Love me, maybe - Ellie Cahill - E-Book
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Love me, maybe E-Book

Ellie Cahill

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Beschreibung

Als Joss herausfindet, dass ihr Freund sie betrügt, macht sie Schluss mit ihm. Aber kann sie nach dieser Pleite jemals wieder mit einem Mann zusammen sein? Ihr bester Freund Matt, der auch gerade eine katastrophale Beziehung hinter sich hat, weiß eine Lösung: Sorbet-Sex! Die beiden schlafen miteinander, um danach wieder bereit für eine neue Beziehung zu sein. Das Ganze funktioniert prima - bis Joss merkt, dass sie an nichts anderes mehr denken kann als an Matt. Plötzlich ist Sorbet alles, was sie will. Und ehe sie es sich versieht, hat sie Regel Nummer eins gebrochen: Verliebe dich nicht in Matt!

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Seitenzahl: 450

Veröffentlichungsjahr: 2015

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ELLIE CAHILL

Sorbetnächte

Liebe lieber zwischendurch

Roman

Ins Deutsche übertragen von

Stephanie Pannen

Zu diesem Buch

Als Joss herausfindet, dass ihr Freund sie betrogen hat, ist die Sache für sie augenblicklich gelaufen. Sie macht Schluss, doch das ungute Gefühl bleibt, und Joss kann sich partout nicht vorstellen, sich jemals wieder auf einen Mann einzulassen. Aber wofür hat man einen besten Freund? Matt, der ebenfalls gerade eine katastrophale Beziehung hinter sich gebracht hat, macht Joss einen Vorschlag: Sorbet-Sex! Die beiden schlafen miteinander, um danach wieder bereit für eine neue Beziehung zu sein. Das Ganze muss allerdings nach strengen Regeln laufen: Liebhaber dürfen sie nur für diese eine Nacht sein, am nächsten Tag sind sie wieder beste Freunde, als wäre nichts gewesen. Obwohl alle ihre Bekannten sie für verrückt erklären und ihnen prophezeien, dass das Ganze in Tränen und gebrochenen Herzen enden wird, funktioniert ihr Arrangement sechs Jahre lang einwandfrei… bis zu dem Zeitpunkt, an dem Joss merkt, dass sie an nichts anderes mehr denken kann als an Matt. Plötzlich ist Sorbet alles, was sie will, und ehe sie sich versieht, hat sie die wichtigste Regel gebrochen: Verliebe dich nicht in deinen Sorbet-Partner!

Für Joe, danke für alles.

1

Gegenwart

Es hatte Wochen gedauert, ausreichend Mut aufzubringen, aber an einem sonnigen Freitag im Mai war ich endlich bereit, Matt zu sagen, dass wir so nicht weitermachen konnten. Aber natürlich hing ich in der Praxis fest.

Ich fühlte mich den ganzen Nachmittag, als ob ich ganz vorn auf einem hohen Sprungbrett stehen würde. Die Nervosität machte mich fertig. Als ich mit dem letzten Patienten des Tages fertig war – einem Kaninchen namens Bugs –, drängte ich Nellie durch die Betäubungsmittelkontrolle und die Sterilisierung der Instrumente. Ich wollte endlich mit Matt telefonieren. Wie gestern.

Als ich mir meine Tasche schnappte, um mein Handy herauszuholen, fand ich es nicht. Oh, bitte lass es im Auto sein, bitte lass es im Auto sein … Es wäre typisch, wenn ich mein Handy genau an dem Tag verlieren würde, an dem ich endlich den Mut aufbrachte, mit ihm zu reden. Mein Herz klopfte wie wild, als ich zum Parkplatz lief.

»Komm schon, komm schon, komm schon …« Ich legte meine Hände auf die Scheibe und spähte hinein. Dort lag das Handy auf dem Boden des Beifahrersitzes. »Oh, vielen Dank!« Ich wusste nicht, mit wem ich sprach. Die Worte drängten einfach aus meinem Mund heraus, und eine Welle der Erleichterung ließ meine Knie schwach werden.

Ich schnappte das Handy und presste es fest an meine Brust. Dann atmete ich tief durch. Ich würde das schaffen.

»Ruf ihn einfach an. Du musst ihn nur anrufen. Den Rest überlegst du dir später.«

Aber als ich auf das Display sah, wartete bereits eine Textnachricht von Matt auf mich.

Joss, ich brauche dich heute Abend. Ruf mich an.

Mir schlug das Herz bis zum Hals. Er würde mir nur aus einem einzigen Grund sagen, dass er mich brauchte, und zwar nach einer Trennung. Er war mit jemandem zusammen gewesen? Der Gedanke wirkte auf mich, als würde mir jemand einen Eimer mit Eiswasser über den Kopf schütten.

Die ganze Zeit, die ich überlegt hatte, wie ich ihm meine Liebe gestehen könnte, war er mit jemandem ausgegangen? Er hatte nie ein Wort darüber verloren.

