Leben mit Körperbehinderung -  - E-Book

Leben mit Körperbehinderung E-Book

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Beschreibung

Die in der Sonderpädagogik geführte Inklusions-Diskussion impliziert, dass die Beschreibung besonderer Unterstützungsleistungen für spezifische Gruppen von Menschen mit Behinderung in einer inklusiven Gesellschaft nicht mehr notwendig ist. Die Herausgeberinnen und Herausgeber des Bandes gehen davon aus, dass die besondere Ausgangssituation des Lebens, wie sie eine Körper- oder Mehrfachbehinderung darstellen kann, die Diskussion spezieller Aspekte und Interessen bei der Entwicklung einer inklusiven Gesellschaft erfordert. Vor diesem Hintergrund stellen 25 Autorinnen und Autoren (Menschen mit Körperbehinderung, Angehörige, Praxisvertreter und Wissenschaftler) ihre Vorstellungen und Perspektiven, gesellschaftliche Entwicklungen und kritische Anfragen dar. Weit über den pädagogischen Bereich hinaus werden zahlreiche Aspekte so konkretisiert, dass gegenwärtige und zukünftige Aufgaben, die zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention beitragen, nicht mehr übersehen werden können.

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Seitenzahl: 440

Veröffentlichungsjahr: 2010

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Die in der Sonderpädagogik geführte Inklusions-Diskussion impliziert, dass die Beschreibung besonderer Unterstützungsleistungen für spezifische Gruppen von Menschen mit Behinderung in einer inklusiven Gesellschaft nicht mehr notwendig ist. Die Herausgeberinnen und Herausgeber des Bandes gehen davon aus, dass die besondere Ausgangssituation des Lebens, wie sie eine Körper- oder Mehrfachbehinderung darstellen kann, die Diskussion spezieller Aspekte und Interessen bei der Entwicklung einer inklusiven Gesellschaft erfordert. Vor diesem Hintergrund stellen 25 Autorinnen und Autoren (Menschen mit Körperbehinderung, Angehörige, Praxisvertreter und Wissenschaftler) ihre Vorstellungen und Perspektiven, gesellschaftliche Entwicklungen und kritische Anfragen dar. Weit über den pädagogischen Bereich hinaus werden zahlreiche Aspekte so konkretisiert, dass gegenwärtige und zukünftige Aufgaben, die zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention beitragen, nicht mehr übersehen werden können.

Dr. Sven Jennessen lehrt als Professor für pädagogische und soziale Rehabilitation an der Universität Koblenz-Landau. Dr. Reinhard Lelgemann lehrt als Professor für Körperbehindertenpädagogik an der Universität Würzburg. Dr. Barbara Ortland lehrt als Professorin für Heilpädagogische Methodik und Intervention an der Katholischen Hochschule NRW. Dr. Martina Schlüter ist Oberstudienrätin im Hochschuldienst im Department Heilpädagogik und Rehabilitation der Universität zu Köln.

Sven Jennessen, Reinhard Lelgemann, Barbara Ortland, Martina Schlüter (Hrsg.)

Leben mit Körperbehinderung

Perspektiven der Inklusion

Verlag W. Kohlhammer

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und für die Einspeicherung in elektronischen Systemen.

Alle Rechte vorbehalten © 2010 W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Umschlag: Gestaltungskonzept Peter Horlacher Gesamtherstellung: W. Kohlhammer Druckerei GmbH + Co. KG, Stuttgart Printed in Germany

ISBN 978-3-17-021140-7

E-Book-Formate

pdf:

978-3-17-022900-6

epub:

978-3-17-027816-5

mobi:

978-3-17-027817-2

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

Grundlegungen

1 Körperbehinderung und Inklusion im Speziellen

2 Inklusion als sozialethisches Projekt – Überlegungen aus fachlicher und familiärer Perspektive

3 Inklusion und Körperbehinderung im internationalen Vergleich

Lebensphasen

4 Frühförderung

4.1 Erfahrungsbericht und Reflexionen über Fragen der Inklusion körperbehinderter Kinder in der Frühförderung

4.2 Darf ich zu euch spielen kommen?

4.3 Inklusion und frühe Förderung

5 Schule

5.1 Körperbehinderung – alles inklusive? Erfahrungen aus dem Schulalltag

5.2 „Es gibt nicht die eine perfekte Integration.“

5.3 „Mir geht es nicht um irgendwas: entweder ich kann mit allen Kindern mitmachen oder ich gehe da nicht mehr hin!“

