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Reihe change | readerBand Kulturen im Dialog – Identität und KonfliktE-Book zum Magazin change Ausgabe 4/2011
© 2011 E-Book-Ausgabe (EPUB)
© 2011 E-Book-Ausgabe
Verlag Bertelsmann Stiftung, GüterslohVerantwortlich: Christiane RaffelUmschlaggestaltung: Bertelsmann StiftungUmschlagabbildung: ERproductions Ltd
ISBN 978-3-86793-410-7 (EPUB)
ISBN : 978-3-86793-410-7
'www.bertelsmann-stiftung.de/verlag''www.bertelsmann-stiftung.de/verlag'www.change-magazin.de
Vorwort
Andere Länder und Kontinente eignen sich als ideale Projektionsfläche eigener Sehnsüchte, Hoffnungen und Ängste. Wie sehen die kulturpolitischen Chancen für eine Kooperation von Asien und Europa aus? Und welche Werte halten die europäische Gesellschaft zusammen? Dabei geht es auch um die Ursachen kulturell geprägter Konflikte. Welche religiösen, sprachlichen oder historischen Faktoren tragen zu ihrer Entwicklung bei?
Der E-Book-Reader „Kulturen im Dialog – Identität und Konflikt“ergänzt die Schwerpunktausgabe „Kulturen im Dialog“unseres Magazins change im Dezember 2011. In den Beiträgen dieses Readers geht es darum, wie Asien die Welt verändert, es geht um Werte und um internationale Kulturkonflikte. Bei den Beiträgen handelt es sich um Auszüge aus Büchern des Verlags Bertelsmann Stiftung. Weitere Informationen zu unseren Verlagsprodukten finden Sie unter 'www.bertelsmann-stiftung.de/verlag'.
Wir freuen uns über Ihr Interesse und wünschen Ihnen eine anregende Lektüre.
Ihre Bertelsmann Stiftung
Inhaltsverzeichnis
Titel
Impressum
Vorwort
Asien verändert die Welt (Leseprobe)
Vorwort
Einführung
Indien und China – Aspekte der wirtschaftlichen und menschlichen Entwicklung*
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
Anmerkungen
Literatur
Asiatische Kultur und Gesellschaft in einer globalisierten Welt
Kulturdiplomatie in Ostasien
1.
2.
3.
4.
Wo ist Chinatown?
Beispiel Ungarn
Beispiel Italien
Und Deutschland?
Anmerkungen
Literatur
Die Zukunft der klassischen Musik liegt in Asien
Asien und Europa: Konkurrenz oder spirituelle Synthesen?
Zur Geschichte
Im Heute
Perspektiven
Literatur
Kulturpolitische Chancen für Asien und Europa
1.
2.
3.
4.
Werte. Was die Gesellschaft zusammenhält. (Leseprobe)
WERNER WEIDENFELD - Was eint Europa? Identität in pluralen Wertewelten
Die europäische Identität
Gemeinsame europäische Geschichte
Integration als neuer Baustein europäischer Identität
Europa der Zukunft
Anmerkungen
KARAN SINGH - Europa und Indien: Identitäten in der Globalisierung
Die Europäische Union als Vorbild
Indien und Europa im Zeichen der Globalisierung
Der Kulturaustausch
Kultur und Konflikt in globaler Perspektive (Leseprobe)
Einleitung
Kulturelle Konflikte
Kulturelle Konflikte als Kultur thematisierende Konflikte
Kulturdimensionen und Konfliktfelder
Der kulturelle Kontext als Bezugspunkt der Konfliktkommunikation: Typen ...
Der kulturelle Kontext als Bezugspunkt der Konfliktmotive: Kultur als mögliche Konfliktursache
Fallstudien
Der Aceh-Konflikt als Beispiel für einen historizitären Kulturkonflikt
Der Sprachenstreit in Belgien
Ethnoregionale und religiöse Konflikte in Nigeria
Der Streit um den Abdruck der Mohammed-Karikaturen 2005
Literatur
Asien verändert die Welt (Leseprobe)
Auszug aus:
Bertelsmann Stiftung (Hrsg.)
Asien verändert die Welt
Gütersloh 2007
ISBN 978-3-89204-967-0
© Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh
Vorwort
Ein chinesisches Sprichwort lautet: „Tong Chuang Yi Meng“ – was sinngemäß bedeutet: „Zwei Menschen teilen das Leben, aber haben unterschiedliche Träume.“Übertragen auf Asien und Europa kann man dies auch so verstehen, dass Asiaten und Europäer zwar auf derselben Erde zu Hause sind, aber offenbar unterschiedliche Träume oder Vorstellungen hinsichtlich ihrer Zukunftsaussichten und ihrer Rolle in der Welt haben. Laut einer Umfrage des „Pew Global Attitudes Project“blickten im Jahr 2005 mehr als 75 Prozent der Chinesen und Inder optimistisch auf ihre Lebenssituation und künftige Entwicklung. Im Gegensatz dazu sahen in nahezu allen Ländern Europas die Menschen ihre Zukunft mehrheitlich pessimistisch.
