Ist Essen Religion? -  - E-Book

Ist Essen Religion? E-Book

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Beschreibung

Beiträge aus dem Koran, jüdischen Speisegesetzen, dem Buddhismus, dem Alten und dem Neuen Testament, aus der Lehre Benedict von Nurcia und Hildegard von Bingen bieten eine vielfältige und achtsame Betrachtungsweise zur Wertschätzung unserer Mittel zum Leben.

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Seitenzahl: 132

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Inhalt

Grußwort Peter Kardinal Kodwo Appiah Turkson

Vita Peter Kardinal Kodwo Appiah Turkson

Vorwort Michael Gerling

Vita Michael Gerling

Vorwort des Herausgebers Georg Sedlmaier – »Lebensmittel als Mittel zum Leben – aus Sicht der Weltreligionen«

Vita Georg Sedlmaier

Georg Sedlmaier – Schöpfungsgebet

Dr. Ibrahim Abouleish – Lebensmittel als Mittel zum Leben aus Sicht des ISLAM

Vita Ibrahim Abouleish

Rupert Ebbers – Gut leben – maßvoll genießen

Vita Rupert Ebbers

Dr. Bernhard Ehler – »Ich bin das wahre Brot«

Vita Dr. Bernhard Ehler

Gregor Maria Hanke OSB – Die Frage nach der richtigen Ernährung im Christentum

Vita Bischof Gregor Maria Hanke OSB

Bertolt Hellebrand – Wandlungsstufen des Elementes Wasser im Wirken Christi

Vita Bertolt Hellebrand

Pannja Sekera Himy – Ernährung aus buddhistischer Sicht

Vita Pannja Sekera Himy

Prälat Prof Dr. Obiora Ike – »LEBEN – TEILEN – UND LIEBEN«

Vita Prof. Dr. Obiora Ike (Nigeria)

Prof. Erika Rosenberg – Jüdische Speisegesetze

Vita Prof. Erika Rosenberg

Prof. Dr. Franz Sedlmeier – »Auf dich warten sie alle, dass du ihnen ihre Speise gibst zur rechten Zeit« (Psalm 104,27)

Vita Prof. Dr. Franz Sedlmeier

Wolfgang Schürger – »Nichts ist unrein, was mit Danksagung empfangen wird«

Vita Dr. Wolfgang Schürger

Birgit Schüßler – Lebensmittel als Heilmittel bei Hildegard von Bingen

Vita Birgit Maria Schüßler:

Dr. phil. Notker Wolf OSB – Das rechte Maß – das benediktinische Prinzip des guten Lebens

Vita Dr. phil. Notker Wolf OSB

Pflanzen der Bibel

Georg Sedlmaier – Abschlussgebet

GrußwortPeter Kardinal Kodwo Appiah Turkson

Sehr gerne komme ich der Bitte von Herrn Georg Sedlmaier um ein Grußwort nach für sein Buch »Ist Essen Religion?« Als Erstes kommt mir in den Sinn das Wort des Apostels Paulus: »Ob ihr nun esst oder trinkt oder was ihr auch tut, das tut alles zur Ehre Gottes.« (1 Kor 10,31). »Zur Ehre Gottes« – darauf kommt es an. Sich so zu verhalten also bezieht nicht nur Essen und Trinken ein, sondern umfasst das ganze menschliche Leben.

Ein Sprichwort aus Afrika sagt: »Allein essen ist wie allein sterben.« Trifft dies nicht genau die christlich-jüdische Tradition: Gottesliebe, ihn ehren und dabei die Mitmenschen und die Mitwelt nicht im Blick haben, geht schlicht nicht. Dem Mitmenschen, dem Nächsten, der meiner bedarf, mich zuwenden und seine Würde garantieren – das gibt zugleich Gott die Ehre. Die Schöpfung, die Erde, die uns erhält mit ihren Früchten, Blumen und Kräutern (vgl LS 1), und alles, was existiert, wie eine »Schwester«, »Mutter« oder »Bruder« zu hüten und bewahren (vgl. LS 11) – das gibt zugleich Gott die Ehre.

