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Intelligenz hat es heute schwer. In den Wissenschaften ist sie als logozentrisches Weltbild längst infrage gestellt. Paradigmenwechsel und Methodenallerlei haben das helle Licht der Aufklärung eingetrübt. Der geistige Fortschritt zerbröselt in der Anarchie frei flottierender Intelligenzsysteme, die nimmer-müde neues Wissen und beliebige Erkenntnisse freisetzen. Neue Mythen in Tüten! Aufgewärmt über der Social-Media-Glut und schließlich als leuchten-der Pfad schimmernd. Um dann andernorts wieder als übertriebene Pose oder schwelendes Fundstück aufzutauchen. Ready to be mashed up again! Im Reagenzglas oder im schwarzen Loch irgendeines Ereignishorizonts. Hot shit! Der Schein der Intelligenz ist das neue Licht. Und das offenbare Wissen um die eigene Intelligenz schafft Allmachtsfantasien und diskursive Ausgrenzung. Das Kursbuch begibt sich deshalb auf eine Spurensuche. Überall dorthin, wo sich Intelligenz zu definieren versucht. Im Gehirn. In der Schule. In Robotern. In der Cloud. Die Autoren und Autorinnen erklären, erläutern, informieren und analysieren, wo wir noch warum Intelligenz vermuten dürfen. Eine Reise in die letzten Refugien intelligenter Forschung und noch intelligenteren Lebens.
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Seitenzahl: 216
Veröffentlichungsjahr: 2019
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Inhalt
Armin Nassehi Editorial
Elin Nesje VestliBrief einer Leserin (26)
Sibylle Anderl Kampf der EgosVon der Selbstüberschätzung der Inkompetenten und den Selbstzweifeln der Leistungsträger
Armin NassehiDie Atkins-UnschärferelationPerspektiven als Intelligenzantrieb
Berit GlanzSonnenaufgang im Uncanny ValleyNavigieren und überleben im KI-Zeitalter
Natalie SontopskiHey Siri?!Wie KI tradierte Rollenmuster zementiert
Michael PilzTanz der ElementeDas Periodensystem als Welterzählung
Bettina Thierig, Dorothea BrücknerSuperorganismus Eine Entdeckungsreise in die geheime Welt der Bienen
Michael Popp»Ein Pflanzenextrakt ist gigantisch komplex«Im Gespräch mit Peter Felixberger und Armin Nassehi
Harro von SengerDer Tiger vom BergWeisheit im chinesischen Alltag
Wolfgang CoyMETH – EMETHAbenteuer der künstlichen Intelligenz
André KieserlingZettels RaumIm Gespräch mit Armin Nassehi
FLXXSchlussleuchten von und mit Peter Felixberger
Die Autoren
Impressum
Armin Nassehi Editorial
Manchmal helfen alte Weisheiten aus Stammesgesellschaften, um sich einem Thema zu nähern. In Bayern denkt man bei der Frage nach Intelligenz womöglich an das Gscheithaferl. Dazu heißt es in der Süddeutschen Zeitung in der entsprechenden Kolumne »Kratzers Wortschatz« der bayerischen Sprache am 3. Mai 2011:
»Unter einem Tüpferlscheißer versteht man einen Menschen, der sich kleinlich gibt, einen Pedanten und Besserwisser. Im Norden würde man ihn einen Korinthenkacker nennen. Ein Tüpferlscheißer ist meistens auch ein Gscheithaferl, aber nicht jedes Gscheithaferl ist zwingend auch ein Tüpferlscheißer. Im Wörterbuch von Franz Ringseis wird das Gscheithaferl erklärt als ›einer, der vor Gescheitheit überläuft‹. Dies hat zur Folge, dass Gscheithaferl ähnlich nerven wie die Tüpferlscheißer. Nahe beim Gscheithaferl ist der Gschaftlhuber, der sich überall furchtbar wichtig nimmt. Aber das Leben lehrt, dass es bei den Gschaftlhubern mit der Gescheitheit oft nicht weit her ist.«
Wir wissen nicht, ob es auch hanseatische oder schwäbische, sächsische oder westfälische Varianten des Gscheithaferls gibt, von anderen Sprachräumen ganz zu schweigen. Sicher scheint aber zu sein, dass Intelligenz dann, wenn sie allzu ostentativ daherkommt, eher merkwürdig wirkt – vielleicht sogar wenig intelligent, gschaftlhuberisch eben. Dieses Kursbuch ist nicht auf der Suche nach den ostentativen Intelligenzen, sondern nach den eher verborgenen, den unglaublichen, den unerwarteten Intelligenzen. Deshalb machen wir einen großen Bogen um die explizite Intelligenz, und suchen sie dort, wo man sie womöglich nicht vermutet oder wo man noch mal genauer hinsehen muss.
