Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Dieses Buch beinhaltet kleine Geschichten aus dem Leben, die in einer thüringer Mundart erzählt werden, aber dennoch von jedem verstanden werden können. Es sind Lebensepisoden, teilweise zum Nachdenken, aber immer unterhaltend und einfach belustigend. Viel Lesespaß in einem Band!
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 393
Veröffentlichungsjahr: 2013
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Dieses Buch ist meiner lieben Frau Karin gewidmet.
Der Fahrstuhlführer des Jahres (1985)
Auf dem Jahrmarkt (2006)
Auf dem Trödelmarkt (2007)
Aus dem früheren Leben (2005)
Beim Mittagbrot (1989)
Das Abendmahl (1986)
Das Babberchen (2006)
Das Begegnen (2003)
Das Fahrradfahren (2007)
Das Kaffeetrinken (1988)
Das Krippenspiel (2004)
Das neue Handy (2006)
Das neue Sofa (2005)
Das Poesie-Album (2005)
Das Schlachtfest (2006)
Das Spezialistentreffen (2005)
Das Weihnachtsgeschenk (2002)
Der 1. Mai (2006)
Der Alleinunterhalter (2006)
Der Aschkuchen (2004)
Der Automat (2005)
Der Badetag (1989)
Der Bücherwurm (1987)
Der Bürgermeister (2005)
Der Einkauf (2004)
Der Einkaufswagen (2005)
Der Fliegenfänger (2006)
Der Kaffee (2004)
Der Klubschlitten (1988)
Der Körper nimmt es an (2004)
Der Kühlschrank (2004)
Der Messebesuch (2002)
Der Morgenbus (2007).
Der neue Feldstecher (1987)
Der Regenwurm (1988)
Der Rettungseinsatz (2000)
Der Schaffner (1988)
Der Silvesterknall (2004)
Der Stadtspaziergang (2006)
Der Theater-Theo (1988)
Der Wannen-Peter (1988)
Der Weihnachtsmarkt (2005)
Die Ausfahrt (1987)
Die Bratwurstbude (2002)
Die Brustknaller (2006)
Die Busfahrt (1986)
Die deutsche Sprache (1989)
Die Deutschstunde (2005)
Die Ehrenjungfern (1989)
Die Handies (2005)
Die Hundewache (1989)
Die Kaufhallenbekanntschaft (2006)
Die Kinder-Ausfahrt (2004)
Die Kindheitserinnerungen (2003)
Die Napoleon-Schlacht (2006)
Die neue Herzklappe (2006)
Die neue Kulimine (1989)
Die neue Technik (1988)
Die Parkfreuden (2005)
Die Stollenzutaten (2003)
Die Turbo-Laufenten (2004)
Die Vergeßlichkeit (2005)
Die Verstopfung (2005)
Die Weihnachtsbäckerei (2003)
Es geht schon (2004)
Im Biergarten (2005)
Im Winter (2007)
In der Elektrischen (2004)
In der Stadt (2003)
Mein Thüringen (2006)
Unser Kneiper (2004)
Vor der Busfahrt (1989)
Am Stammtisch (2010)
An der Ostsee (2009)
An der Tankstelle (2009)
Auf dem Bürgeler Töpfermarkt (2008)
Auf dem Tanzboden (2009)
Auf dem Taubenmarkt (2008)
Auf dem Volksfest (2011)
Auf dem Weihnachtsmarkt (2009)
Ausfahrt in den Spreewald (2013)
Bei der Stadtratsversammlung (2009)
Bei der Weinverkostung (2009)
Beim Bäcker (2008)
Beim Doktor (2001)
Besuch beim alten Brehm (2009)
Besuch der BUGA (2008)
Besuch im Möbelhaus (2009)
Das Feuerwerk (2013)
Das Kino (2009)
Das Mittelalterfest (2009)
Das Planetarium (2009)
Das Weltkulturerbe (2009)
Der geklaute Fernseher (2009)
Der Kaffee (2008)
Der Pfingstausflug (2013)
Der Reparaturservice (2009)
Der Schrebergarten (2013)
Der Sommer (2010)
Der Straßenbau (2009)
Der Tag der Arbeit (1. Mai) (2009)
Der Thüringer und die Gastronomie (2009)
Der ungünstigste Fall (2008)
Die Ahnentafel (2009)
Die Astronomie (2009)
Die Briefmarkenbörse (2009)
Die Deutsche Sprache (2013)
Die Entwicklung der Technik (2009)
Die Erntehelfer (2009)
Die Frühstücksrunde (2009)
Die Globalisierung (2009)
Die Graffiti-Sprayer (2009)
Die Grauen (2008)
Die Lange Nacht der Wissenschaft (2008)
Die Mode (2009)
Die Modellbahn (2009)
Die Schulsportfeste (2009)
Die Wende (2009)
Die Wohnkultur (2010)
Erlebnis Straßenbahn (2013)
Erlebnisse mit Kindern (2009)
Es hat geschneit (2008)
Fotografieren - ein schönes Hobby (2008)
Heute ist alles Bio (2008)
Heute ist Grobmüll (2008)
In der Straßenbahn (2010)
Jena leuchtet (2009)
Kegeln und Bowling (2008)
Kinder lernen von den Eltern (2008)
Mit der Dampflok unterwegs (2009)
Persönlichkeiten aus der Heimat (2009)
Studenten in der Stadt (2010).
Ufos (2009)
Vorfreude auf Ostern (2009)
Vorweihnachtszeit (2009)
Wenn es Herbst wird (2008)
Schillerhaus Jena
Collegium Jenense
Johannistor Jena
Jenergasse
Kollegiengasse mit Zeiss-Bau 59
Heinrichsberg Jena
Schillerkirche Wenigenjena
Silberdisteln
Gern liest man Geschichten, die in die Jugendzeit zurückführen oder an Dinge des Alltags erinnern. Dazu fallen einem dann auch Ereignisse aus dem eigenen Leben ein, die man manchmal schon fast vergessen hatte.
Die vorliegenden kleinen Geschichten aus Thüringen haben zwei Besonderheiten: zum einen beruhen sie alle auf realen Beobachtungen und mitgehörten Erlebnisberichten, zum anderen sind sie nicht in Hochdeutsch geschrieben, sondern in einem regionalen thüringer Dialekt, der auch keinen Anspruch auf irgendwelche wissenschaftliche Spracherkenntnisse beinhaltet, aber durch spezielle Begriffe und Redewendungen sehr lebensnah und unterhaltend ist.
Ich wünsche allen Lesern viel Spaß und unterhaltsame Stunden beim Lesen dieses Buches.
Wenn bei uns im Betriebe eener offn Fahrstuhlführer ze sprechen kommt, dann is alleweil immer nur eener gemeent, den jeder kennt, un das is dr Fahrstuhlführer Anton.
