Jenseits aller Tabus - Sandra Henke - E-Book
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Beschreibung

»Du sollst mich darum bitten.« Seine Stimme vibrierte vor Erregung. Er sprach leise, betörend und siegessicher. Empört schnappte sie nach Luft, aber nur mit Mühe konnte sie ihre Hand davon abhalten, zwischen ihre Beine zu gleiten. Lucille ist in größter Gefahr, seit sie sich entschlossen hat, gegen ihren Ehemann – einen Waffenhändler – auszusagen. Im Rahmen des Zeugenschutzprogramms gibt das FBI ihr eine neue Identität. Sie findet sich als Dienstmädchen im Haus eines ebenso charismatischen wie exzentrischen Reeders wieder. Schon bald fordert er von ihr ganz besondere Dienste: tabulos, fesselnd und ungemein erregend. In Lucille erwacht ein ungeahntes Verlangen. Sie will sich mit Haut und Haar hingehen – aber kann sie ihm wirklich vertrauen? »Thriller- und Erotik-Fans werden gleichermaßen begeistert sein.« LoveLetter – Bücher zum Verlieben Jetzt als eBook: „Jenseits aller Tabus“ von Sandra Henke. Lesen ist sexy: venusbooks – der erotische eBook-Verlag.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl:599


Über dieses Buch:

Lucille ist in größter Gefahr, seit sie sich entschlossen hat, gegen ihren Ehemann – einen Waffenhändler – auszusagen. Im Rahmen des Zeugenschutzprogramms gibt das FBI ihr eine neue Identität. Sie findet sich als Dienstmädchen im Haus eines ebenso charismatischen wie exzentrischen Reeders wieder. Schon bald fordert er von ihr ganz besondere Dienste: tabulos, fesselnd und ungemein erregend. In Lucille erwacht ein ungeahntes Verlangen. Sie will sich mit Haut und Haar hingehen – aber kann sie ihm wirklich vertrauen?

»Thriller- und Erotik-Fans werden gleichermaßen begeistert sein.« LoveLetter – Bücher zum Verlieben

Über die Autorin:

Sandra Henke, geboren 1973, gehört zu den erfolgreichsten Autorinnen erotischer Literatur in Deutschland. Ihre Romane erklimmen regelmäßig Bestsellerpositionen im Ranking der großen Onlinebuchhändler. Sandra Henke lebt glücklich verheiratet in der Nähe von Düsseldorf.

Sandra Henke veröffentlicht bei venusbooks auch die Romane:

Flammenzungen

Gebieter der DunkelheitLoge der LustLotosblüteOpfer der LustDie Condannato-Trilogie – Erster Band: Begierde des BlutesDie Condannato-Trilogie – Zweiter Band: Zähmung des BlutesDie Condannato-Trilogie – Dritter Band: Rebellion des Blutes

Die Autorin im Internet: www.sandrahenke.de

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eBook-Lizenzausgabe Februar 2015

Copyright © der Originalausgabe 2011 by MIRA Taschenbuch

in der CORA Verlag GmbH & Co. KG

Copyright © der eBook-Neuausgabe 2014 dotbooks GmbH, München

Copyright © der Lizenzausgabe 2015 venusbooks GmbH, München

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Titelbildgestaltung: Nicola Bernhart Feines Grafikdesign, München

Titelbildabbildung: © Coka – Fotolia.com

ISBN 978-3-95885-027-9

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Sandra Henke

Jenseits aller Tabus

Erotischer Roman

PROLOG

1

Juni, Mexiko

Acapulco de Juárez war sexy, fand Lucille Blunt und ließ ihren Blick über den Strand schweifen, während sie ein weiteres Cocktailglas mit einem Trockentuch polierte. Blinzelnd beobachtete sie eine Latina, die sich auf ein Sommerbett, eine komfortable Loungeliege mit Baldachin, setzte, sich hinter ihrem Rücken abstützte und ihr Gesicht in die Sonne hielt. Unweigerlich musste Lucille an ihr Bett daheim in Boston denken – eine Matratze auf dem Fußboden.

Sie betrachtete die Bartheke als Grenzlinie. Aus einer Laune heraus stellte sie das Glas ins Regal und legte das Tuch weg. Schmunzelnd trat sie an den Durchgang.

Auf dieser Seite des Tresens gibt es nur Arbeit, dachte sie und machte einen Schritt nach vorn zu den Barhockern, und auf dieser beginnt der Spaß.

Zumindest für die Urlauber. Sie selbst kam nur dahinter hervor, um Gläser von den Tischen neben den Wellnessliegen abzuräumen. Die Strandbar, in der Lucille den Sommer über jobbte, befand sich in unmittelbarer Nähe der Luxushotels, die neu im Süden Acapulcos gebaut worden waren. Die Bezeichnung Acapulco diamante beschrieb nicht nur das Viertel, sondern auch deren Gäste treffend. Tag und Nacht floss der Champagner in Strömen, und Lucille musste aufpassen, nicht allein vom Zuschauen betrunken zu werden. Es wäre ihr im Traum nicht eingefallen, bei dreißig Grad Alkohol zu trinken. Aber was wusste sie schon von Genuss? Für sie stellte jedes Sandwich, das sie sich von ihrem kargen Lohn leistete, eine Schlemmerei dar.

Neid und Frust regten sich in ihr, doch sie kämpfte die giftigen Gefühle nieder, indem sie sich einredete, dass es okay war. Immerhin lebte sie das Leben, das sie leben wollte. Sie war unabhängig und »erfolgreich« – wenn auch nicht im Sinne von »vermögend« wie die Gäste, die für eine Übernachtung in den hiesigen Hotels mehr zahlten, als Lucille monatlich in Kassandras Kitchen in Boston verdiente. Aber man konnte es wahrlich als erfolgreich bezeichnen, wenn man sein Studium abschloss, obwohl man genauso viele Stunden als Kellnerin in einer Bar verbracht hatte wie im Hörsaal!

Als sich ein Mann neben die Latina setzte, verzerrten sich deren Botoxlippen zu einem lasziven Lächeln, das Lucille unweigerlich an den Joker aus Batman denken ließ. Die rassige Schönheit würde ihren nächsten Champagner bestimmt nicht selbst bezahlen. Lucille dagegen war auf niemanden angewiesen, niemandem etwas schuldig und kroch niemandem ins Mokkastübchen.

Grinsend lehnte sie sich gegen die Theke. Mokkastube, diesen Begriff hatte ihr Alfie beigebracht. Sie vermisste den bärtigen Riesen, der mit seinen tellergroßen Händen die besten Kuchen in ganz Boston buk. Er war zu ihrer Ersatzfamilie geworden, seitdem sie alle Brücken hinter sich abgerissen hatte. Unwillkürlich zog sie ihren Rocksaum nach unten, da Erinnerungen in ihr Gestalt annahmen wie schwarzer Nebel, der sich zu einer scheußlichen Fratze verdichtete.

