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Körperbild und Körperbildstörungen E-Book

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Beschreibung

Pflegende arbeiten sehr körpernah mit Menschen. Sie helfen Patienten beim Waschen und Kleiden, unterstützen sie beim Essen, Trinken und Ausscheiden, lindern Schmerzen, geben Spritzen und legen Verbände an. - Doch welche Vorstellung vom Körper haben Pflegende? Wie gehen sie mit ihm um? Wie wirkt sich das auf Pflegeergebnisse aus? Welche Rolle spielt dabei der Begriff des Leibes? - Am Beispiel des Praxisproblems der Körperbildstörung werden diese und andere Fragen von kompetenten Fachleuten beantwortet. Pflegende begegnen täglich Menschen mit Körperbildveränderungen, einer jungen Frau, die sich einer Mastektomie unterziehen muss, einem älteren Mann, der mit einem Stoma aus dem OP kommt, einem Mann, der einen Schlaganfall erlitten hat. Pflegende treffen dabei auf Menschen, die sich wegen Behinderungen, Erkrankungen und Entwicklungskrisen mit negativ empfundenen Veränderungen ihres Körpers auseinandersetzen müssen, die sie verunsichern und erschüttern. All das vor dem Hintergrund einer Gesellschaft, die dem makellosen, perfekten und attraktiven Körper einen hohen Wert beimisst. Die Autoren des Fachbuchs zur Theorie und Praxis des Körperbildes für Pflege- und Gesundheitsberufe - klären die Konzepte: Körper, Leib, Körperbild sowie Körperbildstörungen und orientieren über deren Bedeutung für die Pflegepraxis - verdeutlichen, wie sich verschiedene Erkrankungen und Behinderungen auf das Körperbild auswirken - beschreiben, wie Amputationen, Bestrahlungen, Chemo- und Hormontherapien sowie Wund- und Stomabehandlungen das Körperbild verändern können Was verbirgt sich hinter dem Begriff der Körperbildes, wie kann sich dieses verändern und was können Pflegende zu dessen Verbesserung bis Körperbildstörungen tun?

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Seitenzahl: 707

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Körperbild und Körperbildstörungen

Andreas Uschok (Hrsg.)

Programmbereich PflegeBeirat:

Angelika Abt-Zegelin, DortmundJürgen Osterbrink, SalzburgDoris Schaeffer, BielefeldChristine Sowinski, KölnFranz Wagner, Berlin

Andreas Uschok (Hrsg.)

Körperbild und Körperbildstörungen

Handbuch für Pflege- und Gesundheitsberufe

unter Mitarbeit von

Alexander Risse

Andreas Fröhlich

Andrea Schmidt-Jungblut

Anna Katariina Koch

Charlotte Uzarewicz

Daniela Hayder

Erwin Lemche

Ilka Rühl

Hans-Joachim Hannich

Hartmut Remmers

Helga Schlichting

Ingrid Kollak

Jürgen Georg

Manfred Hülsken-Giesler

Martin W. Schnell

Robert Gugutzer

Sara Marquard

Saskia Schuppener

Tanja Legenbauer

Ulrike Buhlmann

Dr. Andreas Uschok (Herausgeber). Dr., Gesundheits- und Krankenpfleger, PflegewissenschaftlerWiesenweg, DE-5 79194 HeuweilerE-Mail: [email protected]

Wichtiger Hinweis: Der Verlag hat gemeinsam mit den Autoren bzw. den Herausgebern große Mühe darauf verwandt, dass alle in diesem Buch enthaltenen Informationen (Programme, Verfahren, Mengen, Dosierungen, Applikationen etc.) entsprechend dem Wissensstand bei Fertigstellung des Werkes abgedruckt oder in digitaler Form wiedergegeben wurden. Trotz sorgfältiger Manuskriptherstellung und Korrektur des Satzes und der digitalen Produkte können Fehler nicht ganz ausgeschlossen werden. Autoren bzw. Herausgeber und Verlag übernehmen infolgedessen keine Verantwortung und keine daraus folgende oder sonstige Haftung, die auf irgendeine Art aus der Benutzung der in dem Werk enthaltenen Informationen oder Teilen davon entsteht. Geschützte Warennamen (Warenzeichen) werden nicht besonders kenntlich gemacht. Aus dem Fehlen eines solchen Hinweises kann also nicht geschlossen werden, dass es sich um einen freien Warennamen handelt.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://www.dnb.de abrufbar.