In Nigeria, einem Land Westafrikas, wozu auch mein Heimatland Ghana gehört, gibt es ein erwägenswertes Sprichwort: »Wer gegessen hat, wird für den Hungrigen kein Feuer machen.« Deckt dieses Sprichwort nicht auf, woran es in unserer »einen Welt« heute häufig mangelt, nämlich an Achtsamkeit und Solidarität? Regiert im globalen Norden und globalen Süden oft nicht eine »allgemeine Gleichgültigkeit«, von der Papst Franziskus in seiner Enzyklika »Laudato sì. Über die Sorge für das gemeinsame Haus« spricht (LS 25)? Eine Gleichgültigkeit der Satten, die an den Hungernden vorübergehen! Das Leiden an sauberem Trinkwasser vieler Kinder übersehen!

»Ernährung aus der Sicht der Weltreligionen« – so der Untertitel des Buches. Aus der Sicht des Christentums jedenfalls gehört die Sorge für alle unbedingt mit dazu. Niemand darf zurückbleiben. Niemand ausgeschlossen werden. Sind es nicht eine solche Haltung und ein solches menschliches Handeln, die unser Leben innerlich sinnerfüllt und froh werden lassen – und obendrein Gott die Ehre geben?

In diesem Sinne bin ich dankbar für das Buch und wünsche ihm eine breite Leserschaft.

Vita Peter Kardinal Kodwo Appiah Turkson

Peter Turkson wurde am 11. Oktober 1948 als viertes von zehn Kindern des katholischen Zimmermanns Pius und der methodistischen Gemüseverkäuferin Agnes in Nsuta Wassa, Western Region, geboren.[1] 1962 begann er mit dem Studium am St. Teresa’s Seminary in Amisano bei Elmina, das er 1967 beendete und zwischen 1969 und 1971 mit einem Philosophiestudium am St. Peter’s Regional Seminary in Pedu bei Cape Coast fortsetzte. Anschließend besuchte er das St. Anthony’s Seminary in den Vereinigten Staaten, das er als Master of Theology abschloss.[2]

Turkson arbeitete in den 1970er und 1980er Jahren zeitweise als Professor am St. Teresa’s Seminary sowie als stellvertretender Leiter am St. Peter’s Regional Seminary. Am Päpstlichen Bibelinstitut erlangte er 1980 nach vierjährigem Studium das »Lizenziat der Heiligen Schrift« (englisch licentiate in Sacred Scripture) und 1992 nach fünfjähriger Studienzeit den Doktortitel (doctorate in Sacred Scripture). Zwischenzeitlich war Turkson als Lecturer an der University of Cape Coast (1981–1987) und am Saint Coeur de Marie Major Seminary in Anyama, Elfenbeinküste (1983–1986) sowie als Kaplan in Cape Coast (1984–1986) tätig.[3] In den Sommermonaten 1979 und 1980 arbeitete der Ghanaer einige Wochen lang als Aushilfspfarrer im bayerischen Illertissen-Au.

Am 21. Am 20. Juli 1975 empfing Peter Turkson in der St. Francis de Sales Cathedral durch den damaligen Erzbischof von Cape Coast, John Kodwo Amissah, das Sakrament der Priesterweihe. Nach dem plötzlichen Tod Amissahs ernannte Papst Johannes Paul II. Turkson am 6. Oktober 1992 zum Erzbischof von Cape Coast. Die Bischofsweihe empfing er am 27. März 1993 durch den Erzbischof von Accra, Dominic Kodwo Andoh, in der St. Francis de Sales Cathedral von Cape Coast; Mitkonsekratoren waren der Erzbischof von Tamale und spätere Kardinal Peter Poreku Dery sowie der Erzbischof von Kumasi, Peter Kwasi Sarpong. Turksons Wahlspruch als Bischof lautete Vivere Christus est (»Christus ist das Leben«) und stammt aus dem Brief des Paulus an die Philipper (Phil 1,21 EU).[3]

Von 1997 bis 2005 leitete er die ghanaische Bischofskonferenz. Er ist Großkanzler der 2002 gegründeten Catholic University College of Ghana. Seit 1997 gehört Turkson der Päpstlichen Kommission für den Dialog zwischen den Methodisten und den Katholiken an.[5] Er hatte zahlreiche weitere Ämter inne, unter anderem bei dem Symposium der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar.