Un das obwohl ´r weeßknöppchen nich dr Eenzsche is, der bei uns zwischen Himmel un Erde hin un her kutschiert. Doch dr Anton is ähmd ä Unikum für sich. – Mei Anton war beliebt bei Jung un Alt, üwerall wo ´r so von Woche zu Woche in seiner Pendelkist rauf un runter sauste. Un das hatte ooch sein´n guten Grund, denn dr Anton war ähmd so ne richtsche freundliche Natur, er war so änne Seele von nem guten Menschen.`S kam ooch vor, wenn ´r sein guten Tag hatte, daß´r än fröhliches Liedchen für sich un seine Kundschaft vor sich hin trällerte. Er war än stets lust´scher Kerl, höflich un gern geseh´n. Awer dr Höhepunkt war immer freitags, da packt´r gleich nach´m Mittagbrote sein´n Schnauzenhobel aus un spielte so ä wenig off dr Harmonika, uns allen zer Freude. Da wußte mer gleich: `s geht off´s Wochenende zu, un da kam Freude off, Freude off de freien Tage. Un wenn dann dadrzu ooch noch so´n guter Kaffeeduft durch de Zimmer un de Gänge zog, da dachte so mancher: dr Anton bringt doch noch än Stückchen Ruhe, än Rest Romantik un Gemietlichkeet in de heut´ge Zeit. Un ´s gab ooch so manchen, der viel mehr Geld wie er verdiente, un der ´n Anton ob seiner innern Zufriedenheit beneidete.
Doch dann kam alles ganz annersch. Un das war so: In Berlin hatte Eener ne neue Fahrstuhlordnung erlassen. Un die klatschte nun voll in den Anton sein Fahrstuhl nein, denn die begrenzte de Zahl dr Mitfahrer in den türseits offenen Fahrstühlen. Früher hatte dr Anton immer zu sein´n Leuten gesagt:“ Max, tritt ä weng off de Seite, daß de dir nich de Ausgehjacke weiß machst!“, „Kommt, Leute, ruckt än Stück z´samm für Günter mit sein´m Gepacksche!“ oder „Moni, stell dich nich so weit an den Rand, daß dir dr Türknopp nich dein´n schön Rock bis üwer de Ohr´nhochreißt!“ – Jetzt mußt dr aber sagen: „So und soviel Quadratmeter müssen frei bleiben, sechs Mann rein un keiner mehr, Feierabend! Berta, du bleibst draußen!“ - Un desdrwegen haben de Leute den Anton von heut auf morgen dumm angeguckt, un ham gesagt: „Nu gucke dir doch nur mal den alten Kriebel an, jetzt wird der ooch noch putzig off seine alten Tage!“ Se wußten ja alle nischt von dr Fahrstuhlverordnung. Un mei Anton war ähmd ä gewissenhafter Kerl, der ooch ne Fahrstuhlverordnung für ernst nimmt, selbst wenn se so ferne von Berlin kommt. Awer die hatt´n ähmd leider nur Verdruß gebracht. Drum hab´n mer uns ze Weihnachten zesamm´ngetan, ä jeder hat ä paar Groschen eingeworfen un dadrvon hab´n mer ihm än kleenes Fläschen gekooft, so än Offwärmer für de Seele un´s Gemüt. Un mer hab´n da ooch noch ännen Zettel nangebammelt: „Für unseren Anton – den Fahrstuhlführer des Jahres!“ Un kurz vor Feierahmd, da hör´n mer, was uns schon lange gefehlt hatte: Dr Anton spielte noch ä mal seine Mundharmonika! Un irgendwie war´n mer uns gegenseitig dankbar.
Wie ich heute so am Holzmarkte in Richtung dr Elektrischen loofe, da merk´ ich doch so im Vorbeigeh´n wie da an dem Pfahle von änner Straßenlaterne än Schild hängt, wo se droff geschrieb´n ham: „Jahrmarkt, 4.8. Juli“. –„Na gucke“, sag ich so vor mich hin, „da is ja mal wieder Jahrmarkt!“ De Begeisterung hielt sich in Grenzen. Wie sollte ooch bei so ännem kleenen Schilde änne ries´sche Freude offkommen! Menschenskinner, wenn ich da so an meine Kinner- und Jugendzeit denke! Da war dr Jahrmarkt noch än Ereignis! Zweemal im Jahr, im Frühjahr un im Herbste fandt´r statt. Besonders de Kinner war´n immer ganz wuschig, weil da ooch immer än größerer Rummel mit drbei war. De Karussels, ´s Riesenrad, de Wurf- un Schießbuden, das war was! Wenn de Geisterbahn ooch noch da war oder mer in dr Losbude noch ne Kleenigkeit gewonnen hatte, dann war de Freude besonders heft´sch! Un dann erscht noch de ganzen Süßigkeeten , die´s da gab! Mer mußte awer ooch ´s Geld mächtsch einteelen, was mer von dr Mutter oder von den Großeltern für´n Rummelbesuch erbettelt hatte. Se hatten ja früher alle nich viel, aber ä paar Groschen sprang´n schon raus! Un dann erscht de vielen Marktbuden mit Klamotten: Handtücher, Taschentücher, Socken, Unterwäsche, Hemden. `s gab kaum was, was mer for´n Alltag nich gebrauchen konnte. Sogar ä Scherenschleifer war da. Der Bimmelte immer mit ner kleenen Glocke und rief: „Scherenschleifen – wird gleich gemacht hier!“ – Un üwer allem lag dr Duft dr Rostbratwürschte. Dr Vater und dr Opa kriegten immer änne ganze. De kinner un de Frau´n mußten sich immer eene teilen, so daß jeder ne halbe abbekam. Un die hat geschmeckt! – Dann gab´s off´m Markte ooch noch Geschirr: Tassen aus Kahle oder de blauweise Keramik aus Bürgel für de Küche! Un von überallher tönte de Musik drkreuz un drquere, un in den Ohr´n da war dr ganze Mischmasch drvon grauslich scheene. Awer den Leuten hat´s mächt´sch Spaß gemacht, dr ganze Feetz hätte gut un gerne doppelt so lange dauern könn´n. Un wie is dr Jahrmarkt heute? Ich dacht mer, nimmst dir mal ä Stündchen Zeit un guckst dir den Spaß ähmd mal so im Vorbeigeh´n an. `S gab drwegen ooch ne Menge Stände, aber wen´ger die alten Holzbuden, mehr so Klapptische mit nem Zeltdach oben drüber. Es gab natürlich ooch zentnerweise Klamotten. Un die hatten fast alle große Schilder dran, damit mer ooch gleich merken sollte, um wieviel Prozent se angeblich preisgesenkt war´n. Spar´n könnte mer so angeblich noch un nöcher! `S ließ´sich aber trotzdem nich vermeiden, daß mer für hallwege was Ordentliches am Ende ä paar mehr oder weniger große Scheinchen rumreichen mußte. Ä Haufen Zeug guckte einen ooch an wie: Koof mich, sonst flieg´ ich morchen off´n Misthaufen! – Un dann noch ä Deschawü-Erlebnis! Wie früher gab´s wieder tonnenweise Socken un Handtücher! Nur war´n die Handtücher keene chinesischen mehr mit Blumen droff oder Kranichen. Jetz gab´s welche mir Pferde-, Hunde- un Katzen-Köppen droff. Dr Gipfel war än langes Badetuch, wo von oben bis unten drei weibliche Hinterteile droff gedruckt war´n: weiß, gelb un kaffeebraun! Wer trocknet sich nur mit so was sein Gesicht ab?` Un welcher Geruch soll denn dadrbei rauskommen? – De Krönung von dem Ganzen aber war de Wurschtbude gleich drneb´n. Da hatte doch de Verkäuferin still un heimlich ihr Schild neb´n das ominöse Handtuch gestellt, un da hatte se mit Kreide droffgeschrieb´n: „Sonderangebot: heute frisches Schaffleisch!“