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Kopien und Vervielfältigungen zu Lehr- und Unterrichtszwecken, Übersetzungen, Mikroverfilmungen sowie die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Anregungen und Zuschriften bitte an:

Hogrefe AG

Lektorat: Pflege

z.Hd.: Jürgen Georg

Länggass-Strasse 76

CH-3000 Bern 9

Tel: 0041 31 300 45 00

Fax: 0041 31 300 45 93

E-Mail: [email protected]

Internet: www.hogrefe.ch

Lektorat: Jürgen Georg, Fabian Bamatter, Ronny Scherwing

Herstellung: René Tschirren

Umschlagabbildung: Jürgen Georg, Schüpfen

Umschlag: Claude Borer, Riehen

Satz: Claudia Wild, Konstanz

Illustrationen: Angelika Kramer, D-Stuttgart (5-1, 13-3, 16-3, 18-1, 18-2)

Druck und buchbinderische Verarbeitung: Finidr s.r.o., Český Těšín

Printed in Czech Republic

1. Auflage 2016

© 2016 Hogrefe Verlag, Bern

(E-Book-ISBN_PDF 978-3-456-95520-9)

(E-Book-ISBN_EPUB 978-3-456-75520-5)

ISBN 978-3-456-85520-2

Nutzungsbedingungen

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Anmerkung

Sofern der Printausgabe eine CD-ROM beigefügt ist, sind die Materialien/Arbeitsblätter, die sich darauf befinden, bereits Bestandteil dieses E-Books.

