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Katjas amouröse Abenteuer Die schöne Katja wuchs in einem konservativen, streng religiösen Elternhaus auf. Ihrer Schönheit und erotischen Ausstrahlung war sie sich nicht bewusst. Der gut aussehende Nachbarjunge stillte ihre Sehnsucht nach Zärtlichkeit. In der Ehe mit ihm erlebte sie aber nie wieder diesen wohligen Schauer. Die Erfüllung ihrer Sehnsucht nach Zärtlichkeit und Lusterfüllung erlebte sie anlässlich eines Kuraufenthaltes. Neben dem Alltag als Mutter und Ehefrau versuchte sie dennoch erotische abendteuer zu genießen.
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Seitenzahl: 139
Veröffentlichungsjahr: 2013
Katjas amouröse Abenteuer
Vorwort
„Jeder ist seines Glückes Schmied“
Nur in einer Ehe ist man nicht allein und jeder hat andere Vorstellungen vom Glück.
Dem Schicksal zu entkommen vermag wohl niemand, aber man kann sich an Schönem erfreuen und sich dessen bewusst werden, dass es nicht nur solches gibt.
*********
Sollte die eine oder andere Person sich in der Geschichte zu erkennen glauben, so kann es sich nur um eine Laune des Schicksals handeln.
Inhaltsverzeichnis
Frühlingsgefühle
Der Kuraufenthalt
Der Alltag danach
Die Zeit vergeht, die Sehnsucht bleibt
Das heilende Wasser
Neuerlicher Berufseinstieg
Laras Einladung
Gartenparty zum Vierziger
Was würde eine Scheidung bringen
Unerwartete Begegnung
Einladung
Ein erotischer Nachmittag
Wie nett von meinen Mann
Katja zieht Bilanz
Die schöne Katja wuchs in einem konservativen, streng religiösen Elternhaus auf und war der Stolz ihrer Eltern. Ihrer Schönheit und erotischen Ausstrahlung war sie sich nicht bewusst.
In der vornehmen Gegend mit Villen der Jahrhundertwende stand ihr Elternhaus, zu dem ein großer Garten mit altem Baumbestand gehörte. Katja liebte diesen Garten. Oft konnte man sie dort lesend auf einer der versteckten Bänke, oder träumend unter einem Baum liegend finden. Katjas Vater hatte ein Biotop angelegt, welches mit ausgesuchten Pflanzen einer Vielzahl von Tieren als Lebensraum diente. Sein besonderer Stolz waren die vielen Schmetterlinge. Katja liebte diese seit ihrer Kindheit und erfreute sich an deren Formen, Farben und ihrer Zartheit. Leider verweilten sie nie lange auf den Blüten, was ein ausgiebiges Betrachten unmöglich machte. Schon als Kind wollte sie die Schmetterlinge streicheln, doch Vater erlaubte dies nicht. „Wenn du sie angreifst, sind die samtweichen Flügel kaputt. Schau sie dir an und freue dich, so wie ich mich freue, wenn sie ihre Flügel ausbreiten um zu fliegen.“
In der schönen Jahreszeit speiste die Familie entweder auf der Terrasse oder unter dem riesigen Nussbaum. In seinem Schatten standen im Sommer elegante Gartenmöbel, die zum Verweilen einluden.
Nach der Arbeit ging Katja, wie man es von ihr erwartete, sofort nach Hause. Ihre Arbeitskolleginnen oder Freundinnen saßen lieber in den Cafés und verstanden Katja nicht.
Bei ihren Spaziergängen durch den Garten fiel Katja auf, dass der junge Mann vom hinteren Nachbargrundstück jede Gelegenheit nutzte, sie zu grüßen und einige Worte mit ihr zu wechseln. Bisher hatten sie kaum Kontakt gehabt, denn er war um fast zehn Jahre älter. Katja freute sich, dass der junge Mann sie bemerkte und so konnte sie feststellen wie sie als junge Frau wirkte. Bekannt war nur, dass seine Eltern immer Streit hatten, was auch im Garten zu hören war. Angeblich ließ sein jähzorniger Vater nicht nur am Sohn, sondern auch an dessen Mutter seinen Zorn aus.