„Antik- und Trödelmarkt, dann und dann“ stand off´m Schilde. - Ja, es war mal wieder soweit, dr Troß dr fahrenden Händler war in de Stadt eingefall´n, un jeder versuchte sein Schnäppchen ze machen. Selbst, wenn mer nischt koofen tat, ´s war immer wieder interessant ze gucken, was es alles gab, un ooch was da so für Typen rumliefen bzw. rumstanden. Da gab´s de Nostalgiker, de Trophäenjäger, de Abstauber, de Kunstliebhaber, de Musikfans, de Leseratten un schließlich ooch de Hobbyhandwerker, die ä paar neue Werkzeuge suchten. Un dann gab´s ooch noch de Genießer, die so aus Spaß an dr Freud´ einfach rumbummelten un immer wieder was Hübsches entdeckten, was´n Spaß machte. Ooch off dr Händlerseite gab´s die unterschiedlichsten Typen. Dr Einfachheet halber kann mer erscht mal de Wucherer un die, die ihr Zeug fast verschenken, unterscheiden. Das trifft´s am Besten. Aber glücklicherweise gibt´s ooch immer wieder ä paar richtsche Spaßvögel drunter, die ä weng für de Unterhaltung dr Leute sorgen. „Komm´n Se näher, komm´n Se ran, hier wär´n se genauso be –dient wie nebenan!“ hörte mer se brüllen. – „Kommen Se , junge Frau, gucken Se nur mal die schöne Blumenvase, für Sie kostet se nur de Hälfte!“ – „Na, der Herr, wie wär´s denn mit ner schönen alten Taschenuhr? Oder brauche Se for de Gutste ä neues Ohrgehänge?“ – „Hallo, nun schauen Se sich nur mal die schönen Bilder an, brauchen Se nich drheeme mal wieder was Neues über´s Kanapé?“ – „Na, mei Gutster, es gibt doch immer wieder was zum Rumbasteln. Wie wär´s denn mit nem Satz Stemmeisen oder hier dem Satz von neuen Scharnieren für de alte Kommode?“ – „Was, än altes Grammophon suchste? Na da mußte mal da nüber bei´n Fritz: Ich kann dr aber paar schöne alte Platten verkoofen, wo schon de Klara Salamander mitgesung´n hat!“ –„Aber sicher, mein Kleener, von mir kriegste dein Hippo aus´n Überraschungseier-Sortiment, ich hab´sogar noch de ganze Familie drzu. Un weil du´s bist, da geb´sch die dir heute mal ganz umsonst!“ – „Bettwäsche, Tischwäsche, Unterwäsche –alles geht heut´ weg, alles muß raus!“ bläkte der Nächste üwern Platz weg, wo de Verkoofstische reihenweise offgebaut war´n. Aber ´s gab ooch andre Händler, die von früh bis abends nur stille rumhockten un nur off Anfrage de Preise leise vor sich her murmelten als hätte mer von den Brüdern schon ze viel verlangt. – De meisten Händler freuten sich, wenn se ihr´n Kram loswurden, ´s gab aber ooch solche drunter, die sich von ihr´n Habchen nur schweren Herzens trennen konnten, merschtenteels, wenn se de Dinge ihr ganzes Leb´n immer um sich gehabt hatten. Aber letzten Endes sagten se sich, eh´mer den Kram den Erben in den Rachen schmeißen, da verkoofen mer das Zeug lieber vorher! Denn wie sagt mer doch: „Undank is dr Welt Lohn!“ oder „Dr Spatz in dr Hand is besser als de Taube off´m Dach!“ un wenn mer´s jetzt verkoofen, dann finden mer vielleicht noch Eeenen, der wirklich Spaß hat an den Dingen. Dann is dr Verlust doch ä bißchen leichter ze verkraften!
Immer neue Menschen würschen üwer den Marktplatz, de meisten wissen eegentlich gar nich, was se suchen. Se lassen nur de Oochen rumschweifen bis se mal bildlich geseh´n irgendwas anhuppt, was es Interesse erregt. Un das macht den eegentlichen Reiz von dem Trödelmarkt ooch aus: Mer kann sich immer wieder überraschen lassen!
`S war Kaffeegränzchen-Zeit. Dr Kaffeeduft zog drwegen mit nem hübsch-feinem Aroma quer durch de Bude, da hockte doch mal wieder de Frauenmannschaft, also dr weibliche Anteil vom Skatklub zesammen. Un eh´ de Männer von dr Arbeit eintreffen sollten, da hatten se sich doch alle noch ä paar wicht´ge Dinge mitzeteilen un dieses un jenes ze bequatschen. Un merschtenteels kam ooch de ganze Bandbreite dr Gesprächsinhalte off´n Tisch: von dr Fleckentfernung bis zum Küchentip, von dr Kindergartentante bis zur Wohnungseinrichtung wurde natürlich alles durchgekaut. Aber dr Höhepunkt war heite de Gärtner´s Liesbeth, denn die hatte in den letzten Wochen Sachen erlebt, die hälst de einfach nich für möglich – se hatte sich nämlich selber besucht, in ihr´m frühren Leben war se gewesen! Mer will´s kaum gloom, wenn mer´s erschte Mal dadrvon hört! – Se hatten ja alle in dr Schule schon mal drvon gehört, daß es in Indien Leute gähm soll, die schon ä Mal gelebt hatten, so behaupteten se´s jedenfalls von sich selber. Aber ´s war allen auch so ä bissel unheimlich, weil se sogar schon irgendwann mal als Viecher gelebt hab´n wollen: als Affe, als Elefant oder sogar schon mal als Karnickel. Un nun sollte de Gärtner´s Liesbeth ooch schon früher mal off dr Erde rumgehuppt sein, un das schon vor paar hundert Jahren. Also, das war ja ä Ding! Das konnten die andern kaum verkraften: in Mitteleuropa änne Wiedergebor´ne! Mei lieber Oskar, das war drwegen starker Tobak, wie mer so sagte. Aber de Liesbeth selber meente nur: “Ach das war ganz einfach, da hatten se beim Fernsehen so ne Hypnosetante, un die hat mich dann off´m Sofa ausgehorcht. So ähnlich wie´s früher schon dr alte Freud versucht hat mit seinen Patienten. Jedenfalls hat se dann den ganzen Kram offgeschrieb´n, jedenfalls das alles, was ich drvon in dr Hypnose noch gewußt habe. Un dann kam´s Schönste, da hab´n die mit ihr´n Computern rumgesucht, was an dr Geschichte noch heutzetage praktisch ze verwerten is. Und dann sin mer mit´n Auto hingegondelt un ham uns das frühere Leben mal praktisch angeguckt. – Un was soll ich euch sagen, ich war drwegen schon ä mal dortgewesen wo ich noch nie war. Wie in meiner Westentasche hab´ich mich ausgekannt in dem Neste, obwohl ich noch nie eenen von mein schönen Füßen dort neingesetzt habe. Un sogar de Kirche un das Rathaus hab´ ich wiedererkannt, denn an dem Rathaus, da stand sogar noch Rathaus dran! Das hältst de kaum für möglich! Un wenn´s draußen dransteht, da muß es ja wohl ooch drinne sein! Un ooch den Marktplatz hab ich wiedergefunden, `s gab ja ooch bloß een´n größer´n Platz in dem Neste. – Ihr werdet´s kaum für möglich halten, aber ich hab´ da schon so um 1650 gelebt. Un als se mir dann im Heimatmuseum ooch ne de Klamotten von damals gezeicht hab´n, da hab ich gedacht: „Ei verdanzsch, die Tracht hätt´ste ooch von deiner Mutter geerbt ham können!