0,99 €
Auf einem Partyschiff verschwindet eine Passagierin, die Erbin einer wohlhabenden und angesehenen Familie. Von den beiden Geschwistern kehrt nur der Bruder Hans von der Reise zurück. Er bezeugt, dass seine Schwester durch ein Selbstmord umgekommen ist. Nun ist sie für immer fort. Widerwillig muss sein Vater ihm die Firma überlassen. Eines Tages lernt Hans Moni kennen. Sie ist schön. Weil er sich in sie verliebt hat, stellt er sie in seiner Firma ein. Er wirbt um ihr Herz. Was er nicht weiß, ist, Moni hat ein schwerwiegendes Geheimnis. Irmi Du bist tot! ist ein christlicher Kurzkrimi.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 107
Veröffentlichungsjahr: 2023
Auf einem Partyschiff verschwindet eine Passagierin, die Erbin einer wohlhabenden und angesehenen Familie. Von den Geschwistern kehrt nur der Bruder Hans von der Reise zurück. Er bezeugt, dass sie durch einen Selbstmord umgekommen ist. Nun ist sie für immer fort. Widerwillig muss sein Vater ihm die Firma überlassen. Eines Tages lernt er Moni kennen. Sie ist schön. Weil er sich in sie verliebt hat, stellt er sie in seiner Firma ein. Er wirbt um ihr Herz. Was er nicht weiß, ist, Moni hat ein schwerwiegendes Geheimnis.
Irmi Du bist tot! ist ein christlicher Kurzkrimi.
Irmi
Du bist tot!
Kurzkrimi
Im Jahr 1936 erfindet Ernst Hauff ein Küchengerät, das er Rührhelfer nennt. Er und seine Frau wohnen mit den Kindern auf dem Land, in Rotringen. Das Dorf hat nur 3200 Einwohner, eine Kirche, eine Bücherei, eine Bäckerei, eine Metzgerei und eine Sparkasse. Jeder kennt jeden. Aber den Namen Hauff kennen viele auch über der Ortsgrenze. Nachdem Krieg geht Ernst Hauff mit dem Rührhelfer in Serie und gründet ein Unternehmen. Der Erfolg ist so groß, dass er seiner Familie über mehrere Generationen ein Leben im Wohlstand bieten kann. Als Ernst Hauff schließlich 1989 mit 92 Jahren stirbt, zählen er und seine Frau zu den angesehensten Bürgern des Dorfes. Sein ältester Sohn Rainer war schon immer etwas stiller als der Vater, aber nicht weniger fleißig. 1971 übernimmt er die Geschäfte und erarbeitet sich den Ruf als besonnener Chef und würdiger Thronfolger.
Für Rainer ist sein Erbe, das Familienunternehmen, eine Last. Es bringt nicht nur Wohlstand, auch Erwartungen und Pflichten. Im Dorf erzählt man sich, er hat es oft schwer.
Seine um 1 Jahr jüngere Frau Erika ist sehr tüchtig. Sie übernimmt die Buchhaltung der Firma. Im Dorf wird erzählt, dass sie eine knallharte Verhandlerin ist. Mit dieser Eigenschaft macht sie sich wenig Freunde. Erika zeigt zu gerne ihren und den ihres Mannes Erfolg. Wenn es nach Erika allein gegangen wäre, so hätte sie ihr gemeinsames Haus auf dem Hügel über dem Dorf bauen lassen, aber Rainer hat sich durchsetzten können. Stattdessen steht das prachtvolle, weiße Haus mit tannengrünem Dach direkt am Dorfrand, neben dem Wald. Nach der getanen Arbeit spät am Abend oder erst spät in der Nacht sitzt er oft im Wintergarten und genießt die Ruhe mit dem Blick auf den Wald.
