Jade & Shep - Monica Murphy - E-Book

Jade & Shep E-Book

Monica Murphy

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9,99 €

Beschreibung

Schlimm genug, dass Jades Freund sie zu einem langweiligen Pokerspiel mitschleppt. Er benutzt sie auch noch als Spieleinsatz … und verliert. Die perfekte Gelegenheit für Jade, ihn zu ihrem Ex-Freund zu machen. „Gewonnen“ hat sie angeblich der superreiche und extrem gut aussehende Shep Prescott. Ein Mann, der alles haben kann, aber scheinbar nur hinter ihr her ist. Nichts hält ihn zurück, egal wie abweisend Jade sich verhält. Und je widerspenstiger sie wird, desto mehr will er sie für sich ...

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Seitenzahl: 568

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Das Buch

Schlimm genug, dass Jades Freund sie zu einem langweiligen Pokerspiel mitschleppt. Er benutzt sie auch noch als Spieleinsatz … und verliert. Die perfekte Gelegenheit für Jade, ihn zu ihrem Exfreund zu machen. »Gewonnen« hat sie der superreiche und extrem gut aussehende Shep Prescott. Ein Typ, der alle Frauen haben kann, aber scheinbar nur hinter ihr her ist. Nichts hält ihn zurück, egal wie abweisend Jade sich verhält. Und je widerspenstiger sie wird, desto mehr will er sie für sich. Als Jade beginnt, sich in ihn zu verlieben, ist sie verwirrt. Steckt in Shep vielleicht mehr als nur der sorglose Draufgänger? Nie im Leben ist er auf eine feste Beziehung aus … oder etwa doch?

Die Autorin

Die New York Times-, USA Today- und internationale Bestseller-Autorin Monica Murphy stammt aus Kalifornien. Sie lebt dort im Hügelvorland unterhalb Yosemites, zusammen mit ihrem Ehemann und den drei Kindern. Sie ist ein absoluter Workaholic und liebt ihren Beruf. Wenn sie nicht gerade an ihren Texten arbeitet, liest sie oder verreist mit ihrer Familie.

Lieferbare Titel

Total verliebt

Zweite Chancen

Verletzte Gefühle

Unendliche Liebe

Violet – So hot

Rose – So wild

Lily – So sexy

Monica Murphy

Roman

Aus dem Amerikanischen vonNicole Hölsken

WILHELM HEYNE VERLAGMÜNCHEN

Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt und enthält technische Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung. Die Entfernung dieser Sicherung sowie die Nutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere in elektronischer Form, ist untersagt und kann straf- und zivilrechtliche Sanktionen nach sich ziehen.

Der Verlag weist ausdrücklich darauf hin, dass im Text enthaltene externe Links vom Verlag nur bis zum Zeitpunkt der Buchveröffentlichung eingesehen werden konnten. Auf spätere Veränderungen hat der Verlag keinerlei Einfluss. Eine Haftung des Verlags ist daher ausgeschlossen.

Die Originalausgabe erschien 2015 unter dem Titel Fair Game bei CreateSpace Independent Publishing Platform.Copyright © 2017 by Monica James

Copyright © 2017 der deutschsprachigen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München, in der Verlagsgruppe Random House GmbH, Neumarkter Str. 28, 81637 München

Redaktion: Anita Hirtreiter

Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur München unter Verwendung von Gettyimages/Corbis/Eric Cahan

Satz: Fotosatz Amann, Memmingen

ISBN 978-3-641-19586-1V001

www.heyne.de

Kapitel 1

JADE

»Ich hasse Shepard Prescott.«

»Ja klar. Du bist natürlich was Besonderes und findest ihn nicht so heiß wie alle anderen Studentinnen hier auf dem Campus.« Kelli verdreht die Augen und wirft das lange, perfekt gewellte braune Haar über die Schulter. Ich springe zur Seite, bevor ich damit eine gewischt kriege.

»Findest du ihn wirklich heiß?«

Der bedeutungsschwangere Blick, den Kelli mir zuwirft, ist Antwort genug.

Doch was Kelli oder ich über ihn denken ist eigentlich egal. Er ist heiß. Das kann man nun mal nicht leugnen. Nur seine arrogante, selbstgefällige Art macht seine Attraktivität zunichte.

»Mal im Ernst. Er ist ein Arschloch.« Ich betrachte Arschlochs Hinterkopf. Sein Haar ist von goldbraunen Strähnchen durchzogen, die beinahe aussehen, als ob er dafür bezahlt hätte, was ich echt nicht hoffen will, denn, ach du lieber Gott, das wäre ja noch affiger. Aber wahrscheinlich hat er sich diese blonden Highlights bei einem Segeltörn auf der Familienjacht geholt oder so was. Oder vielleicht am Strand auf einem seiner vielen Tropenurlaube.

Zu behaupten, dass wir in einer unterschiedlichen Liga spielen, wäre untertrieben. Er ist zwei Jahre älter als ich. Er ist in einer Studentenverbindung, ich nicht. Er ist verdammt reich, und ich alles andere als das. Es gibt absolut keinen Grund für ihn, mich zur Kenntnis zu nehmen. Und das ist auch gut so.

Wirklich.

»Sogar sein Name klingt schon nach Arschloch. Und sein Spitzname ist auch ganz schön bescheuert. Shep.« Ich verziehe das Gesicht. Alle reichen Typen haben dämliche Spitznamen, das steht fest. »Klingt wie ein Hundename. ›Komm, mein Junge. Hierher, Shep. Mommy hat ein Leckerli für dich‹«, trällere ich und verdrehe die Augen. »Lächerlich.«

»Aber klar hat Mommy ein Leckerli für ihn«, antwortet Kelli, und ihre drollige Stimme trieft vor Sarkasmus.

»Pah. Also, bei aller Liebe. Das hätte er wohl gern.« Ich mache eine wegwerfende Handbewegung und mustere Shep verstohlen. Ich mache mich über das Arschloch zwar lustig, aber hören soll er mich deshalb noch lange nicht.

»Du bist heute Abend ganz schön übermütig, oder?« Kelli klingt gelangweilt. Sind wir ja schließlich auch. Wir hängen in einem beschissenen kleinen Hinterzimmer herum, das von dem angeblich legendären Pokerspieler Shepard Prescott und seinen reichen Arschloch-Kumpels betrieben wird. Unsere Freunde haben uns hergeschleppt, um gegen Shep und seine Spieler-Bande antreten zu können, denn sie haben einen Ruf zu verteidigen. Und weil sie viel Geld gewinnen wollen, sind die Einsätze hoch. Aber meist verlieren sie. Und das ebenfalls haushoch …

Hohe Verluste sind das Einzige, worauf sie zählen können.

»Ich ertrage höchstens noch zwei Runden, dann gehe ich«, murmele ich und trinke den letzten Schluck warmen Biers aus meinem roten Partybecher. Mit einer Grimasse stelle ich den Becher auf den Tisch hinter mir und seufze tief, was mir einen schnellen Seitenblick von meinem Freund einbringt. Eigentlich ziemlich traurig, dass er meine wütenden Seufzer mitbekommt, aber in letzter Zeit kommen wir ohnehin nicht mehr besonders gut miteinander klar. Es dürfte ihn also wohl kaum überraschen. Er lächelt angespannt, dann sieht er wieder auf die Karten in seiner Hand.

»Er sieht gestresst aus.« Kelli stößt mir ihren spitzen Ellbogen in die Seite, sodass ich aufschreie. Spitzt sie die Dinger etwa noch an? »Joel. Sieh ihn dir doch an.«

Ich mustere ihn. Und sie hat recht. Joel wirkt tatsächlich gestresst. Aber das ist eigentlich nichts Neues. »Passiert in letzter Zeit häufiger.« So ist das nun mal, wenn man kein Geld hat.

Statt das Geld zu sparen, das ihm seine Eltern Anfang des Semesters gegeben haben, um ihm aus der Patsche zu helfen, weil er seinen Teilzeitjob verloren hat, schmeißt er es bei so einem Scheißspiel zum Fenster raus. Ist genau wie die Sache mit seiner Designersonnenbrille, die er prompt verloren hat, als er bei einer dieser Partys am See sturzbesoffen damit schwimmen gegangen ist. Im Februar.

Mein Freund hat ein Händchen für Fehlentscheidungen.

»Er hat auch nicht mehr allzu viele Chips über«, bemerkt Kelli und lehnt sich näher zu mir herüber, um an Shep vorbeisehen zu können. Aber das ist gar nicht so einfach. Er hat megabreite Schultern. Und dann dieses wilde Lässt-er-sich-jetzt-Strähnchen-machen-oder-nicht-Haar, das ihm kreuz und quer vom Kopf absteht, als mache es sowieso, was es will.

»Gut. Vielleicht können wir ja dann bald gehen.« Ich nehme meinen Becher wieder zur Hand und führe ihn an die Lippen, doch er ist leer. Ich runzele die Stirn. Nicht, dass mir nun der Sinn nach noch mehr warmem Bier stünde, aber …

»Bring ihr noch eins.« Shep hebt die Hand und schnipst mit den Fingern, wobei er nach hinten zeigt.

Genau auf mich.

»Wie zum Teufel hat er das jetzt gemacht?«, murmele ich vor mich hin und blicke zu dem spärlich bekleideten Mädchen auf, das plötzlich vor mir steht und mir einen frisch gefüllten Becher entgegenstreckt. Ich raune ein Dankeschön, nehme ihr den Becher ab, und sie wirft mir ein strahlendes Lächeln zu, bevor sie wieder davonhüpft.

