Liebe auf der grünen Insel - Freda Power - E-Book

Liebe auf der grünen Insel E-Book

Freda Power

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Beschreibung

Nach einer gescheiterten Ehe lebt die attraktive Colleen mit ihren Töchtern auf einem Bauernhof inmitten der irischen Landschaft. Als Daniel, ein Maler aus Deutschland, sich in ihrem Fremdenzimmer einmietet, fasst sie schnell Vertrauen zu ihm. Der junge Mann ist begeistert vom ungezwungenen Leben in Irland und bald auch von seiner Vermieterin, die ein dunkles Geheimnis zu belasten scheint. Bevor sich die beiden jedoch ihrer Gefühle klar werden können, tritt die Studentin Maura auf den Plan. Sofort schwärmt sie für den ruhigen Maler mit den sanften braunen Augen. Wird es ihr gelingen, sich zwischen Daniel und Colleen zu stellen?

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Veröffentlichungsjahr: 2014

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LESEPROBE zuVollständige E-Book-Ausgabe der im Rosenheimer Verlagshaus erschienenen Originalausgabe 2014

© 2014 Rosenheimer Verlagshaus GmbH & Co. KG, Rosenheim

www.rosenheimer.com

Titelfoto: © kwiatek7 – Fotolia.com (oben) und

Halfpoint – Fotolia.com (unten)

Lektorat: Christine Weber, Dresden

Satz: SATZstudio Josef Pieper, Bedburg-Hau

eISBN 978-3-475-54360-9 (epub)

Worum geht es im Buch?

Freda Power

Liebe auf der grünen Insel

Nach einer gescheiterten Ehe lebt die attraktive Colleen mit ihren Töchtern auf einem Bauernhof inmitten der irischen Landschaft. Als Daniel, ein Maler aus Deutschland, sich in ihrem Fremdenzimmer einmietet, fasst sie schnell Vertrauen zu ihm. Der junge Mann ist begeistert vom ungezwungenen Leben in Irland und bald auch von seiner Vermieterin, die ein dunkles Geheimnis zu belasten scheint. Bevor sich die beiden jedoch ihrer Gefühle klar werden können, tritt die Studentin Maura auf den Plan. Sofort schwärmt sie für den ruhigen Maler mit den sanften braunen Augen. Wird es ihr gelingen, sich zwischen Daniel und Colleen zu stellen?

1

Ein Mann stieg in dem Hafenstädtchen Dingle aus dem Bus. Er blieb zunächst einmal am Straßenrand stehen, während er überlegte.

Was nun?

Er war nicht besonders groß und wirkte sehr jung, obwohl er gut über dreißig war. Seine Jeans und sein Sweatshirt hatten schon bessere Zeiten gesehen, die Turnschuhe ebenfalls. Neben ihm standen ein schäbiger Koffer und eine abgenutzte Reisetasche. Sein dunkelbraunes Haar ringelte sich bis auf die Schultern, die hellbraunen Augen blickten leicht verträumt in die Welt. Dieser Blick täuschte jedoch, der Mann war durchaus wach. Nur pflegte er alles, was er sah, geistig umzuwandeln in Formen und Farben; er war ja Maler. Seine Wahrnehmung war stets scharf und sein optisches Gedächtnis hervorragend.

Im Augenblick schaute er direkt hinter dem Bushäuschen auf den Hafen einer kleinen Stadt. Fischerboote schaukelten am Kai, farbige Netze türmten sich in einer Umzäunung. Auf der Straße fuhren die Autos, Reisebusse und Lieferwagen auf der linken Seite. Nun, das war er gewöhnt; das letzte Jahr hatte er in England verbracht, teils in London, teils in Oxford. Nun war er also nach Irland gekommen.

Daniel Winter stammte aus Wasserburg, wo seine Eltern eine Verpackungsfabrik besaßen. Selbstverständlich gingen sie davon aus, dass ihr Sohn das Unternehmen eines Tages leiten würde. Zu diesem Zweck hatte er ja auch Betriebswirtschaft studiert. Nur hatte er eigentlich absolut keine Lust, kleine Pappschachteln für Kopfschmerztabletten herzustellen … Deshalb hatte er nach dem Diplom noch ein Kunstgeschichtsstudium angehängt, und nach dem Abschluss war er verreist. Seit gut acht Jahren ließ er sich treiben, lebte mal hier, mal dort, hielt sich mit Aushilfsjobs über Wasser und malte. Ab und zu verkaufte er ein Bild, doch besonders einträglich war die Kunst nicht gerade. Irgendwann – das erwarteten seine Eltern – würde er wohl heimkehren und in den sauren Apfel beißen müssen. Diesen Sommer jedoch noch nicht. Er hatte sich vorgenommen, die irische Küste zu malen; sie wurde ja weithin gerühmt. Also gut. Als Erstes brauchte er einen Job, denn er besaß höchstens noch einen Hunderter.