Inhaltsverzeichnis
Titel
Impressum
Nutzungsbedingungen
Geleitwort
Vorwort
Einleitung
Danksagung
1 Zur Relevanz des Körpers im Kontext pflegerischen Handelns
1.1 Einleitung
1.2 Körper
1.2.1 Definitionen
1.2.2 Einige Anmerkungen zur Wortgeschichte
1.2.3 Grundlagentheoretische Differenzierungen
1.3 Jenseits traditioneller Körperlehre: Ansätze einer Leib-Phänomenologie
1.4 Störungen der Lebendigkeit des Körpers
1.4.1 Klinische Aspekte
1.4.2 Pflegerisch-praktische Aspekte
1.5 Leiblichkeit und Erleben am Beispiel depressiver (psychogener) Störungen
1.6 Zusammenfassung
1.7 Literatur
Weiterführende Literatur
2 Zur Relevanz der Phänomenologie der Leiblichkeit für die Pflege
2.1 Einleitung
2.2 Phänomenologie der Leiblichkeit
2.3 Leib und Körper
2.4 Die Anderen
2.5 Zwischenleiblichkeit
2.6 Fremdheit
2.7 Ansatzpunkte für die Pflege
2.8 Endlichkeit und Selbstsorge
2.9 Die Selbstsorge und ihre Beziehung zur Pflege
2.10 Selbstsorge und Pflege
2.11 Das Phantomglied
2.12 Literatur
3 Körper und Leib als Ausgangspunkt eines mimetisch begründeten Pflegehandelns
3.1 Einleitung
3.2 Der Kern des Pflegerischen: Die Situationsdefinition
3.3 Sprache, Körper und Leib in der Pflege
3.4 Mimesis: körper- und leibgebundenes Verstehen in der Pflege
3.5 Deformationen des mimetischen Vermögens
3.6 Was ist zu tun?
3.7 Literatur
Weiterführende Literatur
4 Die Körper der Gesellschaft. Eine soziologische Entdeckungsreise
4.1 Einleitung
4.2 Gründe für den «body turn» in der Gesellschaft
4.3 Körper und Leib
4.4 Körper und Leib als gesellschaftliche Produkte
4.4.1 Formung von Körper und Leib: Wie wird gesellschaftlich auf Körper und Leib eingewirkt?
4.4.2 Körperdiskurs: Wie wird über Körper und Leib in der Gesellschaft kommuniziert?
4.4.3 Körpersymbolik: Was symbolisiert der Körper?
4.5 Körper und Leib als Produzenten von Gesellschaft
4.5.1 Körperpraxis: Wie handelt der Körper gewohnheitsmäßig?
4.5.2 Körpereigensinn: Wie agiert der Körper vorreflexiv?
4.5.3 Leiberfahrung: Wie wird Gesellschaft leiblich-affektiv konstruiert?
4.6 Fazit
4.7 Literatur
5 Wider die babylonische Sprachverwirrung: gegenwärtige Definition des Körperbildes
5.1 Einleitung
5.2 Welche babylonischen Sprachverwirrungen gibt es überhaupt?
5.3 Gegenwärtige Sprachgebräuche
5.4 Phantomglied und weitere sogenannte Körperbild-Störungen
5.5 Neurologie und Psychoanalyse
5.6 Sozial-, Experimental- und Kognitionspsychologie
5.7 Das Komponenten-Modell des Körperbildes
5.8 Überprüfungen im Lichte neurer Erkenntnisse
5.9 Zusammenfassung
5.10 Literaturangaben
6 Körperbild – Pflegeklassifikation, Pflegeprozess und Pflegediagnose
6.1 Einführung und Übersicht
6.2 Klassifikatorische Zuordnung
6.3 Pflegemodelle und Körperbild
6.3.1 Körperbild und ABEDL
6.3.2 Körperbild und funktionelle Gesundheitsverhaltensmuster
6.4 Körperbild im Pflegeprozess
6.4.1 Körperbild und Pflegeassessment
Formen des Pflegeassessments
6.4.2 Körperbild, Pflegediagnose und -diagnostik
6.4.2.1 Definition
6.4.2.2 Kritik
6.4.3 Pflegeentscheidungen
6.4.4 Pflegeziele und -ergebnisse
6.4.5 Pflegeinterventionen zur Verbesserung des Körperbildes
6.4.5.1 NIC-Pflegeintervention Förderung des Körperbildes
6.4.5.2 Pflegemaßnahmen zur Förderung und Verbesserung des Körperbildes
6.4.5.2.1 Erkennen ursächlicher/beeinflussender Faktoren
6.4.5.2.2 Copingfähigkeiten des Klienten ermitteln
6.4.5.2.3 Bewältigung und Akzeptanz unterstützen
6.4.5.2.4 Fördern des Wohlbefindens
6.5 Körperbildstörungen als Reaktion auf medizinische Erkrankungen
6.5.1 Rahmenmodell
6.6 Literatur
Weiterführende Literatur
7 Die Bedeutung der leiblichen Kommunikation im Kontext transkultureller Pflege
7.1 Einleitung
7.2 Theoretische Grundlagen
7.2.1 Leib und Körper
7.2.2 Transkulturalität und Leiblichkeit
7.2.3 Kanäle der leiblichen Kommunikation
7.2.4 Einleibung als Beispiel leiblicher Kommunikation
7.3 Fallbeispiel: Leibliche Kommunikation im Migrationskontext
7.4 Die transkulturelle Sprache der Leiblichkeit
Zusammenfassung
8 Der etwas andere Zugang zum diabetischen Fuß-Syndrom
8.1 Anthropologie, Neue Phänomenologie, DFS
8.1.1 Der diabetologische Diskurs
8.1.2 Anthropologischer Dualismus
8.1.3 Leib, Leibesinseln, leibliche Ökonomie
8.2 Das diabetische Fuß-Syndrom: Problemstellung
