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Die beste Entscheidung meines Lebens. Ein Zitat Goethes ist mir besonders in Erinnerung geblieben: Die Eltern sollten ihren Kindern zwei Dinge geben: Wurzeln und Flügel. Durch die Erforschung neuer Kulturen, im Endeffekt meiner zweiten Heimat – Deutschland – vergisst man unfreiwillig das was vorher war. Also wagte ich den Sprung in meine Vergangenheit, um andere Dinge von mit zu erfahren. Die Reise erwies sich als ein spannendes und zum Teil geheimnisvolles Abenteuer in die eigene Vergangenheit. Andere Dinge von mir und meiner Familie wurden mir offenbart. Insbesondere aber entdeckte ich die faszinierende Metropole Russlands mit all ihren leuchtenden Facetten.
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Seitenzahl: 99
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Eugenie Götting
Kaviar zum Frühstück
Ein StudienSemester in Moskau Metropole
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Idee zum Buch
Die Atmosphäre der Stadt
Der glücklichste Tag meines Lebens
Alexandrovsk – die Stadt des Zaren
Wenn du weißt was du tust, kannst du tun was du willst
Schon wieder Team-Work und Projekt Präsentationen
Der Mensch besitzt nichts Edleres und Kostbares als die Zeit
Ein Negativbeispiel und was man daraus lernen kann
Ein Teil der Klasse werden
Der Rote Platz
Stressimmunität
Der erste Schnee bedeckt Moskau mit weiß
Kurz vorm Nikolaus
Auf dem Bazar
Novodevichij Monstyr
Die Magie der Stadt
Die etwas andere Prüfungsordnung
Klausurstress
Kleider machen Leute
Pereslavl‘-Zalesskij
Das Pushkin Museum für bildende Kunst an der Wolchonka
Kaviar zum Frühstück
Déjà-vu
Quo vadis?
Der erste Sonntag allein
Kitaj - Gorod alias China Town
I am back
Kolomna - die Stadt des Dmitrij Donskoj (1350-1389)
Faszination „Goldene Ring“ – die Stadt Kolomna
Chingis’ khan und andere Mythen oder Der Nachteil nah am Wasser gebaut zu sein
Der zweitwichtigste Tag Russlands: Weihnachten
Carpe diem
Der zweite Januar - Sonjas Besuch in der Hauptstadt
Den Einladungen komme ich gerne entgegen
Gleicher Ort, selbe Zeit?
Kathedrale an der Metrostation Baumanskaja
Wer sucht der findet
Von Pleiten und anderen Missgeschicken
Um 6 Uhr Sonntags in der Früh - da hat der Wachmann seine Ruh´
Mein persönliches Taxi ist nun da
Impressum neobooks
Möglicherweise ist es etwas ungewöhnlich seine Erlebnisse in Form eines Buches zu verfassen. Viel öfter findet man Erfahrungsberichte derjenigen, die einige Zeit im Ausland während ihres Studiums verbracht haben. Selbstverständlich könnte ich dies genauso machen, doch dann wüsste ich nicht worüber ich zuerst schreiben sollte. Kann ich etwa ein halbes Jahr in ein paar Seiten hinein quetschen und damit all meine Erfahrungen, Gedanken und Gefühle wiedergeben?!
Das Ziel meiner Reise war nicht nur Kenntnisse in meiner Fachrichtung Betriebswirtschaft zu erreichen, meine Soft-Skills zu entwickeln, sondern auch Land und Leute näher kennen zu lernen. Doch all meine Erwartungen wurden weitgehend übertroffen und ich war fasziniert von der Schönheit und den Weiten des Landes. Es ist aber nicht nur die Natur des Landes, welche die Menschen in ihren Bann zieht, sondern auch die Gastfreundlichkeit ihrer Bewohner. Außerdem gab es ein paar wirklich interessante Erfahrungen, welche mit der russischen Mentalität und den Unterrichtsmethoden gemacht habe. Ich kann das gar nicht oft genug sagen, die Erfahrung, in einem anderen Land leben zu dürfen, ist einfach unbezahlbar und hat mich als Persönlichkeit wirklich bereichert. Keinen der Erlebnisse will ich eh wieder missen.
Möglicherweise liegt es daran, dass ich hier sehr viel Zeit habe, aber auch Möglichkeiten und Herausforderungen, welche ich überwinden will. Es gibt in Moskau sehr viele Gelegenheiten Dinge neu für sich zu entdecken, über vieles nachzudenken und sich weiterzuentwickeln. Diese Stadt ist ja auch sehr kreativ und anspornend. Man will sich bemühen, sich gut zu fühlen und etwas darstellen. Das ist das eine.