Irgendwann bekommt Erika mit, dass im Dorf über sie getuschelt wird. Sie könne keine Kinder bekommen. Sie ist schuld. Der arme Rainer Hauff. Wer soll einmal die Firma übernehmen, wenn es keine Erben gibt? Das Gerede reißt Erika die Wunde noch mehr auf als sie schon war. Doch Rainer und sie finden dafür eine Lösung. Eigentlich kommt sie ihnen schicksalshaft selbst entgegen. Nämlich kurze Zeit später erkrankt Erikas Schwester und verliert 1 Jahre später den Kampf gegen den Krebs. Sie hinterlässt Erika ihre zweijährige Tochter Irmeline. Auch wenn der Verlust der eigenen Schwester und Schwägerin groß ist, so freuen sich die Hauffs über das Glück eine Adoptivtochter zu haben.
Für gewöhnlich arbeitet Rainer sehr viel. Aber seit Erika und er Irmeline haben, verlässt er früher die Firma und kommt zum Abendessen nach Hause. Seine Angestellte in der Firma staunen darüber. Nach dem Abendessen, wenn das Wetter schön ist, geht Rainer mit Irmi in den Garten und spielt im Sandkasten mit ihr. Er liebt es mit ihr Zeit zu verbringen. Regnet es, dann sitzen sie im Wintergarten und er liest der Kleinen aus den Pappbüchern vor.
Obwohl die Hauffs jetzt so gesehen alles haben, fehlt ihnen doch noch etwas. Und zwar ein Sohn. Ein männlicher Erbe, der später die Firma übernehmen soll. Sie wenden sich an das Jugendamt und das verhilft ihnen zu einer Adoption. Der Junge mit dem Namen Hans ist 8 Jahre alt, doch sein Alter stört Erika und Rainer überhaupt nicht.
Im Jahr 1999 sind die Kinder groß, Irmi 18 und Hans 24 Jahre alt. Erika gilt als strenge Mutter. Sie verlangt von den Kindern sehr viel, auch von sich selbst und anderen. Erika ist das gute Ansehen der Familie und Firma wichtig. Mit ihren Charaktereigenschaften fällt Erika schwer Freundinnen zu finden, deshalb geht sie regelmäßig Schwimmen und besucht hin und wieder gemütliche Bastelabende in der Stadt, die im Bastelladen durchgeführt werden. Hier kommt sie mit anderen Frauen leichter ins Gespräch, aber zu einer Freundschaft ist es bisher nicht gekommen.
Im Sommer 1999 bekommt Irmi ihr Abiturzeugnis. Der Durchschnitt ist so gut, dass Rainer und Erika stolz auf ihre Tochter sind, auch wenn Erika es nicht zeigt. Rainer übersät Irmis Zimmer mit so vielen Blumen, dass Irmi überwältigt ist. Erika bestellt für den Abend einen Tisch im noblen Restaurant. Das Essen dort schmeckt so herrlich. Und zur Krönung des Abends schenkt Hans Irmi ein Ticket für ein Partyschiff in den Atlantischen Ozean. Irmi freut sich über sein Geschenk so sehr, dass sie ihm um den Hals fällt. Auch Becki *Rebecca*, Irmis Schulfreundin, darf mitkommen. Die Kosten dafür hat Hans übernommen. Morgen soll die Reise beginnen, die Haushälterin hat gestern schon heimlich Irmis Koffer gepackt. Deshalb gehen die Geschwister heute früher ins Bett als sonst.
Am Morgen darauf sitzen Rainer und die Kinder am Tisch und frühstücken miteinander. Wie gewohnt ist Erika schon in der Firma und arbeitet. Eigentlich müsste auch Rainer längst dort sein, aber er will noch ein letztes Mal vor der Abreise der Kinder Zeit mit ihnen verbringen. Deshalb fährt er sie auch zum Hafen. Dort treffen sie auf Becki, sie steht mit Rucksack und Koffer. Rainer umarmt seine beiden Kinder noch ein letztes Mal. Doch als er Irmi in die Arme schließt, verspürt er ein seltsames Gefühl. Er kann es nicht deuten. Aber was auch immer es ist, er sagt ihr leise ins Ohr: „Gott hört deine Gebete und er handelt bereits für dich.“ Irmi küsst ihren Adoptivvater auf die Wange und löst sich aus der Umarmung, nimmt ihren Koffer und geht mit Hans und Becki auf das Schiff.