Katja fühlte sich geschmeichelt, dass der gut aussehende Nachbar an ihr Interesse zeigte, was er mit entsprechenden Komplimenten zum Ausdruck brachte. Es ging so weit, dass beide aus dem Geräteschuppen Stehleitern holten, sodass Gerhard ungehindert über den Zaun klettern konnte. Dies führte schließlich dazu, dass die achtzehn Jahre alte Katja ihre ersten Erfahrungen in Sachen Liebe machte. Es wurde ihr bewusst, dass in ihrem Körper die Sehnsucht nach Zärtlichkeit aufkeimte. Nach den ersten scheuen Versuchen war es für sie ein überwältigendes Erlebnis, wenn Gerhards Hände den Ort ihrer rebellischen Sehnsucht erreichten. Ein wohliger Schauer durchrieselte sie dabei, ihrem gut entwickelten Busen schenkte er kaum größere Aufmerksamkeit.
Die Zweisamkeit der Beiden blieb nicht unbemerkt. Man hatte auch nichts dagegen, dass sie ihre Liebesbande knüpften, denn es sprach einiges dafür. Nach den Kriegsjahren legte Vater großen Wert darauf, dass der potenzielle Ehemann einen ordentlichen Beruf hatte, älter war und eine Familie erhalten konnte. Ihre freie Zeit verbrachten sie gemeinsam, und es gab für beide keine anderen Freunde oder gar Liebschaften. Die Familien beschlossen aus diesem Grunde einer Heirat zuzustimmen.
*
Das junge Paar baute ein Haus, Kindersegen stellte sich ein, und alle waren davon überzeugt, dass die inzwischen Dreiundzwanzigjährige das große Los gezogen hatte. Der Hausbau, das Einrichten, die Kinder, die täglichen Sorgen und Pflichten, die notwendigen Arbeiten im Garten dem Mann die entsprechende Dankbarkeit für all das Glück in anerzogener Demut entgegen zu bringen, ließen die Jahre verstreichen. Das Kinderzimmer bewohnten die Söhne Tobias, Robert und der vier Monate alte Peter. Durch das ausgefüllte Familienleben maß Katja dem Umstand, dass sich das Liebesleben nur nach dem Wunsch des Mannes richtete, kaum Bedeutung bei. Diese Augenblicke dienten dazu, dem momentanen Drang des Mannes nachzukommen, wobei sich dieser, dank Katjas guter Küche, mit seinen hundert Kilo auf sie rollte und sich schnaubend in Sekundenbruchteilen in ihr entlud. Nette Worte, Schmeicheleien wie einst im Garten oder die zielstrebigen, forschenden Hände, die damals mangels ausgiebiger Gelegenheit Wonnen bereiten konnten, wurden immer seltener. Wenn Gerhard Lust verspürte, griff er ihr zwischen die Beine und erwartete, dass sie diese öffnete.
Darüber hinaus war der Alltag vom Vorbild seines Vaters geprägt. Obwohl er diesem nie ähnlich sein wollte, stellte Katja fest, dass Gerhard sehr wohl dessen Anschichten vertrat, was er ihr mit Worten deutlich machte. „Ich erhalte die Familie. Die Kinder, ihre Probleme sind deine Sache und vor allem - sie haben zu folgen. Ich will damit nicht behelligt werden. Ich will, wenn ich nach Hause komme, ein ruhiges, friedliches Haus vorfinden und mir nicht deine nebensächlichen Sorgen und Nöte anhören oder darüber debattieren. Ich bin auch an dem allgemeinen Klatsch nicht interessiert, damit musst du selber klar kommen, so wie ich in meiner Arbeit.“
Er konnte wie sein Vater toben und entsprechend zuschlagen, wenn er sich über die Kinder ärgerte. Natürlich reagierte sie wie alle Mütter dieser Erde, sie stellte sich vor die Kinder. Dies veranlasste ihn mit der Zeit, alles mit der stereotypen Aussage abzutun: „Du bist mit deiner Erziehung selber Schuld, du hast immer Ausreden für ihr Verhalten, bist gegen jegliche Strenge, stellst dich sogar gegen mich.“
Dennoch versuchte Katja mit ihm über familiäre Probleme zu reden, aber er reagierte wortkarg, mürrisch, oder beendete solche Diskussionen mit Schweigen. Diese Auseinandersetzungen führten dazu, dass er tagelang außer einem Gruß beim Kommen und Gehen nicht mit ihr oder den Kindern sprach und falls doch, dann nur, wenn die Kinder nervten. Ihre Versuche, etwas mehr Harmonie in ihre Ehe zu bringen, tat er mit den Worten ab: „Du liest zu viele Bücher, deine Aufgabe ist, dich um die Familie zu kümmern, das Geld bringe ich nach Hause. Was willst du also von mir, jeder tut das Seine und deine Probleme interessieren mich nicht, du hast keinen Grund unzufrieden zu sein.“