»Sieh mal.« Schon wieder ein Stoß von Kellis spitzem Ellbogen – man müsste sie wegen illegalen Waffenbesitzes drankriegen und dann deutet sie auf die gegenüberliegende Wand. Dort hängt ein Spiegel.

Und Shepard Prescott sieht uns direkt an, ein selbstgefälliges, breites Lächeln auf den Lippen, das eine Reihe vollkommener Zähne enthüllt.

»Er beobachtet uns?«, frage ich ungläubig.

Sein Blick heftet sich im Spiegel auf mich, seine dunklen Augen sehen mich unverwandt an. Ich bin diejenige, die als Erste wegschaut.

Arschloch.

»Was für ein Arschkriecher.« Ein Schaudern läuft mir über den Rücken, aber ich ignoriere es. Ich trinke einen Schluck Bier, froh darüber, dass es kälter ist. Anscheinend haben sie ein neues Fass angestochen.

»Ha. Wenn der ein Arschkriecher ist, dann hoffe ich, dass er mich mal in seinem aufgemotzten Van verschleppt.« Kelli bricht über ihren eigenen geschmacklosen Witz in Gelächter aus.

»Igitt.« Dass wir Witze darüber machen, wie wir verschleppt werden, ist megafalsch. Dass wir Witze darüber machen, wie Shep Prescott uns verschleppt, ist megasuperduperfalsch. »Und was meinst du mit aufgemotztem Van?«

»Die meisten Arschkriecher haben ganz gruselige Autos. Du kennst so Typen ja.« Kelli tut, als ob sie schaudert. »Perverslinge.«

Unsere Unterhaltung hat eine seltsame Wendung genommen, vermutlich, weil wir uns langweilen. Wir müssen hier raus. Aber Joel achtet gar nicht auf mich. Er ist zu sehr damit beschäftigt, auf seiner Unterlippe herumzukauen und zu schwitzen wie ein Stier. Kellis Freund Dane kauert über seinen Karten, als ob er befürchtet, dass ihm jemand reinschaut. Und Shep Prescott fläzt sich auf seinem Stuhl, die Beine breit, einen Arm über die Lehne eines leeren Stuhles gelegt, die andere Hand auf dem Tisch, die Karten ausgebreitet, sodass jeder sie sehen kann. Er wirkt genauso gelangweilt wie wir.

Für ihn sieht es gut aus.

Verdammt.

»Ich passe.« Dane wirft frustriert die Karten auf den Tisch und steht auf. Dann lässt er sich auf der Bank hinter Joel nieder. Er legt ihm die Hand auf die Schulter, um ihm Glück zu wünschen, und nimmt dann irgendeiner Tussi das Bier aus der Hand und kippt es runter. Dann grinst er ihr zu.

Kelli ist plötzlich ganz angespannt, woraus ich ihr keinen Vorwurf machen kann.

Ich setze mich gerade hin und blicke über Sheps megabreite Schultern hinweg, um mir seine Karten anzusehen. Oh Gott, was für ein geiles Blatt. Als Kind brachte mir mein Grandpa alles bei, was ich über Poker und Blackjack weiß. Mein Wissen hat Joel immer beeindruckt, sogar als ich ihn einmal bei dieser nervigen 32-heb-auf-Variante über den Tisch gezogen habe. Er ist total darauf hereingefallen.

Dank Grandpa.

Shep Prescotts Hand ist einfach fantastisch. Jedenfalls hat er ein Full House mit Zehnen und Buben. Das nenn ich Glück. Joel schwitzt immer noch und murmelt undeutliches Zeug vor sich hin. Also hat er nichts. Oder er ist ein Meister im Bluffen.

Wahrscheinlich eher Ersteres.

»Gehst du mit?«, fragt Shep, und seine dunkle Stimme scheint tief aus seiner Brust zu kommen, leise und einschüchternd. Joel sieht auf, die Zähne immer noch in der Unterlippe vergraben, und mit einem Mal wird mir klar, wie unglaublich jung und töricht er wirkt. Er trägt ein gefaktes Vintage-Mountain-Dew-T-Shirt, das er sich vor ein paar Tagen von dem Geschenkgutschein gekauft hat, den seine Mom ihm geschickt hat, und sein dunkles Haar ist ganz kurz rasiert. Als ob er zum Militär wollte oder so was. Sein Gesicht ist glatt und etwas blass, obwohl eine schwache Röte seine Wangen überzieht. Verglichen mit Mr. Weltmännisch-gelassen-und-cool mit den breiten Schultern und dem sexy Haar wirkt er wie ein Baby. Ich fürchte, heute kriegt er eins übergebraten.

»Ähhh.« Joel zieht den Ton in die Länge, sein flackernder Blick auf mich gerichtet. Ich schüttele den Kopf, mache die Halsabschneidergeste, um ihn zum Passen zu bewegen, damit er nicht ausgetrickst wird und alles verliert. Die Sache ist für ihn gelaufen.

»Was zum Teufel tust du da?«

Schweigen senkt sich über den Raum. Kelli stößt mich mit ihrem verdammt spitzen Ellbogen schon wieder in die Seite, und ich höre auf, Joel Zeichen zu machen, als mir klar wird, dass Shep Prescott redet …

Und zwar mit mir.

Ich hebe den Kopf und sehe, wie er mich in diesem blöden Spiegel wütend anfunkelt, die braunen Augen fast schwarz, die Lippen zu einer dünnen Linie zusammengepresst. Oh Mann, er wirkt ganz schön angepisst.

»Schummelt ihr zwei etwa? Hat dein Freund dich deshalb mitgebracht?«, fragt er, als ich nicht antworte.

»Hm.« Ich kann keinen zusammenhängenden Gedanken mehr fassen. Und bringe kein Wort heraus.

Das ist gar nicht gut.

»Vergiss diese verdammte Hand.« Er wirft seine Karten umgedreht mitten auf den Tisch, genau auf den Haufen Chips, einige Dollarscheine und einen kleinen Haufen Vierteldollars, die im Pot sind. Jeder der Spieler hat bereits gepasst, einer nach dem anderen, sogar Dane, bis nur noch Joel und Shep übrig waren. Manche sind sogar vom Tisch aufgestanden, um sich ein frisches Bier zu holen oder an einem anderen Tisch weiterzuspielen. Oder um mit eingezogenem Schwanz und leeren Brieftaschen ganz zu verschwinden.

Für Joel kommt das nicht infrage. Er hält bis zum bitteren Ende durch. Und jetzt kriegt er durch mich auch noch Probleme.

»Komm her.« Shep dreht sich um und sieht mich an, sein harter Blick hält mich fest. Ich kann förmlich spüren, wie seine Wut sich in großen, heißen Wellen über mich ergießt. Meine ganzen höhnischen Bemerkungen, meine Prahlerei von eben lösen sich in Wohlgefallen auf. »Setz dich her«, befiehlt er und deutet auf den leeren Stuhl neben sich.

Ich erhebe mich mit zitternden Knien und gehe zum Tisch hinüber, wobei ich Joel ebenso ignoriere wie das Kichern der anderen, die sich das Spektakel anschauen. Ohne Shep anzusehen, plumpse ich auf den Stuhl neben ihm, halte aber den Rücken gerade, versuche verzweifelt, so viel Abstand wie möglich zwischen uns zu wahren.

Es hat allerdings keinen Zweck. Ich kann ihn riechen. Und er duftet … verdammt unglaublich. Ein anderes Wort gibt es nicht dafür. Eine Mischung aus Pinie, Zitrone und Schmutz … okay, ich weiß, das klingt nicht allzu anziehend, aber oh mein Gott, am liebsten würde ich an seinem Hals schnuppern.

Doch das verkneife ich mir natürlich. Stattdessen umklammere ich die Tischkante und wage einen Blick in Joels Richtung. Der Junge ist der Fleisch gewordene Jammer. Ich frage mich langsam, ob er nicht doch eine gute Hand hatte. Vielleicht sogar eine bessere als Shep? Hab ich ihm etwa alles vermasselt? Oh Gott, wenn ja, kann er mir das je verzeihen?

»Sieh ihn nicht an«, raunt Shep, seine Stimme so dicht an meinem Ohr, dass ich keuche und den Kopf wende. Sein Gesicht ist meinem ganz nah. Ich kann alles sehen. Jede Pore seiner Haut, jedes kleinste Härchen seiner dichten Augenbrauen, jede einzelne tintenschwarze Wimper um seine viel zu durchdringenden dunklen Augen. »Ich will, dass du mich ansiehst – und nur mich.«

Ich schlucke schwer und gebe mir Mühe, meinen Zorn über seinen drohenden Ton zu ignorieren. Aber es hat keinen Zweck. »Willst du mich veräppeln?« Für wen hält der Kerl sich eigentlich? Also gut, er ist stinkreich. Und lächerlich gut aussehend. Na und?

Er schenkt mir ein schiefes Lächeln, nimmt alle Karten wieder auf und beginnt zu mischen, geradewegs wie ein Profi aus Las Vegas. »Nein. Wenn ich dich beim nächsten Spiel dabei erwische, wie du in seine Richtung guckst, trete ich ihm in den Arsch.«

Mir fällt die Kinnlade runter, als ich begreife, was er da gerade gesagt hat. »Du bist wirklich ein Arschloch, stimmt’s?«, flüstere ich.

