskassen6.3.4 Pensionsfonds6.3.5 Vehikelübergreifende SteuerungLiteratur6.4 Berufsständische Versorgungswerke6.4.1 Die berufsständische Versorgung in Deutschland6.4.2 Rechtsgrundlagen und regulatorische Rahmenbedingungen6.4.3 Organisationsstrukturen6.4.4 Finanzierungsverfahren6.4.5 Besteuerung6.4.6 Struktur und Spezifika der Vermögensanlagen6.4.7 Anlagevorschriften für Versorgungswerke6.4.8 Vermögensanlage-Allokationen der Versorgungswerke – am Beispiel des WPV 6.4.9 Nachhaltigkeit 6.4.10 Herausforderungen für Versorgungswerke – Zusammenfassung und AusblickLiteratur6.5 Kirchliche Träger6.5.1 Die Verka als Pensionskasse und institutioneller Investor im kirchlichen Raum6.5.2 Ökonomische Anforderungen der kirchlichen Träger an die Kapitalanlage6.5.3 Anforderungen an die Nachhaltigkeit der KapitalanlagenLiteratur6.6 Stiftungen6.6.1 Einleitung6.6.2 Die Stiftung als institutioneller Investor6.6.3 Kleine Typologie der Stiftung6.6.4 Regulatorik 6.6.5 Besteuerung6.6.6 VermögensmanagementLiteraturStichwortverzeichnisAutorinnen und AutorenDigitale Extras
[1]

Hinweis zum Urheberrecht:

Alle Inhalte dieses eBooks sind urheberrechtlich geschützt.

Bitte respektieren Sie die Rechte der Autorinnen und Autoren, indem Sie keine ungenehmigten Kopien in Umlauf bringen.

Dafür vielen Dank!

Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft - Steuern - Recht GmbH

[VI]Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de/ abrufbar.

Print:

ISBN 978-3-7910-5084-3

Bestell-Nr. 12017-0001

ePub:

ISBN 978-3-7910-5085-0

Bestell-Nr. 12017-0100

ePDF:

ISBN 978-3-7910-5086-7

Bestell-Nr. 12017-0150

Thomas A. Jesch/Peter Brodehser (Hrsg.)

Institutionelle Kapitalanlage

1. Auflage, März 2023

© 2023 Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft · Steuern · Recht GmbH

www.schaeffer-poeschel.de

[email protected]

Produktmanagement: Ruth Kuonath

Lektorat: Heike Münzenmaier

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, insbesondere die der Vervielfältigung, des auszugsweisen Nachdrucks, der Übersetzung und der Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen, vorbehalten. Alle Angaben/Daten nach bestem Wissen, jedoch ohne Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit.

Schäffer-Poeschel Verlag Stuttgart

Ein Unternehmen der Haufe Group SE

Sofern diese Publikation ein ergänzendes Online-Angebot beinhaltet, stehen die Inhalte für 12 Monate nach Einstellen bzw. Abverkauf des Buches, mindestens aber für zwei Jahre nach Erscheinen des Buches, online zur Verfügung. Ein Anspruch auf Nutzung darüber hinaus besteht nicht.

Sollte dieses Buch bzw. das Online-Angebot Links auf Webseiten Dritter enthalten, so übernehmen wir für deren Inhalte und die Verfügbarkeit keine Haftung. Wir machen uns diese Inhalte nicht zu eigen und verweisen lediglich auf deren Stand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung.

[VII]Geleitwort

Die institutionelle Kapitalanlage bewegt sich derzeit in einem überaus herausfordernden Umfeld. Geopolitische Sorgen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg, gestörte Lieferketten und eine hohe Inflation in Verbindung mit pessimistischen Erwartungen über die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und Europa haben an den Kapitalmärkten zu erheblichen Verwerfungen geführt. Das Jahr 2022 hat stark steigende Zinsen, zwischenzeitlich hohe Verluste an den Börsen und eine ungewöhnlich hohe Volatilität an den Märkten gebracht. Damit ist das abgelaufene Jahr für institutionelle Investoren eines der schwierigsten der letzten Jahrzehnte gewesen.

