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Starte direkt mit echten KI-Projekten
Mit diesem Buch startest du direkt durch: Du lernst künstliche Intelligenz, indem du selbst programmierst - praxisnah, kreativ und verständlich. Schritt für Schritt entwickelst du spannende KI-Anwendungen mit wenigen Codezeilen: vom Chatbot über Bilderkennung bis hin zur Musik- und Bildgenerierung. Du experimentierst mit maschinellem Lernen und verstehst, wie lernende Systeme wirklich funktionieren. Alles, was du brauchst, sind grundlegende Programmierkenntnisse.
Alles dabei - von den Python-Grundlagen bis zu modernen KI-Bibliotheken
Dank klarer Erklärungen und anschaulicher Beispiele findest du dich auch als Einsteiger schnell zurecht. Du lernst alle wichtigen Techniken kennen und setzt sie direkt um - von einfachen Klassifikationsmodellen bis hin zu generativer KI mit GANs, RNNs und Diffusionsmodellen. Dabei nutzt du professionelle Bibliotheken wie NumPy, TensorFlow, Matplotlib, SpaCy und music21.
Programmieren, verstehen, experimentieren
Jedes Kapitel lädt zum Mitmachen ein - mit abwechslungsreichen Aufgaben, anschaulichen Abbildungen und vielen Ideen zum Ausprobieren. Du lernst, wie du KIs mit eigenen Daten trainierst oder Daten aus dem Internet nutzt, um spannende Anwendungen zu entwickeln. Die Programme kannst du entweder lokal auf deinem Rechner umsetzen oder du arbeitest im Browser mit Google Colab.
Aus dem Inhalt:
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Seitenzahl: 331
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Michael Weigend
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://portal.dnb.de/opac.htm abrufbar.
ISBN 978-3-7475-0997-5 1. Auflage 2025
www.mitp.de E-Mail: [email protected] Telefon: +49 7953 / 7189 - 079 Telefax: +49 7953 / 7189 - 082
© 2025 mitp Verlags GmbH & Co. KG, Augustinusstr. 9a, DE 50226 Frechen
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Lektorat: Janina Vervost Sprachkorrektorat: Franziska Kaltenberger Fachkorrektorat: Petra Heubach-Erdmann Covergestaltung: Christian Kalkert Coverbild: © Slowlifetrader / stock.adobe.com Satz: III-satz, Kiel, www.drei-satz.deelectronic publication: III-satz, Kiel, www.drei-satz.de
Wenn Menschen heute über künstliche Intelligenz (KI) reden oder schreiben, denken sie meist an Systeme wie ChatGPT. Tatsächlich gibt es aber viele Formen von KI, und einige davon sind schon seit vielen Jahren in Betrieb, ohne von der breiten Öffentlichkeit bemerkt worden zu sein.
Eine generative künstliche Intelligenz (generative KI) ist ein Computerprogramm, das Medienprodukte (z.B. Bilder, Texte) erstellen kann, die aussehen, als wären sie von einem Menschen erschaffen worden. Generative KI ist also schöpferisch und produktiv. Im Unterschied dazu steht diskriminierende KI. Das sind Programme, die z.B. Verkehrszeichen oder Gesichter auf Bildern erkennen können.
Dieses Buch möchte dich inspirieren, selbst aktiv und kreativ zu werden. In vielen kleinen Projekten, die du am Computer ausprobieren und weiterentwickeln kannst, näherst du dich den wichtigsten Prinzipien der KI. Es werden keine speziellen Vorkenntnisse vorausgesetzt.
Wir beginnen einfach. Die ersten Projekte nutzen Standardtechniken der Programmiersprache Python, insbesondere Strings, Listen und Dictionaries. Später kommen dann umfangreiche, kostenlos verfügbare Programmbibliotheken hinzu, die du installieren musst: NumPy, Matplotlib, SpaCy, TensorFlow und music21.
In jedem Kapitel gibt es:
Fragen zum Verständnis
Beobachtungsaufgaben
Programmierprojekte
Kästen mit praktischen Tipps und Hintergrundwissen
am Ende einen Rückblick auf die wichtigsten Dinge
Darüber hinaus enthalten einige Kapitel:
Rätsel oder Übungen mit Bleistift und Papier
ein Trainingscamp, um neue Programmiertechniken zu lernen und zu üben
Experimente, z.B. um komplexe Datenstrukturen besser zu verstehen
Alle Programmbeispiele kannst du von der Webpräsenz des mitp-Verlags herunterladen. Besuche die Adresse https://www.mitp.de/0995, wähle die Registerkarte Downloads und klicke auf den Link Programmbeispiele. Nach dem Entpacken hast du einen Ordner mit allen Programmen, die im Buch erklärt werden. Die Ordner für die Kapitel 4 bis Kapitel 8 sind in einem Ordner namens tensorflow zusammengefasst. Sie enthalten Programme, die man sinnvollerweise in einer virtuellen Umgebung ausführt.
