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Krakau -Zwischen Jazzkellern und Königsgräbern Es gibt Städte, die besucht man. Und dann gibt es Krakau. Eine Stadt, die Geschichte nicht hinter Glas stellt, sondern auf der Zunge zergehen lässt - zwischen Pflastersteine und Kirchenfenster, zwischen Jazzkellern und alten Synagogen. Ich habe diese Stadt bereits viermal besucht und noch immer nicht genug bekommen von all den Eindrücken.
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Seitenzahl: 49
Veröffentlichungsjahr: 2025
„Krakau – zwischen Jazzkellern und Königsgräbern“
Es gibt Städte, die besucht man. Und dann gibt es Krakau.
Eine Stadt, die Geschichte nicht hinter Glas stellt, sondern auf der Zunge zergehen lässt – zwischen Pflastersteinen und Kirchenfenstern, zwischen Jazzkellern und alten Synagogen. Wo selbst das Licht durch die Gassen anders fällt – weicher vielleicht, oder einfach nur ehrlicher.
Gemeinsam mit meiner polnischen Frau bin ich vier Mal nach Krakau gereist. Nie ganz auf derselben Route, nie mit denselben Augen. Wir haben vieles gesehen – nicht alles. Aber genug, um zu wissen: Krakau zeigt sich nicht auf einen Blick. Es entfaltet sich wie ein gutes Buch – Seite für Seite, Schicht für Schicht.
Vom ersten Biss in eine warme Obwarzanek-Brezel auf dem Rynek bis zum letzten Schluck Wodka in einem verrauchten Jazzkeller. Von den unterirdischen Gängen unter dem Marktplatz bis zur Wawel-Kathedrale, die wie eine Krone über der Stadt wacht. Hier tanzt Musik durch Mauern, Geschichte sitzt mit am Tisch, und selbst der Wind trägt Erinnerungen. Man betet in Salzkapellen, lauscht Saxophonen in feuchten Kellern, und findet Schönheit dort, wo man sie nicht erwartet – in Innenhöfen, auf Friedhöfen, in einem Lächeln.
Dieses Buch ist unsere persönliche Hommage an Krakau. Kein klassischer Reiseführer, sondern eine Einladung, die Stadt mit wachen Sinnen zu entdecken. Eine Reise durch Gassen, die nach pierogi duften, durch Nächte, die etwas erzählen wollen – und durch eine Stadt, die berührt, selbst wenn man nur kurz bleibt.
Entdecken Sie Krakau – und lassen Sie sich ein auf eine Stadt, die man vielleicht nur einmal besucht, aber nie ganz vergisst.
Hotel Polonia, am Rande der Altstadt und unweit vom Bahnhof in Krakau
VORWORT
Inhaltsverzeichnis
Mein Rundgang durch Krakau
Das Rynek Główny, der Marktplatz
Die Wawel-Burg
Das älteste Hotel Copernikus
Kazmierz, das jüdische Viertel
Schindlers Fabrik
Wieliczka, das Salzbergwerk
Kulinarisches Krakau
Krakaus literarische Cafés
Die Weichsel in Krakau
Krakaus Geschichte
Krakaus verborgene Welten
Krakaus Denker
Krakaus grüne Seele
Krakaus Traditionen
Krakaus moderne Kunstszene
Krakaus Kuriositäten
Krakaus sakrale Pracht
Papst Johanne Paul II und Krakau
Krakau bei Nacht
Autorenportrait
Autoreninformationen
– Vom Hotel Polonia zur Wawel-Burg
Wenn Sie aus dem Hotel Polonia treten, in dem ich residierte, fällt Ihr Blick sofort auf das gewaltige Barbakan – diesen mächtigen, runden Backsteinbau, der wie eine trutzige Festung wirkt. Er ist eines der letzten erhaltenen Bollwerke dieser Art in Europa, ein Relikt aus dem 15. Jahrhundert, als Krakau von mächtigen Stadtmauern umgeben war.
Der Barbakan, Tor in die Altstadt
Der Barbakan sollte Feinde abwehren, heute aber begrüßt er Touristen und dient im Sommer als Bühne für mittelalterliche Ritterturniere.
