Lesereise Malediven - Stefanie Bisping - E-Book
Beschreibung

Obwohl ihr Staatsgebiet zum größten Teil aus Wasser besteht, gehören die Malediven zu den schönsten Landschaften der Erde. Die Inselwelt aus puderzuckerweißem Sand, üppigen Palmen und türkisfarbenem Meer ist die Fototapete in den Köpfen wintermüder Europäer, gleichsam ein Versprechen auf Rettung aus der Finsternis. Ausgerechnet dieses Paradies scheint durch die Folgen globaler Erd­erwärmung dem Untergang geweiht. Der erste demokratisch gewählte Präsident des Landes will mit seinem Inselreich nun auch gleich das Weltklima retten. Denn die Malediven sind mehr als Sonne, Sand und Meer. Hinter der traumhaften Urlaubskulisse verbergen sich eine lange Geschichte und eine reiche Kultur. Stefanie Bisping erkundet die Malediven über und unter Wasser. Sie besucht Haie am Riff, transplantiert Korallen, schwitzt in der kleinsten Großstadt der Welt und fährt mit dem Fahrrad in die Vergangenheit des südlichsten Atolls. Sie spürt Seefahrern und Muschelsuchern nach und spricht mit Meeresbiologen, Kräuterärzten und Kapitänen. Ihre Porträts und Reportagen zeigen eindringlich, was der Welt ohne die Malediven fehlen würde.

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Seitenzahl:123

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Stefanie Bisping

Lesereise Malediven

Stefanie Bisping

Lesereise Malediven

Der Trompetenfisch in der Lagune

Picus Verlag Wien

Für Julius

Copyright © 2011 Picus Verlag Ges.m.b.H., Wien Alle Rechte vorbehalten Grafische Gestaltung: Dorothea Löcker, Wien Umschlagabbildung: © Angelo Cavalli/www.buenosdias.at Datenkonvertierung E-Book: Nakadake, Wien ISBN 978-3-7117-5037-2 Dieses E-Book ist urheberrechtlich geschützt

Informationen über das aktuelle Programm des Picus Verlags und Veranstaltungen unterwww.picus.at

[9]Ringe im Wasser

Schon der Anflug auf die Malediven ist ein Erlebnis. Aber wo kann man hier eigentlich landen?

Die Flugbegleiter haben die Fensterklappen hochgerissen, ein Frühstück serviert, das mitten in der Nacht nicht wirklich in den Magen passen will, und die halb geleerten Tabletts wieder eingesammelt. Die Füße finden keinen bequemen Platz unterm Sitz des Vordermanns, der Kopf weiß nicht, in welche Richtung er noch sacken kann. Es ist einer der Momente, in denen man sich fragt, welche Torheit einen für zehn Stunden in die Kabine eines Flugzeugs locken konnte. Müsste man nicht längst gelernt haben, die Exotik im Vertrauten zu suchen, Urlaub daheim zu machen? Die Augen schauen lustlos nach draußen. Und bringen den Rest des Körpers schnell in Arbeitsmodus. Da unten schimmern dunkle Ringe unter der Wasseroberfläche des Ozeans. Einige ragen zum Teil aus dem Wasser und bilden weiße, längliche Inseln. Zwischen den kreisförmigen Riffen liegen kleine Flecken Land im Meer. Als das Flugzeug sich leicht zur Seite neigt, ist zu erkennen, dass Ringe und Inseln nebeneinander aufgereiht ein großes Ganzes bilden: ein Atoll aus Miniatur-Atollen. Kameras klicken. Ansonsten ist es ruhig an Bord. Es liegt nicht allein an der allgemeinen Übernächtigung.

[10]Die Crew bereitet die Landung vor. Tische klappen hoch, Fußstützen weg, Lehnen rücken in senkrechte Position. Unten glitzert das Meer im Sonnenlicht, weiter weg liegen ein paar Inselchen. Nun ist das Wasser ziemlich nahe. Das wirft Fragen auf. Zum Beispiel: Wo soll man hier eigentlich landen?

Doch der Pilot ist die Sache geschickt angegangen: Vor der Maschine erstreckt sich die Landebahn der Flughafeninsel. Die ist künstlich aufgeschüttet und entsprechend ökonomisch konzipiert: links Meer, rechts Meer, in der Mitte ein Streifen Beton. Hier starten und landen die Maschinen aus Übersee, eine nach der anderen.

Auch nach der geglückten Landung ist alles anders als in Cancun, Tampa oder Goa. Sitzt der Stempel im Pass und der Koffer auf dem Gepäckwagen, treten die Urlauber nicht ins Terminal, sondern gleich nach draußen. Dort will sie die tropische Hitze trotz des Schatten spendenden Daches aus ihren europäischen Winteroutfits schlagen (eine Erfahrung, die einigen Reisenden die Idee eingeben wird, den Rückflug in den Frankfurter Februarabend zwei Wochen später in Shorts und Flipflops anzutreten). Hinter dem Geländer stehen die Repräsentanten von Reiseveranstaltern und Hotels. Einige unterhalten eigene kleine Buden, an denen sie ihre Gäste erwarten.

Hinter den Buden liegen ein Sträßchen – die Zufahrt zum Wasserflughafen – und das Meer. Wo in anderen Urlaubsregionen Busse aufgereiht stehen, liegt hier eine blitzweiße Motorjacht neben [11]der anderen. An jedem Anleger prangt der Name eines Resorts. Die Neuankömmlinge schwanken über Stege und sinken in die Sitze. Das Wasser ist klar und leuchtet, als würde hier gerade ein Werbespot für Rum-Cocktails gedreht. Die Urlauber blinzeln ein wenig ungläubig und suchen nach Hüten und Sonnenbrillen. Dicke Strümpfe werden abgestreift und verschwinden in Handtaschen. Schau mal, Helmut, die bunten Fische! Koffer werden verstaut, kaltes Wasser gereicht. Der Motor springt an, das Boot nimmt Fahrt auf. Willkommen im Paradies.

[12]Sternenglanz und weißer Sand

Was macht man eine Woche lang auf einer Insel, die kaum größer ist als ein Fußballfeld? Die Antwort ist einfach: Man ist glücklich

Der erste Tag: Schuhe aus

Die Motoren des kleinen Wasserflugzeugs dröhnen. Unten leuchten helle Kreise und winzige Inseln im tiefblauen Wasser. Einige sind üppig grün bewachsen und von weißem Sand gesäumt, andere kaum mehr als schmale Sandbänke im Meer. Barfuß und in Shorts steuern Pilot und Kopilot die Maschine. Hinter ihnen sitzen die Gäste: blasse, müde Ankömmlinge aus Europa in zu warmer Kleidung und allzu schweren Schuhen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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