Kenia -  - E-Book

Kenia E-Book

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Beschreibung

Kenia, das Land im Osten Schwarzafrikas, eröffnet ein völlig neues Blickfeld auf die Vielfalt unserer schönen Erde, wenn man diesen Teil der Welt noch nicht kennengelernt hat. Ausgangspunkt der Reise war eine kleine, landestypische Bungalowanlage in Kilifi, am gleichnamigen Creek, nördlich von Mombasa. Von hier aus sind Ausflüge weiter in den Norden möglich. Malindi ist die drittgrößte Stadt Kenias und größter Fischerort des Landes. Eine Krokodil- und Schlangenfarm sowie der Vogelpark kümmern sich um die Erhaltung der heimischen Tierwelt. Watamu Beach glänzt mit strahlend weißem Sand und liegt direkt an einer großen Lagune, die durch große Felsen vom Meer getrennt ist. Schmale Lücken ermöglichen den Zugang zum Meer. Die Gedi-Ruinen sind Kenias berühmteste Ruinenstätte. Diese Stadt wurde von den Arabern gegründet und später zu einem Stützpunkt für Sklavenhandel ausgebaut. Richtung Süden, in Bamburi nördlich von Mombasa, liegt der Haller-Park. Hier wurde bis vor gut dreißig Jahren großflächig Korallenstein abgebaut. Der Schweizer René Haller nahm sich dieses Tagesbaues an und verwandelte ihn mit viel persönlichem Einsatz in ein Naturparadies zurück. Blumen, Büsche, Bäume und Palmen, alles zusammen bildet stellenweise undurchdringliches Dickicht. Viele verschiedene Tierarten sowie Vögel aller Art beleben den Park. Im Park fühlt man sich vollkommen der Welt draußen entrückt. Weitere Möglichkeiten, das Land und die Küste zu erkunden, sind zum Beispiel eine Fahrt mit der traditionellen Dhau, Ausfahrten zum Tauchen in einer fast unberührten Unterwasserwelt und mit guten Chancen auf eine Walhaibegegnung, oder der abendliche Besuch der Vogelinseln im Creek. Bei Spaziergängen in die nähere Umgebung erlebt man Kenia hautnah. Auf keinen Fall verpassen sollte man eine mehrtägige Safari, zum Beispiel in den Kimana Park im Landesinneren, wo man in kleinen Lodges untergebracht ist. Mehrere Ausfahrten täglich bringen die Tier- und Pflanzenwelt von Busch und Savanne nahe. Unglaublich viele Tierarten, vom Warzenschwein bis zur Giraffe und von Affen bis zum Nilpferd, zeigen sich überall. Das Glück scheint vollkommen, wenn man einer ziehenden Elefantenherde begegnet. Die überwältigende Vielzahl von Vögeln ist überraschend. Der Besuch eines Massai-Dorfes zeigt, wie die Menschen hier im Busch wirklich leben. Seit Jahrtausenden hat sich da kaum etwas verändert.

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Seitenzahl: 95

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Wir, A+K Weltenbummler, mit Namen Angela und Klaus, verreisen für unser Leben gern und haben in den letzten 30 Jahren viel gesehen und erlebt, haben Länder und Menschen kennengelernt. Dabei bereisten wir von der Karibik bis zu den Philippinen und vom Nordkap bis nach Kenia unsere schöne Erde. Je nach Erreichbarkeit erlebten wir die besuchten Länder im Rahmen einer Pauschalreise, per Wohnmobil oder individuell organisiert. In unseren Reiseberichten sind unsere Erlebnisse, Abenteuer und Entdeckungen mit vielen Bildern und in kurzweiliger Form niedergeschrieben. Sie können für die eigene Reiseplanung herangezogen werden oder einfach nur in fremde Länder entführen.