Daniel machte sich mit seinem Gepäck auf den Weg, immer am Kai entlang. Dingle war malerisch, stellte er fest, mit bunten Häusern und engen Straßen. Außerdem gab es jede Menge Andenkenläden und Pubs. Es wunderte ihn daher nicht, als er auf dem großen Parkplatz am Haupthafen fünf Reisebusse stehen sah. Zwei riesige rote Fischkutter wurden entladen, mehrere Kühllaster warteten daneben.

Schiffe entladen? Er beobachtete das geschäftige Treiben. Die ganze Arbeit wurde offensichtlich von der Besatzung geleistet. Außerdem lief bestimmt nicht jeden Tag ein Fischerboot ein. Nein, das kam wohl nicht in Frage. Am besten war immer ein Job hinter der Theke. Und wenn es so viele Wirtshäuser gab, dann brauchte man natürlich auch viele Barmänner.

Daniel betrat ein nettes Hafenpub. Die Tischchen füllten sich schon mit hungrigen Touristen, obwohl es erst kurz nach zwölf war, aber am Tresen saß sonst niemand. Er bestellte eine Kanne Tee und ein Sandwich und wartete auf eine gute Gelegenheit, den Barkeeper nach einer Anstellung zu fragen. Zunächst genoss er sein Mittagessen.

Bald kam ein älterer Mann, der sich neben ihn setzte. »Hallo, John«, grüßte er. Nun stellte sich heraus, dass der Mann hinter der Bar der Wirt selber war, denn er winkte einer Bedienung zu, den Ausschank zu übernehmen, damit er sich seinem Bekannten widmen konnte.

Er begrüßte den Mann neben Daniel freudig mit Handschlag. »Hey, Pat, ewig nicht gesehen! Wie geht’s denn so?«

»Danke, John, gar nicht übel. Und dir?«

Nachdem auch das Befinden der Familie und das wunderbare Maiwetter erörtert worden waren, erkundigte sich der Wirt: »Wie steht es mit eurem Kriminalfall?«

»O je, das geht wirklich sehr langsam voran. Woher weißt du überhaupt Bescheid?«

John lachte. »Ich weiß nur, was in der Zeitung stand: Amerikanische Touristin erschlagen aufgefunden, Bill Garvey verhaftet. Das ist alles. Und weil Bill Garvey dein Schwiegersohn war, interessiert es mich.«

»Ich rede natürlich nicht gern darüber, aber mit dir ist das etwas anderes. Also pass auf: Es war so …«

Daniel blätterte in den Broschüren, die er sich im Tourist Office geholt hatte, trank seinen Tee und spitzte die Ohren. Von einem Mordfall hörte man nicht alle Tage. Und da er über eine lebhafte Fantasie verfügte, konnte er sich hinzudenken, was nicht wörtlich erwähnt wurde.

In der Polizeistation Dingle klingelt das Telefon. Eine verstellte Männerstimme sagt: »Im Normannenturm in Ballyferriter ist eine amerikanische Frau umgebracht worden. Der Mörder ist wahrscheinlich noch in der Nähe.« Im nächsten Moment ist die Leitung tot.

Der Polizist starrt erstaunt den Telefonhörer an. Mord? Hier im ländlichen Westen? Aber natürlich kann man so eine Meldung nicht ignorieren! Schließlich ist es schon denkbar, dass mit den vielen Touristen auch das Böse aus der großen weiten Welt nach Dingle kommt. Er funkt also den Streifenwagen an, der sich zum Glück gerade ganz in der Nähe von Ballyferriter befindet.

Die beiden Beamten können es ebenfalls nicht glauben. Immerhin machen sie sich sofort auf den Weg. Das letzte Stück müssen sie laufen und den Wagen stehen lassen, eine Straße gibt es hier nicht mehr. Als sie sich der Ruine nähern, erblicken sie einen Mann, der panisch davonrennt. Sie verfolgen ihn; er rutscht einen kleinen Hang hinunter bis in den Bach, wo sie ihn festnehmen.

Er wehrt sich nicht weiter. Sie legen ihm Handschellen an und kontrollieren nun den Turm. Darin liegt tatsächlich eine tote Frau, offensichtlich vor kurzer Zeit erschlagen. Wie sich später herausstellt, ist sie wirklich aus Kalifornien. Von einer Mordwaffe keine Spur.

Der Verhaftete heißt Bill Garvey und stammt aus Cork, lebt jedoch in der Gegend und war mit Pats Tochter verheiratet. Er hat zwei Abende hintereinander im Pub mit der allein reisenden Amerikanerin gescherzt und geflirtet – es scheint Bills Spezialität zu sein, Touristinnen zu »unterhalten«. Erst nach längerem Leugnen gibt er zu, mit ihr in der Ruine verabredet gewesen zu sein. Seiner Aussage nach – und dabei bleibt er – war sie jedoch schon tot, als er ankam.