»Oh Gott, ich bin so ein Idiot!« Ich ließ den Kopf auf das Lenkrad fallen. Ein wenig härter als erwartet. »Autsch!«

Vielleicht hatte ich etwas missverstanden. Vielleicht hatte er es aus Versehen geschrieben. Vielleicht hatte sein Autokorrekturprogramm eine dieser verrückten Sachen gemacht … vielleicht klammerte ich mich auch an jeden Strohhalm.

Ein Klopfen am Fenster ließ mich zusammenzucken. Es war meine Arbeitskollegin und Freundin Nellie, und sie lachte so sehr, dass ihr Pferdeschwanz wild auf und ab hüpfte. Ich schaltete den Motor aus und öffnete das Fenster.

»Das war wahnsinnig komisch«, sagte sie.

»Du hast mich zu Tode erschreckt.«

»Ja, ja. Ruf ihn an.« Ihre Stimme klang nun wieder ernst.

»Aber er …«

»Ah-ha!« Sie hob warnend den Zeigefinger. »Ist mir egal. Vor fünf Minuten warst du so weit, und ich werde nicht zulassen, dass du dich jetzt wieder herauswindest.«

»Aber ich glaube …«

»Stopp!«

»Nel–«

»Shhh!«, zischte sie. »Ruf ihn an. Jetzt sofort.« Und als ich mich nicht bewegte, tat sie so, als würde sie durch das Fenster greifen und es selbst tun.

Ich brachte mein Handy schnell aus der Gefahrenzone und stieß dabei mit dem Handrücken gegen die Plastikperlenkette, die am Rückspiegel hing. Die Perlen klimperten fröhlich. »Schon gut. Ich mach’s.«

Sie stützte die Ellbogen auf den Fensterrand und gab mir mit einer Geste zu verstehen, dass ich fortfahren solle.

»Ich werde es nicht in deiner Gegenwart tun.«

»Wähl die Nummer, und ich bin sofort weg.«

Ich starrte sie böse an, aber sie machte einfach dieses typische Nellie-Gesicht, das sagte: »Versuch ruhig, mir das auszureden. Viel Glück dabei.«

»Ich hasse dich«, sagte ich, drückte aber den Kurzwahlknopf für Matt. Ich drehte das Display so, dass sie seinen Namen und seine Nummer sehen konnte.

»Vielen Dank.« Ihr Tonfall war jetzt ziemlich angriffslustig. »Und du rufst ihn bitte wirklich an, sonst werde ich dir am Montag eins mit dem Schuh überziehen, verstanden?« Und mit einem letzten drohenden Wackeln ihres Zeigefingers verschwand sie.

»Du bist eine furchtbare Freun–«, konnte ich ihr gerade noch hinterherrufen, als Matt mich unterbrach.

»Hallo?«

Sofort hatte ich Schmetterlinge im Bauch. »Ich hab deine Nachricht bekommen.«

Er kam direkt zur Sache. »Hast du Zeit?«

»Ja.« Ich hoffte, dass er nicht merkte, wie nervös ich war.

»Was hältst du von einem Abendessen?«

»Hm?« Ich blinzelte.

»Abendessen? Du weißt schon, wenn man isst?«

Ich musste unwillkürlich lächeln, obwohl mein Magen brannte. »Ja, ich weiß, was Abendessen ist.«

»Also, hast du Lust?«

Vielleicht hatte ich seine Nachricht wirklich falsch interpretiert. Vielleicht war es wirklich eine dieser Autokorrektur-Katastrophen gewesen. »Ähm, klar, hab ich.«

»Um sieben?«

»Okay.«

Wir verabschiedeten uns und beendeten das Gespräch. Ich starrte das Handy einen Moment lang an. Er hätte niemals ein Abendessen vorgeschlagen, wenn er nur Sorbet gewollt hätte. Also würde ich heute Abend vielleicht doch meine Gelegenheit bekommen. Der Gedanke ließ meinen Magen in eine krasse Bodenturnübung gehen. Mein Herz raste, und auf meiner Stirn war kalter Schweiß ausgebrochen. Ich würde jede Menge Mut brauchen, wusste aber leider nicht, wo ich auf dem Weg nach Hause noch welchen kaufen konnte.

Verdammt!

Die letzten sieben Jahre hatten zu diesem Punkt geführt. Es war eigentlich ein Wunder, dass wir nach allem, was wir durchgemacht hatten, überhaupt noch miteinander sprachen, und jetzt würde ich das alles riskieren.

Und dabei hatte es überhaupt nur wegen meiner Unfähigkeit, Bier zu trinken, angefangen.