Czartoryski-Museum und Bibliothek
Durch das Florianstor betreten Sie die Altstadt – dieser gotische Torbau war einst einer von nur drei Zugängen zur Stadt. Die roten Backsteinmauern sind von Einschusslöchern aus dem Zweiten Weltkrieg gezeichnet, stumme Zeugen von Krakaus bewegter Vergangenheit. Heute ist das Tor ein beliebter Treffpunkt für Straßenmusiker, deren Klänge sich mit dem Geläut der Straßenbahnen mischen.
Nur wenige Schritte weiter öffnet sich der Rynek Główny, der größte mittelalterliche Marktplatz Europas.
Die Tuchhallen in seiner Mitte waren einst das Handelszentrum der Stadt – hier wurden im 15. Jahrhundert Gewürze, Seide und Bernstein aus aller Welt gehandelt. Heute drängen sich in den Arkaden Souvenirläden, während im Obergeschoss die Galerie der polnischen Malerei des 19. Jahrhunderts hängt – ein Ort, wo Kunst und Kommerz seit Jahrhunderten nebeneinander existieren. Noch ein piwo (Bier) zum auftanken, dann ging es schon wieder weiter durch Krakaus Altstadt.
In den Tucherhallen auf Souvenir-Suche
Gegenüber ragt die Marienkirchen-Basilika mit ihren ungleichen Türmen auf. Der Legende nach stritten sich zwei Brüder um den Bau des schöneren Turms – einer erstach den anderen aus Eifersucht. Heute erklingt von hier stündlich das berühmte Trompetensignal, das an den Mongolensturm 1241 erinnern soll.
Marienkirche am Rynek Główny- Marktplatz
Rynek Główny- Marktplatz
Über die Grodzka-Straße, eine der ältesten Handelsrouten der Stadt, geht es Richtung Wawel. Unterwegs passierte ich das Haus unter dem Kreuz, wo einst der erste Krakauer Buchdrucker arbeitete, und die barocke St.-Peter-und-Paul-Kirche, vor der stets Touristen die übergroßen Apostelstatuen fotografieren.
Dann endlich der Wawel-Hügel – jahrhundertelang das politische und geistige Zentrum Polens. Die Kathedrale mit ihrer goldenen Sigismund-Kapelle ist seit 1000 Jahren Krönungs-und Begräbnisstätte der polnischen Könige. Im Inneren hängen die Gebeine des Drachen von Krakau – ein ironisches Symbol dafür, wie sich in dieser Stadt Mythos und Geschichte stets vermischen. Heute sind diese Gebäude nicht nur Museen, sondern lebendige Orte: Im Barbakan üben Bogenschützen, in den Tuchhallen feiern Brautpaare, und auf dem Wawel diskutieren Schulklassen über Polens Geschichte.
Juliusz-Słowacki-Theater
Jeder Stein erzählt hier eine Geschichte
– Sie müssen nur genau hinhören.
– Krakaus schlagendes Herz
Der Rynek Główny betört jeden Besucher auf den ersten Blick. Dieser größte mittelalterliche Marktplatz Europas, seit 1257 unverändert in seinen Grundzügen erhalten, ist weit mehr als nur eine touristische Attraktion - er ist die lebendige Seele Krakaus. Wenn die Morgensonne die Sandsteinfassaden der Patrizierhäuser in warmes Gold taucht und der Duft frisch gebackener Obwarzanek-Brezeln durch die Luft zieht, spürt man deutlich: Dieser Platz hat seine jahrhundertealte Magie bis heute bewahrt.
In der Mitte des Platzes erheben sich die Tuchhallen wie eine steinerne Chronik der Stadtgeschichte. Was einst als einfache Reihe von Verkaufsständen begann, verwandelte sich im 14. Jahrhundert in ein prächtiges gotisches Bauwerk, dessen filigrane Arkaden und kunstvolle Ziergiebel von Krakaus goldenem Zeitalter künden.
Noch heute erfüllt das Gebäude seine ursprüngliche Bestimmung - während im Erdgeschoss Bernsteinhändler und Kunsthandwerker ihre Waren anbieten, beherbergt das Obergeschoss eine bedeutende Gemäldesammlung, die Polens künstlerische Seele einfängt. Besonders faszinierend ist der Kontrast zwischen dem lebhaften Treiben über Tage und der geheimnisvollen Welt unter dem Platz. Die