Der Schiffssteward führt Irmi, Becki und Hans zu ihren Kabinen. Das Partyschiff hat so viele Gänge und so viele Kabinen, dass es Becki Angst macht, sich zu verirren. Der Schiffssteward zeigt ihnen die Karte an der Wand, auf der alle Gänge und Kabinen verzeichnet sind, die sich auf diesem Deck befinden. Für Becki ist es ein Trost. Becki und Irmi teilen eine Kabine und Hans hat eine für sich. Die Kabine der Mädchen ist schlicht, hat nur zwei Betten, unter der runden Lucke stehen eine Sitzbank, davor ein kleiner Tisch und ein Stuhl. Ein künstlicher Blumenstrauß auf dem Tisch ist die einzige Dekoration dieser Kabine. Glücklich lassen sich Irmi und Becki auf ihre Betten fallen. Sie lachen, freuen sich auf das Abenteuer, das sie erwartet.
Das Partyschiff verlässt mit lauter Musik den Hafen und fährt hinaus auf den Atlantischen Ozean. Die meisten Passagiere sind im Alter von 20 bis 30 Jahren, alle feiern eine Party, die 7 Tage dauern wird. Becki und Irmi tanzen in ihren Bikinis. In jenem Moment fühlen sie sich vom Lerndruck und Prüfungsstress befreit. Sie sind so glücklich wie noch nie zuvor. Nur Hans sitzt allein an der Bar und trinkt eine Cola. Er fühlt sich wie an einem falschen Ort. Zwei ältere Frauen setzten sich zu ihm. Loni und Mina. Sie sind Schwestern, 62 und 65 Jahre alt. Als Hans sie fragt, warum sie auf dem Schiff sind, müssen beide lachen. Sie waren schon zwei Mal auf einer Kreuzfahrt mit Familien und ihresgleichen, aber diese Reisen finden sie langweilig. Hier auf dem Partyschiff ist wirklich was los. Alle sind so nett zu ihnen. Nach einiger Zeit kommt auch Irmi an die Bar, sie hat Hans gesucht, und ist erleichtert ihn nicht allein vorzufinden. Sie holt sich ein Glas Champagner, prostet den drei zu und verschwindet wieder ganz schnell. Zum einen ist Hans Loni und Mina dankbar für ihre Gesellschaft, aber zum anderen findet er ihre Anwesenheit peinlich. Viel lieber säße er neben einem jungen, hübschen Mädchen, mit langen, schlanken Beinen. Davon gibt es hier auf dem Schiff viele. Alle tragen Bikinis oder sehr kurze Röckchen. Hans schaut zum großen Pool und sieht wie Irmi mit einem Jugendlichen flirtet. Er wird sofort neidisch. Er hat so viel Geld für diese Reise bezahlt, nur damit Irmis Herz in den Liebeshafen einfährt? Das ist nicht fair!, denkt er. Jungenherzen flogen Irmi schon immer zu. Auch sonst fiel ihr alles in den Schoß. Das Abitur hat sie mit Leichtigkeit gemacht und plant nach den Sommerferien Maschinenbau zu studieren. Auch wenn Irmi kein männlicher Erbe ist, so wird sie später die Firma erben, das hat Rainer längst entschieden. Zu seinem eigenen Entsetzen hat Hans zufällig gehört, wie Rainer zu Erika gesagt hat, wenn das einer stemmen kann, dann ist es Irmi.
Hans war schon immer ein Sorgenkind. Er hat Asthma. Da in Bad Lörich die Luft besser ist, haben Rainer und Erika Hauff ihm dort eine Wohnung gekauft. Das Lernen fällt ihm schwer. Zwei Jahre besuchte er die Förderschule, bis er in die Realschule wechselte. Erika war der Meinung, Mittlere Reife ist das Mindeste was er schaffen muss, deshalb nahm Hans Nachhilfe. Aber es war eine Tortur. In der Realschule fand er keine Freunde, auch sonst nie. Wenn Nachbarskinder zu Besuch kamen, dann nur wegen Irmi. Er weiß bis heute nicht, warum sie darin so viel besser ist als er.
