Kick das Schicksal - Manuel Rieger - E-Book

Kick das Schicksal E-Book

Manuel Rieger

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Beschreibung

Treten Sie dem Schicksal in den Allerwertesten! Es ist eine der ältesten Fragen der Welt: Sind wir Menschen dem Schicksal ausgeliefert oder haben wir unser Leben selbst in der Hand? In diesem Buch erhalten Sie einen Einblick in die Welt der (Irr)Wege des Schicksals und des freien Willens. Dabei setzt der Autor auf wissenschaftliche Erkenntnisse und gibt diese sehr pragmatisch und praktisch umsetzbar wieder. Dieses Buch ist keine Ansammlung von theoretischen Abhandlungen. Es setzt stattdessen auf eine praktische Anwendbarkeit im täglichen Leben. Holen Sie sich mit diesem Buch einen kompakten Mutmacher nachhause und damit Mut, Hoffnung, ein bisschen Glück und Zuversicht. "Noch nie habe ich mich über die Fertigstellung eines Buches so gefreut wie bei diesem. Ich denke mir ist ein kleiner Mutmacher gelungen, für alle Menschen, die manchmal ein wenig mit ihrem Schicksal hadern. Dabei gibt es vier Dinge, die mir sehr wichtig sind, wenn ich ein Buch schreibe: Wissenschaftliche Erkenntnisse, einfache Lesbarkeit und Verständnis, eine Prise Humor und eine einfache und praktische Anwendbarkeit. In diesem Buch scheinen mir diese vier Punkte sehr gut gelungen zu sein." Manuel Rieger Manuel Rieger ist Mediator, logotherapeutischer Berater und Kommunikationswissenschaftler. In seinem Leben spielten schicksalhafte Begegnungen und Ereignisse eine große Rolle. Diese führten ihn unter anderem in ein Krisengebiet, in einem der härtesten Jobs der Welt.

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Seitenzahl: 158

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

Kapitel 1: Schicksal oder Freiheit?

Schicksal? Positives Denken? Alles in meiner Hand?

Freiraumgestalter

Wertschätzung

Empathie

Authentizität

Wir können immer anders, jeden Tag!

Sinn als Schlüssel zur Veränderung

Wie man Sinn findet

Das Gewissen, unser Sinnorgan

Das Gewissen wieder etwas in Schwung bringen

Die Wertekategorien

Einstellungsmodulation

Wie machen wir das nun konkret?

Dankbarkeit

Den Blick auf das Positive legen

(Ur)Vertrauen

Ziele

Mehrere Schritte zum Urvertrauen

Die Sache mit der Einstellungsmodulation

Die Sache mit der Selbsttranszendenz

Alles schön und gut.....

Die Sache mit dem Glück

Schicksal-Bestimmung-Selbstbestimmung-alles selbst ausgesucht?

Die Macht unserer (ganz persönlichen) Worte

Werte – unsere schärfste Waffe gegen das Schicksal

Der Wertebaum

Das innere Kind

Scheitern und Ressourcen

Humor

Schauen Sie auf das Gelungene

Stärken und Sinn

Trotzen Sie dem Schicksal

Danksagung

Vorwort

Werte Leserin. Ich habe lange überlegt, wie ich dieses Buch schreiben soll. Vieles ging mir durch den Kopf. Soll ich das Buch unter einem Pseudonym verfassen? Eigentlich eine gute Idee. Damit könnte ich meinen Gedanken freien Lauf lassen.

Aber dann erinnerte ich mich daran, wie es dem großen Viktor Frankl ging. Auch er wollte sein Buch „Trotzdem ja zum Leben sagen“ unter einem Pseudonym veröffentlichen. Er wurde jedoch vom Verlag überzeugt dies nicht zu tun. Der Verlag war der Ansicht, sehr viel positive Wirkung ginge dadurch verloren für die Leserin. Im Nachhinein war Viktor Frankl sehr dankbar und froh, dass er es unter seinem Namen veröffentlicht hat, denn so konnte er die Menschen besser erreichen.

Ein weiterer Gedanke war, viele persönliche Dinge heraus zu nehmen. Die Leserin und den Leser nicht so viel über mich wissen zu lassen. Oder einfach in der dritten Person zu schreiben.

Aber hier kam mir der Gedanke, dass vieles vielleicht dann nicht so authentisch wirkt und etliches von der Kraft für dieses Thema verloren geht.