Heh, wir hatten keine Ahnung, wo es in diesem Jahr im Urlaub hingehen sollte. So stöberten wir in Katalogen, sahen uns den Reisesender sonnenklar.tv an und befragten das Internet. Dabei stolperten wir bei sonnenklar.tv über ein Sonderangebot, das die Urlauber nach Kenia führt. Kenia - das ist ja eine tolle Idee, wieder einmal etwas ganz anderes. Wir waren gleich Feuer und Flamme. Allerdings blieb uns nicht viel Zeit, eine Wahl zwischen den zur Verfügung stehenden Hotels zu treffen, denn das Angebot galt nur noch eine Woche. Wir wussten nur, dass das Hotel eine angeschlossene Tauchbasis haben sollte und es nicht direkt in oder bei Mombasa liegen sollte. Letztendlich entschieden wir uns für das Sea-Horse in Kilifi, sechzig Kilometer nördlich von Mombasa, an einem Küstenabschnitt gelegen, der nicht so überlaufen sein soll. Die meisten Hotels und Leute findet man südlich von Mombasa, soviel wussten wir inzwischen.

Bevor wir jedoch fahren konnten, waren einige Formalitäten zu erledigen, wie Visa in Berlin beantragen, die Gelbfieberimpfung, die Vorstellung beim Hausarzt und die Malariaprophylaxe. Das alles kostete zusätzlich kräftig Geld.

Doch dann war es endlich soweit, wir konnten es kaum noch erwarten. Wird es ein neuer Traumurlaub? In Sachen Gepäck hatten wir nicht viel Spielraum. Innerhalb des zulässigen Gepäckgewichts mussten wir auch unsere Tauchausrüstung unterbringen. Also zuerst Tauchausrüstung einpacken und dann sehen, was wir noch mitnehmen können. Viele Klamotten werden wohl kaum von Nöten sein.

Pünktlich am Flughafen in Frankfurt hofften wir, noch einen guten Platz in der Maschine zu bekommen. Leider sagte man uns, dass alle Plätze ausgebucht sind. Wir müssten uns mit getrennten Plätzen am Gang begnügen. Na, das fing ja gut an. Nach dem Check-in warteten wir im Transitraum bis zum Aufruf. Es waren eine Menge Leute für diesen Flug da. Um 18.30 Uhr bestiegen wir das Flugzeug, ein Airbus 320 der African Safari Airways. Nach fünfunddreißig Minuten Flugzeit landeten wir zuerst in München, wo es schon dunkel draußen war. Wir stiegen aus der Maschine und warteten erneut im Transitraum. Eine dreiviertel Stunde war für den Zwischenstopp anberaumt, aber erst nach eineinhalb Stunden ging es weiter. Gut acht Stunden sollte der Flug nach Kenia noch einmal dauern. Der Service an Bord war recht gut.

Am nächsten Morgen, genau um 4.28 Uhr, überquerten wir westlich des Mount Kenya den Äquator. Hurra, wir waren das erste Mal auf der südlichen Erdhalbkugel, wenn auch nur ein kleines Stück.

Eineinhalb Stunden vor der Landung gab es noch ein Frühstück und Kaffee, dann setzte das Flugzeug kurz nach 6 Uhr in Mombasa auf. Trotz der Verspätung beim Abflug erfolgte die Landung zwanzig Minuten vor der geplanten Ankunft.

Zu Hause hatten uns jetzt im Oktober 8 Grad vergrault, in Mombasa erwarteten uns 23 Grad, morgens um halb sieben. Als wir das Flugzeug verließen, schlug uns eine große Schwüle entgegen, wie aus einem Badezimmer, feuchtwarm.

Es dauerte nicht lange und die langen Pullover und Hosen, die wir trugen, waren vom Schweiß durchnässt. Es blieb jedoch keine Zeit, etwas Leichteres anzuziehen. Die Koffer ließen nicht lange auf sich warten, dann ging es zur Pass- und Visakontrolle und schon verließen wir das Flughafengebäude. Dort wartete eine Vertretung des African Safari Club, die die Hotelgäste auf verschiedene Busse verteilte. Kofferträger waren gleich zur Stelle, die das Gepäck zum Bus brachten. Auf dem Parkplatz stand ein singendes Begrüßungskommando, das die Gäste in Kenia willkommen hieß.

Unsere Koffer wurden auf das Dach des Busses verladen. Klaus übernahm die Übergabe und musste trotzdem gleich Tribut zahlen. Die guten Leute wollten pro verladenen Koffer einen Euro haben. Klaus meinte, dass sie doch einen sehr guten Stundenlohn hätten. Das verdienen wir nicht einmal annähernd zu Hause. Die Kofferverlader müssten sich schon mit der Hälfte begnügen.