»Darf ich Sie etwas fragen?«

Lucille schreckte aus ihren Gedanken hoch und drehte sich rasch zu dem Mann um, der sich gerade auf einem der Barhocker niederließ. Hatte er etwas gesehen? Als er auf ihre Beine zeigte, setzte ihr Herz einen Schlag aus.

»Wieso tragen Sie einen Rock?«, fragte er mit einem auffälligen Vibrato, das seine Stimme einzigartig machte. Er schaute einer Kellnerin nach, die sich mit einem Tablett an Lucille vorbeidrängte und zu den Loungeliegen ging. »Die Hintern der anderen Angestellten dieser Bar stecken in Hotpants.«

Was sollte sie darauf antworten? Fieberhaft suchte sie nach einer Ausrede, aber es wollte ihr keine einfallen. Religiöse Gründe? Für dieses Argument war der Rock vermutlich nicht lang genug, er bedeckte nicht einmal ihre Knie. Sie wollte auch nicht als verklemmt gelten, indem sie log, dass die Hosen, die kaum die Pohälften der Servicekräfte bedeckten, ihr zu sexy waren. Der Fremde würde sich bestimmt die verrücktesten Vorstellungen machen, wenn sie die Wahrheit sagte, nämlich dass sie etwas verdecken musste. »Private Gründe.«

»Verzeihung, ich wollte Ihnen nicht zu nahe treten.« Entschuldigend lächelte der Fremde und studierte die Cocktailkarte.

Das gab Lucille, die hinter den Tresen trat, als würde sie Schutz suchen, die Möglichkeit, ihn zu mustern. Obwohl sie ihn um die fünfzig schätzte, leuchteten seine kurzen Haare schlohweiß, als wären sie durch einen krankhaften Pigmentverlust ausgebleicht. Ein Albino schien er jedenfalls nicht zu sein, denn seine Augen waren von einem trüben Grau und sein Teint so braun, dass er entweder schon seit einem halben Jahr in Acapulco weilte oder sich am Morgen eine frische Bräunungsdusche gegönnt hatte. Durch sein schwarzes Hemd, das in der Meeresbrise flatterte, konnte Lucille ein kleines, festes Bäuchlein und seine Brustwarzen sehen – und wandte sich ab. Sie hatte mehr gesehen, als ihr lieb war.

»Einen Sex on the beach, bitte.« Nachdem er die Cocktailkarte weggelegt hatte, haftete sein Blick auf ihr. »Mein Name ist Jack Caruso.«

»Lucille.« Sie zeigte auf ihr Namensschild und maß Wodka, Pfirsichlikör, Cranberry- und Orangensaft ab und gab die Flüssigkeit samt einiger Eiswürfel in einen Shaker. Dieser Kerl machte sie nervös. Noch flirtete er auf eine zurückhaltende Art und Weise mit ihr, aber sie kannte diese Sorte Männer – sie waren begütert und überheblich und verspeisten Kellnerinnen zum Frühstück. Aber nicht mit ihr!

Lucille hielt den Shaker mit beiden Händen und schüttelte die Zutaten. Jack Caruso, dieser Name passte so gar nicht zu seinem Erscheinungsbild, er klang nach einem Disney-Film, nach Robinson Crusoe oder Die Schatzinsel, nach einem Künstlernamen für jemanden, der sich mit der Aura von Abenteuer und Gefahr schmücken wollte.

Sie goss die Flüssigkeit aus dem Shaker hinzu. Dann steckte sie einen dieser neuen Trinkhalme in das Glas, einen sogenannten Sensory Straw, der am oberen Ende anstatt einer großen Trinköffnung vier kleinere Löcher hatte, damit sich die Flüssigkeit gleichmäßig im Mund verteilte.

Nur das Beste für die Gäste, dachte Lucille spöttisch und stellte den Sex on the beach vor Jack Caruso auf einen Untersetzer.

»Danke. Ich mag übrigens Ihr Tattoo«, bemerkte er beiläufig, während er versonnen lächelnd mit dem Strohhalm in seinem Cocktail rührte, ohne sie aus den Augen zu lassen.

Instinktiv legte Lucille eine Hand auf ihren Bauch. Wie hatte er es sehen können?

Als hätte er ihre Gedanken erraten, erklärte er: »Es schaut manchmal heraus, je nachdem, wie Sie sich bewegen. Dann klafft diese hübsche himmelblaue Bluse vorn ein bisschen auf – nicht viel, machen Sie sich keine Sorgen –, sondern gerade so weit, dass die Scheren des Skorpions herauslugen. Es ist doch einer, habe ich recht?«

Zögerlich nickte sie, denn sie gab nicht gern Dinge von sich preis. Eine Ahnung beschlich sie. Caruso hatte absichtlich die harten Barhocker den weichen Liegen vorgezogen – er hatte ein Opfer auserkoren und war nun auf der Pirsch.

»Würden Sie es mir zeigen? Ich habe nämlich auch un escorpión. »

Lucille wollte seine Tätowierung auf keinen Fall sehen. »Lieber nicht, meine Chefin fände das gar nicht gut.«

Um seinem Blick zu entgehen, schaute sie so angestrengt zum Strand hinüber, als würde Gerard Butler, leicht bekleidet wie ein Spartaner, am Ufer entlangspazieren – halb nackt, durchtrainiert und zu allem bereit.

Ihr fiel eine Gruppe von fünf Kindern auf, die miteinander eine Sandburg bauten. Lucille schätzte sie auf fünf bis acht Jahre. Aber sie hörte kein Lachen oder Schreien. Die Hautevolee wurde niemals laut, nicht einmal die Kinder. Lucille fand es traurig, dass bereits die Kleinen das Korsett der High Society trugen. Sah so eine glückliche Kindheit aus?

Was wusste sie schon davon! Man soll nicht mit Steinen werfen, wenn man im Glashaus sitzt, unkte sie in Gedanken und biss sich auf die Unterlippe, bis es wehtat.

»Darf ich Sie denn wenigstens auf einen Drink einladen?« Caruso trank einen Schluck und leckte sich über die Unterlippe.

Plötzlich legte ein Mann den Arm um die Schulter des Weißhaarigen. »Aber Jack«, mit zusammengekniffenen Augen sah er auf ihr Namensschild, »Lucille ist doch keine Animierdame, sondern im wahren Leben, abseits des Acapulco diamante … lassen Sie mich raten.«

»Danke, Richard.« Freundschaftlich knuffte Caruso den Neuankömmling in die Seite. »Durch dich sind meine Chancen gerade auf null geschmolzen. Konnte dein Termin mit unseren Geschäftspartnern nicht etwas länger dauern?«

Obwohl es schon vier Uhr nachmittags war, ging für Lucille erst jetzt die Sonne auf. Was für eine Sahneschnitte!

Das erste Mal war Lucille ernsthaft betrübt darüber, keine von den Schmocks zu sein, wie ihre jüdische Kollegin Judith – die nicht etwa aus der Judenhochburg New York County stammte, sondern, zu Lucilles Überraschung, aus dem »Mekka der Country Music« Nashville – die versnobten Gäste nannte.

