Liebende - Klaus-Geert Heyne - E-Book

Liebende E-Book

Klaus-Geert Heyne

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Beschreibung

Der Hochschulprofessor für Techniker-Ethik und Rhetorik Dr.-Ing. Klaus-Geert Heyne schildert in seinen Gedichten an die Liebste und an den Geliebten die Gefühle und Gedanken von Liebenden ... ihr Sehnen, ihre Nöte, ihre Zuversicht und ihre nie aufgegebene Hoffnung. Ein Buch mit klassisch gereimten Versen zum Lesen, zum Nachdenken, zum Verschenken und zum Mutmachen.

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Seitenzahl: 77

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Dank

Allen Freunden und Beteiligten,

die das Entstehen dieses Buches

begleitet haben,

sage ich herzlichen Dank.

Er gebührt insbesondere

Cornelia Rinne,

die in vielen Sitzungen

mit großem Engagement,

mit ihrem liebevollen Sachverstand

und mit ihrer dennoch immer

kritischen Distanz

außergewöhnlich zum Gelingen

beigetragen hat.

Danke, Conny,

und

alle guten Wünsche für Dich!

Herzlichen Dank

auch an Marie-Luise

für ihre Umschlaggestaltung

und an meine Gabriele,

die mich zu dieser

Neuauflage bewegt hat.

Inhalt

Vorwort

Zuneigung

Nachtwache

Luft zum Leben

Kleine Frau

Damals und heute

Lebensruf

Zauber

Zärtlichkeit

Liebe meines Lebens

Ich such’ Dich

Alles anders

Traumbild

Ich leb’ mit Dir

Innehalten

Grübelei

Über die Große Liebe

Fair

Wenn ich erzähl’

Feiertage

Tagtraum

Johann und Lotte

Reflexion

Identität

Sprüche

Abschiede

Vergleich

Aussichten

Die Offerte

Schreiben

Die Ochsentour

Ernst

Lächeln

Konsequenz

InterNet

Ganz sicher

Die Taube auf dem Dach

Horizonte

Hoffnung

Der Plan

Aufbewahren

Umwege

Für kurze Zeit

Genug gesucht

Abendtraum

Unser Tag

Lebenszeichen

Ausklang

Märchen

Nachwort

Resümée

Vorwort

,,Wenn du ein Buch zur Liebe schreibst,

gibt Acht, dass du nicht übertreibst,

doch auch nicht zu gering sie schätzest

und so die Liebenden verletzest!

Versuch’, das gold’ne Maß zu finden

für Liebestaten oder Sünden,

das rechte Wort am rechten Platz –

denn jede Liebe ist ein Schatz!“

So hab’ ich mal zunächst gedacht,

von Zeit zu Zeit mich drangemacht,

für sie und ihn den Sinn zu finden,

mit Herzenstakt ihn zu ergründen:

Wie fühlt die Frau, was denkt ein Mann,

wenn jeweils man nicht haben kann,

was beide doch so sehr erstreben:

Zusammensein ein ganzes Leben

Solch’ Ziel steht über diesem Buch –

es ist ganz einfach ein Versuch,

Gedanken, Nöte zu beschreiben,

die sonst vielleicht verborgen bleiben.

Wer’s liest, mag auch sich selbst erkennen,

sich hier und da betroffen nennen.

Das Resümée steht ganz am Ende –

dann nehmt das Glück in beide Hände!

Klaus-Geert Heyne

Zuneigung

Nachtwache

Geliebte, muss Dir schreiben diesen Brief,

vielleicht liest Du ihn später oder nie.

Ich platz’ vor Sehnsucht, fühl’ für Dich so tief –

erreichen möcht’ ich Dich, doch weiß nicht wie.

Hier auf hoher See

tut es doppelt weh –

dunkel ist die Nacht,

ich hab’ Ruderwacht.

Noch scheint Dir meine Sehnsucht sonderbar,

doch sei versichert, bin ganz Realist.

Im Herzen und vom Kopf her seh’ ich klar,

wie winzig ja die Chance für uns ist.