*
Katja liebte die Adventzeit und versuchte dieser etwas Besonderes abzugewinnen, was ihr aber durch den Alltag und die familiären Umstände nicht wirklich gelang. Umso mehr genoss sie dann die Stunden des Alleinseins, den Duft vom Reisig, den brennenden Honigkerzen und den Duft von Bratäpfeln, wenn sie ihren Adventkranz band. Weihnachten war immer mit viel Arbeit verbunden, denn sie musste sich um alles kümmern, was sie den Kindern zuliebe gerne erledigte. Die Weihnachtszeit war die schlimmste, in dieser Zeit war ihr Mann noch weniger zugänglich. Es störte ihn alles, er nörgelte um des Nörgelns Willen. Er fand das ganze Tamtam unnötig, bei seinen Eltern gab es das auch nicht. Katja konnte sich auch nie mit ihm beraten, was sie für die Kinder kaufen sollten. „Es ist mir egal, was die Kinder kriegen, fragst mich ja auch das ganze Jahr nicht, wenn du etwas kaufst.“
Ihr wurde bewusst, dass sie alle miteinander nicht mehr ändern konnte, dass ihre „Männer“ viel Arbeit bedeuteten, die Wäscheberge, hinter allen wegräumen, einschließlich hinter dem Vater. Sie musste mittags und abends kochen, dem Essen wurde von allem reichlich zugesprochen. Ihre Anstrengungen, die anstehenden Probleme zu besprechen waren aussichtslos, denn sehr oft endeten diese Debatten mit Streit, man konnte nie vorhersehen wie er reagierte.
Sie besuchte diverse Kurse, um dem Alltagstrott zu entgehen oder ganz einfach daraus neue Kraft zu schöpfen. Dort lernte sie Menschen mit den gleichen Sorgen und Nöten kennen.
Beide waren in der Pfarrgemeinde tätig; Katja bei der katholischen Frauenbewegung, wo sie in erster Linie Selbstbestätigung suchte. Er engagierte sich als Jungschar-Führer und stellte bei der Feuerwehr seinen Mann. Dies bestärkte nach Außen den Anschein einer glücklichen Familie. Niemand hätte auch nur geahnt, dass sich die beiden bereits weit auseinander gelebt hatten.
Die zwischenmenschlichen Bedürfnisse hatten sich nach den seltenen Wünschen des Mannes zu richten und waren zu Ende bevor sie noch begonnen hatten. Danach lag sie noch lange wach, während er bereits tief und fest schlief, als hätte er schwerste Arbeit verrichtet. Sie horchte in ihren rebellierenden Körper, der sich nach Zärtlichkeiten sehnte. In solchen Momenten fanden ihre Hände nicht nur zu ihrem lodernden Schoß, sondern umspielten auch die Brüste, wobei sie sich bis zum Orgasmus reizte, die absolute Erlösung hinausschreien wollte, diese aber still genießen musste. Dafür hätte er kein Verständnis gehabt und ihr Handeln wäre für ihn reine Perversion gewesen. Gerhard wäre in seiner Männlichkeit zutiefst gekränkt gewesen - hatte er doch seine Pflicht erfüllt. Katja vermisste die anfänglichen Spielereien und Zärtlichkeiten so sehr, dass sie versuchte mit Gerhard darüber zu reden, aber dies war ein großer Fehler. Gerhard verließ kommentarlos das Zimmer und sprach drei Wochen nicht mit ihr.
Die Sommerlager der Pfarrgemeinde boten Abwechslung und sie bedeuteten auch Ferien vom Partner. Die Frauen fuhren mit den kleinen Kindern in feste Unterkünfte, er dagegen fuhr mit den älteren auf Zeltlager. Dass auf solchen Sommerlagern der Badespaß nicht zu kurz kam, war eingeplant. Nicht eingeplant war das Sommergewitter, welches rasch den Himmel verdunkelte und starke Windböen vorausschickte. Katja stand im Wasser um die restlichen, immer noch herumtollenden, nicht hören wollenden Wasserratten heraus zu holen, denn man wollte vor dem Regen in der Unterkunft sein. Sie verspürte einen heftigen Schlag im Rücken und im selben Augenblick schaukelte ein Wellenbrett an ihr vorbei. Im letzten Moment konnte sie dieses noch fassen, bevor es ein Kind traf.