“ - Wie dr Berichtze Ende war, war´n die ganzen andern Weibsen wie aus´m Häuschen. „Mein Gott“, meente de Bäcker´s Lene, „was du so alles erlebt hast! Aber sag mir nur mal, was hast de denn in dr Zwischenzeit zwischen deinen zwee Leben angestellt? Um wie biste denn dann in dein jetzsches Leb´n neingekommen?“ - Da de Liesbeth natürlich ooch nich alle Fragen gleich beantworten konnte, kam´n ooch von den ander´n Frauen immer noch mehr Fragen drzu, wie: „Warst de och mal in dr Kühltruhe?“ oder „Wie hat denn das alles ohne elektrischen Strom funktioniert?“ bis hin zu den Fragen „Gab´s denn im Mittelalter ohne Einstein ooch schon Wurmlöcher“ und „Müssen mir denn jetzt alle in 300 Jahr´n ooch noch mal leben?“
Wenn bei uns im Betriebe de Mittagbrotzeit rankam, da konnte mer drwegen de Schwiegermutter verwetten, daß se alle beim ersten Bimmeln gleich wie von der Tarandel gebissen offspringen un nach´m Speisesaale loshirschen. Un mer konnte meenen bei manchen wär dr Kopp schon dort, während dessen dr Hinnerschste grade noch zur Tür nausmachte. `S hatten freilich nich drangedacht, daß se in dr Schlange vor dr Essenausgabe noch än ganzes Weilchen off ihr bißchen Babbchen warten mußten, so daß de Rennerei glattweg für de Katze war. Aber letzten End´s hatten se alle ihr Essen. De eene Hälfte, die fraß Broiler, für die Gummiadler noch än Kosename war, un was bei dr andern Hälfte off´m Teller lag, war nach´m Küchenschilde „Karpfen blau“. De Küchenschilder hatten nämlich den gewaltschen Vorteil, daß mer immer nachkommen konnte, was es zum Mittag hätte geben hab´n soll´n. Un das war nun diesmal ausgerechnet „Karpfen blau“, ooch wenn´s mehr danach aussah, als hätte de Katze än Heringsschwanz übrig gelassen. - Da mer über Geschmack nich streiten soll, so stritt ooch keener, und se dachten alle: ´s wird wohl so schmecken müssen! ´S hatten diesmal ooch freilich von dr Küche aus den Hinweis „nach Hausmacher-Art“ weggelassen, den se sonst fleißig strapazierten, so daß sich ooch keener unnöt´g was einbilden konnte. - Mein Dietmar, der keen Kostverächter war, meente ä mal mehr: „Also, ein Freßchen is das heute wieder mal, mit so einem Geschmack! Das ich das noch erleb´n durfte!“ Un dadrmit hat´r weeßknöppchen ooch Recht, denn dr Schweinebraten von vorgestern, der hätt´n bald hingerafft, so sehr ging er dem armen Kerl im Bauche rum. Aber off´s Überleben, da hat´r gestern schon eene Kafferunde ausgegeb´n , so daß heute keener drzu noch was sagen wollte. - Nur dr Manni, der konnt´s nich lassen, doch ooch noch ne dumme Bemerkung zum Essen ze machen. Er meente: „Unser Essen war doch wieder mal so reichlich heute!“, obwohl grade heute fast nix offn Teller lag. „´S is doch keen Wunder, wenn du die Gockel dreimal wiederkaust, wie än Ochse!“ meente nun dr Herbert off´n Manni seine Reichlichkeitsformel. Un vom Nachbarplatze mischte sich nun ooch noch dr Werner in den Schwatz ein: „Was ihr nur egal mit dr Fresserei habt! Was mer mehr nötig ham is ä bissel Sex im Büro, mir brauchen einfach ä paar flotte Weiber! Kennt ihr denn keene, die mir uns noch angeln können?“ Dadrmit war natürlich ´s Stichwort gegeb´n. Un es war gut, daß se alle ihr´n Teller schon so ziemlich leer hatte. Denn nun kam´n se vom Hundertsten ins Tausendste, nur nich mehr zum Kauen, selbst wenn´s Gespräch nur langsam in Gang kam. Aber das is ähmd so: `s kann sich keener ä paar dralle Weiber vorstellen, wenn´r de abgekanbberten Reste vom „Karpfen blau“ off´m Teller hat. Un ooch de Gockelknochen wirken nicht gerade förderlich off´s Gespräch. So kam´s dann doch, daß es nach zwei, drei Witzen un nem flotten Spruch als Ratschlag für´n Umgang mit´n Ehefrauen so langsam zum Austrudeln dr Mittagsrunde kam. Un es bimmelte drwegen ooch schon wieder de große Glocke zum Pausenende. Un de Jungs dachten so bei sich: Was müsssen das nur früher für Zeiten gewesen sein, als es noch 2 Stunden Mittagspause gab, als mer in aller Gemütlichkeet sein Mittagbrot drheeme reinmampfen un anschließend ooch noch än kleenes Nickerchen halten konntest?! `S war ähmd doch noch änne andere Zeit als wie heutzetage! (Kaum eener dachte aber dran, daß sich de Leute damals aber ooch viel weniger leisten konnten!) `S wär´n ooch gerne noch ä weng am Tisch hocken geblieb´n, aber de Arbeet wartete, un es mußte ja weiter geh´n. Also zurück an de Arbeet! Dadrbei gab´s aber ooch Experten, bei denen war, während de Beene noch zum Arbeitsplatze zurück gingen, dr Kopp schon wieder naus aus´m Werk un machte schon Feierabend!
De Riedel´s Else war eene von den Frau´n, die mer merschtenteels am Sonntage in dr hübschen kleenen Dorfkirche seh´n konnte. Sicher ging se ooch nich jede Woche hin, so sehr war ihr de Kirche nun doch nich ans Herze gewachsen, obwohl se natürlich zu ihr´m Herrn da oben stand. Un dann hatte se ja ooch ä mal dieses un ä mal jenes Wehwehchen, wie´s ähmd so is , wenn mer alt wird. Aber irgendwie gehörte dr Kirchgang doch zu ihr´m Lebensplan. `S könnt ja sein, dr Herrgott paßt off se off, ob se da is am Sonntage.