»Scheint doch alles sonnenklar zu sein«, bemerkte der Wirt.

Der andere wiegte den Kopf. »Ein paar Unstimmigkeiten gibt es wohl. Was genau, konnte ich allerdings noch nicht erfahren. Irgendwas im Zusammenhang mit einem Telefon …«

»Was denkst du, Pat? War er’s? Deiner Colleen gegenüber hat er sich doch auch mies genug verhalten.«

»Das stimmt. Aber ganz ehrlich: Ich trau es ihm nicht zu. Er war ja stocknüchtern, und in nüchternem Zustand war er immer ein netter Kerl. Es muss irgendwie anders gewesen sein. Wenn man nur wüsste, wie!«

Wenig später hatte Pat seinen Kaffee ausgetrunken und verabschiedete sich.

Jetzt hatte der Wirt Zeit. Daniel nutzte die Gelegenheit und sprach ihn an: »Hallo, ich habe vor, eine Zeit lang in der Gegend zu bleiben und suche einen Job. Sie brauchen nicht zufällig einen Barmann oder eine Bedienung?«

Der Wirt maß ihn mit einem prüfenden Blick. »Die Leute bei mir arbeiten alle seit Jahren hier. Ich stelle höchstens Ende Juli noch ein, zwei Aushilfen für ein paar Wochen ein. Wie heißt du?«

»Daniel Winter.«

»Ich bin John. Hallo, Daniel«, grüßte der Wirt und gab ihm die Hand. »Bei uns würde man Danny sagen. Hast du denn Erfahrung als Barmann?«

Es gefiel Daniel sehr, wie selbstverständlich man sich in Irland auf die Anrede mit Vornamen beschränkte. Seit er vor zwei Tagen mit der Fähre in Dublin angekommen war, hatte er das schon häufiger beobachtet. Er lachte.

»Ich habe zuletzt in London acht Monate lang in einer Kneipe gearbeitet. Die hatten sogar Guinness; das kann ich also auch zapfen. Und in vier anderen europäischen Ländern habe ich ebenfalls bedient.«

»Und aus welchem Land stammst du ursprünglich? Holland?«

»Bin deutsch.«

»Aha. Du kommst ziemlich herum, was?«

Er zuckte die Schultern. »Ich bin eigentlich Maler, aber Geld verdient sich leichter im Pub …«

»Maler, ach so. Da wird es dir hier gefallen, Danny. Künstler gibt es haufenweise auf der Halbinsel.«

»Ja, es ist auffallend schön, das hab ich unterwegs bei der Busfahrt festgestellt. – Also, John, bei dir finde ich keinen Job? Ich kann ja nicht zwei Monate warten.«

John lächelte. »Bei mir nicht, leider. Aber wenn du nicht unbedingt im Städtchen bleiben willst, wüsste ich etwas für dich. Es ist draußen im Westen, ein kleines Pub. Der Besitzer ist ein Verwandter.«

»Gern, warum nicht? Wo genau?«

Der Wirt hatte bereits sein Telefon in der Hand und wählte. Daniel hörte geduldig zu, wie über Befinden und Wetter gesprochen wurde, und wie daraufhin sein Fall zur Sprache kam.

»Also gut, ich schick ihn dir. Bis bald mal, Tom.«

Zwei Stunden später saß Daniel wieder in einem Linienbus und reiste noch weiter nach Westen. Er war mit einer guten Wanderkarte ausgerüstet, denn die malerischsten Punkte lagen meist abseits von den Straßen. Obwohl – er konnte sich fast keine noch interessanteren Stellen ausmalen, als er von hier aus bereits sah: Immer schmaler wurde die Fahrbahn, die sich zwischen Felswänden und dem steilen Abhang zum Meer vor ihnen hinschlängelte. Der Platz reichte nicht für zwei Fahrzeuge, deshalb musste bei Gegenverkehr einer rückwärts manövrieren, bis er eine Ausweichstelle fand, die breit genug war. Daniel bekam eine angenehme Gänsehaut, wenn er beim Blick aus dem Fenster tief unten neben sich den Atlantik sah und ihn nichts von dem Abgrund zu trennen schien; der Busfahrer und die paar anderen Insassen ertrugen es gelassen. Einheimische, nahm er an. Später weitete sich das Küstenland, und nach jeder Kurve eröffnete sich eine neue überwältigende Aussicht – er freute sich schon darauf, dies alles zu malen. Und war es nicht witzig, dass sein Ziel ausgerechnet Ballyferriter hieß? Der Ort mit dem Mord im Normannenturm?

Am selben Abend arbeitete er bereits in Murphy’s Pub zusammen mit Tom Murphy, dem Wirt. Er hatte einen Job.

