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Die Zukunft. Das Klima auf der Erde ist der blanke Horror: Die Göttin Mutter Erde ist vor den Menschen und ihrer Umweltverschmutzung geflohen und hat allen Regen mitgenommen. Die Erde hat sich in eine wasserlose Wüste namens Sonnland verwandelt. Auf der Suche nach dem kühlen Nass begegnet die junge Wassersucherin Juni einem geheimnisvollen Wesen, das sie zu einer unbekannten Quelle führen will. Unsicher, ob sie "dem Ding" trauen soll, fragt Juni ihre Freunde um Rat, bis die eingeschworene Jugendbande beschließt, dem fremden Geschöpf zu helfen … Band 1 präsentiert die ersten drei Kapitel von Knallgrün: Das Blumenmädchen & das Haus der Himmel. Dieser Band ist der aufregende Auftakt zu einem modernen Märchen für alle, die sich mit den wichtigen Fragen von Gut und Böse in Zeiten des Klimawandels auseinandersetzen möchten.
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Seitenzahl: 54
Veröffentlichungsjahr: 2024
Jo Milou
Knallgrün 1
Die Tochter der Natur
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Band 1
Über den Autor
Widmung
Impressum
Band 1: Die Tochter der Natur
Erstes Kapitel
Kapitel 2
Kapitel 3
LESE ALLE BÄNDE IN EINEM BUCH
WA(H)RE MENSCHEN
T-SHIRTS, POSTER und mehr
Impressum neobooks
Band 1
Die Zukunft. Das Klima auf der Erde ist der blanke Horror: Die Göttin Mutter Erde ist vor den Menschen und ihrer Umweltverschmutzung geflohen und hat allen Regen mitgenommen. Die Erde hat sich in eine wasserlose Wüste namens Sonnland verwandelt.
Auf der Suche nach dem kühlen Nass begegnet die junge Wassersucherin Juni einem geheimnisvollen Wesen, das sie zu einer unbekannten Quelle führen will. Unsicher, ob sie “dem Ding” trauen soll, fragt Juni ihre Freunde um Rat, bis die eingeschworene Jugendbande beschließt, dem fremden Geschöpf zu helfen …
Band 1 präsentiert die ersten drei Kapitel von Knallgrün: Das Blumenmädchen & das Haus der Himmel. Dieser Band ist der aufregende Auftakt zu einem modernen Märchen für alle, die sich mit den wichtigen Fragen von Gut und Böse in Zeiten des Klimawandels auseinandersetzen möchten.
Band 1: DIE TOCHTER DER NATUR
Band 2: Der wassermagnat
Band 3: DAS PLASTIKMEER
Band 4: DAS DORF DER WILDEN
Band 5: HIMMELBLAU
Josefina “Jo” Milou ist internationale Indie-Autorin und Ethnologin. Sie interessiert sich für fremde Kultur(en), elektronische Musik, Technik, Videospiele, Comics und Martial Arts. Ihr Herz gehört ihren beiden Hunden.
Die Geschichten, die sie erzählt, sind ein kunterbunter Remix aus mythischen Erzählungen, wissenschaftlichen Fakten und lebensbiographischen Beschreibungen.
Vermeintliche Utopien, bitterböse Gutmenschen, geschäftsmännische Halbgötter und charismatische Querdenker: Ihre bevorzugten Genres sind Cyberpunk, (soziologische) Science Fiction / Dystopien und Urban Horror, mit denen sie die großen Fragen unserer Zeit auf verstörend unbequeme und makaber humorvolle Weise aufgreift.
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FOLGE JO
Instagram: @jo.milou_
Merchandise: AtelierMilou.redbubble.com
An die Letzte Generation
Texte: © 2024 Jo Milou
Umschlag: © 2024 Herrero
Besonderen Dank an: Lolo Milou (Lektorat)
Verantwortlich für den Inhalt: Martin Schwarzenbacher, Wien
“Haste schon wat gefunden, Sep?” Sep hörte Junis Stimme aus der Finsternis flüstern. Ihre Stimme klang wie ein Reibeisen.
“Noch nicht”, antwortete er nach kurzem Schweigen. Er runzelte die Stirn, um seine Sinne zu schärfen, und suchte seine Umgebung ab.
“Dann mach mal hin, du Spacken!”, schimpfte sie ihn in einem schwesterlich-gebieterischen Tonfall aus. “Es muss hier doch irgendwat geben: ‘nen Wasserspender oder ‘n Waschbecken. Verdammt: Ick wär’ jetzt sogar für ‘ne stinknormale Trinkflasche dankbar!” Ihre Stimme nahm dann einen hoffnungsvollen Ton an: “Ick wette, hier jibbet irgendwo Wasser …”
Sep bewegte sich vorsichtig im Schneckentempo durch den finsteren Raum.