2

Sieben Jahre zuvor … das erste Studienjahr

Matt Lehrers Mitbewohner war vor allem ein Diplomat. Das wurde mir mitten in seinem offensichtlich nicht ganz so spontanen Besuch in unserem Zimmer klar, das zufällig direkt über seinem lag. Er war gekommen, um uns zu einer Party einzuladen, ein paar Stunden bevor er vorhatte, ein Fass Light-Bier durch das Fenster hereinzuschmuggeln. Eigentlich wollte er nur dafür sorgen, dass meine Zimmergenossin Rachel und ich ihn nicht verpfiffen. Das hätten wir ohnehin nicht getan, aber das wusste er nicht, und ich würde die Einladung bestimmt nicht ablehnen. Ich war endlich selbstständig – na ja, so selbstständig, wie man in einem Zweibettzimmer im Wohnheim der Universität von Wisconsin-Madison sein konnte – und entschlossen, meine gerade eben gewonnene Freiheit auszukosten. Oder in diesem Fall eben das Light-Bier.

Rachel war mir ziemlich ähnlich – ein gutes Mädchen aus gutem Haus mit einem Freund, der gerade eine Fernbeziehung geworden war. Sie war sich mit der Party nicht so sicher, war aber bereit mitzukommen. Ich kannte niemanden dort, was zwar zu erwarten war, mich aber sehr unsicher machte. Ich fühlte mich noch kleiner als meine gewöhnlichen 1,57 Meter, und meine lockigen – seien wir ehrlich, damals ziemlich krausen – rotblonden Haare hatten die Wirkung einer Werbeanzeige zum Anderssein. Der einzige freie Platz, auf dem Rachel und ich sitzen konnten, war am unteren Ende eines der beiden Betten, eingekeilt zwischen einem großen Typen aus Wisconsin und der Ziegelwand. In dieser Position war es schwer, den Plastikbecher mit Bier an den Mund zu führen, aber das war schon in Ordnung. Ich hatte ziemlich schnell festgestellt, dass ich (a) den Geschmack von Bier nicht mochte und dass er (b) immer übler wurde, je wärmer das Bier in meiner Hand wurde.

Unser Gastgeber spielte Türsteher und schleuste Leute in kleinen Gruppen in den Raum wie ein Möchtegern-Fluchthelfer. Nur ein paar Zentimeter von Rachels nackten Knien entfernt hockte ein dunkelhaariger Typ auf dem Schreibtisch. Er warf einen Blick auf meinen Becher und sah mich komisch an. Schnell trank ich einen Schluck.

»Wie heißt du noch mal?«, fragte er mich.

»Jocelyn Kiel«, antwortete ich und schob schnell hinterher: »Joss.« Die einzigen Menschen, die meinen vollständigen Namen benutzten, waren Lehrer, Ärzte und meine Eltern, wenn ich in Schwierigkeiten steckte.

»Matt Lehrer.« Er streckte mir seine Hand entgegen, die ich unbeholfen mit meiner Linken schüttelte. Ich war nicht daran gewöhnt, jemandem die Hand zu geben, hätte mich aber noch blöder gefühlt, wenn ich sie nicht beachtet hätte. Seine Hände waren warm und sein Griff fester, als ich erwartet hatte.

»Bist du auch hier aus diesem Wohnheim?«, fragte ich.

»Ich wohne hier.« Er deutete auf den Boden. »Du sitzt auf meinem Bett.«

»Oh!« Ich hatte das Gefühl aufstehen zu müssen, auch wenn er mich hier seit über einer Stunde hatte sitzen sehen. Stattdessen starrte ich die Bettwäsche an, in der Hoffnung, durch sie Rückschlüsse auf ihren Besitzer ziehen zu können. Sie war dezent, braun-blau gestreift und viel zu neutral, um irgendetwas auszusagen. »Das ist cool.«

»Ihr seid die Mädchen von über uns, oder?«, fragte er und deutete dabei auf Rachel und mich.

»Ja. Woher weißt du das?«

Er grinste, wodurch neben seinem Mund Grübchen auftauchten. »Chris hat gesagt, dass ich nett zu euch sein soll.« Sein Blick glitt automatisch zur Tür, wo sein Mitbewohner immer noch Hof hielt. Dann schien er etwas auf der anderen Zimmerseite zu entdecken und stand mit einem verärgerten Gesichtsausdruck auf. »Entschuldigt mich mal kurz.«

Rachel war weggegangen, um sich mit einem Mädchen zu unterhalten, das sie von einer Orientierungsveranstaltung her kannte, und bis Matt zu seinem Platz auf dem Schreibtisch zurückkehrte, hatte mein Bier fast Körpertemperatur angenommen. Er warf einen Blick auf meinen Becher, seufzte und stand wieder auf. Dann flüsterte er mir etwas ins Ohr. »Komm mal kurz mit.«

»Wie bitte?«

»Komm einfach.«

Ich sah ihn misstrauisch an. »Warum?