Eine Unterkunft hatte er nicht, aber er durfte vorläufig im sogenannten Snug schlafen, sagte Tom. Manche von den alten Pubs haben das noch: Es ist ein kleines Abteil direkt neben der Theke. Durch eine Durchreiche kann man die Vorgänge im Lokal im Auge behalten. Für den Fall jedoch, dass man sich ungesehen und ungestört betrinken will, gibt es ein Schiebefenster, das man zuziehen kann. Und die Tür zum Gastraum lässt sich ebenfalls schließen. Das Snug ist in der Regel mit ein, zwei hölzernen Bänken möbliert. Und die eine hier in Murphy’s war zum Glück lang genug, um darauf zu schlafen. Sonderlich breit war sie nicht, aber nach acht Stunden Bardienst machte das Daniel nicht mehr viel aus. Verwöhnt war er nicht. »Schlampe!« Der Mann drehte sich zum Tresen um und fixierte Daniel. Er hatte offenbar schon einige Biere intus, denn er musste sich schwer auf seinen Ellenbogen stützen, um nicht ins Wanken zu geraten. »Zsabf mir noch’n Pint, Boy«, verlangte er.

Daniel zog eine Augenbraue hoch. Die Anrede nahm er dem Kunden nicht weiter übel, er war jedoch nicht ganz sicher, ob sein Gegenüber noch mehr trinken sollte. Fragend schaute er zum Wirt hinüber, der in der Ecke an der Bar saß. Es war erst Daniels dritter Tag im Pub, daher kannte er weder alle Gepflogenheiten noch alle Stammgäste.

Tom Murphy maß den Gast mit einem scharfen Blick und nickte dann seinem neuen deutschen Barmann bestätigend zu. Also füllte dieser sorgsam ein Pintglas zu zwei Dritteln mit dem schwarzen Guinness. Während er es abstellte, damit sich das Bier setzen konnte, studierte er den Fremden.

Zwischen vierzig und fünfzig vielleicht, schwer zu sagen. Unter der Tweedkappe lugten dunkle Haare hervor. Das Gesicht war wie bei so vielen irischen Bauern zerfurcht und wettergegerbt. Seine wässrig blauen Augen hatten etwas Probleme beim Fokussieren, wie es schien. Die Joppe hatte schon bessere Zeiten gesehen, aber das fiel nicht aus dem Rahmen, denn die meisten Gäste hier legten wenig Wert auf ihre äußere Erscheinung.

Der Mann schüttelte den Kopf. »Schlampe,« wiederholte er. »Hopst hier rum, als wär alles in Ordnung! Dabei is ihr Alter im Knaschd. Knast, mein ich.«

Sein Nachbar, ein Stammgast, den Daniel schon kannte, meinte besänftigend: »Schau, Mike, er ist ja gar nicht mehr ihr Mann. Sie ist geschieden. Außerdem ist Untersuchungshaft schließlich nicht das Gleiche wie Zuchthaus.«

Daniel hörte genau hin. Da ging es doch um »seinen« Mordfall? Welche Frau meinte dieser Mike denn?

Doch der wischte die Bemerkung vom Tresen. »Noch schlimmer! Geschieden! Phhh.« Er wandte sich wieder Daniel zu, der inzwischen das Bierglas fertig gefüllt hatte.

Während er einen Fünfer aus der Tasche zog, brummte der Mann unversöhnlich: »Unnabnds zieht se nich mal die Vorhänge zu in ihr’m Schlaf … ssimmer … das Luder!«

Daniel händigte ihm das Wechselgeld aus und bediente weitere Kunden. Heute ging es deutlich lebhafter zu in der kleinen Kneipe als an den letzten Tagen. Freitags genossen offensichtlich viele Dorfbewohner einen Abend im Pub. In der Ecke hockten zwei Musiker mit Geige und Knopfharmonika und spielten Polkas und Reels und Jigs, dass einem die Füße zuckten.

Eine Gruppe gab sich jedoch nicht mit leichtem Zucken zufrieden. Acht Leute hatten sich paarweise aufgestellt und tanzten komplizierte Figuren. Das Ganze erinnerte Daniel an Square Dance, den er im Fernsehen schon häufiger gesehen hatte. Die Tänzer amüsierten sich gottvoll – und ihre Lebensfreude steckte an. Bald versammelte sich ein Kreis um sie, und klatschte lebhaft mit oder feuerte sie mit Juchzern an. Eine der Tänzerinnen musste die unfreundlichen Bemerkungen des Betrunkenen ausgelöst haben – aber welche?

Insgesamt waren es fünf. Zwei tanzten miteinander, die konnten wohl nicht gemeint gewesen sein. Eine andere war ziemlich alt, sicher weit über sechzig, nahm Daniel an, obwohl sie nicht weniger übermütig herumsprang als die anderen. Eine tanzte ganz eindeutig mit ihrem Ehemann; die konnte es auch nicht sein. Blieb also noch eine der Damen. Wie eine Schlampe, wie der Fremde sie abwertend genannt hatte, wirkte sie allerdings überhaupt nicht.

