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Ein kleiner Ort mit einer einzigen langen Straße, nahe der ehemaligen Grenze zu Westdeutschland. Großes Schweigen und eine Sprachlosigkeit verbinden alle Bewohner miteinander. Vor nicht allzu langer Zeit verschwanden immer wieder Menschen im Ort und auch in Livs Familie gibt es unausgesprochene Geheimnisse, die in ihrem Kopf oft ein bedrohliches Gedankenkarussell in Gang setzen. Um dem unausweichlichen Verschwinden im Ort entgegenzuwirken, muss sie ständig alles und jeden festhalten. Doch dann kommt eines Tages ein Mann in den einzigen kleinen Laden des Ortes, in dem auch Liv arbeitet. Er kauft bei Liv täglich Glasmurmeln, die zuvor ewig niemand mehr gekauft hat, beginnt den Menschen im Ort Fragen zu stellen und stößt damit eine Suche nach Vergangenheit, Wahrheit und Zukunft an. Der Roman erzählt eine leise Geschichte über Vergangenheitsbewältigung, unterschiedliche Wahrheiten, von falschen und richtigen Worten zur falschen und richtigen Zeit. Er erzählt von den Folgen des Verschwindens und des Schweigens für einzelne Menschen, für ein ganzes Dorf, über Generationen. Auch vom Mut, den es braucht, das Schweigen zu brechen, sich der Vergangenheit zu stellen und der anschließenden Erleichterung neue Wege gehen zu können.
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Seitenzahl: 248
Veröffentlichungsjahr: 2021
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Für alle, die schon lange nicht mehr an Glasmurmeln gedacht haben…
Prolog
Alte und neue Begegnungen
Das Spiel
Die Verschwundenen
Die Stimmungsrunden
Das Wanken der Ordnung
Die Fragen
Die Suche
Die Dorfkneipe
Die Briefe
Die Kiste
Die Antworten
Die Worte in der Laube
Die Suche geht weiter
Das Kreuzworträtsel
Das Verschwinden geht weiter
Die Stadt
Alles zerbricht
Die Lösung
Die Glasmurmeln
Manchmal, wenn etwas ganz Besonderes passieren wird, ganz kurz zuvor, noch ehe man überhaupt eine Idee davon hat, dass etwas geschehen könnte, da gibt es einen ganz kleinen Ton, ein leichtes Vibrieren in der Magengegend. Es beginnt mit einem kleinen Stich und dann folgt ein Kribbeln, das sich durch den ganzen Körper bis zu den Finger- und Haarspitzen ausbreitet. Hat man dies ein-, zweimal erlebt, dann weiß man, was es bedeutet. Manchmal übergeht man es auch schnell und ist sich anschließend, wenn etwas Besonderes eingetreten ist, nicht mehr sicher, ob es zuvor da gewesen war.
Es war der dritte Mai. Ein Mittwoch, der genauso gut auch der zweite oder vierte Mai, ein Dienstag, oder Donnerstag hätte sein können. Ein trüber Tag, verhangen. Die Wolken und die Dunkelheit wollten sich einfach noch nicht auflösen. Das würde erst später, sehr viel später geschehen…
Liv lief schon eine Weile von einem Zimmer ins andere. Konnte man aufgeregt und vollkommen erschlagen zugleich sein? Das Chaos um sie herum verursachte dies paradoxe Gefühl. Ihre Zimmer glichen einem Gehweg, auf dem vom letzten Sperrmüll nach der Abholung einige Reste liegen geblieben waren. Nein, es war natürlich kein Müll, zumindest nicht alles. Alles war einfach zu verschiedenen Zeiten abgestellt worden, ein Konvolut aus Dingen, die zufällig aufeinandergetroffen waren. Freiwillig hätten all diese Gegenstände in den Zimmern keine Gemeinsamkeit miteinander gefunden und nicht alles war vollständig. Es verschwamm zu einem Dickicht aus aktiver oder passiver Funktionalität, unüberschaubar, reglos. Heute meist nutzlos.
Liv kannte niemanden, der freiwillig gerne die liegengebliebenen Reste des Sperrmülls aufsammelte, auch sie riss sich heute nicht darum.
Liv ließ sich entkräftet auf ihr Bett und ihren Blick auf die alte, braune Wanduhr fallen. Deren Zeiger drehten sich immerfort im Kreis, egal welchen Wochentag der Abreißkalender mit den Lebensweisheiten daneben anzeigte.
Schon dreizehn Uhr! So ein Mist. Und Liv hatte heute noch rein gar nichts gemacht, außer einige unruhige Runden durch ihre zwei Zimmer gedreht. Totale Lethargie. Weder hatte sie heute Kathi gesehen, noch hatte sie einen Gang auf die Weide hinter dem Haus zu ihren Tieren unternommen. Noch nicht einmal geschaut, ob es ihnen gut ging.