Trotz der Hitze trug Richard ein elfenbeinweißes Hemd mit langen Ärmeln. Nur der oberste Knopf stand offen. Im Gegensatz zu Jack Caruso besaß sein Teint eine natürliche Sonnenbräune, die seine Attraktivität unterstrich. Er hatte seine schwarzen Haare zurückgegelt und im Nacken militärisch kurz rasiert. Eine dunkle Strähne fiel ihm ins Gesicht und verlieh ihm etwas Verwegenes. Seine breiten Schultern ließen darauf schließen, dass er Gewichte stemmte.

Aber sein gutes Aussehen war nicht das, was Lucille anzog, sondern es faszinierte sie, wie er sprach, der samtige Ton seiner Stimme, so sexy und warm, die Art, wie er sich elegant und fließend auf den Hocker neben seinen Partner setzte, das anzügliche Leuchten in seinen Augen, diese stumme Art mit ihr zu flirten, nicht so aufdringlich wie Caruso, sondern so dezent und gekonnt, dass Lucille sich seinem Charme unmöglich entziehen konnte.

»Unsere Lucille ist bestimmt eine Globetrotterin.« Caruso stützte sich mit den Ellbogen auf der Theke ab und schlang seine Finger ineinander. »Eine Backpackerin auf der Suche nach Abenteuern.«

»Nein, nein, du hast keine Ahnung von Frauen, mein Freund. Lucille ist bodenständig. Sie ist auch keine von den jungen Dingern, die hierherkommen, um sich einen reichen Mann zu angeln.«

»Leider nicht.« Caruso lachte herzlich, trank einige Schlucke seines Cocktails und musste husten.

»Das hier ist nur ein Sommerjob für sie«, führte Richard seine Vermutungen weiter aus. »Kommen Sie, Lucille, sagen Sie schon, dass ich richtigliege.«

»Ich bin Studentin, äh, war«, korrigierte sie sich rasch. »Ich bin gerade mit dem Studium fertig geworden.«

Verdutzt richtete sich Caruso auf. »Wow, woher wusstest du das?«

Richard zuckte mit den Achseln. »Man sieht, dass sie etwas im Köpfchen hat.«

Unmerklich knirschte Lucille mit den Zähnen und wischte mit einem feuchten Tuch über die Arbeitsfläche, nur um etwas zu tun zu haben. Es freute sie natürlich, dass man sie für intelligent hielt, aber das Attribut »Schönheit« brachte niemand auf den ersten Blick mit ihr in Verbindung.

Bis auf ihre roten Haare war sie eher von unscheinbarer Natur, und ihr schulterlanger Schopf war nicht einmal so flammend wie der Sonnenuntergang in Acapulco, sondern brachte die Augen der Betrachter ebenso zum Tränen wie die Trikots des Football-Clubs Houston Dynamo. Ihre Brüste füllten nur ein B-Körbchen, sie waren ebenso zu flach wie ihr Hintern. Ihrer zierlichen Figur fehlten die Rundungen an den entscheidenden Stellen, durch die Sommersprossen wirkte ihr kleines Gesicht kindlich, und niemand schätzte sie auf vierundzwanzig. Regelmäßig musste sie ihre ID-Card vorzeigen, wenn sie für Kassandras Kitchen Alkohol einkaufte, den Alfie zum Backen oder für seine Kaffeekreationen brauchte.

Richard nahm den Cocktail seines Freundes, hielt den Trinkhalm beiseite und nippte am Glasrand. »Sex on the beach.«

Als Caruso einige Minuten zuvor den Namen des Getränks ausgesprochen hatte, hatte es Lucille fast angewidert, doch aus Richards Mund klang die Bezeichnung sinnlich. Sie spürte, wie Hitze in ihre Wangen stieg, und legte das Tuch verlegen weg, da die Arbeitsplatte nicht sauberer werden konnte.

»Den haben Sie sehr gut gemixt, Lucille.« Er stellte das Glas zurück auf den Untersetzer und schmunzelte, weil Caruso die Augen verdrehte und mit den Lippen lautlos das Wort »Süßholzraspler« formte.

»Was haben Sie denn studiert?«, fragte Richard und nahm einen Cracker aus einer der Silberschalen, die gefüllt auf der Arbeitsfläche standen und darauf warteten, zu den Tischen gebracht zu werden, sobald ein neuer Gast erschien.

Lucille beeilte sich, eine Schale vor Richard und Caruso zu stellen, weil sie das bisher versäumt hatte. In Richards Gegenwart kam sie sich klein und unbedeutend vor. Es gab nichts, mit dem sie einen Mann wie ihn beeindrucken konnte. »Gartenbau und Landschaftspflege.«

»So etwas kann man an der Uni lernen?« Überrascht lehnte er sich zurück. »Einen Baum pflanzen kann doch jeder.«

Lucille wusste, dass Gartenbau nur die kleine Schwester der Landschaftsarchitektur war, aber sie kannte ihre Grenzen. Finanziell konnte sie sich ein Aufbaustudium einfach nicht leisten. Sie musste dringend Geld verdienen. Ihr fehlte die Kraft, das Pensum – Lernen und nebenher Kellnern zu gehen – über weitere Jahre aufrechtzuerhalten. Sie hatte sich nicht einmal mit einem Urlaub belohnen können. Um doch aus Boston rauszukommen und in ihren Augen einen der schönsten Strände Mexikos sehen zu können, hatte sie halt einen Sommerjob angenommen.

Richard hatte offenbar gemerkt, dass er in ein Fettnäpfchen getreten war, und glitt von seinem Hocker. Ohne sich um die verdutzten Mienen der anderen Angestellten zu kümmern, kam er zu Lucille hinter den Tresen, legte seine Hand unter ihr Kinn und hob ihr Gesicht an, damit sie ihm in die Augen sah. »Es tut mir leid, wenn ich Sie verletzt habe. Das war nicht meine Absicht.«

»Schon gut.« Wer konnte schon einem Mann wie ihm böse sein? Bestimmt führte er – so wie es schien, gemeinsam mit Jack Caruso – ein großes Unternehmen mit zig Mitarbeitern und jonglierte mit Zahlen, bei denen Lucille schwindelig werden würde. Verständlicherweise musste es ihm lächerlich vorkommen, dass sie sich freiwillig die Hände schmutzig machte. Er hatte das nicht nötig, für die Drecksarbeit hatte ein Geschäftsmann wie er Personal.

»Haben Sie schon viel von Acapulco de Juárez gesehen?« Richard ließ ihr Kinn los, nicht ohne dabei beiläufig mit dem Handrücken ihre Halsbeuge zu streifen.

Trotz der Hitze erschauerte Lucille wohlig. Während sie die Nähe zu Richard genoss, dachte sie an all die Pläne, die sie vor dem Abflug geschmiedet hatte. Den Hafen, wo Zuckerrohr, Baumwolle, Tabak und Kaffee verschifft wurden und riesige Kreuzfahrtschiffe anlegten, wollte sie sich ebenso anschauen wie La Quebrada, wo Klippenspringer bis zu 35 Meter in die Tiefe in den Pazifik sprangen. Sie hatte vor, ein Auto zu mieten und eine Tour in die Berge und zu den Buchten im Norden und Osten zu machen, oder sogar einen Kurztrip nach der 300 km entfernten Mexiko-Stadt. Doch genauso wie in Boston hielt sie die Arbeit von all den schönen Dingen ab, und es fehlte auch hier am schnöden Mammon. Sie mochte das Gehabe des Jetsets nicht, aber um seinen Wohlstand beneidete sie ihn doch.