Tja, wir Menschen, jeder von uns, haben unsere Herausforderungen zu meistern. Niemand von uns wird von Schuld, Leid und Tod, der tragischen Trias, wie Frankl es bezeichnete, verschont.

Und letztendlich kommt niemand von uns hier lebend raus. Daher wird auch ein wenig Humor im Buch nicht fehlen.

Nachdem wir aber alle vom Schicksal getroffen werden, je älter wir werden, umso häufiger, möchte ich Ihnen in diesem Buch einiges mitgeben, wie Sie das Schicksal trotzdem .icken können.

Und gleich vorweg wegen dem Alter zwei Dinge. Erstens, ich möchte Ihnen ganz herzlich gratulieren! Egal ob Sie 16, 25, 39, 48 oder 80 sind, Sie haben bereits unglaubliches geleistet! Sie sind eine Heldin, ein Held! Denn Sie sind bisher erfolgreich der einen Million Möglichkeiten aus dem Weg gegangen, diese wundervolle Welt zu verlassen und das größte Abenteuer anzutreten das es gibt, den Tod.

Und zum Zweiten, falls Sie mit dem Alter hadern, hören Sie sofort auf damit! Denn es gibt nur eine Alternative zum Altwerden und diese ist jung sterben.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen auf den nächsten Seiten. Ich bin mir sicher, jeder Einzelne von Ihnen kann sich einige Tipps und Gedanken mitnehmen. Jeder kann sein Leben ein wenig verbessern und streckt vielleicht zu gegebenen Anlass dem Schicksal den nackten Hintern hin. Trotzig, vielleicht nicht ohne Angst, aber voller Mut und mit der Hoffnung im Herzen.

Abschließend zum Vorwort noch etwas zur Nutzung der weiblichen und männlichen Form. In meinem Studium der Pädagogik wurde meist nur die weibliche Form verwendet. Wir waren Studentinnen, Hörerinnen, Kommilitoninnen und uns unterrichteten Professorinnen.

Das war anfangs etwas ungewohnt für mich. Bald fand ich das aber toll. Wer mich kennt weiß, ich bin schon ein ziemlich gestandenes Mannsbild. Breite Schultern, muskulöse Brust, kahlrasierter Kopf. Aber ich konnte das sehr gut nehmen.

Da aber die rein weibliche Form in einem Buch für mich etwas eigenartig wirkt, möchte ich hier abwechselnd die weibliche und männliche Form verwenden. Bitte zählen Sie nicht nach, was öfter angewandt wurde. Ich werde versuchen, dass es sich einigermaßendie Waage hält.

Ich hoffe, dass ich Siedamit einigermaßen zufriedenstellen kann. Wenn nicht, sehen Sie es mir nach. Es geht immer auch um eine einfache Lesbarkeit.

Sollten Sie eine andere Lösungsmöglichkeit haben, gebenSie mir Bescheid. Ich werde diese im nächsten Buch berücksichtigen.

Und nun, viel Vergnügen.

Einleitung

Wahrscheinlich wird über unser Schicksal diskutiert, seit wir Menschen denken können. Was bestimmt unser Leben? Das Schicksal, welches von einer höheren Macht uns übergestülpt wurde? Oder sind wir freie Wesen, die das ganze Leben, ihr Schicksal, die Zukunft, alles selbst in der Hand haben?

Schon die großen drei Gelehrten aus Griechenland - Aristoteles, Platon und Sokrates - diskutierten in ihrer jeweiligen Zeit dieses Thema.

Die Meinungen dazu haben sich häufig geändert. Aber natürlich stand in fast allen Zeiten das Schicksal im Vordergrund. Nicht zuletzt durch Religion, Hoheitsglauben und Aberglauben.

Auch heute sind wir noch schwer ambivalent. Die Wissenschaft, die Motivationsgurus, die Menschen wenn sie am Stammtisch diskutieren, oder die Bedauernswerten, wenn das Schicksal mit eiserner Faust zugeschlagen hat. Fragen wie: „Warum ich?“, „Warum jetzt?“ stellen sich ein.

Oder man hängt in einer Endlosschleife von: Ach, wenn ich doch nur reiche Eltern gehabt hätte oder wenigstens den Körper eines Topmodels. Oder das Talent von XY, dann wäre alles gut und schön.

In diesem Buch werde ich Ihnen einen knackigen Einblick geben, ob wir nun ein Schicksal haben, wir ihm ausgeliefert sind oder wir es in unseren eigenen Händen halten.