Das schiefe Lächeln wird breiter. »Sogar ein Eins-a-Spitzen-Arschloch, Baby«, entgegnet er.

Ich verdrehe beim Wort Baby die Augen. Ich hasse es, wenn Männer mich Baby nennen.

Obwohl … hm. Niemand hat mich bislang überhaupt so genannt. Noch nicht mal Joel. Wenn man bedenkt, dass Joel erst mein zweiter halbwegs ernsthafter Freund ist und wir erst seit sechs Monaten zusammen sind, sagt das wahrscheinlich nicht allzu viel aus, aber trotzdem.

Eigentlich sollte ich diese Baby-Scheiße beleidigend finden. Tue ich aber nicht. Genauso wenig wie mich dieses Lächeln beleidigt.

Was zum Teufel ist nur los mit mir?

»Wir spielen noch eine Runde Five Card Draw, nur du und ich.« Shep sticht mit dem Zeigefinger in Joels Richtung. »Der Pot bleibt, wie er ist. Aber wir erhöhen den Einsatz. Wir spielen«, er hält inne, und seine Stimme klingt herablassend und belustigt zugleich, »um den Höchsteinsatz.«

Jemand stöhnt. Könnte Joel gewesen sein. Aber ich darf ihn ja nicht ansehen oder so.

»Und was deine Freundin hier angeht.« Jetzt geht es los. Dieser beschissene Shep Prescott legt mir doch tatsächlich energisch den Arm um die Schultern. Am liebsten würde ich ihm das verdammte Ding abhacken, aber ich kann mich kaum bewegen, so fest hält er mich. »Sobald ihr beiden auch nur eine Sekunde lang Blickkontakt habt, hast du automatisch verloren.«

»Kein Problem«, sagt Joel, und seine Stimme zittert ganz leicht. Ich wünschte, ich könnte ihn ansehen. Wenn ich ihm doch nur sagen könnte, dass er sich ein paar Eier wachsen lassen und sich wie ein Mann verhalten soll.

»Bereit?« Shep löst seinen Griff, lässt seine Finger sanft über meinen Rücken gleiten und macht es sich dann wieder auf seinem Stuhl bequem. Ich werfe ihm einen bitterbösen Blick zu, der ihn nicht im Mindesten beeindruckt. Er mischt nur weiter Karten und fläzt sich dabei so breitbeinig auf seinem Sitz, dass sein Knie meinen Schenkel berührt.

Ich ignoriere den Stromstoß, der mein Bein hinaufschießt, und rücke so weit wie möglich von ihm ab, aber er hält mich fest.

»Du gehst, er verliert«, raunt Shep so leise, dass ihn sicher niemand außer mir gehört hat. »Vergiss das nicht.«

»Das lässt du doch sowieso nicht zu! Also mach dir darüber keine Gedanken«, antworte ich mit einem winzigen Schnauben, das ich auf der Stelle wieder bedaure. Tolle Art, ihn zu beeindrucken.

Aber du willst ihn doch gar nicht beeindrucken. Du hältst ihn für ein Arschloch.

Ja. Das darf ich nicht vergessen.

SHEP

Das Mädchen mit dem sarkastischen Mundwerk machte den Abend einfach unendlich interessanter. Ich war echt zu Tode gelangweilt gewesen, weil ich einfach wusste, dass ich gewinnen würde. Der Pot war klein, vielleicht fünfhundert Mäuse. Echt lachhaft! Der letzte Typ, der noch am Tisch sitzen blieb, war ein nervöser Junge im ersten Semester, der einfach nicht aufgeben wollte, was mich überraschte. Ich vermutete, dass er entweder bessere Karten hatte als ich – was fast unmöglich war – oder dass er ein exzellenter Bluffer war.

Also wirklich eher unmöglich, das Ganze.

Dann musste die Freundin anfangen, hinter mir herumzufuchteln. Sie sah mein Blatt. Der kleine Scheißer hatte also seine heiße Freundin mitgebracht, um zu schummeln, und ich hatte bis dahin noch nicht mal was gemerkt. Dabei kriege ich so eine Scheiße normalerweise immer mit. Den Spiegel habe ich allein zu dem Zweck aufgestellt, um Betrüger zu entlarven. Aber statt aufzupassen, ob sie etwas drehen wollte, hatte ich sie im Spiegel nur ausgiebig betrachtet.

Hübsche Titten. Gute Haut, wenn auch ein wenig blass. Langes rotes Haar, das sie zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden hatte, und Sommersprossen, die sich auf ihren Wangen und ihrer Nase ausbreiteten. Eigentlich hatte sie so ziemlich überall Sommersprossen. Im Grunde gar nicht mein Typ, trotzdem fuhr ich total auf sie ab. Und zwar nicht nur wegen ihrer Titten, die in diesem schwarzen Tanktop total geil aussahen, sondern wegen ihres Mundes. Lippen so üppig, als hätte eine Biene hineingestochen. Ich kann mir nur vorstellen, wie diese Titten sich fest um meinen Schwanz …

»Teilst du jetzt langsam auch mal aus, oder willst du den ganzen Abend damit verbringen, mich anzustarren?«

Ich blinzele, um wieder klar zu sehen. Sie ist ein ganz schön streitsüchtiges kleines Ding. Was macht sie mit diesem Erstsemester-Loser, der mir gegenübersitzt und aussieht, als ob er jeden Moment ohnmächtig wird? Mir gefällt ihre Stimme trotz der Scheißbemerkungen, die sie über mich abgelassen hat.

Und ich habe jeden einzelnen Kommentar gehört, seit sie sich hinter mich gesetzt hat.

Ich ignoriere sie, teile die Karten aus und schaue mir mein Blatt an, wobei ich auf einen neutralen Gesichtsausdruck achte. Ein Paar Damen und drei Schrott-Karten. Ich werde nicht folden, bevor er es nicht tut. Ich bin der Dealer, das entspricht also der Regel, und er soll keinesfalls ahnen, dass ich nur ein Paar habe.

»Wie heißt du?«, frage ich das Mädchen.

Sie verschränkt die Arme über der Brust und plustert sich auf. Ich erhasche einen Blick auf ihren limonengrünen Spitzen-BH, der aus dem Ausschnitt ihres schwarzen Tanktops herausschaut. Interessant. »Bitch Face«, antwortet sie gelassen.

Ich lache. Die Kleine hat was. »Passt. Ich bin Shep. Aber das weißt du ja schon.« Ich senke die Stimme. »Immerhin hat Mommy ja ein Leckerli für mich und so.«

Ihre Wangen färben sich rot. Erwischt. Aber sie verliert kein Wort zu ihrer Verteidigung, was ich bewundernswert finde.

Ich konzentriere mich nun wieder auf ihren Freund. »Hey, Arschloch.« Er hebt den Kopf, blassblaue Augen sehen mich an. Er ist wie versteinert. Recht so. »Wie heißt du?«

»J-Joel.« Er räuspert sich, und sein Blick senkt sich wieder auf die Karten herab. Er ordnet sie neu, schiebt sie von der einen Seite auf die andere. Dann nimmt er eine der fünf heraus und wirft sie umgekehrt auf den Tisch. »Ich brauch noch eine, bitte.«

Verdammt. Was hat er denn jetzt für eine Hand? Ich bin ziemlich sicher, dass ich im Arsch bin. »Willst du raisen, oder was?«

Erneut sieht er mir in die Augen, versucht seinen Gesichtsausdruck zu kontrollieren, aber ich sehe Triumph aufblitzen. Er hat eine gute Hand. Der Wichser meint tatsächlich, dass er gewinnt. »Äh, ich erhöhe um fünfzig.« Er wirft die letzten seiner Chips in den Pot.

»Fünfzig?« Ich ziehe die Augenbrauen hoch und werfe ebenfalls fünfzig rein, dann gebe ich ihm eine einzelne Karte. »Mehr hast du nicht auf Lager?« Schnell werfe ich meine drei Schrottkarten ab und nehme drei neue. Ich drehe sie nicht um. Noch nicht. Die Spannung ist die Hälfte des Vergnügens, besonders wenn ich einigermaßen sicher bin, dass ich diese Partie verliere.

Verdammt.

»Offensichtlich.« Der Kleine wedelt mit der Hand vor dem Gesicht herum, in der keine Chips mehr sind.

»Hm.« Ich hebe die Karten auf, beschirme sie in der Hand, sodass Bitch Face sie nicht sehen kann. Sie sitzt mucksmäuschenstill neben mir, aber ich kann sie atmen hören, kann die Spannung spüren, die in heftigen Wellen von ihr ausgeht. Ihr gefällt das Ganze nicht. Sie macht sich Sorgen um ihren Freund, zumal sie ihn nicht ansehen darf. Ihr Körper ist meinem zugeneigt, und ich riskiere einen Blick auf sie, bevor ich mir meine neuen Karten ansehe.

Ach du Scheiße. Ich hab mir zwei weitere Damen genommen. Four of a kind.

Verdammt, ich hol mir gleich einen runter.

»Sorgen wir doch mal dafür, dass die Sache interessanter wird«, sage ich und sehe Joel noch mal an. Sein Gesicht erhellt sich. Jeder, der von unserer kleinen Spielhölle gehört hat oder schon mal drin war, weiß, dass diese Bemerkung dem Spiel eine Wendung gibt. Sie zeigt an, dass es jetzt zur Sache geht.