In letzter Zeit passierte ihr das öfter, wenn sie erst nachmittags im Laden sein musste. Immer wieder landete sie zwischendurch total gestresst von den Gedanken an ihr Chaos in ihrem Bett. Sie döste dann zu merkwürdigen Zeiten einfach ein.
An der Jahreszeit konnte es nicht liegen, wohl eher an den immer gleichen Tagen, die sich scheinbar nur dadurch voneinander unterschieden, ob sie vormittags oder nachmittags zur Arbeit fuhr.
Eigentlich hätte sie sich jetzt beeilen müssen, doch sie schaute einfach verwundert auf das alte Buch, das sie vorhin kurz zur Hand genommen hatte. Nun lag es aufgeschlagen neben ihr. Warum hatte sie vorhin genau dieses gegriffen? Liv überlegte. Genug Auswahl hätte sie doch gehabt. In ihren alten Regalen standen und lagen so viele verschiedene Bücher über- und nebeneinander. Hatten sie sich doch in den Jahren bei ihr angesammelt, fast eingesiedelt und irgendwie sogar vermehrt, wie so viele andere Dinge in ihren Zimmern des Hauses. Vielleicht nur, dachte Liv, um verzweifelt dem unvermeidlichen Verschwinden entgegenzuwirken, was hier im Ort so zwangsläufig eintrat?
Vermehrt hatte sich in Livs Leben eigentlich nur das Inventar ihrer Zimmer mit all ihren Bänden, Romanen, Erzählungen und Zeitschriften in den vielen alten Regalen, den Kleidern und Hosen, die auf den Stühlen oder dem Fußboden und nur selten im Kleiderschrank lagen, den schieren Mengen von Fotoalben und Ordnern, die auch keinen rechten Platz fanden und die anderen Gegenstände, von denen sie sich auch nicht trennen mochte.
Zu vieles andere in ihrem Leben war auf absonderliche Weise nach und nach verloren gegangen und nur weniges tauchte nach einiger Zeit wieder auf.
Es verschwanden einfach so verschiedene harmlose Dinge, wie ein Regenschirm, der ganz plötzlich nicht mehr aufzufinden war, oder ein Kissen, das sich auch nicht in der Wäsche befand. Auch die vielen einzelnen Socken sprachen davon.
All diese Dinge waren zuvor da gewesen, anschließend schienen sie sich unerklärlich aufgelöst zu haben.
Es verschwanden aber auch Menschen. Einige hatten vor ihrem Verschwinden hier im Ort in anderen Häusern gelebt, andere jedoch auch in Livs eigenem kleinen Haus.
Das Verschwinden war nicht das Einzige, was sich schon lange in Livs Leben, aber auch in diesem beschaulichen Ort breit machte. Es ging mit einem großen Schweigen der dagebliebenen Menschen einher. Es hatte sich einfach so eingeschlichen. Das Schweigen verharrte Sekunden, Minuten, Tag und Jahr und wenn es schlecht lief, dann überdauerte es ein ganzes Leben.
Liv schaute ein letztes Mal auf die Uhr und sprang auf.
Immer dasselbe! Sie erschrak. Noch nie hatte sich Liv ihre Zeit wirklich so einteilen können, dass sie ohne zu hetzen loskam.
Immer diese Gedankenspiralen! Sie waren ihr so bekannt. Wie alte Bekannte, die oft unerwünscht vor der Tür standen. Denen man dann aber nicht sagen mochte, dass man jetzt, genau jetzt keine Zeit hätte.
Hatte Liv einmal mit einem Gedanken begonnen, kamen viele andere vollkommen ungefragt hinterher und so ergab immer ein Gedanke den nächsten und die Zeit verrann.
Jetzt aber nicht!
Schnell zog Liv die alten Klamotten aus, schmiss sie auf einen der dafür vorgesehenen Stühle und lief zum Kleiderschrank. Sie schlüpfte in Jeans, Sweatshirt und Turnschuhe und lief die Treppe hinunter. Fünfzehn Stufen, die sie schon auf alle erdenklichen Arten hinauf und hinunter gegangen war. Immer die dritte Stufe von oben knarrte leicht und wenn sie früher spät abends deutlich nach der verabredeten Zeit nach Hause kam, dann musste sie immer einen großen Schritt über eben diese Stufe machen. Klappte dies aus den unterschiedlichsten Gründen nicht, dann stand Kathi umgehend in ihrer Zimmertür und schaute sie mit einem alles sagenden Blick an.
Jetzt war sie zwar mal wieder spät dran, aber deswegen musste sich Kathi heute keine Sorgen machen.