Jetzt hieß es erst einmal warten, bis alle Gäste für das Sea Horse in Kilifi den Bus erreicht hatten. Die meisten schlugen sich noch mit den Visaformalitäten herum. Derweil kam jemand und wollte von mir Geld getauscht haben. Er hatte zu viel Kleingeld eingenommen und wollte gern Scheine dafür. Zwanzig Euro sollte ich ihm wechseln. Er zählte mir seine Geldstücke vor, aber irgendwie kam mir die Sache nicht geheuer vor. Ich wollte in dem neuen Land nicht gleich misstrauisch sein, doch irgendetwas sagte mir, dass ich doch mal nachzählen sollte – und siehe da, es fehlten ganze drei Euro.

Kurz darauf machte es ein anderer mit einer anderen Frau mit nur fünf Euro und auch hier fehlten etliche Cent. Man ist doch in einer so fremden Welt immer ziemlich hilflos und muss daher doppelt aufpassen.

Zwei Stunden nach der Landung fuhr der Bus ab, der nicht gerade unser Vertrauen erweckte. Es klapperte und schepperte an allen Enden.

Zuerst fuhren wir durch Mombasa Richtung Meer, auf die Straße nach Norden. Oh je, wir hatten inzwischen schon viel gesehen und dachten, dass es nicht mehr schlimmer kommen konnte. Aber es kam schlimmer. In Mombasa herrscht das blanke Chaos. Menschen, Autos, Hütten, Verkaufsstände und – vor allem Müll. Man kann sich diese Bilder nicht vorstellen, man muss sie gesehen haben.

Als wir dann die Stadt verlassen hatten, wurde es etwas besser, bis die nächste Siedlung kam. Sechzig Kilometer Strecke hatten wir bis nach Kilifi zu fahren, mit einem Bus, der den Namen nicht mehr verdient, und auf einer Straße, die nicht wirklich eine ist.

Wir fuhren an riesigen Sisalfeldern vorbei und konnten die berühmten Affenbrotbäume, Baobabs, bewundern. Dichter Busch wechselt sich mit kleinen Siedlungen und trockener Savanne ab.

Nach einer Stunde hatten wir Kilifi erreicht. Nur noch den Kilifi-Creek über eine lange Brücke queren, dann bog der Bus von der Straße ab. Jetzt wurden wir über eine Sandpiste geschaukelt, vorbei an ärmlichen Hütten und modernen Häusern aus Stein. Die Einheimischen musterten uns oder winkten uns freundlich zu. Zum zweiten Mal stellten wir uns die Frage: Wo sind wir hier nur gelandet? Einen Vorteil hatte diese lange Fahrt aber doch: unser eingeschlafener Blutkreislauf war wieder in Schwung gekommen.

Endlich fuhren wir auf das Hotelgelände und die Welt veränderte sich völlig. Alles ist herrlich grün und es blüht prächtig, es sieht aufgeräumt und sauber aus. Vorbei an kleinen Bungalows fuhren wir zum Wasser, wo der Bus auf einer Art Parkplatz hielt.

Verschwitzt, durchgeschüttelt und fertig von der Reise entstiegen wir dem Bus. Wir waren endlich da, in Kenia. Jambo.

im Sea Horse in Kilifi angekommen

Die Gepäckträger und der Manager standen schon zum Empfang bereit. Sie begrüßten uns mit dem allgegenwärtigen „Jambo“ und luden uns für den Vormittag zu einer offiziellen Begrüßung ein, bei der sich die Gastgeber bekannt machen wollten. Erst einmal waren wir jedoch zum Frühstück eingeladen.

Jetzt half aber alles nichts mehr, wir mussten zuerst unseren Bungalow beziehen, uns frisch machen und vor allem aus den dicken Sachen raus. Das war okay, wir sollten einfach danach zum Frühstück kommen.

Wir holten unsere Bungalowschlüssel aus der Rezeption und bezogen den allerletzten Bungalow in der Reihe, am weitesten weg von allem. Das Gepäck trug man uns hinterher. Die Anlage und die Bungalows sind vom Feinsten, nur innen drin waren die Unterkünfte ganz leicht schmuddelig.

Zum Frühstück konnte ich nicht mehr viel essen, denn die Verpflegung im Flugzeug war sehr reichhaltig. Die Auswahl am Büffet ist groß, dazu stehen Kaffee oder Tee auf Bestellung zur Auswahl. Wir bestellten Kaffee, wie es sich für ein richtiges Frühstück gehört, aber der schmeckte, als wäre er mit Meerwasser gekocht und war nicht zu trinken.

