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Beschreibung

Ideal für Ausbildung und Praxis

Dieses Lehrbuch der Kinderheilkunde ist für Hebammen und werdende Hebammen maßgeschneidert. Freuen Sie sich auf ein Nachschlagewerk, in dem alle relevanten Erkrankungen, Normvarianten und Veränderungen im Säuglingsalter rasch nachgelesen werden können. Mit notwendigen Grundlagen und Hintergrundinformationen für eine kompetente Beratung der Eltern.

Was ist neu in der 7. Auflage?

  • Erweitert um das Thema Covid-19
  • Aktualisierte Impfempfehlungen 

 

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EPUB

Seitenzahl: 681

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Kinderheilkunde für Hebammen

Stephan Illing

Thomas Strahleck

7. Auflage

112 Abbildungen

Symptombezogene Diagnosen

Diese Tabelle soll helfen, bei typischen Krankheitssymptomen im Neugeborenenalter verschiedene Möglichkeiten in Betracht zu ziehen und möglichst nichts zu übersehen. Selbstverständlich ist es nicht möglich, anhand dieser Tabelle immer sofort die richtige Diagnose zu stellen.

Unruhe und Trinkschwäche sind so allgemeine Symptome, dass sich daraus keine Rückschlüsse ziehen lassen. Deswegen sind sie hier nicht aufgeführt.

Tab. 0.1 

Allgemeine Erstmaßnahmen. Hinweis: In der ersten Spalte ist der Zeitpunkt genannt, zu dem das Problem am häufigsten auftritt:

p

postnatal,

p+

postnatal oder später,

1d

erster Lebenstag,

1d+

erster Lebenstag oder später usw.

bevorzugter Zeitpunkt

Hinweise

Problem

Verweis

blasses Kind

p

Tachykardie oder unregelmäßiger Puls

Herzfehler mit schlechter Auswurfleistung/Herzversagen

Kap. ▶ 13.2

p+

Schleimhäute anschauen

schwere Anämie

Kap. ▶ 19.2

p+

meist eher Zyanose

Sauerstoffmangel

Kap. ▶ 8.2

p+

oft auch zittrig; Anamnese meist hinweisend

Hypoglykämie

Kap. ▶ 21.1.1

p+

Bewusstseinsstörung, Krampfanfall, Z.n. O2-Mangel

Hirnblutung

Kap. ▶ 15.6

1–3

schlechte Kapillardurchblutung, Apathie

Sepsis

Kap. ▶ 24.1

3+

schnell steigender Kopfumfang, Apathie; bis 6 Wochen postpartal

B-Streptokokken-Meningitis

Kap. ▶ 24.7.1

blaues Kind (wichtige Unterscheidung: zentrale Zyanose – periphere Zyanose, Kap. ▶ 13.1)

p+

ganzes Kind ist zyanotisch, auch die Zunge

Herzfehler mit zentraler Zyanose

Kap. ▶ 13.2

p bis 1d

Geburtsanamnese mit Sauerstoffminderversorgung

peripartaler Sauerstoffmangel/Asphyxie

Kap. ▶ 8.2

p+

Zyanose beim Trinkversuch

Ösophagusatresie

Kap. ▶ 14.2

p bis 1d

Tachypnoe; durch O2-Gabe rosig

Atemnotsyndrom

Kap. ▶ 12.1

p+

vitales Kind ohne erkennbare Probleme

vorgetäuschte Zyanose durch Polyglobulie

Kap. ▶ 19.4

1d+

Apathie, Zustand verschlechtert sich relativ schnell

Infektion/Sepsis

Kap. ▶ 24.1

gelbes Kind

p

Anamnese; schlechter Zustand; Ödeme

Hydrops (evtl. durch Blutgruppenunverträglichkeit)

Kap. ▶ 19.3

1d+

zunehmende Gelbfärbung

Hyperbilirubinämie (verschiedene Ursachen)

Kap. ▶ 20.5

1d+

Zustand verschlechtert sich, Apathie, Leber vergrößert

Infektion/Sepsis

Kap. ▶ 24.1

3d+

Blutung, Kephalhämatom, Hirnblutung

verstärkter Ikterus durch Hämatom

Kap. ▶ 20.5

3d+

auffälliger Urin, Zustand verschlechtert sich schnell

Harnwegsinfektion, evtl. durch Fehlbildung

Kap. ▶ 16.5.1

3d+

Zustand verschlechtert sich, Apathie, Leber vergrößert

Galaktosämie und andere Stoffwechseldefekte

Kap. ▶ 21.2.2

3d+

atypische Infektionszeichen, Leber und Milz vergrößert

Zytomegalie

Kap. ▶ 24.6.15

7d+

Hautfarbe wechselt von Gelb zu Gelbgrünlich; heller Stuhl

Gallengangsatresie

Kap. ▶ 14.5

7d+

Ikterus besteht sehr lange; Stühle schleimig

Mukoviszidose

Kap. ▶ 14.12

7d+

Kind ist sehr ruhig; langsamer Puls

Hypothyreose

Kap. ▶ 22.1

große Leber

p+

Zyanose

Herzfehler mit Rechtsherzbelastung

Kap. ▶ 13.2

1d+

Apathie, Zustand verschlechtert sich

Infektion

Kap. ▶ 24.1

1d-6w

allgemeine Infektionszeichen

B-Streptokokken-Infektion

Kap. ▶ 24.7.12

3d+

atypische Infektionszeichen, evtl. neurologische Symptome

Zytomegalie-Infektion

Kap. ▶ 24.6.15

3d+

Apathie, schlechter Zustand, kein Infektionsnachweis

Galaktosämie und andere Stoffwechseldefekte

Kap. ▶ 21.2.2

apathisches Kind (Kap. ▶ 6.2.1)

p bis 2d

hohe Atemfrequenz, Einziehungen

Atemnotsyndrom

Kap. ▶ 12.1

p+

hohe Atemfrequenz, Zyanose

Sauerstoffmangel

Kap. ▶ 8.2

p+

Bewusstseinsstörung, Krampfanfall, neurologische Symptome

Hirnschädigung

Kap. ▶ 15.5

p+

blasses Kind, sonst vital

Anämie

Kap. ▶ 19.2

p+

dunkelrotes Kind

Polyglobulie

Kap. ▶ 19.4

2d+

gelbes Kind

Hyperbilirubinämie

Kap. ▶ 20.4

3d+

auffälliger Urin, Infektionszeichen

Harnwegsinfekt

Kap. ▶ 16.5

3d+

Leber vergrößert, keine Infektionszeichen, evtl. Krampfanfall

Stoffwechseldefekte, z.B. Galaktosämie

Kap. ▶ 21.2.2

7d+

verlängerter Ikterus, langsame Pulsfrequenz, Gewichtszunahme trotz Trinkschwäche, sonst vital

Hypothyreose

Kap. ▶ 22.1

7d+

atypisches Genitale

adrenogenitales Syndrom

Kap. ▶ 16.9.2

Tachypnoe/Dyspnoe

p

grünes Fruchtwasser

Mekoniumaspiration

Kap. ▶ 12.3

p bis 2d

leichte Zyanose, Einziehungen

Atemnotsyndrom

Kap. ▶ 12.1

p bis 1d

schaumiges Sekret, Schluckprobleme

Ösophagusatresie

Kap. ▶ 14.2

p

Besserung beim Schreien, schwere Atemnot bei geschlossenem Mund

Choanalatresie

Kap. ▶ 12.2.4

p+

Tachykardie, Rhythmusstörungen, evtl. schwere Zyanose

Herzfehler (mit und ohne Zyanose)

Kap. ▶ 13.2

p+

zunehmende Atemnot, schlechter durch Bebeuteln, asymmetrischer Auskultationsbefund