Am Ende der Treppe hüpfte sie die letzten zwei Stufen hinunter und unten angekommen rief Liv noch schnell Kathi durch die Tür zur Küche zu:
„Ich bin dann weg! Bis später!“
Kathis Antwort kam gedämpft und umgehend durch die angelehnte Küchentür:
„Pump noch Luft auf, sonst ist es zu schwer.“
Liv kannte diesen Satz! Kathi hatte ihn auch früher schon oft gesagt. Meist war sie dann sogar gekommen und hatte das Aufpumpen für Liv übernommen. Kathi, Livs Großmutter, wollte, dass es Liv nicht allzu schwer hatte mit dem Fahrrad zu fahren.
Heute aber dachte Liv manches Mal, dass es wohl nicht nur ums Fahrrad fahren gegangen war. Und jedes Mal, kurz bevor Liv früher davon radelte, schaute Kathi sie einmal lange an, kam schnell zu ihr und nahm sie ganz fest in den Arm.
Sie hielt mich fest, als wäre es das letzte Mal! Falls ich unterwegs verloren gehen würde. So viele Erinnerungen.
Nun war jedoch für das Aufpumpen keine Zeit mehr.
Liv rannte den Plattenweg zum Tor an der Straße entlang und wäre dort fast mit ihrem Großvater zusammengestoßen.
„Hallo! Entschuldige, habe dich gar nicht gesehen… Ich muss mich beeilen.“
Liv rief die Worte im Vorbeigehen und hätte eigentlich:
Wie immer, hinzufügen können.
Ihr Großvater antwortete nicht. Das tat er nie. Schon lange nicht mehr. Allerdings hob er kurz seine Hand zum Gruß und brummte einmal. Ein kurzes Vibrieren der Stimmbänder. Ein Zeichen, dass er Liv wahrgenommen hatte und den Beinahe – Rempler verzeihen würde.
Liv blieb einen Moment stehen und schaute ihrem Großvater hinterher, der schon an der Haustür angekommen war. Sein Gang war etwas weniger sicher, als noch vor einigen Jahren und er musste sich am Geländer festhalten, um die wenigen Stufen zur Haustür hinaufzugehen. Das Bild ihres Großvaters vor dem kleinen Häuschen rührte sie plötzlich sehr. Wahrscheinlich stand hinter der Haustür schon Kathi, die auf ihn wartete, es allerdings niemals zugegeben hätte. Liv schmunzelte.
Diese Szene war ihr so vertraut! Ebenso vertraut, wie das kleine Haus mit der rosa Kletterrose, die den Vorbau schon fast vollkommen überwuchert hatte.
Ihr Haus stand wohl schon immer hier in dieser Straße. Zunächst war es grau, wie all die anderen Häuser. Damals glich eins dem anderen, ähnlich wie die Wochentage um den dritten Mai herum. Dann wurde es vor nicht allzu langer Zeit weiß verputzt, damit die Menschen, die darin wohnten, es nicht ständig beim Nachhausekommen verwechselten und sich dann plötzlich in einem fremden Raum mit fremden Menschen wiederfanden. Dies war tatsächlich möglich, da hier im Ort kaum eine der Haustüren verschlossen war.
Hallo Eva, würde man sagen, stände man dann plötzlich in einem fremden Wohnzimmer.
Ich habe mich in der Tür geirrt. Geht es euch gut? Schön! Ich geh dann mal wieder.
So hatte sie es sich damals oft ausgemalt und fand die Idee auch heute noch lustig.
So eine Verwechslung wäre tatsächlich sehr merkwürdig und die neue Farbe der Häuser trug wohl dazu bei, dass dies eigentlich nie passierte.
Ihr kleines, weißes Haus hatte einen viereckigen Vorbau mit einem dicken Vorhang zum Wohntrakt, in dem es immer kalt war und der außer der Garderobe nichts anderes enthielt. Eine Garderobe, an die man alle Kleidung oder das geschäftige Treiben des Tages anhängen konnte. Hatte man all das Äußere einmal dort abgelegt, dann konnte mit einem Schritt durch den dicken Vorhang in die Wohnräume das Private beginnen. All das, was nur einen selbst beschäftigen und angehen sollte.
Hinter dem Vorhang trennte eine große, alte Holztreppe den unteren Wohnbereich vom oberen und Liv wohnte mit all ihren Dingen im Obergeschoss.
Unten wohnte Kathi. Ihr Großvater kam nur noch zu Besuch.
Liv schwang sich nun schnell auf das Rad, das schon ihrer Mutter gehörte, als diese noch da war und trat in die Pedale. Wie so oft verfluchte sie den Gegenwind, der sie bremste und immer zu einer Zeit da sein wollte, wenn es ihr eigentlich gar nicht passte!
Sie radelte die große, lange Straße entlang. Die einzige große, lange Straße hier im Ort. Eigentlich bestand der Ort tatsächlich zum größten Teil nur aus dieser einzigen großen, langen Straße.