Besonders glücklich sah se immer aus, wenn se ihr kleenes Enkelchen drbei hatte. Un die Kleene an ihrer Hand war ooch wirklich än ganz süßer Fratz. Un se war ooch mächtsch stolz off se, zumal se diese Jahr noch in de Schul´ sollt neinkommen. – Wie se nun am letzten Sonntage nun wieder in dr Kirch´ beieinander hockten und ´s Enkelchen ooch off ihr´n Knien rumrutschte, da wurde doch vom Herrn Pfarrer wieder das Heil´ge Abendmahl gefeiert. Das hatte de Kleene noch nie miterlebt, un se war ooch ganz ems´sch bei dr Sache, als se mit dr Oma zum Abendmahl nach´m Altar vorwärschte. Weil se awer noch nich konfirmiert war, das Mädel, wollt´dr Herr Pfarrer se noch nicht am Abendmahl teilhaben lassen. Se war awer desdrwegen keen bissel traurig. Se lief wieder zu Ihr´m Platze zerück, setzte sich mit wicht´ger Miene off de Bank un sagte ganz laut, daß es ooch de ganze Kirche hör´n sollte: „Ach, das macht gar nichts, daß ich jetzt nichts gekriegt habe, meine Oma macht doch heute ze Mittag sowieso Grüne Klöße!“
Nun war´s also schon wieder mal passiert. De ganze Bude war total verqualmt, un es stank drwegen überall wie angesengte Hufnägel. Aber in Wirklichkeet war´s ä bissel anders. De Elfi hatte nämlich de Milch überkochen lassen, un so off´m ganzen Herde eene heiden Sauerei veranstaltet. Sogar de alte Oma, die sonst nur in ihr´m großen Ohrensessel rumhockte, war offgesprungen un meente: „Mensch, Kind, was hast de denn da wieder angestellt? De ganze Milch is ja aus´m Topp raus! De hast wohl gar vergessen ´s Babberchen in den Topp rein ze legen?“ – „Was? „ antwortet de Elfi während se noch de Milch offtitschen tat, „was soll denn das sin , Oma?! – „Na, ham se euch denn nich ä mal beigebracht, wie mer de Milch richt´sch warm macht? Zuerscht mußt de den Topp mit kaltem Wasser ausspül´n, damit de Milch nich gleich anbrennt. Un dann tut mer´s Babberchen nein un gießt de kalte Milch droff. Die tut dann ooch nich überkochen. `S Babberchen, mußt de wissen, das is nämlich eene Milchtopfüberkochverhinderungsporzellaneinlage. Un die is so über´n Daum´n gepeilt 8 cm im Durchmesser un andertalb Zentimeter hoch. Mir hab´n so´n Ding schon als Kinner gehabt, aber heutzetage scheint´s mir fas ausgestorb´n zu sein!“ –„Nee, Oma“, meent de Elfi, „ so ä Ding hab ich wahrhaftsch noch nie in mein´m Leb´n geseh´n.“ – „Na, da wird´s ja wirklich höchste Zeit, mein Kind!“ spricht de Oma. „So was muß mer einfach kenne! Das Babberchen, das klappert nämlich off´m Boden vom Milchtoppe, wenn de Milch ze kochen anfängt. Un das kommt wieder von dem eingeprägten Muster im Porzellane. Dadurch gibt´s Hohlräume, wo sich de Gasblasen drinne sammeln. Un wenn da drinne dr Druck ze hoch wird, da fängt´s an ze babbern. Un desdrwegen heeßt das Ding ja ooch Babberchen!“ – „Mein Got, Oma, was ihr früher schon alles gehabt habt!“ – „Ja, meine Kleene, wenn ich´s nächste mal herkomme, da brin´ich dir mal mein Babberchen mit, damit de es ooch mal leibhaftsch seh´n un begrapschen kannst. Denn ohne Begreifen wirst du das Ding nämlich ooch nich begreifen könn´n! Dadrbei siehste ooch gleich noch de Randkerbe, wo dr Dampf bevorzugt rauszischen kann – zum Babbern ähmd!“
Un dann am Ahmde, als de Oma schon längst wieder bei sich drheeme war, da ließ es dr Elfi doch keene Ruhe. Sie schmiß ihren Computer an un dachte so bei sich: da willst de doch mal ä weng im Internet nachgucken, ob denn so ä Babberchen ooch heutzetage noch hergestellt wird. – Un Weeßknöppchen, da gab´s doch tatsächlich noch änne Bude in Thüringen, wo se die Dinger anfertschen taten. Die hatten dann zwar keene Blume off beiden Seiten mehr droff, wie de Oma ihr Babberschen beschrieb´n hatte, awer de Funktionalität war wohl de selbe. Ähmd nur ä bißchen industriemäs´sch gesteilt. – Un wie de Elfi sich weiter durchwühlt durch de Seiten vom Internet, da findet se ooch noch än sogenanntes Superprodukt: ännen „Milchwächter“ aus Wien. Der Clou von dem Dinge war: Die hatten doch mitten off de Keramikscheibe noch änne rote Fahne droffmontiert, mit der mer, wenn de Milch kochte, ooch ´s Babberchen aus dr heeßen Milch rausnehm´n konnte! `S war höchst von Vorteil, weil mer sich so nich de Finger ze verbrüh´n brauchte. Un wer Lust drzu hatte, der konnte sich das Ding sogar noch umbau´n: statt dr roten Fahne konnte mer die Fahne von seinem Lieblingsfußballverein an der Stange festmachen. Oder im Falle, mer wollte een Kakao zur Fußball-Weltmeisterschaft trinken (was eechentlich eher selten vorkommt) , konnte mer ooch de bevorzugte Nationalflagge anheften. Die tat dann pflichtgemäß in dr Hitze des Gefechts und dr Milch ä weng rumbabbern, aber man war dann wenigstens off´m Fußballpaltze un natürlich ooch mit dr Milch bei´n Siegern!