Zwerchfellhernie (und Fehlbildungen der Lunge)

Kap. ▶ 12.2.2

p+

plötzlich auftretend, asymmetrisches Atemgeräusch

Pneumothorax

Kap. ▶ 12.4

p+

untypisch aussehender Thorax, kurze Extremitäten

Skelettfehlbildung, z.B. Achondroplasie

Kap. ▶ 17.1

p+

dunkelrotes Hautkolorit; vital

Polyglobulie

Kap. ▶ 19.4

p+

sehr unruhig, evtl. Krampfanfall; Anamnese

Drogenentzug

Kap. ▶ 15.9

1d+

Einziehungen; Infektzeichen

Pneumonie (auch B-Streptokokken)

Kap. ▶ 12.6, Kap. ▶ 24.7.12

1d+

Apathie, schnelle Verschlechterung des Zustandes

Sepsis

Kap. ▶ 24.1

3d+

überbläht erscheinender Thorax, asymmetrisches Atemgeräusch, allmähliche Verschlechterung

Lungenzyste

Kap. ▶ 12.2.3

3d+

metabolische Azidose, Leber vergrößert, evtl. Krampfanfall

Stoffwechseldefekte

Kap. ▶ 21

7d bis 3m

ausgeprägte Tachypnoe, kein Fieber

Chlamydien-Pneumonie

Kap. ▶ 24.7.1

7d+

Einziehungen, Zyanose

Pneumozystis-Pneumonie

Kap. ▶ 24.9.2

Apnoe

p+

Frühgeburt

Unreife

p+

wenig Kindsbewegungen; ganz schlaff, keine Reflexe

spinale Muskelatrophie

Kap. ▶ 15.12

1d+

Puls stark beschleunigt, Bewusstseinsstörung

Krampfanfall (oft auch atypisch)

Kap. ▶ 15.8

1d+

Apathie, schnelle Verschlechterung des Zustandes

Infektion/Sepsis

Kap. ▶ 24.1

1d+

Anamnese mit Sauerstoffmangel, Bewusstseinsstörung, Anfälle

Hirnschädigung

Kap. ▶ 15.5

1d+

plötzliche Verschlechterung, mit Bewusstseinsstörung, evtl. Anfall

Hirnblutung

Kap. ▶ 15.6

1d+

Unruhe; Drogenanamnese

Drogenentzug

Kap. ▶ 15.9

3d+

aufgetriebener Bauch mit Rötung

nekrotisierende Enterokolitis

Kap. ▶ 14.8

7d+

Mutter oder andere direkte Bezugsperson hustet

Keuchhusten

Kap. ▶ 24.7.9

muskuläre Hypotonie

p+

Anamnese

Sauerstoffmangel

p+

typische äußere Stigmata

Trisomie 21

Kap. ▶ 23.3

p+

keine Reflexe, kaum Spontanbewegung bei wachem Kind

spinale Muskelatrophie

Kap. ▶ 15.12

p+

betrifft nur einen Arm

Nervenlähmung, Fraktur, Epiphysenlösung

Kap. ▶ 11.3, Kap. ▶ 11.4

1d+

gelbes Hautkolorit

Hyperbilirubinämie

Kap. ▶ 20.4

1d+

Apathie, schlechter Zustand

Infektion, Sepsis

Kap. ▶ 24.1

7d+

atypisches Genitale

adrenogenitales Syndrom

Kap. ▶ 16.9.2

muskuläre Hypertonie

p+

medizinische Maßnahmen ohne Sedierung und Schmerztherapie

Schmerzen

p+

Anamnese; Krampfanfall; Bewusstseinsstörung

Hirnschädigung

Kap. ▶ 15.5, Kap. ▶ 8.2

1d+

Überstreckung; schlechter Zustand

Meningitis

1d+

Unruhe; Nikotin- und Drogenanamnese

Drogenentzug

Kap. ▶ 15.9

Erbrechen

p+

schaumig, unverdaut; gleich beim ersten Trinkversuch

Ösophagusatresie

Kap. ▶ 14.2

1–2d

angedaut, gallig; Oberbauch stark gebläht

Fehlbildung im Duodenum oder Dünndarm

Kap. ▶ 14.3

1d+

Apathie, schlechter Zustand

Infektion, Sepsis

Kap. ▶ 24.1

1d+

Bewusstseinsstörung, evtl. Krampfanfall, Erbrechen auch bei relativ leerem Magen

Hirndruck

1d+

Unruhe; Drogenanamnese

Drogenentzug

Kap. ▶ 15.9

3d+

Infektzeichen; Kontaktperson mit Magen-Darm-Infekt

Gastroenteritis

Kap. ▶ 14.7

3d+

gallig; Zustand verschlechtert sich schnell; Stuhl evtl. blutig

nekrotisierende Enterokolitis

Kap. ▶ 14.8

3d+

blutig; Brustwarze wund

mütterliches Blut verschluckt

7d+

atypisches Genitale

adrenogenitales Syndrom

Kap. ▶ 16.9.2

4w+

Unruhe und Schmerzen beim Erbrechen; große Mengen

gastroösophagealer Reflux

Kap. ▶ 14.10

4w+

Erbrechen im Schwall

Pylorusstenose

Kap. ▶ 14.11

geblähter Bauch

1–2d

zunehmende Probleme, Zustand verschlechtert sich, evtl. Erbrechen

Fehlbildungen im Duodenum, Dünndarm oder Dickdarm

Kap. ▶ 14.3, Kap. ▶ 14.4

2d

kein Mekoniumabgang

Mukoviszidose

Kap. ▶ 14.12

2d+

Erbrechen und Durchfall

Infektion/Gastroenteritis

Kap. ▶ 14.7

3d+

schnelle Verschlechterung des Zustands, Bauch vor allem seitlich stark gerötet

nekrotisierende Enterokolitis

Kap. ▶ 14.8

Krampfanfall

p+

dystrophes Neugeborenes; mütterlicher Diabetes

Hypoglykämie

Kap. ▶ 21.1.1

1d+

Sauerstoffmangel, Bewusstseinsstörung, andere neurologische Zeichen

Hirnschädigung

Kap. ▶ 15.5

1d+

plötzliche Verschlechterung

Hirnblutung

Kap. ▶ 15.6

1d+

Unruhe; Drogenanamnese

Drogenentzug

Kap. ▶ 15.9

1d+

Apathie; Verschlechterung des Zustandes, Infektionszeichen

Infektion, Sepsis

Kap. ▶ 24.1

2d+

sehr zittrig, kein Bewusstseinsverlust

Pseudo-Krampfanfälle bei Kalzium-Mangel

Kap. ▶ 21.1.3

3d+

Azidose, Lebervergrößerung, untypische klinische Verschlechterung

Stoffwechseldefekte

5d

Familienanamnese; vitales Kind

gutartige 5-Tages-Krämpfe

Kap. ▶ 15.8.2

Vorwort zur 7. Auflage

In der Ausbildung zur Hebamme spielt das Fach Kinderheilkunde eine wichtige Rolle, denn auch die Hebamme muss ein Neugeborenes zuverlässig untersuchen und beurteilen können.

Nahm man es früher hin, dass ein Neugeborenes krank war, bei der Geburt zu Schaden kam oder sogar verstorben ist, so hat sich innerhalb der letzten Generationen ein klarer Wandel ergeben. Die Sorge um das Kind und sein Wohlergehen ist sehr viel mehr in den Mittelpunkt gerückt, Probleme und Erkrankungen sollen so gut wie möglich erkannt und verhindert werden. Die Hebamme hat daher eine hohe Verantwortung für das Neugeborene, zumal sie es in den ersten Lebenswochen im Rahmen der Wochenbettbetreuung regelmäßig sieht.