»Entspann dich, ich habe etwas für dich.«

»Was denn?«

Er blickte umher, um festzustellen, ob jemand in Hörweite war. »Etwas, das ich nicht mit allen hier teilen will, okay?«

»Was soll das sein? Herpes?«

Er riss seine Augen auf und begann zu lachen. »Komm einfach mit.«

Ich sah ihn mir genauer an. Er schien harmlos zu sein – tatsächlich wirkte er wie der Inbegriff eines harmlosen netten Kerls. Außerdem hatte er über meine Herpes-Bemerkung gelacht, also wie schlimm konnte er schon sein? Ich quetschte mich an meinem Nachbarn vorbei und folgte ihm aus dem Raum.

»Wohin gehen wir?«, fragte ich, während wir den Flur entlanggingen.

»Du bist ja ganz schön misstrauisch.«

»Wärst du es an meiner Stelle denn nicht?«

»Entspann dich«, erwiderte er lächelnd und rollte mit den Augen.

Wir verließen das Gebäude durch einen Nebenausgang und durchquerten eine Rauchwolke, die immer in diesem Bereich in der Luft hing. Es war der einzige ausgewiesene Raucherbereich, und er war fast nie leer. Eine kleine Gruppe von Rauchern hing dort ab und lehnte sich gegen ein paar Fahrradständer. Matt führte mich um eine Ecke. Hier, abseits der beleuchteten Wege, war es ziemlich dunkel. Trotz seiner Netter-Junge-Aura wusste ich, dass ich mich nicht hier draußen alleine mit einem Typen herumtreiben sollte. Ich hätte sogar lieber eine Lunge voll Passivrauch genommen, um unter Leuten zu sein. Ich ging langsamer und sah zu den Rauchern zurück.

»Jocelyn, entspann dich doch mal!« Matt lachte. »Ich werde dir schon nichts tun.«

»Es heißt Joss. Und was machen wir hier draußen?«

Er griff in seine Hosentasche und zog eine kleine flache Flasche mit einer klaren Flüssigkeit darin hervor. »Ich habe nicht viel davon, aber du wirkst, als könntest du etwas … Süßeres brauchen.«

Ich zögerte, denn ich hatte das Gefühl, ich wäre in einem dieser Warnfilmchen gelandet, die sie einem immer in der Schule gezeigt hatten. Und war das Annehmen eines Getränks von einem Fremden nicht so etwas wie Nummer 2 auf der Liste der Verhaltensregeln gegen Vergewaltigungen, die in unserem Willkommenspaket enthalten gewesen war?

»Ich schwöre, die ist noch ungeöffnet«, sagte er.

»Du hast das Faltblatt über Vergewaltigungen wohl auch gelesen, was?«, fragte ich lächelnd.

»›Nein bedeutet nein‹«, zitierte er und ließ die Flasche tanzen. »Pfirsichlikör, jetzt auch ohne K.-o.-Tropfen.«

Ich lachte und griff nach der Flasche. Er hatte die Wahrheit gesagt, sie war noch original versiegelt. Mit einem Knacken schraubte ich den Deckel auf und schnupperte daran. Es roch nach Bonbons. Ich dachte mir, dass es auch nicht schlimmer als Bier schmecken konnte, also nahm ich einen kräftigen Schluck. Es schmeckte wirklich nach Bonbons, bis meine Kehle plötzlich brannte.

Ich hustete. »Gut.«

Sein Lachen war nicht gemein, aber ich bekam trotzdem knallrote Wangen.

»Gut.« Er nahm selbst einen Schluck und verzog das Gesicht.

»Was ist?« Ich lachte jetzt auch.

»Ziemlich mädchenhaft.«

Ich lächelte und nahm noch einen Schluck. »Und warum teilst du mit mir?«

»Es hat mich deprimiert, wie du die letzte Stunde dieses Bier gefoltert hast.«

Die Hitze in meinen Wangen breitete sich bis zu meinen Ohren aus. »Ich habe noch nie viel getrunken.«

»Ich auch nicht.«

Ich fragte mich, ob das stimmte, aber es spielte eigentlich keine Rolle. Wir lehnten nebeneinander an der Wand, und die Flasche wechselte zwischen uns beiden hin und her. Matt stand zu seinem Wort und behielt seine Hände bei sich. Vor uns lag eine große Rasenfläche, die optimistisch »Riviera« genannt wurde und gerade voller Glühwürmchen war. An diesem Ende des Campus war nach Einbruch der Dunkelheit praktisch nichts mehr los. Nur ab und an ein Bus und ein Auto, die in Richtung Uniklinik fuhren.

»Kann ich dir was sagen?«, fragte er.

»Schieß los.«

Er nahm noch einen Schluck aus der Flasche und gab sie mir wieder zurück, bevor er weitersprach. »Ich warte eigentlich nur darauf, dass jemand dahinterkommt, dass ich im Grunde überhaupt keine Ahnung habe, was ich hier tue.«

Ich wusste genau, was er meinte. Es war gut zu wissen, dass ich damit nicht allein war.

