Lesestoff - Klaus-Gunther Häuseler - E-Book

Lesestoff E-Book

Klaus-Gunther Häuseler

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Beschreibung

Das Leben ist wie ein bunt gewebter Teppich. Es finden sich viele Farben und Muster. Jedes "Lebensgeflecht" ist einmalig. Orientiert an der Vielfalt der Textilien – mal grob und mal fein – geht es auch in Lesestoff sehr abwechslungsreich zu. Die zahlreichen "Wortgeflechte" behandeln unterschiedlichste Themen unseres Daseins: frech und anspielungsreich, mehrdeutig, heiter und traurig. In Prosa und Lyrik entdecken wir den Alltag neu: teils offen und ehrlich, teils phantasievoll verträumt. Der Leser wird das Buch studieren, die Texte durch die Bank kapieren, sich vielleicht kurz mal echauffieren, doch schließlich köstlich amüsieren. Wer gerne liest, wird Freude haben und anderen bestimmt nicht schaden.

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Seitenzahl: 121

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Inhalt

Impressum

Der Autor

Das Buch

Widmung

Vorwort

Neuankömmlinge

Die Kapitel

Kapitel 1: Quer durch den Alltag

Wenn Du Geburtstag hast

Keine Lust auf Arbeit

Hamsterrad

Preiswerter Rat

Lob und Tadel

Selbstverantwortung

Mit anderen Worten

Zur rechten Zeit

Ungleichbehandlung

Auf den Ton kommt es an

Einer spinnt immer

Mein Mann mag das nicht

Fröhlich und frei

Hochnotpeinlich

Mit der Liese auf der Wiese

Urlaubstipp

Der Abteilungsumzug

Riskantes Manöver

Geburtstagsausblick

Stundenglück

Erste Klasse einmal anders

Die Qual der Wahl

Naturschauspiel

So soll es bleiben

Zeitvertreib

Wozu?

Stundenschlag

Kapitel 2: Von Mensch zu Mensch

Die Schönheit liegt im Unterschied

Des Wesens Kern

Alles hat seine Zeit

C’est la vie

Durch die Blume

Nächstenliebe

Lösbar

Augenblicklich

Für dich

Menschen im Leben

Nah und fern

Hautkontakt

Mit dir

Im Wandel der Zeit

Für Frischvermählte und Altgetraute

Kreuzkümmel

Kapitel 3: Knapp formuliert

Gedankenkomprimierung

Aphorismen

Kurz und bündig

Achtsilbig einzeilig

Wortspielereien

Zwischenbescheid

Sprichwörtliches

Des Rätsels Lösung

Wechselwirkung

Sinnig

Kapitel 4: Zu wahr um schön zu sein

Sternchenjäger

Morgensorgen

Links rein, rechts raus

Protestnote

Dear Mr. Hanke

Nase voll!

Spaltpilze

Wahlpanne

Reimlichkeiten

Amerikas Leid

Gewählt ist gewählt

Große Koalition

Böses Erwachen

Ihr Kinderlein kommet …

Leider, leider Pänzje

Morgen, Kinder, wird’s was geben

Advent, Advent

Weihnachtsfrieden

Mit dem Zweiten sieht man besser

Studiengebühren

Kapitel 5: Erinnerungszeichen

Holundergelee

Grippale Entdeckung

Am Nordkap

Die Bärenreise

Der Reiseleiter

Ach Evelyn …

Wenn’s an der Zeit ist

Das Ende der Strände

Etwas geht immer

Sinnesgartenerwachen

Gemischtes Sextett

Wohlan

Fabryiöse Nachlese

O Fortuna

Erste Wohngemeinschaft

Vorausgegangen

Kapitel 6: Licht und Schatten

Alt und Jung

Altersvorsprung

Haarige Zeiten

Halb und halb

Zeit für Gedanken

Fensterputzen

Naturgesetz

Zukunftsgedanken

Tagesliturgie

Lebensmelodien

Ohne Gackern, ohne Muhen

Kinder Gottes

Lebensrobe

Unentschlossen

Unbeantwortet

Dies- und Jenseitsoptionen

Grenzerfahrungen

Wie wär es wohl?