„Na, mei Karl, mir hab´n uns ja lange nich mehr geseh´n. Wie geht´s dir denn?“
„Jo,jo, un Dir?“
„Na, so La-La, wie´s ähmd so geht.“
„Na, das hört mer doch gerne! Un was gibt´s denn so Neues im Lande?“
„Ach, mer hört ja so dies un das, merschtenteels is aber nüscht Vernünft´ges drbei!“
„Da haste freilich Recht, mei Gutster! Un was macht denn de Familie?“
„Naja, so im Großen un Ganzen , da geht´s schon.“
„Na, das is ja prima, aber es hat ja heutzetage jeder sein Päckel ze tragen!“
„Wem sagst de das! Aber, habt ihr denn schon Urlaub gemacht dieses Jahr?“ „Nee, noch nich, aber mer woll´n uns derwegen noch mal was angucken!“
„Ja, daß solltet´r ooch machen, mer kommt ja sonst nie richt´g raus!“
„Ja, das kann ich dir sagen, uns geht´s da gleich nich anders!“
„Na, mir wärn wohl demnächst ä Mal än bissel in dr Welt rumgucke!“
„Na klar, ä bissel frische Luft schnappen, das kann ja wahrhaftsch nicht schaden!“
„Ja, un mer soll ooch de Zeit nutzen, wie´s Leb´n noch frisch is!“
„Richt´sch, wenn mer am Leb´n keen Spaß mehr hat, kann mer sich gleich ins Grab legen!“
„Wem sagste das – das is wie mit´n Licht, mal brennt´s un mal brennt´s nicht! Aber was gloobste, hab´sch doch nich neulich de Klara aus unsrer alten Schule wiedergetroffen. Die hat ich ihr´m Leb´n was erlebt, das gloobste kaum!“
„Na das kann ich mir schon denken! Mer freut sich ja immer wieder, wenn mer mal von nem andern was hört! Sonst wär´s ja im Leb´n ohne de Neuigkeeten doch ooch viel ze langweilig.“
„Un den Becker´s Klaus, den hab´sch doch neulich ooch noch getroffen. Ich hätt´n bald nich wieder erkannt, so lange hat ich den Kerl nich geseh´n. Un plötzlich, da stand der so mir nischt - dir nicht einfach so vor mir, als hätt´r schon immer da gestanden!“
„Was de nich sagst, das is ja interessant! Awer von mir änne Bekannte, die hat neulich sogar unser´n alten Lehrer getroffen! Ich weeß nich mehr, wie´r heeßt, aber du wirst den schon kennen. Un du mußt dir das mal so bildhaft vorstellen: da triffste Eenen, da kannste dich mal wieder prima unterhalten über de gute, alte Zeit, un da freut mer sich doch über de schönen Erinnerungen, die mer drwegen sonst glatt vergessen hätte!“
„ Ja, freilich, `s is gut, wenn mer da doch ab und zu mal dran erinnert wird. Ach, was´ch dir noch sagen wollte, mir ham neulich g´rade mal tücht´g überlegt, was mer in diesem Jahr noch an nser´m Hause mache woll´n. Ich kann dr sagen, da kommt vielleicht ne Menge Zeug auf uns zu! Mer will´s ja oft gar nicht wahr hab´n, aber es gibt immer was zu mährn, un ganz schnell kommt mer vom Hundertsten ins Tausendste. Leider ooch was de Geldscheine angeht!“ - „Na klar, de Arbeet nimmt drheeme nich ab. Mer hat ze tun wie ä Häftelmacher, de kannst immer nur rumwürschen! Aber am Ende, da freut mer sich drwegen schon ä weng, wenn alles so halwege fertsch is!“
„Da muß ich dir natürlich Recht geb´n, neulich hat meine Schwäger´n ooch gesagt: eechner Herd is Goldes wert. Schließlich hat mer ooch seine Verantwortung mit dem Zeuche. Un von nischt, da kommt ooch nischt!“ - „Ja, aber mer muß ooch ä Mal da dran denken, daß mer sich ab un zu ooch noch was Neues leistet, un wenn´s drwegen nur ä Paar neue Schnürsenkel sin´. - „Jo-jo, mein Alter, wahr gesprochen! Aber, wenn mer so viele Interessen wie mir hat, da isses gar nich so einfach, allen gerechte ze werd´n. Da muß mer heutzetage schon ganz schön hinterher sein!“ - „Na klar, so mir nüscht, dir nüscht geht´s ähmd heute überhaupt nich mehr. Da kannste nur offpassen wie än Luchs, daß de nich in Mond guckst!“ - „Ja, aber nun will ich dir mal Eens sagen: Du gloobst ja gar nich, wie´s mich freut, daß mir uns mal nach so viel´n Jahren wieder getroffen hab´n. Un mer hört viel zu selten mal was Interessantes von einander. Un da isses ooch wie än kleenes Wunder, wenn mer mal in aller Ruhe so än kleenen Schwatz machen kann!“
„Ja freilich, vielleicht hab´ ich´s nächste Mal schon meine Reisetour gemacht, da hab´n mer noch mehr ze erzähl´n wie heute! Meine Telefonnummer, die hab´sch momentan leider nich im Koppe. De eechne Nummer, die merkt mer sich eh am wenigsten, denn wann rufste dich denn schon ä Mal selber an?“ - „Da haste schon Recht, ich weeß ooch nich, wann ich mich das letzte Mal selber angerufen habe! Also mach´s gut! Mer wär´n uns schon noch ä Mal wieder über den Weg loofen!“ „Ja, un da droff, da freue ich mich schon heute wie ä Schneekönig, denn da hab´n mer wenigstens wieder ä bissel Abwechslung in unser´m Leben!“
Immer wenn´s Frühjahr losgeht, da fängt se ooch immer wieder an, de Saison für´s Fahrradfahr´n. Da werd´n de alten Drahtesel wieder flottgemacht, un manch Eener, der´s Geld drnach hat, der holt ooch schon mal sein Rennrad aus´m Fahrradkeller. De wärmende Sonne lockt se alle naus in de Natur. Aber wie bei allen Dingen gibt´s drwegen ooch dadrbei tücht´sche Unterschiede. Die Eenen, die treibt´s naus wie verrückt, die schwingen sich off´s Fahrrad, un haste nich geseh´n, sin se schon um de nächste Ecke, wie als wenn mer de Hühner aus´m Stalle raus läßt, un se nur droff bedacht sin, recht schnelle de Freiheit ze genießen. Die ander´n drgegen, die fang´n erscht mal an, ihr´n Drahtesel ze wienern. Da wird gepuzt, geschraubt, geölt un gefettet, bis daß de ganze Karre aussieht wie ne Speckschwarte. Da wird´s Licht kontrolliert, de Bremsen ausprobiert un sogar dr Luftdruck in den Reifen drinne bis off mindestens eene Stelle nach dem Komma kontrolliert. Alles muß passen, wie mer so sagt. Erscht dann geht´s naus unter de Leute. Mer will ja drwegen ä weng positiv auffall´n, wenn sich´s einrichten läßt. Aber wen se dann erscht ä mal unterwegs sin´ , dann is bei allen de Freude sich an dr Luft ze bewegen ries´sch, ä jeder hat seinen Spaß dran.
Aber dr Grund (oder wie mer heute ooch sagt, de Motivation) weshalb se mit ihr´n Drahteseln durch de Gegend zuckeln, is wahrlich, wie ähmd de Menschen so sin, ä weng unterschiedlich. Die Eenen, die gloom, se müßten de Welt retten un meiden de Autos wie dr Teufel ´s Weihwasser. Die Annern, die gloom, se könnten durch de Bewegung ihr´n Winterspeck loswerd´n, aber so richt´sch gelingen will ihnen das ooch nich. Am besten sin´ noch die dran, die einfach nur mal ä wenig Spaß mit dr Familie oder mit Freunden hab´n woll´n. Da gibt´s keene Zwänge, da kann mer sich einfach mal so rollen lassen.