Zum Beispiel in unseren beiden Gesprächen: Michael Popp, Unternehmer, Wissenschaftler, Pflanzensammler und ein cooler Typ, sucht die Intelligenz pflanzlicher Substanzen ohne esoterischen Schnickschnack, aber mit wissenschaftlicher Präzision – und muss mindestens so intelligent sein wie sein Gegenstand, um sich im Feld der Pharmazie durchzusetzen. Oder André Kieserling, Nachnachfolger des Soziologen Niklas Luhmann, der dessen legendären Zettelkasten archiviert, auswertet und analysiert. Ist der Kasten selbst intelligent? Oder ist er nur eine Entsprechung der Intelligenz seines Schöpfers? Oder ist dieser das Geschöpf seines intelligenten Kastens?
Das sind Fragen, die das Konstrukt Intelligenz, wie wir es aus der Psychologie und aus IQ-Berechnungen kennen, weit hinter sich lassen. So auch bei Michael Pilz, der im Periodensystem der Elemente eine intelligente Inszenierung sowohl der kosmischen Naturgeschichte als auch der menschlichen Kulturgeschichte freilegt. Auch um diese Intelligenz zu entdecken, muss man erst intelligent draufschauen. Überhaupt scheint die Intelligenz ein Korrelat der intelligenten Tätigkeit zu sein und nicht nur ein individualistisches Merkmal im Kopf von Menschen. Intelligenz könnte Folge, nicht Voraussetzung solcher Tätigkeiten sein. So findet Berit Glanz im Aspekt der Ambiguität das Intelligenzgenerierende der Literatur, Harro von Senger in der chinesischen Aufwertung der List eine ganz andere Bedingung für Intelligenz, und mein eigener Beitrag zeigt am Beispiel des wenig intelligenten und zum Tode verurteilten Mörders Daryl Atkins, wie er im Laufe seines Prozesses intelligenter wurde – und ihn das fast sein Leben gekostet hat. Sibylle Anderl schließlich widmet sich dem Dunning-Kruger-Effekt, also der immer wieder zu machenden Erfahrung, dass sich die Inkompetenten überschätzen, während die Intelligenten unter Selbstzweifeln leiden.
Zwei Beiträge verdienen besondere Aufmerksamkeit: In der Reihe Kursbuch Classics präsentieren wir den Beitrag »METH – EMETH« von Wolfgang Coy. Dieser Nachdruck aus dem Kursbuch 75 von 1984 nähert sich der künstlichen Intelligenz über die jüdische Golem-Legende. Coy schreibt am Ende: »Die Literatur hat die eine Seite des Golem-Mythos, den Bogen von Wahrheit zum Tod durchlaufen. Offen bleibt die Frage, ob die Wissenschaft einen anderen Weg findet und sich des uneingelösten Versprechens der Befreiung besinnt. Dann wäre der Golem erlöst.« Aktueller kann man kaum fragen.
Der Beitrag von Natalie Sontopski ist der zweite Beitrag, der aus unserem Call for Papers für jüngere Autorinnen und Autoren stammt. Sontopski fragt sich, ob und wie sich Strukturen sozialer Ungleichheit, zum Beispiel geschlechtliche Ungleichheit, in der KI fortpflanzen wird – und wie das vermieden werden kann.
Besonders freuen wir uns über die Bienenwelt von Bettina Thierig und Dorothea Brückner. Die Erste ist Bildhauerin, die Zweite Bienenwissenschaftlerin. Sie haben sich entschieden, gemeinsam die Welt der Bienen zu erkunden – die eine eher künstlerisch und ästhetisch, die andere als Wissenschaftlerin und Forscherin. Sie entdecken und präsentieren eine komplexe Welt, einen Superorganismus mit unterschiedlichsten Facetten, die auch in den Honigfotografien von Michael Haydn einen beredten bebilderten Ausdruck finden. Intelligenz findet sich hier auf allen Ebenen – in der Intelligenz der natürlichen Evolution, in der Intelligenz des Zusammenspiels von Natur und Kultur mit der Biene als einer natürlichen Repräsentantin menschlicher Kulturgeschichte, vor allem aber in der Kombination dieser beiden Frauen.
Vielleicht ist das die Parabel auf Intelligenz, die sich durch dieses gesamte Kursbuch zieht: Intelligent wird es dann, wenn Dinge zusammenkommen, die nicht auf den ersten Blick zusammengehören: Natur und Kultur, Menschen, die man zunächst nicht gemeinsam vermutet, Problemlösungen und ihre Kontexte, der Wille, etwas anders zu machen, und die Welt, die sich dem anderen gegenüber gerne widerständiger zeigt, als wir es erwarten. Eine Wissenschaftlerin und eine Künstlerin, die gemeinsam an einem Projekt arbeiten, und das an einem intelligenten Ort, nämlich dem Hanse Wissenschaftskolleg in Delmenhorst, das sich auf die Fahne geschrieben hat, Unterschiedliches, Differentes, Interdisziplinäres zusammenzuführen – besser lässt sich ein intelligentes Setting nicht symbolisieren. Schauen Sie auf die Bienen – Sie werden mehr sehen als das, jenseits aller Naturromantik und billiger Ästhetisierung. Vielleicht ist Intelligenz tatsächlich auch schön.