Liv musste sich jetzt beeilen, denn käme sie erneut zu spät, konnte sie sich auf einen ähnlichen Blick gefasst machen, den sie früher von Kathi von der Treppe mit der knarrenden Stufe kannte, nur würde er diesmal von Herrn Wenzel sein.
Herr Wenzel stand schon vor dem Laden, als Liv angeradelt kam und schaute von draußen auf die Schaufensterdekoration. Ob er nicht vielleicht doch heimlich seinen aufrechten Stand, seine noch immer ganz passable Figur in der Fensterscheibe betrachtete, wusste Liv nicht. Sie würde sich jetzt aber auch hüten ihn zu fragen.
Ihre Erinnerung kam sogleich. Wie sie selbst häufig damals in der Stadt an den Schaufenstern vorbei ging. Sie ging dann langsamer als sonst und manchmal sogar zweimal an der gleichen Schaufensterscheibe vorbei. Beim zweiten Mal aufrechter, als beim ersten und sie betrachtete verstohlen ihre schmale, kleine Gestalt. Wahrscheinlich machte das jeder, dachte sie sich damals und fühlte sich jetzt durch Herrn Wenzel bestätigt. Man tut einfach so, als würde man sich die Ausstellungsstücke im Schaufenster anschauen, die einen eigentlich überhaupt nicht interessierten. Nie hätte Liv in der Stadt die in diesen Fenstern ausgestellten Waren gekauft, wobei sie sicher auch heute noch kein Maßstab für die Kaufkraft der Bevölkerung war.
Damals verlangsamte sie ihren Schritt, um nicht noch ein drittes Mal am Fenster entlang schlendern zu müssen. Sie konnte sich nicht von ihrem Spiegelbild trennen. Was sah sie darin? Wen betrachtete sie da eigentlich? Eine kleine, zierliche Gestalt, ihre dunklen Haare wirkten sicher etwas struppig. Sie hatte sie damals selbst stufig geschnitten, was zuhause im Spiegel eigentlich ganz gut aussah. Ihr Gesicht konnte sie in der Schaufensterscheibe nur schemenhaft erkennen, der untere Teil war immer durch den dicken Wollschal verdeckt.
Liv schüttelte sich leicht, die Erinnerungen ab und schaute erneut zu Herrn Wenzel.
Eigentlich kamen Herr Wenzel und sie ganz gut miteinander aus. Früher, als sie nur hin und wieder bei ihm einkaufte und noch nicht in seinem Laden gearbeitet hatte, da hatte er noch volleres Haar und sein Bauchumfang fand noch deutlich besser in seiner schwarzen Stoffhose Platz. Außerdem ließ sich Herr Wenzel irgendwann diesen Schnurrbart wachsen und Liv fragte sich seit diesem Zeitpunkt immer wieder, warum er dies tat. Welchen Nutzen hatte so ein Schnurrbart und was sollte er da so allein auf der Oberlippe. Noch nie hatte Liv einen Mann gesehen, der mit einem solchen Schnurrbart besser aussah als ohne! Der einzige Grund der ihr einfiel, einen zu tragen, konnte nur die überdurchschnittliche Schönheit dieser Männer sein, die sie vielleicht eindämmen wollten, damit ihnen nicht Scharen von jungen Frauen hinterherliefen.
Sie betrachtete nun Herrn Wenzel, wie er da vor dem Schaufenster stand und konnte sich die Scharen von Frauen auch ohne seinen Schnurrbart nicht ganz vorstellen, aber man wusste ja nie!
„Hallo Herr Wenzel, ich bin jetzt da. Hatte wieder Gegenwind, deswegen…“
Liv rief es ihm kurz zu und verschwand schnell im Laden, ohne die Antwort abzuwarten.
Dieser Job bei Herrn Wenzel war für Liv eigentlich ganz in Ordnung, nur fragte sie sich hin und wieder, wie lange sie ihn wohl noch haben würde.
Der Laden war so ein Laden, wie er heute nicht mehr oft gebraucht wird. Sie hatten hier eine kleine Poststelle, aber auch Zeitschriften, Stifte, kleine veraltete Spiele und zu Fasching sogar Kostüme. So war es immer und eben auch heute noch.
Liv ging zur Kasse, öffnete sie und schaute hinein. Das, was sie sah oder besser nicht sehen konnte, machte ihr jeden Tag mehr Sorgen, aber Herr Wenzel und sie redeten nicht darüber. Liv begann die neuen Waren auszupacken und an die dafür vorgesehenen Stellen zu räumen. Dabei war es fast wie zuhause in ihren Zimmern: Nichts ging weg, aber Neues kam dazu und es wurde enger und voller.
Das Auspacken neuer Waren mochte Liv besonders gerne. Sie konnte in Ruhe nachdenken. Das tat sie gern und zeitaufwändig und eben auch jetzt.