Die allermeisten Kinder kommen gesund zur Welt und bleiben auch gesund. Thema der einleitenden Kapitel sind deshalb „normale“ Befunde, Pflege und Ernährung des Neugeborenen aus kinderärztlicher Sicht.

Ziel dieses Buches ist es, Auffälligkeiten und Erkrankungen des Neugeborenen zugeschnitten auf die Bedürfnisse von Hebammen darzustellen. Da die Hebamme immer wieder mit Erkrankungen, Fehlbildungen und sonstigen Problemen konfrontiert ist, muss sie sich schnell und zuverlässig informieren können, auch um ihrer Beratungsaufgabe gut nachkommen zu können.

Die Gliederung der Fehlbildungen und Erkrankungen erfolgt nach Organsystemen. Damit das Buch gut zum raschen Nachschlagen benutzt werden kann, sind wichtige Abschnitte über Notfallmaßnahmen, hinweisende Krankheitszeichen und Alarmsymptome sowie Info-Kästen über die Leitsymptome einer Erkrankung und die Stillberatung optisch besonders hervorgehoben.

Diese neue Auflage bringt das Buch auf den neuesten medizinisch-wissenschaftlichen Stand. Die Kapitel über Erstversorgung, Reanimation, Asphyxie und ethische Aspekte wurden von Herrn Dr. med. Thomas Strahleck, Oberarzt in der Neonatologie des Olgahospitals Stuttgart, aktualisiert. Neu hinzugekommen ist ein kleines Kapitel über ▶ Coronaviren.

Eine Übersicht über die wichtigsten Erkrankungen und ihre Symptome hilft, schnell den Zugang zu den entsprechenden Informationen zu finden ( ▶ Tab. 0.1 , S. 5ff.).

Die sehr aussagekräftigen, schon in den letzten beiden Auflagen verwendeten Farbfotos sind überwiegend der Hebamme Kerstin Steiner zu verdanken. Die immer konstruktive, geduldige und sehr kompetente Betreuung durch Manuela Linder und Bettina Snowdon ist besonders hervorzuheben. Nur so hat das Buch sein jetziges „Gesicht“ bekommen.

Selbstverständlich sind die Berufsbezeichnungen als geschlechtsneutral zu betrachten, mit „Hebamme“ ist auch der Geburtspfleger gemeint, mit „Kinderarzt“ auch die Kinderärztin.