Er drehte den Kopf, um mich anzusehen, und sein Mundwinkel zuckte nach unten. »Würdest du das bitte nicht weitererzählen?«

Ich lachte. »Warum hast du es mir denn erzählt?«

»Keine Ahnung.« Er kniff die Augen zusammen und ließ sich noch einmal die Flasche von mir geben. »Du siehst aus, als würdest du es nicht gegen mich verwenden.«

»Da sieht man, dass du keine Ahnung hast. Ich könnte der Teufel in Menschengestalt sein.«

»Und, bist du es?«

Ich zuckte die Schultern. »Hab mich noch nicht entschieden.«

»Na dann muss ich dich wohl mit dem Pfirsichlikör bestechen.«

»Woher kommst du?«, fragte ich.

»Mequon.«

Ungefähr vierzig Minuten von meiner Heimatstadt entfernt. Ich kannte die Gegend ein wenig. »Mmm, Junge aus reichem Haus.«

Er grinste. »Wieso, woher kommst du denn?«

»Milwaukee«, antwortete ich.

»Lügnerin.« Er reichte mir die Flasche.

»Elm Grove«, korrigierte ich mich.

»Mädchen aus reichem Haus.«

»Ja, na klar.« Um ehrlich zu sein, stammten wir beide aus ziemlich wohlhabenden Vorstädten. Nicht gerade die Orte, wo die Hiltons und Trumps leben würden, aber komfortabel.

Er antwortete nicht, also blickte ich auf die dunkle »Riviera« und konzentrierte mich auf die Wärme des Pfirsichlikörs, die sich in meinem Inneren ausbreitete. Nach ein paar Minuten hatte sie meinen Nacken erreicht und prickelte in meinem Hirn. Gleichzeitig wurde mir schwindlig. »Whoa.«

»Merkst du was?«, fragte er.

»Ich glaube schon.« Ich drehte meinen Kopf in seine Richtung und bemerkte, dass sich irgendwie alles mitdrehte. »Oh ja!«

»Du verträgst ja gar nichts.« Er lachte.

»Scheint so.« Ich trank noch einen Schluck von dem süßen Likör und reichte die Flasche Matt zurück. »Ich sollte wohl mal ein Weilchen aussetzen.«

Er steckte die Flasche wieder in seine Hosentasche und beugte sich sehr weit vor zu mir. Er roch nach frischer Wäsche.

»Geht’s dir gut?«, fragte er.

»Ja.«

Er musterte mich einen Augenblick. »Sicher?«

Ich nickte, dabei verschwamm meine Sicht. »Ich glaube, ich bin betrunken.«

Er lachte. »Wahrscheinlich nur ein wenig angeheitert.« Er strich mit einem Fingerknöchel über meinen Arm. »Du bist ganz rot.«

»Woher willst du das wissen? Es ist total dunkel.«

Er kam mir noch ein wenig näher und war jetzt nur noch Zentimeter von meinem Gesicht entfernt. »Du bist immer noch rot.«

Mein Herz begann wie wild zu schlagen. Er schien nicht wieder zurückweichen zu wollen. Ich dachte an meinen Freund daheim. Ben, der mich liebte und mir versprochen hatte, dass wir es trotz Fernbeziehung schaffen würden. Was würde er davon halten, dass ich hier draußen im Dunkeln mit diesem Fremden stand? Ich musste die Situation irgendwie entschärfen.

»War Cole Hall deine erste Wahl?« Die Frage war unter Erstsemestern praktisch obligatorisch. Alle wollten wissen, wo man eigentlich hatte unterkommen wollen – der ultimative Schlüssel zu deinem Charakter.

Er zuckte die Schultern. »Hauptsache irgendwo in Lakeshore.« Die Wohnheime auf dem Campus waren in zwei Hauptbereiche unterteilt, Southeast und Lakeshore. Southeast war zentraler, urbaner und neuer. Lakeshore war traditioneller und hatte kleine Gebäude, die um Rasenquadrate herum gebaut waren. Außerdem hatte die Hälfte der Zimmer Aussicht auf den See. »Es ist hier irgendwie netter, findest du nicht?«

»Nett und niedrig«, sagte ich, ohne nachzudenken. Trotz ihrer vielen praktischen Vorzüge waren die Southeast-Wohnheime richtige Hochhäuser, wohingegen selbst die höchsten Gebäude in Lakeshore nicht mehr als vier Stockwerke hatten.

»Was meinst du damit?«

»Oh, ich mag Höhen nicht besonders.« Genauer gesagt habe ich eine wahnsinnige Angst davor, mehr als ein paar Stockwerke über dem Boden zu sein. Es war nicht gerade die Art von Information, die man an jemanden bei einer ersten Begegnung weitergab. Oder überhaupt jemals, wenn es nach mir ging. Manche fühlten sich häufig verpflichtet, andere von ihren Phobien zu heilen, und darauf hatte ich keine Lust. Ich war mit meiner Strategie der Vermeidung völlig zufrieden.

»Das ist witzig«, sagte er und kam mir wieder sehr nah.