Am 21. Oktober 2003 wurde er von Papst Johannes Paul II. als Kardinalpriester mit der Titelkirche San Liborio in das Kardinalskollegium aufgenommen. Nach dem Tod von Johannes Paul II. nahm Kardinal Turkson am Konklave 2005 teil. Am 14. Februar 2009 ernannte ihn Benedikt XVI. zum Generalrelator der im Oktober desselben Jahres stattfindenden Sonderversammlung für Afrika der Bischofssynode.[6]

Am 24. Oktober 2009 wurde er von Papst Benedikt XVI. zum Präsidenten des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden ernannt.[7] Papst Franziskus hat ihn am 24. September 2013 in diesem Amt bestätigt.[8]

Turkson spricht Fante und andere ghanaische Sprachen sowie fließend Englisch, Französisch, Italienisch, Deutsch und versteht Latein und Hebräisch.[9]

Nach dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. nahm Kardinal Turkson am Konklave 2013 teil und wurde häufig als papabile gehandelt.[10]

Papst Franziskus ernannte ihn am 8. Dezember 2013 zum Sonderbeauftragten für die Zeremonie zum Gedenken Nelson Mandelas, die am 10. Dezember 2013 stattfand.[11]

Am 31. August 2016 ernannte ihn Papst Franziskus zum ersten Präfekten des neuerrichteten Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen, in dem die Tätigkeit des bisher von ihm geleiteten Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden zum 1. Januar 2017 aufging.

Vorwort Michael Gerling

Die Interessengemeinschaft für gesunde Lebensmittel nimmt viele Perspektiven ein, wenn es um Fragen einer gesunden Ernährung geht.

Was sagen die Ärzte?

Wie stehen die Landwirte dem Thema gegenüber?

Welchen Beitrag leisten die staatlichen Stellen?

Was machen die Nahrungsmittelhersteller und wie sieht es in der chemischen Industrie aus?

Wie ist der Handel aufgestellt und welchen Einfluss hat er auf seine Kunden?

Was können die Menschen selbst bewegen?

Gesunde Ernährung geht uns alle an. Jeder Einzelne sollte ein Interesse daran haben, die Unternehmen und die Sozialgemeinschaften natürlich nicht weniger.

Wie aber wird die Ernährung in verschiedenen Kulturkreisen gesehen? Und welche Verankerung hat sie in den großen Weltreligionen? Dieser Frage geht Georg Sedlmaier in seinem neusten Buch nach. Und er hat dafür viele namhafte Autoren gefunden, die eindrucksvoll schildern, welche grundlegende Bedeutung die Ernährung in den Religionen einnimmt. Die Ernährung als Mittel zum Leben hat in allen Religionen eine wesentliche Rolle. Denken wir an die Fastenzeiten oder an die Ernährungsregeln im Islam oder in der jüdischen Religion.

Georg Sedlmaier eröffnet einmal mehr eine neue Perspektive. Eine Perspektive mit großer historischer Dimension, abseits eingetretener Pfade. Eine Reise durch die Weltreligionen. Eine Wiederentdeckung traditioneller Werte, die viele Denkanstöße bietet. Schön, dass es dieses Buch gibt.

Vita Michael Gerling

Michael Gerling wurde am 24. Februar 1964 geboren.

Er studierte Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Handel an der Westfälischen Wilhelmsuniversität in Münster und schloss sein Studium 1998 als Diplom-Kaufmann ab.

Michael Gerling arbeitete in verschiedenen Handelsunternehmen im Lebensmittelbereich im In- und Ausland. Als Berater der amerikanischen CSC Computer Sciences Corporation sammelte er Erfahrungen im Fashion-Handel.

Seit 1999 ist er Geschäftsführer des EHI Retail Institute in Köln. Er ist ehrenamtlicher Geschäftsführer des MLF-Mittelständische Lebensmittel-Filialbetriebe und agiert in zahlreichen Branchengremien und Beiräten. Ebenso genießt er als Autor und Referent branchenweite Bekanntheit.

Vorwort des Herausgebers Georg Sedlmaier – »Lebensmittel als Mittel zum Leben – aus Sicht der Weltreligionen«

Warum und wozu dieses neue Buch?

Zuerst mein Erlebnis:

Als ich auf der Frankfurter Buchmesse vor ein paar Jahren eines meiner neuen Bücher vorstellte, besuchte ich auch den Buchstand des Vatikans. Ein redegewandter Priestertheologe beeindruckte mich sehr. Mühelos wechselte er von einer Sprache in die andere.