Ihre dunkelroten Haare fielen über das einfache hellgraue T-Shirt. Bei jedem Tanzschritt hüpfte die dichte Lockenpracht genauso fröhlich wie die Frau selbst. Eine Frau? Ein Mädchen? Das Alter war aus der Entfernung schwer zu schätzen. Die Gestalt schien jedenfalls recht zierlich, und groß war die Tänzerin auch nicht. Aber ihre Lebenslust reichte für drei.

Daniel beobachtete sie fasziniert, so oft er einen Augenblick dazu fand. Er hätte sie gern zeichnen wollen, bloß fand er heute wirklich keine freie Minute. Zapfen, leere Gläser von den Tischen einsammeln, vorspülen und in die Maschine stellen, Eiswürfel aus dem Kühlraum holen, den Korb mit Leergut in den Hof schleppen – er war gut ausgelastet. Gerade bestellte wieder jemand ein Bier: Es war der uralte Mann, der jeden Abend auf einem Barhocker saß und erst drei Tassen Kaffee trank, bevor er sich zum krönenden Abschluss ein Pint gönnte.

»Zeit für mein Guinness«, schmunzelte er. Offenbar hatte er gesehen, wohin Daniel so interessiert schaute, denn er fügte hinzu: »Ordentliches Mädel, die Colleen. Hat’s nicht leicht gehabt mit ihrem Bill. Nein, nein, gar nicht leicht.«

So, sie hatte also durchaus auch Verteidiger. Daniel stellte das Bier auf die Theke und meinte: »Colleen, hübscher Name. Heißt das nicht so viel wie Mädchen auf Schottisch, Brian?«

»Nicht nur auf Schottisch, Danny. Auf Irisch bedeutet es nichts anderes.« Er lachte in sich hinein. »Und hat der Name nicht gut gepasst, als nach drei Söhnen endlich eine Tochter bei den McDonnells geboren wurde?«

Daniel musste zugeben, dass es in dem Fall wirklich sehr gut passte. Er hätte gern noch etwas mit dem alten Original geplaudert, aber nun steuerte schon wieder der andere Mann auf die Theke zu. Inzwischen hatte dieser die Kontrolle über seine Beine weitgehend verloren.

Bevor er jedoch eine Bestellung lallen konnte, rutschte Tom Murphy von seinem Hocker in der Ecke herunter. Der Wirt ging zu dem Betrunkenen, legte ihm sanft einen Arm um die Schultern und sagte: »Du hast jetzt genug, Mike Flanahan. Denk auch an das viele Geld. So billig wie vor zehn Jahren sind die Pints ja auch nicht mehr …« Damit führte er ihn freundlich, aber bestimmt zum Ausgang.

Aha, so wurde das Problem also hier behandelt. Ohne Schimpfen, ohne Geschrei – es gefiel Daniel, und er merkte es sich. Ab nächster Woche würde Tom Murphy nicht mehr in der Ecke sitzen, sondern zu Hause. Das hatte er ihm heute bei Arbeitsantritt verkündet. »Du kommst schon allein klar, Junge. Machst deine Sache gut, wie ich gesehen hab. Ab Montag bleib ich abends daheim vor dem Fernseher.«

Um viertel vor zwölf knipste Daniel das Licht dreimal aus und wieder an. »Last call, Leute«, rief er mit seiner klangvollen Stimme in die Runde.

Nun wurde es noch einmal geschäftig an der Theke, aber schließlich waren auch die letzten Gäste gegangen. Während er Gläser und Flaschen einsammelte, die Tische grob abwischte, die Hocker darauf stapelte und dann den Boden kehrte, schenkte der Wirt zwei Guinness ein.

»Hier, Danny, mein Junge. Du musst ja einen Riesendurst haben nach all dem Leitungswasser! Sláinte – zum Wohl.«

Durst konnte man es nicht wirklich nennen. Während der Arbeitszeit genügte ihm Wasser oder Tee, und davon hatte er reichlich zu sich genommen. Bloß, wenn man den ganzen Abend anderen beim Trinken zusah, bekam man schon auch selbst Lust auf Bier.

»Danke, Tom! Sláinte! Oh, du hast ein Kleeblatt in den Schaum gezeichnet, sieht gut aus!« Tatsächlich prangte in dem festen weißen Schaum der Umriss eines Shamrock-Blattes, der irischen Nationalpflanze.

Tom Murphy lachte. »Früher hat das einfach dazugehört. Ein Pint Guinness ohne Shamrock zu zapfen wäre unhöflich gewesen. Heutzutage mach ich’s nur noch, wenn ich gute Laune hab.«

Daniel nahm sich vor, das schnell zu lernen. Es dürfte ihm als Maler nicht schwer fallen, mit dem Zapfhahn das Bildchen in den Schaum zu zeichnen.

