Irland - Detlev Gehring - E-Book

Irland E-Book

Detlev Gehring

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Beschreibung

Failte go heirinn - Willkommen in Irland Dies ist die Geschichte einer Motorradtour entlang der irischen Küste. Wir fahren auf dem Wild Atlantic Way, einer rund 2.500 Km lange Route von Bushmills hoch oben im Norden Irlands bis Rosslare im Süden. Unterwegs besuchen wir Whisky-Brennereien und alte Burgen, hören von Sagen und Mythen, erleben die wilde Natur und treffen auf freundliche Iren. Eine Geschichte, die Lust macht, sich selbst einmal auf dem Weg nach Irland zu machen.

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Seitenzahl: 92

Veröffentlichungsjahr: 2022

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DETLEV GEHRING

IRLAND

Eine Motorradreise auf dem"Wild Atlantic Way"

© 2022 Detlev Gehring

ISBN Softcover: 978-3-347-68584-0

ISBN Hardcover: 978-3-347-68585-7

ISBN E-Book: 978-3-347-68586-4

Druck und Distribution im Auftrag des Autors: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg, Germany

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist der Autor verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne seine Zustimmung unzulässig. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag des Autors, zu erreichen unter: tredition GmbH, Abteilung "Impressumservice", Halenreie 40-44, 22359 Hamburg, Deutschland.

May the road rise to meet you.

May the wind be always at your back

May the sun shine warm upon your face.

May the rain fall soft upon your fields

and, until we meet again,

May God holdyou in the palm of his hand.

(Irischer Reisesegen)

Inhalt:

The Wild Atlantic Way

Anreise

Von Larne nach Bushmills

Von Bushmills nach Buncrana

Von Buncrana nach Donegal

Von Donegal nach Westport

Von Westport nach Doolin

Von Doolin nach Dingle

Von Dingle nach Allihies

Von Allihies nach Cork

Von Cork nach Rosslare

Heimfahrt

Nachtrag

Übersichtskarte

Danke

„The Wild Atlantic Way“

Wenn ich an Irland denke, kommen mir sofort einige Bilder in den Sinn: Von endlosen grünen Wiesen, auf denen glückliche Kühe grasen und die ihre Milch für die irische Butter und Käse geben. Ich denke an Menschen mit roten Haaren und Sommersprossen, die den ganzen Tag irische Volksmusik machen, dabei singen und tanzen und dazu irischen Whiskey trinken.

Meine Güte, was für Klischees…

Am besten ist es, selber einmal nach Irland zu fahren und sich selbst alles vor Ort einfach mal anzusehen. Ist Irland wirklich die „grüne Insel“? Sind dort tatsächlich viele Menschen rothaarig? Und lässt der Ire für ein Glas Whiskey und ein fröhliches Lied wirklich alles andere außer Acht?

Wo sonst als in Irland selbst kann man das feststellen? Also beschlossen wir, nach Irland zu fahren. Dort wollten wir unsere Motorräder an der Westküste entlang steuern und dabei den Vorurteilen auf den Grund gehen. Und wie der Zufall so spielt: Kurz nach unserem Beschluss hörten bzw. lasen wir zum ersten Mal von der Route "Wild Atlantic Way". Diese wird von der irischen Tourismusbehörde vorgestellt und meint eine rund 2.500 Kilometer lange Route entlang der irischen Küste. Damit ist der "Wild Atlantic Way" eine der längsten ausgewiesenen Küstenstraßen der Welt. Was lag also näher, als unsere Pläne mit dieser neuen Route zu verbinden. Außerdem: Wenn das nicht nach Freiheit und Abenteuer klingt, dann weiß ich auch nicht weiter.

Uns war natürlich von vornherein klar, dass wir nicht jeden dieser 2.500 Kilometer unter die Räder nehmen konnten. Um aber so viel Küste wie möglich zu er“fahren“, entwarfen wir einen speziellen Plan für die An- und Abreise. In Irland ankommen wollten wir oben im Norden in dem kleinen Örtchen Larne. Von dort aus wollten wir uns zunächst westlich halten und dann immer der Küste Richtung Süden folgen, bis wir Irland schließlich unten im süd-östlich gelegenen Rosslare wieder verlassen.

Für die erste und die letzte Nacht in Irland haben wir Unterkünfte von Zuhause aus vorgebucht. Für die anderen Nächte wollten wir uns vor Ort um die Übernachtungen kümmern. So konnten wir flexibel bleiben und zum Beispiel bei Regen nur kurze Etappen fahren. Im Nachhinein hat sich gezeigt, dass wir auch die beiden vorgebuchten Unterkünfte problemlos vor Ort hätten buchen können.