»Hier ist es sowieso netter«, fügte ich hinzu, obwohl ich wusste, wie lahm es klang.

Matt legte seine Hand um meine Taille, und ich schluckte. Als sein Mund nur noch einen Atemzug von mir entfernt war, schrillten in meinem Kopf die Alarmglocken. »Ich habe einen Freund.«

Er sah mich an. »Echt?« Er war so nah, dass ich seine Worte ebenso spürte wie hörte.

»Ja. Ben«, erwiderte ich.

»Okay.« Er zog sich zurück, und ich atmete tief durch.

»Oh!« Irgendwie hatte ich erwartet, dass er »Na und?« sagen und mich trotzdem küssen würde. Offenbar war er wirklich so nett, wie er zu sein schien. Oder er hatte dieses Faltblatt über Vergewaltigungen auswendig gelernt. Jedenfalls war er eindeutig nicht der romantische »Na und?«-Typ. Nicht, dass ich das gewollt hätte, erinnerte ich mich. Ich hatte einen Freund.

»Willst du wieder reingehen?«, fragte er. Ich nickte und folgte ihm.

Ich war für meine erste Chemiestunde spät dran. Ich mochte das Fach nicht mal, sondern hatte den Kurs nur belegt, weil ich den Fehler gemacht hatte, meinem Berater zu erzählen, dass ich als Kind Tierärztin hatte werden wollen. Und jetzt hatte ich mich verirrt. Ich fühlte mich wie die dümmste Studienanfängerin, die dieses College jemals gesehen hatte. Während meiner verzweifelten Odyssee durch das Untergeschoss des riesigen Chemiegebäudes hatten sich Tränen der Frustration in meine Augen geschlichen. Ich machte also nicht gerade eine gute Figur, als ich wieder auf Matt Lehrer traf, das erste Mal seit unserem Beinahekuss im Schatten unseres Wohnheims. Wir hatten zumindest darüber nachgedacht, uns zu küssen. Zumindest ich. Ich war sicher, dass er dasselbe gedacht hatte, aber als ich durch die Tür kam, grinste er mich an und deutete mit einem Kopfnicken auf den leeren Platz an dem Tisch neben dem seinen. Offenbar war er nicht sauer, dass ich ihm einen Korb gegeben hatte.

Ich setzte mich auf den letzten freien Stuhl an einem Tisch für vier Personen. Eines der Stuhlbeine war zu kurz, und der Stuhl wackelte so heftig, dass ich mit den Armen ruderte. Matt war auf der anderen Seite des Gangs, aber er schmunzelte über meine hektischen Bewegungen und machte eine Geste, die »Einen Moment« bedeutete. Nachdem er dem Kursleiter bei seiner Vorstellung zugehört hatte, tippte er dem Typen neben sich auf die Schulter und flüsterte: »Hey, würde es dir was ausmachen, mit meiner Freundin zu tauschen?«

Ich musste auf die Bezeichnung mit Befremden reagiert haben, denn Matt zwinkerte mir zu. Der Typ war bereit zu tauschen, und ich wollte nach meiner verspäteten Ankunft nicht noch mehr Aufregung verursachen, also übernahm ich seinen Platz.

Matt lehnte sich zu mir herüber, so nah, dass sein Atem beim Sprechen meine Locken bewegte. »Vielen Dank, der Typ hasst mich.«

Ich hob den Kopf und sah ihn verwirrt an. »Warum hat er dann neben dir gesessen?«

»Er weiß noch nicht, dass er mich hasst.«

»Was?«

»Ich hatte vor, ihn die ganze Arbeit machen zu lassen.«

Ich lachte laut genug auf, dass mich alle ansahen. Ich lief rot an. Matt lachte leise und flüsterte: »Tut mir leid.«

»Das sollte es auch.«

»Ich werde es wiedergutmachen.«

»Wie?«

»Siehst du die beiden auf der anderen Seite unseres Tischs? »Ja.«

»Medizinstudenten. Stipendiaten. Wir werden diesen Kurs auf jeden Fall bestehen.«

Ich drehte mich auf meinem Stuhl zu ihm um. »Du bist ja genauso ein Teufel wie ich.«

»Ein Teufel? Du?« Er sah mich mit einer Mischung aus Ungläubigkeit und Belustigung an.

Ich nickte den beiden Medizinstudenten vor uns zu. »Ich kann Texte lesen, die auf dem Kopf stehen.«

Er grinste, und wir stießen unter dem Tisch unsere Fäuste gegeneinander.

Und so wurden Matt und ich Laborpartner und Freunde.

Anfang Oktober rief mich mein Freund Ben an, um mir zu sagen, dass er mich am Wochenende besuchen werde. Ich war so aufgeregt, dass ich kaum denken konnte. Es war das erste Wochenende, das Ben und ich allein miteinander verbringen würden. Ich fühlte mich ganz erwachsen, auch wenn ich das nie zugegeben hätte.