Fellbach, im Mai 2021 Stephan Illing

Inhaltsverzeichnis

Titelei

Symptombezogene Diagnosen

Vorwort zur 7. Auflage

Teil I Das gesunde Neugeborene

1 Erstversorgung des Neugeborenen

2 Adaptation des Neugeborenen nach der Geburt

2.1 Kreislaufumstellung

2.2 Atmung und Lunge

2.3 Verdauung

2.4 Leber

2.5 Nieren

2.6 Abwehrsystem

3 Zustandsbeurteilung und Erstuntersuchung des Neugeborenen

3.1 Zustandsbeurteilung

3.2 Reifezeichen

3.3 Körperliche Untersuchung

3.3.1 Körpermaße

3.3.2 Haut

3.3.3 Kopf

3.3.4 Ohren

3.3.5 Augen

3.3.6 Nase

3.3.7 Mund

3.3.8 Hals

3.3.9 Arme

3.3.10 Rumpf

3.3.11 Herz

3.3.12 Lunge

3.3.13 Abdomen

3.3.14 Genitale und Anus

3.3.15 Beine

3.3.16 Rücken

3.3.17 Neurologische Beurteilung

3.4 Harmlose Auffälligkeiten und Abweichungen

3.4.1 Gewichtsverlust

3.4.2 Hautschuppung

3.4.3 Erythema toxicum (Neugeborenenexanthem)

3.4.4 Neugeborenenakne

3.4.5 Milien

3.4.6 Urin

3.4.7 Mekonium

3.4.8 Stuhlhäufigkeit

3.4.9 Zyanose

3.4.10 Brustdrüsenschwellung

3.4.11 Genitalblutungen und Schleimabsonderungen

3.4.12 Zungenbändchen (Ankyloglossum)

4 Ernährung und Pflege des Neugeborenen und des Säuglings

4.1 Stillen

4.1.1 Zusammensetzung der Muttermilch

4.1.2 Empfehlungen zur Stillförderung

4.1.3 Stillprobleme/Stillhindernisse

4.1.4 Abstillen

4.2 Künstliche Säuglingsnahrung

4.3 Beikost

4.4 Hygiene in der Klinik

4.4.1 Händedesinfektion

4.4.2 Flächendesinfektion

4.4.3 Milchpumpen, Flaschen und Sauger

4.4.4 Nahrungszubereitung

4.4.5 Rooming-in

4.4.6 Maßnahmen bei Infektionen

4.5 Hygiene im Haushalt

4.6 Körperpflege

4.6.1 Baden und Waschen

4.6.2 Wickeln

4.6.3 Windeldermatitis

4.6.4 Nabelpflege

5 Entwicklung des Kindes und Vorsorgemaßnahmen

5.1 Entwicklung im ersten Lebensjahr

5.1.1 Körperliche Entwicklung

5.1.2 Psychomotorische Entwicklung

5.2 Prophylaxe

5.2.1 Vitamin K

5.2.2 Vitamin D

5.2.3 Fluoridprophylaxe

5.2.4 Atopieprophylaxe

5.3 Vorsorgeuntersuchungen

5.4 Impfungen

5.4.1 Empfohlene Impfungen

5.4.2 Häufige Argumente von Impfgegnern und -skeptikern

Teil II Das kranke Neugeborene

6 Erkennen von Risikokindern

6.1 Hinweise auf Risikogeburten bzw. -neugeborene

6.1.1 Vor der Schwangerschaft bestehende Risikofaktoren

6.1.2 Risikofaktoren und pathologische Befunde während der aktuellen Schwangerschaft

6.1.3 Risikofaktoren bei der Geburt

6.2 Beachtenswerte klinische Symptome beim Neugeborenen

6.2.1 Apathie

6.2.2 Unruhe

6.2.3 Atemsynchrone Einziehungen am Thorax

6.2.4 Schnelle Atmung (Tachypnoe)

6.2.5 Atempausen (Apnoen)

6.2.6 Stöhnen

6.2.7 Stridor

6.2.8 Gelbes Aussehen

6.2.9 Blaues Aussehen (Zyanose)

6.2.10 Petechien (punktförmige Hauteinblutungen)

6.2.11 Hautausschläge

6.2.12 Blassgraues Aussehen

6.2.13 Schlechte Kapillardurchblutung

6.2.14 Erbrechen

6.2.15 Geblähtes/ausladendes Abdomen

6.2.16 Nabelveränderungen

6.2.17 Blutbeimengungen zum Stuhl

6.2.18 Krampfanfälle

6.2.19 Muskelspannung (Tonus)

6.2.20 Trinkstörungen

6.2.21 Zunahme des Kopfumfangs

6.2.22 Temperaturinstabilität

6.3 Erstmaßnahmen bis zum Eintreffen des Kinderarztes

7 Erstversorgung und Reanimation des kranken Neugeborenen

7.1 Ziele der Erstversorgung

7.2 Organisatorische Voraussetzungen

7.3 Personelle Voraussetzungen

7.4 Apparative Voraussetzungen

7.4.1 Allgemeine räumliche Bedingungen und Voraussetzungen in der Geburtsklinik

7.4.2 Geräte und Inhalt des Notfallkoffers

7.5 Abnabeln

7.6 Initiale Beurteilung des Neugeborenen

7.7 Nabelarterien-pH und Blutgasanalyse

7.8 Durchführung der Erstversorgung/Reanimation

7.9 Die Reanimationstechniken im Einzelnen

7.9.1 Freimachen der Atemwege

7.9.2 Nichtinvasive Techniken zur Beatmung

7.9.3 Sauerstoffgabe

7.9.4 Intubation

7.9.5 Thoraxkompression (Herzmassage)

7.9.6 Anlage eines Nabelvenenkatheters

7.9.7 Intraossärer Zugang

7.9.8 Medikamente und Flüssigkeitstherapie

7.10 Behandlung nach einer Reanimation

7.11 Spezielle Situationen der Erstversorgung

7.11.1 Frühgeborene

7.11.2 Mekoniumhaltiges Fruchtwasser

7.11.3 Pneumothorax

7.11.4 Anämie

7.11.5 Fehlbildungen und angeborene Erkrankungen, die bei der Erstversorgung eine besondere Bedeutung haben

7.12 Apparative Überwachungstechniken

7.13 Transport von kranken Neugeborenen

7.14 Eltern und Bonding

7.15 Schmerztherapie

7.15.1 Schmerzmessung

7.15.2 Nichtmedikamentöse Schmerztherapie

7.15.3 Pharmakologische Schmerztherapie

7.16 Abbruch der Reanimation

7.17 Verzicht auf Reanimation

8 Perinatale Azidose, perinatale Depression, Asphyxie

8.1 Ursachen

8.2 Klinische Zeichen

8.3 Auswirkung der Asphyxie auf die Organe

8.4 Therapie

8.5 Prognose

9 Frühgeborene

9.1 Ursachen der Frühgeburtlichkeit

9.1.1 Mütterliche Ursachen

9.1.2 Plazentare Ursachen

9.1.3 Kindliche Ursachen

9.1.4 Umgebungsfaktoren

9.2 Folgen der Unreife

9.2.1 Kreislauf

9.2.2 Atemsystem

9.2.3 Gehirn und Nervensystem

9.2.4 Verdauungssystem

9.2.5 Nieren

9.2.6 Leber

9.2.7 Immunsystem

9.2.8 Temperaturregulation

9.2.9 Blutvolumen

9.3 Prophylaktische Maßnahmen vor der Geburt

9.4 Versorgung des Frühgeborenen

9.4.1 Leicht unreife Kinder ab der 35. SSW

9.4.2 Frühgeborene vor der 35. SSW

9.5 Prognose

10 Dystrophe Neugeborene

10.1 Ursachen

10.2 Klinische Zeichen

10.3 Typische Probleme und Komplikationen

10.4 Erstversorgung und Behandlung

10.5 Prognose

11 Geburtsverletzungen

11.1 Hautverletzungen

11.1.1 Druckmarken

11.1.2 Ablederung bei Vakuumextraktion

11.1.3 Hautschnitte bei Sectio

11.2 Blutungen und Weichteilverletzungen

11.2.1 Geburtsgeschwulst (Caput succedaneum)

11.2.2 Kephalhämatom

11.2.3 Subaponeurotische Blutung (Galeablutung)

11.2.4 Kopfnicker-Hämatom (Sternocleido-Blutung)

11.2.5 Hämatome an anderen Stellen

11.2.6 Konjunktivale Blutungen

11.2.7 Subkutane Fettnekrosen

11.2.8 Hirnblutungen

11.3 Verletzungen von Knochen und Knorpel

11.3.1 Klavikulafraktur (Schlüsselbeinbruch)

11.3.2 Oberarmfraktur (Humerusfraktur)

11.3.3 Epiphysenlösung

11.3.4 Schädelfrakturen

11.3.5 Oberschenkelfrakturen und andere Knochenbrüche

11.3.6 Luxation der Nasenscheidewand (= Nasenseptum)

11.4 Nervenschädigungen

11.4.1 Armplexuslähmungen

11.4.2 Obere Plexuslähmung (Erb’sche Lähmung)

11.4.3 Untere Plexuslähmung (= Klumpke’sche Lähmung)

11.4.4 Fazialisparese

11.5 Verletzungen innerer Organe

12 Erkrankungen und Fehlbildungen der Atmungsorgane

12.1 Atemnotsyndrom (ANS)

12.1.1 Ursachen

12.1.2 Risikofaktoren

12.1.3 Klinische Zeichen

12.1.4 Prophylaxe

12.1.5 Therapie

12.1.6 Komplikationen

12.1.7 Langzeitfolgen/Prognose

