Lippe an Lippe -  - E-Book

Lippe an Lippe E-Book

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Beschreibung

„Lippe an Lippe“ verdichtet starke traumhafte Szenerien in einer Exzentrik der Liebe. Julié ist die ferne Geliebte dieser Stimmungen, in einer, um sich herum zerbrechenden Gesellschaft. Seismografisch nimmt sie Erlebtes als künstlerisches Experiment wahr und begibt sich auf eine Suche nach Transformation im Dasein. Arno ist der Protagonist, der in einem magischen Licht von Gegensätzen und als unglücklich Liebender einen feinen Reiz um das lebendige Dasein Juliès webt. Es ist eine ungewöhnliche Reise durch Gedanken und poetische Erinnerungen, in Körpern von Straßen und unsichtbaren Wegen, mit Wirbeln der Diversität an der Lust an Gedanken. Arnos Monomanie des ästhetischen Individuums ist in eine Gegenwart gepflanzt, in eine modische Welt, die im Wandel von Amoralität und Verbrechen, sowie moralischen Handelns, schillernd verklärte Blüten, künstlerischer Kreativität, ausbildet. Arno ist danach nicht mehr dieselbe Person die, nach der Liebe zu Juliè, zurückkehrt ans Tageslicht.

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Seitenzahl: 100

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel I

Kapitel II

Kapitel III

Kapitel IV

Kapitel V

Kapitel VI

Kapitel VII

Kapitel VIII

Kapitel IX

Kapitel X

Kapitel XI

Kapitel XII

Kapitel XIII

Kapitel XIV

Kapitel I.I

Kapitel I.II

Kapitel I.III

Kapitel I.IIII

Kapitel I.IIIII

I

Es war noch dunkel.

Mein kleiner Finger hatte noch die Unangepaßtheit die sich zwischen Ereignissen begibt, wenn sie noch nicht genug, durch heiße Strömungen hindurch, sich in immer höhere und unausweichlichere Turbulenzen verlieren, um in erhitzten Lauten, immer mehr, sich einer größeren Ungenauigkeit zu entreißen, … um einen einzigen großen Laut zu gestalten.

So war mein kleiner Finger noch lose; - war trüb, hatte sich aufgemacht, das Berühren, welches die Haut umgibt, mehr als ein einziges Mal zu umspannen um vielzählige Häutungen durchzuführen.

Nichts konnte sein Klopfen, das ruhelose, im Auf und Ab, gegen seltsame Widerstände, in denen er sich zu begreifen versuchte, verhindern. Alles Andere hatte sich gefunden, war mein, war Körper, war schon ein Stern, war ein distanziertes Ereignis.

… Dieses Distanzierte aus Körperteilen, berührte hastig die Nasenflügel, als würden sie meinen Kopf schwarz umhüllen und gaben, als ein plötzlicher Windstoß meine Haartracht durchkämmte, zu verstehen, daß die Welt, mein Körper, aus einem Sack mit Vorräten bestand, aufgefüllt in zwei tiefe Handmulden.

Ein Sack der auch zu Verstehen gab, daß eine Haarlocke, die einen blutigen Oberarm berührt, immer weiter entfernt ist, als all die Vorräte, die die Welt bedeuten.

… Und da saß ich nun und stülpte so gut wie alles aus, verwundet, wie es sich um mich befand, um eine Zunge der Künstlichkeit, als Weiches, heranzuwachsen.

Nichts hatte sich an mir ereignet, nichts war durchbissener Leib.

Es bot sich auch nichts an, an Überlieferungen, erhitzt, an durchröteten Greisinnen und ihren durchröteten Greisen, noch stark durchbluteter Zunge, wodurch es mir möglich sein sollte, das, was dem Klopfen des kleinen Fingers widerstand, zu konkretisieren und es, in mir entschlafend, als unruhig gewordene Membran, entstehen zu lassen.

So war ich festgesetzt, an die Nähe der Trichterzone verworfener Nahrung, als eine ihrer Gesten, als ihr theatralischer Reflex, um aus dieser, als Widerstand, herausgelöst zu werden. Dieser Widerstand hatte seinen Reiz aufgenommen und so spürte ich, wie langsam die Fenster des Zimmers begannen, das Morgenlicht gekalbt, für mich zu atmen, hart um jede Wand. Der Fußboden war sich noch Teil, Teil meines kurztättoowierten Schlafes.

fKl - mmS;– Klänge von Blutgruppen.