Mit diesem Kursbuch beginnt Peter Felixberger seine Kolumne »FLXX. Schlussleuchten von und mit Peter Felixberger«. Aus seiner Selbstanzeige in dieser ersten Kolumne erfahren wir: Peter irrlichtert – aber bewusst. Das ist intelligent, weil es Gegensätze zusammenführt. Irrlichtern kann jeder Gschaftlhuber – aber bewusst, das ist hohe Kunst.
Weiterhin sagt er: »Diese Kolumne feiert die Ahnungslosen, entlarvt die Bodenlosen und kokettiert mit den Zweifellosen.« Die große Herausforderung für Leserinnen und Leser wird sein, wer sich unter welchem Label wiederfindet. Diesmal beginnt die Kolumne mit künstlicher Intelligenz.
Wir freuen uns, dass Elin Nesje Vestli den Brief einer Leserin übernimmt. Aufmerksam geworden sind wir auf sie, als sie auf Twitter bemerkte, dass unsere Titelformulierung für das Kursbuch 198, Heimatt, die wir auf Ermattung zurückgeführt haben, im Norwegischen tatsächlich eine ganz andere Bedeutung hat. Vielen Dank für diesen Hinweis – und den 26. Brief einer Leserin.
Es ist uns gelungen, ein Kursbuch über Intelligenz ganz ohne Gscheithaferl und noch weniger Gschaftlhuberei zu machen. Hoffen wir wenigstens mit einigem Selbstzweifel, denn die Intelligenten neigen ja nicht zur Selbstüberschätzung, sondern zu Selbstzweifeln, wie wir von Sibylle Anderl gelernt haben.
Elin Nesje VestliBrief einer Leserin (26)
Über das Kursbuch bin ich Ende der 1980er-Jahre im wahrsten Sinne des Wortes gestolpert. Als Germanistikstudentin an der Universität Oslo fand ich in einem Kellerarchiv durch Zufall alte Jahrgänge und fing im Stehen – gelockt von den charakteristischen Covern – zu lesen an. Der Zufallsfund regte damals mein Interesse für die politische Literatur der 1960er-Jahre. Seitdem bin ich Kursbuch-Leserin, wenn auch – zugegeben – nur sporadisch. Vor ein paar Wochen bin ich über Maxim Billers Erzählung »Max in Palästina« aus Kursbuch 198 gestolpert und gleich hängen geblieben. Meine Begeisterung über den Text habe ich sofort auf Twitter kundgegeben. Darauf ist, wie es auf Twitter nun einmal funktioniert, ein anderer Twitterer eingegangen und hat den spielerischen Titel »Heimatt« mit einem Zwinkern als Tippfehler moniert. Das Wortspiel Heimat – Heimatt ist mir erst dann, peinlich spät, aufgefallen. Zuerst habe ich jedoch nicht an Ermattungserscheinungen gedacht, sondern spontan norwegisch gelesen. Wohl kaum vom Kursbuch beabsichtigt (nicht einmal in der Kursbuch-Redaktion sind, nehme ich an, Norwegischkenntnisse sehr verbreitet), aber »Heimatt« ist tatsächlich ein norwegisches Wort. Um genau zu sein: ein neunorwegisches Wort. Norwegen ist mit drei offiziellen Schriftsprachen gesegnet: Mit den beiden Standardvarianten »bokmål« (»Buchsprache«, aus dem Dänischen entstanden, das lange Verwaltungssprache war) und »nynorsk« (»Neunorwegisch«, Mitte des 19. Jahrhunderts vom Sprachwissenschaftler Ivar Aasen entwickelt), dazu kommt Samisch. Auch davon ausgehend könnte man nun lange über Heimat mit einem und zwei »t« nachdenken. Das norwegische »heimatt« beziehungsweise »heim« ist der deutschen Heimat natürlich etymologisch verwandt, schließt aber eine Rückkehr mit ein: Wenn man nach Hause zurückgekehrt ist, ist man »heimattkomen«. Man ist nicht nur »heime« (oder »hjemme«, wenn man »bokmål« schreibt), also zu Hause beziehungsweise daheim, sondern nochmals heimgekehrt, aus welchem Grund auch immer. Matt, mit zweimal »t«, kann man übrigens auch auf Norwegisch sein. Auch wegen zu viel Heimat.