Lucille lächelte müde und zuckte mit den Schultern. »Ich bin ja erst dreieinhalb Wochen in Mexiko.«

»Sie hat ein Skorpionstattoo auf dem Bauch«, warf Caruso ein, inzwischen ein wenig mürrisch, da Lucille auf Richard ansprang, ihn jedoch hatte abblitzen lassen.

»Ist es wie unseres?«

Caruso schnaubte und sagte: »Ich weiß es nicht, sie will es mir nicht zeigen«, bevor er sich drei Cracker auf einmal in den Mund stopfte und lautstark darauf herumkaute.

»Darf ich es sehen?« Ohne ihre Antwort abzuwarten, schob Richard mit einer Hand ihre Bluse langsam immer höher, bis ihr Bauch freilag.

Jeden anderen Mann hätte sie abgewehrt, aber es lag eine solche Sinnlichkeit in dieser Geste, dass sie Richard gewähren ließ.

Seine Fingerspitze glitt über den Skorpion, der unter ihrem Bauchnabel eintätowiert war; dieser hatte die Fangarme mit den Scheren abwehrend gehoben und den Schwanz mit dem Stachel ebenfalls, sodass sein Körper ihren Nabel halb umschlang.

»Nicht wie unserer – er ist nicht mit roter Farbe gefüllt, sondern besteht nur aus schwarzen Umrissen –, aber ein Verwandter. Das verbindet uns irgendwie.« Er ließ ihre Bluse los und strich mit dem Zeigefinger immer tiefer über ihren flachen Bauch.

Ein Kellner, der es mit einem missbilligenden Kopfschütteln quittierte, wie dicht Lucille vor einem Gast stand, blieb demonstrativ neben ihnen stehen. Prompt hakte Richard seinen Zeigefinger in das Bündchen von Lucilles Rock und zog sie daran hinter der Theke hervor – auf die Spaßseite –, damit der Angestellte passieren konnte. Ihr Slip blitzte hervor, was Richard mit einem lasziven Lächeln quittierte. Sichtlich zufrieden, dass ihr Brustkorb auf und ab wogte, ließ er von ihr ab.

»Sie gehören hier nicht hin, Lucille«, sprach er leise, als wären seine Worte nur für ihre Ohren bestimmt.

Was meinte er damit? Die Strandbar, den Jetset oder Acapulco allgemein?

»Sie sind nicht wie die anderen Frauen in diamante. Sie erinnern mich an mich – kommen von ganz unten, sind aber bereit dazu, hart zu arbeiten, um Ihren Kopf eigenhändig aus dem Sumpf zu ziehen.« Gefühlvoll strich er ihr eine Strähne hinter das Ohr. »Aber jetzt haben Sie mich. Lassen Sie uns herausfinden, welche Richtung Ihr Leben nimmt, wenn Sie plötzlich alles haben können.«

Lucille verstand kein Wort, war aber beeindruckt und neugierig, da in diesem Fremden weitaus mehr Tiefe zu stecken schien als im Gros der Luxusgäste der Bar. Außerdem fand er sie toll. Dieser attraktive Mann fand sie toll!

Es geschehen noch Wunder, dachte sie innerlich jauchzend und beging ihren ersten Fehler: Nach Feierabend ließ sie sich von Richard verführen.

2

Richard war anders als die jungen Männer, mit denen Lucille in Boston ausging. Nach Feierabend – es war erst später Nachmittag, da Lucille Frühschicht gehabt hatte – nahm er sie einfach bei der Hand und führte sie vom Strand fort. Dezent versuchte sie sich loszumachen, weil einer der Angestellten gerade einen neuen Karton Champagner aus dem Kühlraum hinter der Bar holte und seine Augen immer größer wurden, als er seine Kollegin Händchen haltend mit einem Gast davongehen sah, doch Richards Hand war wie ein Schraubstock.

Charmant lächelnd führte er sie mitten durchs Foyer des Luxushotels, in dem er residierte, während Lucille das Logo der Bar, das die Brusttasche ihrer Bluse zierte, mit ihrer freien Hand verbarg, was reichlich verkrampft wirkte. Das war Lucille im Grunde auch, aber die Tatsache, dass Richard von allen 700.000 Menschen in Acapulco sie begehrte – ausgerechnet die Einzelgängerin mit den Wilma-Feuerstein-Haaren –, ließ ihre Furcht davor, ihren Job zu verlieren, unbedeutend erscheinen.

Richard gab ihre Hand erst in der Suite frei – ein Traum in Cremeweiß, modern und edel eingerichtet –, durch deren getönte Fenster man über den Acapulco diamante blickte. Offensichtlich konnte er es nicht erwarten, mit ihr zu verschmelzen, denn im Schlafzimmer riss er sich förmlich das Hemd vom Leib, warf es in hohem Bogen fort und drängte Lucille gegen die Wand neben der Verbindungstür. Machohaft stützte er sich rechts und links neben ihrem Kopf ab und gab ihr Zeit, seinen Körper zu betrachten. Lucille staunte nicht schlecht, denn er trug ein Achselshirt aus Tattoos.

Unweigerlich musste Lucille an Gangsterrapper und Gefängnisinsassen aus Dokumentarfilmen denken und entschuldigte sich in Gedanken bei Richard für ihre Vorurteile. Noch nie hatte sie einen Menschen mit derart vielen Tätowierungen gesehen! Sie schmückten sein Sixpack und seine breite Brust. Eine Schlange wand sich bis über seine rechte Schulter, zusammen mit dem Stacheldraht auf der linken Schulter erweckte sie den Eindruck, Träger für das Tattoo-Shirt zu sein.

Vorsichtig streckte Lucille ihre Hand aus und berührte Richards Bauch. Ihre Handfläche glitt über die Landschaft seines Körpers, stahlharte Muskeln und Bilder, die sie erschreckten, als Lucille sie näher betrachtete. Fratzen kristallisierten sich heraus, Pistolen, Jagdmesser und Monster, denen Blut aus dem Maul rann, ein Drache mit einem riesigen weit aufgerissenen Maul, eine Spinne, in deren Netz menschliche Körperteile hingen, und dazwischen immer wieder Waffen: Säbel, Pfeile, Äxte, Macheten und Gewehre.

Der Richard, der sich hinter der Fassade des Geschäftsmannes verbarg, schien ein ganz anderer zu sein. Wilder. Obwohl die Tattoos Lucille beunruhigten, empfand sie gleichzeitig eine erregende Faszination. Ihre Neugier wuchs. Würde der Bad Boy genauso hinreißend sein wie der Charmeur, der sie in der Strandbar umgarnt hatte?