So sind wir eben – mein Freund Gabe, mein Cousin Tristan: zu Tode gelangweilt und immer auf Abenteuer aus. Wir kassieren gern im großen Stil. Aber dafür muss man auch Riesenverluste in Kauf nehmen. Diese Fifty-Fifty-Chance macht die Sache ja so aufregend. Ich habe mehr verloren als gewonnen, doch das ist mir egal.

»Was hast du vor?«, fragt Joel, und ich bin beeindruckt. Er hat dieses Spiel schon mal gespielt. Das ist die Frage, die wir von unseren Gegnern hören wollen. Ich erkenne ihn nicht wieder, aber ich vermute, dass er schon mal hier war. Vielleicht als ich gerade keinen Dienst hatte – oder an einem anderen Tisch.

Egal. Er versteht, was passiert, und alles andere spielt keine Rolle.

»Ich will sehen.« Ich lege meine Karten auf und trommele mit den Fingern auf den grünen Filztisch. Das hier ist eine semiprofessionelle Veranstaltung. Das Haus gehört Gabe. Na ja, eigentlich seiner Familie. Wir haben es vor zwei Jahren ein bisschen umgebaut, haben das Wohn- und Esszimmer in ein kleines Casino umgewandelt, das ein paar Meilen vom Campus entfernt liegt. Blackjacktische, Pokertische, verdammt, wir haben sogar einen Roulettetisch, obwohl ich dieses Spiel hasse. Roulette ist ein reines Glücksspiel. Die Chancen sind beschissen.

Beim Poker und meinem Lieblingsspiel, Blackjack, braucht man zumindest ein bisschen Grips.

»Tu’s nicht, Joel.« Ich hebe den Kopf, als ich plötzlich ihre Stimme höre. Aber sie sieht Joel nicht an. Sie starrt mich an, der Mund hart, die Augen ausdruckslos. »Zeig die Karten und mach Schluss. Lass dieses Arschloch dich nicht noch mehr über den Tisch ziehen, als er es schon getan hat.«

»Autsch. Ganz schön gemein, deine Beschimpfungen.« Ich reibe mir die Brust, tue so, als ob mich das getroffen hat. »Willst du dir etwa von ihr vorschreiben lassen, was du tun sollst, Joel?« Mit der Frage will ich sie ärgern. Und es klappt. Sie ist richtig angepisst. Aus ihren Ohren kommt buchstäblich Rauch, doch sie schweigt. Wie enttäuschend.

»Halt’s Maul, Jade«, murmelt Joel, und das schockiert uns beide. »Das ist meine Sache.«

Ich schaue sie an. »Joel sind grad ein paar Eier gewachsen, Jade. Oder soll ich dich immer noch Bitch Face nennen?«

Sie verzieht das Gesicht. »Mir wäre es lieber, du würdest mich überhaupt nicht irgendwie nennen.«

»Jade«, sagt Joel, jetzt mit festerer Stimme. Anscheinend soll sie nun wirklich die Klappe halten. Anscheinend will er also weitermachen. Mit anderen Worten: Seine Hand ist verdammt gut.

Na ja, was soll ich sagen? Meine auch.

»Was für ein Name ist das überhaupt? Jade?« Ich mache eine Grimasse, versuche krampfhaft, mir das Lachen zu verkneifen, denn mit so einer Bemerkung reize ich sie bis aufs Blut.

»Nimm den Mund nicht so voll. Was ist schon Shep für ein verdammter Name?«

»Ein alter Familienname.« Ich gebe mir Mühe, würdevoll zu klingen, doch es klappt nicht. Die Kleine amüsiert mich wie bisher keine. Ihr schlagfertiges Mundwerk ist echt heiß. »Meine Mutter ist eine Shepard. Ich entstamme einer sehr alten, ehrwürdigen Familie.«

»Na ja, schön für sie. Meine Mutter liebt zufällig die Farbe Grün.« Sie wirft mir ein blitzendes Lächeln zu und den Kopf in den Nacken, wobei ihr Pferdeschwanz wippt, den ich am liebsten packen würde, um sie an mich zu ziehen und ihr dieses beschissene leichte Lächeln aus dem Gesicht zu wischen.

Mit meinen Lippen.

»Seid ihr beiden mit Flirten jetzt fertig, damit wir weitermachen können, oder was?«, fragt Joel. Er klingt stinksauer. Und sieht auch so aus. Interessant. Ich genieße das Ganze immer mehr.

»Wir haben nicht geflirtet«, sagt Jade und will sich zu Joel umdrehen.

»O-o-o. Sei bloß vorsichtig«, warne ich sie. Sie wendet sich wieder mir zu und schaut mich grimmig an. »Ich will Joel schließlich keinen Tritt in den Arsch verpassen, weißt du.«

»Na ja, er würde es überleben«, murmelt sie halbherzig.

»Ha. Er wäre danach voll im Arsch, und das weißt du.«

»Hallo! Ich sitze vielleicht hier und höre zu!«, meldet sich Joel zu Wort.

»Okay.« Ich wende den Blick von Bitch Face Jade ab und mustere Joel, der erheblich zuversichtlicher wirkt als noch vor ein paar Minuten. Normalerweise würde mich so was nervös machen. Und normalerweise habe ich nichts dagegen, in solchen Situationen nervös zu sein, denn das steigert das Adrenalin und macht alles viel intensiver. Das Leben ist, was man draus macht, stimmt’s? Ich stehe auf verrückte Wetten und Spannung. Wenigstens fühle ich dann auch mal was. »Wir spielen um Jade. Wenn ich verliere, kriegst du einen megageilen Geldbetrag.«

»Was für einen megageilen Geldbetrag?«, fragt Joel, ohne zu zögern.

Ich ignoriere seine Frage. »Und wenn ich gewinne … kriege ich deine Kleine.«

»Joel, wenn du dich auf die dämliche Wette dieses Arschlochs einlässt, trete ich dir so heftig in die Eier, dass du nie mehr Kinder zeugen kannst. Das verspreche ich dir«, droht Jade mit eisiger Stimme.

Zum Teufel, sogar meine Eier schrumpfen ein bisschen bei ihren Worten.

»Die Sache ist geritzt«, sagt er und sieht sie nicht mal an. »Mach dir keine Sorgen. Und von was für einem megageilen Betrag sprichst du, Shep?«

Der Kleine will Kohle. Kein Problem. Davon hab ich mehr als genug. »Fünfzig.«

Er verdreht die Augen. »Besser als nichts.«

»Tausend«, füge ich hinzu, und jetzt treten ihm die Augen aus den Höhlen.

Leises Gemurmel erhebt sich von den Zuschauern. Ich schrecke zusammen. Ich hatte die anderen ganz vergessen. Ich schaue auf und sehe Gabe im Türrahmen stehen. Er lehnt mit über der Brust verschränkten Armen an der Wand und zieht ein amüsiertes Gesicht. Er liebt diese Scheiße genau wie ich, vielleicht sogar noch mehr. Er grinst blöde, und ich nicke kurz, um mich dann wieder auf Joel zu konzentrieren.

»Und? Was sagst du?«, frage ich lässig, umklammere die Karten in meiner Hand. Ich könnte das hier gewinnen. Vier Königinnen sind nicht so leicht zu schlagen, es sei denn, der Schwachkopf hat vier Könige oder vier Asse. Wie stehen also meine Chancen? Wirklich?

Die Sache steht gut für mich. Das muss sie einfach.

»Ich bin doch kein Tauschobjekt, ihr Arschlöcher«, spuckt Jade hervor, und ihre Stimme trieft vor Gift. »Ich weiß nicht, für wen ihr beiden euch verdammt noch mal haltet, aber ich bin kein Einsatz. Ich bin verdammt noch mal ein Mensch.« Sie hält inne. Wahrscheinlich wird ihr klar, dass ihre Worte auf uns beide nur wenig Wirkung haben. »Was könntest du denn überhaupt mit mir anfangen, wenn du gewinnst?«

»Würdest du das nicht gern erfahren?« Ich ziehe sie mit meinem Blick förmlich aus, stelle mir die vielen Möglichkeiten vor, die ich hätte, wenn sie mir gehörte. Wenn auch nur kurz. Ich behalte Mädels nicht, hab ich noch nie. Freundinnen wollen zu viel. Haben zu hohe Erwartungen, die ich nie, niemals erfüllen kann. Ich will sie auch gar nicht erfüllen! Denn Frauen können nur fordern.

Und diese hier, das weiß ich, würde mich ständig zusammenscheißen.

»Ich hasse dich«, flüstert sie und erdolcht mich förmlich mit ihren … hmmm. Haselnussbraunen Augen? Ja, sie sind ein Farbgemisch, grün und grau und ein Hauch braun, also bezeichne ich sie als haselnussbraun. »Glaub nicht, dass ich dich verschone, wenn du so weitermachst. Ich trete dir in die Eier, dass dir Hören und Sehen vergeht.«

»Vielleicht mag ich so was Perverses ja«, sage ich und setze mich gerade hin. »Also, wie sieht’s aus, Joel? Bist du dabei?«

»Fuck! Aber ganz sicher!«, schreit er und klatscht den Idioten neben sich ab.

»Na gut. Zusätzlich Fünfzigtausend, wenn du gewinnst. Jade Bitch Face, wenn ich gewinne.« Ich werfe einen 100-Dollar-Chip auf den Tisch, schmeiße ihn als versöhnliche Geste auch noch in den Pot. »Call.«

»Also gut.« Der selbstgefällige Ton in Joels Stimme ist nicht zu überhören. »Dann schau und weine.« Er breitet die Karten vor sich aus. Drei Asse und zwei Könige.