Weder als Leserin noch als Germanistin fühle ich mich jedoch durch ein sehr Viel an Heimat ermattet. Ich finde die vielfältigen literarischen Heimatdiskurse anregend, etwa vor dem Hintergrund der herkömmlichen Heimatdichtung und deren Überwindung. So reanimieren die deutschen Bestsellerautorinnen Juli Zeh (Unterleuten, 2016) und Dörte Hansen (Altes Land, 2015, und Mittagsstunde, 2018) den Dorfroman, ohne sich jedoch verstaubter Erzählmuster und Klischees zu bedienen. Sie entzaubern unsere Vorstellungen von provinzieller Idylle und legen die strukturellen Gesellschaftsänderungen und deren Folgen für die geografischen Randgebiete bloß. In der österreichischen Literatur hat nicht nur die Überwindung der traditionellen Heimatliteratur, sondern die Abkehr, geradezu die demonstrative Demontage derselben nach wie vor Konjunktur, auch nach der Ära von Thomas Bernhard. Die 1975 in Burgenland geborene Petra Piuk etwa entblößt in Toni und Moni oder: Anleitung zum Heimatroman (2017) nicht nur Klischees von heiler Familie, glücklichen Liebesbeziehungen und naturverbundenem Leben in der Provinz, sondern seziert durch eine poetologische Metaebene die herkömmliche Gattung und deren ideologische Grundlage. Ihre Absage geht mit einer krassen Abrechnung mit dem Sexismus einher, geschult an Elfriede Jelinek und Marlene Streeruwitz. Mit Toni der Hüttenwirt, einer Heftromanserie, die seit 2004 die Herzen höherschlagen lässt, hat ihr Roman nur den Vornamen gemeinsam.
Doch ging meiner Kursbuch-Heimat(t)-Lektüre keine Suche nach österreichischer Heimatverdammung voraus; die Lektüre verdanke ich Maxim Biller und seiner eigens für das Kursbuch verfassten Erzählung über Max Brods Ankunft in Palästina mit Kafkas Manuskripten in einem Koffer. So könnte diese Ankunft gewesen sein, aber bei Biller ist immer Vorsicht geboten, und die Erzählung ist zum Teil auch kontrafaktisch, denn Brod hat ja nicht Kafkas Nachlass ins Hafenwasser geschmissen. Was allerdings höchstwahrscheinlich der Wahrheit entspricht, und da blitzt das Heimat(t)-Thema wieder auf: »[S]ein neues, fremdes Zuhause« verunsichert Brod, hinzu kommt seine Angst vor der neuen Sprache.
Maxim Biller gehört zu den Autoren, die »in den deutschen Sprachraum eingewandert« sind, wie die Autorin und Übersetzerin Ilma Rakusa den umstrittenen Begriff Migrationsliteratur umschreibt. Biller hat dazu beigetragen, dass aus der deutschsprachigen Literatur – die er 1991 als genauso sinnlich wie den Stadtplan von Kiel charakterisiert hat – eine postnationale Literatur geworden ist. Durch die Werke von Autorinnen und Autoren mit einer anderen Erstsprache als Deutsch hat der literarische Heimatdiskurs eine neue Dimension und Aktualität gewonnen. Durch ihre Texte und ihre poetologischen Standortbestimmungen werden alte Ordnungsmuster hinterfragt, herkömmliche Zuordnungen wie Nationalität, Muttersprache, Herkunft und Heimat kritisch durchleuchtet, transitäre Erfahrungen und Grenzüberschreitungen exploriert. Ein aktuelles Beispiel ist Saša Stanišić. Mit seinem neuen, fulminanten Roman Herkunft (2019) legt er die Latte hoch; um diesen Roman wird man nicht umhinkommen, wenn man sich zukünftig über den Heimatdiskurs in der neuen deutschsprachigen Literatur beschäftigt.
Heimat ist nicht lediglich ein bestimmter Ort, sondern auch eine Erfahrung. In Sechs Koffer zitiert Maxim Biller aus Brechts Flüchtlingsgespräche: »Der Pass ist der edelste Teil von einem Menschen.« Diese Erfahrung teilt Vladimir Vertlib, 1966 in einer russisch-jüdischen Familie in Leningrad geboren, nach einer zehnjährigen Odyssee seit 1981 in Österreich. »Meine schriftstellerische Heimat ist der Grenzbereich, die Gleichzeitigkeit und das Nebeneinander«, so formuliert es Vertlib in seinen Poetikvorlesungen Spiegel im fremden Wort (2008). Damit verweist er auf eigene Erfahrungen, die er in seiner Literatur in eine Grunderfahrung von Entwurzelung, biografischen Brüchen und Migration transformiert, etwa in seinem großartigen Roman Das besondere Gedächtnis der Rosa Masur (2001). Auch Julya Rabinowich, Jahrgang 1970, wie Vertlib aus einer russisch-jüdischen Familie in Leningrad stammend, seit 1977 in Wien, thematisiert in ihrem Werk Migrationserfahrungen und Sprachwechsel und nuanciert dadurch den Heimatbegriff. »Ich bin nicht daheim«, sagt die Ich-Erzählerin in ihrem Debüt Spaltkopf (2008), aber: »Ich bin angekommen.« Diese Beschreibung macht die Autorin sich in einem Interview zu eigen. Sie charakterisiert sich selbst als »entwurzelt und umgetopft«; in der deutschen Sprache aber, da sei sie vollkommen zu Hause.
