Jasmins Flucht in das dunkle Licht des Todes - Morris Berg - E-Book

Jasmins Flucht in das dunkle Licht des Todes E-Book

Morris Berg

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Beschreibung

Sicherlich ist Ihnen schon mal jemand begegnet, der oder die unter akutem Übergewicht leidet. Vielleicht ist Ihnen in diesem Moment der eine oder andere negative Gedanke gekommen und Sie fragten sich insgeheim, wie man sich körperlich nur so gehen lassen kann. Vielleicht ist Ihnen auch mal das eine oder andere negative Wort zu jemandem, der oder die sehr übergewichtig war, über die Lippen gekommen. Doch wie solche Aussagen für den Betroffenen wirken, merken wir selbst nicht. Um Ihnen ein Gefühl für diese Situation vermitteln zu können, lesen Sie die folgende Geschichte. In meinem Buch: »Jasmins Flucht in das dunkle Licht des Todes«, greife ich ein ernst zu nehmendes Thema unserer Gesellschaft auf. Ich beschreibe in diesem Werk ein Mädchen, das unter akutem Übergewicht leidet und dadurch in ihrem ganzen Leben Mobbing ausgesetzt war. Durch ihre Lebenssituation und die Beleidigungen ihrer Mitschüler, litt Jasmin immer mehr unter Depressionen.

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Seitenzahl: 166

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1: Jasmins Kindheit

Kapitel 2: Jasmins Schulzeit

Kapitel 3: Die erste Diät

Kapitel 4: Bittere Tage der Realität

Kapitel 5: Jasmins erster Freund

Kapitel 6: Jasmins erste Liebesnacht

Kapitel 7: Der Umzug nach Augsburg

Kapitel 8: Jasmins neues Leben

Kapitel 9: Jasmins zweite beste Freundin

Kapitel 10: Die letzten Momente mit Andreas

Kapitel 11: Jasmins klinische Depression

Kapitel 12: Jasmins großer Rückschlag

Kapitel 13: Jasmins neuer Beruf

Kapitel 14: Jasmins Entscheidung

Inhaltsverzeichnis: Teil 2 »Jasmins neues Leben«

Kapitel 1: Jasmins Rettung

Kapitel 2: Zurück nach Berlin

Kapitel 3: Jasmins Veränderung

Kapitel 4: Jasmins neue Liebe

Kapitel 2: Jasmins Schulzeit

Auf die Schuleinführung freute sich Jasmin besonders, nicht etwa wegen der Schule selbst, nein- wegen der vollgepackten Zuckertüte. Jasmin gab schon über eine Woche vor der Schuleinführung ihren Eltern detaillierte Anweisungen, was sie gern in ihrer Tüte haben wollte. Die Tage bis zu ihrer Schuleinführung konnten gar nicht schnell genug vergehen.

Nun war es endlich soweit, heute war der große Tag. Jasmin stand schon früh am Morgen auf, um ihre Eltern zu wecken. Sie stellte sich neben das Bett, und schrie los: »Mama, Papa steht auf! Heute ist meine Schuleinführung.« Ihr Vater sagte dann noch halb im Schlaf zu Jasmin: »Es ist 04.00 Uhr morgens, wir haben noch Zeit.« Jasmin sagte daraufhin: »Kommt, steht jetzt auf! Nachher ist Schuleinführung.« Ihre Eltern standen dann schließlich übermüdet auf. Zuerst wollte Jasmin noch ein langes und ausgiebiges Bad nehmen und warf dabei alle ihre Puppen und Plüschtiere ins Wasser. Nach über einer Stunde kam ihre Mutter rein und sagte zu ihr: »Jasmin kommst du jetzt langsam aus der Wanne! Was hast du denn nur mit deinen Plüschtieren gemacht? Jetzt muss ich sie noch trocknen und wir müssen dann auch gleich los.« Langsam kam Jasmin endlich aus der Wanne und zog sich an. Weil es an dem Tag sehr warm war, trug Jasmin zu ihrer Schuleinführung ihr helles langes Kleid.

