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Das "Kernland" des Dichters ist - zeitgeistwidrig - die Poesie. Jedes "gültige" Gedicht besticht durch das, was es "eigentlich" aussagt, auch mittels seiner Sprache, und was "profane" Sprache nicht aussagen kann: Das Geheimnis in ihm, das über diese Welt hinausführt. Deshalb, vielleicht nur deshalb, haben Gedichte letztlich ihre Existenzberechtigung und sollten gehört (und gelesen) werden.
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Seitenzahl: 33
Veröffentlichungsjahr: 2025
Bisherige Veröffentlichungen:
Sieben mal sieben. Neunundvierzig Gedichte (2010)
In die Nacht hören. Einundfünfzig Gedichte (2011)
Tausend Winter. Hundert Gedichte (2013)
Der Weg zum Himmel (2021)
Aller Engel Ich (2023)
Lacht und stürbe (2024)
Sandkörner, ewige, zwei (2025)
EINS
Schatten
Staubkorn
Silvester
Wurm
Wahrheit
Jubel
Nahrung
Hitze
Urteil
Gestank
Raunen
ZWEI
Kernland
Hall
Blut
Mond
Zwerge
Unversehrtheit
Gewissheit
Wiedergeburt
Häuser
Weihnachten
Rahmen
DREI
Unterscheidung
Feuer
Mitte
Herz
Takt
Perle
Irrtümer
Frühlicht
Ich
Reue
Reiche
VIER
Last
Furcht
Wahn
Beginn
Gärten
Nähe
Schicht
Geleise
Schöpfung
Fahne
Dochte
FÜNF (GROTTE)
Unfrieden
Behauptung
Grotte
Totenklage
Leichen
Gift
Grotte II
Wände
Wandel
Tarnungen
Scham
SECHS (MÄDEL I)
Heimat
Feuer
Trübsal
Tiefschlag
Erinnerung
Epitaph
Vergeltung
Epitaph II
Verblauung
Rose
Abrechnung
SIEBEN (MÄDEL II)
Hilfe
Untergrund
Morgen
Früchte
Erweckung
Spur
Inseln
Spur II
Meer
Ziel
Vergessen
ACHT (MÄDEL III)
Windhauch
Streit
Epos
Flucht
Gedenktage
Erde
Topos
Einzelheiten
Versprechen
Silber
Scheidung
NEUN
Dorn
Friedhöfe
Rache
Wolke
Drangsal
Verwandtschaften
Chuzpe
Lebenslauf
Gerinnung
Unfug
Freude
ZEHN
Bitte
Ähnlichkeit
Träume
Einsamkeit
Ströme
Schichten
Bedenklichkeiten
Kathedrale
Leuchtfeuer
Hoffnung
Schwund
ELF
Momente
Sprachlosigkeit
Ufer
Einblicke
Geschehnisse
Leid
Innenleben I
Innenleben II
Gewänder
Chöre
Vermutung
Verfinsterung
Vieles Gewaltige ist:aber wir wissen voneinander nichts und sind einander nicht teuer. Aber das Vergangene ist ein Berg, der dahinstirbt über Äonen; der Mensch ist kleiner als er; der Mensch verliert seinen Verstand, sein Leben, sein Heil, sich selbst; doch nichts ist gewaltiger als der Mensch. An einem Tag rottet er seine Zukunft aus und übertrifft den Träger des Lichts, der ihn verführte, um ein Weniges; und Stolz erfüllt ihn ob seiner Vernichtung;eines Schattens Traum ist der Mensch.
Jetzt denk es, wenn du´s nicht denken kannst, selbst, durch meine Gedanken, das Undenkbare, Unaussprechliche, Einzige: Wonach wir fragen und jagen ein Leben lang, um zu sein. Am Ende erhascht du aber ein Staubkorn, das dich erschlägt vor lauter innewohnender Schwere ewiger Asche.
Morgen fängt alles von vorne an, sagt der Mensch. Morgen beginnt die Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, sei bereit, sagt aber der Engel: Morgen gebe ich dir Geleit.
Immer wenn Neues an-
oder ausbricht, kommen
Steine ins Rollen
und Worte und Orte
in uns, und erhebt
sich ein Sturm in der Seele,
sie sei zu wenig unendlich;
denn der Wurm, der nicht
stirbt, nagt an ihr, bis
sie kaum mehr lebt und
sagt ihr ein, was sie sein
soll, als wäre sie nicht
sie selbst, und dass
sie stürbe.
Aber, Furcht: Du
zerschmetterst mich und meine
Sinne, jeden Tag. Ich geh
zugrunde. Besser ist das
vielleicht; oder aber auch,
zurückzuschlagen, dich
aufzulösen in der Säure
der Wahrheit, die da sagt:
Fürchte dich nicht; ich bin
bei dir an allen
furchtbaren Tagen.
Ungesagt bleiben meistens die Dinge des Stolzes, die uns umfahrbar machen; im Lachen des Holzes verklärt sich der Untergang der Dinge. Im Aufgang des Mondes singe der Nacht ein Jubellied, dass sie noch sei.
Dem Tod aufs Ohr
hauen: Ich verlor
die Beherrschung, Tod;
ein halbes Lot
bloß wog
meine Seele noch,
da zog
ich es vor,
weils nach Erlöschen roch,
ihren Hunger zu stillen
nach echtem Gewicht
mit leuchtendem Brot
aus dem Futtertrog
aus Licht,
gegen deinen Willen.
Tote Tage um uns
herum, lebende Lügen,