Die Nachtarbeit war mir schwergefallen; – und, obwohl sie die beste Zeit bedeuten sollte, hatte sie sich am Immerwiederkehrenden wie festgehalten, um am Aufbruch, kreisend hinweggetragen, zu leiden; – eines Aufbruchs, … an einem stillernem Schauen, purpurner mächtiger Wracks und dessen vibrierend fließenden Erfindens.

Und so waren Wir hier, im »WELCH«;

in seinem Prozeß des Ansaugens, aus seinem verknöcherten Erdnabel, wo die noch so entferntesten Entscheidungen in Verkörperungen, in Ungeduld und Feste-Nähe ausarten und somit, die unbetretbaren Handlungen, jede Erscheinung, jedes Ding,

Gelenk an Gelenk, ausschmelzen.

»Alles was wir sind ist Gelenk, Gelenk an Gelenk, ist Idee zur Künstlichkeit, ist die Fälschung an mir, …« dachte ich

»… ist Lust, Lust der Erscheinung, und in uns und um uns, ist unbetretbare Handlung, ist die Wahnwirklichkeit am Sein. … Fälschungen waren immerschon, zu allezeit, Häutungen des Geschlechts gewesen. Künstlich zu sein war das Ziel, war die Fälschung, war die Durchlüftung, in mir.«

*

Wir an uns Gelenken schwirrten einander und sammelten lustvoll Gedächtnis.

Und so hatte der Fußboden seine altbewußte Festigkeit wiedergewonnen, um das Aufstehen des Fremden, Tag für Tag, ins Fleischliche hin, umzusetzen.

»Noch-Keine-Namen« war es,

… um die Erregtheit des Schlafes abklingen zu lassen;

ein Olympischgoldenes-Abklingen des Schlaf’s durchwärmte Gelenk an Gelenk.

Die Sonne machte den Tag heran.

Die Welt saß auf mir und brannte mir ihre Spuren ein, während sich Zelle an Zelle suchte. Ich dachte an Pinguine wie sie der Zeit trotzen und ihre Flügel ausbreiten, das Licht suchend in heruntergefallener Stumpfheit ihrer sich wiegenden Flügel. Stumpfes um Stumpfes.

Nie war schwellende Angst in mir, aber die Berührung an meinen Händen reifte sie heran, verwelkte und verbrannte mehr und mehr meine Haut.

Stumpfes um Stumpfes erfrischte den Wind und vereiste Gipfel in uns und brachte uns dem Lächeln näher, damit in der Ausschau nach Gedanken, ein wirksamer Reiz der Zeichen, als ein fahles Gedächtnis, an uns, entgegengesetzt werden konnte.

»… Noch-Keine-Namen.«

… Und eine Sonnenscharte machte den Tag und berührte mich, mein Haar, die Wangen und Gelenke frisch gepudert. Ein architektonischer Staub hatte ein Puder ausgebildet, dessen verdickter Auftrag den Eindruck vermittelte, als quelle er aus den verkriechenden Drüsen des Raumes, rund ergriffen, um die Gelenke meines Körpers.

Jedes Gelenk sollte ein philosophisches Zeichen, ein fixiertes Zeichen der Verkörperung einer Handlung sein.

Arno dachte … »WELCH.«

Das Ziel für ihn, sich zu kleiden war, einen architektonischen Reflex auszubilden. Auf den Gelenken seiner Füße, hatte er mit geringen Berührungen, feinen Marmorstaub verteilt, der sich als reptielienartiger Hauch, bis zu den Kniegelenken hochgezogen hatte.

Ein Marmorstaub der, im Auf und Ab einer Rythmik, wie dehydrierter Zucker in den Falten seines Körpers, auf seiner Kleidung, als Scheingewebe paralleler Fäden, zu liegen kam.

Den Marmorstaub hatte er, an Orten Seiner-Totalität, sammeln lassen.

An Orten, die Tatorten glichen.

Einem Puderstaub.

Einem Puderstaub aus Grenzsituationen,

von Tatorten rythmisierter Wandlung,

der die aufgeschwemmten Begriffe wie ihre Kleidung mied.

(Viel Gewohntes lag umher).

Seine üppigen Gelenke waren mit einer Schicht transparenter Schminke umgeben, in welchem fein, parallel ausgespannte Fasern eingebracht worden waren, die sich als rotorange Fäden über den Körper hinzogen.

Jede Fadenzelle einen halben Meter lang.

Bei jeder seiner Bewegungen, zogen sie sich leicht zusammen und umschlossen so seinen Körper.