8.3 Annäherung an die Patienten: Der Zugang der Neuen Phänomenologie
8.4 Die Untersuchungstechnik der Neuen Phänomenologie
8.5 Interpretationsniveaus der Polyneuropathie
8.6 Klassifikation der diabetischen Polyneuropathie nach phänomenologischen Gesichtspunkten
8.7 Praktische Konsequenzen
8.7.1 Verständnis für zuvor unverständliche Phänome
8.7.2 Verständnis für die fehlende Druckentlastung und das unkorrigierbare Patientenverhalten
8.7.3 Verständnis für die Schwere der Erkrankung auch bei fehlenden Symptomen
8.7.4 Vertiefte Anamnesetechnik durch phänomenologisches Fragen
8.7.5 Abschwächung therapeutischer Aggression und entwertender Beurteilung
8.8 Literatur
Weiterführende Literatur
9 Intensivstation: ein intensiv verändertes Körperbild
9.1 Einleitung
9.2 Der «erdachte» Körper – das Körperbild der Intensivmedizin
9.3 Der «empfundene» Körper – das Körperbild von Intensivpatienten
9.4 Der verborgene Leibkörper
9.5 «Wollen Sie nicht mit mir reden?» – Ein Behandlungsbeispiel
9.6 Zusammenfassung
9.7 Literatur
Weiterführende Literatur:
10 Brustkrebs – es geht an die Substanz
10.1 Einleitung
10.2 Ursachen körperlicher Veränderungen
10.3 Auswirkungen körperlicher Veränderungen
10.4 Hilfsmittel zur Wiedererlangung eines versehrten Körperbildes
10.4.1 Brustversorgung
10.4.2 Haarersatz
10.5 Pflegerische körperassoziierte Interventionsmaßnahmen
10.5.1 Körperbildarbeit zur Vorbereitung auf ein verändertes Aussehen
10.5.2 Körperbildarbeit zur Unterstützung des veränderten Aussehens
10.6 Fallbeispiel
10.7 Literatur
Weiterführende Literatur
11 Wie wirkt sich Yoga-Üben auf das Körperbild aus?
11.1 Einführung und Gliederung
11.2 Brustkrebshäufigkeit und wie die betroffenen Frauen die Diagnose erleben
11.3 Die Auswirkungen der Therapie auf Körper und Körperbild der Frauen
11.4 Das Interesse an komplementären und alternativen Behandlungsmethoden
11.5 Yoga-Üben und Körpererfahrungen
11.6 Yoga-Üben mit Frauen während der Brustkrebsbehandlung
11.7 Rückmeldungen zur Qualität des Yoga-Unterrichts und Hinweise für die Praxis
11.7.1 Übungsbeginn und körperlich-psychische Ausgangssituation
11.7.2 Ebenen des Unterrichts-Erlebens
11.7.3 Akzeptanz des Yoga und fortgesetztes Üben
11.8 Zusammenfassung
11.9 Literatur
12 Querschnitt – das Ende des Weges?
12.1 Einleitung
12.2 Funktionsverluste und ihre Folgen für das Körperbild
12.2.1 Rollstuhl
12.2.2 Verlust der Blasen- und Mastdarmkontrolle
12.2.3 Sexuelle Dysfunktionen
12.2.4 Sichtbare Körperveränderungen
12.3 Problembeschreibung
12.3.1 Sich nicht betrachten und berühren wollen
12.3.2 Nicht über Behinderung sprechen wollen
12.3.3 Die pflegerische Versorgung nicht übernehmen wollen
12.3.4 Soziale Isolation
12.4 Assessment
12.4.1 Einschätzung der eigenen Situation
12.4.2 Erwartungen an das Ergebnis der Rehabilitation
12.4.3 Wahrnehmung der Symbole von Behinderung
12.4.4 Wahrnehmung anderer behinderter Personen
12.4.5 Selbstvertrauen
12.4.6 Depression
12.5 Interventionen
12.5.1 Vertrauensverhältnis aufbauen
12.5.2 Ins Gespräch kommen
12.5.3 Trauer zulassen
12.5.4 Positive Coping-Strategien identifizieren
12.5.5 Fortschritte aufzeigen
12.6 Evaluation
12.6.1 Über das veränderte Körperbild sprechen können
12.6.2 Die körperlichen Veränderungen verstehen
12.6.3 Veränderungen annehmen und integrieren lernen
12.7 Literatur
13 Amputation – Phantomschmerz und Körperbild
13.1 Beispiel
13.2 Phantomschmerzen, -wahrnehmungen und -bewegungen
13.3 Symptome und Einflussfaktoren
13.4 Ursachen
13.5 Pflegediagnosen als Reaktion auf Amputationen
13.6 Therapien
13.7 Literatur
14 Körperbildveränderungen bei Menschen mit veränderten Ausscheidungsfunktionen
14.1 Beispiel
14.2 Körperbild – Definitionen
14.3 Körperbild und Selbstkonzept
14.3 Elemente des Körperbildes
14.4 Pflegediagnose Körperbildstörungen bei Ausscheidungsstörungen
14.4.1 Einflussfaktoren für Körperbildstörungen bei Ausscheidungsstörungen
14.4.2 Symptome von Körperbildstörungen bei Ausscheidungsstörungen
14.5 Pflegediagnosen als Reaktion auf medizinische Behandlungen und Erkrankungen
14.6 Pflegeergebnis Körperbild
14.7 Pflegeinterventionen zur Verbesserung des Körperbildes
14.8 Fallbeispiel und exemplarische Pflegeplanung
14.9 Literatur
15 Inkontinenz
15.1 Einleitung
15.2 Von der Kontinenz zur Inkontinenz
