Lord der News - Carlos Gerardo - E-Book

Lord der News E-Book

Carlos Gerardo

0,0
3,49 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Lord der News - Comic plus* aus der Reihe Abenteuer in Digitized World. Fake News und Desinformation sind ein Teil des Internets, mit dem wir alle notgedrungen konfrontiert sind. In diesem Heft geht es darum, wie Desinformation zu erkennen ist und warum viele auf Fake News hereinfallen. Die Reihe Abenteuer in Digitized World bereitet aktuelle Themen der Digitalisierung in leicht verständlicher Art und Weise auf. *Comic plus - die jeweiligen Themen werden mittels Comic und einem ergänzenden Sachbuch-Kapitel abgehandelt.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 15

Veröffentlichungsjahr: 2021

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Lord der NewsComic + Sachbuch - KapitelEthik, Moral und Desinformation

Graphik + Story: Carlos Gerardo Sachbuch Text: Walter Karban

© inMotion Publishing 20192. Auflage 2021ISBN: 978-3-903051-01-0

Ethik, Moral und digitale Desinformation

Vortrag an der Donau Universität Krems im Rahmen der Sicherheitskonferenz Oktober 2019

Abstract

Ethik und Moral - Definitionen und Unterschiede - moralische Dogmen und ethische Reflexionen - unterschiedliche sittliche Normen von Gruppen führen zu unterschiedlichen „Moralen“

Information - „in Form“ gebrachte (gewissen Regeln folgende) Sichtweise - folgt einem definierten Ziel und dabei einer „Ökonomie der Aufmerksamkeit“. Theorien der Netzwerke bestätigen diese Beobachtungen und verstärken mit der Menge der verfügbaren Verhaltensdaten die Möglichkeiten der Steuerung (Kybernetik - > Cyberspace). Aus dieser Sicht wird durch digitale Desinformation die mögliche Entscheidungsfreiheit eingeschränkt.

Mögliche Lösung in einer immer komplexer werdenden Welt: Medienkompetenz, Wissen um die Mechanismen und differenzierter Medienkonsum.

Ethik und Moral

Die Veränderung der Gesellschaft durch die Digitalisierung hat einen Diskurs über Ethik und ethisch bedingtes Handeln im Zusammenhang mit digitalem Wandel, künstlicher Intelligenz und Machine Learning, aufkommen lassen. Ethik wird im allgemeinen Sprachgebrauch gerne synonym mit dem Begriff der Moral verwendet. Ein Blick auf die eigentliche Bedeutung zeigt, dass Ethik sich als Wissenschaft mit den Bedingungen und der Bewertung von sittlich begründbarem Handeln von Menschen auseinandersetzt. Dies verlangt zwar ausgiebige Reflexion von moralischem Handeln, ist jedoch keineswegs mit der Bedeutung von Moral gleichzusetzen. Schon in der griechischen Antike wurde Ethik als Charakter oder sittliche Gesinnung verstanden und üblichen Gewohnheiten, Sitten und Gebräuchen gegenüber gestellt. So gelten die griechischen Philosophen Sokrates und Aristoteles als Begründer der Ethik als philosophische Disziplin.

Moral - vom lat. mos / mores - entspricht den Begriffen „Sitte, Gewohnheit, Brauch“ und stellt sich als gesellschaftlich geprägte Verhaltensnorm dar. Sitte / Moral ist somit vom gesellschaftlichen Kontext abhängig und kann damit in unterschiedlich geprägten Gesellschaften andere sittliche Normen hervorbringen - unterschiedliche sittliche Normen von Gruppen führen so zu unterschiedlichen „Moralen“ . Dies führt zu moralisch bedingten Dogmen und damit zu einer Art „erhobenem Zeigefinger“. (Förster 1993)

Der Begriff der sittlichen Normen von Gruppen verlangt eine Definition der Zusammengehörigkeit. Sprachen könnten dafür herangezogen werden. Ein Blick auf die Anzahl von lebenden Sprachen wieder vermittelt ein ausgesprochen komplexes Bild. Auf der Welt werden zur Zeit ca. 5.600 (Ethnologue 2019) Sprachen gesprochen, die Vielfältigkeit wird durch unterschiedliche Dialekte noch gesteigert. Es scheint plausibel, dass mit jeder Sprache auch unterschiedliche Sitten und Gebräuche verbunden sind - dies führt zu unterschiedlichen moralischen Anforderungen. Zieht man dazu noch andere Gruppenspezifika in Betracht, so kann man mit Fug und Recht davon ausgehen, dass auch die Mafia ihre eigene Moral hat. (Thurnhofer 2018)

Ethik untersucht im Gegensatz dazu gleichsam die „Bedingung der Möglichkeit“ unterschiedlicher moralischer Normen und versucht, allgemein gültige Aussagen für gutes und schlechtes Handeln zu finden, die als Prinzip auf alle zwischenmenschlichen Aktionen anzuwenden sind. Ethik ist somit als reflexive (wissenschaftlich beobachtende) Betrachtung moralischer Regeln zu verstehen und stellt die Frage nach dem richtigen Handeln („an sich“).

Eine kurze Betrachtung zweier solcher Prinzipien von berühmten Philosophen soll dies verdeutlichen. Immanuel Kant hat mit seinen Gedanken die Zeit der Aufklärung maßgeblich beeinflusst - seine Formulierungen des sogenannten „Kategorischen Imperativs“ definieren ein grundlegendes Prinzip der Ethik und gelten für alle Wesen, denen Vernunft zugesprochen wird.

Jeder Mensch sollte demnach seine Handlungen daraufhin untersuchen und beurteilen, ob sie immer und ausnahmslos diesem Prinzip folgen würden. Die so genannte Zweckformulierung dieses Prinzips lautet: „Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst.“ (Kant 2007, GMS 433)

Die damit aufgestellte Forderung, Menschen niemals als Mittel zum Zweck zu benutzen, werden wir in der Folge gemeinsam mit der „unsichtbaren Hand“ von Adam Smith, einem schottischen Moralphilosophen, der sich auch intensiv der Nationalökonomie widmete, betrachten.

Die von Adam Smith formulierten Prinzipien der Ökonomie veranlassen wohl auch, dass seine „unsichtbare Hand“ von liberal denkenden Ökonomen ins Treffen geführt wird, sobald es um Automatismen des Marktes geht. Die Idee des Sozialethikers Smith findet sich mehrmals in seinen Schriften im Zusammenhang mit ökonomischen Überlegungen - einerseits in Bereich der Mikroökonomie (Smith 2010) - Theorie der ethischen Gefühle - ein zweites Mal in makroökonomischem Kontext (Smith 1974) mit der Beschreibung mikroökonomischer Effekte - er bezieht sich dabei auf die ethisch bewertbaren Auswirkungen dieser ökonomisch bedingten Handlungen. Dabei sollen die Handlungen von am eigenen Wohl orientierten Personen durch eine gleichsam nicht erklärbare Selbstregulierung auch dem Wohle der Allgemeinheit zuträglich sein.