Romanzen gehn vorbei, auch wenn sie schön

gewesen sind, sie immer mehr verblassen –

doch meine Liebe lebt, will nicht vergehn,

wird tiefer, reifer – kann von Dir nicht lassen.

Ist das Land so fern,

leuchtet auch kein Stern,

kommen die Gedanken,

die mein Herz umranken.

Ich hab’ durch Dich und uns so viel gelernt –

heut’ weiß ich: was mich prägt und mich bewegt,

ist etwas, das sich nie von mir entfernt:

Die Stille Welt, die Jeder in sich trägt.

Und diese Welt kann so verschieden sein

vom Äußer’n, von des Alltags täglich’ Leben,

dass ich erschrecken muss, wie falsch und klein

das Urteil ist, das vorschnell wir oft geben.

Das Zentrum meiner inn’ren Welt bist Du,

selbst nach so vielen Jahren lieb’ ich Dich –

ich sprech’ mit Dir und denk’, Du hörst mir zu,

auch wenn von uns ein Jeder lebt für sich.

Ein Lebenshalt bleibt dies’ Geheimnis mir,

durch Dich würd’ es gelüftet, Schritt für Schritt.

Nur gute Freunde wissen ja von Dir,

das hilft mir sehr – sie denken, hoffen mit.

Nein, der Tonne Licht

blinkt noch immer nicht –

hat mein Kurs noch Sinn,

treib’ ich nur dahin?

Mein Weg zu Dir ist wirklich, echt und klar

und keine Laune, kein Versehn,

kein sportlich’ Üben,

wenn ich vergleiche, wie’s bei denen war,

die im Roman, Theater, Drama lieben.

Bis jetzt hatt’ ich in meinem Leben Glück –

so spürbar, eher unverdient, so viel –

und „das mit uns“ ist wohl das größte Stück

und darum bleibst nur Du mein höchstes Ziel.

Bin dankbar, wär’ zufrieden, blieben nicht

trotz alledem noch kleine Wünsche offen,

die menschlich, männlich, kindlich sind und schlicht

mit Deiner Liebe auf Erfüllung hoffen.

Erstes Morgenlicht

gibt mir Zuversicht –

rötlich-blass ein Schimmer,

zweifeln werd’ ich nimmer!

Ich lieb’ Dich so, wie Gott Dich immer meinte,

lieb’ den Entwurf, den er von Dir geschaffen,

auch wenn bis heut’ er uns noch nicht vereinte,

weil zwischen unsren Wegen Räume klaffen.

Ich lieb’ Dich, wie Du bist, wie sein Du willst,

lieb’ Deine Kraft, Bescheidenheit, Humor,

und wenn Du Dich in manche Zweifel hüllst,

bist ehrlich Du, machst Dir und mir nichts vor.

Ich lieb’ als Mensch Dich und als ganze Frau

mit allem Schönen, was Du mir kannst geben –

selbst wenn Du müde wärest, alt und grau,

wünsch’ ich so sehr gemeinsam uns ein Leben.

Ich weiß, das wär’ nicht nur ein Zuckerschlecken,

doch spür’ ich eine Ur-Verbundenheit,

die hilft, die Träume, Wünsche, Kanten, Ecken

zu akzeptieren – kompromissbereit.

Zu guter Letzt: Ich möchte mit Dir gehn

so fröhlich, locker wie ein kleines Bübchen,

möcht’ Dir in Deine lieben Augen sehn

und, wenn Du lachst, auf Deine hübschen Grübchen.

Wache ist vorbei,

hab’ nun endlich frei.

Geh’ jetzt ruhig schlafen –

träum’ von meinem Hafen. ♦

Luft zum Leben

Für Dich, Geliebter, möchte ich Luft sein!

Atemluft, die Dich erfüllt –

die immer um Dich ist,

wenn Du sie brauchst,

unaufdringlich, verlässlich, treu –

die Dich am Morgen erfrischt,

Deine Sinne weckt,

Deine Lunge weitet,

Dir den Kopf klar macht,

die Dich am Abend

zur Ruhe kommen lässt,

Deine Gedanken ordnet,

Dich in den Schlaf begleitet.