Rachel wusste, wie froh ich war. Es war auch kaum zu übersehen; ich kletterte praktisch die Wände hoch. Am Freitagnachmittag verzog sie sich netterweise.

Um sechzehn Uhr hatte ich bereits gesaugt, das Bett neu bezogen, geduscht und mich frisiert. Da es nichts weiter zu tun gab, saß ich auf meinem Bett und gab vor, Fernsehen zu schauen, starrte in Wirklichkeit aber immer wieder auf die Uhr. Die Minuten zogen sich. Es war fast unerträglich, nicht zu wissen, wann er ankommen würde.

Um sechzehn Uhr zweiundfünfzig ließ mich ein Klopfen an der Tür aufgeregt aufspringen. Als ich die Tür öffnete, erwartete mich Bens lächelndes Gesicht.

»Hi!«, quietschte ich und schlang meine Arme um ihn.

»Hi«, antwortete er und umarmte mich fest. Ich küsste ihn. Er führte mich rückwärts ins Zimmer, ohne seine Lippen von meinen zu nehmen.

»Schön, dich zu sehen«, hauchte ich und versuchte meine Hände auf jeden Zentimeter von ihm gleichzeitig zu legen.

»Es ist schön, dichzu sehen.«

Ich half ihm aus seiner Jacke und ließ seinen Rucksack auf den Boden plumpsen. Dann ließen wir uns küssend auf mein Bett fallen, er hatte seine Hände unter meinem Shirt und versuchte, meinen BH zu öffnen.

Innerhalb weniger Minuten waren meine sorgfältige Frisur und mein Make-up ruiniert. Wir waren unter der Bettdecke und nackt, bevor ich zu Atem kommen konnte. Es fühlte sich so gut an, wieder in Bens Armen zu sein.

»Liebe mich«, flüsterte ich und fühlte mich dabei ein wenig kitschig, obwohl ich es genauso meinte.

Er tat es. Immer und immer wieder, zwei Tage lang. Wir verschanzten uns wie Verbrecher in meinem Zimmer, aßen Pizza vom Lieferdienst und holten die langen Wochen nach, in denen wir voneinander getrennt gewesen waren. Ben war mein erstes Alles. Mein erster richtiger Freund, meine erste Liebe, mein erster Erster … und Telefonate allein hatten einfach nicht mehr genügt. Ich war in meinem ganzen Leben noch nie so froh gewesen, jemanden zu sehen. Es war unglaublich.

Am Sonntagmorgen war Ben früh wach – um acht Uhr. Er hatte eine lange Fahrt vor sich und musste bald aufbrechen. Als er anfing, seine Sachen zusammenzupacken, begann ich zu weinen.

»Jossie«, sagte er, während er sich neben mich auf das Bett setzte. »Nicht weinen.«

»Ich will nicht, dass du gehst«, jammerte ich.

»Jetzt komm schon. Du weißt, dass ich muss.«

Ich nickte kläglich.

»Hör bitte auf zu weinen. Ich muss mit dir reden, bevor ich fahre; also komm.«

Ich schniefte ein paar Minuten, bevor ich mich wieder unter Kontrolle hatte.

Sein Gesicht wirkte ganz steif und fremd.

»Was ist los?«

»Ich … ich …«, stotterte er.

»Was?«, wiederholte ich.

»Joss, ich … äh, hab irgendwie … jemanden kennengelernt.«

Ich blinzelte ihn an. Er hätte ebenso gut Mandarin sprechen können. Ich fühlte gar nichts – noch nicht. »Ich verstehe nicht.«

»Ich habe jemanden kennengelernt. Auf der Schule.« Er konnte mich nicht ansehen, sondern schaute stattdessen auf etwas über meiner Schulter.

»Was meinst du damit?« Die Wut entzündete ein Feuer in mir, aber bis jetzt war es nur ein Glimmen. Ich brauchte mehr Informationen.

»Sie heißt Kate.«

Ihr Name entfachte die Glut, und meine Wut breitete sich flammend aus. Ich starrte ihn schweigend an.

»Ich wollte nicht übers Telefon mit dir Schluss machen.«

Endlich erwachte ich aus meiner Erstarrung. Ich kletterte mit dem Laken um mich gewickelt aus dem Bett und schnappte mir meine Jeans vom Boden. Trotz fehlender Unterwäsche zog ich die Hose über und holte mir ein Sweatshirt aus meinem Schrank. Ich hielt es mir vor die Brust und starrte ihn wütend an.

»Du machst jetzt mit mir Schluss?« Meine Stimme wurde mit jedem Wort lauter.

»Es kam mir übers Telefon nicht richtig vor.«

»Es kam dir nicht richtig vor?«, wiederholte ich. »Du dachtest, es sei besser, herzukommen und … und mich zwei Tage lang zu vögeln?«, brüllte ich. Er zuckte zusammen. »Du … du Arschloch!«

In dem Schweigen, das nun folgte, zog ich mir das Sweatshirt über und knüllte das Betttuch zusammen, Als ich es in meinen Händen sah, warf ich es auf ihn. Es landete sanft auf dem Boden, und ich knurrte vor Wut.