Die Arbeit hier im Laden hatte sich vor einigen Jahren einfach so ergeben. Liv hatte sie nicht gesucht, aber sie hatte auch nichts anderes hier im Ort gefunden.
Einst hatte sie ein Studium in der Stadt begonnen, das sie dann aber schnell wieder abbrach. Sich in die Welt der Theorie einzufügen, entsprach ihr zu diesem Zeitpunkt ihres Lebens nicht. Ebenso wenig wie die große Stadt, in die sie dafür hatte ziehen müssen. Und so kam sie schneller als erwartet wieder zurück in den Ort.
Zuvor hatte sie sich eigentlich auf ein Leben in der Stadt gefreut! Etwas Neues auszuprobieren! Weg aus diesem kleinen Ort, der außer Liv, Kathi und dem Großvater, Eva und Erwin, Maris mit ihren Kindern und wenigen anderen Menschen und ihren Häusern, der langen, großen Straße und dem kleinen Laden, der schon immer Herrn Wenzel gehörte, nicht viel zu bieten hatte. Die Menschen in diesem Ort lebten ohne viel Abwechslung hier. Freundlich zueinander, ja das schon, jedoch verhalten.
Vielleicht wäre es anders gekommen, wären einzelne, kleine Häuser an der großen Straße nicht gestrichen worden. Vielleicht hätten die unerwarteten Besuche des Verwechselns jede Menge Gesprächsanlässe geboten?
Aber da dies passiert war, so begann irgendwann, schleichend, das große Schweigen im Ort und es führte dazu, dass viele Menschen, trafen sie sich auf der Straße, einfach nur ohne aufzusehen mit einem kurzen Nicken aneinander vorbei gingen.
Kein: Hallo, wie geht es dir, oder: Lange nicht gesehen, was gibt’s Neues?
Nein, es war eben nur ein kurzes Nicken, mit dem man einander die gegenseitige Wahrnehmung signalisierte.
Das machten hier nicht nur die Erwachsenen, sondern auch die Kinder des Ortes. Sie hatten sich die Kopfbewegungen so genau von ihren Eltern abgeschaut, dass man sie manchmal nur an der Körpergröße voneinander unterscheiden konnte.
Als Liv damals in die Stadt zog, schaffte sie es nicht, all diese lang behüteten Gewohnheiten des Ortes abzulegen. Kaum aufzuschauen, nur kurz zu nicken und dann schnell seines Weges zu gehen, das ging für ein Studium nicht. Es sollte miteinander gesprochen und gearbeitet, auch Theorien, aber auch eigene Gedanken und Überlegungen waren zu hinterfragen. Liv aber ging dort den anderen jungen Menschen aus dem Weg und scheute sich, sie anzusprechen. Außerdem verlief sie sich gefühlt ständig, da es in der Stadt natürlich nicht nur eine, sondern viele große, lange Straßen gab. Einmal wäre sie fast überfahren worden, weil sie, ohne es zu bemerken, einfach auf eine der Straßen gelaufen war. So abgelenkt war sie von den vielen miteinander sprechenden, einander zugewandten Menschen, die ihre Zeit mal gemeinsam, mal ohne den anderen verbrachten, sich aber trotzdem immer wiederfanden. Liv fand eigentlich nichts und niemanden dort wieder. Die wenigen Menschen, die sie kennen lernte, erzählten einander so viel, dass Liv jedes Mal fast schwindelig davon wurde. Liv konnte dies nicht. Sie wollte ihre eigenen Gedanken festhalten und sie nicht einfach frei-, oder anderen überlassen.
So war das damals und dann brauchte Herr Wenzel jemanden, der ihn im Laden unterstützte.
Liv packte weiter Kartons aus. Im nächsten befanden sich Netze mit kleinen bunten Glasmurmeln, manche einfarbig, andere durchsichtig, durchzogen mit farbigen Schlieren. Am Schönsten fand Liv einfarbige in sattem Rot oder Grün oder Blau mit kleinen weißen Glaspunkten darauf. Sie hängte die Netze an eine Seite des großen, roten Ständers mit den alten Spielzeugen. Liv bewunderte sie zwar und staunte über die verschiedenen, in sich verschlungenen Farben im Inneren der Murmeln, fragte sich jedoch immer dasselbe beim Auspacken und Einsortieren.
„Herr Wenzel, hat die Murmeln in den letzten Jahren jemals irgendwer gekauft?“
Liv sah über die Schulter Herrn Wenzel hereinkommen, dabei füllte sie den Ständer weiter auf. Dieser wurde merklich immer voller und kaum hielten die Netze noch darauf.