»Heut schläfst du noch mal im Snug, oder?«, erkundigte sich der Wirt.

»Falls ich darf, ja. Ich bin wirklich dankbar für die Möglichkeit. Muss jetzt ernsthaft auf Quartiersuche gehen …«

»Ich hab dir ja gesagt, dass ich vielleicht was für dich finde. Sie ist am Nachmittag zurückgekommen, da kann ich morgen fragen. Ich weiß, dass sie ein Zimmer zu vermieten hat, und gefallen wird es dir wohl auch.«

»Prima!«, freute er sich, auch wenn er nicht wusste, wer mit »sie« gemeint war. »Besonders anspruchsvoll bin ich sowieso nicht.«

Nein, er stellte wahrlich keine großen Ansprüche, dachte Daniel zufrieden, als er sich später im Snug in seinen Schlafsack wickelte.

2

Er wachte auf, weil jemand ein trauriges irisches Lied sang. Eine Frau, mit einer wunderschönen dunklen Stimme. Verdutzt setzte sich Daniel auf der harten Bank auf. Hatte er etwa die Öffnung des Pubs verschlafen? Das konnte ja kaum sein, schließlich machten sie erst um zwölf auf. Er lauschte.

Möbel wurden gerückt, Hocker polterten. Dann näherten sich Schritte, und die Frau trat hinter die Bar. Ein Eimer knallte in die Spüle, der Wasserhahn wurde aufgedreht. Jetzt fiel Daniel wieder ein, dass Tom Murphy seine Aushilfe erwähnt hatte. War sie nicht im Urlaub gewesen? Offenbar war sie zurück.

Wenn sie Daniel im Snug entdeckte, würde sie einen ordentlichen Schreck kriegen. Das wollte er ihr ersparen, also räusperte er sich ausgiebig, während er aufstand und zur Durchreiche trat.

»Jesses!«, sagte sie und schlug die Hand vor den Mund. »Bin ich jetzt erschrocken! Was machst du denn hier? – Ach, du bist ja der neue Barmann, hab dich gestern gesehen.«

Ja, er hatte sie auch gesehen: Sie war die Tänzerin vom Abend zuvor.

Sie hatte ihn prüfend gemustert. Jetzt streckte sie ihm die Rechte hin. »Ich bin Colleen.«

»Und ich heiße Daniel, Danny.« Er schüttelte ihre Hand. Dass in Irland kein Mensch seinen Familiennamen nannte, hatte er inzwischen gelernt.

Sie brach in helles Lachen aus. »Danny? Ausgerechnet! Das eben war aber nicht so gemeint, nimm’s nicht persönlich.«

Er war vollkommen verwirrt. »Wovon redest du denn? Ich versteh kein Wort.«

Anstatt einer Antwort begann sie wieder, ihr trauriges Lied zu singen: »Oh Danny boy, the pipes, the pipes are calling from glen to glen and on the mountain sides …«

»Ach so … äh, ich hab’s vorhin gar nicht erkannt.«

Sie lachte wieder. »Sing ich denn so schlecht?«

»Nein, nein, du singst wunderbar. Bloß, ich bin kein Ire. Ich komm aus Deutschland.«

»Aus Deutschland?«, rief sie aufgeregt. »Woher denn da? Alle meine drei Brüder arbeiten in Heidelberg, und ich war schon zweimal zu Besuch dort. Deutschland finde ich wunderbar.«

»Na, ich stamme aus Wasserburg, einem Ort in der Nähe von München.«

»Das kenne ich nicht. Wasser-Burg – das heißt water castle, stimmt’s? Ich kann ein bisschen Deutsch: Auf Wiedersehen, gute Nacht! Was wollen Sie essen? Ein Schnitzel, bitte.«

Nun lachte Daniel auch. »Guten Morgen müsste es jetzt wohl besser heißen.«

»Guten Morgen«, wiederholte sie fröhlich und fuhr auf Englisch fort: »Du hast hier geschlafen, nicht? Soll ich dir einen Kaffee machen? Ich kann dir auch ein Sandwich geben, hab heut zwei dabei.«

Er akzeptierte das großherzige Angebot dankbar. Dann zog er in der Ecke seine Jeans an und wanderte einigermaßen verwirrt mit seinem Waschbeutel, einem frischen T-Shirt und einer Unterhose unterm Arm auf die Herrentoilette, um sich zu waschen.