5.4 Mit dem Rollstuhl durch die Baustelle „Schule für alle“

5.5 Spezifik in einer Pädagogik der Vielfalt – Schulische Inklusion körperbehinderter Kinder und Jugendlicher

6 Wohnen/Arbeit

6.1 Inklusion beim Wohnen

6.2 Wohnen, Pflege und Arbeit – ein Erfahrungsbericht

6.3 In einer inklusiven Gesellschaft leben – Perspektiven und Anfragen

6.4 Erwerbsarbeit unter dem Vorzeichen von Inklusion und UN-Behindertenrechtskonvention

Lebensthemen

7 Kommunikation

7.1 Ich spreche mit den Augen

7.2 Unterstützt kommunizierende Menschen inklusive?

8 Progredienz

8.1 Ich bin glücklich – ’tschuldigung!

8.2 Progredient kranke Kinder und Jugendliche – Skizzen zu Bedingungen gelingender schulischer und nachschulischer Förderung

9 Komplexität

9.1 Simon oder der Weg zur Inklusion

9.2 Einfach dazugehören – Auf der Suche nach der Normalität

9.3 Inklusion von Menschen, die mit mehrfachen Behinderungen leben

Gesundheitsversorgung und Barrierefreiheit

10 Gesundheitsversorgung

10.1 Welche Möglichkeiten therapeutischer Versorgung birgt die Inklusion? Die Sicht einer Ergotherapeutin

10.2 Gegenwart und Perspektiven eines (derzeit nicht) inklusiven Gesundheitswesens

11 Barrierefreiheit

11.1 Die Bedeutung von Barrierefreiheit für die gesellschaftliche Teilhabe (körper)behinderter Menschen

11.2 Inklusion und Barrierefreiheit

Die Autorinnen und Autoren

Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

die Inklusion von Menschen mit Körperbehinderung verstehe ich als ein selbstverständliches Einbeziehen behinderter Menschen in die Gesellschaft – und zwar von Beginn an. Spätestens mit Inkrafttreten des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung ist klar: Für alle Menschen mit Behinderung, selbstverständlich auch für körperbehinderte Menschen, muss die Möglichkeit geschaffen werden, eine allgemeine Schule zu besuchen oder auf dem ersten Arbeitsmarkt beschäftigt zu sein. Wir müssen eine inklusive Gesellschaft für alle Menschen gestalten. Dafür müssen die individuellen Voraussetzungen – so wie sie der Einzelne benötigt – in den einzelnen gesellschaftlichen Bereichen, der Bildung und Ausbildung, dem Arbeitsmarkt, dem Wohn- und Arbeitsumfeld und in der Freizeit, geschaffen werden. Denn Barrieren sind gerade für Menschen mit Körperbehinderung ein wesentlicher Grund dafür, dass sie sich ausgeschlossen fühlen und in ihrem täglichen Leben beeinträchtigt werden. Diese Barrieren reichen von nicht abgesenkten Bordsteinkanten und fehlenden Aufzügen an Bahnhöfen für gehbehinderte Menschen bis zu fehlenden Licht- beziehungsweise Lautsignalen für Menschen mit Hör- bzw. Sehbehinderung. Neben diesen baulichen Barrieren beeinträchtigen aber vor allem die Barrieren in den Köpfen vieler Menschen. Der selbstverständliche Kontakt zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen ist in Deutschland immer noch die Ausnahme. Dies fängt in der Schule an, wo nur etwa 15 % der Kinder mit einem sogenannten „sonderpädagogischen Förderbedarf“ allgemeine Schulen besuchen, und setzt sich fort in vielen Sondereinrichtungen im Ausbildungs- und Berufsleben. Die Barrieren in den Köpfen können nur beseitigt werden, wenn Menschen mit und ohne Behinderung von Anfang an, das heißt schon im Kindergarten und in der Schule, zusammen aufwachsen. Erst dann wird der Umgang miteinander auch im Erwachsenenalter selbstverständlicher und ist nicht von gegenseitigen Vorurteilen geprägt. Mein Anliegen ist es, die getrennten Welten von behinderten und nicht behinderten Menschen abzuschaffen und dem Übereinkommen der Vereinten Nationen entsprechend ein selbstverständliches Miteinander zu erreichen. Wer Inklusion will, sucht Wege, wer sie verhindern will, sucht Gründe.

„Nichts über uns, ohne uns“ ist der Ansatz, der sowohl für die Politik für Menschen mit Behinderungen als auch für die Fachwissenschaft gelten sollte. Deshalb gefällt mir das Konzept dieses Werkes, auch Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderungen als Experten in eigener Sache zu Wort kommen zu lassen.