Zurück zur norwegischen Sprache, mit der sich dann vielleicht der Kreis zum aktuellen Kursbuch 199 und den unglaublichen Intelligenzen, die uns Sprache oftmals offenbart, schließt. Das norwegische »heimatt« kann Bedürfnis, aber auch Unwille sein, nochmals heimzukehren. Denn die Heimkehr »heimatt« ist nicht immer freiwillig, sondern wird manchmal durch Erwartungen und Verpflichtungen erzwungen. Auch davon, von der widerstrebenden Heimkehr oder sogar von der Verzweiflung, die Heimat nicht verlassen zu dürfen, sondern in der verhassten engen Provinz (und Norwegen ist an Provinz reich) bleiben zu müssen, zeugt die Literatur. Einer der berühmtesten Sätze der norwegischen Literatur stammt aus dem Roman Das große Spiel (1934) von Tarjei Vesaas. Für den ältesten Sohn wird hier der väterliche Bauernhof, noch dazu mit dem sprechenden Namen »Bufast« (sesshaft), zum Gefängnis. Der Satz seines Vaters »Du sollst auf Bufast bis zum Ende deiner Tage bleiben« verspricht weder Zugehörigkeit noch Geborgenheit, sondern kommt einer Drohung gleich.
Sibylle Anderl Kampf der EgosVon der Selbstüberschätzung der Inkompetenten und den Selbstzweifeln der Leistungsträger
Dass Sokrates wohl eine rechte Nervensäge gewesen sein muss, ist allgemein bekannt. Die genauen Gründe dafür kann man in Platons berühmter Apologie nachlesen. Demnach hatte Sokrates’ langjähriger Freund Chairephon das Orakel von Delphi darüber befragt, wer der weiseste Mann sei, und als Antwort »Sokrates« erhalten. Sokrates selbst war von dieser Aussage, die ernst zu nehmen schon allein der Respekt vor dem Orakel verlangte, offenbar einigermaßen verwirrt und machte sich auf, sie empirisch zu falsifizieren. Auf der Suche nach Personen, deren Weisheit sein eigenes Wissen überragen würde, fand er unter Politikern, Dichtern und Künstlern allerdings viel Selbstüberschätzung und wenig wirkliche Weisheit. So beschreibt er eine Begegnung mit einem Staatsmann: »Im Gespräch mit ihm schien mir dieser Mann zwar vielen andern Menschen auch, am meisten aber sich selbst sehr weise vorzukommen, es zu sein aber gar nicht. Darauf nun versuchte ich ihm zu zeigen, er glaubte zwar weise zu sein, wäre es aber nicht; wodurch ich dann ihm selbst verhaßt ward und vielen der Anwesenden.« 1
Für Sokrates endete die Enttarnung zahlreicher Pseudowissender letztendlich tödlich. Noch heute macht man sich mit dem Aufdecken der Wissenslücken anderer wenig Freunde. Anders als Sokrates vor knapp 2500 Jahren haben wir heute aber einen psychologischen Begriff für die Selbstüberschätzung der Unwissenden: die Psychologen Justin Kruger und David Dunning beschrieben 1999, dass Inkompetenz nicht nur direkt in Form fehlerhafter Schlüsse und ungünstiger Entscheidungen sichtbar wird, sondern sich darüber hinaus – und fatalerweise – so auswirkt, dass eigene Begrenztheiten nicht erkannt werden können. Entsprechend führe Inkompetenz damit zur systematischen Überschätzung der eigenen Kompetenzen. Solch fehlerhafter Selbsteinschätzung kann aber immerhin durch Weiterbildung abgeholfen werden: »Paradoxerweise konnte den Teilnehmern durch die Verbesserung ihrer Fähigkeiten und der damit verbundenen Stärkung ihrer metakognitiven Kompetenzen geholfen werden, die Limitierungen ihrer Fähigkeiten zu erkennen«, schreiben Kruger und Dunning im Abstract ihres Artikels.2 Dieses seitdem als »Dunning-Kruger-Effekt« bekannt gewordene Phänomen kann damit als späte empirische Bestätigung des Orakels von Delphi gelesen werden: Zu wissen, wie wenig man weiß, setzt bereits einige Weisheit voraus.