Abends schmerzte der Rücken und man stellte einen Bluterguss fest. Da der Schmerz immer ärger wurde und ihre Beweglichkeit sehr eingeschränkt war, suchte sie den Gemeindearzt des Ferienortes auf. Dieser verabreichte ihr eine Spritze und verordnete etwas Schonung.
*
Die täglichen Pflichten und Arbeiten konnten nur mit Schmerzen verrichtet werden bis Katja sich entschloss, doch einen Spezialisten aufzusuchen, der eine Verletzung eines Wirbels feststellte und zu einem operativen Eingriff mit anschließendem Kuraufenthalt riet. Die Operation verlief äußerst positiv und nach dem Spitalsaufenthalt wurde sie sofort nach Schallerbach zur Rehabilitation geschickt.
Schon im Spital begann sie über ihr bisheriges Leben nachzudenken und über die Tatsache, dass sie mit fünfunddreißig beinahe im Rollstuhl gelandet wäre. Katja ließ auch kein schlechtes Gewissen hinsichtlich der allein gelassenen Kinder aufkommen. Da die gegenseitige Hilfe bei den Frauen der Pfarre selbstverständlich war, wurden ihre Kinder von diesen für die Dauer der Kur in deren Familien aufgenommen. Um ihren Mann brauchte sie sich überhaupt keine Sorgen machen, er wurde von seiner Mutter bekocht.
In den achtzehn Tagen Spitalsaufenthalt hatte ihr Gerhard gezeigt wie wichtig sie ihm war, denn er war ein einziges Mal mit Sebastian, dem vierjährigen Nachzügler, bei ihr zu Besuch. Tobias, Robert und Peter besuchten sie öfter mit dem Rad. Die drei waren sehr verschieden. Tobias und Robert waren der ganze Vater, sowohl in der Statur als auch in den Charakterzügen kam dieser Vorschein. Sebastian war Katjas besonderer Stolz, denn er liebte seine Mama und wenn es Debatten gab oder er merkte, dass es ihr nicht gut ging, dann war er immer bei ihr als müsste er sie beschützen oder trösten.
Zwei Jahre nach der Geburt von Sebastian wurde bei einer routinemäßigen Untersuchung beim Frauenarzt ein Myom entdeckt und sie unterzog sich einer Courettage. Da Katja die Pille nicht vertrug und für Gerhard Verhütung kein Thema war, ließ sie sich anlässlich des Aufenthaltes im Krankenhaus die Eileiter unterbinden, da sie keine weiteren Kinder wollte.
Katja konnte es kaum glauben, sie war auf einmal die wichtigste Person. Alle waren um ihr Wohlergehen besorgt. Für sie war es völlig ungewohnt sich morgens, mittags und abends an einen gedeckten Tisch zu setzen und die fertigen Speisen zu genießen. Ihre täglichen Pflichten beschränkten sich darauf, die verordneten Therapien einzuhalten. Auch der Umstand, dass sie den Rest des Tages ohne schlechtes Gewissen für sich verwenden konnte, war ihr neu. An den freien Nachmittagen konnte man mit anderen Kurgästen lange, ausgedehnte Spaziergänge unternehmen. Da Wald- und Feldwege mit einem sportiven Schuh besser zu bewältigen waren als mit ihren hohen Pumps, entschloss sie sich, zum Kauf von schicken Sportschuhen.
Heute war ihre erste Behandlung für dreizehn Uhr angesetzt, also nützte Katja den Vormittag. Ihr Weg führte sie auch ins Postamt, um mit ihrem Mann zu telefonieren. Das Gespräch verlief genauso wie sie es befürchtet hatte: „Was willst, es ist alles in Ordnung und wenn es nicht so wäre, könnten wir es auch nicht ändern, ich muss zu meiner Arbeit.“
„Wie geht es den Kindern?“
„Wie soll es ihnen gehen? Gut“, und schon war das Telefon stumm, er hatte ganz einfach aufgelegt. Sie war über seine ablehnende Art sehr enttäuscht und vertröstete sich auf abends, um dann bei den Freundinnen anzurufen und zu erfahren wie es den Kindern geht.
Obwohl Katja sich für eine Diät entschieden hatte, betrat sie die Konditorei und bestellte Kaffee und Kuchen. Traurig und niedergeschlagen trank sie den Kaffee, kostete den Kuchen, ohne wirklich zu schmecken, was sie aß. Dann plagte sie noch ihr schlechtes Gewissen, denn die Mehlspeise mit viel Buttercreme passte so gar nicht zur Diät. Beim Verlassen des Lokals fiel ihr Blick auf ein Plakat, welches darauf hinwies, dass täglich im Kurpark Konzerte stattfinden. Katja beschloss, diesen, sofern sie keine Behandlungen hatte, beizuwohnen, denn Musik war seit eh und je Balsam für ihre Seele.