Zusammen mit ihren Eltern, ging Jasmin auf das Gelände wo die Schuleinführung stattfand. Hier traf Jasmin auf ihre zukünftige Klassenkameradin Nancy, mit der sie dann gewissermaßen befreundet war. Nancy war viel zu sehr von sich überzeugt. Sie hielt sich selbst für das schönste Mädchen, dass es jemals gab, nur weil sie von Natur aus lockige Haare hatte. In Wirklichkeit sah sie extrem unterernährt aus und nahm sich nur an den schlankesten Frauen der Welt ein Beispiel, die sie mal in Modezeitschriften und im Fernsehen sah. Nancys Eltern waren sehr reich. Ihr Vater war Inhaber einer großen Firma und ihre Mutter arbeitete als Rechtsanwältin. Nancys Aussprache klang überheblich und sie benutze Wörter, die sie zwar mal irgendwann irgendwo gehört hatte, deren Bedeutung sie jedoch nicht kannte.

Jasmin bekam nun endlich ihre Zuckertüte ausgeteilt und nahm diese mit lang ausgestreckten Armen schon sehnsüchtig entgegen. Dann ging Jasmin ein paar Meter weiter, setzte sich auf eine Bank neben Nancy und durchwühlte aufgeregt ihre Zuckertüte. Nancy, die von Natur aus sehr neugierig war und das Geschehen beobachtete, fragte Jasmin dann: »Was hast du bekommen?« Jasmin antwortete ihr: »Ich wollte nur Süßigkeiten und Schokolade.« Nancy sagte daraufhin: »Ich wollte nichts Süßes, davon wird man viel zu fett. Ich wollte nur Kleidung.« Jasmin fragte Nancy dann: »Bist du auch mit mir in der Klasse 1B?« Nancy sagte: »Ja, und ich hoffe wir haben nicht so asoziale, vulgäre und dreckige Boys dort.« Jasmin antwortete nur: »Das ist mir eigentlich egal, welche Jungs mit uns in einer Klasse sind.« Nun riefen Jasmins Eltern nach ihr und sie stand auf und verabschiedete sich noch von Nancy.

Als Jasmin zu Hause ankam, ging sie sofort in ihr Zimmer und schüttete ihre Zuckertüte aus. Als Jasmin feststellte, dass die untere Spitze mit Zeitungspapier ausgestopft wurde, schrie sie wie am Spieß los: »Mama, Papa kommt mal her, die Zuckertüte ist nicht ganz voller Süßigkeiten.« Jasmins Mutter trat in das Zimmer und sagte: »Wir haben nur unten die Spitze mit Zeitungen ausgefüllt, damit die Spitze nicht wegknickt und außerdem passen dort sowieso keine Süßigkeiten rein.« Jasmin schrie dennoch weiter los: »Das ist gemein. Ich dachte da sind überall Süßigkeiten drin.« Jasmins Mutter gab dann schließlich nach und sagte: »Wenn du willst, gebe ich dir noch eine Tüte Karamellbonbons dazu. Einverstanden?« Jasmin sagte: »Ja, okay das geht.«, und fing an sich langsam wieder etwas zu beruhigen.

Jasmin war an ihrem ersten Schultag nicht im Geringsten aufgeregt und fragte nach dem Frühstück gleich ihre Mutter: »Können wir jetzt endlich losfahren?« Kerstin antwortete kurz: »Ja, warum nicht, wenn du alles eingepackt hast, was du heute so brauchst, dann können wir gleich losfahren.«. Jasmin sah noch mal nach, ob sie auch nichts vergessen hatte und ging mit ihrer Mutter zur Tür.

Ihre Mutter fuhr Jasmin dann schließlich bis zu ihrer Schule. Nun stand Jasmin mit ihrer Mutter vor dem backsteinroten Konglomeratenriesen und ihre Mutter fragte Jasmin: »Soll ich dich noch bis in das Klassenzimmer begleiten?« Jasmin antwortete: »Nein Mama, das finde ich schon selbst, aber hast du auch meine Schokoladenkuchen eingepackt?« Jasmins Mutter lächelte und sagte: »Wie könnte ich nur deine Kuchen vergessen.« Ihre Mutter umarmte dann Jasmin und sah ihr noch nach, bis Jasmin in dem Gebäude verschwand. Noch etwas nachdenklich fuhr Kerstin dann zu der Bank, bei der sie arbeitete.

