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Beschreibung

35 Kürzestgeschichten - manche der "Miniaturen" sind einfach liebenswert und amüsant, einige sind historisch interessant, andere entführen uns aus der Realität aufs unsichere Gelände der Doppelbödigkeit, wieder andere beunruhigen oder machen nachdenklich. Keine der Geschichten ist ohne "Hintergrund". Einige Geschichten aus der ersten Auflage fehlen, viele neue sind dazugekommen - nachdenkliche, aber auch solche, die die heutige Lebenswirklichkeit deutlich werden lassen. Nicht nur der Titel wurde gekürzt, auch die Geschichten sind kürzer geworden. Deshalb gilt: Wer diese Geschichten gelesen hat in ihrer Kürze und Verknappung, der weiß mehr - über sich und das, was die Welt und unser Leben ausmacht.

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EPUB

Seitenzahl: 31

Veröffentlichungsjahr: 2017

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»Das Gute ist noch einmal so gut, wenn es kurz ist.«

Baltasar Gracián y Morales

spanischer Philosoph und Schriftsteller

* 1601 - † 1658

Inhalt

Ingrid Ansorge

Zum vorliegenden Buch

Ingrid Ansorge

Neuauflage

Harry Logan

Bitte schreiben Sie!

Annette Villwock

Der beste Freund

Ute Veith

Energie und Leidenschaft

Ulla Uckert

Der Sog des Geldes

Annette Villwock

Schweinereien

Heiner Lahn

Warten

Evelyn Krauss

Altes Wissen

Heiner Lahn

Atelierbesuch

Ulla Uckert

Eine eindrucksvolle Begegnung

Ute Veith

Bis zur nächsten Boje

Annette Villwock

Fake News

Ulla Uckert

Kurz entschlossen

Ute Veith

Havanna, Mojito, Zigarren

Evelyn Krauss

Historischer Irrtum

Ulla Uckert

Wer schön sein will

Harry Logan

Nicht schreien

Ulla Uckert

Gefährliches Schmierentheater

Annette Villwock

Fressen

Evelyn Krauss

Ein Sommerfest

Heiner Lahn

Hindukusch

Ute Veith

Nachtdienst

Evelyn Krauss

Zu spät

Ute Veith

Ruf an!

Heiner Lahn

In der Hitze des Tages

Annette Villwock

Hoffnung

Ulla Uckert

Familienfeier

Ute Veith

Notaufnahme 2017

Ulla Uckert

Angebot und Nachfrage

Ute Veith

Eine erstaunliche Reaktion

Ulla Uckert

Wahlkampf

Heiner Lahn

Mann irrt sich

Ute Veith

Klar zur Wende?

Heiner Lahn

Die neue Frisur

Annette Villwock

Der Bademeister

Ingrid Ansorge

Zu guter Letzt

Zum vorliegenden Buch

Wir alle kennen Kurzgeschichten – zuerst wurden sie in Nordamerika von Edgar Allan Poe und Washington Irving geschrieben, später dann vor allem von Ernest Hemingway, der nicht nur wegen seiner Romane, sondern auch wegen seiner »Short Stories« berühmt wurde. Nach dem 2. Weltkrieg wurden Kurzgeschichten auch im deutschsprachigen Raum bekannt - namhafte Autoren wie Wolfgang Borchert, Bertold Brecht, Siegfried Lenz und Friedrich Dürrenmatt griffen die Kurzgeschichte als neue Literaturform auf.

In diesem Taschenbuch stellen wir nun Kürzestgeschichten vor – dieses noch immer wenig bekannte literarische Genre geht ebenfalls auf den großen Hemingway zurück, der in den Zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts an einem Schreibwettbewerb einer großen amerikanischen Zeitung teilnahm, in dem eine extrem kurze Geschichte – eine »ShortShort« – von nur sechs Wörtern gefordert wurde. Wie konnte es anders sein – Hemingway gewann den Wettbewerb, und zwar mit folgender »Six-word-Story«:

»FOR SALE: Baby shoes, never worn.«

Zu verkaufen: Babyschuhe, nie getragen.

Da war Hemingway etwas ganz Neues gelungen– er hatte mit nur sechs Wörtern ( ins Deutsche übersetzt sind es sogar nur fünf! ) einen kleinen Roman geschrieben: Ein Kind wird erwartet, Babyschuhe werden gekauft – da passiert etwas Schreckliches, die Babyschuhe werden nicht mehr gebraucht und irgendwann verkauft... Eine allererste Kürzestgeschichte – Hemingway selbst nannte diese »ShortShort« ein Stück seiner besten Prosa.

Später schrieben auch deutsche Autoren wie Bertold Brecht, Günter Kunert und Robert Walser Kürzestgeschichten – nicht nur Geschichten von sechs Wörtern, man hat diese neue Textform auf einen Umfang von sechs bis 600 Wörtern festgelegt. Kürzestgeschichten öffnen eine Tür, durch die wir für einen aufblitzenden Moment in eine andere Zeit oder ein anderes Leben blicken können – in aller Kürze. Kein Wort zu viel, keins zu wenig.

Loriot schrieb nicht nur Sketche und Kurzgeschichten, sondern auch » ShortShorts « ( z. B. »Hasch« oder »Letzte Meldung« ) und zwar so gekonnt und mit so leichter Feder, dass sie geradezu als Paradebeispiele gelten können. Sie sind genau in der Form geschrieben, die allen Kürzestgeschichten zugrunde liegt: ein »normaler«, fast alltäglicher Anfang – dann die Wendung, der sogenannte »Break« – und ein unerwarteter, überraschender Schluss.