12.1.8 Wet-Lung-Syndrom (= Syndrom der nassen Lunge)

12.2 Fehlbildungen der Atmungsorgane

12.2.1 Lungenhypoplasie und Lungenagenesie

12.2.2 Zwerchfellhernie

12.2.3 Weitere Fehlbildungen der Atemwege und der Lunge

12.2.4 Choanalatresie

12.2.5 Pierre-Robin-Sequenz

12.2.6 Konnataler Stridor

12.3 Mekoniumaspirationssyndrom (MAS)

12.3.1 Ursachen

12.3.2 Klinische Zeichen

12.3.3 Prophylaxe

12.3.4 Therapie und Erstversorgung

12.3.5 Komplikationen

12.3.6 Prognose

12.4 Pneumothorax

12.4.1 Ursachen

12.4.2 Therapie

12.5 Apnoen

12.5.1 Ursachen

12.5.2 Therapie

12.6 Entzündliche Erkrankungen der Atemwege

12.6.1 B-Streptokokken-Pneumonie

12.6.2 Chlamydien-Pneumonie

12.6.3 Andere Pneumonien

13 Erkrankungen und Fehlbildungen von Herz und Kreislauf

13.1 Einteilung und Häufigkeit von Herzfehlern

13.2 Klinische Zeichen

13.2.1 Zyanose

13.2.2 Herztöne

13.2.3 Herzgeräusche

13.2.4 Herzaktion

13.2.5 Pulse

13.2.6 Blutdruck

13.2.7 Tachypnoe

13.2.8 Trinkschwäche

13.2.9 Blässe

13.2.10 Lebervergrößerung

13.3 Diagnostik beim herzkranken Neugeborenen

13.4 Herz- und Gefäßfehler ohne Zyanose

13.4.1 Ventrikelseptumdefekt (VSD)

13.4.2 Vorhofseptumdefekt (ASD)

13.4.3 Persistierender Ductus arteriosus (Botalli, PDA)

13.4.4 Pulmonalstenose/Pulmonalatresie

13.4.5 Aortenstenose

13.4.6 Aortenisthmusstenose (ISTA)

13.5 Atrioventrikularkanal (AV-Kanal)

13.5.1 Klinische Zeichen

13.5.2 Therapie

13.6 Herzfehler mit Zyanose

13.6.1 Fallot’sche Tetralogie

13.6.2 Transposition der großen Gefäße (TGA)

13.7 Weitere Herzfehler

13.8 Herzrhythmusstörungen

13.8.1 Tachykarde Rhythmusstörungen

13.8.2 Bradykarde Rhythmusstörungen

13.8.3 Therapie

13.9 Sonstige Herzerkrankungen des Neugeborenen

14 Erkrankungen und Fehlbildungen des Verdauungstraktes

14.1 Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte

14.1.1 Klinische Zeichen

14.1.2 Therapie

14.2 Ösophagusatresie

14.2.1 Klinische Zeichen

14.2.2 Therapie

14.3 Fehlbildungen von Magen und Dünndarm

14.3.1 Atresien im Dünndarm

14.3.2 Andere Fehlbildungen

14.4 Fehlbildungen von Dickdarm und Anus

14.4.1 Analatresie

14.4.2 Morbus Hirschsprung

14.5 Fehlbildungen der Leber und der Gallengänge

14.5.1 Klinische Zeichen

14.5.2 Therapie

14.6 Fehlbildungen von Bauchwand und Nabel

14.6.1 Omphalozele (Nabelschnurbruch)

14.6.2 Gastroschisis

14.7 Infektionen des Magen-Darm-Traktes

14.8 Nekrotisierende Enterokolitis (NEC)

14.8.1 Ursachen

14.8.2 Klinische Zeichen

14.8.3 Therapie

14.8.4 Prognose

14.9 Leistenbruch und Nabelbruch

14.9.1 Leistenbruch

14.9.2 Nabelbruch

14.10 Gastroösophagealer Reflux

14.10.1 Diagnostik

14.10.2 Therapie

14.11 Pylorusstenose

14.11.1 Klinische Zeichen

14.11.2 Therapie

14.12 Mukoviszidose (CF)

14.12.1 Klinische Zeichen

14.12.2 Screening

14.12.3 Diagnostik

14.12.4 Therapie

14.12.5 Prognose

15 Erkrankungen und Fehlbildungen des Nervensystems

15.1 Neurologische Symptome

15.2 Hydrozephalus

15.2.1 Ursachen

15.2.2 Klinische Zeichen

15.2.3 Diagnostik

15.2.4 Therapie

15.2.5 Komplikationen

15.2.6 Prognose

15.3 Neuralrohrdefekte

15.3.1 Ursachen

15.3.2 Klinische Zeichen

15.3.3 Therapie

15.3.4 Komplikationen und Probleme

15.3.5 Prognose

15.3.6 Seltene Formen eines Neuralrohrdefektes

15.4 Andere Fehlbildungen des Nervensystems

15.5 Hypoxisch-ischämische Enzephalopathie (HIE)

15.5.1 Ursachen

15.5.2 Folgen für das Gehirn

15.5.3 Klinische Zeichen

15.5.4 Therapie

15.5.5 Prognose

15.6 Hirnblutungen

15.6.1 Ursachen

15.6.2 Klinische Zeichen

15.6.3 Therapie

15.6.4 Prognose

15.7 Periventrikuläre Leukomalazie (PVL)

15.7.1 Klinische Zeichen

15.7.2 Diagnose

15.7.3 Prophylaxe

15.8 Krampfanfälle

15.8.1 Klinische Zeichen

15.8.2 Ursachen

15.8.3 Diagnostik

15.8.4 Therapie

15.8.5 Prognose

15.9 Neonatales Entzugssyndrom und Folgeschäden durch Drogen

15.9.1 Anamnese

15.9.2 Klinische Symptome

15.9.3 Besonderheiten einzelner Drogen

15.9.4 Therapie des neonatalen Entzugs

15.10 Augenerkrankungen

15.10.1 Augeninfektionen

15.10.2 Fehlbildungen des Auges

15.10.3 Retinopathie des Frühgeborenen

15.11 Erkrankungen des Ohres

15.11.1 Infektionen

15.11.2 Fehlbildungen

15.11.3 Hörstörungen

15.12 Neuromuskuläre Erkrankungen

15.12.1 Spinale Muskelatrophie (SMA)

15.12.2 Progressive Muskeldystrophie

15.12.3 Myasthenia gravis

15.12.4 Myotone Dystrophie

16 Erkrankungen und Fehlbildungen der Harn- und Geschlechtsorgane

16.1 Fehlbildungen der Nieren und der Harnwege

16.1.1 Klinische Zeichen

16.1.2 Therapie

16.2 Bauchwanddefekte mit Harnwegsbeteiligung

16.2.1 Therapie

16.2.2 Prognose

16.3 Hereditäre zystische Nierenerkrankungen

16.4 Funktionelle Störungen

16.5 Harnwegsinfekte (HWI)

16.5.1 Klinische Zeichen

16.5.2 Therapie

16.6 Nierenversagen

16.6.1 Therapie

16.6.2 Prognose

16.7 Fehlbildungen und Erkrankungen des männlichen Genitales

16.8 Fehlbildungen und Erkrankungen des weiblichen Genitales

16.9 Intersexuelles Genitale

16.9.1 Diagnostik

16.9.2 Adrenogenitales Syndrom (AGS)

16.9.3 Intersexualität

17 Erkrankungen und Fehlbildungen des Skeletts

17.1 Chondrodystrophie

17.1.1 Klinische Zeichen

17.1.2 Therapie

17.2 Osteogenesis imperfecta

17.2.1 Klinische Zeichen

17.2.2 Therapie

17.3 Arthrogryposis

17.3.1 Ursachen

17.3.2 Therapie

17.4 Klumpfuß

17.4.1 Klinische Zeichen

17.4.2 Therapie

17.4.3 Differenzialdiagnose

17.5 Sichelfuß

17.5.1 Therapie

17.6 Hüftdysplasie

17.6.1 Klinische Zeichen

17.6.2 Therapie

17.7 Fehlbildungen und Erkrankungen der Wirbelsäule

17.7.1 Fehlbildungen

17.7.2 Skoliosen

17.8 Seltene Fehlbildungen am Skelettsystem

18 Erkrankungen und Anomalien der Haut

18.1 Hautanhängsel

18.2 Gefäßerkrankungen und -fehlbildungen

18.2.1 Hämangiome

18.2.2 Vaskuläre Malformationen

18.3 Pigmentationsstörungen und Nävi

18.4 Schuppende Erkrankungen

18.4.1 Seborrhoische Dermatitis

18.4.2 Ekzeme

18.4.3 Ichthyosis (Fischschuppenkrankheit)

18.5 Blasenbildende Erkrankungen

18.5.1 Infektionen

18.5.2 Epidermolysis bullosa (EB)

18.6 Atypische Körperöffnungen

19 Erkrankungen des Blutes und des Gerinnungssystems

19.1 Wichtige hämatologische Begriffe und Untersuchungen

19.2 Anämien

19.2.1 Klinische Zeichen

19.2.2 Differenzialdiagnosen

19.2.3 Immunhämolytische Anämien (Blutgruppenunverträglichkeit)

19.2.4 Andere hämolytische Anämien

19.2.5 Blutungsanämien

19.2.6 Baustoffmangel-Anämien

19.3 Hydrops fetalis

19.3.1 Klinische Zeichen

19.3.2 Ursachen

19.3.3 Therapie

19.4 Polyglobulie

19.4.1 Klinische Zeichen

19.4.2 Therapie

19.5 Erkrankungen der weißen Blutzellen