Aber im Nachhinein ist man ja immer schlauer.

Wir hatten uns bei der Vorbereitung auf die Tour nur eine Sache ausgesucht, die wir auf jeden Fall machen wollten: Wir wollten den „Ring of Barea“ fahren. Warum diesen und nicht den bekannteren „Ring of Kerry“, dazu später in der Geschichte mehr. Ansonsten hatten wir einige Ideen, waren aber auf nichts fixiert. Kein „must-see“ sozusagen. So reisen wir eigentlich am liebsten: Die An- und Abreise ist geregelt, der Rest wird vor Ort spontan entschieden.

Und so konnten wir es kaum erwarten, dass endlich der Tag der Abreise kam und wir uns aufmachen konnten nach Irland.

Zu einer Motorradreise auf den "Wild Atlantic Way".

Anreise

Wer denkt, Abenteuer seien gefährlich,sollte es mal mit Routine versuchen:Die ist tödlich.

(Paulo Coelho, brasilianischer Schriftsteller)

Gestern Morgen sind wir gestartet. Bei wechselhaftem Wetter sind wir mit unseren Motorrädern nach Holland gefahren. Zwischendurch gab es einige leichtere Regenschauer, die uns aber nicht die Vorfreude auf den Urlaub verderben konnten. Ziel war die Niederländische Hafenstadt Ijmuiden, von wo aus uns die Fähre hinüber in das englische Newcastle bringen sollte. In der holländischen Hafenstadt angekommen, reihten wir uns in die schon recht lange Schlange der vor der Fähre wartenden Motorradfahrer ein. Wie immer an den Fähren gab es auch hier einige Gespräche mit den anderen Reisenden. „Wo wollt ihr hin?“ und „Wie lange seid ihr unterwegs?“ sind die typischen Fragen, die wir gestellt bekamen und die natürlich auch wir fragten. Es zeigte sich, das einige der Reisenden auf die Isle of Man wollten, alle anderen fuhren nach Schottland. Wir waren die einzigen, die es bis nach Irland zog.

Die Überfahrt nach Newcastle verlief dann problemlos. Wir hatten eine Kabine für uns, klein, aber immerhin mit Dusche. Das Abendessen bestand aus mitgebrachten Verpflegung, die wir bei der Ausfahrt an Deck genossen haben. Der Hafen von Ijmuiden ist nicht gerade ein optischer Leckerbissen. Viel Industrie ist zu sehen, an dem klitzekleinen Strand in Fahrtrichtung links möchte ich wirklich keinen Urlaub machen. Witzig fand ich dagegen die Marschmusik, die beim Auslaufen unseres Schiffes vom Band erklang.

Ob das wohl eine Hommage an die „gute alte Zeit“ sein soll?

Pünktlich erreichten wir am nächsten Morgen Newcastle. Die Nacht war sehr ruhig verlaufen und wir gönnten uns an Bord noch ein ausgiebiges Frühstück. Dann hieß es Taschen packen, die Kabinen freigeben und mit den vielen anderen Urlaubern darauf warten, das wir das Schiff verlassen konnten. Leider erwies sich die Einreise nach England dann als recht langwierig, da die Briten eine äußerst penible Passkontrolle durchführten. Mehr als eine Stunde lang dauerte es, bis wir an den Grenzposten vorbei Richtung Newcastle fahren konnten. Hier in GB ist ja Linksverkehr angesagt und um uns so richtig darauf einzustimmen, hielt die Straßenführung zunächst mal Kreisverkehr auf Kreisverkehr für uns bereit. Dann fuhren wir mitten im morgendlichen Berufsverkehr quer durch den Ort, bis wir Newcastle endlich verlassen und uns auf weniger befahrenen Straßen Richtung britischer Westküste durchschlagen konnten. Schon bald jedoch nutzten wir Autobahnen und gut ausgebauten Landstraßen. Wir waren nämlich ein wenig unter Zeitdruck: Die Fähre von Cairnryan in England nach Larne in Irland war gebucht und wir wollten sie nicht verpassen. Einige Regenschauer begleiteten uns, bis wir ungefähr eine halbe Stunde vor Ablegen der Fähre den Hafen von Cairnryan erreichten. Nachdem ich von den englischen Grenzbeamten noch mit einem freundlichen Gruß durchgewunken wurde, überprüften und durchsuchten sie meine beiden Reisegefährten Johannes und Markus dafür umso ausgiebiger. Ich weiß nicht, was sie bei den beiden gesucht haben, auf jeden Fall sind sie nicht fündig geworden. Und so konnten sie mir bald darauf auf die Wartespur für die Reisenden hinüber nach Irland folgen. Außer uns standen nur PKWs dort, weitere Motorradfahrer gab es keine.