Allerdings, wer den Titel ein wenig interpretiert, könnte schon zumindest ein bisschen etwas heraus lesen, wie mein Zugang zu dem Thema ist.

Ich werde Ihnen im Buch aber keine Märchen erzählen. Ich werde Ihnen nicht erzählen: „Lesen Sie dieses Buch, kommen Sie in zwei bis acht Seminare von mir, glauben Sie an sich und Sie werden reich, schön, glücklich, bestens verheiratet und der nächste Stern am Himmel“.

Es werden Ihnen nur wissenschaftlich anerkannte und überprüfte Fakten dargestellt. Natürlich in einer etwas unterhaltsameren Art und Weise. Und Sie werden Dinge dazu lesen, wie Menschen die Methoden erfolgreich angewandt haben. Auch Dinge von mir.

Dabei sind für mich die humanistischen Zugänge diejenigen, mit denen ich mich immer am besten identifizieren konnte. Warum dies so ist, werden Sie im Laufe des Buches heraus lesen können. Diese Ansätze sehen uns Menschen als Ganzes, nicht nur unsere Fehler und Schwächen. Das ist der Grund warum ich diese mit Ihnen teilen möchte

Lesen Sie das Buch. Machen Sie sich ein paar schöne Stunden. Und dann bilden Sie sich selbst ein Urteil, ob Sie nun dem Schicksal ausgeliefert sind oder ob Sie die Freiheit haben, Ihr Leben selbst zu gestalten.

Bevor wir mit dem ersten Kapitel starten, überlegen Sie sich noch kurz: Welches Weltbild haben Sie? Glauben Sie, dass alles Schicksal ist? Dass wir eh nichts machen können? Oder dass wir alles selbst in der Hand haben? Unseres eigenen Glückes Schmied sind?

Denken Sie kurz darüber nach. Oder schreiben Sie es auf. Und vergleichen Sie Ihr Weltbild am Ende nochmal.

Kapitel 1: Schicksal oder Freiheit?

“What's the world's greatest lie?" the boy asked, completely surprised.

"It's this: that at a certain point in our lives, we lose control of what's happening to us, and our lives become controlled by fate. That's the world's greatest lie.”

― Paulo Coelho, The Alchemist

Als ich diese Zeilen schreibe, liege ich gemütlich in meinem Markenbett. Es steht in meiner neuen Eigentumswohnung, in einem wundervollen Viertel am Stadtrand. Vor der Tür das Auto, das ich immer haben wollte. Naja, zumindest das, wovon ich mich zu träumen wagte.

Mein Leben läuft hervorragend. Auch wenn es natürlich ab und zu ein paar Rückschläge gibt. Aber durch diese Stürme und Unwetter schiffe ich nun schneller, mutiger und mit mehr Vertrauen.

Warum ich Ihnen das erzähle? Aus einem ganz einfachen Grund. Vor ein paar Monaten noch sah mein Leben ganz anders aus. Zum wiederholten Male in meinem Leben brach alles zusammen.

Mein Lieblingsspruch vor ein paar Monaten war noch:

„Ich habe keinen Job, ich habe keine Frau, ich habe kein Zuhause, meine Hunde sind weg und mein Geld. Ich schlafe auf einem Luftbett und weil ich zu schwer bin ist selbst das kaputt gegangen. Jetzt schlafe ich auf der Matratze einer Exfreundin. Hättest du Lust auf ein Date?“

Zugegeben, ich sah die Sache recht locker und mit Humor, wie man liest. Aber ich hatte aufgrund privater und beruflicher Veränderungen zu kämpfen.

Ich hatte sehr harte Entscheidungen getroffen. Und diese haben mich scheinbar alles gekostet. Und ganz ehrlich, unter uns, ich hatte teilweise eine verfluchte Angst.

Eines Tages setzte ich mich mit meiner Angst gemütlich hin. Ich sagte mir: „Hör zu. Bisher ist noch immer irgendwas daher gekommen. Es ist nicht das erste Mal, dass du scheinbar am Ende bist. Doch diesmal ist alles anders. Du hast dich sehr gut weiter gebildet, hast ein Netzwerk, kannst viel. Also reg dich ab. Entspann dich. Es kommt wie es soll. Und alles kommt zur rechten Zeit.

Wenige Wochen später hatte ich Aufträge wie nie zuvor. Einige Glücksgriffe und alles lief wie am Schnürchen.

