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Unterwerfen und beherrschen - all das nennt sich Liebe - aber ist es auch Liebe? Renate Spiecker gibt in ihrem Gedichtband die Antwort. Sie hat Glück und Leid, Frust und Lust in kleine, gereimte Geschichten verpackt. Mit einem Augenzwinkern erzählt sie von schönen und schrecklichen Momenten, von Angst und Verzweiflung, von Sehnsucht und Glück. Wie das Leben eben ist... Es gelingt der Autorin, viele kleine Wahrheiten gereimt auf den Punkt zu bringen - mal anrührend mal besinnlich und dann wieder frech, sogar provozierend. Ob es um Trauerbewältigung geht oder um die Jahreszeiten, um Schönheitswahn oder den Arztkittel als Statussymbol. Alles in allem sind es amüsante und kritische Gedicht-Geschichten für jede Lebenslage und Stimmung. Die beigefügten witzigen und humorvollen Illustrationen ergänzen die Reime vortrefflich.
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Seitenzahl: 40
Veröffentlichungsjahr: 2016
Liebe
Romeo und Julia
Na und
Ohne ihn
Synchron
Sehnsucht
Allein
Eifersucht (kurz)
Eifersucht
Warum?
Verloren
Trennung per sms
Lust und Leidenschaft
Das Kleeblatt
Rätsel
Das ist Glück
Der Frühling
Sommerfrust
Sommerbild
Der Herbst
Der Winter
Winterzeit
Weihnachtseinkäufe
Weihnachtsmärkte
Der Morgen
Die Nacht
Das Gänseblümchen
Der Apfel
Der Hund
Das Bett
Die Hände
Der Tod
Das Alter
Träume
Abschied
Ich lebe noch
Der Schönheitswahn
Jugendwahn
Werbung
Frauen
Der Bindestrich
Ratschlag
So behält man seinen Mann
Erben und Vererben
Endlich weg
Hätte und wäre
Die Gier
Stoßgebete
Faulheit
Politiker
Arztkittel
Liebe
Romeo und Julia
Na und
Ohne ihn
Synchron
Sehnsucht
Allein
Eifersucht (kurz)
Eifersucht
Warum?
Verloren
Trennung per SMS
Lust und Leidenschaft
Sex, Leidenschaft und Lust,
in den Betten Freud und Frust.
Unterwerfen und beherrschen,
all das nennt man Liebe.
Fesseln, peitschen, quälen,
Eroberungen zählen,
Eifersucht und Schmerz erleiden,
Gewalt ausüben, Freiheit meiden,
all das nennt man Liebe.
Sich umarmen, küssen,
den anderen vermissen,
Wärme und Geborgenheit,
Hingabe und Zärtlichkeit,
das ist Liebe.
Streiten und dann lachen,
Freude und Geschenke machen,
verzeihen und verstehen,
den letzten Weg begleitend gehen,
das ist Liebe.
Romeo und Julia sind das bekannteste Liebespaar.
Doch wir sollten die beiden nicht beneiden,
dafür mussten sie den Tod erleiden.
Denn wenn sie nicht aus Liebe gestorben wären,
würden wir sie nicht so sehr verehren.
Es wäre ihnen ergangen wie uns allen,
ihm hätte plötzlich eine andere gefallen.
Sie hätte geweint und ihm Szenen gemacht
und er hätte nur darüber gelacht.
Die Nachtigall hätte nicht mehr geschlagen
und sie hätten sich nicht mehr vertragen.
Die Erde hätte beim Lieben nicht mehr gebebt,
die Leidenschaft hätte sich überlebt.
Drum, mein Kind, das rat ich dir,
wichtig ist nur das Heute und Hier.
Lieben heißt, Wagnisse einzugehen.
Zweifel an Gefühlen bleiben immer bestehen.
Doch da wir nicht Romeo und Julia sind,
lasst es uns wagen und nicht verzagen.
Singen, lachen, tanzen,
Läuse, Flöhe, Wanzen,
all das macht die Welt so bunt.
Na und.
Geboren werden, sterben,
Geld verdienen und vererben,
all das macht die Welt so bunt.
Na und.
Man kann alles haben, was einem gefällt,
man muss es nur haben,
das nötige Geld.
All das macht die Welt so bunt.
Na und.
Vielfarbig ist der Menschen Haut,
der eine ist ehrlich, der andere klaut.
All das macht die Welt so bunt.
Na und.
Sex, Gier und Spaß
sind vieler Menschen Maß.
Zärtlichkeit und Liebe
sind des Lebens Triebe.
All das macht die Welt so bunt.
Na und.
ich bin ohne ihn
wie die Mörderin ohne Strychnin
wie das Ei ohne Salz
wie das Bier ohne Malz
wie die Damkuh ohne Hirsch
wie der Jäger ohne Pirsch
wie die Mutter ohne Kinder
wie die Wiese ohne Rinder
wie der Weinstock ohne Reben
ich will ohne ihn nicht leben
Liebst du mich, dann lieb ich dich.
Küsst du mich, dann küss ich dich.
Belügst du mich, belüg ich dich.
Betrügst du mich, betrüg ich dich.
Lass uns alles synchron machen,
singen, tanzen, weinen, lachen.
Dann gibt es nie Zank und Streit.
Ich bin dazu bereit.
Leer im Kopf und krank am Herzen,
ich empfinde nur noch Schmerzen,
weil ich dich so lang nicht seh,
oh, das tut ganz schrecklich weh.
Schlafen kann ich auch nicht mehr,
ich vermisse dich so sehr.
Ich kann mich nur in Kummer versenken
und immer nur an eines denken, an deine großen Hände, dein lautes Lachen,
ich kann nichts dagegen machen,
an deine Küsse, deine Zärtlichkeit.
Nur im Schneckentempo vergeht die Zeit.
Ich fühl mich wie ein Schiff auf dem stürmischen
Ozean,
der Wind kappte die Segel, es hängt keines mehr dran.
Es könnte bald kentern, doch mich wird man nicht
entern.
Ich warte auf dich, bitte komm bald zurück,
das wäre für mich das größte Glück.
Goethe, dieser kluge Mann,
hat es beschrieben, wie man es besser nicht kann:
»Nur wer die Sehnsucht kennt, weiß, was ich leide.«
Ich halt es nicht mehr aus.
Ich muss hier raus.
Ich lauf durch beleuchtete Straßen
und dunkle Gassen.
Ich schau in die Fenster hinein,
überall sind Menschen, nur ich bin allein.
Warum hat der da oben das zugelassen?
Warum musste sie mich verlassen?
Warum wurde sie mir genommen?
Ich kann nicht mehr zur Ruhe kommen.
Ich kann nicht mehr schlafen, nicht mehr essen.
Ich kann sie einfach nicht vergessen.