Das Ende der Kolonialherrschaft in Asien, der rasante wirtschaftliche Aufschwung, besonders die Entfesselung der Massenmärkte in China (seit 1978) und in Indien (seit 1991), sowie die Überwindung der Weltordnung des Kalten Krieges haben das Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein vieler asiatischer Länder gestärkt. Asien drängt mit Milliarden neuen Arbeitskräften sowie einem einmaligen Potenzial an Produzenten und Konsumenten in die globale Wirtschaft. Der Anspruch auf Mitbestimmung des Globalisierungsprozesses und Mitsprache in der Weltpolitik wird zunehmend deutlicher artikuliert. Asien stellt das eurozentrische Weltbild, das seit Jahrhunderten unsere Sicht der Dinge bestimmt hat, zunehmend in Frage. Der Kontinent der Zukunft formuliert sein gutes Recht auf Fortschreibung seiner eigenständigen Entwicklung, kulturelle Einflussnahme und souveräne außenpolitische Entscheidungen.
Diese Herausforderung ist schon deshalb so schwer in ihrer ganzen Tragweite zu erfassen, weil Asien in sich kein homogener Erdteil ist. Es ist ein Kontinent der Extreme, der Widersprüche und der Vielfalt. Sowohl der höchste Punkt der Erde, der Mount Everest mit 8.848 Metern, als auch ihre tiefste Stelle, der Marianengraben, 11.000 Meter unter dem Meeresspiegel, befinden sich in Asien. Auf dem größten Kontinent der Erde lebt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung. Er beheimatet eine ethnische und kulturelle Vielfalt, die ihresgleichen sucht. Vorderasien mitgerechnet, haben dort alle als Weltreligionen bezeichneten Glaubensrichtungen, viele Hochkulturen und Zivilisationen ihren Ursprung.
Wenn an dieser Stelle dennoch der Versuch unternommen wird, Asien als Ganzes zu betrachten, so hängt das mit der zunehmenden wirtschaftlichen Integration asiatischer Staaten und dem Aufkeimen eines asiatischen Identitätsverständnisses zusammen sowie mit der Wucht, die von den höchst widersprüchlichen und sich wechselseitig verstärkenden Kräften in Asien ausgeht.
Asien in all seinen Facetten und Gegensätzlichkeiten eignet sich für Europa als ideale Projektionsfläche seiner eigenen Sehnsüchte, Hoffnungen und Ängste. Und es scheint – zumindest hinsichtlich der vielfältigen Publikationen der letzten Jahre – eher auf den einzelnen Betrachter anzukommen, ob Asien als Kontinent der Zukunft mit unendlichen Möglichkeiten und als Triebkraft weltweiten Wachstums betrachtet wird oder als globaler Rivale und tickende Zeitbombe, die die Welt in den Abgrund zu stürzen vermag. Neben dieser Zwiespältigkeit ist unser Verhältnis zu Asien vor allem aber noch immer geprägt von einem mangelnden ernsthaften Bemühen, die Menschen dieses Erdteils tatsächlich kennenzulernen.
Bei einer Diskussion im Rahmen des von den Unterzeichnern gemeinsam veranstalteten Salzburger Trilogs hat die berühmte chinesische Fernsehproduzentin und Unternehmerin Yue-Sai Kan darauf hingewiesen, wie sehr sich viele Asiaten um die westliche Kultur und um westliche Sprachen bemühen, und sie kritisierte zu Recht, dass wir Europäer zu wenig neugierig auf die andere Seite des eurasischen Kontinents seien. Das mag angesichts der massiven Investitions- und Handelsströme von Europa nach China, Indien und in andere asiatische Staaten zwar paradox klingen, doch Wirtschaftsbeziehungen führen nicht automatisch zu einem besseren Verständnis für den jeweiligen Partner. Im Gegenteil: Asiens rasanter Aufstieg löst in der westlichen Welt zunehmende Besorgnis aus. Angst vor der aggressiven Konkurrenz und um den eigenen Arbeitsplatz, Angst vor Ressourcenverknappung, Angst vor Macht- und Einflussverlust machen sich sowohl in Europa als auch in den USA breit.