Eine verdammt gute Hand, das steht fest.

»Ein Full House«, murmele ich, achte auf eine gleichmütige Stimme, obwohl ich tief im Innern am liebsten ebenfalls einen Triumph-Schrei ausstoßen würde. Wie verdammt geil ist das denn! Ich hab den kleinen Arsch am Wickel. »Asse und Könige High.«

»Fuck. Ja, Mann.« Joel streckt die Hände nach dem Chips-Stapel, den Münzen und Dollarscheinen aus. Er sieht wie ein gieriges Kind aus, das gerade die Piñata geknackt hat und nicht vorhat, auch nur ein einziges Bonbon an die anderen abzugeben.

»Moment.« Joel erstarrt. »Ich habe dir meine Hand noch nicht gezeigt. Du weißt doch: Es gibt Regeln.«

»Ja, ja, dann mach schon.« Er lässt die Hand von den Gewinnen, obwohl er den gierigen Blick kaum abwenden kann. Sein Mädchen sieht er nicht mehr an, und sie starrt weiter mich an. Sie hasst mich bis ins Mark. Ich spüre die Wellen der Wut, die mir entgegenwogen, sie werden mit jeder Minute heftiger.

Wenn ich abgelegt habe, wird sie mich noch mehr hassen.

»Fertig?« Ich ziehe die Brauen in die Höhe, steigere die Spannung. Ich genieße diesen Augenblick megamäßig. Unter meiner Haut vibriert es, ein Surren, das immer stärker ist, bis es ein dumpfes Brausen in meinen Ohren ist und ich bedächtig ausatme, die Karten in meinen Händen knicke, bevor ich sie langsam auf den Tisch lege, eine nach der anderen.

Die Herz Sechs – nicht zu gebrauchen.

Die Pik Königin.

Die Herz Königin.

Die Karo Königin.

Und – dramatische Pause – die Kreuz Königin.

Der ganze Raum bricht in Jubel aus, überall hört man »Kann nicht sein« und gelegentlich »Er hat dich verdammt noch mal geschlagen, Mann!«. Gabe stürzt sich auf mich, schüttelt von hinten meine Schulter und gratuliert mir. Andere folgen seinem Beispiel, klopfen mir auf den Rücken, irgendeine Braut setzt sich auf meinen Schoß und küsst mich auf die Wange. Der besiegte Joel stößt sich so heftig vom Tisch ab, dass sein Stuhl klappernd zu Boden fällt. Eingeschnappt stürzt er aus dem Zimmer, ohne ein Wort zu wechseln, noch nicht mal mit seiner verdammten Freundin.

Was für ein Arschgesicht.

Apropos Freundin …

»Du glaubst doch nicht wirklich, dass du mich jetzt gewonnen hast, oder?« Sie legt mir die Hand auf den Oberschenkel – mein Gott, fühlt sich das gut an – und vergräbt die Fingernägel so tief darin, dass ich sie sogar durch den dicken Jeansstoff hindurch spüre.

Das fühlt sich nicht ganz so gut an. Gar nicht.

»Einsatz ist Einsatz«, erinnere ich sie, packe ihr Handgelenk und ziehe sie von meinem Fleisch herunter. Ich lasse ihre Hand wieder in ihren Schoß fallen und ignoriere das Kribbeln in meinen Fingerspitzen, nachdem ich sie berührt habe.

»Das war doch nur Show«, sagt sie, obwohl sie leicht beunruhigt klingt. Diese Unterhaltung führen wir, während um uns herum die Hölle losgebrochen ist. Witzig, dass ich alle anderen ausblenden und mich nur auf sie konzentrieren kann. »Du hast deine Fünfzigtausend nicht verloren, also ist doch alles gut? Du hast das alles hier gewonnen.« Sie deutet mit der Hand auf den Chips-Stapel, den Joel liegen gelassen hat.

»Ich sag es nicht gern, Jade. Aber du bist mein Gewinn. Und den will ich auch eintreiben.« Ich beuge mich näher zu ihr heran, so dicht, dass ich ihren warmen Atem über mein Gesicht streifen spüre, sehe, wie ihre Augen sich fast unmerklich weiten. Sie öffnet ganz leicht die Lippen, ihre Zunge erscheint, berührt ihre Oberlippe oben, und meine Haut fängt an zu kribbeln. »Wie wäre es für den Anfang mit einem Kuss für den Sieger?«

»Fick dich«, speit sie hervor.

Und dann knallt sie mir eine und stürmt ohne ein weiteres Wort davon.

Kapitel 2

JADE

Hör auf, mir zu schreiben. Ich hab Schluss gemacht. Komm damit klar.

Ich werfe mein Handy neben mir aufs Bett und lasse mich mit einem dramatischen Seufzer in die Kissen fallen. »Ich hasse Männer.«

»Das tun wir beide, Süße«, stimmt mir Kelli zu, aber das meint sie eigentlich nicht ernst. Sie kam gestern Abend nicht mehr in unser Zimmer und schrieb mir um ein Uhr morgens, dass sie die Nacht bei Dane verbringen würde.

Und seit sie vor einer Viertelstunde angekommen ist, umgibt sie diese glühende Aura, die man nach gutem Sex hat. Sie haben es wohl bis in die Morgenstunden getrieben. Ihr Haar ist zerzaust, die Wangen gerötet, und sie bewegt sich, als ob ihre Beine aus Gummi wären, gleichzeitig träge und leicht.

Glückliche Bitch.

Ich hingegen musste mich gestern Abend von meinem Freund trennen – der, was Sex anging, immerhin einigermaßen okay war – und bin nun wieder Single.

Wenn man nicht darauf baut, dass ich dank der lächerlichen Wette, auf die Joel sich eingelassen hat, jetzt persönliches Eigentum von Shepard Prescott bin.

Gott, wie sehr ich ihn hasse. Beide.

»Joel lässt mich einfach nicht in Ruhe«, sage ich, während ich Kelli zusehe, die in dem kleinen Raum hin und her geht. Sie nimmt sich ein paar saubere Wäschestücke, wahrscheinlich will sie duschen, und mir wird klar, dass sie von ihren sexuellen Eskapaden immer noch verschwitzt und klebrig ist.

Igitt.

»Du hast dich gerade erst von ihm getrennt«, bemerkt Kelli und sieht mich an. »Wahrscheinlich nimmt ihn das ziemlich mit.«

»Meinst du etwa, ich hätte das nicht tun sollen? Er hat immerhin um mich gepokert.«

»Aber das ging ja nicht von ihm aus. Shepard Prescott hat dafür gesorgt. Das weißt du doch.« Kelli fängt an zu lachen. »Du hättest sein schockiertes Gesicht sehen sollen, als du ihn geohrfeigt hast. Einfach unbezahlbar. Auf seiner Wange war ein roter Fingerabdruck zu sehen, Jade. Tolle Rückhand, Süße.«

»Was soll’s. Er hat es verdient.« Ich schaue auf mein brummendes Handy. Schon wieder eine Nachricht von Joel.

Es war nicht meine Schuld. Komm schon, Jade.

Bitte verzeih mir.

»Ha.« Ich fange an, ihm zu schreiben.

Ich will Dich nie wiedersehen. Hör auf, Dich lächerlich zu machen.

»Er treibt mich noch in den Wahnsinn«, murmele ich und lege das Handy wieder weg. Ich wünschte, er würde mich einfach nur in Ruhe lassen. Ja, ich bin zickig, aber ich kann einfach nicht anders. Er hat mich nicht ein einziges Mal verteidigt, er hat Shep nicht ein einziges Mal gesagt, er soll sich verpissen, gar nichts. Er hat erst mitgemacht und mich dann sitzen und mir selbst überlassen.

»Ich finde, ich habe recht, wenn ich mich von ihm trenne. Wir hatten uns sowieso auseinandergelebt. Das war nur die letzte Schicht auf dem riesigen Scheißkuchen, in den unsere Beziehung sich verwandelt hatte.«

»Bist du gemein!«, sagt Kelli kopfschüttelnd. »Was hätte Joel denn tun sollen? Shep Prescott ist kein kleiner Fisch. Ganz schön einschüchternd. Joel hatte doch gar keine Chance.«

»Ach ja? Er hätte mich verteidigen und nicht wegrennen müssen.« Ich zucke die Achseln, aber eigentlich hat sie recht, und ich kriege Schuldgefühle. »Außerdem bist du auch gemein. Du behandelst Dane ganz schön mies.«

Kelli winkt ab, wischt meine lahme Retourkutsche vom Tisch. »Wir reden jetzt aber nicht von Dane. Und ehrlich, ich bin nicht so gemein wie du. Armer Joel. Er dachte, er hätte die Partie gewonnen. Hast du seine Hand gesehen?«

»Hast du Sheps gesehen?« Und die Art, wie er sie aufgelegt hat. Der eingebildete Scheißkerl. Eine Karte nach der anderen. Eine Königin nach der nächsten. Mit jeder Karte, die auf den Tisch fiel, sank mein Herz tiefer. Bis es in meiner Magengrube angekommen war und ich wusste, dass ich verloren war. Nicht Joel.

Ich.