Doch nicht nur in Feldern eigener Inkompetenz fällt zutreffende Selbsteinschätzung schwer. Ein anderer psychologischer Effekt, der 1978 erstmalig von Pauline Clance und Suzanne Imes im Kontext der Eigenwahrnehmung erfolgreicher Frauen beschrieben wurde,3 kann zumindest oberflächlich als ein gegenläufiges Phänomen zum Dunning-Kruger-Effekt verstanden werden: Das »Hochstapler-Syndrom« (englisch: »impostor syndrome«) betrifft gerade die besonders Kompetenten, die aber in quälendem Maße an ihren eigenen Fähigkeiten zweifeln. Dabei leiden sie massiv unter der Vorstellung, sie würden mit vorgetäuschter Kompetenz, gewissermaßen als Hochstapler, ihr Umfeld in die Irre führen – und müssten jederzeit mit der Enttarnung rechnen.
Es gibt also einerseits inkompetente Menschen mit gigantischem Ego, die andererseits auf kompetente Menschen mit massiven Selbstzweifeln treffen – die Folgen solcher Konstellationen lassen sich täglich im Alltag und auf vielen gesellschaftlichen Ebenen verfolgen. Was aber steckt hinter dem Dunning-Kruger-Effekt und dem Hochstapler-Syndrom? Worauf beruhen sie? Wo liegen Grenzen und Missverständnisse dieser psychologischen Konzepte? Es lohnt sich, einen genaueren Blick auf diese Phänomene zu werfen und schließlich zu fragen, inwiefern sie gerade heute für uns von Relevanz sind.
Das Problem der Selbstwahrnehmung
Das psychologische Problem der Selbsteinschätzung ist letztendlich eng mit dem philosophischen Problem der Selbstwahrnehmung verzahnt. Seit René Descartes ist in der Philosophie die Sicht verbreitet, dass dem Wissen über unsere eigenen inneren Zustände ein Sonderstatus zukommt. Wir scheinen in Bezug auf unser Innenleben einen privilegierten Zugang zu besitzen: Keiner sollte besser über uns, unser Wissen, unsere Überzeugungen, Wahrnehmungen und Empfindungen Bescheid wissen als wir selbst. Zumindest auf den ersten Blick würden wir außerdem behaupten wollen, dass dieses Wissen über uns selbst einen besonders hohen Grad der Sicherheit aufweist. Insbesondere bei Empfindungen wie Schmerz ist dies evident: Darüber, dass wir Schmerz empfinden, können wir uns normalerweise nicht irren. Diese Form der Unfehlbarkeit gilt gleichwohl keineswegs für all unsere mentalen Zustände.
Oft sind wir in Bezug auf uns selbst in einer Situation, die vergleichbar ist mit unserem Bemühen, andere zu verstehen: Wir stützen uns in behavioristischer Manier auf äußere Anzeichen und Hinweise, die prinzipiell auch anderen zugänglich sind. Im Extremfall benötigen wir sogar die Sicht von außen, um zu einem zutreffenden Bild von uns selbst zu gelangen. So zeigt unser eigenes Verhalten manchmal andere Überzeugungen, andere Wünsche an als die, die wir selbst eigentlich angenommen hätten (Therapeuten und Coaches leben davon, uns dies sehen zu helfen). Gleichzeitig formt die Beobachtung anderer Menschen und deren Reaktion auf unser Verhalten maßgeblich unsere Selbsteinschätzung.
Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn es um eine Einschätzung der eigenen Kompetenz geht. Hier gibt es keinen privilegierten, direkten Weg per Innensicht, um die Falschheit oder Korrektheit unserer Urteile und Entscheidungen zu erkennen. Stattdessen greifen wir auf andere Strategien zurück, deren grundlegende Mechanismen in zahlreichen psychologischen Studien enthüllt werden konnten. So sind wir selbstbewusster, wenn wir schnell zu einer Antwort gelangen. Auch die Vertrautheit mit dem Themenfeld stärkt unser Vertrauen in unsere Urteile. Wenn unsere Antwort auf einer allgemeinen Regel beruht, vergrößert das unsere Sicherheit – und zwar unabhängig davon, dass ein systematisches Vorgehen gleichzeitig mit einem gewissen Risiko behaftet ist. Denn nicht selten führen uns bekannte rationale Prinzipien auch in die Irre, wenn wir sie jenseits ihrer Geltungsgrenzen anwenden.