Wenn ich das alles so miterlebe, da denk´ ich doch immer zurück an die Zeit, in der ich selber das Fahrradfahren gelernt habe. De erschten Versuche hab´ich off´m Damenrad meiner Oma gemacht. Da is mer nur im Stehen gefahr´n, weil de Beene noch zu kurz waren, als daß mer sich mit´m Hintern off´n Sattel hätte setzen könn´n. `S Rad selber war ooch noch anders gebaut wie de Fahrräder heutzetage: Vorne war dr Gesundheitslenker mit den beederseits stark abgebogenen Handgriffen, dadrunter war das Gestänge von dr Handbremse, daß den Bremsgummi von oben auf den Reifen drückte, der sich Vollballonreifen nannte. Der wurde ooch offgepumpt wie heutzetage, aber es gab nich Schlauch un Mantel - nee, das war alles eens. Un dann war da noch dr Dynamo, ä Riesenklopper an dr Radgabel, der für de Lampenbeleuchtung sorgte. De Lampe selber war so groß wie än Motorradscheinwerfer, tat aber nur so hundsjämmerlich for sich hin funzeln. `S gab ähmd noch keene Halogenscheinwerfer. - De neuen Herausforderungen kamen dann ä paar Jährchen später in Form von nem Herr´nfahrrade mit ner zusätzlichen Querstange. `S war ä Geschenk von meinem Großvater, der bei den damaligen Preisen wirklich sehr großzügig mit sein´m Enkel war. Un der Opa freute sich ooch mit mir wie ä Schneekönig als de erschte Fahrt losging! `S neue Rad war viel leichter als wie´s alte, un es fuhr so wunderschön leicht un schnell! De Freude lies nur ruckart´sch ä wenig nach, als de Frage offtauchte, wie mer von dem Fahrrade wieder runter steigt. Un während ich da noch so drüber nachdachte, hatte ä Stein am Straßenrande schon das Problem für mich gelöst. Dr Sprung üwern Lenker soll sehr dekorativ ausgeseh´n haben! Aber zum Glück war ich keen Einzelfall. Mer hatten in dr Nachbarschaft änne Frau wohnen, die konnte nie mit ihrem Fahrrade selber anhalten. Da kam immer dr Mann aus dr Haustüre un fing se off, sobald sich das Rad ä weng ausgetrudelt hatte. Als se aber mal ankam, als dr Angetraute nich vor dr Türe stand war, da rief se mir zu: „Junge, renn doch mal schnell zu meinem Manne un sag ihm, daß ich da bin. Ich fahr´ drweile noch änne Runde um´n Häuserblock!“
Da saß doch mein Freund Herbert neulich wieder mal mit´m Müller´s Harry beim Mitttagbrote. Se hatten grade ´s Essen neingewürcht, un mer konnte nich sagen, daß es än besonderer Höhepunkt gewesen is. `S Fleesch war gewohnheitsmäßsch wieder mal elende zach gewesen, genau wie de Soße wieder mal tücht´sch versalzen war. Mein Freund Herbert meente desdrwegen ooch: “`S is kaum ze gloom, beim Salze, da kommt immer dr dicke Koch mit sein´n Grabschpfoten, aber wenn´s ans Fleischverteil´n geht, da könnt´mer glatt denken, daß se nur das Lehrmädchen mit ihr´n kleen Datschern nehm´n!“ - Se war´n vom salz´gen Essen gar gewalt´sch durstig geworden, un ´s war ihnen als hätten se den ganzen Tag an eenem Salzhering geleckt. Und so fiel´s ihnen ooch nich schwer, sich gegenseitig zum Kaffeetrinken ze überreden. Dr Harry sockt los und holt ooch gleich zwee Schwarze. Er bracht´ se off´n Tablette an und mußte natürlich ooch gleich sein Leib-und-Magenspruch drzugeb´n: „ Beim Kaffee, da laß ich mer doch nüscht weiß machen!“ - Da konnte natürlich ooch mein Herbert nich mit seinen gesammelten Weisheiten hinterm Berge halten: „Än richt´scher Kaffee muß sein: schwarz wie de Nacht, heiß wie de Hölle und süß wie de Liebe!“ – Da meente dr Harry prompt droff: „Nee, mei Herbert, süß wie Sünde muß das heeßen, würd´ ich aber denken!“- „Na, wenn das so is, un ich gloob dr´s schon, daß de hier ä mal Recht hast,“ sagte Herbert drauf, „da hau´ ich mir doch gleich noch drei Stückchen Zucker in meine Tasse rein!“
Weihnachten. Mer wollten´s kaum gloob´n, aber ´s war halt schon wieder mal so weit. Wieder war een Jahr rum, de Christbäume in den Stuben warteten off´s Kerzenanzünden, und de Leute taten sich alle ä wenig in Schale schmeißen, weil se vor´m Abendbrote noch in de Christmette wollten. Dieses Jahr hatten sich besonders viele für den Weg in de Dorfkirche entschieden, weil dr Pastor nach mehreren Jahr´n mal wieder än Krippenspiel angekündigt hatte. Un wenn da gar de Kinder oder de Enkel mit drbei waren, war´s erst recht ä Grund hinzegeh´n. Wie´s nun so langsam dunkel wurde, begann es ooch noch fast wie off Bestellung ze schnei´n. De Stimmung konnte desdrwegen ooch nich besser sein. Gerade hatten se de Lichter von dem großen Boome off´m Dorfplatz angemacht, un der strahlte, daß es änne wahre Wucht war. Ooch in dr Kirche drinne hatte inzwischen dr Küster ´s Licht angebrannt. Weil de Krakelei beim einzelnen Anzünden der Kerzen ze groß gewesen wäre, hatten se änne elektrische Beleuchtung off´n Boom gezwickt. Doch de Krönung von allem war dr große weiße Stern mit´n gold´nen Spitzen, der in gewaltscher Schönheet an dr Kirchendecke baumelte. Obwohl ´s elektrisches Licht gab, gab´s in der Kirche aber noch keene elektrische Heizung. Un so war´s gar garstig frisch im Kirchenschiffe, so daß de Leute de Mäntel un Jacken anlassen mußten. Da wurde einfach nur de Mütze abgesetzt und dr Lodenmantel ä weng offgeknöppt. De Blicke von allen, un besonders von den Kindern, gingen nach vorne, wo neben dem Altare dr Christboom strahlte. – Wie nun de Zeit ran war, begann de Orgel „Oh, du fröhliche“ ze spiel´n und dr Pfarrer un de Kinder für´s Krippenspiel kamen in de Kirche. Se spazierten durch´s Spalier den Mittelgang lang bis zum Chorraume, wo´s gleich losgeh´n sollte mit Maria un Joseph un dem kleenen Christkinde. Das kam aber erst später dran, denn jetz war´n se ja erst mal off dr Suche nach änner Herberge. Das hatte natürlich ooch dr kleene Max mitgekriegt und ´r rief: „Ihr könnt doch bei uns wohnen. Meine Schwester is eh bei ihr´m Freund!“ De Leute schmunzelten. Und es sollte so weitergeh´n. Kaum, daß nun de Herberge erreicht und de Krippe offgestellt war, dameente dr nächste von den kleenen Bürschchen: „Gelle, Opa, in dr Scheune sollte dr Joseph awer nich rauchen!“ –Aber ´s war ja ooch gar keen Rauch, ´s war nur dem Josephen sein Atem, weils doch in dr Kirche drinne so kalt war. Un de Kälte war´s wohl ooch, als die Kleene, die än Weihnachtsengel spielte, mittendrinne einfach umfiel. Dr Pastor konnt´se grade noch offangen. Wegen dr kleen´n Unterbrechung vom Krippenspiele legte dr Kantor erscht mal den Riemen off de Orgel un spielte än Weihanchtslied: “Macht hoch dir Tür, die Tor´ macht weit“. Das nahmen zwee anderevon den Würscheln so ernst, daß se erst ä mal de Kirchentür bis hinter offrissen. Weil aber dr Luftzug von draußen gar ze garstig war, wurde de Tür natürlich von dr Beier´s Klara, die gleich daneb´n saß, sofort wieder zugemacht. - Un nun konnte´s Spiel weitergeh´n. Als nächstes war´n de Hirten dran. Dr kleene Clemens wollte eechentlich de Schafe von sein´m Vater mitbringen, aber die wollte dr Herr Pfarrer in seiner Kirche doch nich wirklich haben. Also hatt´n se ä paar Pappschafe als Kulisse offgestellt. Dr kleene Clemens hatte drwegen lange drüber nachgedacht, wie er das erklär´n sollte. Schließlich trat´r vor an de Krippe un meente: „Leber Herrgott, leider sin de Schaf´ heut nur aus Pappe, aber die ander´n ham mer geschlachtet, un jetzt halt ich de Klappe!“ – De Zuhörer feixten, und dr Clemens bekam nen Extra-Beifall. - Nun war´n de Weisen aus´m Morchenlande an dr Reihe- manche sagen ooch de Heil´chen drei Könige. Kaspar, Melchior un Balthasar heißen se in dr Bibel – im Leb´n war´n ´s jetzt Dieter, Bernd un Axel. Dr letzte war von Afrika mit dunkler Hautfarbe. Da mußten se beim Axel drheeme tücht´sch in de Trickliste, d.h. in dr Mutter Ihr´n Schminkkasten greifen, um de Farbe einigermaßen hinzukriegen. Aber am Ende sah er doch fast echt aus, un er konnte mit den andern beeden Jungs in de Kirche einmarschier´n. Für Myrthe un Weihrauch hatten se aus dr Küche ä paar Kräuter zesamengesucht, die se nun zu ihr´n größten Vergnügen abfackelten, ohne daß ihre Eltern was drgegen hab´n konnten. `S gab nur noch än kleenes Problem ze lösen, se mußten für´s Krippenspiel noch ä Kamel besorgen! Aber, fichelant wie die kleenen Kerlchen nun mal sin´, ham se ooch das Problem gemeistert. Zwee Kopfkissen, änne Wäscheleine und dr große Bernhardiner vom Bäcker Langner, un schon war alles in Butter. Dem gutmütchen Viech wurden de Kissen off´s Kreuze gebunden, da drüber kam de Decke vom kleen´n Couch-Tische, aus der mer nur noch zwee Löcher für de Höcker rausgeschnitten hatte, un alles war perfekt. Se marschierten alle hin bis zur Krippe, sagten ihr´n Spruch auf, un freuten sich über´n reichlichen Beifall. Zum Abschluß sangen alle noch das Lied vom Tannenbaum, auf den se sich jetzt alle freuten – un natürlich ooch für de Geschenke dadrunter, die dieses Jahr ganz besonders für de Kinder vom Krippenspiele recht reichlich ausfiel´n.