15.2.1 Die Entwicklung der Kontinenz
15.2.2 Die Bedeutung der Körperkontrolle
15.2.3 Inkontinent sein
15.3 Ergebnisse aus drei qualitativen Studien
15.3.1 Leben mit Harninkontinenz
15.3.2 Leben mit Stuhlinkontinenz
15.3.3 Leben mit einem Blasenverweilkatheter
15.4 Praktische Empfehlungen
15.4.1 Kommunikation professioneller Gesundheitshelfer
15.4.2 Handlungsstrategien entwickeln
15.5 Schlussbetrachtung
15.6 Literatur
16 Körperbildveränderungen bei Menschen mit strukturellen und funktionellen Hautveränderungen
16.1 Beispiel
16.2 Körperbild – Definitionen
16.3 Körperbild und Selbstkonzept
16.4 Pflegeprozess: Haut und Körperbild
16.5 Pflegeassessment: Haut und Körperbild
16.6 Pflegediagnosen – Körperbildstörungen bei Hauterkrankungen
16.6.1 Einflussfaktoren für Körperbildstörungen bei strukturellen und funktionellen Hautveränderungen
16.6.2 Symptome von Körperbildstörungen bei strukturellen und funktionellen Hautveränderungen
16.6.3 Allgemeine Pflegediagnosen bei strukturellen und funktionellen Hautveränderungen
16.6.4 Pflegediagnosen als Reaktion auf Erkrankungen der Haut
16.7 Pflegeergebnis Körperbild
16.8 Körperbild verbessernde Pflegeinterventionen bei strukturellen und funktionellen Hautveränderungen
16.8.1 Hautpflege zur Körperbildverbesserung bei alten Menschen
16.8.2 Pruritusmanagement zur Körperbildverbesserung
16.8.3 Intertrigobehandlung zur Körperbildverbesserung
16.8.3.1 Pflegepriorität: Bestimmen der Auswirkungen der Intertrigo
16.8.3.2 Pflegepriorität: Erhalten oder Wiederherstellen des Hautzustandes:
16.8.3.3 Pflegepriorität: Fördern des Wohlbefindens
16.9 Literatur
17 Chronische Wunden – Traumata für die KörperSeele
17.1 Einleitung
17.2 Erster Teil: Die Bedeutung und die Situation der Patienten mit chronischen Wunden
17.2.1 Chronische Wunden als gesellschaftlicher Faktor
17.2.2 Alltag und Lebensqualität von Patienten mit einer chronischen Wunde
17.2.3 Das Körperbild von Patienten mit chronischen Wunden
17.2.4 Zum Zusammenhang zwischen Wundheilung und psychosozialen Faktoren
17.2.5 Zwischenfazit
17.3 Zweiter Teil: Andere Wege in der Pflege
17.3.1 Analyse und Reflexion – eine kleine Lektion aus dem Wirtschaftscoaching (s. Kranz)
17.3.2 Aufbau einer therapeutischen Beziehung
17.3.3 Lebenskrise und Verarbeitungsmechanismen
17.3.4 Disidentifikation und das Selbst-gewahr-sein
17.3.5 Haltung und Achtsamkeit
17.3.6 Frida Kahlo (1907–1954)
17.4 Literatur
18 Das Körperbild und Körpererleben von Menschen mit Komplexer Beeinträchtigung – eine Annäherung von außen
18.1 Einleitung
18.2 (Körper-)Erfahrungsmöglichkeiten
18.3 Biografische Erfahrungen mit dem eigenen Körper
18.4 Ein Leben in Langzeiteinrichtungen der Psychiatrie – besondere (traumatische) biografische (Körper-)Erfahrungen
18.5 Grundlegende Kompetenz im Umgang mit einer erschwerten Lebenssituation
18.6 Der Körper als Objekt von Medizin, Pflege, Therapie und Pädagogik
18.7 Der Körper als (einziger) Ort der Mitteilung und Medium von Kommunikation
18.8 Kompetenzorientierter und Wertschätzender Umgang mit dem Körper (in Pädagogik, Pflege und Therapie)
18.9 Zugangswege für Bildungs- und Entwicklungsangebote
18.10 Literatur
19 Schönheitsideale – Körperzufriedenheit – Körperbildstörungen am Beispiel von Essstörungen
19.1 Entwicklung und Verbreitung des Schlankheitsideals
19.2 Einstellung zum eigenen Körper in der Allgemeinbevölkerung
19.3 Einfluss des Schönheitsideals auf Körperbild und Essverhalten
19.4 Die Rolle des Körperbildes am Beispiel der Entstehung und Aufrechterhaltung von Essstörungen wie Anorexia und Bulimia Nervosa
19.5 Literatur
Weiterführende Literatur
Weiterführende Internetlinks
20 Wohlfühlen in der eigenen Haut – Eine kurze Anleitung
20.1 Einleitung
20.2 Strategien zur Verbesserung des Körperbildes
20.2.1 Seine Gedanken, Interpretationen und Grundannahmen verändern
20.2.2 Exposition – Sich den gefürchteten Situationen stellen
20.2.3 Exkurs Spiegelkonfrontation – Das große Ganze wahrnehmen
20.2.4 Reaktionsverhinderung – Abbau der Rituale
20.3 Von Selbsthilfe zu ambulanter Therapie
20.4 Zusammenfassung
20.5 Literatur
Weiteführende Literatur
Herausgeber- und AutorInnenverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
Stichwortverzeichnis