Dabei wird die Zinswende von Versicherern und anderen institutionellen Investoren durchaus begrüßt. Mittel- bis langfristig werden sich steigende Zinsen positiv auf die Versicherer und ihre Fähigkeit auswirken, ihre garantierten Leistungsversprechen zu erfüllen und attraktive Produktangebote am Markt anzubieten. Kurz- bis mittelfristig ergeben sich in dieser Übergangsphase indes zahlreiche Herausforderungen und neue Aufgaben für die institutionelle Kapitalanlage. So überprüfen Investoren vor dem Hintergrund der geänderten Rahmenbedingungen ihre Strategische Asset Allokation, um für künftige Kapitalmarktszenarien besser gewappnet zu sein. Aspekte der Ertragssteuerung und des Liquiditätsmanagements rücken vermehrt in den Vordergrund. Erschwert werden die Planungen durch ein zumindest kurzfristig verändertes Verbraucherverhalten und eine allgemein große Unsicherheit über die weitere Entwicklung. Dazu kommt ein unvermindert bestehender laufender Anpassungsbedarf durch neue regulatorische Anforderungen, insbesondere im Bereich der Nachhaltigkeit. In diesem Zusammenhang werden die Analyse und Überwachung der Anlagebestände mittels ESG-Konzepten und -Bewertungen fortlaufend professionalisiert. Neue Impulse für die institutionelle Kapitalanlage dürften sich in Zukunft zudem aus freiwilligen Selbstverpflichtungen von Versicherern und anderen institutionellen Investoren ergeben. So haben sich bereits rund 85 % der deutschen Versicherungswirtschaft Net-Zero-Ziele für die eigenen Kapitalanlagen gegeben. Es ist davon auszugehen, dass sich diese Selbstverpflichtungen auch vermehrt in konkreten Anlageentscheidungen der Unternehmen widerspiegeln werden.

Das vorliegende Handbuch bietet einen vertieften und umfassenden Überblick zu aktuellen Aspekten und Praxisfragen der institutionellen Kapitalanlage. Der Band deckt die wesentlichen wirtschaftlichen, steuerlichen und rechtlichen Grundlagen der institutionellen Kapitalanlage ab und bietet konkrete Überlegungen zu einzelnen Assetklassen für verschiedene Anlegergruppen.

Jörg Asmussen

Hauptgeschäftsführer

Geschäftsführendes Mitglied des Präsidiums

GDV – Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V.

[IX]Einführung

Der Begriff der Kapitalanlage ist als Einsatz von Geldmitteln zur mittel- bis langfristigen Erzielung einer risikoadjustierten Rendite recht schnell global definiert und von der Spekulation abgegrenzt. Was aber zeichnet speziell die institutionelle Kapitalanlage aus – hier zur Verdeutlichung wiederum in Abgrenzung von jener des Privatanlegers?

Organisatorische Aufhängung

Zunächst ist der Privatanleger ein Individuum. Dieses kann sich natürlich fachlich rüsten, wird aber seine Kapitalanlagenentscheidungen i. d. R. nicht nur autonom, sondern auch ohne Prüfungs- und Gremienvorbehalt entsprechender Instanzen vornehmen. Auf der nächsten Stufe kann das Individuum in Vollmacht für weitere natürliche Personen, also auch Familienmitglieder agieren. Von da ist es oft nur ein kleiner Schritt zum sog. Single Family Office. Einem Familienverbund, der sich entschieden hat, seine Vermögensanlagen schwerpunktmäßig in die eigenen Hände zu nehmen. Das Multi Family Office weist dagegen schon stärker institutionelle Strukturen mit entsprechenden Abteilungen, standardisierten Reportings u. dgl. auf. Vielleicht am Ende des Spektrums stehen Versicherungsunternehmen, die Unterabteilungen für eine Vielzahl von Assetklassen und Chinese Walls zwischen verschiedenen Bereichen aufweisen.

Portfoliomanagement

Das Erzielen einer risikoadjustierten Rendite setzt ein aktives Portfoliomanagement voraus. Denn selbst passive Anlagen verlangen eine aktive Entscheidung und ein laufendes aktives Monitoring. Unser Privatanleger wird vielleicht (s)eine Wohnimmobilie sein Eigen nennen, ein Sparbuch besitzen und vermögenswirksame Leistungen in einen ETF steuern. Selten hat er aber »seinen Markowitz gelesen« und baut systematisch ein Portfolio an Vermögensgegenständen auf, das vielleicht auch noch zyklisch unterschiedliche Reaktionen aufweist. Der institutionelle Kapitalanleger muss all dies im Rahmen seiner Portfoliomanagement-Funktion abbilden.

