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Klara und der Klang der Flaschen... ...erzählt von einer Kindheit, wie aus dem Bilderbuch. Ein Dorf mit vielen netten Menschen, einer Menge Kinder zum spielen, noch mehr Tieren und umgeben von endloser Natur. Es erzählt aber auch von schlaflosen Nächten und dem Ausgeliefertsein im eigenen Elternhaus. Im Buch beschreibt Klara ihren täglichen Kampf ums Überleben und wie sie es geschafft hat, nicht daran zu zerbrechen. Ein Buch, das eventuell nichts für schwache Gemüter ist, aber eben auch Kraft und Zuversicht vermitteln kann, denn Klara hat aus ihren Erlebnissen für sich einen Weg der Stärke entwickelt. Eine Geschichte mit Gänsehautmomenten : Man kann mehr schaffen, als man denkt.
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Seitenzahl: 81
Veröffentlichungsjahr: 2023
Über die Autorin
E.H. Ringie lebt mit ihrem Mann im schönen Nordhessen.
Sie ist in den 50gern angekommen und nutzt ihre Freizeit neben ihrem Hauptberuf zum Schreiben.
Neben pädagogischen Sachbüchern hat sie sich nun zum ersten Mal an einen autobiographischen Roman herangewagt.
Neben dem Schreiben reist sie sehr gerne.
Sie liebt ihr Haus und ihrem Garten, denn beide Orte sind für sie ein Ort der Ruhe und der Kraft.
Sie arbeitet mit Hochdruck an ihrem grünen Daumen
Dieses Buch ist der Beginn einer Reise.
Einer Reise, die der Heilung dienen soll.
Alle im Buch erzählten Situationen sind Teile von Erinnerungen.
Ein Hervorholen von wenigen, aber bleibenden Erinnerungen.
Niemand, der genannt wird, soll beschädigt oder vorgeführt werden.
Aber jeder, der genannt wird, hat einen festen Platz in ihren Erinnerungen.
© 2023 Autorin: Ringie, E.H.
Klara und der Klang der Flaschen
© E.H.Ringie
Impressum
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.
©E.H.Ringie
Illustration: ©Tanja Graumann
Korrektorat: Bei BoD gebucht.
Druck und Distribution im Auftrag der Autorin:
tredition GmbH, An der Strusbek 10, 22926
Ahrensburg, Germany
Cover
Titelblatt
Urheberrechte
Vorwort
Klara und der Klang der Flaschen
Die Person im Bett war Klaras Mutter.
Nachwort
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Titelblatt
Urheberrechte
Vorwort
Nachwort
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Vorwort
Den Startschuss zu diesem Buch stellte eine bestimmte Phase im Leben der Autorin dar.
Zu dieser Zeit war sie intensiv mit dem Thema Erbe und Familie beschäftigt.
Während dieser – emotional sehr aufreibenden – Zeit kamen immer mehr Erinnerungen in ihr Bewusstsein.
Erinnerungen an eine Kindheit, die geprägt war von der Suchterkrankung eines Familienmitgliedes.
Um diese Erinnerungen zu bündeln, hat die Autorin begonnen all die Bruchstücke zusammenzufügen und aufzuschreiben.
Während der Schreibphase kamen weitere, bislang verschüttete, Erinnerungen dazu.
Daher wuchs mit dem Schreiben auch die Entscheidung, dies alles in einer Trilogie zu verfassen.
Das vorliegende Buch beinhaltet den ersten Teil.
Der Weg der Heilung hat begonnen, die erste Etappe ist gegangen. Zwei weitere werden noch folgen.
Klara und der Klang der Flaschen
„Bämm, Bämm, Bämm …“
Da war es wieder. Das dumpfe Geräusch. Klara saß sofort aufrecht in ihrem Bett und zog sich die Bettdecke bis an die Nasenspitze. Ein leichtes Zittern durchfuhr ihren Körper. Das war immer so, wenn sie vor Schreck wach wurde. Sie horchte in das Dunkel ihres Zimmers hinein und wollte sich gerade wieder entspannt in ihr warmes Bett kuscheln. Vielleicht hatte sie ja nur geträumt. Es war nichts
Ungewöhnliches, dass dieses Geräusch sie bis in ihre Träume verfolgte. Sie schloss für einen Moment die Augen – bereit, sich wieder zu beruhigen und weiterzuschlafen.
„Bämm, Bämm, Bämm.“
Der Schreck fuhr Klara erneut in die Glieder. Es war also doch kein Traum gewesen. Damit war ihr in diesem Moment auch klar, dass an Schlaf für den Rest der Nacht nicht mehr zu denken war. Dabei wusste Klara nicht mal, wie lange sie schon geschlafen hatte. Sie wusste jetzt auch schon, dass sie am nächsten Tag in der Schule wieder wenig bis nichts mitkriegen würde, weil die Müdigkeit und die Bilder dieser Nacht sie verfolgen würden und sie alle Hände voll damit zu tun haben würde, der Erschöpfung nicht nachzugeben.
Sie schloss für einen kurzen Moment die Augen, atmete tief durch, um sich zu wappnen, und wollte gerade aufstehen, als das Geräusch erneut zu ihr durchdrang, dieses Mal allerdings deutlich vehementer.