Lebensfragen

Himmlisch weit fort

Schaum des Lebens

Gezeitentränen

Kapitel 7: Mit Humor und Phantasie

Stichwörtlich

Brotlose Kunst

Anders ausgedrückt

Handwerklicher Unterschied

Lebenslehren

Parallelen

Schwere Lehre

Wirkungsvoll

Eng verwandt

Träger-Rätsel

Mit Spannern leben

Gut und edel

Elfmeter

Vorbei, die stumme Zeit

Verhängnisvoll

Eine ohrige Angelegenheit

Papagei und Mamagei

Und herzlich dankt das Murmeltier

Tierische Lösung

Probanden gesucht

Spatzenkummer

Begrenzte Redezeit

Zwei linke Hände

Zuckerwatte

Eine neue Erkenntnis

O Tannenbaum

Elektrisierende Gedanken

Zwischen Sinn und Klimbim

Bereits erschienen

Klaus-Gunther Häuseler

Lesestoff

Wortgeflechte – mal grob und mal fein

Impressum

Texte und Covergestaltung:

Copyright © 2017 Klaus-Gunther Häuseler

Druck und Verlag:

epubli ein service der neopubli GmbH, Berlin

www.epubli.de

ISBN: 978-3-7418-8140-4

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Der Autor

Klaus-Gunther Häuseler, 1950 in Minden geboren, lebt seit 1954 in Hilden im Rheinland und bezeichnet sich selbst gerne als „Rheinische Frohnatur“. In seinen zahlreichen Aphorismen, Kurzgeschichten und Gedichten beschreibt er das Leben in all seinen Facetten: Heiter und ironisch, ernst und ehrlich, stets mit Phantasie. Bislang veröffentlicht sind seine beiden Bücher Zwischensumme (2013) und Positivsaldo (2015). Regelmäßig nimmt er an öffentlichen Vorlesungen teil.

Das Buch

Das Leben ist wie ein bunt gewebter Teppich. Es finden sich viele Farben und Muster. Jedes „Lebensgeflecht“ ist einmalig.

Orientiert an der Vielfalt der Textilien – mal grob und mal fein – geht es auch in Lesestoff sehr abwechslungsreich zu. Die zahlreichen „Wortgeflechte“ behandeln unterschiedlichste Themen unseres Daseins: frech und anspielungsreich, mehrdeutig, heiter und traurig. In Prosa und Lyrik entdecken wir den Alltag neu: teils offen und ehrlich, teils phantasievoll verträumt.

Der Leser wird das Buch studieren,

die Texte durch die Bank kapieren,

sich vielleicht kurz mal echauffieren,

doch schließlich köstlich amüsieren.

Widmung

Vorwort

Neuankömmlinge

Beim neuen Buch ist’s wie beim Kind,

das just erblickt das Licht auf Erden.

Beide noch Unbekannte sind

Die Kapitel

Quer durch den Alltag

Von Mensch zu Mensch

Knapp formuliert

Zu wahr um schön zu sein

Erinnerungszeichen

Kapitel 1

Wenn Du Geburtstag hast

Wenn Du heute Geburtstag hast,

sei Dir das Freude, niemals Last.

So gräm Dich nicht, sei lieber froh,

denn älter wirst Du sowieso.

Und dieser Tag zählt auch nicht mehr

als alle anderen vorher.

Drum wechsle das Kalenderblatt

Keine Lust auf Arbeit

Ich möchte heut die Arbeit schwänzen.

Warum? Ich habe Turbulenzen.

Würd gerne hüpfen, tanzen, springen

und übermütig Lieder singen.

Ich möchte heut die Arbeit meiden.

Warum? Ich kann sie grad nicht leiden.

Will lieber raus in die Natur,

genießen Luft und Sonne pur.

Drum drehe ich mich noch mal rum,

schau dann aufs Kalendarium

nach einer angemessenen Frist

Hamsterrad

Der Hamster sich im Rade dreht

von morgens früh bis abends spät.

