Lage kriminell -  - E-Book

Lage kriminell E-Book

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Beschreibung

Eine Kulturrucksack voller Krimis Im Oktober 2023 trafen sich junge Nachwuchsautorinnen und -autoren im Rahmen des „Kulturrucksacks“ zu einem Schreibworkshop unter dem Titel „Lage kriminell“ im Jugendzentrum Lage. Der bekannte Krimiautor Joachim H. Peters leitete die Gruppe, an der sieben Jugendliche im Alter von 10 bis 14 Jahren teilnahmen. Wie schreibt man eine gute Kurzgeschichte? Woher kommen die Ideen? Was muss ich beachten, damit sie spannend wird und bis zum Ende bleibt? Diese Fragen und viele mehr wurden erörtert. Herausgekommen ist eine Sammlung spannender und kurzweiliger Geschichten. Sie zeugen von der Kreativität der Autorinnen und Autoren und bieten viel Spannung beim Lesen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 74

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Förderverein Stadtbücherei Lage e. V. (Hg.)

Lage kriminell

Lippe Verlag

Bibliographische Information der Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie; detaillierte Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

Copyright 2024 by Lippe Verlag

Dr. Hans Jacobs, Am Prinzengarten 1, 32756 Detmold

Umschlagbild vorn: Hans Jacobs, Umschlagbild hinten: Joachim Peters

ISBN 978-3-89918-855-4

Liebe Teens und Kids, liebe Leser*innen,

Diese Anthologie, die ihr und sie heute in den Händen haltet, ist etwas ganz Besonderes und Wertvolles.

Neun angehende Krimiautor*innen aus Lage, Oerlinghausen und Leopoldshöhe haben sich in den Herbstferien 2023 eine Woche lang jeden Tag getroffen, um in die Welt der Schriftstellerei einzutauchen. Im Rahmen des »Kulturrucksacks NRW«, in Kooperation mit dem Förderverein Stadtbücherei Lage e.V., konnte der überregional bekannte Buchautor Joachim H. Peters für diesen Workshop gewonnen werden. Er schaffte es in dieser Woche bei den hochmotivierten Jugendlichen, den Spaß am kreativen Schreiben zu wecken und gab fachkundige Tipps und Anregungen für die eigene Krimikurzgeschichte.

Frei nach Michael Endes »Lesen ist wie Kino im Kopf« wünsche ich euch und ihnen viel Spaß beim Lesen und ein spannendes Eintauchen in die Werke der Nachwuchs-Krimiautoren.

Elke Kieweg

Kulturrucksack NRW – Kulturrucksack Verbund »LOL ist toll«

Ist Lage wirklich so kriminell …

… wie junge Autorinnen und Autoren es in ihren Geschichten beschreiben? Nein, ganz sicher nicht, aber man kann beim Lesen schon mal ganz schön ins Gruseln kommen. Da treibt ein Katzenmörder sein Unwesen, oder es gibt das Gerücht, es gäbe in der Zuckerstadt einen Trank des Todes. Und ein verlassenes Haus sorgt ebenso für Gänsehaut, wie ein paar ganz fiese Verbrecher.

Aber keine Angst, da gibt es ja zum Glück Leute, wie den Detektiv Jupiter Jones oder die Bande der blauen Eisvögel, die sich diesen Verbrechern entgegenstellen und versuchen, diese Fälle zu lösen.

Für mich war es toll zu sehen, wie die jungen Schriftstellerinnen und Schriftsteller die Tipps umgesetzt und die Ratschläge beherzigt haben, die wir in einer Seminarwoche zusammen erarbeitet haben.

Damit Sie dieses Buch nun in Händen halten können, wurden die Geschichten – wie im wirklichen Autorenleben – alle lektoriert und vom jeweiligen Autor, der jeweiligen Autorin nochmals bearbeitet.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen mit diesen sehr unterschiedlichen Geschichten und bin als Krimiautor froh, dass ich mir keine Sorgen um den Nachwuchs machen muss. Denken Sie beim Lesen immer daran: Bei diesem Projekt ging es darum, die Fantasie anzuregen, da muss nicht alles hundertprozentig korrekt sein.