Diese Colleen … Sie war wie ein Frühlingswind, kapriziös und temperamentvoll. Wenn sie lächelte, strahlte ihr ganzes Gesicht. Sie hatte einen großzügigen Mund mit vollen Lippen und ein paar feine Sommersprossen auf der Nase. Dazu die geheimnisvollen Augen … Wieso geheimnisvoll? Als Maler ging er Wirkungen gern auf den Grund. Vermutlich eine Kombination von Form und Farbe. Ihre Augen waren länglich wie bei einer ägyptischen Prinzessin, aber intensiv grün. Dunkle Wimpern, auch ohne Mascara. Das tiefe Rot der Lockenpracht hielt Daniel ebenfalls für echt.

Er riss sich zusammen. Es war ja wohl lächerlich: Da wusch er sich im Herrenklo eines Wirtshauses und sinnierte über die kosmetischen Tricks einer Putzfrau nach!

Kaltes Wasser am Morgen fand er zwar grausam, aber warmes gab es eben nicht. Wurde wirklich Zeit, dass er wieder in geordnete Verhältnisse kam. Wäsche zum Wechseln hatte er nun auch keine mehr, und so etwas Raffiniertes wie einen Waschsalon hatte er in Ballyferriter bisher nicht entdeckt.

Schon kehrten seine Gedanken zu Colleen zurück. Freundlich, offen und hilfsbereit! Wie sie gleich angeboten hatte, ihr Frühstück mit ihm zu teilen! Und gute Nerven schien sie zu haben – was hätte wohl eine deutsche Putzfrau in so einer Situation gesagt und getan? Wahrscheinlich wäre sie schreiend geflüchtet … Aber in Irland schien sich niemand so leicht zu fürchten. Vielleicht gab es einfach weniger böse Menschen. Außer einem Mörder, fiel ihm ein. Und wie war das noch gewesen? Der Tatverdächtige musste ja wohl ihr Exmann sein. Also war der Pat, der mit dem Wirt in Dingle über den Fall geredet hatte, Colleens Vater.

Ganz jung war sie nicht mehr, vielleicht dreißig, schätzte er. Zur Arbeit hatte sie ihr wildes Haar mit einem dunkelgrünen Tuch aus dem Gesicht gebunden. Sie sah aus wie eine Waldfee – er musste sie unbedingt fragen, ob er sie malen durfte!

Er rieb sich mit seinem schäbigen Handtuch ab und zog sich an. Das Tuch hängte er über einen Stuhl in der überdachten Raucherecke hinter dem Pub. Wenn er Glück hatte, trocknete es, bevor die Kneipe aufmachte, sodass er es wieder in den Rucksack packen konnte.

Sie hielten ihr improvisiertes Frühstück im Hinterzimmer, weil im Hauptraum der Boden nass war. Colleen arbeitete so flott, wie sie redete. Beim Essen konzentrierte sie sich jedoch auf das belegte Brot. Sie schien hungrig zu sein.

Daniel sagte nach einer Weile: »Du hättest bestimmt das zweite Brot auch noch vertragen. Tut mir fast leid, dass ich es dir weggefressen habe.«

Colleen grinste. »Ich hätt’s schon verdrückt, doch nötig ist es nicht. Normalerweise frühstücke ich natürlich daheim. Aber freitags übernachten die Kinder bei meinen Eltern und bleiben bis Samstagnachmittag; da schlaf ich aus und bring mir was mit zur Arbeit.« Auf seinen Blick hin erklärte sie: »Orla ist sieben und Brid fünf.«

»Zwei Mädel! Das muss schön sein. Oder hättest du lieber einen Sohn?«

»Kinder nimmt man, wie sie kommen. Und ich find zwei Töchter prima, das stimmt schon.«

Etwas bedauernd stapelte Daniel die Teller und Tassen aufeinander, um sie drüben in den Spülautomaten zu räumen. »Ich muss los. Hoffentlich finde ich heut was.«

Obwohl er den zweiten Teil nur für sich selbst gemurmelt hatte, reagierte Colleen sofort. Sie musste Ohren wie ein Luchs haben. »Was suchst du denn?«

»Oh, eine Unterkunft, ein Zimmer. Ich kann schließlich nicht auf Dauer im Snug wohnen.«

»Nein«, lachte sie, »das wäre doch etwas unbequem.«

Er zuckte die Schultern und rollte seinen Schlafsack zusammen. Dann trug er seine Sachen in die abgesperrte Kammer, wo sie sich den Platz mit zwei Gitarren, einem dreibeinigen Tisch, uralten Regalen voll Gerümpel und der Putzausstattung teilten.

Colleen beobachtete ihn aufmerksam. Ihre grünen Augen blickten ausnahmsweise völlig ernst. Er schaute sie fragend an.