Geleitwort

Körper und Körperbild – ein paar Gedanken im Vorfeld des Professionellen

Andreas Fröhlich

Bin ich oder habe ich? Sein oder Haben?

Wie verhält es sich denn mit meinem Körper? Bin ich der, der da im großen Spiegel am Morgen vor mir steht?

Aber wenn ich ihn ansehe, dann bin ich doch schon gar nicht mehr er.

Ist dieses Ich, das da schaut, nicht eine andere Instanz, eine, die sich den eigenen Körper im Spiegel oder auch ganz direkt zum Objekt der Betrachtung machen kann?

Hat also mein Ich einen Körper?

Habe ich einen Körper, damit ich mich von einem Ort zu einem anderen bewegen kann, damit ich mich der Körperorgane bedienen kann, die mich sehen, spüren, hören und riechen lassen?

Sitzt das Ich irgendwo da drinnen, im Dunkeln und Stillen, Berührungslosen und bekommt die Welt vom eigenen Körper durchgereicht?

Oder gibt es das Ich nur, weil eben dieser Körper existiert und die Möglichkeit hat, über sich selbst auch nachzudenken?

Die Fragen sind alt, man findet sie schon in der antiken Philosophie, gelöst sind sie bis heute nicht, vielleicht lassen sie sich auch nie lösen.

Aber diese Fragen bestimmen den Umgang mit uns selbst und mit dem eigenen Körper und vor allem den professionellen, pflegerischen Umgang mit dem Körper anderer Menschen.

Mit dem Körper anderer Menschen? Oder einfach mit anderen Menschen?

Sie merken, wenn man einmal begonnen hat, sich die Frage nach Sein oder Haben zu stellen, dann lässt sie einen so schnell nicht mehr los und wir sehen, in wie vielen Situationen wir uns – meist unbewusst – für die eine oder die andere Sichtweise entscheiden.

Zum Glück haben Head und Holmes (1911) den Begriff und die Idee vom «Körperbild»begonnen zu entwickeln. Dieses Wort «Körperbild» und seine dahinterstehende Idee machen es uns leichter, das Dilemma von Haben und Sein zu umgehen. Wir können leichter darüber reden, was für ein Bild wir uns von unserem eigenen oder auch von anderen Körpern machen, was also in unserem Kopf (Gehirn) entsteht, wenn wir einen Menschen(körper) sehen, von ihm reden hören oder ihn uns vorstellen:

hinreißend schön, hässlich, unangenehm, begehrenswert, seltsam, befremdlich …

Wir haben meist ziemlich genaue Vorstellungen vom «erstrebenswerten Körper», ebenso von einem, den wir so nicht schätzen würden. Wir haben Bilder von unserem eigenen Körper im Kopf, wie er ist, wie er einmal war und wie er doch lieber sein sollte.

Dieses Bild vom eigenen Körper, unser Körperselbstbild, entspricht oft nicht dem Körper, wie ihn andere sehen, wie er gemessen und verglichen werden kann. Das Körperselbstbild ist gewissermaßen eigenständig.

Besonders auffällig wird dies bei Menschen, die an Ess-Störungen leiden. Sie kommen sich fett und unförmig vor, obwohl Waage und Maßband etwas ganz anderes zeigen, obwohl Andere einen ganz anderen Eindruck haben. Ihr Körperselbstbild hat sich «selbstständig» gemacht.

Ein wenig betrifft uns das alle: unser Körperselbstbild stimmt oft nicht mit dem Körperfremdbild – das Andere von uns haben – überein. Warum? Wohl, weil wir immer auch unser eigener Körper selbst sind, weil wir uns nie einfach nur als Objekt betrachten können.