Matter, rotoranger Glanz hatte sich auf die verbliebenen Gelenke verteilt.

Oberhalb der rechten Schläfe, im Haar vergraben, trug er, in einem kleinen mattmatierten Metallzylinder, den Blütenstaub der roten Narben einer Nymphaea alba ...,

der weißen Seerose.

Und so richtete er sich erneut in seinem Sessel auf und verteilte gleichmäßig die parallelen Fasern. So war er Hälfte, war muskelverkürzende Kleidung aktiver Reflexe, war wieder architektonische Aktivität, war Liebesgewebe!

Kleidung war für Arno keine modische Erfahrung gewesen, sondern ein knöchernes Netz der Aktivität, ein Wachstum, ein Ringen nach Verhältnissen der Fälschung, der Fälschung an Gelenken, ein Gelenk an Gelenk, ein Schlachtwasser, … und so begann er seine Räume, als theatralische Tatorte, auszubilden.

Aneinand genäht Fäuste zurrend an Saft

fließen an die Stille drinnen

Oh’ Linden wachsen

winden auf

Sinnen endhirnig Schwestern

Beckengeflechte auf knöchern Nabeln

Fetze

Gepflegt das still Sonnenhauf

Du genug

Plastikeier tropfig, die durchfließt mich mal

Zu uns ihr kommt

Hebe dich.

*

»Jeder Von auf Fort, wurde an die Tiefe gezogen.«

Aufzustehen war Arno’s Gier, war sein Schönheitspunkt, sein hypersensibles Schaubild temporären Verlangens, um seine Auswirkungen, den Instinkt der Bezauberung allgemeiner Gegenstände, als den Raum eines Gesichtermauls, vor die Einsamkeit der Person zurücken.

Arno liebte die Lippen,

die sich ständig verrücken,

in ihrer Liebe zum Öffnen.

»Wo steht geschrieben« durchwanderte er den Mikrokosmos seiner Träume »daß Furchtsamkeit ein Wendepunkt für Alles sein sollte, was uns Menschen so treibt und unsere Gebärden kostet; … … Wo Wir, … als Gebärde, zum Wort werden.«

Wertigkeiten waren fremd.

Und Lautzeichen und Leuchtschriften erzeugten Spuren als fragiler Gegensatz, zu seinen geschminkten Augen.

Das war seine Geburt, sein Gesicht, sein Double,

Gesetz eines Anstoßes! … war seine Erfindung.

So lag ich auf meinem Laken.

Der kleine Finger umschrieb einen Kreis und genoß die Dunkelheit des Raumes. – Ich schlief.

Lag auf dem Bett.

Eine Trommel an Gedanken.

Weit weg der Straßenlärm.

Weit weg die Selbstgeburt.

Das Bett roch nach Verschüttetem.

Die Schritte taten noch weh, und ich spürte wie über dem Dach des Hauses die Wolken verschwanden.

Teile davon konnte man finden, in kurzen Blitzen, einzelnen Grimassen, und Kreaturen schimmerten auf uns und durften einen Ersatz an Handlung bilden, erschienen als ein herrlicher Körper der Not.

Dachte Denken ein. – wKkLmmw, FLiff

»GeH«

Gedachte Schriften.

Dachte Denken ein.

Kreaturen-Tatorte.

Die Kante des Zimmers begann sich langsam, unweit meines Blicks, aufzuhellen.

In der Genauigkeit des funkelnden Scheins, zerhackt durch die Schatten des heranbrechenden Tages, begann ich, alles unter meinem Lichternetz, zu begraben.

Auf einem Tablett sollten die Gedanken ausgebreitet daliegen.

»Oh’ … O’ …«.

»Oh’ … O’ …«.

Die Tür stand noch offen. …

Verstört an Momenten.

Das Bett, … eingeklemmt im Gedanken des Raumes, vertiefte die Ausgesetztheit im losen Raum meiner Wohnung. Sie war mir fremd geworden und hatte sich in den unzählige Poren, lackierter Wände, als erhitztes Lichternetz, klammen Denkens, festgesetzt. So stand ich auf, um über die Lippen zu laufen, an den Rändern des Tages, eingeschweißt in die Tragweite eines infektiös tättoowierten Flirts.

Windstille Räume.

… So lag ich vor der Tür, … geschminkt Deine Lust.

Viel Nacht begann meinen beengten Bauch zu vibrieren und löste, aus dieser, die geblendete schweißige Oberfläche in den Morgen.