„Schön, nicht wahr?“, erwiderte Herr Wenzel langsam und sah versunken die Murmeln an. „Stimmt, die hat schon lange niemand mehr gekauft! Ich frage mich, warum eigentlich nicht?“
„Vielleicht sollten wir mal etwas Neues ausprobieren?“
Vorsichtig hatte Liv die Worte ausgesprochen. Aber Herr Wenzel schien sie trotz dessen nicht gehört zu haben oder hören zu wollen, denn er wandte sich ab und ging wortlos in den hinteren Teil des Ladens.
Plötzlich und ungewohnt öffnete sich die Ladentür. Die kleine Glocke über der Tür ertönte – Liv erschrak jedes Mal bei diesem seltenen Geräusch - und ein ihr bisher unbekannter Mann trat ein.
Liv schaute auf und blickte ihn an. Der Mann kam nicht aus dem Ort, sonst hätte Liv ihn gekannt.
Er schritt mit aufrechtem, offenem Gang herein und Liv schien es augenblicklich so, als würde sein klarer Blick nicht nur in den Laden, sondern direkt in sie hineinschauen.
Was war denn das? Sie erschauderte, blickte schnell und verunsichert zu Boden. Kurz widerstand sie dem spontanen Impuls ihm einfach zuzunicken, den Blick schnell abzuwenden und wortlos die Waren einfach weiter einzuräumen.
Schöne blau-grüne Augen und ein freundliches Lächeln hatte der Mann. Das hatte sie sofort bemerkt, bevor sie seinem Blick ausgewichen war. Zielstrebig schlenderte der Mann durch den Laden, blieb bei dem Ständer neben Liv stehen und schaute nun auf die Glasmurmeln.
„Dass es die noch gibt!“
Seine Stimme klang überrascht und ein wenig nachdenklich. So als spräche er eigentlich mit sich selbst.
Liv musste lachen. Auch Herrn Wenzel schien das ungewohnte Geräusch der Türglocke aus dem hinteren Teil des Ladens gelockt zu haben, denn nun stand auch er da und schaute irritiert zu dem Mann herüber.
„Möchten Sie Glasmurmeln kaufen?“, fragte Liv ihn schnell und ungläubig. Sie fasste es nicht und fast hätte sie laut losgelacht. Sein Blick hob sich und er schaute ihr erneut direkt in die Augen.
„Ich glaube im Moment nicht…, aber warten Sie, wenn ich es mir recht überlege…"
Er lächelte und zwinkerte ihr kurz zu.
„Ich nehme ein Netz! Ich habe schon lange nicht mehr an Glasmurmeln gedacht. Aber irgendwie scheint momentan die Zeit für Dinge zu sein, an die man schon lange nicht mehr gedacht hat oder die man mal wieder denken sollte. Da passen die Murmeln prima.“
Das waren ganz schön viele Worte für den kleinen Laden.
Liv schaute den fremden Mann ungläubig an. Sie fragte, ob er noch etwas anderes bräuchte. Sie wusste nichts anderes auf seine Worte zu erwidern.
„Eigentlich brauche ich einen neuen Stift. Ich bin einfach losgefahren und habe doch tatsächlich keinen Stift eingepackt.“
Eine ruhige, angenehme Stimme.
Die Verwirrung in Liv nahm immer weiter zu. Wen hatte sie hier eigentlich vor sich?
Ein Mann, ungefähr in ihrem Alter, der Glasmurmeln kaufte und einen Stift brauchte. Eigentlich kannte sie fast niemanden, der einfach so ein Netz Glasmurmeln gekauft und noch dazu einen Stift benötigt hätte. Eigentlich auch nicht nur fast – sie kannte einfach niemanden! Einen USB – Stick oder ein neues Ladekabel für Computer oder Handy, weil man es mal wieder vergessen hatte, ja, das schon, nur gab es das hier leider nicht. Aber einen Stift und die Murmeln?
Schweigend führte sie ihn hinüber zu den Stiften, von denen Herr Wenzel eine unsagbare Auswahl vorzuweisen hatte. Auch konnte man jeden Stift wirklich noch ausprobieren. Dafür lag immer ein kleiner, weißer Block bereit. Und man konnte sich sogar Zeit nehmen. Richtig viel Zeit, da man sowieso meist allein im Laden war und niemand von hinten drängelte. Der Mann lächelte fast glücklich und testete einen Stift nach dem anderen. Nachdem er sich für einen schwarzen Kugelschreiber entschieden hatte, kam er an die Kasse und fragte Liv nach dem Weg zur einzigen Pension des Ortes.
Die Wegbeschreibung fiel Liv nicht schwer. Auch für den Mann war sie leicht zu verstehen, da die Pension ganz am Ende der großen, langen Straße rechts lag. Dort, wo sich die Straße das einzige Mal leicht bog. An ihr standen nebeneinander nur die kleinen Häuser mit dichten Gardinen an den kleinen Fenstern, alle gleich grau, nur wenige weiß, mit kleinen Vorgärten und einem Schuppen dahinter. An alle Häuser schloss sich ein großer Garten an, der früher und auch noch heute manchmal die Versorgung der Familie bedeutete.