Als er sich vorwärts pirschte, hörte Juni währenddessen das Geräusch schwerer Gegenstände, die über den Boden schrammten, und das Klappern kleinerer Sachen. Sie konnte ihn stöhnen und ächzen hören, während er sich seinen Weg bahnte.
Plötzlich hallte ein lauter metallischer Kawumm durch den Raum, gefolgt von einer Flut weiterer Kawumms. Das Letzte, das sie von ihm hörte, war ein tiefer, beschwerlicher Seufzer.
Juni zuckte vor Schreck zusammen.
“Gute Göttin!”, rief sie erschrocken und legte ihre Hand auf ihr rasendes Herz, das heftig gegen ihre Brust pochte. Sie versuchte, wieder zu Atem zu kommen, während sich ihre Aufregung allmählich legte.
Schließlich war die Stille so groß und bedrückend, dass sie misstrauisch wurde.
“Hee!”, rief sie leise in die Dunkelheit. “Sep, Alter! Allet klar bei dir?”
Dann, nach einer längeren Stille:
“Kacke!”, krächzte die Neunzehnjährige dann stocksauer über ihren Komplizen, als sie damit begann, seine Schritte zurückzuverfolgen. “Dit hätt’ mich ja gewundert, wennste mal wat ohne mich gebacken kriegst”, beschwerte sie sich, während sie sich vorsichtig vorwärts tastete und mit den Händen ihre Umgebung erkundete. “Du Stümper!”, schnaubte sie.
Vorsichtig berührte sie die toten Flächen unter ihren Fingerspitzen. Auf ihrer Suche glitten ihre Hände über das glatte Holz von Tischen und Stühlen, das träge Plastik von Kabeln und das kalte Metall von Geräten.
Juni erkundete schon unterirdische Bunker und Labors, da war sie erst zwölf Jahre alt. Tief im Schoß von Mutter Erde hatten die Wohltäter ihre Geräte vor der intensiven Sonnenstrahlung auf der Erdoberfläche versteckt. Doch Juni hatte kein Interesse an ihren Maschinen oder Instrumenten (weder an den “Kom-piu-tärn” noch an den “Da-ten”). Ihr einziges Interesse galt nur einem: Wasser – für ihre Leute und für sich selbst.
Die unterirdischen Laboratorien waren seit etwa einem Jahrhundert verwaist. Die meisten Menschen wussten inzwischen nicht mehr, was sie mit diesen geheimnisvollen Kästen und Knöpfen anfangen sollten. Das Einzige, was jeder gerade noch hinbekam, war, einen Computer einzuschalten, woraufhin er dazu verdammt war, unendlich lange weiterzulaufen. Der Bildschirm flackerte und leuchtete dann, bis seine Energie schließlich irgendwann erschöpft war. Aber das konnte auch recht nützlich sein, denn das Flackern eines einzelnen PCs verriet Juni oftmals schon im Vorhinein, dass ein Ort bereits von rivalisierenden Quellenspürern geplündert worden war.
Wie sie hatte auch Juni im Laufe der Jahre gelernt, dass EDV-Räume eine zuverlässige Wasserquelle waren. Sie wusste, dass die mechanischen Geräte für einen optimalen Betrieb Kühlung benötigten. Das war auch der Grund, warum sie den Oberflächentemperaturen in Zeiten der Klimaerwärmung nicht mehr standhielten. Ihre Schaltkreise überhitzten und fielen schließlich aus. Um ihre Funktionsfähigkeit zu erhalten und ein Heißlaufen zu vermeiden, war der Gang unter die Erde für die Wohltäter die beste Alternative.
Glücklicherweise gab es an diesem Ort bisher keine Anzeichen für frühere Eindringlinge:
Kein verlassenes Flackern oder Glühen, kein fernes Brummen und Rattern eines eingeschalteten Computers. Die Aussichten auf Erfolg schienen also recht gut zu stehen.
Obwohl Juni und ihr Kumpel Sep die ersten Besucher in diesem kleinen Labor seit einer langen, langen Zeit waren, hatten sie noch keine großen Wasserquellen gefunden, was für Juni äußerst frustrierend war. Sie hatte sich immer vorgestellt, dass, wenn man Erster ist, man auf Unmengen an Wasser stößt, die geradezu darum bettelten, angezapft zu werden. Sie hoffte inständig, dass sich die sonderbare Gruft mit ihren langen verzweigten Gängen und Tunneln als lukrative Wertanlage erweisen würde, als ein Ort, an dem ihr Nomadenstamm mehrere Monate oder sogar ein Jahr lang leben könnte.