Lebensluft, die Dich umgibt –

die Dich Deinen Wert

spüren und erleben lässt,

die es Dir ermöglicht,

Mensch und Mann zu sein –

die Dir Mut macht zu Schritten

in die richtige Richtung,

die Dich zu neuen Ufern treibt –

die Dich wieder einhüllt

in eine Wolke von Liebe,

Zuwendung, Wärme, Geborgenheit.

Freiheitsluft, die Dich begleitet –

die Deinen Träumen

und Deiner Sehnsucht Raum gibt,

Dir Wünsche zuträgt,

die keine Ansprüche sind –

die alle Fragen möglich macht,

ohne dass es

immer eine Antwort geben muss –

die Dir alle Zeit der Welt schenkt

und die für Dich da ist!

Für Dich, Geliebter,

möchte ich Alles sein –

oder doch ganz viel! ♦

Kleine Frau

(nach Hartmut Pollack)

Kleine Frau, was schweigst Du?

Bin ich Dir denn nichts mehr wert?

Lass Dich doch so brav in Ruh’,

dass Dich nichts beschwert.

Kleine Frau, Du große Frau,

tapfer, klug und liebenswert,

der ich all mein Heil vertrau’,

der mein Herz gehört!

Kleine Frau, was denkst Du?

Denkst Du nie mehr weit zurück,

lässt Du kaum Gedanken zu,

die einst unser Glück?

Kleine Frau, Du fehlst mir!

Spür’ Dich nah und oft so fern,

bräucht’ auch mal ein Wort von Dir –

hab’ Dich doch so gern.

„Kleine Frau“ – all’ Zärtlichkeit,

die Du brauchst in Glück und Not,

liegt im Wörtchen „klein“ bereit –

oder ist die Sehnsucht tot?

Kleine Frau, wie lebst Du?

Kann Dein Glück nicht glauben –

gibst Du wirklich ehrlich zu,

was Dein Glück kann rauben?

Kleine Frau, was hoffst Du?

„Nur nichts Altes!? Nur nichts Neues!?

Alles bleibe so in Ruh’?“

Dass ich frage – ach verzeih’ es!

Kleine Frau, was träumst Du?

Ist in Deinem Leben Raum

noch für Wünsche? Was versäumst Du,

wenn Du meidest manchen Traum!?

Kleine Frau, ich brauch’ Dich sehr!

Fühl’ mich nichts mehr wert,

fühl’ mich leer von innen her,

seit ich Dich gehört.

Kleine Frau, was zürnst Du?

war es eine böse Tat,

dass ich ging auf Euch nur zu,

weil ich Sorge hatt’?

Kleine Frau, verzeih mir!

Bin Dir gut und bin ganz still –

schreib für mich und sende Dir,

was ich sagen will.

Kleine Frau, Du hörst von mir,

wenn Du frei bist, alt und grau –

wenn ich tot bin, schickt man Dir,

was es hieß: „Du Kleine Frau“ … ♦

Damals und heute

(nach Friedrich Rückert)

Du warst die Ruh’, Du warst der Frieden,

Du warst der Himmel, mir beschieden.

Dass Du mich liebtest, gab mir Wert,

Dein Blick hat mich vor mir verklärt;

Du hobst mich liebend über mich,

mein guter Geist, mein bessres Ich!

Ich liebe Dich, weil ich Dich lieben muss;

ich liebe Dich, weil ich nicht anders kann;

ich liebe Dich nach einem Himmelsschluss;

ich liebe Dich durch einen Zauberbann. ♦

Lebensruf

(nach Hermann Hesse)

Du gabst mir einst zum Trost auch Hesses „Stufen“,

Du schriebst sie tapfer und mit wehem Herzen –

die schönen Zeilen waren uns berufen,

zu lindern Dir und mir die schlimmsten Schmerzen.