Um 11 Uhr fand die Begrüßung statt. Während wir unsere Begrüßungsgetränke schlürften, stellten sich unsere Gastgeber vor und erklärten den Ablauf hier in der Anlage. Die Gastgeber erzählten, wann es die Mahlzeiten gibt, wer für was zuständig ist, wo man Ausflüge buchen kann und wir möchten uns bitte immer melden, wenn uns etwas nicht zusagt. Wir sollten uns wie zu Hause fühlen, Gäste und Gastgeber sind eine große Familie. Bei kaum siebzig Gästen in der Anlage ist das kein Problem.

Das kam mir doch gerade recht, denn ich wollte ganz gern einen Bungalow haben, der näher am Wasser und am Geschehen liegt. Der Weg jedes Mal dort hinter ist doch ganz schön weit. So gingen wir zum Tourist-Officer und fragten, ob wir nicht einen anderen Bungalow bekommen könnten. Wir legten ihm unsere Gründe dar und bekamen gleich einen, der fast ganz vorn in der Reihe steht. Im ersten Bungalow befindet sich die Rezeption, im zweiten residiert der Manager und dann kamen wir. Das war doch wesentlich besser.

einer der Gäste-Bungalows

Innenraum der Bungalows

eine gemütliche und sehr schöne Anlage

Bis zum Mittag dösten wir, es war noch kaum eine Stunde bis dahin. Nach dem Essen erkundeten wir in aller Ruhe die nähere Umgebung des Sea Horse, doch wir kamen nicht weit. Mangroven und versteinerte Austernbänke versperrten uns die Wege am Strand entlang. Immer wieder kamen Einheimische auf uns zu und boten uns ihre Ausflüge an, z.B. eine Abendfahrt zur Vogelinsel, eine Tagesfahrt mit der Dhau oder einen Stadtspaziergang mit dem Besuch einer Schlangenfarm und Ruinen der Suahelis vergangener Tage. Sogar Souvenirs konnten wir kaufen. Das alles war nicht gleich etwas für den ersten Tag. Wir wollten uns erst einmal weiter informieren, vor allem wissen, wann unsere gebuchte Safari losgeht, danach wird sich alles andere richten.

der Strand

Kilifi Creek

Nach dem Mittag, das es ebenfalls in Büffetform gibt, musste Klaus erst einmal kurz etwas Schlaf nachholen, ich schrieb derweil auf der Terrasse mein Tagebuch. In etwas Entfernung hörte ich das exotische Schreien eines Vogels, es konnte aber auch ein Affe gewesen sein. Das weiß man in den Tropen nie so genau.

Ich saß noch nicht lange, da fraßen mich auch schon die Mücken auf. Sie sind kleiner als zu Hause und dunkler.

Nach einer dreiviertel Stunde weckte ich Klaus und wir gingen zum Wasser, denn der Strand ist mückenfrei. Wir konnten uns aussuchen, wo wir sitzen oder liegen wollten, ob auf der Terrasse im Schatten der Anlage, auf der Liegewiese im Schatten der Kokospalmen, am Pool oder auf einer Bank in der Sonne. Nur in den Sand konnte man sich nicht legen, der war völlig durchnässt. Wenig später erfuhren wir, warum.

Wir entschieden uns erst einmal für die Sonne und baden gehen. Das Wasser hat eine angenehme Temperatur und ist sauber und blau. Es ist nicht der Indische Ozean, sondern nur ein Creek, eine Brackwasserlagune, die von mehreren Flüssen aus dem Landesinneren gespeist wird.

Kurz nach 17 Uhr suchten wir erneut das Tourist-Büro auf. Diesmal um zu fragen, wann unsere Safari stattfinden wird. Wir bekamen die Auskunft, dass es für uns übermorgen losgeht. Das war genauso, wie wir es uns als optimal ausgemalt hatten. Da würden wir Gelegenheit haben, Land und Leute besser kennen zu lernen und etwas über die gängigen Preise zu erfahren.

Für den nächsten Tag hatte Klaus eine Schnorchel-Tour geplant. Und schon mussten wir feststellen, dass vierzehn Tage viel zu kurz sind, für das, was wir hier alles erleben wollen.