Sie sagte: »Ich habe ein Zimmer frei. Mit eigenem Bad sogar.«

»Was? Wirklich?« Dann dämmerte ihm ein Zusammenhang. »Ach, Tom Murphy hat gesagt, er kennt da wen … es war eine Frau, und sie war verreist, heute wollte er sie fragen … Bist du das?«

»Na, ich habe natürlich keine Ahnung, an welche Frauen Tom Murphy denkt, aber er weiß, dass ich einen Mieter suche. – Willst du es sehen?«

Zwanzig Minuten später fuhr Colleen mit ihrem alten Pick-up zurück zur Arbeit. Sie putzte nicht nur in Murphy’s Pub, sondern sperrte auch um zwölf auf und bediente bis fünf.

Daniel blieb zurück als frischgebackener Mieter eines wunderbar geräumigen Zimmers mit – es war unglaublich – Blick auf die malerische Ruine eines Turms. Das konnte nur der bewusste Normannenturm sein, oder?

Er würde pro Woche neunzig Euro zahlen; das war ein anständiger Preis, vor allem, weil Frühstück inbegriffen war und er Küche und Wohnzimmer mitbenutzen durfte. Davon würde er gleich heute noch Gebrauch machen, aber zuerst musste er zur Küste hinunter und ein paar Gemälde planen.

Um fünf löste er Colleen im Pub ab. Er bedankte sich noch einmal für das Zimmer und sagte, er fühle sich sehr wohl in ihrem Haus. »Ich habe mein Zeug gewaschen und aufgehängt. Bloß schaut es gerade nach Regen aus.«

»Das kommt bei uns schon mal vor«, lachte sie. »Ich hol die Wäsche notfalls rein. – Wie bist du denn hergekommen?«

»Na, mit dem Bus von Dublin nach Tralee, und dann …« Er unterbrach sich, weil sie den Kopf schüttelte, während sie mit beiden Händen wedelte.

»Vom Haus zum Pub, meine ich«, sagte sie.

»Ach so. Zu Fuß. Weit ist es ja nicht, vielleicht zwei Kilometer, und immer schön bergab.«

»Anderthalb Meilen, ja. Ich kann dir ein Fahrrad leihen, wenn du magst. Heimwärts musst du es halt schieben, wo es zu steil ist.«

»Wirklich? Das Angebot nehme ich sehr gern an. Vielen Dank!«

Im Pub war um die Zeit kaum etwas los. Zwei Männer saßen in der Ecke und unterhielten sich, sonst gab es keine Gäste. Deshalb machte sich Daniel daran, in der Kammer Ordnung zu schaffen; das konnte bestimmt nicht schaden. Zuerst stapelte er all den Plunder auf die Regale, damit der Boden frei wurde. Er kehrte den groben Schmutz zusammen, dann holte er sich einen Eimer heißes Wasser.

Die beiden Gäste hatten fast ausgetrunken und bestellten bei der Gelegenheit noch ein Bier. Während es sich setzte, polierte er ein paar Gläser. Dabei kam er nicht umhin, Gesprächsfetzen ihrer Unterhaltung mit anzuhören – Daniel besaß ein sehr feines Gehör.

»… was Neues vom Garvey?«

»Gib acht …«

»Ach was, der ist ja fremd hier; der weiß nicht Bescheid.«

Daniel schloss aus den Blicken der beiden Männer, dass sie nun von ihm redeten. Er bemühte sich also, völlig unbeteiligt zu tun, als sei er vollkommen darauf konzentriert, eventuelle Spülmittelflecken von den Gläsern abzureiben.

»… wohnt aber bei ihr.«

Das war ja interessant! Es ging offenbar um Colleen. Und sie schauten so geheimnisvoll drein wie zwei Verschwörer. Was gab es da zu besprechen? Sicher ging es um den Mordfall!

Daniel lieferte den beiden ihre Pints, was gegen die Gepflogenheiten war. Normalerweise holte sich jeder selbst, was er trinken wollte, und es wurde auch sofort bezahlt. Die Stammgäste freuten sich jedoch über gelegentlichen persönlichen Service. Er nahm das Geld in Empfang, tippte den Betrag in die Kasse ein und brachte das Wechselgeld zurück.

»Wenn ihr was braucht oder jemand kommt, ruft einfach laut. Ich bin da drin beschäftigt«, sagte er und nickte zur Kammer hinüber, bevor er mit Eimer und Lappen darin verschwand.

Daniel gehörte nicht zu den Leuten, die Gespräche von Fremden belauschen. In diesem Fall aber wollte er so viel wie möglich erfahren. Schließlich hatte er bei Colleen ein Zimmer gemietet, und aus seinem Fenster konnte er direkt auf den Tatort blicken.

Der Lichtschein von innen fiel deutlich über den dunklen Flur, wie er merkte. Deshalb ließ er absichtlich die Tür lautstark zufallen, worauf er das Licht ausknipste. Dann drückte er leise die Klinke wieder hinunter und zog die Tür einen Spaltbreit auf. Nun verriet ihn die Lampe nicht mehr, und er konnte alles hören; die Gäste saßen ja gleich um die Ecke.

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