Lucille erinnerte sich an Carusos Bemerkung: »Sie hat ein Skorpionstattoo«, worauf Richard entgegnet hatte: »Ist es wie unseres?« Während ihre Hände die Wölbungen seiner Muskeln streichelten, suchte sie den Skorpion, aber er musste sich so gut zwischen den anderen Bildern verstecken, dass sie ihn nicht entdeckte.

»Recht martialisch«, meinte sie, als ihre Hand über ein Auge fuhr, dessen Pupille wie eine zerbrochene Scheibe aussah und blutige Tränen weinte.

Seine Stimme war ruhig, aber sein Brustkorb hob und senkte sich. Seine Hose wölbte sich im Schritt. »Das sind nur Abbildungen des Lebens.«

Mit den Fingerspitzen zeichnete sie das Wort nach, das in kunstvoll geschnörkelten Großbuchstaben über die Unterseite seines rechten Arms tätowiert war. »Guerrero, wie der Bundesstaat, in dem Acapulco liegt?« War er ein so großer Fan dieser Stadt an der mexikanischen Pazifikküste?

»Nein.« Richards Stimme wurde rau und dunkel. »Guerrero wie Kämpfer. Ich bin ein moderner Krieger.«

Sie wollte etwas sagen, doch er verschloss ihren Mund mit seinen Fingern und beruhigte sie: »Scht, du brauchst dich nicht vor mir zu fürchten. Wir stehen auf derselben Seite. Ich beschütze dich.«

Seine Worte machten Lucille weich und willig. Seitdem sie von ihrer Mutter zu Pflegeeltern gebracht worden war, hatte sie sich allein durchs Leben kämpfen müssen. Damals war sie erst fünf Jahre alt gewesen. Fünf! Der Kampf hatte sie stark gemacht, aber sie war auch müde, ständig Rückgrat beweisen zu müssen, und wollte sich endlich einmal fallen lassen.

Hoffnung keimte auf, dass Richard der Mann war, in dessen Arme sie sich fallen lassen konnte. Der sich um sie kümmerte, wie es nie zuvor jemand getan hatte, nicht einmal ihre Mutter, nicht ihre Zieheltern, die nur Mädchen und Jungen bei sich aufnahmen, um Kindergeld zu bekommen, und auch nicht das Sozialamt, das sich dessen bewusst war und trotzdem immer wieder dorthin vermittelte, obwohl es lediglich Problemfamilien durch neue Problemfamilien ersetzte.

Das alles hatte Lucille vor sechs Jahren hinter sich gelassen. Zumindest redete sie sich das ein, doch jetzt merkte sie, dass die schlimmen Erinnerungen noch immer nicht verstummt waren. Aber bei Richard würde sie endlich Frieden finden, wenn auch nur für eine Nacht.

Verzweifelt, weil die Dämonen der Vergangenheit sie nicht losließen, schob sie seine Hand von ihrem Mund und küsste ihn. Er schmeckte himmlisch und erwiderte ihren Kuss mit einer Leidenschaft, die sie trunken machte. Seine Arme schlangen sich um ihre Taille. Richard drückte sie so fest an seinen Körper, dass sie befürchtete, keine Luft mehr zu bekommen. Oder raubte der Kuss ihr den Atem? Sie konnte es nicht sagen, war kaum fähig zu denken, weil sie noch nie mit einem Mann zusammen gewesen war, der so männlich, so gefestigt, so selbstbewusst und außergewöhnlich war.

Als er sie ein Stück von sich fortschob und ihre Bluse aufknöpfte, ließ Lucille es zu. Den Blick fest auf sie gerichtet, zog er ihr das Oberteil aus, als wäre sie sein Eigentum; der Büstenhalter folgte sogleich, dann betrachtete er ihre kleinen festen Brüste eingehend. Eine Weile stand er einfach nur da und erregte sich an ihrem nackten Oberleib.

Nach einer Weile strich er mit den Fingerknöcheln seitlich über ihren Busen, sodass ihre Nippel noch härter wurden. Dann packte er zu, nicht grob, aber besitzergreifend. Fest massierte er ihre Wölbungen und beobachtete nicht nur, wie das weiche Fleisch zwischen seinen Fingern hervorquoll, sondern auch wie Lucille immer mehr erbebte vor Lust. Sanft drückte er ihren linken Busen zusammen, sodass die Brustspitze ihm entgegenwuchs. Er neigte sich zu ihr herunter und saugte daran.

Seufzend lehnte Lucille ihren Hinterkopf gegen die Wand. Sie hielt sich an Richards breiten Schultern fest und überlegte, wieso alles, was er tat, so viel intensiver war als bei ihren Liebhabern zuvor. Schon jetzt konnte sie es kaum erwarten, seinen harten Schaft in sich zu spüren. Noch leckte er über ihren Nippel; er nahm ihn so tief in seinen Mund auf, dass sie befürchtete, er wolle sie mit Haut und Haaren verschlingen, und saugte ihren halben B-Körbchen-Busen ein. Dasselbe tat er mit ihrer rechten Brust, bis beide Seiten rot, geschwollen und feucht von seinem Speichel waren.

Richards Hände glitten über ihren Rücken, ihren Bauch und ihre Schultern. Er berührte jeden Zentimeter ihres Oberkörpers und knetete ihren Hintern, während er Lucille an sich presste, sodass sie seine Erektion spürte. Als er sich an ihr rieb, hätte sie gern die Beine für ihn geöffnet, damit er näher an ihre Scham kam, doch der Rock hinderte sie daran. Das erkannte auch er, denn er öffnete den Reisverschluss und schob ihn von ihren Hüften, bevor Lucille ihn daran hindern konnte. Ihr blieb kurz die Luft weg, nicht vor Ekstase, sondern vor Angst, er könnte Fragen stellen oder sich von ihr abwenden, wenn er sah, was sie für gewöhnlich akribischer verdeckte als ihre Intimstellen.

»Hast du Geheimnisse vor mir?« Er versuchte über ihre Schulter zu linsen.

Erst jetzt bemerkte Lucille, dass sie instinktiv die Rückseite ihrer Oberschenkel mit ihren Handflächen bedeckte. Ihr Slip, den Richard hatte ausziehen wollen, war daran hängen geblieben. Mit geröteten Wangen nahm sie ihre Hände weg, und das Höschen fiel zu Boden. Lucille wollte unter keinen Umständen, dass er glaubte, sie wäre nicht ebenso erregt wie er. Sie wäre am Boden zerstört, wenn er sie jetzt fortschicken würde.

Plötzlich hob er sie hoch und trug sie zum Bett. Er stellte sie davor ab, wirbelte sie so schnell herum, dass ihr schwindelig wurde, und drückte sie mit dem Bauch auf das Bett nieder. Bevor sie aufstehen oder sich auf den Rücken drehen konnte, war er auch schon über ihr. Mit einem Griff in ihren Nacken hielt er sie unten, sein Knie spreizte ihre Beine, sodass ihre Spalte aufklaffte. Ihr Herz pochte schmerzhaft, als er ihre Kehrseite musterte. Lucille konnte die Narben nur sehen, wenn sie sich vor einen Ganzkörperspiegel stellte und ihren Oberkörper verdrehte, aber sie wusste auch so, dass sie da waren – wie Notenlinien, waagerecht untereinander, vier auf der rechten und fünf auf der linken Seite.