Schlimm ist, dass niemand ihn befragt,

ob er das gerne tut und mag.

So wie’s beim Hamster fraglich ist,

wird’s auch bei Menschen sein gewiss.

Die kreiseln gleichfalls Tag für Tag,

drehen am Ende nur am Rad.

Dann ist es allerdings zu spät.

Denk früher nach, wie’s um sie steht,

egal ob Menschen oder Tier!

Preiswerter Rat

Ich kannt ’nen Mann, den Möchtegerne,

der griff zeitlebens Richtung Sterne.

Jedoch am Ende half das nicht.

Er blieb ein unbedeutend’ Wicht.

Ich kannt ’ne Frau, die wollte immer

von allem mehr. Die Gier wurd schlimmer.

Kaum einer konnte sie mehr leiden.

Fast jeder tat sie eisern meiden.

Mein Rat an Dich und an die meisten

ist: Schuster, bleib bei deinen Leisten.

Ob Mann, ob Frau, Zwerg oder Riese:

Lob und Tadel

Ein ernstgemeintes Kompliment

tut gut, wie jedermann sich denkt.

Es lässt den Menschen fröhlich strahlen.

Vergessen sind rasch Müh und Qualen.

Jedoch ein Lob fällt oftmals aus.

Gezielter aus dem Stand heraus,

stattfindet leider mehr das Tadeln,

was schmerzt und sticht wie tausend Nadeln.

Ob in der Ehe, im Büro,

wird kritisiert gerade so.

Kaum nette Worte, welch ein Fluch.

Zerschnitten wird des Tisches Tuch.

Dabei ist Würdigung nicht schwer,

beglückt zugleich Mitmenschen sehr.

Doch eines sollte niemals sein:

Unehrlich’ Lob, nur so zum Schein.

Wird jemand dabei erst ertappt,

ist längst die Falle zugeschnappt.

Denn wer glaubt solchem Lügenschnabel,

Selbstverantwortung

Ich stehe klar zu meinem Dreck,

feg ihn gefälligst selber weg.

Ich mach mir feige nicht die Mühe,

zu kehren ihn vor Nachbars Türe.

Ich stehe fest zu meinen Taten,

auch die, die schon einmal missraten

und hüte mich, frei nach Belieben,

sie andren in die Schuh zu schieben.

So sollten alle sich verhalten,

und zwar die Jungen und die Alten.

Verantwortung zu übernehmen,

Mit anderen Worten

Meist nenn die Dinge ich beim Namen,

fall damit schon mal aus dem Rahmen.

Dann wiederum, mit viel Geschick,

halt ich an Deutlichkeit zurück.

Ich formuliere drum herum,

was je nach Lage gar nicht dumm.

Bin mit den Worten indirekt,

was unterm Strich meist nicht verletzt.

Ich sage nicht, dass einer spinnt.

Er geht halt seinen eignen Weg.

Ich sag auch nicht, dass jemand faul.

Er lässt halt lieber Hände ruhen.

Ich sage nicht, der hat gepupst.

Er hat sich einfach Luft gemacht.

Ich sag auch nicht, der hat verloren.

Er ist im Spiel halt zweiter Sieger.

Wenn ich umschreibe so die Dinge,

nicht selten ich am End gewinne.

Was Du nun denkst, ich weiß es nicht.

Geh nicht zu hart nun ins Gericht.

Vielleicht kommt kurz Dir in den Sinn,

dass ich eventuell doch spinn?

Dann denk daran, bevor’s zu spät:

Zur rechten Zeit

Anfällig ist der Hahn im Korb

für allerlei Geplänkel.

Er kräht lautstark in einem fort,

ist scharf auf Brust und Schenkel.

Er mischt das gackernd Völkchen auf,

bandelt mit jeder Henne an.

Die Hühner nehmen wild Reißaus,

von Nachbars Hahn sehr angetan.

So mancher Hahn bemerkt gar nicht,

dass seine Zeit längst ist vorbei

und auch gefragt er nicht mehr ist.

Kein Huhn mehr interessiert sein Schrei.