»Er hat das niemals ernst gemeint.« Als ich nicht antworte, fährt Kelli fort. »Mit der Wette. Mit dir. Er kann dich nicht als Gewinn betrachten. Du bist ein menschliches Wesen mit eigenem, freiem Willen. Er kann nicht allen Ernstes daran denken, seinen Gewinn einzufordern. So ein Arschloch ist er nun auch wieder nicht.«

»Ich bitte dich! Er ist ein verzogenes, reiches Arschloch, der alles haben kann, was er will. Wahrscheinlich glaubt er, jetzt ein Recht auf mich zu haben und alles mit mir machen zu können, was er will.« Ich versuche, den Schauer, der mir über den Rücken läuft, zu ignorieren. Die Worte klingen irgendwie sexy. Shep, der mit mir macht, was er will, als ob ich sein Besitz wäre und er nach Gutdünken mit mir verfahren kann.

Wieder ein Schaudern, diesmal am ganzen Körper. Mir kommen alle möglichen Bilder in den Sinn, jedes einzelne davon sexuell. Mein Kopfkino zeigt mir Posen, die ich noch nie ausprobiert habe. Je mehr ich mir davon vorstelle, umso neugieriger werde ich.

Das ist gar nicht gut.

»Na ja, vielleicht hasst er dich ja, weil du ihm eine gepfeffert hast, dass sein Kopf wackelte. Ich schwöre, so was hab ich noch nie gesehen. Fast wie in einer Realityshow oder so.« Kelli klingt ausgesprochen aufgeregt angesichts des Spektakels, das ich verursacht habe. Ich muss zugeben, dass ich einigermaßen schockiert über mich selbst bin. Ich kann nicht glauben, ihn geschlagen zu haben. Ich sah den schockierten Ausdruck in diesen megadunklen Augen, kurz bevor meine Handfläche auf seine Haut traf. Ja, ich habe ein schlechtes Gewissen. Ja, ich hätte ihn nicht schlagen dürfen.

Aber eigentlich hat er es verdient, wie ich tief im Innern weiß.

»Ich hätte ihm keine knallen dürfen«, sage ich und spüre eine neue Welle des Schuldgefühls.

»Nein, hättest du nicht«, stimmt Kelli mir zu. »Wahrscheinlich wärst du jetzt sogar die Chefgeliebte vom Dienst in seinem Harem, wenn du von Anfang an nett gewesen wärst.«

Ich fange an zu lachen und schüttele den Kopf. Das Lachen tut gut. Seit wir mit Joel und Dane gestern Abend in dieser dämlichen Poker-Spelunke waren, die Shep und seine Kumpels betreiben, bin ich total angespannt. Ich ahnte von Anfang an, dass der Abend scheiße werden würde. Und ich hatte recht.

»Ich tauche jetzt erst mal unter«, sage ich zu Kelli. »Für den Fall, dass Shep mich doch noch einfangen und in seinen Harem einverleiben will.«

»Ich schätze, daran ist er nicht mehr interessiert, seit du ihm in aller Öffentlichkeit eine geknallt hast.«

Warum ärgern mich ihre Worte? Ich sollte froh sein, dass Shep jetzt nichts mehr von mir will. Ich bin schließlich kein Spielzeug, das Joel einfach so weiterverschenken darf. Und unter gar keinen Umständen will ich Shep Prescott »gehören«.

»Gut«, sage ich schwach, als mir klar wird, dass Kelli eine Antwort erwartet. »Geschieht ihm recht, wenn er sich mit mir einlässt.« Aber meine Worte klingen nicht wirklich überzeugend. Ich frage mich nämlich immer wieder, was wäre wenn … wenn zum Beispiel …

Was wäre passiert, wenn ich Shep nicht geschlagen hätte? Hätte er versucht, mich um den Finger zu wickeln, damit ich mit ihm ins Bett gehe? Hätte ich es zugelassen? Obwohl ich in diesem Augenblick immer noch mit Joel zusammen war? Hätte ich ihn betrogen, um mal in den Genuss der Vorzüge eines Shep Prescott zu kommen?

Vielleicht …

Igitt. Das ist gar nicht gut. Ich betrüge niemanden. Ich bin treu. Nicht, dass ich bisher Unmengen von Freunden gehabt hätte – na gut, ich hatte nur zwei ernste –, aber ich pflege nicht mit dem einen herumzumachen, solange ich mit dem anderen noch zusammen bin. Normalerweise. Deshalb bin ich auch so durcheinander, denn dieser Shepard reizt mich … wenn auch nur in Gedanken.

Sehr.

»Na ja, vergiss es.« Kelli macht eine wegwerfende Handbewegung. Mit der anderen Hand hält sie ihre sauberen Klamotten an die Brust. »Ich werde duschen, und dann gehen wir aus.«

»Ach ja?« Ich fahre mit den Fingern durch mein noch feuchtes Haar. Eigentlich wollte ich heute nichts unternehmen. Ich muss am Dienstag eine Seminararbeit fertig haben. Na ja, eigentlich müsste ich überhaupt erst mal damit anfangen.

»Ja. Es ist Samstagabend. In einem der Verbindungshäuser findet eine Party statt. Ich hab dafür gesorgt, dass sie uns reinlassen.« Kelli grinst und sieht sehr zufrieden mit sich aus.

»Was ist mit Dane?«, frage ich misstrauisch.

»Was soll mit ihm sein? Alles klar zwischen uns. Das ist was Festes. Er ist auf einer Geburtstagsparty eingeladen. Kerle, die sich im Haus irgendeines Kumpels treffen, Chicken Wings essen und Bier trinken. Bäh.«

»Ja, na ja, bei uns ist es doch ungefähr das Gleiche. Außer den Chicken Wings«, gebe ich zu bedenken.

»Stimmt schon, aber du brauchst jetzt unbedingt einen neuen Freund. Immerhin hast du Joel fallen gelassen.«

»Ein neuer Typ ist das absolut Letzte, was ich jetzt brauche.« Ich lernte Kelly ein paar Tage vor dem offiziellen Semesterbeginn kennen, als wir ins Studentenwohnheim einzogen. Wir verstanden uns auf Anhieb, und dafür war ich tierisch dankbar, denn ich hatte panische Angst davor, meine Mitbewohnerin vielleicht nicht leiden zu können.

Wir haben jede Menge Gemeinsamkeiten. Wir neigen beide zu Sarkasmus. Wir mögen unser Studium, sind aber beide nicht fanatisch. Wir sind einigermaßen sauber. Doch in unserer Einstellung Jungs gegenüber sind wir unterschiedlich. Kelli lässt sie kommen, einen nach dem anderen. Nicht, dass sie eine Nutte wäre oder so. Weit davon entfernt. Aber wenn die eine Beziehung vorbei ist, fängt sie eben gleich die nächste an.

Und ich? Ich brauche lange, um überhaupt einen zu finden, bei dem es Klick macht. Und wenn ich ihn gefunden habe, brauche ich eine ganze Weile, um in die Gänge zu kommen. Und erst wenn ich dann endlich Ja sage, lasse ich mich richtig darauf ein und betrachte ihn irgendwie als meinen Freund. Deshalb brauche ich nach der Trennung von Joel – meinem einzigen Freund bisher in meinem ersten Studienjahr, und dabei ist es schon Anfang April – bestimmt Monate, um wieder für etwas Neues offen zu sein.

Monate. Vielleicht kriege ich erst im nächsten Semester wieder einen ab, denn das jetzige ist fast vorbei, und bald fahren alle nach Hause, ich selbst ebenfalls.

»Du bist so ein Langweiler.« Kelli tut, als ob sie schmollt. »Hast du je darüber nachgedacht, wie geil so ein Quickie sein kann?«

»Igitt.« Ich ziehe eine Grimasse. »Ich bin für kurze Affären echt nicht zu haben. Das ist eklig.« Mein Körper ist mir nun mal heilig, verdammt.

»Mann, bist du prüde.« Kelli wirft mir ein sauberes Höschen an den Kopf, und ich ducke mich, wobei ich praktisch vom Bett falle. »Ich rede doch nicht von Blowjobs in irgendeinem Hinterzimmer oder einem schnellen Fick an der Wand – obwohl auch daran nichts auszusetzen ist. Ich meine vielmehr … mit einem heißen Typen zu flirten. Sich ein bisschen zu betrinken. Sich ein lauschiges Plätzchen mit ihm zu suchen. Die Finger durch sein Haar gleiten zu lassen, während er seine Hände deinen Rücken entlangwandern lässt, und dann geschlagene zehn Minuten mit ihm herumzuknutschen. Mit ganz, ganz viel Zunge.« Der träumerische Ausdruck auf Kellis Gesicht sagt mir, dass sie ein persönliches Intermezzo schildert. Ich hoffe doch sehr, dass sie nicht von Dane spricht, denn dann werde ich ihm nie wieder so unbefangen wie jetzt in die Augen sehen können.

Nicht, dass ich Dane so oft ansähe. Er und Joel sind ziemlich dicke Freunde. Also werde ich sie wohl beide weitgehend meiden, vielen Dank.

»Klingt ja super«, sage ich. »Wenn ich Glück habe, finde ich also heute Abend meinen gut aussehenden Traumprinzen, der mich umhaut und mich küsst, bis ich meine Lippen nicht mehr spüren kann. Ich kann es kaum erwarten.« Ich werfe Kelli ihr Höschen zurück an den Kopf, und die königsblaue Seide trifft sie mitten ins Gesicht. »Jetzt geh endlich duschen. Du miefst nach Sex.«

»Tatsächlich?« Sie neigt den Kopf und schnüffelt am Ausschnitt ihres T-Shirts. »Ich kann nur Danes Eau de Cologne riechen, sonst nichts.«

Gott. Ihr sexuelles Nachglühen ist dermaßen nervig. Es macht mich richtig eifersüchtig. Bei Joel … na ja, ich darf ihm nicht die Schuld geben. Er war sicher sehr bemüht. Er wollte mir immer gefallen. Und das fand ich nett, aber … okay, na gut, das Problem lag immer bei mir. Bei mir hat es gehakt. Ich konnte nicht loslassen. Ich werde beim Sex einfach zu nervös. Ich mache mir Gedanken darüber, wie ich aussehe, wie ich ihn berühren soll, wie er mich berührt, ob ich rieche, ob ich fett aussehe, ob er die Cellulite an meinem Hintern sehen kann, oh mein Gott, habe ich da gerade gefurzt?