Allgegenwärt´sch rennen de Leute heutzetage mit solchen tragbar´n Telefonen rum, dadrmit se angeblich überall erreichbar sin´, un se alleweile ooch irgendwen von irgendwo anrufen könn´n. De Amis, die sagen „Mobile phone“ drzu, weil se sich einbilden, daß se de mobilsten Kerlchen off dr Welt sin. Bei uns da heeßen die Dinger schlicht un einfach „Händi“, un den Namen soll angeblich än Schweizer erfunden hab´n. Der soll nämlich, als ´r de Telefone zum erschten Male geseh´n hat, ausgerufen hab´n: „ Jo, hän di net ä mal än Schnürli dran?!“ Un später hat dr dann noch irgendwann rausgehau´n: „It´s cool, man!“ Un so sin de Handys cool for de Jugend geword´n. Fast alle renn´n nun mit nem neuen Handy durch de Welt, un wer keen´s drbei hat, der ist nicht mehr „in“.
Ooch de Jungs von dr Skatrunde, die sich heute wieder im Biergarten unter dr alten Kastanie trafen, hatten drwegen alle ihr Handy drbei. `S is inzwischen zwar nich mehr Mode, wie früher die Dinger beim Ankommen off´n Tisch ze legen, damit se´s alle seh´n konnten, daß mer eens hatte, aber es wurde schon ä weng drüber gesprochen, wenn mer än neues hatte, mit den neuen Fietschers, wie mer die neumod´schen Funktionen heute nennt. Was muß mer da nich alles haben: änne Fotomöglichkeet, ännen Internet-Zugang, Möglichkeeten zum E-Mail verschicken un nicht zeletzt zum Simsen von SMS, wo mer sich so herrlich de Doom drbei verbiegen kann. „Wißt ihr Zwee noch“, meente dr Peter, „wie mir damals de erschten Handys hatten? Die konnte mer kaum schleppen, weil die Akkus so sauschwer war´n!“ - „Na klar“, sagte druff dr Dieter „ `s war immer so, als ob mer sich än Brikett an´s Ohr halten tat!“ – Da lachte ooch dr Roland unsagte: „Ja, mer hatten aber ooch unser´n Spaß drbei. Wenn ich nur daran denke, wie mer ooch de Leute ä weng verarscht hab´n!“ Da ham mer doch immer angerufen un hab´n gesagt , se möchten doch mal für de Störstelle de Länge vom Telefonkabel nachmessen. Un, wenn se dann meenten: „So um de 3m!“, da ham mer nur geantwortet: „Na da ham se aber ne scheene, lange Leitung, gute Frau!“ - „Ja, Roland“, sagte nun dr Dieter, „mir hab´n ooch gerne mal de Auskunft angerufen, wo mer de Telefonnummern erfragen konnte, un hab´n den dann aber mal paar ganz andere Fragen gestellt: „Hallo, wenn Sie de Auskunft sin, dann sagen Se mir doch mal: Wie groß wird denn ä Rabe un in welcher Kneipe gibt´s denn die besten Rostbrätchen mit Bratkartoffen?“ Da kam´n se bei dr Auskunft schon ä bissel in de Pretullie. Aber was absolut keener wußte, war die Antwort off die Frage: „Sagen Se mir nur mal: Wieviel Mutschekiepchen passen denn in nen Schuhkarton nein?“ – Denen muß dr Nüschel ganz schön gebrummt hab´n!“
Nun mußte erst mal dr Peter sein neues Handy vorstell´n. „Guckt´s euch nur mal an! Un das alles für Null Euro!“ – „“Ja, die Handys kriegste heute schon für billiges Geld“, meente dr Roland. „Aber, du mußt drwegen offpassen, daß se dir nich ännen Vertrag offdrängeln, wo de 2-3 Jahre nur Verdruß drmit hast!“ – „Oder se versuchen dir später laufend nen neuen Tarif offzeschwatzen, bei denen de hohe Grundgebühr de versprochenen Freiminuten glatt offfrißt!“ – „Mit mein´m neuen Handy kann ich jetzt sogar MP3-Musik spiel´n un Fernsehen gucken. Da kann mer jetzt alles sehen, was mer sonst nie geguckt hätte! `S Bild is nur in dr Größe ä weng mickrig, un ooch mit dr Bedienung hat mer manchmal so sein´n Fitz. Aber de Handys sin Ja nich für de Ewigkeet gemacht, de neue Generation steht ja quasi schon vor dr Türe draußen off dr Fußmatte!“
Welche Freude! De Linkes Mandy hatte nun endlich ihr neues Sofa, wo se schon ne halbe Ewigkeet droff gewartet hatte. Mer will´s ja kaum Gloom, daß heutzetage, wo alles so schnell geht, mer off so änne Ottomane doch ä weng warten muß. Un das kam daher, weil de Mandy unbedingt ä weißes Ledersofa hab´n wollte. So richtsches, weiches Knautschleder sollte es sein. Un wie´s da so rumsteht mitten in dr Stube, da macht´s schon was her, da kann mer wahrhaftsch nich meckern. De Freude war groß, un jeder wollte drwegen erscht ä mal probesitzen. Und