Und wie’s im Tierreich gehen kann,

etwa beim Gockel und beim Huhn,

es auch passiert bei Frau und Mann.

Da sollte man sich nicht vertun.

Wohl dem, der rechtzeitig erkennt,

wann seine Zeit gekommen ist,

den richt’gen Zeitpunkt nicht verpennt,

Ungleichbehandlung

Was macht der Mensch für ein Buhei

und oftmals unnötig Geschrei.

Wobei es häufig kommt drauf an,

wer was und wo grad hat getan.

Erscheint der Presse jemand wichtig,

wird pausenlos von ihm berichtet.

Ist er weitgehend unbekannt,

erfährt man nichts in Stadt und Land.

Sitzt bei der Queen der Pups mal quer,

hört man davon gewöhnlich mehr,

als wenn ich krumm aufm Lokus hocke.

Das interessiert meist keine Socke.

Ob Filmstar oder Präsident,

ob kleiner Bub im Unterhemd,

werden sie doch beim Zähneputzen,

auch nur ’ne Zahnbürste benutzen.

Natürlich macht’s ’nen Unterschied,

wer wann und wo sich grade liebt.

Gleichwohl ist Sex von Prominenten

nicht anormaler als bei Enten.

Warum soll Schnupfen von Herrn Gere,

wichtiger sein als der von mir.

Toilettengänge von Herrn Sanders

sind wie bei dir und mir. Nicht anders!

Und trotzdem, je nach Sachverhalt,

liest man es in der Zeitung halt.

Man sieht es täglich im Programm,

und Twitter, Facebook, Instagram.

Tötet ein Mann die Ehefrau,

wandert zu Recht er in den Bau.

Politikern, die ständig morden,

verleiht man manchmal sogar Orden.

Warum wird dauernd unterschieden,

willkürlich und frei nach Belieben?

Nur fürchte ich, nichts wird sich ändern.

Weder bei uns noch andern Ländern.

Wird’s mir zu viel mit dem Buhei

und allzu heftig das Geschrei,

hab ich ’ne eigene Strategie.

Die hat versagt bisher noch nie.

Wenn mir wer auf den Senkel geht,

denk ich, dass nackt er vor mir steht.

Auf den Ton kommt es an

Ein jeder Ton Bedeutung hat.

Auch ist die Wirkung längst nicht gleich.

Mal hell, mal dunkel, blass statt satt,

dann ziemlich hart anstelle weich.

Der Hinweis auf den guten Ton,

bekanntlich nur ein Beispiel ist.

Denn relevant war immer schon,

von welchem Ton die Rede ist.

So kleidet sie sich Ton in Ton,

trägt hierzu häufig bunte Ketten.

Und er sucht meist den richt’gen Ton

vergeblich, darauf könnt man wetten.

Die beiden, an den Wochenenden,

greifen beherzt zum Klumpen Ton

und formen, mit geschickten Händen,

Körper mit bester Proportion.

So ist der Ton verschieden. Richtig!

Entscheidet oft den Augenblick.

Ton ist nicht Ton, doch jeder wichtig,

Einer spinnt immer

Spinne am Morgen bringt Kummer und Sorgen.

Spinne am Abend erquickend und labend.

Wer dieses Sprichwort hat gedichtet,

ist unbekannt, wird nicht berichtet.

Der es jedoch einstmals ersonnen,

hat allerhand zurechtgesponnen.

Wie dem auch sei, das kleine Tier,

kann letzten Endes nichts dafür.

Gemeint war spinnen mit der Spindel,

durch Edelfrauen und Gesindel.

Bleibt übrig für uns heutzutage

und das steht fest ganz ohne Frage,

ob morgens, abends, jeder Spinner,

Mein Mann mag das nicht

Das Leben hält immer wieder Geschichten bereit, die man eigentlich nicht glauben möchte. Kürzlich erzählte mir eine gute Bekannte folgende Episode.

Wie schon häufig war sie mit ihren Freundinnen unterwegs, und zwar mit dem Auto. Die Damen befanden sich auf der Heimfahrt von einem Ausflug. Anja fuhr, Beate saß auf dem Beifahrersitz und Corinna döste mit etwas Restalkohol im Blut auf der Rückbank.

