Kernland - Wolfgang Linke - E-Book

Kernland E-Book

Wolfgang Linke

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Beschreibung

Das "Kernland" des Dichters ist - zeitgeistwidrig - die Poesie. Jedes "gültige" Gedicht besticht durch das, was es "eigentlich" aussagt, auch mittels seiner Sprache, und was "profane" Sprache nicht aussagen kann: Das Geheimnis in ihm, das über diese Welt hinausführt. Deshalb, vielleicht nur deshalb, haben Gedichte letztlich ihre Existenzberechtigung und sollten gehört (und gelesen) werden.

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Seitenzahl: 33

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Bisherige Veröffentlichungen:

Sieben mal sieben. Neunundvierzig Gedichte (2010)

In die Nacht hören. Einundfünfzig Gedichte (2011)

Tausend Winter. Hundert Gedichte (2013)

Der Weg zum Himmel (2021)

Aller Engel Ich (2023)

Lacht und stürbe (2024)

Sandkörner, ewige, zwei (2025)

Inhaltsverzeichnis

EINS

Schatten

Staubkorn

Silvester

Wurm

Wahrheit

Jubel

Nahrung

Hitze

Urteil

Gestank

Raunen

ZWEI

Kernland

Hall

Blut

Mond

Zwerge

Unversehrtheit

Gewissheit

Wiedergeburt

Häuser

Weihnachten

Rahmen

DREI

Unterscheidung

Feuer

Mitte

Herz

Takt

Perle

Irrtümer

Frühlicht

Ich

Reue

Reiche

VIER

Last

Furcht

Wahn

Beginn

Gärten

Nähe

Schicht

Geleise

Schöpfung

Fahne

Dochte

FÜNF (GROTTE)

Unfrieden

Behauptung

Grotte

Totenklage

Leichen

Gift

Grotte II

Wände

Wandel

Tarnungen

Scham

SECHS (MÄDEL I)

Heimat

Feuer

Trübsal

Tiefschlag

Erinnerung

Epitaph

Vergeltung

Epitaph II

Verblauung

Rose

Abrechnung

SIEBEN (MÄDEL II)

Hilfe

Untergrund

Morgen

Früchte

Erweckung

Spur

Inseln

Spur II

Meer

Ziel

Vergessen

ACHT (MÄDEL III)

Windhauch

Streit

Epos

Flucht

Gedenktage

Erde

Topos

Einzelheiten

Versprechen

Silber

Scheidung

NEUN

Dorn

Friedhöfe

Rache

Wolke

Drangsal

Verwandtschaften

Chuzpe

Lebenslauf

Gerinnung

Unfug

Freude

ZEHN

Bitte

Ähnlichkeit

Träume

Einsamkeit

Ströme

Schichten

Bedenklichkeiten

Kathedrale

Leuchtfeuer

Hoffnung

Schwund

ELF

Momente

Sprachlosigkeit

Ufer

Einblicke

Geschehnisse

Leid

Innenleben I

Innenleben II

Gewänder

Chöre

Vermutung

Verfinsterung

EINS Schatten

Vieles Gewaltige ist:aber wir wissen voneinander nichts und sind einander nicht teuer. Aber das Vergangene ist ein Berg, der dahinstirbt über Äonen; der Mensch ist kleiner als er; der Mensch verliert seinen Verstand, sein Leben, sein Heil, sich selbst; doch nichts ist gewaltiger als der Mensch. An einem Tag rottet er seine Zukunft aus und übertrifft den Träger des Lichts, der ihn verführte, um ein Weniges; und Stolz erfüllt ihn ob seiner Vernichtung;eines Schattens Traum ist der Mensch.

Staubkorn

Jetzt denk es, wenn du´s nicht denken kannst, selbst, durch meine Gedanken, das Undenkbare, Unaussprechliche, Einzige: Wonach wir fragen und jagen ein Leben lang, um zu sein. Am Ende erhascht du aber ein Staubkorn, das dich erschlägt vor lauter innewohnender Schwere ewiger Asche.

Silvester

Morgen fängt alles von vorne an, sagt der Mensch. Morgen beginnt die Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, sei bereit, sagt aber der Engel: Morgen gebe ich dir Geleit.

Wurm

Immer wenn Neues an-

oder ausbricht, kommen

Steine ins Rollen

und Worte und Orte

in uns, und erhebt

sich ein Sturm in der Seele,

sie sei zu wenig unendlich;

denn der Wurm, der nicht

stirbt, nagt an ihr, bis

sie kaum mehr lebt und

sagt ihr ein, was sie sein

soll, als wäre sie nicht

sie selbst, und dass

sie stürbe.

Wahrheit

Aber, Furcht: Du

zerschmetterst mich und meine

Sinne, jeden Tag. Ich geh

zugrunde. Besser ist das

vielleicht; oder aber auch,

zurückzuschlagen, dich

aufzulösen in der Säure

der Wahrheit, die da sagt:

Fürchte dich nicht; ich bin

bei dir an allen

furchtbaren Tagen.

Jubel

Ungesagt bleiben meistens die Dinge des Stolzes, die uns umfahrbar machen; im Lachen des Holzes verklärt sich der Untergang der Dinge. Im Aufgang des Mondes singe der Nacht ein Jubellied, dass sie noch sei.

Nahrung

Dem Tod aufs Ohr

hauen: Ich verlor

die Beherrschung, Tod;

ein halbes Lot

bloß wog

meine Seele noch,

da zog

ich es vor,

weils nach Erlöschen roch,

ihren Hunger zu stillen

nach echtem Gewicht

mit leuchtendem Brot

aus dem Futtertrog

aus Licht,

gegen deinen Willen.

Hitze

Tote Tage um uns

herum, lebende Lügen,