Der Tag begann mit strahlendem Sonnenschein. Katja ging nach der empfohlenen Mittagsruhe in den Kurpark, setzte sich in die erste Reihe, um die flanierenden Kurgäste zu betrachten, was für sie immer schon ein Vergnügen gewesen war. Die Reihen füllten sich. In ihrem Blickfeld tauchte ein dunkel gekleideter Mann mit Geigenkasten auf. Sein Weg führte an der ersten Reihe vorbei. Er schenkte ihr ein freundliches Lächeln und nickte mit dem Kopf, als sich ihre Blicke trafen. Er betrat das Podium, setze sich neben den ersten Geiger. Katja sah ihm zu, wie er seine Geige liebevoll aus dem Kasten nahm und sich einspielte. Es war unvermeidlich, dass sich ihre Blicke trafen.
Die beschwingten Operettenmelodien, die wärmenden Sonnenstrahlen, seine gelegentlichen Blicke, die nur ihr gelten konnten, all dies versetzte sie in Hochstimmung.
Das Konzert war zu Ende, der Applaus verklungen, die Kurgäste gingen wieder ihrer Wege. Katja saß noch immer auf ihrem Platz. Den Klang der Musik noch im Ohr, ein Lächeln auf dem Gesicht, so verharrte sie, um dieses Erlebnis nachklingen zu lassen. Dazu kam noch dieses herrliche Gefühl der momentanen Freiheit. Schritte kamen näher und ein Schatten fiel auf sie. Bevor sie es noch richtig wahrgenommen hatte, hörte sie: „Es freut uns ganz besonders, dass Sie unsere Musik macht glücklich.“
Sie sah auf und da stand er, mit seinem Geigenkasten.
„Ja, es war wunderbar.“
„Ich hoffe, ich konnte beitragen mit meiner Geige, einer so schönen Frau Freude bereiten. Sie eben sehen so glücklich aus, will nicht stören, Sie haben verloren ihr Lächeln seit ich hier bin, will nicht Schuld sein.“
„Nein, nein“, stammelte sie, denn es wurde ihr bewusst, er sprach mit ihr.
„Ist Ihr Mann nicht bei Musik gewesen?“
„Nein, er ist zu Hause bei den Kindern.“ Warum erzähle ich das? Ich kenne diesen Mann nicht und lasse mich da ganz einfach ansprechen, mahnte sie ihre Erziehung. Zeit darüber nachzudenken blieb ihr keine.
„Ich möchte einladen Sie, auf Terrasse mit mir trinken einen Kaffee.“ Als er ihre ablehnende Reaktion bemerkte, sagte er: „Damit verstoßen nicht gegen gute Erziehung.“
Sie fanden einen leeren Tisch und er bestellte zwei Kaffee. „Ich spiele drei Jahre in Orchester, habe Zimmer bei älterer Dame. Nach Saison wieder zurück nach Ungarn, dann spielen zum Tanz mit Freunden. Tanze gerne, Sie auch?“
„Ja, nur nach der Operation sollte ich es besser lassen.“
„Warum kommen Sie nicht wie andere in Tenne? Müssen nicht tanzen, würden machen große Freude mit schöner Frau zu sitzen dort.“
„Nein! Die Tenne ist abends immer voll, da finden sie genug Damen zum Tanzen. Ich lese lieber oder mache noch einen kleinen Spaziergang.“
„Dann ich will spazieren mit Ihnen.“
Irgendwie fühlte sich Katja in seiner Umgebung nicht ganz wohl. Er sah zwar blendend aus, war sicherlich um die vierzig, aber seine etwas aufdringliche oder besser gesagt bestimmende Art machte Katja unruhig. Außerdem benutzte er jede Gelegenheit, um sie irgendwo zu berühren. Dies rief teils Ablehnung, teils knisternde Atmosphäre hervor, wie seinerzeit, als sie mit ihrem Mann die ersten verstohlenen Zärtlichkeiten beim duftenden Fliederbusch ausgetauscht hatte. Als sie sich dessen bewusst wurde, drängte sie zum Aufbruch, was aber eher einer Flucht gleichkam.
„Was ich haben gemacht, dass Sie mich verlassen? Darf ich Sie begleiten zum Kurheim?“