Ich fasste Mut und sagte zu ihm: »Als Theologe wissen Sie, dass es das Priesteramt, das Lehramt und das Hirtenamt gibt. Die Hirten brauchen Schafe und die Schafe gutes Futter. Ich kümmere mich als Lebensmittelkaufmann um gesunde Lebensmittel.«

Seine überraschende Antwort war: »Mit Ernährung und Lebensmitteln haben wir nichts zu tun!« Ich verwies auf die bekannte Vaterunser-Bitte: »Unser tägliches Brot gib uns heute«, und meinte: »Viele Missionare sorgen zuerst für sauberes Trinkwasser. Den Benediktinern und anderen Mönchen verdanken wir Klostergärten und viele landwirtschaftliche Erkenntnisse und vieles mehr.« Ich konnte ihn nicht überzeugen.

Dieses Frankfurter-Buchmesse-Erlebnis habe ich nun mehrere Jahre verdrängt – aber es hat mich nicht mehr losgelassen.

Als Erstes habe ich Prof. Dr. Ibrahim Abouleish, Gründer der bekannten Oase SEKEM in der ägyptischen Wüste, befragt. Er ist auch Gründer der Heliopolis Universität bei Kairo und Träger des Alternativen Nobelpreises und »IG FÜR... gesunde Lebensmittel«-Ehrenmitglied.

Seine Antwort ermunterte mich: »Ihre Buchpläne sind sehr wichtig und werden die Debatte über gesunde Lebensmittel bereichern. Lebensmittel als Mittel zum Leben – aus Sicht der Weltreligionen. Gerne schreibe ich aus Sicht des Islams zu Nahrungsmitteln.« (Zitat)

Nun freue ich mich, dass als Beitrag zur Wertschätzung der Mittel zum Leben dieses Büchlein unter internationaler Autoren-Mitwirkung entstehen konnte.

Die Autoren haben alle ehrenamtlich geschrieben, obwohl sie eigentlich überhaupt keine freie Zeit hatten. Herzlichen Dank! Auch meine Arbeit ist wieder ehrenamtlich. Der Reinerlös dieses meines sechsten Büchleins als Sammelband ist wieder für SOS Kinderdorf e. V. und die von mir gegründete internationale Interessengemeinschaft für gesunde Lebensmittel bestimmt (kurz IG FÜR...).

Meine langjährige Kollegin Manuela Schlereth hat mir in bewährter Form beim Schreiben mit Rat und Tat wieder prima geholfen.

Beim Probelesen dieser Texte aus dem Koran, jüdischen Speiseregeln, aus Buddha-Sicht, aus Altem und Neuem Testament (Bibel), aus Sicht des Ordensgründers Benedikt von Nursia, aus katholischer und evangelisch-lutherischer Sicht hatte ich echte Glücksgefühle.

Möge dieser internationale Sammelband ein Beitrag zum interkonfessionellen Dialog, zur Bewusstseinsbildung und Friedenssicherung und zur Bewahrung der Schöpfung und der Vielfalt werden.

Georg Sedlmaier Lebensmittelkaufmann und Herausgeber

Vita Georg Sedlmaier

1997 gründete der geborene Niederbayer unter dem Motto »Lebensmittel sind Mittel zum Leben! und jeder Einkauf ist Ihr Stimmzettel!« die IG FÜR. Seitdem ist er das Gesicht der IG FÜR und trägt als Vorsitzender die IG-FÜR-Themen unermüdlich in die Öffentlichkeit.

Mit Lebensmitteln kennt er sich aus: Mehr als 50 Jahre war er als Lebensmittelkaufmann tätig. Zahlreiche namhafte Unternehmen wie Rewe, Edeka, Dallmayr und Feneberg zählen zu seinen beruflichen Stationen. Ab 1990 war er in verschiedenen Geschäftsbereichen in der Geschäftsleitung von tegut... tätig. Daneben war er über 18 Jahre Mitglied im Vorstand der tegut... Theo Gutberlet Stiftung & Co.

Außerdem engagiert sich der Lebensmittelkaufmann seit über 30 Jahren ehrenamtlich für die SOS-Kinderdörfer und ist als Autor und Herausgeber tätig. Zuletzt veröffentlichte er den Sammelband »Vielfalt statt Einfalt – Leben und Essen im Einklang mit der Natur« und den Sammelband »Gesund durchs Leben«.

Georg Sedlmaier – Schöpfungsgebet

Lieber Gott, Schöpfer des Alls, viele Menschen hungern, ihnen fehlen sauberes Wasser und gesunde Lebensmittel als »Mittel zum Leben«. Andere leben in einer »Überfluss-Wegwerf-Gesellschaft« und denken nur an sich selber.

