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Marthe Scholte ist die Tochter einer Bauernfamilie. Eines Tages verdunkelt sich der Himmel am hellichten Tag. Es wird kalt, zu kalt für diese Jahrezeit. Familie Scholte bangt um ihre Ernte - später auch um ihr Leben. Marthe muss viel ertragen, bis die Zeiten besser werden. Es ist eine historische, dramatische Kurzgeschichte.
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Seitenzahl: 14
Veröffentlichungsjahr: 2020
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Marthe Scholte ist die Tochter einer Bauernfamilie.
Eines Tages verdunkelt sich der Himmel am hellichten Tag. Es wird kalt, zu kalt für diese Jahrezeit. Familie Scholte bangt um ihre Ernte - später auch um ihr Leben.
Marthe muss viel ertragen, bis die Zeiten besser werden.
Es ist eine historische, dramatische Kurzgeschichte.
Marthe
Wir hatten Angst
Im Königreich Württemberg
Marthe saß am Tisch und flickte im Kerzenlicht eine gerissene Hose, diese gehörte ihrem Enkel, der sie beim Spielen gerissen hatte. Marthe wohnte bei ihrer Tochter, Trude. Bald würden sie und ihr Mann von der Feldarbeit nach Hause kommen. Marthe hatte für sie gekocht, einen Gemüseeintopf, und hielt es auf der Kochstelle warm.
Marthe machte mit dem Faden einen Knoten und riss den Faden ab. Fertig. Das Knie der Hose war geflickt. Nun konnte ihr Enkelsohn sie wieder tragen. Marthe stand auf und ging mit langsamen Schritten in seine Schlafkammer und legte die Hose auf seine Bettstätte. Dann räumte sie die Nähsachen in den Korb und holte daraus ein kleines, hölzernes Schächtelchen. Sie hatte es mit Absicht dahinein gelegt, weil sie den Nähkorb oft gebrauchte. Als sie das Schächtelchen öffnete, kam eine Art Münze zum Vorschein. Es war der Hungertaler. Er soll den Besitzer an das Hungerjahr 1816 erinnern, an das Jahr ohne Sommer. Marthes von Falten umrandeten Augen verengten sich. Wie sollte sie das Jahr jemals vergessen können?