19.6 Erkrankungen der Thrombozyten

19.7 Gerinnungsstörungen

19.7.1 Infektionsbedingte Störungen

19.7.2 Vitamin-K-Mangel

19.7.3 Angeborene Defekte des Gerinnungssystems

19.8 Thrombophilie

20 Neugeborenenikterus (Icterus neonatorum)

20.1 Bilirubinstoffwechsel

20.2 Bestimmung des Bilirubinwertes

20.3 Diagnose nach Ursachen

20.4 Physiologischer Ikterus

20.5 Pathologischer Ikterus

20.5.1 Verlaufsformen

20.5.2 Ursachen

20.6 Bilirubinenzephalopathie/bilirubininduziertes neurologisches Defizit (BIND)

20.7 Prophylaxe

20.7.1 Information der Eltern

20.8 Therapie

20.8.1 Fototherapie

20.8.2 Blutaustauschtransfusion

20.8.3 Beseitigung von Risikofaktoren

20.9 Konjugierte Hyperbilirubinämie/cholestatischer Ikterus

20.9.1 Ursachen

20.9.2 Therapie

21 Stoffwechselkrankheiten und -defekte

21.1 Vorübergehende Stoffwechselprobleme

21.1.1 Hypoglykämien

21.1.2 Besonderheiten bei Kindern diabetischer Mütter

21.1.3 Hypokalzämie

21.1.4 Vitamin-D-Mangel

21.2 Angeborene Stoffwechselkrankheiten

21.2.1 Phenylketonurie (PKU)

21.2.2 Galaktosämie

21.2.3 Fruktoseintoleranz

21.2.4 Glykogenosen

21.2.5 Lipidspeicherkrankheiten

21.2.6 Fettsäureoxidationsstörungen

21.2.7 Atmungskettendefekte/Mitochondriopathien

21.2.8 Weitere seltene Stoffwechseldefekte

21.3 Screening-Untersuchungen auf angeborene Stoffwechseldefekte und andere Erkrankungen

21.3.1 Anforderungen an eine Screening-Untersuchung

21.3.2 Praktische Durchführung

22 Endokrine Erkrankungen

22.1 Angeborene Hypothyreose

22.1.1 Ursachen

22.1.2 Klinische Zeichen

22.1.3 Therapie

22.1.4 Differenzialdiagnose: vorübergehende Hypothyreose

22.1.5 TSH-Screening

22.2 Diabetes insipidus

22.2.1 Therapie

22.3 Seltene Funktionsstörungen der Hypophyse

22.4 Adrenogenitales Syndrom (AGS)

23 Genetische und chromosomale Erkrankungen

23.1 Aufbau der menschlichen Erbsubstanz

23.1.1 Wichtige Begriffe der Genetik

23.2 Genetische Diagnostik

23.3 Trisomie 21

23.3.1 Klinisches Bild

23.3.2 Therapie

23.3.3 Prognose

23.4 Trisomie 18 (Edwards-Syndrom)

23.4.1 Klinische Zeichen

23.4.2 Verlauf und Prognose

23.5 Trisomie 13 (Pätau-Syndrom)

23.5.1 Klinische Zeichen

23.5.2 Verlauf und Prognose

23.6 Turner-Syndrom (X0)

23.6.1 Klinische Zeichen

23.6.2 Therapie

23.7 Klinefelter-Syndrom (XXY)

23.7.1 Klinische Zeichen

23.7.2 Therapie

23.8 XYY-Syndrom

23.9 Fragiles-X-Syndrom

23.9.1 Klinische Zeichen

23.10 Strukturelle und funktionelle Aberrationen

23.10.1 Mikrodeletionssyndrom 22q11 (diGeorge-Syndrom)

23.10.2 Katzenschreisyndrom

23.11 Weitere genetisch bedingte Erkrankungen

24 Infektionskrankheiten

24.1 Infektionsbedingte Krankheitsbilder

24.2 Untersuchungen bei Infektionsverdacht/Sepsis

24.3 Therapiegrundsätze

24.4 Besonderheiten des Immunsystems in der Schwangerschaft und beim Neugeborenen

24.5 Erregertypen, die bei Infektionen eine Rolle spielen können

24.6 Viruserkrankungen

24.6.1 Coronavirus (COVID-19)

24.6.2 Enteroviren

24.6.3 Hepatitis B

24.6.4 Hepatitis C

24.6.5 Herpes simplex

24.6.6 HIV-Infektion/AIDS

24.6.7 Masern

24.6.8 Mumps

24.6.9 Parvovirus (Ringelröteln)

24.6.10 Poliomyelitis (Kinderlähmung)

24.6.11 Röteln

24.6.12 Rotavirus

24.6.13 RS-Virus

24.6.14 Varizellen (Windpocken) und Zoster (Gürtelrose)

24.6.15 Zytomegalie (CM)

24.7 Bakterielle Erkrankungen

24.7.1 Botulismus

24.7.2 Chlamydien

24.7.3 Diphtherie

24.7.4 Escherichia coli

24.7.5 Gonokokken (Gonorrhö)

24.7.6 Haemophilus influenzae

24.7.7 Listeriose

24.7.8 Lues (Syphilis)

24.7.9 Pertussis (Keuchhusten)

24.7.10 Staphylokokkeninfektionen

24.7.11 Streptokokken A

24.7.12 Streptokokken B

24.7.13 Tetanus

24.7.14 Tuberkulose

24.8 Pilzinfektionen/Mykosen

24.8.1 Soor (Candidamykose)

24.9 Protozoen

24.9.1 Toxoplasmose

24.9.2 Pneumocystis jirovecii

24.10 Meldepflicht bei Infektionen

25 Plötzlicher Kindstod (SIDS)

25.1 Ursachen

25.2 Differenzialdiagnosen

25.3 Beratung der Eltern/Prophylaxe

25.4 Reanimation von Säuglingen und Kindern

26 Medikamente in Schwangerschaft und Stillzeit

27 Palliativmedizin und ethische Fragen

27.1 Grundlagen der Ethik

27.2 Betreuung der Eltern

27.3 Frühgeborene an der Grenze der Lebensfähigkeit

27.4 Perinatale Palliativversorgung

27.4.1 Grundlagen

27.4.2 Pränatale Aspekte

27.4.3 Bei der Geburt

27.4.4 Die Phase des Sterbens

27.4.5 Nach dem Tod des Kindes

27.5 Die Nottaufe

27.6 Empfehlung zum Vorgehen in Notfallsituationen (EVN) und Anordnung eines Verzichts auf Wiederbelebung

27.7 Advance Care Planning

27.8 Der Umgang mit Krisensituationen und Sterben

28 Kindeswohlgefährdung

28.1 Die verschiedenen Arten der Kindeswohlgefährdung

28.1.1 Vernachlässigung

28.1.2 Körperliche Misshandlung (Battered-Child-Syndrom)

28.1.3 Psychische Misshandlung

28.1.4 Sexueller Missbrauch

28.2 Rechtliche Situation der Hebamme bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung

28.3 Rechtliche Situation der Eltern/Sorgerecht

28.4 Prozedere bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung

28.5 Konsequenzen bei Kindeswohlgefährdung

Teil III Anhang

29 Normwerttabellen und -diagramme

Anschriften

Sachverzeichnis

Impressum

Teil I Das gesunde Neugeborene

1 Erstversorgung des Neugeborenen

2 Adaptation des Neugeborenen nach der Geburt

3 Zustandsbeurteilung und Erstuntersuchung des Neugeborenen

4 Ernährung und Pflege des Neugeborenen und des Säuglings

5 Entwicklung des Kindes und Vorsorgemaßnahmen

1 Erstversorgung des Neugeborenen

Die meisten Neugeborenen sind gesund und vital, die Geburt ist ein natürlicher Vorgang. Die Aufgabe der Hebamme ist es daher in erster Linie, diese ganz wichtige Lebensphase mit ihrer Kompetenz und Erfahrung zu begleiten.

Es gehört zum Standard, dass das gesunde Neugeborene nach der Geburt zum Bonding auf den Bauch der Mutter gelegt wird ( ▶ Abb. 1.1). Dies geschieht natürlich behutsam und erst, wenn die Mutter zu dieser Kontaktaufnahme bereit ist. Mütter reagieren sehr unterschiedlich, aber letztlich schaffen es fast alle Neugeborenen sehr schnell, ihre Mutter für sich zu gewinnen. Wenn die Mutter noch nicht bereit für das Kind ist, kann natürlich auch der meist anwesende Vater das Neugeborene auf den Arm nehmen.

Abb. 1.1 Bonding.

(Esther Mauersberger)

Oft wird vor allem von den Eltern erwartet, dass das Baby gleich nach der Geburt kräftig schreit. Dies gilt vielfach als Zeichen der Gesundheit und Vitalität, und es öffnet angeblich die Lungen. Manche gesunden Neugeborenen schreien jedoch einfach nicht, und dann braucht man sie auch nicht zu ärgern oder zu reizen, bis sie es tun.