Schicksal? Positives Denken? Alles in meiner Hand?

Natürlich steckt hinter diesem scheinbar einfachen Selbstgespräch noch viel mehr. Viele Jahre des „an sich Arbeitens“. Aber auf das werde ich noch eingehen.

Was ist denn nun eigentlich mit unserem Schicksal? Viele beharren ja darauf, dass es ein Schicksal gibt. Dass wir diesem unterworfen sind. Und nicht davor entkommen können.

Und zugegeben, es ist manchmal recht praktisch, oder?

Kennen Sie sie nicht, diese Situationen, wenn etwas nicht klappt und man kann einfach jemand Anderem oder etwas Anderem dafür die Schuld geben?

Man gibt all seine Verantwortung ab. Findet die Schuld bei so vielen anderen Dingen und Menschen.

Dabei kann man richtig schön im Selbstmitleid baden, weinen, verzweifeln, die Götter und die Welt verfluchen, wie ungerecht nicht alles ist. Herrlich! Keine Verantwortung!

Im Umkehrschluss heißt keine Verantwortung habenaber leider auch, keine Freiheit zu haben.

So schön es ist, anderen die Schuld zu geben. Nicht selbst verantwortlich zu sein. Alles und jeden verfluchen zu können. Zu schimpfen, zu schreien, zu weinen, anzuklagen und zu verzweifeln. So schlimm ist - zumindest für mich - auch der Gedanke, keine Freiheit zu haben.

Dieser Gedanke, dass ich ausgeliefert bin, keine Freiheit habe, mein Leben in den Händen anderer Menschen, anderer Mächte, vielleicht sogar reines Glücksspiel ist, dieser Gedanke lässt mich in Panik verfallen.

Viel zu oft habe ich all das gemacht, was ich oben geschildert habe. Gejammert, angeklagt, verflucht, geschrien und geweint. Und dabei wollte ich doch immer alles erreichen!

Eine Kombination, die nicht funktionieren kann, wenn man genau darüber nachdenkt.

Gibt man die Verantwortung für sein Leben ab, dann gibt man auch alle Freiheiten auf. Dann gibt es kein Happy End, das kann gar nicht sein. Und Ihre Ziele und Träume werden Sie so sicher nicht realisieren können.

Geht es Ihnen auch so, wie ich es oben beschrieben habe? Erkennen Sie sich zumindest ein klein wenig wieder? Oder sogar ganz gut?

Das ist nicht schlimm! Aber es ist schade, denn wir Menschen können so viel mehr!

Aber, für alle die jetzt schon ein wenig zweifeln, protestieren oder gar innerlich kochen, es gibt da schon was zu sagen, zum lieben Schicksal.

Denn wir alle haben unsere Schicksale. Unsere unveränderbaren. Unsere persönlichen. Unsere teilweise niederschmetternden.

Im Grunde sind wir Menschen bei unserer Geburt drei Schicksalen ausgeliefert:

- Wir haben ein psychisches Schicksal
- Wir haben ein körperliches Schicksal
- Wir haben ein soziales Schicksal

Und diese Schicksale sind sehr real. Und leider auch ziemlich unabänderlich. Ich kann mir noch so oft wünschen, ich wäre gerne als reicher und mächtiger Prinz auf die Welt gekommen, prunkvoll aufgewachsen und hofiert. Ich kann noch so viel beten, betteln, träumen, Wünsche an alle Universen schicken, es wird nicht passieren.

Genauso kann ich mir wünschen, ich wäre so gerne als zwei Meter großer, braungebrannter, brasilianischer Beachvolleyballer geboren. Der die Welt mit seinem Spiel erobert, dem die Frauen zu Füßen liegen. Auch hier, kein Stoßgebet, egal welcher Religion, zu welchen Universen, wird nichts an meinem 178cm großen, bulligen und bleichen Aussehen ändern. Geschweige denn dass ich auch nur ein Beachvolleyballspiel ohne gebrochene Finger überstehen würde.

Und ich kann mir auch wünschen, dass ich als ausgeglichener, in sich ruhender, harmonischer und friedvoller Mensch auf die Welt gekommen wäre. Nicht als heißblütiger, manchmal etwas zu proaktiver, Wildfang. Naja, Sie werden es erraten, Wünsche, Gebete und Träume werden nicht ausreichen.