»Reg dich ab«, bat er.

»Ich soll mich abregen? Du kannst mich mal!« Schnell schnappte ich mir die Decke wieder und presste sie gegen meine Brust. Am liebsten hätte ich ihn geschlagen. Mein Herz raste, und mit jedem Herzschlag schien meine Sicht mitzupulsieren. Ich wollte ihn wirklich schlagen. Ich brauchte etwas, das wehtun würde. Meine Finger hatten sich in die Decke gekrallt, aber mein Blick suchte nach etwas Handfestem.

»Joss, es tut mir leid.«

»Wie konntest du nur?« Meine unkontrollierte Wut ließ mich zittern, und mir schossen Tränen in die Augen.

»Ich wollte nicht, dass … das passiert. Ich wollte es nicht über … das Telefon sagen.« Er stand nur da und ließ die Arme zu beiden Seiten herunterhängen.

Ein Schluchzen entfuhr meiner Brust. Es war, als wäre der Damm, der die Flut zurückgehalten hatte, gebrochen. Ich heulte wie ein Baby, beschämt und wütend. Ich ließ die Decke fallen und bedeckte mein Gesicht mit beiden Händen.

»Jossie.« Er trat vor und streckte seinen Arm nach mir aus. Ich schlug ihm mit genügend Wucht darauf, um uns beiden wehzutun.

»Fass mich nicht an«, fauchte ich.

»Ich wollte nicht …«

Ein entsetzlicher Gedanke schoss mir in den Kopf. »Hast du mit ihr geschlafen?«

Er antwortete nicht, doch sein Gesicht verriet mir die Wahrheit.

Ich gab ein gurgelndes Geräusch von mir und rieb mit meinen Handballen an meinem Körper hinunter. Ich wollte ihn von mir abwischen, das Gefühl seiner Hände auf mir loswerden.

»Es tut mir leid«, sagte Ben.

»Hau ab«, stöhnte ich. »Hau sofort ab!« Er bewegte sich nicht, also griff ich nach der Türklinke und riss die Tür weit auf. Er bewegte sich immer noch nicht. »Verschwinde!« Ich schubste ihn, aber er musste nur einen halben Schritt tun, um mir auszuweichen. Ich fand es demütigend, dass ich ihn nicht verletzen konnte.

»Jossie, bitte …«

»Lass mich endlich in Ruhe!«

»Joss«, sagte er, aber ich schaute weg. Er trat auf den Flur, und ich genoss es, ihm mit Wucht die Tür vor der Nase zuzuschlagen.

Dann sank ich heulend zu Boden.

3

Sieben Jahre zuvor

Es dauerte eine Woche, in der ich dreimal täglich duschte und immer wieder hysterische Weinkrämpfe bekam, bevor ich meinen idiotischen Plan im Kopf klar hatte. Er lautete: Die beste Art, um über eine erste Liebe hinwegzukommen, besteht eindeutig darin, bedeutungslosen Sex mit jemandem zu haben, den man nur bei seinem Vornamen kennt. Brillant, oder?

Also rekrutierte ich am folgenden Freitag ein paar Mädchen aus meiner Etage und informierte mich über eine Verbindungsparty.

Ich trug meine engste Jeans, ein bauchfreies Oberteil und keine Jacke. Selbst damals wusste ich schon, dass man sich als Erstsemester outete, wenn man keine Jacke trug, aber ich hatte keine Ahnung, was ältere Studentinnen mit ihnen taten, wenn sie ausgingen. Ich wusste nur, ich wollte nicht, dass sie zusammengeknüllt in irgendeiner Ecke lag und wer weiß was darauf landete. Bewaffnet mit fünf Dollar für Bier und ein Kondom, führte ich die Gruppe in das Verbindungshaus.

Ich flirtete nacheinander mit ein paar Kerlen, bis ich einen fand, der betrunken genug schien, um es mit mir zu treiben und hinterher zu vergessen. Genau das, was ich wollte. Sein Name war Jeff, er war ziemlich groß und nicht der Hellste. Die Art von Typ, die Sportstipendien ihren schlechten Ruf einbringt.

Gegen ein Uhr nachts schwor ich meinen Freundinnen diverse Male, vorsichtig zu sein, und schickte sie weg. Jeff nahm mich mit auf sein Zimmer. Es war nicht bloß unordentlich, es war richtig schmutzig. Der Teppich war abgenutzt und fleckig, die Tapeten eingerissen, und die Möbel brachen unter der Last leerer Limo- und Bierdosen fast zusammen. Der ganze Raum stank nach getragenen Socken. Ich widerstand meinem Fluchtinstinkt und zwang mich zu einem Lächeln.

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