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Beschreibung

Dieses Heft enthält verschiedene Handschriften aus der Endphase des russischen Feldzuges mit Schwerpunkt Gefecht bei Kalisch (13.02.1813): - Journal sächsisches Korps 01.01. - 09.03.1813 - Rapport Capitaine Rouvroy vom 09.01.1813 - Journal Avantgarde 11.02. - 26.02.1813 - Rapport Generalmajor von Nostitz vom 15.02.1813 - Rapport Oberst von Hann 16.02.1813

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Seitenzahl: 83

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Beiträge zur sächsischen Militärgeschichte zwischen 1793 und 1815

Heft 60

Abb. 01 – Kalisch und nahe Umgebung

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Journal sächsisches Korps 01.01. - 09.03.1813

Rapport Captain Rouvroy

Rapport Generalmajor von Gablenz mit Journal der Avantgarde

Auszug aus den Journal der Avantgarde des 7ten Armee Korps unter Kommando des

Effektiver Bestand der Avantgarde des 7ten Armee Korps am 26ten Februar 1813

Rapport Generalmajor von Nostitz

Rapport Oberst von Hann, Regiment Polenz

Verzeichnis der sächsischen Offiziere

In dieser Reihe sind an Memoiren, Berichten etc. zum Feldzug von 1812 bei BOD erschienen:

Vorwort

In diesem Heft werden verschiedene im HStA liegende Handschriften aus der Endphase des russischen Feldzugs 1812/13 wiedergegeben.

Es sind dies im einzelnen:

Journal sächsisches Korps 01.01. - 09.03.1813

1

Rapport Capitaine Rouvroy vom 09.01.1813

2

Rapport Generalmajor v.Gablenz vom 26.02.1813 mit Journal der Avantgarde vom 11. - 26.02.1813

Rapport Generalmajor v.Nostitz vom 15.02.1813

Rapport Oberst v.Hann vom 16.02.1813

Die Verfasser des Journals für den Zeitraum 01.01. – 09.03.1813 sind unbekannt. Die Kenntnis hinsichtlich der Truppenbewegungen, der Informationen aus dem französischen und dem österreichischen Hauptquartier sowie letztendlich die ausführliche Beschreibung des Gefechtes bei Kalisch lassen nur den Schluss zu, dass dieses Journal beim sächsischen Korpsstab des VII. Armee-Korps geführt wurde. Für die Führung des Journals kämen – unter der Annahme, dass die Stäbler der 1ten Division auch zu Korpsaufgaben hergezogen wurden – die Adjoints im Generalstab Major Aster und Major v.Cerrini sowie die Adjutanten des kommandieren Generalleutnants Premierleutnant v. Einsiedel und Sousleutnant v.Lützerode in Frage. Das Journal enthält zwei unterschiedliche Handschriften3, die sich auch in Details in der Ausdrucksweise und den verwendeten Begriffen4 unterscheiden.

Der Capitaine Rouvroy war vom General von Lecoq beauftragt, Erkundigungen über den Verbleib und den Zustand der bei der großen Armee befindlichen sächsischen Truppen in Erfahrung zu bringen.

Die Rapporte der Herren Generale v.Gablenz (Avantgarde) und Nostitz (2.Brigade der 1.Division) sowie des Herrn Obersten v.Hann (Rgt. Polenz) behandeln das Gefecht bei Kalisch (13.02.1813) und dessen Folgen.

Der Text selbst ist so originalgetreu wie möglich, der heutigen Rechtschreibung angepasst, wiedergegeben.

Bedanken möchte ich mich beim Team des Hauptstaatsarchives in Dresden für die wie immer problemlose Bereitstellung der Akten.

Natürlich möchte ich mich auch bei Ihnen, verehrter Leser, dafür bedanken, dass Sie sich zum Kauf dieses Buches entschlossen haben. Insofern Sie Anregungen und Kritiken haben, über den Inhalt diskutieren oder mir einfach nur mitteilen wollen, ob Ihnen das Buch gefallen hat, so können Sie mich via email unter [email protected].

Ihr Jörg Titze

1 HStA Dresden Bestand 11 339 Akte 278

2 alle Rapporte HStA Dresden Bestand 11343 Akte 239

3 Persönlich tippe ich auf die beiden Adjutanten.

4 Beispiel: Der Begriff für die Nachhut Avantgarde vs. Arrieregarde.

Journal sächsisches Korps 01.01. - 09.03.1813

Den 1sten Januar gingen in der Erwartung, dass der Major Rzodkiewicz die vorgehabte Bewegung nach Miedrezise wirklich ausführe, die Brigade Nostitz von Sucha in die weiter rückwärts gelegenen Dörfer bei Kaluszyn, um der 2ten Division Platz zu machen, die

den 2ten Januar ihre Quartiere bei Sucha und Nieswiska bezog. Der Oberst von Hann ging an diesem Tage ebenfalls bis Mokoboda, der Oberst-Leutnant Lindenau bis Siedlec, zurück. Die französische Division nahm ihre Kantonnement bei Dobre und ihre Vorposten bis Wegrow zurück.