Ihr stiegen Tränen in die Augen. Sie schämte sich so schrecklich! Ihr Magen verkrampfte sich, da Richard sie nun mit Fragen bombardieren würde, die sie nicht beantworten wollte. Doch er tat etwas, das sie ganz und gar überraschte und das die Tränen trocknen ließ, bevor sie geweint waren: Er neigte sich zu ihren Schenkeln hinab und leckte mit der ganzen Länge seiner Zunge über die Narben.

»Ich wette, du wirst Lucy gerufen.« Seine Zungenspitze fuhr eine der Einritzungen nach, und obwohl Lucille diese Geste nicht nur zu schätzen wusste, sondern auch als sinnlich empfand, wähnte sie eine Sekunde lang eine Klinge zu spüren. So erstaunlich, wie es war, durchfuhr sie ein Schmerz, der zwar nicht mehr als ein Echo aus ihrer Erinnerung war, aber den sie tatsächlich erneut zu spüren glaubte.

»Aber ich werde dich Cilly nennen, wie›silly‹, nur mit C, weil es albern und töricht ist, etwas zu verbergen, das deinen Charakter so sehr geprägt hat wie vermutlich nichts anderes in deinem Leben. So ist es doch, nicht wahr?« Richard erwartete keine Antwort, denn er stand auf, setzte sich aufs Bett und winkelte sein rechtes Bein an, sodass sie seinen Fuß von unten sehen konnte.

»Jemand hat dir die Fußsohle verbrannt.« Entsetzt wollte Lucille sich aufsetzen, doch er legte ihre Hand auf den Rücken, um ihr zu zeigen, dass sie liegen bleiben sollte.

»Der Geldeintreiber, für den ich mit siebzehn gearbeitet habe, war der Ansicht, ich wäre zu freundlich zu den Menschen, die ihm Geld schuldeten.« Abfällig rümpfte er die Nase und ließ seinen Fuß los. »Das war das letzte Mal, dass mir jemand wehgetan hat, ohne dafür zu büßen. Seitdem zahle ich mit barer Münze zurück.«

Raubtierhaft kletterte er wieder über sie. Er zog ihre Gesäßhälften auseinander und züngelte von hinten durch ihre Spalte. Während er mit seinen Daumen über ihre Narben rieb, stieß er in ihre feuchte Öffnung hinein, doch er kam nicht tief genug.

Schnalzend stand er auf. Er zog Lucille auf die Füße, drängte sie zum Clubsessel, der vor der Fensterfront mit den getönten Scheiben stand, und stieß sie sanft an, sodass sie auf den Sitz plumpste. Schwer atmend vor Erregung legte er ihre Beine rechts und links auf die Armlehnen und betrachtete ihren Schoß. Allein durch seinen begehrlichen Blick rauschte das Blut noch stärker durch ihre Mitte. Ihre Scham pulsierte förmlich.

Während er sich offenbar daran erregte, sie so geöffnet vor sich sitzen zu sehen, zog er sich hastig nackt aus. Achtlos warf er seine teure Kleidung auf den Boden und rieb einige Male ungeniert über seinen erigierten Penis. Groß und hart stand er von seinen Lenden ab, bereit, sofort in Lucille hineinzustoßen, doch so ungestüm ging Richard nicht vor. Stattdessen kniete er sich vor den Sessel und massierte ihre Beine.

Das Warten machte Lucille wahnsinnig. Sie wollte endlich wieder von ihm dort berührt werden, wo es am schönsten war.

Als er dann mit der Breitseite seiner Zunge über ihre Schamlippen leckte, stöhnte sie auf. Sie hielt sich an ihren Knien fest und genoss jeden Kuss, den Richard auf ihren Schenkeln, ihrem Venushügel und ihrem Schoß platzierte. Seine Zungenspitze drang in die Täler zwischen ihren geschwollenen Lippen. Schamlos glitt er in ihre feuchte Öffnung, und zwar so tief, bis seine Lippen auf ihrem Eingang lagen und er nicht weiter in sie eindringen konnte.

In ihrem Inneren spürte sie seine Zunge, die sich hin und her bewegte.

Richard schlürfte ihren Nektar, richtete sich plötzlich auf und zwang ihr einen Kuss auf, indem er seine Hand in ihren Haaren vergrub und ihren Kopf festhielt. Das erste Mal im Leben schmeckte Lucille sich selbst. Zuerst reagierte sie erschrocken, doch bald siegte die Erregung, die von dieser Obszönität angestachelt wurde. Nachdem er sie losgelassen hatte, leckte sie sogar seinen Mund ab.

Während sie noch an seiner Unterlippe knabberte, schob er seinen Daumen in ihre Mitte hinein. Er streichelte sie fordernd, bevor er auch den Zeigefinger in sie einführte, um sie sachte mit zwei Fingern zu nehmen. Lustvoll stöhnte Lucille und hielt Richards Hals umschlungen. In geschickten Wellenbewegungen, von denen sie gar nicht gewusst hatte, dass ihr Unterleib dazu imstande war, kam sie ihm entgegen.

Als er einen dritten Finger hinzunahm, dehnte er sie leicht. Lucille war schon so erregt, dass sie es sich selbst besorgt hätte, hätte Richard seine Hand hingehalten und sie machen lassen. Aber er war besonnener als sie und hörte auf, bevor sie kam.

Er erhob sich, stellte einen Fuß zwischen ihre Schenkel, damit er weiterhin einen Blick auf ihre hungrige Scham hatte, und führte ihren Kopf zu seinem Schaft. Bereitwillig öffnete sie ihre Lippen, staunte dann aber doch, wie tief er in ihren Rachen eindrang und dass er nicht erwartete, dass sie ihn aktiv befriedigte, sondern in sie hineinstieß.

Behutsam benutzte er ihren Mund, um sich Lust zu verschaffen. Lucille legte die Hände an seine Beine, nur für den Fall, dass er die Beherrschung verlor, aber diese Furcht stellte sich als unbegründet heraus, denn selbst als er heftiger zustieß, ging er nicht so weit, dass sie ihn bremsen musste. Noch überraschender war, wie sehr es ihr gefiel, benutzt zu werden. Richard nahm sich einfach, was er von ihr begehrte. Ein wenig machohaft, dachte Lucille und presste ihre Lippen fester um den heißen Schaft, denn selbst das machte sie an.

Als seine Beine zitterten, trat er zwei Schritte zurück und zog sie aus dem Sessel. Schwungvoll drehte er sie um und drückte sie mit dem Rücken gegen den Pfeiler zwischen zwei Fenstern. Lucille schaute aus dem Fenster, ängstlich, allerdings nicht, weil sie sich im fünften Stockwerk befanden, sondern weil sie die Strandbar erspähte. Konnte man sie von der Bar aus erkennen? Die Scheiben waren zwar getönt, aber die Sonne stand immer noch hoch am Himmel.