Anlagehorizont

Crypto Assets, NFTs und abenteuerliche Berichte im Wirtschaftsteil der Lokalzeitung. Impulse, die unsere Animal Spirits animieren und oft zu kurzfristigem und spekulativem Anlageverhalten führen, gibt es zu Genüge. Und dann vor allem zu deren Revision, wenn die Sache sich volatil bis unvorteilhaft entwickelt. Der institutionelle Kapitalanleger muss hier einen längeren Atem haben. Seine Anlageentscheidung versüßt oder versauert im Zweifelsfall tausenden von Versorgungsempfängern den Lebensabend. Dies muss er bei der Auswahl der Vermögensgegenstände beachten und hiermit u. a. sicherstellen, dass eine Mindestverzinsung für möglichst lange Zeit »eingelockt« werden kann.

Assetklassen

Ein Privatanleger benötigt kein Engagement in einer möglichst großen Anzahl von (Sub-)Assetklassen. Dies wird zudem auf Basis der zumeist überschaubaren Investitionsbeträge und [X]damit der fehlenden Skaleneffekte kaum wirtschaftlich sein. Aktien sind jedoch eine Assetklasse, die er sich mittelfristig erschließen sollte, und sich hierbei mit Fondsmanager-Legende Peter Lynch auf Unternehmen konzentrieren, die er aus seinem Alltag her kennt und beurteilen kann. Das bereits erwähnte Asset Wohnimmobilie tritt häufig hinzu. Der institutionelle Kapitalanleger wird hier mehr Ehrgeiz an den Tag legen. Oft ausgehend von festverzinslichen Vermögensgegenständen versucht man, über andere Assetklassen die Rendite risikoadjustiert auszubauen. Hierbei ist man u. a. vor die Frage gestellt, ob man die entsprechenden personellen Kapazitäten inhouse aufbaut, sich hierzu beraten lässt und/oder externe Asset Manager mit den entsprechenden Mandaten betraut. Nicht alle Assetklassen eignen sich selbst für institutionelle Investoren, die kein unbegrenztes Risikobudget zur Verfügung haben.

Von Bedeutung sind auch die vergleichsweise hohen Markteintrittsbarrieren, die bestimmte Assetklassen aufweisen. Diese Markteintrittsbarrieren können bspw. betraglicher Natur sein. So wird die Beteiligung an der Finanzierung eines Offshore Windparks selten unterhalb eines mittleren zweistelligen Millionenbetrages wirtschaftlich umsetzbar sein. Die Kosten zur Prüfung eines Investments sind schlichtweg zu hoch. Man hätte entweder die Wahl, die Investition ohne jegliche Bonitätsanalyse zu tätigen, was sich für institutionelle Investoren bereits regulatorisch verbietet, oder die Rendite würde sich durch die in absoluten Beträgen hohen Prüfkosten marktunüblich schmälern.

Neben den betraglichen Markteintrittsbarrieren sind auch die Know-how-seitigen Anforderungen zu nennen. Die Bonitätsanalyse illiquider Assetklassen (bspw. eines Offshore Windparks oder eines Solarparks) ist meist komplex. Die auf die wirtschaftliche Tragbarkeit der Finanzierung gerichtete Due Diligence erstreckt sich neben den (finanz-)mathematischen Berechnungen auch auf rechtliche, technische, steuerliche und regulatorische Fragstellungen. Diese Komplexität wird erfahrungsgemäß nur durch institutionelle Investoren – und durch diese auch nur ab einer bestimmten Größe des Investment-Teams – zu stemmen sein. Im Gegenzug versprechen Investments in diese Assetklassen dann aber auch höhere Renditen. Diese sog. Komplexitätsprämien sind für Investoren mit einem erfahrenen Investment-Team deutlich attraktiver, als eine Mehrrendite über ein höheres Adressenausfallrisiko zu heben.

Bei der Selektion der entsprechenden Assetklassen und Investitionsobjekten ist jedoch nicht nur die Rendite entscheidend. Investitionen in ESG-konforme und nachhaltige Kapitalanlagen bieten (institutionellen) Investoren die Möglichkeit, eine implementierte Nachhaltigkeitsstrategie auch durch Investition in nachhaltige Assets zu unterlegen.