Joachim H. Peters

Das verlassene Haus von Johanna Wiese

Kapitel 1 – Die schlechten Neuigkeiten

Es war ein regnerischer Tag in den Sommerferien. Lea Friedrich saß vor dem Fenster und überlegte, was sie heute machen könnte. Während sie dem Regen zusah, kam ihr die Idee, ihren besten Freund Logan zu besuchen. Schnell zog sie sich eine schwarze Hose und ein schwarzes Lang­armtop an. Danach lief sie ins Bad, kämmte sich ihre Haare durch und putze sich die Zähne. Sie betrachtete sich noch im Spiegel und sah ein großes, schmales Mädchen mit welligen, blond-braunen Haaren und kräftig strahlenden, grasgrünen Augen. Lange dachte sie aber nicht darüber nach, sondern rannte jetzt die Treppe hinunter.

Nachdem sie ihre Schuhe und Jacke angezogen hatte, rief sie ein kurzes »Bin bei Logan!« und ließ die Tür ins Schloss fallen. Puh, noch einmal Glück gehabt, hätte meine Mutter mich früher bemerkt, hätte ich vielleicht Max mitnehmen müssen. Max war Leas kleiner Bruder, nervig, klein und schlank. Außerdem hatte er blaue Augen und blonde Haare.

Lea war so in Gedanken, dass sie jetzt erst bemerkte, dass sie vor Logans Haus stand und klingelte. Eine Minute später öffnete ein großer, sportlicher Junge mit braunen Haaren und schwarz aussehenden Augen die Tür. Logan.

Lea, die Logan schon seit dem Kindergarten kannte, sah direkt, dass er traurig war. Doch warum nur? Unsanft wurde sie aus diesen Gedanken gerissen, als eine Kopie von Logan, nur kleiner, sie ins Haus zog. Lea musste lachen, als Logans Bruder Jason sie auf einen Stuhl setzte und ihr wie ein Butler Tee anbot.

»Danke, Jason. Aber kannst du mich und Logan bitte kurz allein lassen?«, fragte sie lächelnd.

»Können wir nicht was zusammen spielen?«, fragte Jason mit Kulleraugen.

Mit einem bedauernden Gesichtsausdruck sagte Lea: »Tut mir leid, aber ich habe etwas Wichtiges mit deinem Bruder zu besprechen.«

Beleidigt verließ Jason das Zimmer, und Lea war mit Logan allein.

»Warum bist du hier!«, rief Logan direkt, der jetzt eher sauer als traurig aussah.

Lea benötigte einen Moment, um zu begreifen, dass er das zu ihr sagte.

»Warum sollte ich nicht hier sein?«, keifte sie zurück, »kannst du mir vielleicht erklären, warum du mich so anschreist?«

»Es tut mir leid.« Logan sah aber immer noch angespannt aus. »Wir ziehen leider von hier weg.«

Lea konnte ihre Fassungslosigkeit jetzt nicht verbergen, obwohl sie eigentlich gut darin war, Gefühle zu verbergen.

Trotzdem beruhigte sie sich und fragte jetzt ruhiger: »Warum solltet ihr umziehen wollen?«

Logan flüsterte nun leise: »Es gab einen Mordfall.«

***

Luna Peters war ein unscheinbares Mädchen, was erst vor Kurzem nach Lage gezogen war. Sie hatte mit 4 Jahren ihre Erinnerung verloren und hatte alles von ihrer Mutter erfahren. Soweit sie wusste, ist Logan, ihr Nachbarsjunge, gut mit Lea Reinstein befreundet. Luna und Lea sind Cousinen, doch ihre Mütter hatten sich vor 16 Jahren gestritten und Lunas Mutter ist weggezogen. Nun sind sie aber wieder da, und Luna möchte ihre Cousine kennenlernen.

In diese Gedanken drang ein lautes »Luna!« aus der Küche, und sie stand widerwillig auf.