Hans war schon immer ein stiller Typ. Wenn er sich ungerecht behandelt oder sich ungeliebt gefühlt hat, so hat er das nicht nach außen gezeigt oder jemandem gesagt. Er hat immer und alles in sich hinein gefressen. Erst auf dieser Schiffsfahrt soll sich zeigen, dass es ein Fehler war. Hans hasst Irmi.
4 Tage später
Jeder Tag auf dem Schiff gleicht dem anderen. Es wird rundum getanzt zu lauten Musik.
Irmi und Becki sitzen neben der Reling aus Glas und essen ihr verspätetes, leichtes Abendessen aus der Backstube, Olivenbrot mit Butter, und trinken schwarzen Tee. Auf etwas Kräftigeres haben sie keine Lust. Hans will später dazukommen. Der Himmel ist schwarz wie die Nacht und unterscheidet sich in keinster Weise vom Meer. In der Mitte ihres Tisches brennt eine Kerze. Als Irmi mit dem Essen fertig ist, lehnt sie sich in ihrem Stuhl zurück und sieht aus dem Schiff.
Hans holt sich einen Teller, legt zwei Scheiben Kürbiskernbrot, 2 Würfel Butter und Wurstscheiben seiner Wahl darauf. Doch als er sich wieder umdreht, sieht er, wie Irmi und Becki von zwei gutaussehenden, jungen Männern weggeführt werden. Haben sie ihn etwa nicht gesehen, als er zum Essen gekommen war, sodass sie jetzt weggehen? Hans fühlt sich versetzt. Er ist wütend. Um nicht vor aller Augen allein sitzen zu müssen, nimmt er das Abendessen auf sein Zimmer.
Es ist bereits Mitternacht. Irmi und Becki tanzen und sind entschlossen, die letzten 3 Tage ausgiebig zu feiern. Hans steht an der Reling und trinkt Champagner. Noch vor wenigen Minuten standen Loni und Mina mit ihm, aber dann sind sie ins Kasino gegangen. Sie haben ihn eingeladen mitzukommen, aber er will lieber hier bleiben. Hans sieht, wie seine Schwester das Leben genießt. Sie trinkt und tanzt, lacht und betrinkt sich. Als sie für einen kurzen Moment zu ihm hinübersieht, winkt er sie zu sich. Irmi verlässt ihren Tanzpartner und geht zu ihm. Rote Lichter springen über die Köpfe der feiernden Passagiere. Hans reicht Irmi seine Hand, sie ist so betrunken, dass sie schon etwas taumelt, und zieht sie zu sich an die Reling aus Glas. Sie hält sich an der Reling fest. Hans sagt zu ihr etwas, aber wegen der lauten Musik kann sie seine Worte nicht verstehen. Er sieht um sich, keiner beachtet das Geschwisterpaar.
Nur einen kurzen Augenblick später schreit jemand „Mann über Bord“, aber die Worte werden von der lauten Musik verschluckt. Hans bückt sich über die Reling und schaut ins Wasser, aber außer Schwärze ist nichts zu sehen. Wenig später hört er den Alarm, er ist schwer herauszuhören, weil die laute Musik nicht abgestellt ist. Die Passagiere helfen bei der Suche, sie stehen an der Reling und halten nach der über-Bord-gegangen-Person Ausschau.
Hätte wegen einem dummen Zufall der Kellner nicht gesehen, wie Irmi außerhalb des Schiffes sich an der Reling festgehalten hat, dann wäre ihr Verschwinden niemandem aufgefallen. Später wird Hans der Polizei in Deutschland erzählen, Irmi hätte Selbstmord begangen. Er wollte sie daran hindern, indem er sie noch in der letzten Sekunde zufassen bekam und sie versuchte hochzuziehen, aber es war ihm nicht gelungen. Sie fiel ins Wasser und verschwand.