War der Sex mit Richard es wirklich wert, gefeuert zu werden?

Richard riss sie erneut herum – wie eine Marionette, die er dirigierte, seitdem sie sich begegnet waren, kam es Lucille in den Sinn – und presste sie mit dem Oberkörper gegen die Fensterscheibe, die bis zum Boden reichte. Wer immer in diesem Moment zufällig hochsah, konnte bestimmt ihre nackten Rundungen sehen. Das war schon beschämend genug. Doch viel schlimmer war die Vorstellung, dass ihre Chefin oder einer der Angestellten sie bemerkte oder jemand die Polizei rief und sie wegen Exhibitionismus verhaftet werden würden.

Richard führte seinen Schaft zwischen ihre Schenkel, ließ seine Lenden vor und zurück schaukeln und stieß zwischen ihre Beine. Seine Stimme war heiser vor Lust: »Mach dir keine Sorgen. Du wirst dorthin sowieso nicht zurückkehren.

Da sein Phallus über ihren geschwollenen Schoß rieb, fiel ihr das Denken inzwischen schwer. Zwischen der Erregung, die ihren Verstand so träge wie Sirup machte, blitzten immer nur kurz Gedanken auf. Er sprach, als wäre seine Entscheidung beschlossene Sache, als wäre sie sein Eigentum. Was hatte er damit gemeint? Zurück zum Fußvolk? Zurück ins Leben? Angst regte sich in ihr, dass sie weitaus mehr als ihren Job verlieren könnte, doch er hielt sie unnachgiebig fest, während er sie nahm, ohne richtig in sie einzudringen, und dann und wann ihren Nacken küsste.

Stöhnend bediente er sich ihres Körpers und reizte sie gleichzeitig. Er schob seine Hände zwischen Fenster und Busen und streichelte ihre Brüste. Sachte zwirbelte er ihre Nippel, das Liebkosen ging in Kneten über, wurde immer fester, immer leidenschaftlicher, je weiter seine Erregung fortschritt. Aus den Küssen wurden Bisse, die zwar nicht wirklich fest waren, aber dennoch wehtaten. Berauscht lehnte Lucille ihren Kopf gegen Richards Schulter.

Nach einer halben Ewigkeit zog er sie vom Fenster weg und bettete sie mit dem Rücken auf den Fußboden. Da dieser trotz Teppich hart war, schaute sie sehnsüchtig zu seiner Schlafstätte hoch.

»Alle treiben es im Bett«, er schob ihre Knie weit auseinander, kniete sich dazwischen und drang kraftvoll in sie ein, »deshalb vögele ich grundsätzlich nicht dort.«

Lucille bäumte sich auf. Am Ende war es ihr egal, wo er sie nahm, Hauptsache, er war endlich in ihr! Auch Richards Erregung war zu weit fortgeschritten, um es langsam angehen zu lassen. Stattdessen stieß er immer wieder zu. Kurz und hart. Mit einer Hand stützte er sich über ihrer Schulter ab, damit seine Stöße sie nicht wegschoben, mit der anderen massierte er ihre Brüste. Sachte kniff er in ihre Brustspitzen und strich jedes Mal danach behutsam darüber.

Als Lucille aufschrie, da er sie recht schmerzhaft gezwickt hatte, hielt er ihr den Mund zu, ohne damit aufzuhören, in sie einzudringen. Lächelnd sah er sie über seine Hand, die ihre Lippen verschloss, hinweg an und stieß härter zu.

Dieser Mann war unglaublich! Hilflos und ausgeliefert lag sie unter ihm, zumindest machte es den Anschein. In Wahrheit hätte sie in diesem Augenblick nirgendwo anders als in diesem Hotelzimmer sein wollen. Dieser gestählte Oberkörper, die Tätowierungen, die ihm das Aussehen eines wilden Stammeskriegers verliehen, und seine hemmungslose Art, sie zu nehmen, brachten sie fast um den Verstand.

Als Lucille kam, schrie sie ihre Lust heraus, schrie sie in seine Handfläche und krallte sich an seinen starken Armen fest, da er sich weiterhin in ihr bewegte, in diesem übersensibilisierten Fleisch zwischen ihren Schenkeln, bis auch er kam.

Noch in derselben Woche beging sie ihren zweiten und dritten Fehler.

Der erste bestand darin, sich Hals über Kopf in Richard zu verlieben. Allein der Gedanke, nach Boston zurückkehren zu müssen, in die Einsamkeit ihrer Wohnung und die Tristesse ihres Alltags, zerriss sie innerlich. Seine Zuneigung war wie Balsam für ihre Seele. Sie fühlte sich ihm so nah, da auch er in einfachen Verhältnissen aufgewachsen war und das geschafft hatte, was Lucille noch erreichen wollte: es zu etwas bringen, aus eigener Kraft.

Doch bisher hatte sie auf ihre Bewerbungen nach dem Studium nur Absagen kassiert und würde weiterhin im Café arbeiten müssen. Kein anspruchsvoller Job, keine Liebe. Sie bewunderte Richard! Und sie fühlte sich wohl bei ihm, beschützt und geliebt.

In den darauffolgenden Tagen trug er sie auf Händen. »Meine Göttin« nannte er sie. Noch nie hatte irgendjemand solch ein Kosewort für Lucille ausgewählt! Das erste Mal in ihrem Leben fühlte sie sich geschätzt.

Doch die Verliebtheit allein wäre nicht so schlimm gewesen. Lucille wäre darüber hinweggekommen. Allerdings machte sie den gravierendsten aller Fehler, aus einer Laune heraus, aus Verzweiflung, aus Naivität, da sie im Rausch der Lust – Richard schlief mehrmals täglich mit ihr – Sex mit Liebe verwechselte und weil ihr Leben schon immer Haken geschlagen hatte, zum Beispiel, als die Behörden sie mit fünf Jahren von ihrer Mutter wegholten, und später, als sie sich mit achtzehn Jahren von ihren Pflegeeltern losgesagt hatte.

Nun, mit vierundzwanzig, nahm Lucille Blunt eben Richards spontanen Heiratsantrag genauso spontan an, um sich zum dritten Mal in ihrem Leben neu zu erfinden, und mit der Hoffnung, endlich ein Zuhause gefunden zu haben.

3

Einen Monat später hieß sie Lucille Dawson und residierte in einem Penthouse in Washington, D. C. Sie besaß eine Limousine mit Chauffeur, eine schwarze Amex und unbegrenzten Zugriff auf Richards Konto, zumindest auf das offizielle – denn dass er Geld am Fiskus vorbeischleuste, bekam sie mit, als Jack Caruso ihn besuchte und eine Andeutung machte.

Richard war immer wieder aufs Neue erstaunt, dass Lucille seine Großzügigkeit nicht ausschöpfte. Durch die neu gewonnene Freiheit, nicht arbeiten zu müssen, besuchte sie lediglich einige Pilates- und Yogakurse. Sie kaufte sich neue Garderobe, da sie keinerlei Kleidung für die Gesellschaft besaß, in der ihr Ehemann sich bewegte. Maniküre und Friseur standen nach einem Monat wöchentlich auf dem Programm. Jedes Mal ließ sie sich ihre Haare in einer anderen Farbe tönen, um dieses enervierende Schwimmwestenorange nicht mehr im Spiegel erblicken zu müssen.