Mit dem Abnabeln kann und sollte man warten, bis die Nabelschnur auspulsiert hat (nach ca. einer Minute). Die Eisenspeicher sind dann etwas besser gefüllt. Das Lagern des Kindes über Plazentaniveau auf der Brust der Mutter hat keinen negativen Einfluss. Bei Frühgeborenen ist es sogar sinnvoll, die Nabelschnur Richtung Kind auszustreichen, um dem Kind noch zusätzliches Blutvolumen zur Verfügung zu stellen.

Ein gesundes Neugeborenes kann sich den Weg vom Bauch der Mutter zur Brust selbst suchen, wenn man ihm genug Zeit lässt und nicht durch unnötige Maßnahmen störend eingreift. Voraussetzung ist der permanente Hautkontakt mit der Mutter. Kann man Neugeborenes und Mutter nicht so ungestört zueinander finden lassen (was aus diversen organisatorischen Gründen häufig der Fall ist), gibt man dem Neugeborenen nach etwa einer halben Stunde die Gelegenheit zum ersten Stillversuch ( ▶ Abb. 1.2).

Abb. 1.2 Erstes Stillen.

(Esther Mauersberger)

Gelingt dieser Stillversuch noch nicht, weil das Neugeborene kein Interesse zeigt, kann es eine Zeitlang dauern, bis der nächste Versuch gelingt, oft 24 Stunden oder noch etwas länger.

Zur Erstversorgung des Neugeborenen (bei gesunden Babys hat dies etwas Zeit) gehören:

Wiegen

Messen (Länge, Kopfumfang)

körperliche Untersuchung (= U1). Diese Untersuchung kann von Hebammen oder Ärzten durchgeführt werden. In den meisten Geburtskliniken ist sie ärztliche Aufgabe (was die Hebammen aber nicht daran hindern darf, das Neugeborene selbst anzuschauen).

Das früher übliche und „wichtige“ erste Bad direkt nach der Geburt kann entfallen, es ist nicht notwendig. Blutspuren und andere Verunreinigungen können auch ohne Bad abgewaschen werden. Die Käseschmiere hat eine physiologische Funktion, schützt etwas vor Austrocknung und muss nicht sofort restlos entfernt werden. Wenn aus irgendeinem Grund doch gebadet wird, muss das Wasser körperwarm sein (37 °C), ohne Zusätze, Seifen oder Ähnliches, und die Wanne darf nicht zu groß sein, damit das Baby Kontakt mit Wand und Boden haben kann.

Zur Erstversorgung gehört auch das Gesprächsangebot an die Eltern. Der Bedarf ist allerdings extrem unterschiedlich. Manche Eltern fühlen sich gestört, wenn man mit ihnen über das Neugeborene sprechen will und ihnen alles Mögliche erklärt. Andere Eltern wollen sehr viele Erklärungen über das Neugeborene, die Geburt, was besonders war, was anders war als erwartetet etc. Es ist Aufgabe der Hebamme, den individuellen Gesprächsbedarf zu erkennen und vor allem zu signalisieren, dass sie Geduld und Zeit hat, alle Fragen zu beantworten.

Merke

Beim Gespräch ist es von entscheidender Bedeutung, wie die Worte gewählt werden, denn vieles, was in dieser besonderen Situation gesagt wird, bleibt lange im Gedächtnis.

Viele Mütter haben Schuldgefühle, weil die Geburt vielleicht nicht ganz so abgelaufen ist wie geplant, oder aus anderen Gründen. Hier ist es besonders wichtig, den Blick in die Zukunft zu richten. Es ist nicht zwangsläufig eine Katastrophe für das Baby, wenn es mit dem ersten Stillen nicht geklappt hat, wenn die Mutter doch mehr Schmerzmittel gebraucht hat, wenn sie die Gefühle nicht spürt, die man für normal hält, und vieles andere mehr, was an Befürchtungen geäußert werden kann.

Besondere Beachtung verdienen Mütter bzw. Eltern, deren Neugeborenes krank ist oder wegen schwerer Komplikationen sofort in die Kinderklinik übernommen wurde, wo der Ausgang zweifelhaft ist oder irgendwelche anderen ernsten Probleme bestehen.

Eine gute Begleitung in dieser kurzen, intensiven Lebensphase ist der Grundstein für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Hebamme in der nachfolgenden Wochenbettbetreuung.

2 Adaptation des Neugeborenen nach der Geburt

Viele Körperfunktionen laufen in der Fetalzeit anders ab als nach der Geburt. Daher ist eine weitreichende Umstellung unmittelbar nach der Geburt notwendig. Diese Anpassungsvorgänge betreffen besonders Kreislauf, Atmung, Verdauung, Leber, Nieren, Stoffwechsel und Immunsystem. Diese Umstellungsreaktionen laufen zeitlich parallel ab und beeinflussen sich gegenseitig. Sie sind also nicht als isoliert anzusehen, auch wenn sie hier nacheinander erklärt werden.

2.1 Kreislaufumstellung

Vor der Entfaltung der Lunge sind die Alveolen (Lungenbläschen) leer und dadurch die Kapillaren stark verknäult und gefaltet, was einen hohen Durchflusswiderstand bedeutet. Durch die Öffnung und Entfaltung der Lungen, die Scherkräfte bei den Atemzügen und die hohe Sauerstoffkonzentration sinkt der Gefäßwiderstand im Lungenstrombett nach der Geburt drastisch. Die Muskulatur der Gefäßwand, die vor der Geburt kontrahiert war und die Gefäße eng gestellt hatte, ist erschlafft. Dadurch sinkt der Widerstand im arteriellen Lungenkreislauf, und das rechte Herz kann jetzt sehr leicht Blut durch die Lungen pumpen.

Zur selben Zeit steigt der Widerstand im arteriellen Körperkreislauf, der vom linken Herzen versorgt wird, aus mehreren Gründen: Erstens ist die Nabelschnur durchtrennt und damit der Blutfluss durch die Plazenta unterbrochen, die durch ihren Gefäßreichtum einen sehr geringen Durchflusswiderstand hat. Zweitens kommt es durch den Kältereiz nach der Geburt zu einer Drosselung der Hautdurchblutung.

Da der Widerstand im Lungenkreislauf jetzt geringer ist als im Körperkreislauf, fließt das Blut aus der Aorta über den Ductus arteriosus in die Lungenschlagader, es findet also eine Strömungsumkehr gegenüber den fetalen Verhältnissen statt. Die sauerstoffabhängigen glatten Muskelfasern des Ductus können sich zusammenziehen und diesen damit in den ersten Stunden (bis 3 Tagen) physiologisch schließen. Der endgültige anatomische Verschluss dauert länger.

Gleichzeitig fällt der Rückfluss von der Nabelschnur weg. Dadurch muss die Leber nicht mehr umgangen werden, sodass der Ductus venosus (Arantii) regelrecht kollabiert. Auch er ist, wie die Nabelgefäße, zunächst nur funktionell verschlossen, also noch sondierbar, und schließt sich erst nach einigen Tagen anatomisch durch Obliteration und Umwandlung in einen bindegewebigen Strang.

Der fehlende Blutrückfluss aus der Nabelschnur wirkt sich auf den rechten Vorhof aus, in dem jetzt viel weniger Volumen anfällt. Gleichzeitig erhöht sich der eigentliche Volumenanteil des linken Vorhofs durch den Rückfluss aus der Lunge. Aus diesen Gründen legen sich die Blätter des Vorhofseptums zusammen, und der fetale Blutfluss vom rechten zum linken Vorhof hört auf. Das Foramen ovale ist zunächst nur funktionell geschlossen und bleibt noch einige Zeit sondierbar ( ▶ Abb. 2.1).

Abb. 2.1 Fetaler Kreislauf.