Der Körper ist unsere Existenzform in dieser Welt. Menschen ohne Körper gibt es nicht, zumindest sind sie nicht bekannt. Wir wissen nicht, wo wir das Ich ansiedeln können. Heute denken wir an unser Gehirn. Es gab Zeiten, da fand man, das Herz sei der Ort des Ich oder früher noch, es befände sich in der Gegend des Zwerchfells. Das hat dann auch viel mit der Feststellung des Todes zu tun: Wann erlöscht das Ich? Der Hirntod ist ein neuzeitliches Konstrukt, das auch mit unserer Vorstellung vom Körper zu tun hat.

In jedem Fall aber: Ohne einen Körper können wir uns heute kein Ich, keine Person vorstellen. Geister, körperlose Seelen, ein Pneuma – das liegt nicht (mehr) in unserer Vorstellungswelt.

Pflegende begegnen anderen Menschen körperlich: sie berühren, sie bewegen, sie lagern und positionieren, sie waschen, reiben ein, halten und führen. Dabei setzen sie immer auch den eigenen Körper ein – und werden dadurch berührt und spüren dadurch ihre eigene Körperlichkeit.

Pflege kann nicht ohne Körper. Sie braucht die Körper der Pflegenden als «Werkzeug», und ohne den Körper der Patienten wäre Pflege absurd.

Was also liegt näher, als sich pflegefachlich intensiv mit der Idee vom Körper zu beschäftigen. Das ist bislang oft nur sehr einseitig geschehen. Der Patientenkörper als Trägervon Pflegebedürftigkeit –das ist gängige Sichtweise. Auch wenn schon seit längerem vom ganzen Menschen, von einer die Person ins Zentrum stellenden Pflege, die Rede ist, so bleibt es doch meist bei einer im übertragenen Sinne sehr körperfernen und damit körperfremden Pflege.

Dieses Buch könnte Abhilfe schaffen, dem Körper seine ganz eigene Dynamik zurückgeben und dazu beitragen, ihn als Existenzform des Menschen in der Welt ernst zu nehmen.

Andreas Fröhlich

Vorwort

«… erleben wir den Leib, der wir sind,als den Körper, den wir haben.» *

Wer sich als Pflegende/r in Deutschland zum Thema Körperbild informieren möchte, kann sich glücklich schätzen, wenn er oder sie noch ein Exemplar des 1999 von Angelika Zegelin und Jürgen Georg herausgegebenen Bandes «Körperbild und Körperbildstörungen» der britischen Pflegeexpertin Mave Salter ergattert – in der deutschen Pflegeliteratur fehlt bis heute ein Buch zu diesem Thema. Aus zumindest zwei gewichtigen Gründen ist dies kaum nachvollziehbar:

Die Praxisrelevanz ist unübersehbar: Die Patientin, die sich aufgrund einer Brustkrebserkrankung einer Mastektomie unterziehen muss, der junge Mann, der durch eine Rückenmarksverletzung im Rollstuhl sitzt oder derjenige, der nach der Operation auf ein Stoma blicken muss oder die Patientin, die durch eine Essstörung abgemagert in der Psychiatrie aufgenommen werden muss – sie alle müssen sich leider auch mit den äußerlichen Veränderungen ihres Körpers auseinandersetzen. Die negative Veränderung des Körperbildes kann die Betroffenen bis in den Kern ihrer Persönlichkeit in Frage stellen.

Die Liste der Betroffenen ließe sich noch verlängern, wie Salter (1999) sehr detailreich darstellt. Die Diagnose eines negativ veränderten Körperbildes spielt damit im Alltag der Pflege eine immer größere Rolle – denn in unserer Gesellschaft wird dem (gesunden und attraktiven) Körper hohe Bedeutung beigemessen.

Damit berühren wir den zweiten wichtigen Grund: Die Pflege hat eine spezifische berufliche Nähe zum Körper, sie ist sozusagen eine «Körperprofession» und der Körper eine Kernkategorie. Kaum eine andere Profession ist zeitlich und räumlich so intensiv, so dicht mit dem menschlichen Körper beschäftigt wie die Pflege. Wir halten die Hand des Patienten zum Trost und zur Ermutigung, wir waschen ihn, wir sind bei ihm, wenn er erbricht, wir führen ab und dringen mit Sonden und Kathetern in ihn ein.