Doch Angst ist ein schlechter Ratgeber. Notwendig ist vielmehr ein realistischer Blick auf die Chancen und Risiken dieses größten aller Kontinente, der zurzeit wohl unbestritten zu den dynamischsten und pulsierendsten Regionen der Welt zählt und dessen wirtschaftliche und demographische Rahmenbedingungen sich unmittelbar in wachsende politische Relevanz übersetzen.
Um ein solch vorurteilsfreies, ausgewogenes und vertieftes Verständnis Asiens und der möglichen Handlungsoptionen des Westens ging es bereits in vielen Gesprächen und Expertenrunden der Bertelsmann Stiftung in Japan, China und Indien. Beim Salzburger Trilog 2006 zum Thema „Neue Kräfte in Asien – Rückwirkungen für Europa“forderten die teilnehmenden Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Kultur vor allem, dass die in Europa vorherrschende ökonomische Betrachtung Asiens durch eine politische und kulturelle Sichtweise ergänzt werden müsse.
Ein erster Ertrag dieser Forderungen nach einer Gesamtschau auf Asien ist der vorliegende Band, den die Bertelsmann Stiftung anlässlich der Asien-Pazifik-Wochen 2007 herausgibt. Viele namhafte Autoren haben mit ihrer individuellen Perspektive zur Entwicklung dieses Gesamtbildes beigetragen. Im Mittelpunkt stehen Asiens wirtschaftliche, demographische und politische Potenziale. Diese werden ergänzt durch Ausführungen zu den innerasiatischen Herausforderungen und Asiens Einfluss auf internationale Organisationen, auf Wertebildung und Kultur.
Am Ende des Buches steht die Frage nach der europäischen Antwort auf diese Entwicklungen. Offensichtlich liegt ein Teil der Antwort darin begründet, die neuen Weltmächte anzuerkennen. Darüber hinaus zwingt uns Asien, unsere Wirtschaft und Gesellschaft kontinuierlich zu reformieren, unsere Kernkompetenzen und unsere Innovationskraft weiter auszubauen sowie Nischen klug zu nutzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Zudem müssen wir uns der Tatsache stellen, dass viele Politikfelder, insbesondere die Handels-, Umwelt-, Energie-, Demokratie- und Menschenrechtspolitik, Potenzial für Spannungen und Konflikte bergen. Umso mehr ist Europa gefordert, an seiner politischen Handlungsfähigkeit zu arbeiten, damit es seine Interessen besser bündeln und vertreten kann.
Ein stärker interessegeleitetes Engagement in einer multipolaren Welt muss nicht zwangsläufig bedeuten, in Rivalität zu diesen erstarkenden Ländern zu treten. Vielfach bieten sich Partnerschaften an, vor allem mit Europas strategischen Partnern China, Indien und Japan, aber ebenso mit den demokratischen Gesellschaften in Südkorea oder Indonesien, um einige zu nennen. Je weitreichender und intensiver die wechselseitigen Verflechtungen sind, desto geringer wird die Konfliktgefahr sein. Grundlegende Kenntnisse der asiatischen Geschichte, Kultur und Gegenwart sind dabei Voraussetzung für ein ehrliches Bemühen, Asien besser zu verstehen. Für Europa werden der interkulturelle Dialog, die Kooperation und Gestaltung eines friedlichen Zusammenlebens mit Asien im 21. Jahrhundert die Schlüssel zur Bewältigung aller geostrategischen und globalen Herausforderungen sein.
Wir hoffen, dass die Beiträge dieser Publikation zu einer weiterführenden Beschäftigung mit Asien anregen, auch zu einem Blick über europäische Belange hinaus, und dass sie vor allem die Chancen und Möglichkeiten aufzeigen, die sich dadurch bieten, dass Asien die Welt verändert.
Liz Mohn
Wolfgang Schüssel
Einführung
Im Raum zwischen Pakistan im Westen, Japan im Osten, China im Norden und Indonesien im Süden hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten eine wirtschaftliche Entwicklung vollzogen, die in ihrem Ausmaß und ihren Auswirkungen ohne Beispiel ist. Asiatische Akteure sind inzwischen selbstverständlicher – und selbstbewusster – Teil der Globalisierung. Doch die Entwicklungen in Asien sind auch Unwägbarkeiten unterworfen. Ob die gegenwärtige Dynamik und der damit einhergehende Machtgewinn anhalten, ist nicht absehbar. Wie sich das kräftige Wachstum auf Sozialsysteme und Umwelt auswirkt, bleibt offen. Auch können zahlreiche zwischen- oder innerstaatliche Spannungen das „Asiatische Jahrhundert“trüben oder verzögern. Beide Perspektiven, sowohl der ungebremste Bedeutungsverlust des Westens als auch eine global ausstrahlende Asienkrise, sind aus europäischer Sicht wenig erstrebenswert. Doch welche Wahrnehmung trifft die Realität?
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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