Auf der Website des mitp-Verlags findest du auch einen Link zu einem Google-Drive-Ordner mit Jupyter-Notebooks (für Google Colab). Der direkte Link ist: https://drive.google.com/drive/folders/1RwzldzzQ5EauBPZ0N3dj6PowYHfxHB6z
Dort kannst du die meisten Programmbeispiele direkt im Browser ausprobieren und weiterentwickeln – ganz ohne Installation auf deinem eigenen Computer.
Was ist eigentlich Intelligenz? In diesem Kapitel gehen wir dieser Frage auf den Grund und schaffen gleichzeitig die Grundlage für die im Buch folgenden KI-Projekte. Falls du mit der Programmiersprache Python noch nicht vertraut bist, erhältst du ganz nebenbei eine kurze Einführung.
Zunächst werfen wir einen Blick auf ein psychologisches Modell der menschlichen Intelligenz. Die »Primärfaktoren« dieses Modells sind dir wahrscheinlich von populärwissenschaftlichen Intelligenztests und Denksportaufgaben bekannt (Gegenstände in Gedanken rotieren, Bildfolgen ergänzen, memorieren, Synonyme finden etc.). Einige dieser Fähigkeiten beherrschen Computer ganz hervorragend. Mit 3D-Editoren kann man 3D-Objekte aus beliebigen Blickwinkeln betrachten, Computer besitzen ein hervorragendes Gedächtnis etc.
Im Anschluss wird der Turing-Test (»Imitation Game«) behandelt. Demzufolge ist ein System intelligent, wenn es in seinem Verhalten nicht von einem Menschen unterschieden werden kann.
Im Rest des Kapitels werden einige Programme erläutert, die auf diesem KI-Verständnis (»KI als Ersatzmensch«) basieren: Chatbots, mit denen man sich unterhalten kann oder die von sich aus Menschen ansprechen, und ein Spiel mit einer KI als Spielgegner (»Nim«). Alle in diesem Kapitel beschriebenen Programme sind Beispiele für symbolische KI, deren Arbeitsweise durch nachvollziehbare Regeln bestimmt ist. Später schauen wir uns subsymbolische KI an. Dazu gehören künstliche neuronale Netze. Sie lernen aus Beispielen, aber wie sie Entscheidungen treffen, ist nicht zu durchschauen.
Im Jahr 1950 diskutierte der englische Wissenschaftler Alan Turing in seinem Artikel »Computing Machinery and Intelligence« die Frage, ob Maschinen denken können und unter welchen Bedingungen man sie als intelligent bezeichnen könne. Seine Idee war folgende: Eine Maschine ist intelligent, wenn man ihr Verhalten nicht von dem Verhalten eines Menschen unterscheiden kann.
Abb. 1.10: »Können Maschinen alles tun, wozu wir als denkende Wesen fähig sind?«
In diesem Artikel beschrieb er eine einfache Methode, mit der man prüfen kann, ob eine Maschine intelligent ist. Er nannte sie »Imitation Game«; inzwischen ist sie als »Turing-Test« in die Geschichte eingegangen. Der klassische Turing-Test funktioniert so: Ein Mensch (Prüfer) unterhält sich über geschriebenen Text auf Zetteln mit zwei Gesprächspartnern A und B. Die Zettel werden von einem Vermittler weitergereicht, sodass der Prüfer nicht weiß, mit wem er sich unterhält. Der eine Gesprächspartner ist ein Computer, der andere ein Mensch. Wenn der Prüfer aufgrund der Antworten Mensch und Computer nicht unterscheiden kann, zeigt der Computer Intelligenz.
Abb. 1.11: Der Turing-Test
Beachte, dass sich Turings Konzept von Maschinenintelligenz nicht auf Gespräche beschränkt. Es geht darum, dass ganz allgemein das Verhalten einer intelligenten Maschine von menschlichem Verhalten nicht unterschieden werden kann. In der Digitaltechnik werden heute Turing-Tests zu verschiedenen Zwecken verwendet:
Web-Programmierung: Manche Webseiten enthalten einen Turing-Test, um sicherzustellen, dass der Besucher der Seite ein Mensch ist und kein Roboter. Es gibt da unterschiedliche Systeme. Häufig muss man zu einem Bild mit verzerrt dargestellten Buchstaben (siehe Abbildung 1.12) die korrekte Zeichenfolge eingeben (Capcha).
Abb. 1.12: Capcha (completely automated public Turing test to tell computers and humans apart)
Generative KI: Der Diskriminator eines Generative Adversarial Network (GAN) versucht, zu erkennen, ob Daten maschinell erstellt worden oder (menschengemachte) Originaldaten sind. Mehr dazu in Kapitel 5.