Risikobudgets

Das »Konstrukt Risiko« zwingt institutionelle Kapitalanleger zur geschickten Komposition und Steuerung des Anlageportfolios. Verluste sind generell zu vermeiden, in jedem Fall zu limitieren. Abweichungen und tracking errors sind im Auge zu behalten. Von Stiftungen unbedingt, von Family Offices nach Gusto.

[XI]Die Einhaltung der Risikobudgets stellte institutionelle Investoren insbesondere in Zeiten der Niedrigzinsphase vor Herausforderungen. Während es anfangs noch möglich war, das Risiko des Gesamtportfolios leicht zu erhöhen und damit weiterhin eine Rendite in vergleichbarer Höhe zu erzielen, wurde dies mit zunehmender Dauer niedriger Zinsen immer schwieriger. Es rückten mehr und mehr alternative Assetklassen wie Infrastruktur, Real Estate, Private Equity und Private Debt in den Fokus. Über diese Assetklassen lassen sich nämlich die bereits viel diskutierten Illiquiditäts-, Komplexitäts- und Durationsprämien heben, ohne dabei ein höheres Adressenausfallrisiko in Kauf nehmen zu müssen. Auch nach dem kürzlichen Anstieg des Zinsniveaus sind die genannten Prämien zur Erzielung eines Yield-Pick-ups gerne gesehen, um die Rendite des Gesamtportfolios limitschonend zu erhöhen.

Liquiditätsmanagement

Viel wichtiger noch als eine reine Renditebetrachtung ist die Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit eines Investors. Diesem Thema kam in den letzten Jahren eine stetig wachsende Bedeutung zu. Während in der Historie nahezu das gesamte Portfolio in liquide Assets investiert war, bei denen »auf Knopfdruck« Bestände in beliebiger Höhe gekauft und wieder verkauft werden konnten, gestaltet sich die Liquiditätsplanung bei illiquiden Assetklassen deutlich schwieriger. Es bedarf nicht nur des besagten Knopfdrucks, um in ein illiquides Asset zu investieren. Es muss am Markt zunächst identifiziert und im Rahmen einer Due Diligence analysiert werden, um dann »over the counter« mit einem privatrechtlichen und zumeist individuellen Vertrag das Investment zu tätigen. Dieser Investmentprozess kann sich über Wochen – ggf. sogar Monate – erstrecken. Ein vergleichbar zeitintensiver Vorgang findet im Falle eines Verkaufs Anwendung.

Um dieses Liquiditätsrisiko zu adressieren, haben viele institutionelle Investoren Maximalquoten für illiquide Assetklassen definiert. Die Höhe der vertretbaren »Illiquiditätsquote« der Aktivseite der Bilanz richtet sich vielfach nach der Planbarkeit und Prognostizierbarkeit der Passivseite. Insbesondere bei Lebensversicherungen ist die Passivseite über viele Jahre recht gut prognostizierbar. Dies hat sich auch in einer vergleichsweise hohen Quote illiquider Assets bei diesen Gesellschaften niedergeschlagen.

Es gibt zweifelsfrei unzählige Faktoren, die die Kapitalanlageentscheidungen von institutionellen Investoren dominieren. Und die meisten von ihnen befinden sich in einem steten Prozess der Veränderung und des Wandels. Somit scheint der Wappenspruch der Stadt Paris nicht nur für die Stadt selbst, sondern auch für die Kapitalmärkte zu gelten: »Fluctuat nec mergitur – sie wankt, aber sie geht nicht unter«.