Schließlich ist unsere Selbsteinschätzung in hohem Maße von eigenen Vorurteilen über die eigenen Fähigkeiten durchwirkt. Die Wirkungsrichtung ist hierbei »top-down«: Wenn wir der Meinung sind, in bestimmten Bereichen besonders gut oder schlecht zu sein, bestimmen die resultierenden Erwartungen entscheidend unser Vertrauen in unsere Performance in diesen Gebieten. So konnte beispielsweise 2003 eine Studie 4 zeigen, dass allein die Art, wie das Themenfeld eines in beiden Fällen identischen Tests beschrieben wurde (»abstraktes Denken« versus »Fähigkeiten der Computerprogrammierung«), zu deutlich unterschiedlichen Einschätzungen des eigenen erwarteten Abschneidens durch die Getesteten führte, während sich die tatsächlichen Ergebnisse in beiden Fällen nur relativ wenig unterschieden. Relevanz besitzt dieser Effekt offensichtlich insbesondere auch dann, wenn bestimmte Bevölkerungsgruppen von Vorurteilen betroffen sind – ein bekanntes Thema ist hier die nach wie vor bestehende Scheu vieler Mädchen vor den MINT-Fächern, in denen sie ihre eigenen Leistungen systematisch schlecht einschätzen. Eine Korrektur dieser höherstufigen Vorurteile durch konkrete Erfahrungen ist dabei relativ schwierig, da die Wahrnehmung der konkreten Leistungen so stark durch die Vorurteile dominiert ist, dass sie nicht zutreffend eingeschätzt werden können.
In der Spanne zwischen vermeintlich bevorzugter Erste-Person-Perspektive und dem Dritte-Person-Zugriff auf das eigene Selbst stehen nun sowohl der Dunning-Kruger-Effekt (DKE) als auch das Hochstapler-Syndrom (HS): Die einen reiben sich daran auf (die vom HS Betroffenen können den konkreten äußeren Anzeichen von eigener Kompetenz vor dem Hintergrund anderslautender Überzeugungen nicht glauben), während andere damit gut leben können (die vom DKE Betroffenen werden durch das eigene Unwissen und das daraus resultierende Selbstbewusstsein vor der Erkenntnis ihrer Inkompetenz auf der Grundlage äußerer Anzeichen geschützt).
Die Grenzen unseres Wissens
Dass unser Wissen nur eine kleine Insel im riesenhaften Ozean unseres Unwissens ist, ist etwas, das wir vielleicht manchmal erahnen, das wir im Alltag aber doch schnell zu vergessen scheinen. Denn insbesondere, wenn wir als Mitglieder einer wissenschaftsdominierten Gesellschaft unser heutiges Wissen mit demjenigen früherer Generationen kontrastieren, scheint der Schluss naheliegend, dass wir heute sehr viel mehr kennen und verstehen als unsere Vorfahren und an diesem Wissen auch individuell stark partizipieren.5 Dass dies im Allgemeinen nicht so ist, zeigen Umfragen, die wissenschaftliches Verständnis in der Öffentlichkeit abfragen. Obwohl wir täglich vielfältige Technologien nutzen, sind uns die theoretischen Grundlagen, auf denen sie beruhen, meist weitgehend unbekannt. Wer hat schon eine Vorstellung, welche Prinzipien der Quantentheorie für das Funktionieren unserer Smartphones von Relevanz sind oder wie Einsteins Relativitätstheorie hilft, unsere satellitengesteuerten Navigationssysteme vor kilometergroßen Abweichungen zu bewahren? Selbst scheinbar einfache Grundsätze wie der, dass sich der Mond sehr viel näher an der Erde befindet als die Sonne, wüssten wir allein auf der Grundlage unserer eigenen Himmelsbeobachtungen heute wahrscheinlich nicht so einfach selbst plausibel zu machen. Und dies, obwohl wir jeden auslachen würden, der diese Tatsache anzweifelt. Verbreitetes Unwissen ist aber nicht auf den Bereich der Wissenschaften beschränkt. Arbeitsteilung und Spezialistentum erlauben es im gesamten Spektrum möglicher Themenfelder, mit eigenen, auch drastischen Wissenslücken sehr gut leben zu können.
Diese Wissenslücken benennen zu können, stellt aber keineswegs den Normalfall dar, Meta-Unwissen, Unwissen über das eigene Unwissen, ist sehr viel verbreiteter. Dem zugrunde liegt die Unterscheidung von »known knowns« (bekannte Bekannte – vorliegende Informationen), »known unknowns« (bekannte Unbekannte – bekannte Informationen, die nicht vorliegen) und »unknown unknowns« (unbekannte Unbekannte – relevante Informationen, deren Fehlen nicht bekannt ist), wie der Psychologe David Dunning 2011 in einem Überblicksartikel zum Dunning-Kruger-Effekt ausführt.6 Die »unknown unknowns« sind dabei diejenigen, von denen in der Praxis die größte Gefahr ausgeht, insbesondere im Kontext von Entscheidungsprozessen: Wenn relevante Faktoren, mögliche bevorstehende Probleme, existierende Risiken, alternative Handlungsoptionen oder bestimmte Folgen der Handlung gar nicht erst in Betracht gezogen werden können, weil sie unbekannt sind, werden die entsprechenden Entscheidungen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht das erhoffte Resultat hervorrufen. In den Ingenieurwissenschaften versucht man explizit, solche »unknown unknowns« durch besonders konservative Anforderungen aufzufangen, beispielsweise indem bei der Konstruktion eines Hauses das Vielfache der für die Stabilität als notwendig ermittelten Menge Betons verwendet wird.