Nur hin und wieder zweigten von der großen Straße kleine Wege ab, die dann meist umgehend aus dem Ort herausführten.
„Machen Sie hier Urlaub?“
Diese Frage platzte aus Liv heraus, weil sie es sich einfach nicht vorstellen konnte. Schnell biss sie sich auf die Zunge.
Herr Wenzel mochte es nicht besonders, wenn man im Laden viel redete und erst recht nicht, wenn man neugierige Fragen stellte!
Da es nun aber geschehen war, könnte der Mann ihr eigentlich auch antworten. Allerdings schaute er sie erst einmal nur lange an.
So lange, dass Liv sich fragte, ob sie vielleicht etwas anderes gesagt habe, es aber nicht gemerkt hatte?
Vielleicht so etwas wie:
Nimm mich mit!
„Nein“, antwortete er langsam. „Urlaub kann man es nicht ganz nennen. Leider muss ich jetzt los, einchecken.“
Er lachte, seine Augen blitzten noch kurz auf. Dann drehte er sich um und schlenderte zur Ladentür hinaus.
„Was war denn das?“
Schnell lief Liv zu Herrn Wenzel hinüber und schaute ihn an.
„Ja, was war das? Ich würde sagen, das war jemand, der Glasmurmeln mag und extra deswegen den Weg zu uns gefunden hat.“
Damit drehte sich Herr Wenzel ebenfalls lächelnd von ihr weg.
Naja, so konnte man es vielleicht auch sehen, aber Liv war da skeptisch.
Nachdem Liv Feierabend gemacht hatte, radelte sie wieder die große Straße entlang. Es war ein schöner Abend, die Sonne schien noch warm zu ihr herunter und verwandelte die Wiesen hinter den Häusern mit ihrem warmen Licht. Liv drehte einfach den Lenker und bog auf einen schmalen Weg ein, der direkt zu einem kleinen Wäldchen am Rand des Ortes führte. Das hatte sie schon lange nicht mehr gemacht, aber heute erschien es ihr richtig. Sie wollte jetzt nicht direkt nach Hause fahren.
Eine kleine Steigung mit sandigem Untergrund lag vor ihr und damit sie sie bewältigen konnte, musste sie etwas schneller in das Pedal treten. Die kurze Anstrengung tat ihr nach diesem Arbeitstag gut.
Es war ein ungewöhnlicher Arbeitstag gewesen. Nicht so still wie sonst. Livs Gedanken kehrten zu dem Mann im Laden zurück.
Sie sprang vom Rad, legte es vorsichtig ins Gras, ging ein paar Schritte weiter und setzte sich auf die Lichtung. Der Boden war tatsächlich schon von den Sonnenstrahlen erwärmt. Kurz strich sie mit ihren Händen durch das warme Gras.
Liv schaute sich um und atmete tief ein. Sie war schon lange nicht mehr hier gewesen. Von hier aus konnte man zum Ort hinüberschauen. Er sah klein und unscheinbar aus, aber Liv mochte die wenigen Häuser, die Tiere auf den Wiesen davor und im Hintergrund tauchte der Wald auf. War klein und unscheinbar nicht genug? Groß und prunkvoll hätte viele Menschen angezogen, die man hier nie haben wollte. Liv reichten auch diejenigen, die an der großen Straße entlang wohnten. Eine überschaubare, einschätzbare Anzahl von Menschen.
Früher war sie häufiger hergekommen. Genau an diese Stelle. Meist wenn sie nichts anderes mit sich anzufangen wusste, auch wenn sie über das Verschwinden im Allgemeinen nachdenken musste. Und das passierte ihr damals öfter.
Dann ging sie immer an diese Stelle hier am Wäldchen. Sie wurde von jedem hier im Ort nur Schraders Hütte genannt.
Schraders Hütte war nämlich auch so etwas, das eigentlich verschwunden war und über dessen Verschwinden niemand redete. Alle schauten nur schweigend dem Verschwinden zu.
Es war so ein Ort, der schon immer Schraders Hütte war und an dem sich nun jedoch nur noch eine kleine Wiese vor einem kleinen Wäldchen befand. Nichts erinnerte augenscheinlich an das Zuvor. Nur die Gedanken daran ließen die Hütte einfach weiterleben.
Schraders Hütte gab es schon ewig nicht mehr. Der kleine Holzschuppen war vor vielen Jahren einfach eingestürzt und nach und nach hatten sich entweder Schraders selbst oder Wagners oder Franks die einzelnen Holzbalken abgeholt. Sie wurden vielleicht verbrannt oder man baute aus den alten Balken einen neuen Hühnerstall, niemand wusste es so genau. Man redete auch nicht weiter darüber. Man ließ sie eben einfach nicht liegen und so verschwanden sie eines Tages vollkommen. Ebenso wie die ganze Hütte.