Lucille wollte die Chance nutzen, sich zu verändern, sich neu zu entdecken – sich das erste Mal in ihrem Leben um sich selbst zu kümmern.

Erst als die Blätter von den Bäumen fielen, merkte sie, wie viel Zeit vergangen war, ohne dass sie sich weiterhin um eine Arbeitsstelle bei einer Firma für Gartenbau und Landschaftsplanung bemüht hatte.

Aus Freiheit wurde Langeweile.

Auch nach den ersten Monaten bestand ihre Ehe nur aus Sex. Da Richard oft geschäftlich unterwegs war, sahen sie sich selten. Wenn er zu Hause war, gingen sie immer auf Partys und landeten danach – nein, nicht im Bett, sondern überall anders – auf dem Teppichboden, dem Küchentisch und der Motorhaube seines Lamborghinis. Erst danach legten sie sich in die Federn, jeder auf seine Seite.

Lucille hatte zu viel Zeit zum Nachdenken. Das war sie nicht gewohnt – es störte sie! –, denn je mehr sie grübelte, desto unwirklicher erschien ihr ihre Ehe. Sie hatte geglaubt, mit Richards Hilfe die Dämonen ihrer Vergangenheit abstreifen zu können. Stattdessen hielt er sie frisch, indem er eine Art Fetisch entwickelte und ihre vermaledeiten Narben in jedes Liebesspiel miteinbezog, als würde er sich daran aufgeilen. Kein einziges Mal fragte er, woher die Narben stammten. Am Anfang nahm Lucille das mit Erleichterung zur Kenntnis. Aber Weihnachten und Silvester gingen vorüber, und nachdem der Schnee schmolz und die ersten Krokusse sprossen, erkannte sie, dass es lediglich Desinteresse seinerseits war.

Im Grunde interessierte ihn nur sein Geschäft. Wenn er mit Jack Caruso sprach, änderten sich seine Haltung und seine Miene, und Lucille zog sich freiwillig zurück, weil sie plötzlich Angst vor Richard bekam. Sie wusste, dass es Unsinn war, aber seine Muskeln schienen sich aufzublähen, sein Blick verdüsterte sich, und er wirkte mit einem Mal wie eine Raubkatze auf der Jagd – konzentriert und dazu bereit, jeden zu zerfleischen, der sich ihm in den Weg stellte. Böse wie seine Tattoos. Doch er behandelte Lucille stets wie ein Gentleman.

Wenn es um seine Firma ging, wagte sie nicht einmal ansatzweise nachzuhaken, auch nicht, wer der Südamerikaner mit dem altmodischen Oberlippenbart war, der Sommer wie Winter eine Sonnenbrille trug und mit dem er ab und zu eine Runde durch D. C. fuhr, um Berufliches zu besprechen. In einer Limousine. Mit getönten Scheiben. Richard hatte ihr nur erzählt, dass sein Job irgendetwas mit der Regierung zu tun hatte. Es klang wichtig, geradezu geheim.

Im Frühjahr lernte sie ihre Sommersprossen perfekt zu überschminken, bis zum Sommer konnte sie so leichtfüßig auf High Heels gehen, als würde sie Sneakers tragen. Richard kam immer seltener nach Hause, aber wenn, dann taxierte er sie, als würde er ihre Fortschritte prüfen. Für Lucille blieb er ein wollüstiger Liebhaber, nicht mehr.

Ihren Chauffeur Vicente sah sie weitaus öfter als ihren Ehemann. Richard bestand darauf, dass Vicente sie überallhin fuhr, aber der Kolumbianer tat mehr als das: Er folgte ihr auf Schritt und Tritt wie ein Schoßhündchen. Ein gefährliches Hündchen, das bewaffnet bis unter die Zähne war, denn er stellte sich als Bodyguard heraus, der sie nicht nur beschützte, sondern auch abschirmte.

Im August wurde Lucille das Gefühl nicht los, von Richard kontrolliert zu werden. Etwas stimmte nicht mit ihm, mit ihrem gemeinsamen Leben – und nicht mir ihr. Als Lucille sich eingestand, dass die Hoffnung auf ein Heim mit viel Liebe, dafür ohne Geldsorgen, sie blind für die Wahrheit gemacht hatte und sie gerade dabei war, aus diesem Luxustraum aufzuwachen, wandelte er sich von einer Sekunde zur anderen in einen Albtraum.

Anfang September stürmte das FBI ihr Penthouse. Die Bundesagenten warfen Richard schonungslos zu Boden, fesselten und verhafteten ihn. Lucille traute ihren Augen kaum und erstarrte. Noch nie hatte jemand eine Waffe auf sie gerichtet, in diesem Augenblick waren es gleich sechs Männer. Sie war zu Tode erschrocken! Zu allem Übel band man auch ihre Handgelenke mit Kabelbinder zusammen.

Sie wusste nicht, wie ihr geschah, war verwirrt und den Tränen nah.

Als man sie abführte, warf sie einen kurzen Blick in den Garderobenspiegel. Sie sah eine fremde Frau mit schwarzen, hüftlangen Haaren, Porzellanteint und 10-cm-Absätzen – und erkannte sich selbst kaum wieder. Dieses künstliche Schneewittchen war sie? Wo war die Lucille aus Boston mit ihrem Markenzeichen, dem roten Schopf, und ihren Zielen? Kein Widererkennungswert und keine Persönlichkeit, nur eine aalglatte Fassade.

Der plötzliche Reichtum – und somit Richard – hatte sie einer Gehirnwäsche unterzogen.

Entsetzt stellte sie fest, dass sie zu dem geworden war, was sie verabscheute: das Weibchen eines reichen Mannes zu sein, das nichts anderes tat, als sich mit seinem Aussehen zu beschäftigen.

Man brachte Lucille ins J. Edgar Hoover Building und verhörte sie im Hauptquartier des Federal Bureau of Investigation wie eine Schwerverbrecherin, dabei war sie nur eine junge Frau, die den Fehler begangen hatte, Richard Dawson zu heiraten – den Händler des Todes.

1. KAPITEL

Oktober, Florida

Craig lehnte sich in seinem Bürostuhl zurück und musterte das neue Dienstmädchen unverhohlen skeptisch. Patrick, sein Butler und Hausvorsteher, hatte sie soeben in sein Arbeitszimmer geführt; seine Miene drückte deutliches Bedauern aus.

Nun stand sie neben ihrem neuen Vorgesetzten an der Tür und sagte leise: »Guten Morgen, Mr Bellamy. Ich freue mich, für Sie arbeiten zu dürfen.«

»Freuen?« Das würde ihr bald vergehen. Überrascht vom herausfordernden Unterton in seiner eigenen Stimme neigte er sich vor und stützte sich mit den Ellbogen auf der ledernen Schreibtischunterlage ab. »Sie sollten mir danken, das trifft es wohl eher.«

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