Ihr

Hubert Hüppe Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen

Einleitung

Die Idee für das vorliegende Buch entstand auf der jährlichen Tagung der Lehrenden der Körperbehindertenpädagogik 2008 in Würzburg. D.h. dort entstand die Idee, die Diskussion innerhalb der Körperbehindertenpädagogik vertiefen zu wollen: Ein Buch zu einer aktuellen Fragestellung oder sogar eine Buchreihe mit der Möglichkeit, unterschiedliche Erfahrungen und wissenschaftliche Positionen zusammenzuführen und auf diese Weise notwendige Diskussionen öffentlich zu führen bzw. zu ermöglichen. Es war zunächst nur eine Idee, von der keiner wirklich glaubte, dass wir sie realisieren würden. Wir hatten noch nicht so eng miteinander gearbeitet, wohnen und arbeiten an unterschiedlichen Orten mit weiten Entfernungen – würde das klappen? Der Wunsch war jedoch stärker als die Bedenken. Also gab es ein erstes Treffen, an dem aber noch nicht das Thema Inklusion reifte. Beim zweiten Treffen war es dann möglich, das Thema so weit zu konkretisieren.

Eine Frage, die immer wieder diskutiert wurde und uns bis zum Schluss beschäftigte, lautete:

„Ist es legitim, ein Buch zur Inklusion aus nur einer Diversitätsperspektive zu schreiben?“

„Wir können dieses Buch nicht schreiben!“

„Klar, können wir das!“

„Was legitimiert das denn? Der Gedanke der Inklusion will doch gerade diese Unterschiede und Stigmatisierungen nicht mehr in den Vordergrund stellen. Widersprechen wir da nicht dem Grundgedanken der Inklusion, wenn wir Unterschiede machen?“

„Genau! Es geht doch um Lebensbedingungen, die allen Menschen in ihrer Einmaligkeit gerecht werden. Die Fokussierung auf eine Menschengruppe stigmatisiert!“

„Nein! Sie würde dann stigmatisieren, wenn wir sie isoliert betrachten. Aber nicht, wenn wir die besonderen Bedürfnisse fokussieren und für die Inklusionsdiskussion zugängig machen!“

Diese Diskussion führten wir im Entstehungsprozess des Buches in unterschiedlichen Facetten immer wieder und stellten fest, dass die zentrale Frage nicht endgültig beantwortbar ist. Wir haben uns entschlossen, dieses Buch zur Inklusion aus der Perspektive der Körperbehindertenpädagogik zu schreiben: Mit einem grundlegenden systemischen Ansatz und mit der Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse von körper- und mehrfachgeschädigten Menschen in Theorie und Praxis leisten wir in dem vorgegebenen begrenzten Rahmen einen Beitrag zur Inklusion, der Verschiedenheiten nicht bewerten und kategorisieren, sondern sie unter Beachtung ihrer Individualitäten zusammenführen soll.

So sind die Oberkapitel mit „Grundlegungen, Lebensphasen, Lebensthemen, Gesundheitsversorgung und Barrierefreiheit“ allgemein ausgerichtet, um in den Unterkapiteln die Vielfalt der möglichen Bedürfnisse von körper- und mehrfachgeschädigten Menschen im Rahmen von Inklusion zu berücksichtigen und zu diskutieren. Jedes Unterkapitel besteht aus Theorie- und Praxisbeiträgen. Inklusion ist nur in der Verzahnung von Theorie und Praxis zu denken.

Wir merkten selber und hörten es auch immer wieder von den Autorinnen und Autoren dieses Buches, wie schwer es teilweise fiel, Körperbehinderung inklusiv zu denken bzw. Inklusion im Rahmen von Körperbehinderung zu verorten. Dies war zum einen in obiger Fragestellung begründet, zeigte sich zum anderen in dem Wunsch, die für die Inklusion hinderlichen, allerdings fest installierten, unterschiedlichen Systeme aus dem Weg zu räumen: Wie viel Inklusion ist gesellschaftlich und politisch gewollt? Auch wenn die Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention Anlass zur Hoffnung für die Akzeptanz von Verschiedenheiten gibt, so wird der Weg der Veränderung lang und mühsam sein.

Dieses Buch wird mit seinen Beiträgen aus Theorie und Praxis aktuelle Lebensproblematiken benennen und entsprechende Perspektiven der Inklusion aufzeigen: Menschen mit und ohne Körper- und Mehrfachbehinderungen in einem inklusiven, gesellschaftlichen System!

Unser herzlicher Dank gilt Dorothee Kienle und Judith Amrath für ihre umfassende Hilfe bei der Korrektur des Buches.