Jasmin lief durch den endlos langen Flur, an den Wänden klebten bemalte Bilder der Vorgänger dieser Schule und es roch aus den Toiletten nach Kernseife und Ammoniak. Schließlich traf Jasmin auf eine ältere Dame um die fünfzig herum. Sie trug eine Brille und hatte die Haare straff nach hinten frisiert. Jasmin ging auf sie zu und sagte: »Ich heiße Jasmin und möchte in die Klasse 1B, wissen Sie wo ich da hin muss?«. Die ältere Dame antwortete und sagte: »Ich bin Frau Mayer die Klassenlehrerin von Klasse 1B, folge mir bitte, dann kann ich dir den Raum zeigen, wo du hin musst.« Als sie im Klassenzimmer ankamen, waren noch nicht alle Schüler dort. Nur die extrem unterernährt aussehende Nancy saß vor einer der übergroßen Bänke und trug ihre Nase so hoch, dass man glaubte, es könne ihr bei Regen in die Nasenlöcher regnen. Frau Mayer sagte, als sie mit Jasmin im Klassenzimmer ankam: »Es sind noch viele Plätze frei und wenn du möchtest, darfst du dich auch hier vorne neben Nancy setzen.«. Jasmin setzte sich dann schließlich neben Nancy und sagte zu ihr: »Es stört dich doch nicht, wenn ich mich zu dir setze oder?« Nancy sagte daraufhin: »Nein, ganz im Gegenteil, ich bin ja so froh, dass du dich neben mich setzt und nicht irgend so ein ekliger Junge.« Langsam füllte sich das Klassenzimmer und Frau Mayer kam rein, um mit dem Unterricht zu beginnen. Zuerst einmal lernten die Schüler das Alphabet, dann probierten sie ihre Namen zu schreiben und stellten sich nacheinander vor.

In den Pausen klammerte sich Nancy für den Rest des Tages an Jasmin, bis die Schule schließlich um 13.00 Uhr endete. Jasmins Mutter stand bereits im Flur der Schule, um Jasmin dort abzuholen. »Und, wie war dein erster Schultag so?«, fragte Kerstin dann Jasmin. »Es war ganz interessant und das Schreiben hat mir sogar etwas Spaß gemacht.«, antwortete Jasmin ihr begeistert.

Die weiteren Schultage hatte Jasmin hervorragend meistern können und sie wurde sogar gut in der Klasse aufgenommen. Nancy dagegen sprach nur selten mal mit den Jungs. Doch bei den Mädchen war sie sehr beliebt, denn Nancy redete dauernd über Mode und lästerte täglich über einen anderen Jungen aus ihrer Klasse. Weil die meisten Mädchen noch kein Interesse an den Jungs zeigten, kam das Nancy gerade gelegen, um sich bei den Mädchen beliebt zu machen.

Von Jasmins siebten bis zu ihrem zehnten Lebensjahr änderte sich nicht viel in ihrem Leben. Jasmin war mehr aus Gewohnheit mit Nancy befreundet und in der Schule sehr aufmerksam. Jasmin war zwar in Sport nicht so gut, doch in den andern Fächern hatte sie sehr gute Noten. Jasmin verstand sich zusätzlich noch hervorragend mit ihren Mitschülern und der Klassenlehrerin Frau Mayer. Es gab für Jasmin in dieser Zeit noch keine eindeutigen Signale, welche sie zu einer Änderung ihrer Essgewohnheiten animierten. Jasmin nahm in dieser Zeit rasant zu, von über vierzig Kilogramm im siebten Lebensjahr, bis sie letztendlich mit zehn Jahren vierundfünfzig Kilogramm wog.

Jasmin ernährte sich rund um die Uhr nur von ungesunden Lebensmitteln. Wenn sie morgens aufstand, aß sie zum Frühstück schon überwiegend drei Stückchen Schokoladenkuchen, auf dem Weg zur Schule, aß sie eine halbe Tafel Schokolade, in den Pausen Muffins oder Kuchen und dann schließlich noch den Rest der Tafel Schokolade, den sie auf dem Hinweg noch nicht schaffte. Ihr Vater der Koch war, bereitete immer fettreiche Kost zu und brachte Jasmin, wenn er abends von seiner Arbeit nach Hause kam, warme Mahlzeiten mit. Das Hauptproblem waren jedoch überwiegend die Snacks, die Jasmin abends vor dem Fernseher aß. Dabei aß sie zeitweise eine Tafel Schokolade und eine halbe Packung Chips. Weil Jasmin sich nicht sportlich betätigen wollte und sie von morgens bis abends nur saß, konnte sie auch keine Kalorien abbauen.