2.2 Atmung und Lunge

Die Steuerung der Atmung über Sauerstoffmangel und CO2-Überschuss ist genauso wichtig wie die eigentliche Funktion der Lungen. Daher müssen Lunge und Gehirn gleichermaßen reif sein. Die Lungenreifung erfolgt durch Ausbildung des respiratorischen Epithels, einer Zellschicht aus zunächst pflastersteinartigen nebeneinanderliegenden Zellen. Bei der Entfaltung der Alveolen und der entsprechenden Vergrößerung der Oberfläche dehnen sich diese Zellen zu einer tapetenartigen Wand aus. Dies ist nur möglich, wenn die Oberflächenspannung herabgesetzt wird, durch Surfactant. Dessen Vorhandensein ist ein wesentliches Reifekriterium (Auftauchen im Fruchtwasser).

Mit dem ersten tiefen Atemzug werden die Alveolen schon zu einem großen Teil entfaltet. Das noch im Bronchialsystem enthaltene Fruchtwasser wird alsbald ausgehustet oder resorbiert. Bei der Entfaltung der Alveolen dehnen sich gleichzeitig die vorher geknäuelten Kapillaren, die auf diese Weise einen viel geringeren Widerstand für das Blut darstellen. Die Durchblutung der Lunge nimmt zu (Kap. ▶ 2.1), und gleichzeitig ist der Gasaustausch möglich geworden.

Im fetalen Leben ist die Lunge ein sekretorisches Organ. Nach der Geburt muss die Lunge zunächst diese Flüssigkeit resorbieren. Im Bronchialsystem wird dauerhaft ein ganz speziell zusammengesetzter Schleim produziert, der zur Selbstreinigung der Lunge notwendig ist.

2.3 Verdauung

Der Verdauungstrakt nimmt seine Funktion auf. Der Darm füllt sich in sehr kurzer Zeit mit Luft, innerhalb der ersten Lebensstunden bereits bis zum After. Im Magen des Neugeborenen ist normalerweise etwas Fruchtwasser enthalten, das relativ viel Zucker enthält und evtl. sogar die „erste Nahrung“ des Neugeborenen darstellt. Die Produktion von Magensäure und Darmsekreten setzt in den ersten Lebenstagen ein und steigert sich zügig.

Die Aufnahme der Verdauungsfunktion zeigt sich auch durch den Abgang von Mekonium. Die Darmperistaltik wird durch den physiologischen Sauerstoffmangel unter der Geburt ausgelöst. Daher kommt es bei einer intrauterinen Asphyxie auch so häufig durch vorzeitigen Mekoniumabgang zu Aspirationen mit manchmal fatalem Ausgang.

Die Bauchspeicheldrüse beginnt mit der Produktion von Verdauungsenzymen, und innerhalb der ersten vier Lebenswochen wird die volle Funktion erreicht.

Der Darm stellt eine wichtige Barriere dar. Nahrungsstoffe können überwiegend nur in vorverdauter Form aufgenommen werden. Darmbakterien oder Krankheitserreger sollen die Darmwand nicht durchwandern. Diese Immunfunktion ist noch unreif und entwickelt sich in den ersten Lebenswochen. Hier haben die Abwehrstoffe in der Muttermilch eine wesentliche schützende Funktion.

Mit der Geburt und vor allem mit dem Eintritt von Luft in den Darm beginnt die Besiedelung des Verdauungstraktes mit Bakterien. Dies geschieht innerhalb der ersten Lebenstage in mehreren Schritten. Zunächst finden sich dort die Bakterien der vaginalen (und natürlich auch analen) Flora. Mit dem Beginn des Stillens und durch die Übertragung der Bakterien aus der Mamma und der Haut geht die Besiedelung in die typische Bifidus-Flora über.

Neugeborene nach Sectio haben kurz- und mittelfristig ein anderes Mikrobiom, das überwiegend aus Hautkeimen besteht, und nicht gestillte Säuglinge haben es schwerer, die typische Bifidus-Flora zu entwickeln, wobei einige Nahrungsmittelhersteller schon deutliche Fortschritte bei der Zusammensetzung der Nahrung realisiert haben.

Vaginal seeding

Verschiedentlich wurde versucht, bei Kindern mit Sectio unmittelbar nach dem Abnabeln die Bakterien der Vaginalflora auf Haut und Schleimhäute des Neugeborenen zu übertragen. Dazu wurden vor der Sectio Tupfer in die Scheide eingeführt und dann entsprechend verwendet. Es gibt keine guten und vor allem keine langfristigen Daten über den Erfolg einer solchen Methode. Hingegen sind Fälle von Übertragungen schwerer Infektionen auf diesem Wege dokumentiert. Ferner muss man bedenken, dass adipöse Schwangere ein verändertes Mikrobiom haben, sodass auf diese Weise das Adipositas-Risiko gleich mit übertragen wird. Auch bei Erkrankungen wie Diabetes ist das Mikrobiom der Schwangeren auf ungünstige Weise verändert.

Aktuell ist dies eine Methode mit klaren Risiken und unklarem Nutzen und wird daher nicht empfohlen.

2.4 Leber

Die meisten Stoffwechselfunktionen der Leber müssen vor der Geburt nicht ganz so aktiv sein, da die meisten Nährstoffe über die Plazenta in bereits optimal aufgeschlüsselter Form angeboten werden. Bezüglich der gallenpflichtigen Stoffwechselabfälle darf die Leber ihre Entgiftungs- und Ausscheidungsfunktion sogar vor der Geburt gar nicht aufnehmen, weil sonst keine Möglichkeit mehr bestehen würde, die ausgeschiedenen Bestandteile wieder an die Mutter abzugeben.

Daher muss die Leber nach der Geburt erst einmal die entsprechenden Stoffwechselvorgänge in Betrieb nehmen, was einige Zeit benötigt. Dies geht Hand in Hand mit der Aufnahme der Verdauungsfunktion. Äußerlich sichtbares Zeichen der allmählichen Aufnahme der Stoffwechselfunktionen ist der physiologische Ikterus des Neugeborenen (Kap. ▶ 20.4).

2.5 Nieren

Auch die Nieren dürfen ihre eigentliche Ausscheidungsfunktion intrauterin noch nicht aufnehmen. Sie sind zwar an der Bildung des Fruchtwassers beteiligt, was aber mit der eigentlichen Ausscheidung von Abfallprodukten nicht vergleichbar ist. Die Niere hat in den ersten Lebenswochen noch nicht die vollen Ausscheidungsfähigkeiten wie später. Dies äußert sich vor allem in einer geringeren Konzentrations- und Verdünnungsfähigkeit. Neugeborene und junge Säuglinge sind daher gegen Schwankungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt besonders empfindlich.

2.6 Abwehrsystem

Das Immunsystem des Fetus ist zwar bereits aktiv, aber auf einem sehr geringen Niveau. Die Plazenta stellt eine gute Barriere gegen die meisten Krankheitserreger dar. Ferner wird der immunologische Schutz gegen viele Erreger durch passiv übertragene mütterliche Antikörper gewährleistet.

Trotz dieser „Leihimmunität“, die sich vor allem gegen virale Infekte richtet, muss das Neugeborene sehr schnell eine eigene Abwehr aufbauen. Wegen der Unreife ist die Empfänglichkeit für bakterielle Infektionen in dieser Lebensphase besonders hoch, und die Bakterien können sehr leicht aus dem Blut in andere Organbereiche, z.B. die Hirnhäute, Lungen und Knochen, übertreten.

Im Normalfall ist das Kind auf natürliche Weise geboren und gestillt. Beides fördert den Aufbau einer guten Abwehr, Mikrobiom und Immunität reifen gemeinsam.

Etwa bis zum 5. Lebensjahr haben die Immunfunktionen das endgültige Niveau erreicht, und bis dahin sind Kinder durch manche Erreger verstärkt gefährdet, daher auch die entsprechend angepassten Impfpläne.