In der Bibel lesen wir, wie du Mose berufen hast, Menschen in ein Land zu führen, »wo Milch und Honig fließen«. Du ließest durch den Stab des Mose Wasser aus dem Felsen fließen und gabst dem hungernden Volk Manna als Nahrung in der Wüste. Der große König David dankte dir in den Psalmen für »Korn und Wein in Fülle«.

»Du führst mich zum Ruheplatz am Wasser, Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde, Du salbst mein Haupt mit Öl, Du füllst mir reichlich den Becher.« »Du lässt Gras wachsen für das Vieh, auch Pflanzen für den Menschen, die er anbaut, damit er Brot gewinnt von der Erde und Wein, der das Herz des Menschen erfreut, damit sein Gesicht von Öl erglänzt und Brot das Menschenherz stärkt.«

Dein Sohn Jesus Christus verwandelte bei der Hochzeit von Kana Wasser in köstlichen Wein. Nach erfolglosen Mühen fingen die Apostel am See Genezareth auf sein Geheiß eine so große Menge Fische, dass ihre Netze zu reißen drohten. Mit nur fünf Broten und zwei Fischen speiste er fünftausend Männer und deren Frauen und Kinder. Jesus sagte zuvor: »Gebt ihr ihnen zu essen«, und ließ alle Speisereste in großen Körben aufsammeln, damit nichts verdirbt.

Jesus lehrt uns im Vaterunser-Gebet die Bitte: »Unser tägliches Brot gib uns heute.« Beim letzten Abendmahl hat er seinen Aposteln und deren Nachfolgern Brot und Wein als immerwährende himmlische Gabe, als seinen Leib und sein Blut, zur Stärkung anvertraut und ihnen den Auftrag gegeben: »Tut dies zu meinem Gedächtnis.«

Unser himmlischer Vater, du bedienst dich für deine Wundergaben der Hände deiner Jünger und vieler Menschen guten Willens. Lass uns unser tägliches Brot in Dankbarkeit und geschwisterlicher Gemeinschaft genießen. Schon der Völkerapostel Paulus schreibt: »Ob ihr esset oder trinket, tut alles zur Ehre Gottes.« Als Abbild deiner göttlichen Allmacht schenkst du uns – du wahrer Gott und Vater – eine wundervolle Schöpfung.

Wir haben die Lebensaufgabe, diese deine Schöpfung mit Respekt zu nützen und sie auch für unsere Kinder und Enkel zu bewahren. Zeige uns die richtigen Wege, wie wir die Schöpfung pflegen und das Menschenrecht auf gesunde Ernährung für alle durchsetzen können.

Dafür hast du uns Mitverantwortung anvertraut.

Hilf uns, Ärger mit Humor, Angst mit Mut und Zweifel mit Wahrheitsliebe zu besiegen und so eine bessere Welt zu gestalten, die ganz deinem Wollen entspricht.

Amen.

Dr. Ibrahim Abouleish – Lebensmittel als Mittel zum Leben aus Sicht des ISLAM

Der Islam beinhaltet eine grundlegende Ernährungsethik mit klaren Regeln und Pflichten. Diese haben das Wohlbefinden des Menschen und seine Gesundheit, die Gesundheit aller Lebewesen sowie die Pflege der Natur im Auge. Es ist die Pflicht des Menschen, diese Weisungen im Leben anzuwenden. Denn Allah hat den Menschen die Verantwortung für die Entwicklung der Erde und seiner Geschöpfe angeboten und die Menschen haben sie angenommen, obwohl ihnen anfänglich nicht bewusst war, wie groß und weitreichend das ist:

Wir haben die Weltenverantwortung den Himmeln und der Erde angeboten, sie aber weigerten sich, sie zu tragen, sie erschraken davor. Der Mensch trug es – er hat sich selbst überschätzt aus Unwissenheit. (Die Parteien, Sure 33, 72)

Die Gesundheit der Menschen nimmt im Islam eine hohe Stellung ein. Muslime haben die Aufgabe, sich darum zu bemühen, sie zu fördern und zu erhalten. Der Prophet Mohamed sagt: »Bittet Allah um Vergebung und um Gesundheit, denn nach dem Geschenk der Gewissheit gibt es nichts Besseres als die Gesundheit.« (Überlieferung nach Tirmidhi)