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In den 1960er Jahren rief man Gastarbeiter ins Land, weil es an eigenen Arbeitskräften mangelte. Zeitversetzt ist dies nun auch in der katholischen Kirche der Fall. So ist es inzwischen keine Seltenheit mehr, dass in einer Gemeinde am Niederrhein, in Bayern oder Oberösterreich ein indischer, polnischer oder nigerianischer Priester am Altar steht und in der Pastoral tätig ist. Diesen Männern geht es vielfach wie den ersten Arbeitsmigranten: sie beherrschen die Sprache oftmals nur ungenügend, kommen meist für einen befristeten Zeitraum, fühlen sich fremd und haben Heimweh. Obgleich sie gerufen wurden, um hier zu helfen, sind sie nicht überall willkommen. Denn das, was sie mitbringen, scheint nur bedingt kompatibel zu sein mit der hiesigen Kultur und den Gepflogenheiten in den Gemeinden. Das alles sind Gründe für eine wechselseitig vertrackte Situation. Dies haben inzwischen auch die deutschen Bischöfe erkannt, denn sonst hätten sie wohl kaum eine Untersuchung in Auftrag gegeben, die sich dem Thema ausländischer Priester in deutschen Diözesen annimmt. In seinem Beitrag stellt Karl Gabriel die zentralen Ergebnisse dieser Studie vor. Franz Gmainer-Pranzl beleuchtet die Frage, ob innerhalb der deutschsprachigen Kirche durch den Einsatz von ausländischen Priestern ein Prozess begonnen hat, der den Charme von Weltkirche erlebbar werden lässt. Hans-Joachim Sander stellt in seinem Beitrag die besondere Bedeutung von Migrationserfahrungen für die Verkündigung des Glaubens in globalisierten Zeiten hervor. Dass in einem solchen Prozess des globalen Glaubens Zumutungen wie positive Entdeckungen stecken können, belegen die Beiträge von Rockson Chullickal OCD, der als indischer Karmelit im Rheinland tätig ist, und von Franz Weber MCCJ, der auf seine Jahre als Combonimissionar in Brasilien zurückblickt. Anne Kurlemann berichtet davon, wie die Erzdiözese Bamberg durch gezielte Schulungsmaßnahmen versucht, ausländische Priester besser für den Einsatz vorzubereiten und in ihrem Arbeitsalltag zu begleiten und Chibueze Udeani plädiert in seinem Beitrag für das Einüben einer Kommunikation, die Brücken baut. Von weltkirchlichen Erfahrungen berichten außerdem Dietmar Müßig, der ein Institut in La Paz mit seinem schöpfungstheologischen Schwerpunkt vorstellt, sowie Carolin Auner, die von den "Jesuit Volunteers" erzählt.
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Seitenzahl: 143
Veröffentlichungsjahr: 2014
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THEMA
Ausländische Priester in der deutschen Kirche: Zwischen Notlösung und weltkirchlicher Avantgarde
Von Karl Gabriel
Interkulturelle Lernprozesse in der Kirche?
Plädoyer für eine polyloge Katholizität Von Franz Gmainer-Pranzl
Wider eine theologische „Begleitlyrik“
Die Replik von Karl Gabriel auf Franz Gmainer-Pranzl
„Sich auf die Verhältnisse einstellen können“ – eine Herausforderung (nicht nur) für ausländische Priester
Die Replik von Franz Gmainer-Pranzl auf Karl Gabriel
Globalisierter Glaube mit Migrationshintergrund und die Suche nach seinem ersten Artikel
Von Hans-Joachim Sander
PROJEKT
Zwischen Erdgipfel und Erdgöttin
Öko-Theologie in interkultureller Perspektive
Von Dietmar Müßig
INTERVIEW
Eine tiefe Einsicht in die Strukturen von Ungerechtigkeit gewinnen
Ein Gespräch mit Carolin Auner
PRAXIS
Auslandseinsatz Deutschland
Von Rockson Chullickal OCD
In der Fremde heimisch werden
Erfahrungen und Überlegungen eines Missionars
Von Franz Weber MCCJ
Einführung und Begleitung von ausländischen Priestern in der Erzdiözese Bamberg
Von Anne Kurlemann
Brücken des Verstehens in der interkulturellen Begegnung
Von Chibueze Udeani
FORUM
Sie schauen das Antlitz Gottes – Seelsorge nach Fehl- und Totgeburt
Von Teresa Loichen
Öffnen Sie die Tür!