Wie wenig sich Menschen über das Ausmaß ihrer Wissenslücken bewusst sind, zeigt eine Vielzahl von Studien: Testpersonen, die nach der Funktionsweise von Hubschraubern oder Toiletten gefragt werden, behaupten, diese zu kennen, können sie daraufhin aber nicht erklären,7 Assistenzärzte schätzen ihre Fähigkeiten in der Durchführung bestimmter klinischer Prozeduren sehr viel besser ein, als es der Praxistest zeigt,8 Teilnehmer an einem Rätseltest unterschätzen die Anzahl möglicher Lösungen für das gestellte Problem dramatisch.9 Für dieses fehlende Bewusstsein gibt es verschiedene Gründe, und oft haben falsche Überzeugungen auch relativ wenig praktische Konsequenzen. So wird in den sozialen Medien die Aufdeckung verbreiteter »irrelevanter« Fehldeutungen oder Wissenslücken immer wieder mit Begeisterung geteilt: Dass die Sonnenbrillenmarke Ray-Ban nicht nach einem gleichnamigen Menschen benannt wurde, sondern ihren Namen der Produkteigenschaft, Strahlen zu bannen, verdankt, oder dass im Auto an der Tankanzeige durch einen Pfeil die Seite des Tankdeckels angezeigt wird, das sind Informationen, ohne die man gut leben kann, auch wenn man sich im Nachhinein kaum vorstellen kann, wie man sie so lange übersehen haben konnte.
Dazu kommt, dass Menschen offenbar die Tendenz besitzen, zu denken, sie würden über Wissen verfügen, das sie gar nicht besitzen – oder sogar auch gar nicht besitzen können, etwa weil sie sich zu Themen äußern, die es gar nicht gibt.10 Solch einer Behauptung muss kein Betrugsmotiv zugrunde liegen. Vielmehr neigen wir Menschen dazu, die Antwort auf spezifische Fragen aus den relevant scheinenden Anteilen unseres allgemeinen Wissensschatzes abzuleiten: Die Antwort auf die Frage nach der persönlichen Einstellung gegenüber einer vielleicht gar nicht existierenden Minderheitengruppe würde sich dann beispielsweise aus den allgemeinen Vorurteilen gegenüber Minderheiten und der assoziativen Verortung der Heimatregion jener Gruppe zusammensetzen.11
Andersherum heißt das: In Gebieten, in denen kein allgemeines Hintergrundwissen vorliegt, ist man eher bereit, Unwissen zuzugeben. So würden nur wenige Menschen behaupten, sich in der Tieftemperaturphysik auszukennen, sofern dies nicht wirklich der Fall ist. Als Beispiel des anderen Extrems könnten die weltweit in Kneipen zuhauf existierenden Fußballexperten angeführt werden oder auch diejenigen Heimwerker, die nicht davor zurückschrecken, die elektrischen Schaltkreise ihres Zuhauses neu zu verlegen, obwohl dies aus Sicherheitsgründen wenig empfehlenswert ist. David Dunning, der diese Beispiele in seinem Übersichtsartikel 2011 aufführt, bilanziert: »Es gibt eine Schwelle, die erreicht werden muss, damit Menschen unangemessene Expertise behaupten. Sie müssen einige Informationsfragmente besitzen und ein ausreichendes Gerüst von gebietsspezifischem oder allgemeinem Weltwissen, um eine plausible Antwort zusammenzuflicken. Wenn sie dies nicht können, dann werden sie keine unangemessene Behauptung aufstellen.«
Der Dunning-Kruger-Effekt
Im Jahr 1999 führten die Psychologen Justin Kruger und David Dunning, beide tätig am Psychologieinstitut der Cornell University, in einer These verschiedene bis dahin in der Psychologie gemachte Beobachtungen in Bezug auf Inkompetenz, Reflexionsvermögen und Selbsteinschätzung zusammen. In vier Teilthesen ausgedrückt besagt sie:
1.Inkompetente Individuen neigen zur dramatischen Selbstüberschätzung.
2.Inkompetente Individuen besitzen Defizite hinsichtlich ihrer metakognitiven Fähigkeiten und können weder bei sich noch bei anderen Kompetenz zutreffend einschätzen.
3.Inkompetente Individuen können ihre eigene Leistung auf der Grundlage des Vergleichs mit anderen schlechter einschätzen.
4.Inkompetente Individuen können Einsicht in ihre Beschränkungen erlangen, indem sie kompetenter werden.