Sven Jennessen

Reinhard Lelgemann

Barbara Ortland

Martina Schlüter

Landau, Würzburg, Münster, Köln im Juli 2010

Grundlegungen

1 Körperbehinderung und Inklusion im Speziellen

Martina Schlüter

1.1 Einführung

Alle Menschen sind verschieden. Begründet ist dies in den unterschiedlichen genetischen Anlagen und den Sozialisationsbedingungen. Bezogen auf Deutschland leben wir alle in oder besser von einem gesellschafts-politischen System, dessen Grundbedingungen von einigen Menschen mit einem großen Regelwerk für alle Menschen gesetzt werden. Auch wenn alle Menschen verschieden sind, so ist das Gradmaß der geduldeten Verschiedenheiten genormt. Die Menschen, die außerhalb dieser Norm liegen, werden, oftmals mit einer differenzierten Ursache belegbar, als „geschädigt“, gerne auch als „krank“, bezeichnet. Da sie in unterschiedlichen Bereichen zu bestimmten Zeitpunkten nicht das können, was die Mehrheit aller in dem System lebenden Menschen, sprich die Norm, kann, werden sie „behindert“ genannt. Das gesellschafts-politische System räumt diesen Menschen in seinem Regelwerk spezielle Bedingungen ein, die sie vor Nachteilen schützen sollen. Die Abweichungen der Verschiedenheiten können z.B. nach dem System von „Motorik, Emotion, Sozialisation, Kommunikation, Kognition“ kategorisiert werden. In diesem Buch wird der Schwerpunkt auf die Abweichungen im Bereich der Motorik und der Körperlichkeit gelegt, deshalb werden diese Menschen auch als „körperbehindert“ bezeichnet.

Das gemeinsame Leben in den unterschiedlichen Mikrosystemen gestaltet sich insofern als schwierig, als die Unterschiede in der Bewegungsfähigkeit und den äußeren körperlichen Merkmalen mit allen möglichen Konsequenzen als zu groß empfunden werden, um wiederum normierte Handlungsabläufe mit normierten Zielen durchzuführen bzw. zu erreichen. Deshalb leben diese Menschen in vielen Bereichen getrennt, sie finden innerhalb der gesetzten Normen keinen gemeinsamen Weg.

In diesem grundlegenden Beitrag geht es um die Auswirkungen des Abstandes in der Lebenswirklichkeit von normierten und „körperbehinderten“ Menschen in Bezug auf gegenseitige Einstellungen und Haltungen. Dabei gilt es Aspekte zu analysieren, die zu einer Vergrößerung bzw. zu einer Verkleinerung des Abstandes führen. Schwerpunktmäßig werden diese Analysen aus der Perspektive der „körperbehinderten“ Menschen geführt. Es geht weniger um System- oder Normveränderungen bzw. -analysen, wenn sie auch immer mit bedacht werden, da ohne sie keine Inklusion möglich ist.

Sprache, Formulierungen, Ausdrucksweisen können eine bedeutsame Funktion in der Gestaltung der Interaktion von Menschen einnehmen. Es wird in diesem Beitrag versucht, den Begriff der Körperschädigung anstelle dem der Körperbehinderung aufgrund seiner Zutrefflichkeit zu verwenden. In der hermeneutischen Analyse kann dies jedoch nicht konsequent beibehalten werden.

1.2 Begrifflichkeiten

Im Folgenden wird eine Annäherung an die Begriffe „Körperbehinderung“ und „Inklusion“ vorgenommen. Im Zentrum steht dabei die Perspektive von Menschen mit Körperbehinderungen in Auseinandersetzung mit nicht behinderten Personen im gemeinsamen gesellschaftlichen System, die eine kritische Sichtweise impliziert. Es kann kein erklärtes Ziel sein, Definitionen zu formulieren, da sie in sich zu statisch sind. Es geht um eine Analyse dieser beiden Begriffe, die auch das Spektrum der unterschiedlichen Sichtweisen repräsentiert.

Körperbehinderung

In der Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete 2/2007 steht Barbara Ortlands Artikel „Wie werden aus Menschen mit Behinderung Menschen ohne Behinderung?“ – eine Frage der Verantwortung?! unter der Rubrik „Das provokative Essay“ (VHN 2007, 93f). Die Provokation kann insofern bestehen, als die der Behinderung zugrunde liegende Schädigung, quasi per definitionem, in der Regel über die gesamte zukünftige Lebensspanne hinweg besteht und medizinisch nicht heilbar ist. Somit kann es nur um die Beurteilung der Schädigung in ihren Auswirkungen auf die Lebensvollzüge und die eigene Persönlichkeit innerhalb des gesellschaftlichen Systems gehen. Nicht selten erzählen Menschen mit wie auch Menschen ohne Körperschädigungen von Begegnungen, in denen gesagt wird, dass sie „die Behinderung vergessen“ und meinen damit, dass die Schädigung unbedeutend für die Bewertung der jeweiligen Situation ist, da de facto nichts behindernd ist.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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