Von Wunibald Müller
POPKULTURBEUTEL
Schiffbruch mit Tiger
Von Matthias Sellmann
NACHLESE
Glosse von Wolfgang Frühwald
Impressum
Rezension
Hildegard Wustmans Mitglied der Schriftleitung
Liebe Leserin, lieber Leser,in den 1960er Jahren rief man Gastarbeiter ins Land, weil es an eigenen Arbeitskräften mangelte. Zeitversetzt ist dies nun auch in der katholischen Kirche der Fall. So ist es inzwischen keine Seltenheit mehr, dass in einer Gemeinde am Niederrhein, in Bayern oder Oberösterreich ein indischer, polnischer oder nigerianischer Priester am Altar steht und in der Pastoral tätig ist. Diesen Männern geht es vielfach wie den ersten Arbeitsmigranten: sie beherrschen die Sprache oftmals nur ungenügend, kommen meist für einen befristeten Zeitraum, fühlen sich fremd und haben Heimweh. Obgleich sie gerufen wurden, um hier zu helfen, sind sie nicht überall willkommen. Denn das, was sie mitbringen, scheint nur bedingt kompatibel zu sein mit der hiesigen Kultur und den Gepflogenheiten in den Gemeinden. Das alles sind Gründe für eine wechselseitig vertrackte Situation. Dies haben inzwischen auch die deutschen Bischöfe erkannt, denn sonst hätten sie wohl kaum eine Untersuchung in Auftrag gegeben, die sich dem Thema ausländischer Priester in deutschen Diözesen annimmt. In seinem Beitrag stellt Karl Gabriel die zentralen Ergebnisse dieser Studie vor. Franz Gmainer-Pranzl beleuchtet die Frage, ob innerhalb der deutschsprachigen Kirche durch den Einsatz von ausländischen Priestern ein Prozess begonnen hat, der den Charme von Weltkirche erlebbar werden lässt. Hans-Joachim Sander stellt in seinem Beitrag die besondere Bedeutung von Migrationserfahrungen für die Verkündigung des Glaubens in globalisierten Zeiten hervor. Dass in einem solchen Prozess des globalen Glaubens Zumutungen wie positive Entdeckungen stecken können, belegen die Beiträge von Rockson Chullickal OCD, der als indischer Karmelit im Rheinland tätig ist, und von Franz Weber MCCJ, der auf seine Jahre als Combonimissionar in Brasilien zurückblickt. Anne Kurlemann berichtet davon, wie die Erzdiözese Bamberg durch gezielte Schulungsmaßnahmen versucht, ausländische Priester besser für den Einsatz vorzubereiten und in ihrem Arbeitsalltag zu begleiten und Chibueze Udeani plädiert in seinem Beitrag für das Einüben einer Kommunikation, die Brücken baut.
Von weltkirchlichen Erfahrungen berichten außerdem Dietmar Müßig, der ein Institut in La Paz mit seinem schöpfungstheologischen Schwerpunkt vorstellt, sowie Carolin Auner, die von den „Jesuit Volunteers“ erzählt.
Ich wünsche Ihnen eine anregende LektüreIhre
Prof. Dr. Hildegard Wustmans, Mitglied der Schriftleitung
Der folgende Beitrag stellt die wichtigsten Ergebnisse einer empirischen Studie zur Situation und zu den Bedingungen des pastoralen Einsatzes ausländischer Priester in den deutschen Diözesen dar. Gleichzeitig wird danach gefragt, welche Faktoren und Bedingungen für ein Gelingen bzw. Misslingen der pastoralen Tätigkeit ausländischer Priester verantwortlich zu machen sind. Am Schluss werden Folgerungen aus den Ergebnissen der Studie für den künftigen Einsatz ausländischer Priester gezogen. Karl Gabriel
Von 2007 bis 2009 wurden alle Priester, die nicht in deutschen Diözesen inkardiniert sind, aber hauptamtlich in der deutschen Seelsorge arbeiten, mittels eines umfangreichen Fragebogens befragt (Gabriel/Leibold/Achtermann). Gleichzeitig wurden 10 deutschlandweit ausgewählte Gemeinden mit einem ausländischen Priester in ethnographischen Fallstudien untersucht. In Experteninterviews kamen zusätzlich die für den Einsatz ausländischer Priester verantwortlichen Personaldezernenten der deutschen Diözesen zu Wort. Es ging um die Chancen und Probleme, die sich aus der Sicht der Personaldezernenten rund um den Einsatz ausländischer Priester ergeben. Auftraggeber der am Institut für Christliche Sozialwissenschaften in Münster durchgeführten Studie war die Kom-mission Weltkirche und die zu ihr gehörende Wissenschaftliche Arbeitsgruppe für weltkirchliche Aufgaben. Als Teil der Untersuchung ergaben die Nachforschungen in allen deutschen Diözesen, dass im Jahr 2007 insgesamt 1302 ausländische Priester tätig waren. In der neuesten Arbeitshilfe der Deutschen Bischofskonferenz zur Statistik der Katholischen Kirche in Deutschland für das Jahr 2012/13 wird eine Zahl von 1742 ausländischen Priestern angegeben (, 13). Über Unterschiede in der Abgrenzung hinaus, wer zu den ausländischen Priestern zu rechnen ist, deutet die Zahl darauf hin, dass der Anteil der ausländischen Priester in den deutschen Diözesen seit 2007 eher gestiegen als gefallen ist. Die folgende Darstellung konzentriert sich auf die wichtigsten Ergebnisse aller drei Untersuchungsteile: der schriftlichen Befragung aller ausländischen Priester, der ethnographischen Gemeindestudien und der Experteninterviews der Personaldezernenten.
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