Die Russen hatten Patrouillen von Sarnaki her bis Loscice gesendet, auch war das jenseitige Bugufer mit ihren Truppen besetzt! Das Hauptquartier ging nach Okuniew, auch war man Willens, die Kavallerie nach und nach bei Warschau zu restaurieren, wozu schon heute die Ulanen abgingen. Auch der polnische Major hatte sich durch die von der Stärke des Feindes eingegangenen Nachrichten veranlasst gefunden, sich auf Miedercieze zu replieren.

Den 3ten Januar bewegte sich die erste Division gegen Wieczowna und Minsk, die zweite Division in die Dörfer hinter Sucha, die Kavallerie mit den Vorposten blieben in ihren gestrigen Kantonierungen. Die vor Siedlec platzierten Vorposten des Oberst-Leutnants von Lindenau waren bis vor 1 Stunde von der Stadt, von den aus Loszize abgegangenen Kosaken-Patrouillen zurück gewiesen worden, General Reynier traf aus Warschau wieder ein.

Den 4ten Januar war auch der Major Rzodkiewicz bis Siedlec zurück gegangen. Der Oberst-Leutnant Lindenau hatte diesen Ort verlassen und nur ein Detachement in Siedlec gelassen. Der Feind näherte sich Siedlec immer mehr, ob man gleich noch sehr wenig von dessen eigentlicher Stärke anzugeben wusste und deshalb starke Rekognoszierungen gegen Mordy zu vornehmen lassen wollte.

Der Premier-Leutnant von Zacha, der des Auswechslungsgeschäftes wegen, wieder zu den russischen Vorposten geschickt worden war, hatte ein Kosaken-Regiment in Mordy, ein gemischtes Kommando von Infanterie, Kavallerie und etwas Artillerie von ohngefähr 3.000 Mann in Coscyce getroffen, und vermutete das Hauptquartier in Siemiaticze oder Turna.

Unsre eigentliche Vorpostenlinie erstreckte sich jetzt längs der Liwiez; bei Brock stand der österreichische General Moor. Das Hauptquartier dieses Korps war bei Pultusk.

Den 5ten Januar behielt alles seine gestrigen Stellungen. Von dem Major Rzodkiewiecz war ein Überfall des Kosakenregiments in Mordy veranstaltet und durch einen polnischen Kapitän, wobei sich der Leutnant von Ende mit einem Kavallerie- und der Leutnant von Klinkowstroem mit einem Infanterie-Kommando befanden, ausgeführt worden. Man hatte gegen 20 Kosaken gefangen, dabei aber einige Mann verloren.

Von der großen Armee erfuhr man, dass das Hauptquartier noch in Königsberg sei, ein großer Teil der in den Festungen gelegenen Truppen zur Unterstützung dahin vorrücke und das Sammeln der Versprengten hinter der Weichsel seinen guten Fortgang habe.

Der Feind hatte mit Verfolgen nachgelassen.

Aus dem österreichischen Hauptquartier, welches den 5n Januar noch in Pultusk war, erfuhr man, dass der Oberst Scheiter, während das Hauptquartier noch in Bialystok gewesen, nach Kriniki und Horaz marschiert war, dass der General Fröhlich den 31n Dezbr. auf Ostrolenka gegangen und eines seiner Detachements in Cioworow von russischen – eben dahin gewiesenen – Truppen delogiert worden wären, wenn diese nicht durch das determinierte Betragen des dort kommandierenden Offiziers, jedoch ohne Gewalttätigkeit, zurück gewiesen worden wären. Die beiderseitigen Vorposten verhielten sich bei Lomza sehr ruhig und 8 österreichische gefangene Dragoner wurden zurück geschickt. General Zechmeister stand in Zambrow, General Mohr in Brock. Man vermutete eine Zusammenkunft des Fürsten von Schwarzenberg mit einem russischen General Amstetten zu Ostrow, wo der General Flacher postiert war.

Den 6ten Januar erhielt die Avantgarde, in Rücksicht der Repressalien, die der gestrige Überfall erwarten ließ, eine etwas veränderte Delogierung und Formierung, auch ging der Leutnant Zacha wieder als Parlamentär zur Entschuldigung jenes Vorfalls ab, der sich während seiner Anwesenheit bei der russischen Avantgarde ereignet hatte.