Sind meine Blowjobs nun gut oder schlecht? Iiii, will er mich jetzt etwa da unten lecken? Eklig, bloß nicht. Ich komme sowieso nicht. Ich bin verschwitzt. Ich rieche. Ich bin müde. Mein Kiefer schmerzt. Kann er nicht einfach nur kommen und es dann gut sein lassen?

Ja. Ich habe ernsthafte Probleme mit meinem Selbstbewusstsein, wenn es um Sex geht. Ich wünschte, ich könnte mich einfach nur entspannen, loslassen und es genießen. Wie Kelli oder der Rest der Mädels auf dem Campus, die es regelmäßig mit Jungs treiben. Der Leistungsdruck stresst mich wirklich. Sex sollte doch eigentlich Spaß machen, oder? Ich habe eher das Gefühl, dass es ein Job ist. Oder schlimmer noch, eine Prüfung.

Ja, ein Riesenberg, alles hängt von diesem einen kurzen, gewaltigen Test ab, und ich werde immer, immer scheitern. Ich bin mittlerweile ganz gut darin, einen Orgasmus vorzutäuschen. So zu tun als ob. Interesse zu heucheln. Alles zu heucheln.

Vielleicht sollte ich ja Nonne werden. Das Schlimme ist nur, ich bin nicht katholisch.

»Während ich dusche, kannst du dich ja schon mal frisieren. Mach dir doch mal wieder Locken. Das steht dir.« Kelli deutet auf den leuchtend gelben, sehr teuren Lockenstab von Sephora, den meine Mom mir zum Geburtstag geschickt hat. Dieses Ding wirkt Wunder. Das sollte es allerdings auch, so teuer wie es ist.

Mir ist nicht so ganz klar, woher Mom das Geld dafür hat, denn wir sind alles andere als wohlhabend, doch wahrscheinlich bezahlt ihr neuer Lover alle Rechnungen für sie. Sie sagt, sie hat kürzlich auch das Haus renoviert, was mich wundert, aber hey, anscheinend mag er sie wirklich. Sie ist ja auch eine tolle Frau. Wenn also ihr Freund Dex die Renovierung bezahlt, umso besser für sie. Für uns. Ich profitiere schließlich auch davon, denn ich fahre im Sommer schließlich nach Hause.

Wenigstens darauf kann ich mich freuen.

»Und zieh dieses süße hellblaue Top an. Du weißt schon, das ärmellose mit den überkreuzten Trägern am Rücken.«

»Kell! Das Shirt entblößt so ziemlich alles, was ich habe.« Joel hat mich damals ermutigt, es mir zu kaufen. Bis jetzt habe ich es genau ein einziges Mal getragen und war den ganzen Abend über so gehemmt, dass ich es nie wieder anziehen wollte. »Eigentlich gehört es dir. Ich schenke es dir.«

»Aber nein! Ich habe mir auch so eins gekauft, nur in einer anderen Farbe. Du musst es heute Abend anziehen.« Kelli grinst. »Und du trägst es, eben weil es alles entblößt, was du hast. Du hast einen geilen Body, liebe Freundin! Diese Wespentaille und diese Titten! Andere Frauen würden für Titten wie diese viel Geld bezahlen.«

Ich schaue auf meine Brust runter. »Du spinnst.«

»Nein, du spinnst, weil du deine Möpse nicht besser zur Geltung bringst. Du wirst dir jetzt die Haare locken, und ich werde dich schminken. Und dann ziehst du dieses obergeile T-Shirt an, und wir schmeißen uns ins Getümmel, Baby. Wir haben die Nacht unseres Lebens vor uns!« Kelli tänzelt aus dem Schlafzimmer und schlägt die Tür hinter sich zu.

Ich starre die Tür einen Augenblick zu lange an, bevor ich mich mit einem tiefen Seufzer schließlich doch vom Bett hieve, zu dem provisorischen Frisiertisch hinübergehe, in den Kelli und ich unseren einzigen Schreibtisch verwandelt haben, und den Lockenstab einstöpsele. Ich plumpse auf den Stuhl, mache es mir bequem und schalte die Lichter des Dreifachspiegels ein, den Kelli von zu Hause mitgebracht hat. Dann ziehe ich meinem Spiegelbild eine Grimasse.

Ich sehe beschissen aus. Das Haar ist zerzaust, weil ich es an der Luft trocknen ließ und es mir überall vom Kopf absteht. Meine Haut ist blass, die Sommersprossen voll krass und viel zu auffällig für meinen Geschmack. Meine Augenbrauen müssten auch mal gezupft werden und … ich beuge mich vor und drehe den Kopf leicht nach rechts. Na toll. Ein Pickel am Kinn. Ich fahre mit dem Finger über den Schandfleck. Ich weiß, dass Kelli ihn mit ein paar Tupfer Foundation und einem dieser magischen Pinsel, die sie immer schwingt, zum Verschwinden bringen kann.

Zum Glück habe ich so eine tolle Freundin. Und eine Mutter, die das Geld für viel zu teure Lockenstäbe verprasst.

Danke, lieber Gott! Amen.

SHEP

»Eine Verbindungsparty? Wie déclassé ist das denn?« Ich lungere am Pool herum, genieße die Frühlings-aber-es-fühlt-sich-fast-wie-Sommer-an-Hitze. Kalifornien erlebt gerade eine längere Trockenperiode, weshalb sich heiße Frauen in Bikini-Stringtangas viel früher als sonst am Pool tummeln. Ich sollte morgen Nachmittag eine Poolparty schmeißen …

»Hör auf, dich so scheißgestelzt auszudrücken, und komm einfach mit«, motzt Gabe gutmütig, wie es seine Art ist. Denn nichts kann dem Arschloch die Laune verderben. Sein Leben ist einfach megageil. Gabriel Walker könnte gut und gern als Model in so einer Anzeige von Ralph Lauren durchgehen, in denen es nur schöne, perfekt gekleidete Menschen gibt, die auf Pferden über eine saftige, grüne Wiese reiten und mit Kindern und einer tollen Frau an ihrer Seite um die Wette lachen.

Gut, dass er mein bester Freund ist, sonst würde ich ihn hassen bis aufs Blut.

»Und warum sollen wir schon wieder auf so eine Verbindungsparty gehen?« Ich bin total gelangweilt, und das hört man auch. Ich war schon auf so vielen Verbindungspartys, dass es fürs Leben reicht. Außerdem bin ich frustriert. Der gestrige Abend war … total verrückt. Erst dieses Wahnsinnshochgefühl, weil ich mit dieser irrsinnigen Hand das Mädchen gewonnen hatte, nur um dann vor versammelter Mannschaft von besagter Tussi eine geknallt zu kriegen.

Vor versammelter Mannschaft.

Ich lege die Hand auf mein Gesicht und zucke leicht zusammen. Meine Wange tut immer noch weh. Zugegeben, Bitch Face Jade hat einen ziemlich harten Schlag.

»Einfach, weil ich es will. Wir müssen einen draufmachen, Mann. Ich hab grad eine größere Arbeit fertig und freue mich total, die von der Backe zu haben. Ich fahre im Sommer weg und sehe euch Ärsche monatelang nicht wieder. Ich werde euch vermissen.«

»Ach was«, unterbreche ich ihn. »Wir können uns ja schreiben. Und uns Selfies schicken, damit wir nicht vergessen, wie wir aussehen.«

»Halt’s Maul«, murmelt er. »Komm schon. Wir müssen vor Semesterende noch mal so richtig abfeiern. Das nächste Jahr ist schon unser letztes. Dann haben wir die ganze Verantwortungsscheiße wie einen Klotz am Bein.« Gabe klingt melancholisch. Er hat kein Problem damit, offen zu seinen Gefühlen zu stehen oder sentimental zu werden. Und was ist mit mir? Ich lasse mir nichts anmerken. Ich behalte alles, jedes Gefühl, jede Emotion absolut für mich.

So ist es leichter.

»Außerdem ist das immerhin unsere Verbindung, du Arschloch, und du warst in der letzten Zeit nicht allzu häufig da«, fährt Gabe fort. »Sie vermissen dich. Sie wollen mit dem legendären Shepard Prescott rumhängen.«

»Blödsinn.« Ich trinke einen Schluck von meinem Bier und stelle es mit einem lauten Scheppern auf dem winzigen Metalltisch neben mir ab. Die Spätnachmittagssonne brennt heiß, und ich schwitze. Am liebsten würde ich mich spontan in den Pool stürzen, um mich abzukühlen, doch der ist immer noch eiskalt, weshalb ich darauf verzichte. »Und auch kein Spiel heute Abend«, füge ich hinzu. Heute hat sowieso Tristan Dienst, ich muss also gar nicht da sein.

»Warum? Bist du immer noch wütend darüber, dass die kleine rote Hexe dir eine verpasst hat?« Gabe lacht.