Es sind Sommerferien mit Regen, dachte Luna, nachdem sie aus dem Fenster gesehen hatte. Schnell zog sie sich einen Pulli über und rannte in die Küche.

»Luna, da bist du ja. Du hast nicht zufällig vor, heute nach draußen zu gehen, oder?«, sagte ihre Mutter langsam.

»Sorry, aber ich wollte heute eigentlich Lea kennenlernen«, erwiderte Luna schnell.

Ihre Mutter zog die Augenbrauen hoch und sah Luna überrascht an und meinte nur: »Das musst du leider auf ein anderes Mal verschieben, im verlassenen Haus gab es einen Mordfall.«

Luna war überrascht, widersprach aber nicht, sondern ging wieder in ihr Zimmer. Oben setzte sie sich wieder auf ihr Bett und schaute zum Nachbarhaus. Dadurch sah sie, dass Logan und Lea gerade aus dem Haus traten.

Was die wohl vorhaben?, fragte sich Luna. Als sie Lea genauer betrachtete, sah sie, dass sie beide komplett gleich aussahen. Luna entschied sich herauszufinden, warum sie und Lea sich so unglaublich ähnlich sahen und kletterte aus dem Fenster.

Gut, dass ihre Schuhe immer in ihrem Zimmer standen. Ganz geheuer war ihr die Sache zwar nicht, aber sie wollte wissen, was es mit dem gleichen Aussehen auf sich hatte. Gerade als sie auf dem Fenstersims stand, verlor sie den Halt und fiel. Sie hörte das Blut, das durch ihre Ohren sauste und spürte den Aufschlag. Nun war alles verschwommen, sie hörte nur noch Rufe. Dann wurde alles still.

Kapitel 2 – Das blutige Messer

Lea und Logan standen vor dem verlassenen Haus. Es schauderte Lea beim Gedanken, dass hier jemand gestorben war.

Sie schaute sich aber das Haus genauer an und dachte für sich, dass es eigentlich nur ein wenig heruntergekommen aussah. Die Fassade bröckelte ein wenig und war mal in einem schönen Weiß, wovon jetzt aber nur noch ein Grau vom Alter über war.

Die dunklen Balken waren mit Moos bewachsen, und die Fensterscheiben waren zerbrochen. Ihr Vater meinte mal, dass es früher mal ein schönes Fachwerkhaus war. Jetzt betraten sie es einfach, denn eine Tür besaß es nicht mehr. Sie stöberten ein wenig herum, fanden allerdings nichts.

Da! Ein Poltern. Es kam die Treppe herunter. Schnell zog Lea Logan in eine kleine Kammer und zischte ein kurzes »Psst.«

Das Poltern verschwand und Herr Meier, der Leas Nachbar ist und oft auf sie aufgepasst hatte, verließ das Haus. Dabei fiel ihm ein Tuch aus der Tasche.

Sobald Herr Meier zur Tür raus war, schnappten sich Lea und Logan das Tuch und öffneten es. Es war leer. Enttäuscht ließen sie das Tuch fallen und gingen die Treppe hinauf. Oben sah man noch die Spuren der Verwüstung, die beim ersten Mord im Haus passiert sein mussten. Zu dem Zeitpunkt waren Lea und Logan nicht auf der Welt.

Alle Möbel in diesem Raum waren verschoben oder umgekippt. Auf dem Teppich war eine Blutlache, die den Wollteppich verkrustete. Offenbar ist die auch erst seit ein paar Tagen hier, und der Mord geschah auch vor drei Tagen. Logan machte ein Zeichen zu gehen, da sie beide nicht sprachen, um nicht entdeckt zu werden. Als sie sich auf den Weg nach draußen machten, sah Lea ein blutiges Messer und versteckte es schnell mit einem sauberen Taschentuch hinter der Kommode, um es beim nächsten Mal genauer untersuchen zu können. Schnell holte Lea Logan ein, der gerade aus der Haustür trat.

»Hast du das Messer gesehen, Logan?«, brachte Lea keuchend hervor.

»Nein, welches Messer denn?«, fragte Logan, doch Lea hörte ihn kaum noch.