Den eingegangenen Meldungen vom heutigen Tage zu Folge, hatte der Feind Modry geräumt und sich über Sokolow gegen Sterzyn und den Bug gewendet, nachdem er in Sokolow einige Polen gefangen, dabei aber gegen Wengrow demonstriert hatte. Nachmittags 4 Uhr hatte der Feind Sokolow wieder verlassen und sich anfangs gegen Wengrow gewendet, nach denen über die dortige Besatzung eingezogenen Nachrichten aber seinen Marsch weiter rechts gegen Nur und den Bug fortgesetzt. Die Stärke dieser Avantgarde ward zu 3.000 Mann mit 8 Piecen angegeben, sie übernachtete in Sterdyn.

Den 7ten Januar früh 2 Uhr war sie auch hier wieder aufgebrochen und hatte bei Kielbin den Bug passiert. Unverbürgte Nachrichten sprachen davon, dass mehrere Truppen, die nicht zu dem Sacken’-schen Korps gehörten, sich ebenfalls gegen Nur dirigierten; als Hauptquartier des General Sacken wurde Ostrozany oder Tschieganowicz angegeben. Der rückkehrende Leutnant v.Zacha hatte in Nur die Avantgarde des Sacken’schen Korps getroffen, aber nichts von anderen Truppen in Erfahrung gebracht.

Den 8ten Januar übernahm der General von Gablenz das Kommando der Avantgarde wieder. Die Patrouillen der Vorposten hatten Sokolow wieder besetzt gefunden und rapportierten, dass dieselbe feindlichen Kolonne, welche diesen Ort am 6n verlassen, wieder auf dem Rückmarsch sei. Einige zur Bestätigung dieser Nachrichten ausgesendete Dragoner des Regiments Polenz gerieten bei dieser Gelegenheit in feindliche Gefangenschaft.

Den 9ten Januar hielt der Feind diesen Ort und dessen Umgebungen fernerhin besetzt.

Der Oberst von Scheiter traf an diesem Tage in Makow ein. General Fröhlich wurde russischer Seits aufgefor-dert, Nowigrod zu verlassen, was aber nicht geschah. Das österreichische Hauptquartier war fortdauernd in Pultusk, das Reynier’sche in Warschau und Okuniew.

Den 10ten Januar wurden sämtliche Avantgarden, mit Ausnahme der Polen in Siedce, an die Befehle des General von Gablenz gewiesen, der sich nach Wengrow verlegte und überhaupt einen großen Teil der früherhin das Detachement des Obersten Hann formierenden Truppen mehr in diese Gegend gezogen, indem alle eingegangenen Nachrichten zu Folge, die größere Macht des Feindes sich über Nur und Tschichanowice gegen Ostrolenka zu dirigierte und nur eine unbedeutende Abteilung Kosaken und Jäger in Brcescz und längs des Bugs verteilt zurückgeblieben schien.

Man sprach von der Annäherung russischer Truppen gegen Zamosk und einer Privatkonvention der unter dem preußischen General York gestandenen Truppen mit dem Feinde.

Denselben Abend griff der Feind die Vorposten des General Gablenz jenseits Wengrow an und drängte sie etwas zurück; er erneuerte aber

den 11ten Januar mit Tagesanbruch seinen Angriff mit einer Überzahl von Kavallerie, welche größtenteils aus Kosaken bestand. Er wurde zwar von etwas Infanterie unterstützt, welche aber nicht zum Gefecht kam. Der General Gablenz sah sich genötigt, nach Liw zurück zu ziehen, indem feindliche Kavalleriekolonnen in seiner linken Flanke über das Eis gingen und in die Equipagen eindrangen. Bei dieser Gelegenheit gerieten einige Mann, des üblen Terrains wegen, in feindliche Gefangenschaft. Die sächsischen Husaren waren zu schwach, um eine über 2.000 Pferde starke Kavallerie aufhalten zu können; allein das 2te leichte Infanterie-Regiment, unter Anführung des Oberstleutnants Seydewitz, zeichnete sich auch hier wieder auf das vorteilhafteste aus. Es hielt die überlegene feindliche Kavallerie ab, feuerte auf dieselbe mit dem 3ten Gliede, welches umkehrt gemacht hatte und drang, als sich die Husaren zu sehr umringt befanden, mit gefälltem Bajonett auf die feindliche Kavallerie ein. Als diese braven Truppen ganz nahe heran waren, so erhielten die Kosaken ein so wirksames kleines Gewehrfeuer, dass mehrere derselben heruntergeschossen wurden und fast kein Schuss vergebens fiel. Es ist diesen Braven zu verdanken, dass dieser Angriff nicht mehr als 1 Toten, 3 Blessierte und einige Gefangene der sächsischen Avantgarde kostete.