Hannover/Köln, im Januar 2023

Thomas A. JeschPeter Brodehser

[XXI]Abkürzungsverzeichnis

ABSAsset Backed SecuritiesACVaRAbsolute Conditional Value-at-RiskAIFAlternative Investment FundAIFMAlternative Investment Fund ManagerAIFMDAlternative Investment Fund Managers DirectiveALMAsset Liability ManagementARUG IIZweite EU-Aktionärsrechte-RichtlinieBaFinBundesanstalt für FinanzdienstleistungsaufsichtBDCBusiness Development CompanybiiBund Institutioneller Investoren e. V.BIPBruttoinlandsproduktBPVBasis Point ValueBSMBranchensimulationsmodellBuchst.BuchstabeBVIBundesverband Investment und Asset ManagementCAPMCapital Asset Pricing ModelCATClimate Carbon TrackerCDOsCollateralized Debt ObligationsCDSCredit Default SwapCEIOPSCommittee of European Insurance und Occupational Pensions SupervisorsCLNCredit Linked NotesCLOCollateralized Loan ObligationsCMBSCommercial Mortgage Backed SecuritiesCMEChicago Mercantile ExchangeCoCoContingent ConvertibleCRMCustomer Relationship ManagementCRRCapital Requirements RegulationCSRCorporate Social ResponsibilityCTAsCommodity Trading AdvisorsCTAsContractual Trust AgreementsCTDCheapest to DeliverCVaRConditional Value-at-Riskd. h.das heißtDLTDistributed Ledger TechnologyEALExcess Assets over LiabilitiesEbAVEinrichtungen der betrieblichen AltersversorgungEBITDAEarnings Before Interest, Taxes, Depreciation, and AmortizationEIOPAEuropean Insurance and Occupational Pensions AuthorityELPExempted Limited PartnershipERCEqual Risk Contribution[XXII]ERISAEmployee Retirement Income Security Act of 1974ESGEnvironmental, Social, and GovernanceESMAEuropean Securities and Markets AuthorityESRBEuropean Systemic Risk BoardETFExchange Traded FundeWpGGesetz zur Einführung von elektronischen WertpapierenEZBEuropäische ZentralbankFASBFinancial Accounting Standards BoardFATCAForeign Account Tax Compliance ActFoStoGFondsstandortgesetzFPICFree, Prior and Informed ConsentGAAPGenerally Accepted Accounting Principlesggü.gegenüberGPGeneral Partnershipgrds.grundsätzlichGroMiKVGroßkredit- und Millionenkreditverordnungi. R. d.im Rahmen deri. d. R.in der RegelICIOInsourced Chief Investment OfficerIFRSInternational Financial Reporting StandardsIIRIncome Inclusion RuleILOInternationale ArbeitsorganisationINREVEuropean Association for Investors in Non-Listed Real Estate VehiclesIORPInstitutions for Occupational Retirement ProvisionIOSCOInternational Organization of Securities CommissionsIPEVInternational Private Equity ValuationIPOInitial Public OfferingIRRInternal Rate of Returni.S.d.im Sinne desi.V.m.in Verbindung mitJVJoint VentureKAKapitalanlageKAMaRiskRundschreiben zu den Mindestanforderungen an das Risikomanagement von KapitalverwaltungsgesellschaftenKARBVKapitalanlage-Rechnungslegungs- und -BewertungsverordnungKAVerOVBaFin-Verordnung zur Konkretisierung der Verhaltens- und OrganisationsregelnKVGKapitalverwaltungsgesellschaftKWGKreditwesengesetzKYCKnow Your CustomerLCRLiquidity Coverage RatioLPLimited PartnershipsLTCMLong-Term Capital Management[XXIII]LTVLoan to ValueMCEVMarket Consistent Embedded ValueMCRMinimum Capital RequirementsMiFID IIMarkets in Financial Instruments Directive IIMVPMinimum-Varianz-PortfoliosNAVNet Asset Value (Nettoinventarwert)NFTNon-Fungible TokenOAAOperative Asset AllokationOASOption Adjusted SpreadOCIOOutsourced Chief Investment OfficerOGAWOrganismus für gemeinsame Anlagen in WertpapierenÖPPÖffentlich-private PartnerschaftenORSAOwn Risk and Solvency Assessmentp. a.per annumPPSPension protection schemePRIPrinciples for Responsible InvestmentPVBPPrice Value of a Basis PointREReal Estate (Immobilien)REITReal Estate Investment TrustREOCReal Estate Operating CompanyRfBfreie/gebunde Rückstellungen für BeitragsrückerstattungenRMBSResidential Mortgage Backed SecuritiesSAAStrategische Asset AllokationSCRSolvency Capital RequirementSDGSustainable Development GoalsSFDRSustainable Finance Disclosure RegulationSMASeparately Managed Accountsog.sogenannteSRD IIShareholder Rights Directive IISTTRSubject to Tax RuleSÜAFSchlussüberschussanteilfondsTAATaktische Asset AllokationTPTTripartite Templateu.a.unter anderemUCITSUndertakings for Collective Investment in Transferable SecuritiesUNGCUnited Nations Global CompactURCFunabhängige Risiko-Controlling-FunktionUTPRUndertaxed Payments RuleVAGVersicherungsaufsichtsgesetzWACCWeighted Average Cost of CapitalWpHGWertpapierhandelsgesetzWpPGWertpapierprospektgesetz