Vor Wut möchte ich am liebsten mein Handy ins Wasser schmeißen, kann mich aber grade noch beherrschen. »Mir tut immer noch die Wange weh«, murmele ich.

Gabe lacht noch lauter. »Zugegeben, die Kleine ist ein heißer Feger. Aber bestimmt auch ein geiler Fick.«

»Du wolltest sie ficken?« Ich bin plötzlich ein ganz klein wenig eifersüchtig. Na gut, mehr als nur ein ganz klein wenig. Ich bin besitzergreifend, wage mich auf unbekanntes Terrain vor: auf Sie-gehört-mir-Terrain.

»Na ja. Du hast sie dir doch angesehen? Das weiß ich genau. Du konntest die Augen nicht von ihr lassen. Sie ist heiß, mit dem Haar und den Titten und diesem Mund. Mein Gott.«

»Was ist mit ihrem Mund?« Er hat nicht das Recht, so von Jade zu denken. So über Jade zu reden.

Du genauso wenig, Arschloch.

»Du hörst dich ja an, als wärst du eifersüchtig.«

Ich schnaube. »Blödsinn. Weshalb sollte ich eifersüchtig sein?«

»Genau. Und deshalb musst du auch heute Abend ins Verbindungshaus kommen. Da sind jede Menge Mädels. Du suchst dir eine aus und schlägst dir dieses Temperamentsbündel ein für alle Mal aus dem Kopf«, sagt Gabe.

»Ich hab sie ehrlich und anständig gewonnen. Wenn ich sie je wiedersehe, hole ich mir, was mir zusteht.« Doch kaum habe ich das gesagt, komme ich mir wie ein schäbiger Wichser vor.

»Ich glaube, es wäre sehr in deinem Interesse, wenn du sie nie wiedersehen würdest. Stimmt’s? Die ist doch total durchgeknallt. Sie hat dich verdammt noch mal geschlagen. Womit zum Teufel hatte sie überhaupt ein Problem?«

Oh, keine Ahnung. Ihr Freund hat sie schließlich verdammt schnell fallen lassen. Ich war ein Arschloch. Zugegeben. Allerdings war sie ja auch eine ziemliche Bitch, ich hab mich ihrem Spiel also nur angepasst – sozusagen, aber …

Der Abend war echt nicht einfach. Und verrückt. Davon brauche ich so schnell keine Neuauflage.

Also warum muss ich dann dauernd an sie denken? Träume von diesen megavollen Lippen, wie sie sich auf meine drücken, und von ihrer Zunge. Von meinen Händen, die sich in ihrer roten Mähne vergraben, daran ziehen, sie zum Stöhnen bringen. Von ihrem Po in meinen Händen und ihren Titten, die sich an meine Brust pressen und …

»Ich hole dich also um zehn Uhr ab«, unterbricht Gabe meine heißen Gedanken.

»Um wie viel Uhr fängt die Party denn an?«

»Um neun. Das heißt, um zehn haben wir unseren dramatischen Auftritt«, versichert mir Gabe, und wir legen auf.

Ich bin auch dramatische Auftritte leid. Ich bin eigentlich … alles leid. Das alles langweilt mich. Das ist auch ziemlich beschissen, aber ich kann nun mal nicht anders. Mir ist immer alles in den Hintern geschoben worden. Meine Familie gehört dem alten Geldadel an. Die Prescotts gibt es schon seit Generationen, sie haben ihr Geld ursprünglich mit Immobiliengeschäften verdient. Mutter ist eine Shepard, und ihr generationenaltes Vermögen stammt aus Aktienspekulationen.

Jade hatte eigentlich recht. Ich bin ein totales Arschloch mit meinem Reichen-Namen und Reichen-Verhalten. Doch ich kenne nun mal nichts anderes. Ich war niemals etwas anderes als der verzogene Junge reicher Eltern. Der Junge, den sie ins Internat schickten, weil sie keinen Bock mehr hatten, sich mit seiner Scheiße herumzuschlagen, und den sie auf möglichst elegante Weise loswerden wollten. Der Junge, der mit dreizehn einmal zu oft beim Ladendiebstahl erwischt worden war, sodass man ihn auf den Rücksitz eines Polizeiautos verfrachtete und auf der Wache verhörte, um ihm eine Lektion zu erteilen. Der Junge, der auf der Highschool dabei erwischt wurde, wie er mit ein paar Freunden Koks im Chemielabor schnupfte und fast rausgeschmissen wurde.

Gott sei Dank stellte Daddy einen großen Scheck aus und sorgte dafür, dass die ganze Scheiße unter den Teppich gekehrt wurde.

Ich nehme jetzt eigentlich keine Drogen mehr. Viel lieber saufe ich, und seit ich alt genug bin, um Alkohol trinken zu dürfen, genehmige ich mir auch davon gar nicht mehr so viel. Er ist nicht mehr verboten, und deshalb bin ich drüber weg.

Oh, und mein anderes Laster – außer Frauen – ist das Glücksspiel.

Das, was wir in Gabes Haus aufgezogen haben, ist illegal. Um uns den nötigen Nervenkitzel zu verschaffen, ist das schon die halbe Miete. Wenn ich meine Grenzen nicht ausloten kann, macht es mir keinen Spaß.

Krank, aber wahr.

Ich bin ziemlich sicher, dass das der Grund war, warum es mir so gefallen hat, mit Jade zu spielen, warum ich sie in unsere Wette gestern Abend hineingezogen habe. Es fühlte sich verboten an, Joel aufzufordern, sein Mädchen zum Einsatz zu machen. Ich habe Jungs schon dazu gebracht, ihre Autos in den Pott zu werfen (und ich habe zwei gewonnen und beide im Internet vertickt), ihre Motorräder (habe nie eins gewonnen), ihre Designer-Sonnenbrillen (habe mehr als reichlich gewonnen), ihre Goldketten, ihre verdammten Nikes, ihre Hunde (ein Haustier hab ich auch noch nicht gewonnen).

Aber nie ging es um ein Mädchen. Ihre Wut hat mich nur noch weiter angestachelt. Ihre freche Klappe machte mich heiß. Die nackte Haut an ihrem Arm zu berühren … sie ist unglaublich zart. Der Duft ihres Haares, diese großen Augen, die noch größeren Titten.

Mein Gott.

Mich hat es erwischt. Vielleicht sollte ich mir eine andere heiße Rothaarige suchen und sie durchvögeln. Mir Bitch Face Jade aus dem Körper ficken, damit ich ein für alle Mal aufhöre, an sie zu denken.

Aber zuerst muss ich duschen und mir bei der Vorstellung, wie ihre Lippen meinen Schwanz eng umschließen, einen runterholen. Nur um meine Anspannung zu lösen.

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»Ätzend hier«, schreie ich Gabe ins Ohr.

»Was ist los mit dir? Du benimmst dich wie ein alter Sack.« Gabe sieht mich ungläubig an, dann wirft er mir ein breites, blitzendes Lächeln zu und packt seine Bierflasche fester. »Sieh dich doch um. Wie kann das hier auch nur annähernd ätzend sein?«

Ich lasse den Blick über den Garten schweifen, auf den Gabe mit einer ausladenden Handbewegung deutet. Hier herrscht das reinste Chaos. Weiße Lichter wurden zwischen den Bäumen aufgehängt und baumeln über unseren Köpfen. Ein DJ steht in der hinteren Ecke. Sein Equipment befindet sich auf einer Bühne. Er hält ein Paar Kopfhörer in der einen Hand und schwingt die andere zum Takt des Liedes in der Luft. Sein Gesicht wird vom Bildschirm des Laptops beleuchtet. Das Gelände ist gerammelt voll mit Leuten, die zum neuesten Song von Katy Perry auf und ab hüpfen, einem unerträglich fröhlichen Lied, bei dem ich mir am liebsten die Ohren mit einem extrascharfen Messer abschneiden würde.

Gabe und ich stehen am obersten Treppenabsatz auf der hinteren Veranda, wie Könige, die ihr Land überblicken. Ein paar vereinzelte Nachzügler lungern ebenfalls hier herum, und ein Mädchen beobachtet uns aus der Ferne, obwohl sie nur Augen für Gabe zu haben scheint. Ich habe nichts dagegen, zumal sie keine roten Haare hat.

Ja. Die Gegenmaßnahme unter der Dusche hat dieser seltsamen Geschichte nichts von ihrer Schärfe genommen.

»Wohin man sieht, nur spärlichst bekleidete Mädels«, sagt Gabe. »Ich glaube, wir werden heute Abend reiche Beute machen, mein Freund.«

»Was zum Teufel soll das? Bist du jetzt neuerdings Pirat?« Mit einem großen Schluck leere ich mein Bierglas. Ich brauche noch eins, um die nächste halbe Stunde zu überstehen geschweige denn den restlichen Abend.

»Ja, auf der Jagd nach tollen, sexy Frauen.« Gabe kneift ein Auge zusammen und gibt ein paar Piraten-Schreie von sich. Dann dreht er sich um, bemerkt das Mädchen und lässt mich stehen, ohne auch nur noch einen einzigen Blick auf mich zu verschwenden.

Typisch.

»Brauchst du noch eins?«

Ich schaue nach rechts und entdecke ein Mädchen mit rotblondem Haar, das mich anlächelt. In jeder Hand hält die Kleine eine Bierflasche. Sie trägt extrem kurze schwarze Shorts und ein weißes Spitzentop. Und keinen BH.

Verdammt.