Nach einer kurzen Wartezeit fuhren wir mit unseren Motorrädern auf die P&O-Fähre. Auf dem Autodeck unten im Bauch des Schiffes zurrten wir die Maschinen fest und gingen dann nach oben. Vier Stunden dauerte die Überfahrt und da wir Hunger hatten, wollten wir diese Zeit nutzen und uns im Bordrestaurant stärken. Aber die dort angebotenen „Fisch & Chips“ waren alles, nur nicht lecker. Nach dieser kulinarischen Erfahrung setzten wir uns mit einem Tee nach draußen an Deck und genossen den Blick hinaus auf das Meer. Die Wolken wurden weniger, der Himmel begann etwas aufzulockern. Pünktlich kam Irland und somit unser Ziel Larne in Sicht. Wir gingen hinunter zu unseren Maschinen und machten uns startklar. Nach uns waren noch einige finnischen Motorradfahrern eingetroffen, die ebenfalls ihre Maschinen zur Abfahrt bereit machten. Leider waren sie wenig gesprächig und reagierten auf unsere Fragen nach dem „woher, wohin“ nicht. Aber uns war das letztendlich egal, denn bald darauf öffnete sich die Ladeklappe vor uns, senkte sich langsam die Rampe nach unten und die Sonne schien mit Macht hier hinein auf das Fahrzeugdeck. Und als ich schließlich langsam von der Rampe des Schiffes hinab auf irischen Boden fuhr und dabei in die vom wolkenlosen blauen Himmel scheinenden Sonne blinzelte, da war mein Grinsen so breit, dass ich kaum das Visier meines aufgeklappten Helmes schließen konnte.

Und mit diesem Lächeln im Gesicht beginnt nun auch die Geschichte dieser Reise.

Failte go heirinn - Willkommen in Irland.

eins

Von Larne nach Bushmills

Reisen ist tödlich für Vorurteile

(Mark Twain)

Ich finde, es ist immer wieder ein schönes Gefühl, mit der Fähre in einem anderen Land anzukommen. Von der Rampe des Schiffes auf fremden Boden zu rollen macht mir jedes Mal aufs Neue großen Spaß. So auch jetzt, als wir im irischen Larne ankommen. Ich sitze recht entspannt auf meinem Motorrad und rolle gemütlich auf der Rampe herunter vom Schiff, bis wieder fester Boden unter den Reifen ist. Dann fahren ich Markus und Johannes hinterher, hinaus aus dem Hafen, sehe schon die ersten fremden Verkehrsschilder und muss hier in Irland auch daran denken, den Linksverkehr und die Meilen-Angaben zu beachten.

So macht mir das ganze Spaß!

Angenehm finde ich auch, dass es keine Passkontrollen gibt, als wir nun am späten Nachmittag langsam aus dem kleinen Hafen von Larne hinaus in den Ort fahren. Wir halten kurz am Straßenrand, um uns zu beratschlagen. Eigentlich wollten wir direkt nach Bushmills in die dortige Jugendherberge fahren. Dort haben wir uns bereits von Deutschland aus ein Zimmer reserviert. Aber das Wetter ist einfach zu gut, als das wir uns jetzt schon auf ein Zimmer zurückziehen wollen. Viel lieber wollen wir die Sonne und die angenehmen Temperaturen nutzen und beschließen daher, noch zu den "Dark Hedges" zu fahren. Bei diesen "Dunklen Hecken" handelt es sich eigentlich nur um eine Straße oder besser gesagt, ein Stück einer Straße. Genau 101 Buchen sollen es sein, die dort rechts und links an der Bregagh Road in der Nähe des Ortes Ballymoney am Wegesrand stehen und die ein so ungewöhnliches Bild abgeben, dass sie schon als Drehort für eine Szene in der erfolgreichen Fantasy-Serie „Games of Thrones“ hergehalten haben.

Rund 250 Jahre alt sind diese Buchen. Aus Sicherheitsgründen sollten schon einige Dutzend von ihnen gefällt werden. Aber die Iren aus den umliegenden Orten wehrten sich vehement dagegen: Sie wollen ihre "Dark Hedges" behalten. Und bisher durften Sie das auch.