Kapitel 3: Die erste Diät

Mit vierundfünfzig Kilogramm in ihrem zehnten Lebensjahr, war Jasmin sehr übergewichtig und ihre Eltern wollten nun versuchen, Jasmin zum Abnehmen zu bringen. Zum einen wegen ihrer Gesundheit und zum anderen, um ihr Aussehen zu bessern bevor sie auf das Gymnasium kam. Ihre Eltern machten sich sehr viele Sorgen darum, dass Jasmin von den anderen Schülern verspottet werden könnte. Also beschlossen Jasmins Eltern drei Monate vor den Sommerferien mit Jasmin über die geplante Diät zu sprechen.

Am Abend saßen dann Jasmin, ihre Mutter und ihr Vater zusammen. Jasmins Mutter fing schließlich mit dem Gespräch an und sagte: »Wir müssen mal mit dir über ein ernstes Problem reden, denn dass du abends immer so viel vor dem Fernseher isst, hat sich jetzt doch sehr negativ auf dein Gewicht ausgewirkt. Wenn du nicht versuchst etwas abzunehmen, kann es große gesundheitliche Probleme mit sich bringen, die in deinem späteren Leben zum Tod führen könnten.« Ihr Vater sagte dann: »Jasmin, es ist das Beste, wenn du abends nichts Süßes mehr isst und deswegen müssen wir dir deine Süßigkeiten aus dem Nachttisch nehmen.« Daraufhin schrie Jasmin los und sagte: »Nein nein, das will ich nicht! Ich esse auch weniger. Ich schwöre es.« Ihre Mutter sagte dann: »Weniger reicht aber nicht. Wir möchten nicht, dass du abends noch etwas Süßes isst.« Dann gingen ihre Eltern zusammen in Jasmins Zimmer und leerten den Nachttisch aus. Während dessen schrie Jasmin wie am Spieß laut los und legte sich auf den Boden und sagte: »Nein nein, ich will aber meine Süßigkeiten nicht abgeben, ich esse auch weniger.«. Ihre Eltern gaben dieses Mal nicht nach und ließen Jasmin schreien. Es war das erste Mal, dass ihre Eltern konsequent blieben. Jasmin bockte noch Wochen lang und sprach kein Wort mit ihren Eltern. Erst nach einigen Wochen fing sie langsam an, sich wieder zu beruhigen. Natürlich hortete Jasmin auch weiterhin heimlich Süßigkeiten in ihrem Zimmer und zwar hinter der Sockelleiste ihres Schrankes, wo ihre Eltern keine Süßigkeiten vermuteten. Ab und an, wenn Jasmin vor ihren Eltern nach Hause kam, ging sie an den Schrank ihrer Eltern und holte sich heimlich eine Tafel Schokolade oder was zum Knabbern in ihr Zimmer und versteckte es dort. Ihre Eltern hatten den Schrank im Wohnzimmer voller Süßigkeiten und eine Tafel Schokolade oder eine fehlende Tüte mit Chips fielen nicht auf. Jasmins Eltern gaben ihr für das Mittagessen täglich 5 DM mit. Davon kaufte sie sich überwiegend Süßigkeiten und somit gab es für Jasmin viele Schlupflöcher, um ihre Diät umgehen zu können.

Bei der letzten Elternversammlung der vierten Klasse, lud Frau Mayer Jasmin gemeinsam mit ihren Eltern in die Schule ein, um mit ihnen über die Versetzung zu sprechen. Frau Mayer war von Jasmins Leistungen in der Schule begeistert und schlug Jasmins Eltern vor, dass Jasmin ohne Weiteres ab den kommenden Schuljahr ein Gymnasium besuchen könne. Doch wegen den mangelnden Leistungen in Sport, empfahl sie, dass Jasmin sich ab den Sommerferien, außerschulischen sportlichen Tätigkeiten widmen sollte. Frau Mayer sah Jasmin kritisch an und sagte ihr persönlich: »Ich habe keine Bedenken wegen deinen schulischen Leistungen, die du ohne Probleme auch auf dem Gymnasium schaffen kannst, aber die Anforderungen sind in Sport weitaus höher und ich empfehle dir, auch deiner Selbst wegen, dass du schon in den Ferien eine außerschulische sportliche Tätigkeit ausübst.« Was das betraf war Jasmin sehr umgänglich, denn man wollte ihr ja nichts wegnehmen und sie sagte daraufhin zu Frau Mayer: »Ich könnte mir vorstellen, morgens zu joggen und wöchentlich schwimmen zu gehen.« Frau Mayer antwortete ihr: »Darüber würde ich mich sehr freuen Jasmin und ich wünsche dir viel Erfolg auf dem Gymnasium.«