Die Außentemperatur lag bei ca. 30 Grad Celsius, die Autobahn war proppenvoll und das alles bei zähfließendem Verkehr. Die Sonne knallte voll auf die Windschutzscheibe und die alljährliche Frage lautete: Warum müssen Rückfahrten eigentlich immer so stressig sein?

Dann dieses! Auf der Autobahn A3 in Richtung Norden, ca. zwischen Idstein und Bad Camberg, ergab sich folgende Unterhaltung.

»Boah ey, mir ist sooo heiß. Haste keine Klimaanlage?«

»Klaro doch, der runde blaue Knopf, da vorne in der Mitte.«

Weiter kamen die beiden nicht. Eine Verkehrsdurchsage des WDR 2 unterbrach den Dialog. Wie zu befürchten, waren es keine guten Nachrichten. Zehn Kilometer Stau am Dreieck Heumar.

Für Beate war das kein Problem mehr. Sie wusste schließlich, dass es in diesem Auto eine Klimaanlage gab. Und da ihr bekannt war, wo sich der passende Knopf dafür befand, ging es ihr kurz darauf viel besser. Sie betätigte zielstrebig das „runde Etwas“. Erleichterung! Bald strömte wohlkühlende Luft die Windschutzscheibe empor, erfüllte die ganze Fahrgastzelle.

Doch dann geschah das Unglaubliche! Anja, eher robust und insensibel, spürte den kühlen Luftzug. Sie beendete den „Spuk“ umgehend. Ein Druck auf den runden blauen Knopf vorne in der Mitte genügte. Wohlgefühlte 20 Grad verwandelten sich zurück in eine Sauna.

Beate fand keine Erklärung für diese Maßnahme. Sie schluckte kurz. Etwas ungläubig schaute sie Anja an, fragend, was denn nun los sei. Es folgte ein kurzer Satz, der unverstanden noch ewig haften bleiben wird:

»Mein Mann mag das nicht.“

Fröhlich und frei

So lasst uns also fröhlich sein,

in allen Sprachen, auch Latein,

laut singen nur, statt Moll in Dur.

Gaudeamus igitur!

Lasst Gläser klingen, hell und rein,

gefüllt mit Schampus oder Wein,

grenzenlos feiern, kein Verdruss.

Uni ergo bibamus!

Lasst allzeit hoch die Freiheit leben,

beharrlich mutig danach streben,

vorurteilsfrei, wachsam parat.

Hochnotpeinlich

Wenns Wasser bis zum Halse steht,

die Blase voll ist und gar sticht,

es allzeit einem schrecklich geht,

ist kein Toilettenhaus in Sicht.

Um 10:00 Uhr öffnet das WC,

ist auf dem Hinweisschild zu sehn.

Es ist erst neun. Ojemine!

Das könnte in die Hose gehn.

So bangt ein Mensch an jenem Ort,

wird zappelig und leichenblass.

Nervös ahnt er schon sehr besorgt,

dass gleich es könnte werden nass.

Langsam pressiert’s, es wird ihm bunt,

die Blase quält mit großer Pein.

Der Mensch denkt sich: Wär ich doch Hund

und könnte heben rasch das Bein.

Noch während es ihn zwackt und kneift,

dreht sich im Schloss der Schlüssel.

Die Klofrau ihm die Richtung weist,

rettend zur nahen Lokusschüssel.

Was ist hier unverhofft geschehn,

das ihn aus seiner Not befreit?

Mit der Liese auf der Wiese

Einst zogen Opa und die Liese

fröhlich umher auf einer Wiese.

Sie hüpften über Stock und Stein.

Es herrschte eitel Sonnenschein.

Der Zustand änderte sich bald,

nicht etwa, weil es wurde kalt.

Doch Liese wollte plötzlich wissen:

»Bekommt man Kinder auch vom Küssen?«

Der Opa, den das überraschte,

wich aus, indem er zunächst lachte.