„BÄMM, BÄMM, BÄMM.“
Und dieses Mal hörte sie noch, wie ein Ruf dem Geräusch folgte. Es war der Ruf nach ihr. Es war nicht direkt ihr Name, sondern etwas, das so ähnlich klang wie ihr Name. Klara kannte es schon. Man konnte es gut vergleichen mit jemandem, der mit vollem Mund versuchte, etwas zu sagen. Man hat vielleicht eine ungefähre Idee, was derjenige sagen will, aber es ist entsprechend undeutlich. Aber da Klara diesen Ruf schon unzählige Male gehört hatte, wusste sie, dass sie damit gemeint war. Sie atmete noch einmal tief durch, schlug ihre Bettdecke zurück und stieg aus ihrem warmen Bett.
Bevor sie ihr Zimmer verließ, klappte sie die Bettdecke wieder sorgfältig zu. Denn so war ihr Bett später wenigstens noch ein wenig warm, wenn sie wieder hineinkroch. Wer weiß, wie oft sie in dieser Nacht ihr Bett noch verlassen musste, um dem Geräusch und dem Ruf nach ihr Folge zu leisten. In manchen Nächten musste sie nur einmal aufstehen, aber manchmal eben auch mehrfach. So genau konnte man das nie vorhersagen.
Dann wollte Klara wenigstens später wieder in ein warmes Bett krabbeln, um sich noch ein bisschen zu wärmen, bevor es später erneut wieder losging.
Sie verließ ihr Zimmer und trat auf den kalten, schmalen Flur hinaus. Am anderen Ende des Flures flackerte ein Licht, das dafür sorgte, dass ihre Augen sich einen Moment später gut an den vor ihr liegenden Weg anpassen konnten. Das Licht kam aus dem Zimmer am anderen Ende des Flures. Die Tür stand einen Spaltweit offen, sodass der Lichtschein in den dunklen Flur dringen konnte. Und obwohl einige Meter zwischen ihrem Zimmer und dem anderen Raum lagen, schoss ihr der beißende Geruch, der ihr so vertraut war, sofort in die Nase. Klara wurde kurz übel, aber das verging schnell. Denn sie wusste, dass der Geruch gleich noch viel intensiver wurde, je näher sie dem Zimmer am anderen Ende des Ganges kam.
Und so schluckte Klara die aufsteigende Übelkeit entschlossen herunter und versuchte, sich kurz und schmerzlos auf das vorzubereiten, was sie gleich erwartete. Sie kannte es ja schon. Schließlich passierte es immer und immer wieder.
Klara nahm sich jedes Mal vor, es sich nicht so zu Herzen zu nehmen, aber was sollte sie machen? Sie war schließlich noch ein Kind.
Kinder sollten so etwas nicht erleben, und dennoch war es Alltag für sie.
Es war Stoff genug für einen Horrorfilm. Mit Klara in einer der Hauptrollen wider Willen.
Das, was hier in ihrem Zuhause passierte, war für sie Horror genug. Aber es half nichts, sie war nun mal in dieser Situation und es war niemand in greifbarer Nähe, der ihr diese Aufgabe hätte abnehmen können.
Es waren zwar noch zwei weitere Personen mit im Haus, aber beide waren so weit entfernt von dieser Etage, dass es bei ihnen nicht ankam. Und wenn doch, haben sie es gut ignoriert und es Klara überlassen, darauf zu reagieren.
Es würde auch nichts helfen, wenn sie einfach nicht Folge leisten würde. Der Ruf der Flaschen würde nicht verklingen.
Er würde immer heftiger und lauter werden. Klara hatte das schon ausprobiert. Es half nicht, den Ruf zu ignorieren. An Schlaf war dann ohnehin nicht mehr zu denken, sie war jedes Mal sofort wach. Klara hatte gelernt, dass es nach dem ersten Aufstehen eine Weile ruhig war und sie nach getaner Arbeit versuchen konnte, noch etwas Schlaf nachzuholen. Also stand sie doch lieber rechtzeitig auf, um danach wieder etwas Ruhe zu haben. So auch dieses Mal.
Sie näherte sich der Tür am Ende des Flures, die leicht geöffnet war. Der beißende Geruch hatte inzwischen eine Intensität angenommen, dass sich die Übelkeit in Klaras Körper wieder ihren Weg bahnte. Sie musste entschieden an etwas anderes denken, damit sie sich nicht noch vor der Zimmertür übergeben musste. Wie sie das hasste. Dieser Gestank. Wie konnten Menschen sich freiwillig in einem Raum aufhalten, der von einem solch widerlichen Gestank erfüllt war? Das würde Klara nie verstehen. Sie verband mit diesem Geruch etwas zutiefst Abstoßendes.
Tausend Gedanken schossen ihr durch den Kopf und gleichzeitig wieder keiner. Sie versuchte, sich auf den Anblick vorzubereiten, der sich ihr gleich bieten würde. In ihrem Kopf befanden sich schon viele Bilder dieser Art. Sie ging sie im Schnelldurchlauf in ihrem Kopf kurz durch und versuchte so, dem Schreck etwas vorzubeugen, den sie jedes Mal wieder bekam. So sehr sie auch glaubte, schon daran gewöhnt zu sein, so war es doch immer wieder ein Schock, der sie den ganzen nächsten Tag verfolgte. Sie konnte sich bemühen, wie sie wollte, die Bilder brannten sich in ihren Kopf ein. Jedes Mal. Mal mehr, mal weniger.
Als sie schließlich an der Tür am anderen Ende des Flures angekommen war, nahm sie sich noch schnell vor, dieses Mal nicht so zu erschrecken, und hoffte, dass es half. Sie gab der Tür entschlossen einen Schubs, sodass sie im Zimmereingang stand – bereit für das, was sie im nächsten Moment erwartete.