Es war einer der wunderschönsten Herbsttage. Der goldenen Herbsttage, wenn die Natur mit ihrer Schönheit lockt und angenehme Frische in der Luft liegt.
An so einem wunderschönen Tag, der eigentlich zum genießen gemacht war, eilte ich zum Seminar. Es war mein Ziel, so viel wie möglich zu lernen, und ich wollte mich davon nicht abbringen lassen. Im Unterricht habe ich es keine einzige Minute bereut, die Zeit im Klassenzimmer zu verbringen. Dafür freute ich mich umso mehr, als wir erfuhren, dass die Vorlesung diese Woche nicht stattfindet! Es war einfach nur unglaubliches Gefühl von Freiheit. Und meine Kommilitonin und ich beschlossen die letzten Sonnenstrahlen zu nutzen und Richtung Vorobjövi Gory zu gehen, um die Aussicht auf Moskau zu genießen.
Das ist ein toller Name einer kleinen Stadt, welche etwa hundert Kilometer nördlich Moskaus liegt. Zu der Geschichte dieser Stadt gibt es ein paar wirklich interessante Aspekte, welche bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen. Im Herbst des Jahres 1565 hatte Ivan Groznyj-der Schreckliche- dorthin seine Residenz verlegt und zog sich öfters gerne von Moskau nach Alexandrovsk zurück, um Ruhe zu finden. Möglicherweise hatte dieser Rückzug oder seine Aufenthalte dort eine symbolische Bedeutung und er wollte hiermit seine Macht demonstrieren.
Während der Zeiten der Sowjetunion wurden dort künstlich Kristalle gezüchtet. In vielen Gebieten waren einige Forschungsarbeiten die fortschrittlichsten auf aller Welt. Später ereilte sie aber dasselbe Schicksal wie das vieler anderer Produktionswerkstätten. Sie wurden von China überholt und überrollt. Und obwohl sie Vorreiter auf dem Gebiet der künstlichen Züchtung verschiedener Kristalle waren, Vorteile auf den Märkten hatten und durch zahlreiche Jahre der Erfahrung günstig produzieren konnten, war es kein sonderliches Hinderniss für chinesische Produktion den Markt zu überfluten. Sie waren eben noch günstiger und hatten schon in vielen Segmenten den Markt überschwemmt.
Wer eine mehr oder weniger typische Stadt für Russland sehen will, sollte auf keinen Fall denken diese in Moskau zu finden. Moskau ist nicht Russland, genauso wie Paris kein Frankreich ist. Und in den Provinzen herrschen ganz andere Lebensgewohnheiten. Für diejenigen, die auf Abenteuer stehen, sollten ihre Reise in die Provinzen um Moskau im späten Herbst planen. Dann erlebt man für Europäer fast schon seltsame und unglaubliche Dinge. So kann man eine zur Hälfte überflutete Straße sehen, statt den Asphaltstraßen Schlammstraßen. Wenn man den Mut findet nicht nur unter die eigenen Füße zu schauen, sondern auch mal die Bewohner betrachtet, kann man sehen, wie auch diese versuchen den überall vorhandenen Schlamm und riesigen Pfützen zu umgehen. Manche, auch ältere Damen, sind besonders vorsichtig und treten sehr vorsichtig auf den Dreck. Aber es hat sowieso kein Sinn, eigentlich müssten sie es doch wissen. Nichts desto trotz versuchen die Damen den Schlamassel zu umgehen.
Oft klingt die Behauptung: "Reisen erweitert deinen Horizont" oder "Man kann die Welt plötzlich mit anderen Augen sehen" viel zu banal, abstrakt oder aus der Luft herausgegriffen. Doch wenn man selbst ganz neue Erfahrungen macht, irgendetwas neu für sich entdeckt, dann erst merkt man den tieferen Sinn dieser Worte. Es ist wirklich erstaunlich, wie solche Begebenheiten den Raum sprengen, in dem wir gewohnt sind zu denken. Nun erscheinen eine asphaltierte Straße oder aber die gewohnten Stadteile nicht mehr als selbstverständlich. Dann schaut man nicht nur, sondern verarbeitet meist gezielt aber doch unbewusst die neue Information, welche wir bekommen. Ich merkte, dass ich mit größerer Aufmerksamkeit durch die Stadt Alexandrovsk gelaufen bin. Ich war neugierig, wie ein kleines Kind, welches erst sich umschauen muss, um zu verstehen, wo es eigentlich ist. Schon deswegen ist es lohnenswert mal aus einer so großen Stadt herauszufahren und die Luft der Provinzen zu schnuppern. Dies ist aber selbstverständlich nicht der einzige Grund aus den eigenen vier Wänden herauszukommen.