Was aber nicht bedeutet, dass wir Menschen uns nicht verändern und entwickeln können, was Sie noch ausführlich in diesem Buch dargestellt bekommen werden.

Sie sehen also, wir Menschen haben unsere Schicksale. Wir starten mit unterschiedlichen Voraussetzungen ins Leben.

Aber, sofern Sie wie ich in einem Land in Mitteleuropa aufgewachsen sind, sind Sie wahrscheinlich schon gesegnet.

Wenn Sie in der Kindheit genug zu essen hatten, es warm war, sie medizinisch versorgt wurden, es fließend Wasser gab und Sie zur Schule gehen durften, dann kann ich Ihnen gratulieren. Weltweit sind Sie schon bei den oberen 20% dabei.

Und ich denke dessen sollte man sich bewusst sein, bzw. es sich wieder einmal bewusst machen.

Trotzdemgibt es viele harte Schicksale. Und verstehen Sie mich bitte nicht falsch, es gibt Schicksale die mir die Tränen in die Augen treiben oder mein Blut zum Kochen bringen, vor Hass und Abscheu.

Ich will keineswegs den Weg, die Schmerzen, die Sorgen und Ängste schmälern, die Menschen in ihrem Leben durchgemacht haben.

Aber genau hier kommen wir an den Punkt der Freiheit. Genau hier knüpft die Freiheit an. Denn bisher habe ich Ihnen dargestellt, was wir Menschen doch nicht alles für Schicksale haben können. Und bislang sieht die Sache ja eigentlich nicht ganz so gut für uns aus. Denn es ist unbestreitbar, wir haben Schicksale die wir nicht beeinflussen können.

Und wir erleiden auch unser gesamtes Leben Schicksalsschläge. Wie bereits erwähnt, sprach Viktor Frankl von der tragischen Trias.

Schuld, Leid und Tod treffen uns alle. Den einen mehr, den anderen weniger. Aber wir alle bekommen im Laufe unseres Lebens etwas davon ab.

Doch wo besteht nun unsere Freiheit? Was können wir tun, wenn wir am Start schon hart vom Schicksal getroffen wurden? Oder das Leben uns mit seinen Herausforderungen in die Knie zwingt? Und egal wie stark man ist, es gibt Ereignisse, die uns unweigerlich in die Knie zwingen.

Die Freiheit besteht darin, wie wir mit unserem Schicksal umgehen! Unsere Freiheit besteht darin, was wir aus unserem Schicksal machen! Wie wir es Formen.

Der Begründer der personenzentrierten Psychotherapie, Carl Rogers, stellt es so dar:

Sie sehen liebe Leserin, der schicksalhafte Bereich nimmt einen großen Bereich in unserem Leben ein. Der Freiraum ist relativ klein. Aber genau dieser Freiraum ist es, der uns Menschen ausmacht. Genau dieser Freiraum macht uns zu einer Persönlichkeit. Zu einem Individuum. Genau dieser Freiraum lässt uns Spuren hinterlassen auf dieser Welt. Die trotz allem ein wundervoller Ort voller Möglichkeiten ist.

Freiraumgestalter

Im vorigen Kapitel wurde dargestellt, welche Bereiche in unserem Leben schicksalhaft sind. Und es wurde abschließend noch aufgezeigt, dass wir einen Freiraum haben. Wenn dieser auch manchmal klein ist, er ist gegeben. Und genau darauf möchte ich jetzt eingehen.

Den Zugang von Rogers haben Sie ja bereits kennen gelernt. Wenn es darum geht, Freiheiten im Leben theoretisch und wissenschaftlich überprüft darzustellen, ist immerauch die Logotherapie und Existenzanalyse hilfreich.

Dabei gibt es in der Logotherapie (LT) und Existenzanalyse (EA) drei philosophische und psychologische Grundgedanken:

- Freiheit des Willens
- Willen zum Sinn
- Sinn im Leben

Das sind die drei Grundannahmen, wie wir Menschen leben können, sollen und wollen.

Bei der Freiheit des Willens geht man davon aus, dass wir Menschen immer frei entscheiden können. Wir sind nicht unseren Trieben, unseren Reizen und gewohnten Mustern ausgeliefert.

Auch wenn es nicht immer einfach ist, so haben wir doch immer die Freiheit zu entscheiden, wie wir mit Situationen umgehen, wie wir reagieren und was wir aus Schicksalsschlägen machen.