In unserer Gesellschaft und damit auch bei Pflegenden dominiert das dualistische Denken, also die Vorstellung von der Existenz zweier voneinander verschiedener Substanzen: Körper (Materie) und Geist (Seele). Hierbei wird der Körper des Menschen als Maschine aufgefasst, die repariert, ersetzt und geformt werden kann. Mit dem Begriff «Leib» anstelle «Körper» aber lässt sich – insbesondere in der deutschen Sprache – ein anderer Blick auf dieses Verhältnis werfen, wie das eingangs angeführte Zitat zeigt.

In der Philosophie hat die Auseinandersetzung mit der Thematik Dualismus, Körper/Geist und Leibbegriff eine lange Tradition. Sie ist eine der philosophischen Grundfragen. Auf den Unterschied zum Begriff der Ganzheitlichkeit kann an dieser Stelle nicht ausführlicher eingegangen werden, siehe hierzu: Richter (1998) und Richter/Saake (1996). In pflegetheoretischen Zusammenhängen gibt es zur Körper-Leib-Debatte erste Beiträge, die sich jedoch bisher wenig mit pflegepraktischen Problemen koppeln konnten.

Aus diesem Zusammenhang entstand die grundlegende Idee und Motivation zu diesem Buch. Am Beispiel des Körperbildes als pflegerelevantem Praxisproblem sollen auch Betrachtungen zu dem dahinter liegendem Körper/Leibbegriff dargestellt werden. Dieses Buch vereint also theoretische Beiträge zur Körper-Leib Debatte und zur Körperbildproblematik mit vielen Beispielen und konkreten Praxistipps, verbunden mit der Hoffnung, dass sie sich gegenseitig durchdringen mögen.

Einleitung

Durch eine kurze Vorstellung der Buchbeiträge soll der Überblick und Zugang erleichtert werden.

Kapitel 1.Hartmut Remmers setzt sich gleich im ersten Beitrag mit der Relevanz des Körpers für die Pflege auseinander. Er widmet sich grundlagentheoretischen Überlegungen, in denen deutlich wird, dass sich die Entwicklung der Pflegeprofession selbst blockiert, wenn der Körper als eine Art Maschine angesehen wird. Diesem Körperverständnis stellt er den Begriff des Leibes als subjektive Erlebnis- und Empfindungswelt an die Seite. Ein beeinträchtigtes Körperbild beschreibt er als Störung der Lebendigkeit des Körpers und betont die entscheidende Bedeutung, die Rückmeldungen der Umwelt für die Aufrechterhaltung des Körperselbstbildes haben. Remmers macht die Körper- und Körperbildproblematik an verschiedenen pflegepraxisrelevanten Beispielen wie Schlaganfall, Tumorerkrankungen oder Organtransplantationen plastisch und kommt zu dem Schluss, dass die Konzeptentwicklung der Pflege eine Neu- bzw. Wiederaneignung des Körpers erfordert, bei der ein besonderes Augenmerk auf den Leib (hier vor allem psychogene Störungen der Leiblichkeit) gerichtet werden soll. Denn sonst, so führte er an früherer Stelle bereits aus (Remmers, 1997), drohe die Gefahr einer «subtilen Fremdbemächtigung» des Körpers des Patienten durch eine reparaturfreudige Pflege.

Kapitel 2. Ausführlich geht Martin W. Schnell dem Begriff des Leibes aus der phänomenologischen Richtung der Philosophie und seiner Relevanz für die Pflege in seinem Beitrag nach. (Die Phänomenologie ist die Lehre von den Erscheinungen im Sinne einer reinen Wesenschau. «Ich bin, alles Nicht-Ich ist bloß Phänomen».)

Er kommt zu der Auffassung, dass die Leiblichkeit zu einem wesentlichen Teil die Identität des Menschen konstituiert.

An anderer Stelle beschreibt der «Leibphilosoph» Schmitz (1998) den Unterschied zwischen Körper (als der wahrgenommene) und Leib (als der wahrgenommene und wahrnehmende) mit dem Begriff des «Spürens». Körperliche Sinne können sich täuschen, das eigene leibliche Spüren aber nicht; Wahrnehmen besteht noch vor dem Denken. Die «dicke Luft» in einem Raum, eine angespannte Situation spüren wir, noch ehe unsere Sinne die Situation gerastert haben oder bewusstes Denken einsetzt (Uzarewicz, 2003).

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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