»(Wie falsch konnte Nichts sein; Δx Δp ~h)« dachte ich.

Bestrebt, meine begrenzten Ausmaße an die Wand zu schlagen, setzte ich Fuß um Fuß, Rot um Rot, in rötlich’ festes Fleisch.

Rinnsale und Pissrinnen drohten zu versiegen!

So stand ich nun in meinen Räumen, die RotOrange-Jacke übergezogen.

Ich fühlte das RotOrange meiner Jacke,

als sei es in den Rücken geschmolzen, und würde es das Hirn, als Rohr, in den Himmel stoßen,

bestrebt, ein artifizielles Kraftwerk zu werden.

Weit abgewandt, waren die Erinnerungen.

II

Lang das braune Haar, … sanft verlaufend der Ansatz der Oberschenkel Elsas.

Ich sah ihren Körper als vertieft eingebrannte Projektion verletzter Männlichkeit, als müßte sie das Begehren aller sein, … und seien sie noch so unversehrt, und stürzte damit in die Tiefen, in die Gräben, ausgesetzter Gefühle, ausgesetzt, den Lidaufschlägen sanfter Gefühlstempel.

Ich hatte vergessen, daß sich ein jeder Blick mit dem Schönen verband, und ein Übermaß an Hemmungen, einen saugenden Blick ausströmte und gleichzeitig Schwingungen grenzenloser Schwärmerei loslöste.

(Das Fleisch war wahr, war Verschränkung war Manifest des Wissens).

Festgesaugt der Genuß des Oberschenkelbogens, weit ins Dunkel, leckte meinen noch linden Atem der Brüste, die mich verführten, für immer, um in wolkenloser Ewigkeit, in sie einzudringen, sie aufzunehmen als ein einzig geschlechtlichen Haufen.

Schwer war der Atem nach endlosen Wochen, … um an diesem, den Körper versengende Lust, im Augenblick, endlos in sich, der Liebsten innewerfend, an die Spitze all der geflügelte Samen, benetzt ihr Rufen weit gespreizter Schenkel, die Knie, die Meere des Horizonts aufzuwühlen.

Einzig ein Gesang,

der Schweiß, in amorphe Körperlichkeit geschleudert, spannte an uns das enge Netz.

(Versperrt an seine Ausweglosigkeit, versiegelt an sein Ersehntes; und dann sausen sie dahin).

Der Nutzen vergrauter Zimmer totgeweihter Bauchatmer war hinzustrecken, ausgebettet ohne Entkommen, ins Endlich verschobene Gedanken; weit entfernt.

Sie zu ficken, bis der Verstand verzerrte, in langsamen Pausen, wiedergekehrt, um noch einigermaßen erträgliche Dinge für uns zu suchen. Nirgendwo fand ich mehr Licht in ihrem begehrlichen Körper, nie mehr Seele in einer näßlichen Fut.

Mein Glanz, die Lichter brannten an die Ängste des Verlassenwerdens, brannten ein Loch in die speichelschwere Zunge, … drückend den Gaumen eines Evangeliums brennenden Spermas, tausender Schiffe.

Tausende Gestalten.

Tausende Waben.

Tausende Waden des Innen.

Schauend ausgehöhlt, die Sterne.

Gesang

» GeH« – Rrk

Sackschwärze; … und ich stand im Vorraum meines Hauses, festgedrückt auf Zehen.

Schwerfällig nahm ich meine Eingeweide und breitete sie aus, vor meiner Tür bis zum Eingang des Hauses und übergab mich in das Sonnenlicht, als sie, die Sonne, fest, Strahlung um Strahlung, in die hohlen Wangen der Nachbarschaft warf.

Saum am gekürzten Rock.

Fleisch stürzte vor die Tür und ich wanderte geboren zu den Straßen der Stadt hinein. Farblose Gebilde häuften die Stufen und versahen mich, Hand in Hand, mit den verschlafenen Zuständen, angrenzender Vertrautheit.

Jede Straße war schaumig geschlagen zwischen den prallen Lichtern der Stadt, als dürfte ich sie, für wenige Stunden, in mein Inneres einschließen.

Gebleicht durch die herumtreibenden Kadaver verwitterter Ohnmacht, kam mein Verstehen, daß wir herausgeboren für den Augenblick, wenige Augenblicke uns zum Aufleuchten bringen mußten, wie glühwürmergeschwellte Geschwüre, eines geteilten Universums; - aller Blick ist Verschränkung im Verschwinden.

So ging ich wieder zurück, … die Haut war feucht.