Dieses ewige Verschwinden, dachte Liv gerade, als sie umgehend wusste was nun kommen würde. Sie spürte den leichten Schwindel schon, bevor er wirklich da war. Eigentlich sollte sie es einfach bleiben lassen, dieses ewige Nachdenken. Immer im Kreis, ohne Ausweg und Lösung, das brachte doch nichts.
Aber wenn es ihr einfiel, war es meist schon zu spät. Dann konnte sie es nicht mehr so leicht abwenden.
Schnell kauerte sie sich zusammen, umfasste ihre Beine mit den Armen und legte ihren Kopf auf die Knie.
Hörte das denn nie auf? Wie oft hatte sie hier schon so gesessen? Lag es vielleicht an diesem Ort?
Vielleicht aber konnte sie sich ja jetzt mit den Gedanken an den Mann im Laden einfach überlisten? Einfach ablenken! Aber Livs Gedanken wollten sich wohl heute nicht so einfach austricksen lassen. Auch der Schwindel blieb noch etwas dabei.
Früher, ja da hatte sie Angst bekommen, wenn er kam. Damals hatte noch ihr ganzer Körper auf ihn reagiert. Dann hatte sie gelernt damit umzugehen. Noch nicht vollständig, das wäre wohl zu viel verlangt gewesen, aber schon so, dass sie dieser verdammte Schwindel nicht mehr vollkommen aus der Bahn warf. Sie hatte wirklich hart daran gearbeitet und auch professionelle Hilfe in Anspruch genommen.
„Du brauchst professionelle Hilfe!“, hatte Kathi eines Tages, völlig aus dem Zusammenhang gerissen, zu ihr gesagt und Liv die Karte einer Therapeutin in die Hand gesteckt. Weiter wurde nicht darüber gesprochen.
Bei der professionellen Hilfe hatte Liv dann tatsächlich angerufen und so lernte sie Frau Harnisch kennen. Frau Harnisch zeigte Liv verschiedene Entspannungstechniken, auch sie mochte das Reden wohl nicht so gerne. Auf jeden Fall lernte Liv bei ihr mit diesem Schwindel umzugehen.
Auch heute überdauerte sie ihn einfach. Sie harrte besonnen aus, ließ ihn vorbeiziehen. Dabei dachte sie an Frau Harnisch. Wie hatte sie es ihr damals gezeigt? Langsam und ruhig weiteratmen. Dann würde er weniger werden. Der Schwindel arbeitete immer nach demselben Muster. Erst kam er mit einer Wucht, vollkommen unvermittelt und glich damit einem Sturm, der weder von der Wettervorhersage im Vorfeld angesagt wurde, noch sich schon lange durch dichte, dunkle Wolken ankündigte. Er kam unvermittelt und ging dann einfach langsam durch sie hindurch. Wobei er immer kurz wartete, ob er nicht doch noch bleiben konnte. Liv trickste ihn mit einigen weiteren ruhigen Atemzügen aus und dann entfernte er sich von ihr. Sie fühlte sich danach zwar erschöpft, aber siegreich.
So ein Mist!
Eigentlich wollte sie doch hier im Gras die letzten Sonnenstrahlen des Tages genießen.
Eigentlich war sie doch nach der Arbeit nicht einfach direkt nach Hause gefahren, um diesen Mittwoch zu einem wirklichen Mittwoch werden zu lassen. Um ihn nicht mit dem gestrigen Dienstag zu verwechseln - aber an diesem verschwundenen Platz ging das wohl für sie nicht so einfach.
Während sie nun so abwartend im Gras kauerte, erinnerte sie sich an ihre Treffen mit Maris an diesem Ort.
Liv kannte Schraders Hütte nur von Fotos. Als sie noch klein war, da traf sie sich genau an dieser Stelle oft mit ihrer Freundin Maris. Sie spielten hier Nachmittage lang.
Stundenlang erbauten sie imaginäre Wände und Zimmer der nicht mehr existenten Hütte und guckten aus Fenstern im Unter- und Obergeschoss heraus.
Liv und Maris verband nicht nur das gemeinsame Spiel. Sie hatten auch beide einige Erfahrungen mit dem Verschwinden.
Zum Glück entspannte sich Livs Körper nun merklich und sie löste die Umklammerung ihrer Beine und streckte sie im warmen Gras aus. Na, das ging ja gerade noch. Kurz hing sie noch ihren Gedanken an die Hütte und den Spielen mit Maris nach.
Ein Spiel mochten beide Mädchen damals besonders gerne. Sie fokussierten sich dabei auf ihre verschwundenen Väter. Sie dachten sich aus, dass ihre Väter einen Pakt hatten schließen müssen, bei dem es nur eine Entweder – oder - Möglichkeit gab.