Ein sehr wichtiger Punkt, wenn es darum geht, dem Schicksal eines auszuwischen.

Und wir Menschen verfügen alle über einen Willen zum Sinn. Wir wollen unseren Sinn entdecken und diesem folgen.

Über das Sinnthema werden wir aber in diesem Buch noch ausführlich zu sprechen kommen.

Die drei Grundannahmen der LT und EA wurden bisher in dutzenden Studien empirisch nachgewiesen.

Die humanistischen Ansätze in Therapie, Pädagogik und Lehre sind auch dadurch miteinander verbunden, dass der Mensch, so wie er ist, im Mittelpunkt steht. Es gibt wenige Tools und Methoden in den humanistischen Richtungen der Psychotherapie. Das wird teilweise den humanistischen Richtungen auch vorgehalten. Aber das macht sie auch einfacher anwendbar, verständlicher und praktischer, zumindest für einen praxisorientieren Menschen wie mich.

Denn ich liebe praktische Dinge. Ich brauche einfache Methoden. Auch für mich, in meinem Leben.

Dabei gibt es ein paar Grundlagen, die ich Ihnen vorstellen möchte.

Das sind auch die Grundalgen für gelingende Beziehungen, auch für die Beziehung mit uns selbst. Dies sind drei Dinge:

- Wertschätzung
- Empathie
- Authentizität

Wertschätzung

Kennen Sie Menschen, die fast immer ein paar gute Worte für andere übrig haben? Auch wenn die Anderen ihnen nicht immer das Beste getan und gewünscht haben?

Leider sind diese Menschen recht selten. Aber sie sind sehr angenehme Personen.

Sie wirken ruhig, gelassen, mit beiden Beinen fest im Leben und akzeptieren andere Personen, so wie sie sind.

Genau darum geht es bei der Wertschätzung für andere Menschen. Wir kritisieren häufig sehr schnell unsere Mitmenschen. Wenn sie Dinge tun, die nicht nach unseren Vorstellungen sind oder die wir schlichtweg in diesem Moment nicht verstehen.

Dabei hat jeder Mensch auch seine guten Seiten. Und mehr als das!

Kein Mensch ist einfach nur eine Eigenschaft. Jeder Mensch zeigt in gewissen Situationen gewisse Eigenschaften. Demzufolge ist er viel mehr als eine oder ein paar zusammengewürfelte Eigenschaften.

Und Sie müssen sich auch vor Augen führen, fast jeder Mensch will nur das Beste mit seinem Verhalten.

Dass sich dies manchmal mit den Vorstellungen und Interessen anderer überschneidet, ist meist ein Zufall.

Versuchen Sie an anderen Menschen etwas Positives zu finden. Jeden Tag. Egal ob an Ihrer Partnerin, Ihren Arbeitskollegen, Ihren Eltern, Freundinnen, versuchen Sie es.

Und nicht nur bei den Menschen die Sie kennen. Versuchen Sie es im täglichen Leben. Jemand drängelt auf der Autobahn? Ärgern Sie sich nicht. Es tut nur Ihnen selbst nicht gut.

Versuchen Sie sich bewusst zu machen, dass dieser Mensch im Moment keine andere Möglichkeit für sich sieht.

Jemand schummelt sich an der Kasse vor? Laufen Sie vor Ärger nicht rot an, sondern versuchen Sie zu verstehen, warum diese Person das macht. Vielleicht ist die Person eine liebende Mutter, die zum kranken Kind zurück nachhause will.

Suchen Sie das Positive an Ihren Mitmenschen.

Und nicht nur an denen! Suchen Sie vor allem auch das Positive an sich selbst!

Gehen Sie nicht zu hart mit sich selbst ins Gericht. Wir Menschen kritisieren uns häufig (selbst) in Selbstgesprächen. Viele von uns sind dabei selbst ihr schärfster Kritiker.

Das heißt nicht, dass Sie immer lasch mit sich selbst und den Anforderungen mit sich selbst sein sollen und müssen.

Es gibt hierfür eine sehr bildhafte Geschichte, die ich Ihnen erzählen möchte. Diese kurze Geschichte veranschaulicht recht einfach, wie man mit sich selbst gut umgehen kann.

Stellen Sie sich vor, sie wohnen in einem Haus im Erdgeschoss. Über Ihnen im ersten Stock wohnt Ihre Vermieterin. Jetzt gibt es zwei Vermieterinnen die ich Ihnen vorstellen möchte: